Dienstag, 29. Juli 2014

[REZENSION] Röhrenjeans und Schulterpolster

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Röhrenjeans und Schulterpolster
Autor: Maya Seidensticker
Übersetzer: -/-
Verlag: Loewe
Reihe: We love fashion 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Hinter Maya Seidensticker verbirgt sich das Autorinnenteam Heike Abidi und Tanja Janz, die gemeinsam mit ihren Leserinnen in vergangene Modejahrzehnte eintauchen.

Heike Abidi, Jahrgang 1965, entdeckte schon sehr früh ihre Liebe zu Büchern und zum Schreiben. Nach dem Abitur studierte sie in Gießen Sprachwissenschaften und arbeitet heute als freiberufliche Werbetexterin und Autorin. Mit Mann, Sohn und Hund lebt sie in der Nähe von Kaiserslautern.
Heike Abidi bezeichnet sich selbst als glücklichen, positiv denkenden Menschen – und das drückt sie auch gerne mit ihrer Kleidung aus: Sie liebt Farben, schöne Muster, auch gerne mal ungewöhnliche Kombinationen. Dabei lässt sie sich ungern auf Trends festlegen, sondern sucht sich aus jedem Jahrzehnt das aus, was am besten zu ihr passt.

Tanja Janz gehört zur Generation der Kassettenkinder und wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. Nachdem sie ihren großen Traum mit 11 Jahren zunächst einmal begraben und später eine Karriere als Lehrerin gestartet hatte, lockten sie die Geschichten nach einer Weile doch wieder.
Zuerst ersteigerte sie sich im Internet sämtliche alte Hörspielkassetten zurück (für die sie ein kleines Vermögen bezahlte), die sie als Kind so sehr geliebt und im jugendlichen Leichtsinn auf Flohmärkten verkauft hatte. Dann entschied sie außerdem, dass es endlich Zeit war, all die Geschichten, die sich in ihrem Kopf eingenistet hatten, aufzuschreiben. Seitdem schreibt sie, und schreibt und schreibt. Und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen.


RÖHRENJEANS UND SCHULTERPOLSTER

Jedes Mädchen, das sich für Mode interessiert, hat nur einen Wunsch: Die Fashion School Bernstein besuchen zu dürfen. So auch Lucy, die somit ihrer Schwester Hanna nacheifern will, die das beliebte Internat bereits seit einem Jahr besucht. Doch bevor es soweit ist, gilt es, wie jedes Jahr, die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Dieses Jahr lautet das Thema „Die Mode der 80er“. Mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Schwester und anderen Mitstreitern, will Lucy eine Modenschau auf die Beine stellen wie sie noch niemand gesehen hat. Zuvor heißt es allerdings recherchieren was das Zeug hält. Dabei geschieht den Schwestern etwas schier Unglaubliches – denn plötzlich befinden sie sich selbst im Jahre 1985...

„Worüber tuschelt ihr denn?“, fragt Claudia neugierig.
„Ach, wie haben nur Nena gesehen, drüben bei den Lederjacken“, erklärt Hanna.
Claudia verzieht das Gesicht. „Mögt ihr die etwa? Ich finde, ihre Stimme fetzt irgendwie nicht. Sie hat's einfach nicht drauf. In spätestens einem Jahr ist die weg vom Fenster.“
„Da würde ich nicht drauf wetten“, grinst Lucy. (S. 67)

Röhrenjeans und Schulterpolster, nicht nur der Untertitel des ersten „We love fashion“-Bandes, sondern auch DAS Motto der 80er Jahre. Egal, ob selbst erlebt oder nur vom Hörensagen, jeder weiß um die Trends der damaligen Zeit, die teilweise doch etwas gewöhnungsbedürftig daherkommen. Nichtsdestotrotz müssen sich die Schwestern Lucy und Hanna, und somit auch der Leser, damit beschäftigen, schließlich soll die Aufnahmeprüfung ein voller Erfolg werden. Da muss man seine eigene Meinung und den eigenen Geschmack einfach mal zurückstellen.

Neben der Erforschung der 80er Jahre müssen die Mädchen sich aber natürlich auch mit ganz alltäglichen Problemen herumschlagen. Auch wenn es im Internat hauptsächlich um Mode geht, dürfen elementare Fächer wie beispielsweise Mathematik nicht außer acht gelassen werden. Ebenso sind Themen wie Neid, Konkurrenzkampf, Liebe und Freundschaft in dem doch recht schmalen Bändchen zu finden. Dabei wird, trotz des geringen Umfangs, gebührend auf die einzelnen Themenfelder eingegangen, ohne das Gefühl zu erlangen, dass sie einfach nur „abgearbeitet“ wurden.

Der größte Aspekt allerdings – neben Mode – beschäftigt sich mit Zeitreisen. Denn schon die Inhaltsangabe sagt, dass die Schwestern in das Jahr 1985 zurückreisen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben, so wohnen sie zusätzlich auch einem wahrlich historischen Ereignis bei – dem Fall der Berliner Mauer. Die Autorin erschafft eine magische Atmosphäre, die den Leser zunehmend in den Bann zieht. Man ist regelrecht enttäuscht, dass das Abenteuer recht schnell schon wieder vorbei ist. So bleibt nur die Hoffnung auf den nächsten Band, der schon bald erscheint und einen erneut mitnimmt auf eine Reise in eine Zeit, die vermutlich nicht unbedingt jeder Leser hautnah erlebt hat.

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