Donnerstag, 31. Juli 2014

[REZENSION] Stille Feindin

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Stille Feindin
Autor: Alexandra Kui
Verlag: cbt
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Nach den Kriminalromanen „Tod an der Schleuse“, „Blaufeuer“ und „Wiedergänger“, erschien 2011 ihr erster Jugendthriller, „Lügensommer“. Die Autorin lebt und arbeitet auf der Geest bei Hamburg.


STILLE FEINDIN

Als Tami mit ihren Eltern umzieht und gleichzeitig auf eine andere Schule wechselt, hofft sie, endlich Anschluss zu finden und nicht wieder die Außenseiterin zu sein. Sollte sich doch machen lassen, schließlich kennt hier niemand die Vergangenheit. So gibt es Tami auch sogleich Aufwind, als sie sich mit der selbstbewussten Farina anfreundet, die im Hofladen ihrer Mutter jobbt. So gegensätzlich die beiden Mädchen auch sind, es scheint ebendiese Verbindung zu sein, die Tami bisher immer gefehlt hat. Doch sie ahnt ihrerseits nichts von Farinas Vergangenheit und dass ihre Motive, in Tamis Nähe zu sein, ganz andere sind...

Im Schatten zwischen zwei bleichen Lichtkegeln entdeckt Tami eine Gestalt. Erschrocken kneift sie die Augen zusammen. Blinzelt. Kneift sich in die Hand und starrt wieder hin.
Ken böser Traum, keine Einbildung, da steht wirklich einer. Wie beklemmend. Die Gestalt, kaum mehr als ein Schatten, rührt sich nicht vom Fleck. […] (S. 88)

Wie weit darf Rache gehen, wenn einem in der Vergangenheit das Liebste genommen wurde und somit die Zukunft besiegelt wurde? Was würde man selber tun, stünde man plötzlich der Person gegenüber, die alles zu verantworten hat?
Ein zentrales Thema dieses Jugendthrillers sind ebenjene Gefühle, die einen womöglich beherrschen, ohne, dass man dies überhaupt möchte. Doch man ist nicht fähig seine Gedanken selbst zu steuern, etwas in einem übernimmt die Kontrolle. Der Leser verfolgt gebannt das Gefühlschaos, in dem sich die Person befindet. Hofft, dass sie doch zur Einsicht kommt, doch noch einmal die Kurve kriegt. Doch was tun, wenn die Schatten der Vergangenheit zu sehr auf einem lasten? Wenn sie sich nicht einfach abschütteln lassen?

Es ist immer schwierig, ein Werk in ein bestimmtes Genre zu „pressen“, da man zwangsläufig etwas Bestimmtes, beziehungsweise bestimmte Klischees damit verbindet. So ist hier auch die Eingrenzung „Thriller“ zunächst irreführend. Richtigerweise sollte es „Psychothriller“ heißen, denn vieles läuft im Kopf der Protagonisten und der Leser ab. Es sind oft weniger die Handlungen als solche, die dem Geschehen Spannung verleihen. Doch dass diese vorhanden ist, ist unbestreitbar. Je mehr die Lage sich zuspitzt, desto atemloser verfolgt man den Verlauf der Geschichte, schließlich malt man sich immer wieder mögliche Ereignisse aus, die noch folgen könnten. Ob sie dann tatsächlich so geschehen oder nicht muss jeder für sich herausfinden. Einzig das Ende erfolgt so plötzlich und abrupt, dass man sich zunächst fragt, ob man etwas nicht mitbekommen hat.

Alexandra Kui hat eine Geschichte konstruiert, die noch einige Zeit nach dem Lesen in den Köpfen nachklingen wird und ebenso zum Nachdenken anregt.



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Farina ist 17 arbeitet in dem Gemüseladen ihrer Pflegemutter als eine Frau ins Geschäft kommt. Susanne ist gerade mit Mann und Tochter zugezogen und erinnert Farina an ihre unschöne Vergangenheit und einen Racheschwur. Sie freundet sich mit der Tochter von Susanne - Tami - an um Susanne näher zu kommen. Was als Berechnung beginnt wird eine Freundschaft von der beide Seiten profitieren, doch wird Farina ihren Schwur noch erfüllen oder siegt das Gute in ihr?

Meine Meinung:
Stille Feindin ist auf Grund der Geschichte recht schnell auf meinem Wunschzettel gelandet. Umso schöner ist es das ich es jetzt bei einer Leserunde mit Autorin lesen konnte.

