Donnerstag, 17. Juli 2014

[REZENSION] Trauben rauben in Kapstadt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Trauben rauben in Kapstadt
Autor: Dany R. Wood
Übersetzer: -/-
Verlag: Arturo
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 368 Seiten



Autor:
Dany R. Wood, Jahrgang 1978, wuchs in einem klassischen saarländischen Arbeiterhaushalt (Vater Bergmann, Mutter Hausfrau) auf und hatte bereits im pubertären Alter von 14 Jahren die ersten Kontakte zur Verlagsbranche: beim Zeitschriftenaustragen!
Wood erlangte dabei einen umwerfenden Bekanntheitsgrad im 1.079 Seelen-Ort Marpingen-Berschweiler, wie die des Pfarrers, Ortsvorstehers und der Vorsitzenden des Landfrauenvereins.
20 Jahre später - und Studium der Medienwirtschaft in Köln und Sydney - lebt Dany R. Wood in München und hat sich ein paar Monate eine "kreative Auszeit" vom Marketing-Job genommen. Das Buch "Limetten retten in Sydney" entstand vor Ort am Bondi Beach bis zur Rückkehr im Februar 2013 auf einem verschneiten Franz-Josef Strauß Flughafen in München.
Dany R. Wood ist ein Pseudonym, da gewiefte PR-Berater meinten, dass man mit Wood`s "bürgerlichen Namen" keine Bücher, sondern höchstens Zeitschriften-Abos an der Haustür verkaufen kann. Wobei dies eigentlich kein Problem wäre, dank jahrelanger Erfahrung im Teenager-Alter...


TRAUBEN RAUBEN IN KAPSTADT

Tina sah die letzte Chance für sie und Jack in einer Paartherapie in Kapstadt. Doch plötzlich findet sie sich dort mit ihrem besten Freund Stefan wieder. Schnell stellen sie fest, dass sie nicht das einzige skurrile Paar vor Ort sind und schon bald ist die illustre Truppe zu viert. Einige seltsame Therapiestunden und Gin Tonics später geht es quer durch Südafrika, mit Neurosen, letzten Wünschen und ganz viel Selbstironie im Gepäck...

„Ihr könnt doch nicht gleich einen unschuldigen Bürger zum Mörder abstempeln! Nur weil er eine Nacht nicht neben Tina geschlafen hat“, versucht Stefan zu beruhigen.
„Unschuldiger Bürger? Er ist Holländer! Das darf man bitte nicht vergessen“, kommentiert Tina. (S. 190)

Prinzipiell ist eine Paartherapie nicht unbedingt eine schöne und schon gar keine komische Sache. Doch was passiert eigentlich, wenn der Partner überhaupt nicht daran teilnimmt, sondern kurzum der beste (schwule) Freund rekrutiert wird? Was daraus resultiert zeigt Dany R. Wood in seinem neuesten Werk „Trauben rauben in Kapstadt“ auf. Es handelt sich hier um den Nachfolgeband zu „Limetten retten in Sydney“, doch auch ohne Kenntnis des Vorgängers ist der aktuelle Band vollkommen nachvollziehbar. Zwar ist der Großteil der Protagonisten denjenigen, die den ersten Band gelesen haben, bereits bekannt, für alle anderen werden jedoch die wichtigsten Ereignisse an den relevanten Stellen noch einmal erläutert. Somit fehlen keine Hintergrundinformationen und man kann sich genüsslich zurücklehnen.

Was schon als leicht seltsamer Trip beginnt, wird mit der Zeit immer skurriler. Bald schon kann man überhaupt nicht mehr sagen welches Ereignis nun das Kurioseste von allen war. Doch eins ist sicher: Der Unterhaltungsfaktor ist auf einem sehr hohen Niveau. Dafür leidet die Glaubwürdigkeit mit der Zeit. Sicherlich handelt es sich um einen lustigen Roman, der mitunter auch leicht überzogen sein darf, wenn es dann aber zu abstrus wird, stockt der Leser schonmal. Es finden sich nach einiger Zeit auch immer mal wieder ein paar Szenen, die so übertrieben daherkommen, dass sie dem Leser nicht einmal mehr ein Schmunzeln entlocken können. Glücklicherweise dauert diese Durststrecke aber nicht allzu lange an, auch wenn der Roman nicht mehr auf das Anfangsniveau zurückfindet.

Ebenso wie die Ereignisse sind auch die Protagonisten durch und durch Individuen, bei denen man sich zweimal überlegt, ob man ihnen in freier Wildbahn begegnen möchte. Mit manchen wird man schnell warm, anderen hält man lieber durchweg auf Distanz. Wie auch diverse Erlebnisse, haben die Charaktere einen Hang zur Übertreibung, was manches Mal Lachsalven auslöst, hin und wieder aber auch nur ein Kopfschütteln. Im Endeffekt ist man ein wenig zwiegespalten was die Gesamtmeinung angeht.

Im Großen und Ganzen erfüllt der Roman sein Ziel, nämlich den Leser zu unterhalten. Die Idee ist großartig, an einigen Stellen hapert es aber dann an der Umsetzung, weshalb sich ein Auf und Ab bezüglich der Kontinuität ergibt. Wer aber ausschließlich ein paar Stunden abtauchen und nicht alles hinterfragen will, wird seinen Spaß haben.


Reiheninfo:
Band 1: Limetten retten in Sydney

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