Sonntag, 20. Juli 2014

[REZENSION] Leichentuch

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Leichentuch
Autor: Andreas M. Sturm
Übersetzer: -/-
Verlag: fhl Verlag
Reihe: Band 3
Ausführung: Taschenbuch, 328 Seiten



Autor:
Andreas M. Sturm wurde 1962 in Dresden geboren. Der Diplom Betriebswirt war nach seiner Berufsausbildung zum Werkzeugmacher viele Jahre in der Informatik tätig. In seiner Freizeit fotografiert der Autor gern und hört Rockmusik. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau in Dresden.
Die ersten Schreibversuche startete er mit 16 Jahren. Es entstanden Kurzgeschichten und Western. Sein Faible für Kriminalromane brachte ihn dazu, ab 2009 wieder selbst zur Tastatur zu greifen. Bei Streifzügen durch seine Heimatstadt entstehen die Kriminalromane um das weibliche Kommissarinnen-Duo Wolf und König.
Neben seinen Dresdenkrimis ›Vollstreckung‹, ›Albträume‹ und ›Leichentuch‹, schreibt er auch Kurzgeschichten und ist Herausgeber von Anthologien.


LEICHENTUCH

Ein Familienvater wird in seinem Auto ermordet, doch auf Grund des Schneefalls erst Tage später entdeckt. Bei ihren Ermittlungen stoßen Karin Wolf und Sandra König auf diverse Ungereimtheiten und dubiose Geschäfte. Doch ein weiteres Ereignis überschattet alles: René Witkowski, Karins Erzfeind, konnte aus dem Gefängnis fliehen. Die Ermittlerin ist sich sicher, dass er sich an ihr rächen will und hat seitdem keine ruhige Minute mehr. Sie fühlt sich beobachtet und ihre Nerven liegen blank. Um den Wahnsinn zu stoppen muss sie ihre Angst jedoch überwinden und ihren Gegner ausschalten, bevor ihm dies bei ihr gelingt...

„Leichentuch“ ist bereits der dritte Band rund um Karin Wolf und ihr Team. Es ist aber durchaus möglich diesen zu verstehen, ohne Kenntnisse der Vorgänger zu besitzen. Wichtige Ereignisse beziehungsweise Beziehungen der Protagonisten, werden noch einmal kurz erläutert, so dass man quasi auf dem aktuellsten Stand ist.

Zwei Handlungsstränge werden dem Leser vorgesetzt, die, jeder für sich, spannender nicht sein könnten. Auf der einen Seite muss Karin in einem Mordfall ermitteln, der sie bis in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Andererseits sitzt ihr die Angst vor dem entflohenen Witkowski im Nacken, von dem sie glaubt, dass er auf Rache sinnt. Somit ist eine der Hauptprotagonistinnen ständig hin- und hergerissen, allerdings nicht nur beruflich, was sich auch auf den Leser überträgt. Die angespannte Atmosphäre ist nahezu greifbar und man spürt, wie man hin und wieder selbst nervös wird und sich beobachtet fühlt.

Durch die bildliche Darstellung und den ungemein flüssigen Schreibstil des Autoren ist man schnell im Geschehen und taucht tief ein in diese mehr als verworrene Geschichte. Von Seite zu Seite baut sich die Spannung auf. Bis zum Schluss ist nicht klar wie das Ganze ausgehen wird. Es gibt immer wieder Hinweise auf mögliche Richtungen, doch egal wie man es dreht und wendet, man erhält keine hundertprozentige Sicherheit, ob die eigenen Überlegungen wirklich den Tatsachen entsprechen. Erst die Auflösung kann Licht ins Dunkel bringen und birgt mit Sicherheit noch die ein oder andere Überraschung.

„Leichentuch“ ist ein mitreißender Dresden-Krimi, der den Leser schnell in seinen Bann zieht. Mit Lokalkolorit, sympathischen und vor allem tiefgründigen Charakteren sowie Spannung von Anfang bis Ende kann er absolut punkten.


Reiheninfo:
Band 1: Vollstreckung
Band 2: Albträume

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