Hier geht es um Farina und Tami und die beiden werden auch im Wechsel begleitet. Beide hatten keine leichte Kindheit sind 17 Jahre alt und stehen kurz vor dem Abi. Das waren aber auch schon die einzigen Gemeinsamkeiten, der Rest geht doch recht weit auseinander. Während Farina beliebt ist, Nachbarn Kuchen backt und im Laden ihrer Pflegemutter hilft wurde Tami in der Schule ignoriert hatte keine Freundinnen und ist zu hause diejenige die gefühlt die Erwachsene ist.
Farina hat das Leben gezeichnet und sie ist in der Geschichte recht sprunghaft. Sie wechselt stetig zwischen gut und böse. Sie ist Opfer ihrer Vergangenheit und möchte doch die Zukunft. Eine Situation die zur Zerreißprobe wird und immer wieder die Frage aufkommen lässt ob sie es wirklich schafft. Tami dagegen geht es offensichtlich gut und führt ein halbwegs normales Teenieleben wenn da die Sache mit ihren Eltern und auch mit den Freunden nicht wäre. Doch sie bekommt unerwartet Hilfe und entwickelt sich in der Geschichte von der grauen Maus zu einem echt angesagten Mädchen.

Die Geschichte ist von Beginn an spannend gestaltet. Der Prolog baut diese schon zu großem Teil auf, wenn sie dann auch in den folgenden Kapiteln erst einmal abflaut bevor sie gegen Ende wieder ansteigt. Das Kennenlernen der Protagonisten findet auf einmal statt was die Spannung vom Prolog etwas raus nimmt, doch das gibt sich wieder. zunächst ist es die Neugier und das Interesse was aus den Protagonisten wird was mich immer weiter lesen ließ. Am Ende wirklich ein Showdown Finale mit vielen Überraschungen.
Vorhersehbar ist dieses Buch auf jeden Fall nicht was vor allem an der Figur Farina liegt die man nie einschätzen kann. Es gibt einige Situationen die ich anders erwartet habe als sie dann erzählt wurde.

Fazit: Alles in allem ein guter Jugendthriller, der auch die ein oder andere heftigere Szene hat. Für die Handlung wichtig, aber vielleicht nicht für alle Kids gleich zu verkraften. Deswegen würde ich dieses Buch eher bei 16 Jahren als bei 14 Jahren ansiedeln.



Redakteur: Sabrina Best

Positiv aufgefallen ist mir direkt das schöne Cover, das einen direkten Bezug zum Inhalt hat.
Tami ist eine unscheinbare Persönlichkeit, ihre Familie besteht aus der depressiven Mutter, dem Vater, der alles für sie tut und einem Halbbruder.
Farina ist eine taffe Persönlichkeit, mit einer extremen Vergangenheit, sie lebt bei Gesine und arbeitet in ihrem Gemüseladen.
Leider hatte ich anfangs, durch drei verschiedene parallel laufende Geschichten, einige Schwierigkeiten in das Buch rein zu kommen. Nachdem ich aber ein paar Seiten gelesen habe, war es kein Problem mehr, da die Geschichte sehr spannend geschrieben ist.
Leider sind viele Fehler im Satzbau und der Rechtschreibung im Buch. Was mich ab und an über den einen oder anderen Abschnitt stolpern ließ.
Farina und Tami haben eine schwierige Freundschaft. Was schade ist, denn beide sind tolle Charaktere. Aber gegenseitig fehlt einfach Ehrlichkeit. Vor allem von Farinas Seite aus.
Ich hatte gehofft, dass das Buch gegen Ende viele meiner Fragen aufklären wird. Mir fehlten Hintergrundinformationen zu den einzelnen Charakteren. So konnte ich leider verschiedene Handlungen nicht gut nachvollziehen. Das Ende kam mir auch zu schnell. Ich hätte mir da einen ausführlichen Abschluss gewünscht.

Alles in allem eine gute Geschichte, die immer wieder ein Highlight hatte und somit die Spannung durchweg halten konnte. Auch der Schreibstil und die Erzählweise haben mir gut gefallen.
Die verschiedenen Charaktere in dem Buch waren spannend, nett und auch nicht nett. Es war alles dabei. Eine bunte Mischung, der ich noch gut gemeinte drei Sterne gebe.

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