Sonntag, 13. Juli 2014

[REZENSION] Verpissimo!

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Verpissimo!
Autor: Anna Gold
Übersetzer: -/-
Verlag: Mira Taschenbuch
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten



Autor:
Nach fünfzehn langen Jahren anonymer Bürotätigkeiten in allen erdenklichen Berufssparten entschied sich Anna Gold, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Seit 2011 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Ghostwriter. Anna Gold ist Mutter eines zweijährigen Sohnes, Ehefrau eines Drehbuchautors und wohnt zusammen mit ihrer vegetarischen Familie in Oberbayern.


VERPISSIMO!

Unzufrieden mit Job und Privatleben, beschließen die Freundinnen Dana und Mel, kurzerhand nach Italien auszuwandern, um eine Frühstückspension zu eröffnen. Dass der Plan nicht ganz durchdacht wurde, zeigt sich bereits an der mangelnden Verständigung. Ebenso haben die Freundinnen einen ungebetenen Gast in ihrem neuen Heim, denn der Vorbesitzer sieht überhaupt nicht ein, sein Haus zu verlassen. Alles läuft drunter und drüber, doch so langsam sollten die ersten zahlenden Gäste eintrudeln, denn sonst ist es mit der Pension schon wieder vorbei, bevor es überhaupt angefangen hat...

Wer träumt nicht irgendwann einmal davon alles stehen und liegen zu lassen, um auszubrechen? Aus welchen Gründen und wohin auch immer, Sehnsüchte solcher oder ähnlicher Art kann mit Sicherheit jeder nachvollziehen. Entsprechend interessant klingt es, diese Idee in einem Roman umzusetzen. Doch leider verspricht die Kurzzusammenfassung hier mehr als der Inhalt schließlich halten kann.

Charaktere sowie nahezu jedes Ereignis sind überzogen dargestellt. So wird keine Bindung zu den handelnden Personen aufgebaut, die dadurch zu eintönig bleiben, man möchte sich irgendwie auch gar nicht näher mit ihnen befassen. Alles was schief gehen kann, während der Ausführung ihres Plans, geht schief, da muss man kein Hellseher sein, um jegliche Situation vorhersehen zu können. Auch der Sprachstil lässt leider zu wünschen übrig. Sicherlich ist es normal, dass, um Authentizität hervorzurufen, hin und wieder zur Umgangssprache gegriffen wird. Aber bitte nicht bei allen Figuren, denn so können diese sich überhaupt nicht voneinander abgrenzen.

Der Leser schleppt sich mehr schlecht als recht durch die Geschichte, mit der Hoffnung, dass es doch noch einen Lichtblick geben wird. Dieser kommt, allerdings reichlich spät, man mag fast schon sagen zu spät.

Der zugrunde gelegte Humor ist ebenfalls grenzwertig zu betrachten. Man merkt zwar deutlich wann eine witzige Situation beabsichtigt wurde, aber mehr als ein Schmunzeln kommt dem Leser nicht über die Lippen. Zum einen liegt dies daran, dass man schon einige Seiten zuvor merkt, dass auf gewisse Situationen hingearbeitet wird. Zum anderen, dass hier mehr als ein Klischee bedient wird, was nun wirklich nicht mehr zum Lachen ist.

Die Idee dieses Romans besitzt durchaus Potential, doch hapert es leider gewaltig an der Umsetzung. Schade.

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