Dienstag, 15. Juli 2014

[REZENSION] Eifler Neid

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Eifler Neid
Autor: Elke Pistor
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Ina Weinz 4
Ausführung: Taschenbuch, 256 Seiten



Autor:
Elke Pistor, Jahrgang 1967, ist in Gemünd in der Eifel aufgewachsen. Nach dem Abitur in Schleiden zog es sie zum Studium nach Köln, wo sie nach einem Zwischenstopp am Niederrhein bis heute lebt. Sie arbeitet als freie Seminartrainerin in der Erwachsenenbildung und leitet Schreibworkshops. 2014 erhält Elke Pistor das Töwerland-Stipendium.


EIFLER NEID

Ein beobachteter Mord ohne Leiche? Eine nicht identifizierbare Tote? Handelt es sich hier um ein- und dieselbe Person? Hauptkommissarin Ina Weinz unterstützt die Bonner Mordkommission rund um Judith Bleuer tatenreich, doch es mangelt einfach an Ergebnissen. Schnell wird klar, dass auf die konventionelle Art keine schnelle Lösung zu finden sein wird. Aber wie werden Methoden angesehen, die nicht dem offiziellen Dienstweg entsprechen? Gibt es tatsächlich keine andere Möglichkeit diesen Fall zu einem Abschluss zu bringen?

Es ist immer schwierig einen Mord aufzuklären, wenn es überhaupt keinen Hinweis auf die ermordete Person gibt. Doch wenn die Ermittler auch noch unzufrieden mit sich und ihrer persönlichen Situation sind, wird es völlig verfahren. Hier scheint tatsächlich jeder sein eigenes Päckchen zu tragen zu haben, und das hat nun wahrlich nichts mit dem aktuellen Fall zu tun. Allerdings wirkt es sich auf ebenjenen aus, denn Unkonzentriertheit und voreilige Schlüsse sind nur zwei mögliche Reaktionen, die man verfolgen darf. Natürlich wird jeder Leser solche oder ähnliche Situationen kennen, mit denen die Polizisten zu kämpfen haben, doch es ist immer die Frage, wie sehr einen das bei seiner täglichen Arbeit einschränkt beziehungsweise wie sehr man dies mit einfließen lässt. Dementsprechend hat man einerseits auf jeden Fall Verständnis für die Protagonisten, andererseits hofft man aber auch, dass sie sich bald im Griff haben werden, um die vorliegenden Spuren, wenn es auch nur wenige sind, gründlich verfolgen zu können.

Der Fall als solcher wirft im weiteren Verlauf immer mehr Fragen auf, als dass er welche beantwortet. Auf Grund dessen, dass man sich während der Erzählung immer wieder an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten befindet, ergibt sich zwar nach und nach ein erstes Bild, aber der Lösung kommt man so noch immer nicht sehr nahe. Dieses Wissen haben die Ermittler natürlich nicht, weshalb es für sie noch schwerer ist, überhaupt Zusammenhänge zu erkennen, die alles sind, aber nicht offensichtlich.

Trotz dessen, dass das Geschehen recht ruhig erzählt wird und auch immer wieder private Aspekte der handelnden Personen besprochen werden, steigt die Spannung kontinuierlich an. Denn man erhält einzelne Puzzleteile, die zum Nachdenken anregen, um den Fall zu lösen und man ist ganz erpicht darauf zu erfahren, ob man die richtigen Gedankengänge verfolgt hat. „Eifler Neid“ bewegt den Leser, treibt ihn aber gleichermaßen zum Nachdenken an, um diverse Feinheiten, vor allem solche, die in der Psyche des Menschen begründet liegen, zu erforschen.


Reiheninfo:
Band 1: Gemünder Blut
Band 2: Luftkurmord
Band 3: Eifler Zorn



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Ein älteres Paar macht eine Radtour als sie einen Mord im Nationalpark beobachten. Der Mann ist felsenfest davon überzeugt die Tat gesehen zu haben und geht zur Polizei, doch es gibt keine Leiche. Kurze Zeit später taucht eine Leiche auf, die allerdings nicht zu dem Hergang passt, den der ältere Herr geschildert hat. Wo ist die Leiche und noch eine viel wichtigere Frage ist: Was hat es mit der gefunden Leiche auf sich. Wer ist der Mörder?

Meine Meinung:
Es ist der vierte Fall mit Ina Weinz und jeden kenne und mag ich auf seine Weise. So habe ich mich natürlich sehr gefreut als mir Eifler Neid vom Verlag angeboten wurde.

Nun sind die Umstände für ein konzentriertes Lesen momentan bei mir etwas ungünstig, aber es war schön in alt bekanntes eintauchen zu können. Dieser Fall hat seine Ecken und Kanten und auch einige Verwicklungen und doch ist es einfach nur Lesefreude, wenn man einmal beginnt.

Dieses ältere Ehepaar am Anfang brachte mich einige Male zum Schmunzeln. Die kursiven Textstellen, in denen von zwei Schwestern die Rede ist, brachten mich zum Grübeln und bauten direkt eine Spannung auf. Wer und was steckte dahinter?

Ina Weinz hilft Judith aus der Ferne und man merkt, dass ihr das gar nicht gefällt. Sie würde gerne mehr tun, wird aber gebremst. Ab und an setzt sie sich über die Aussagen von Judith hinweg und geht doch ihren Weg, der auch immer zum Erfolg führt. Nebenher liest man wieder von Ziehtochter Henrike und ihrem Vater Hermann. Es gibt gerade im Privaten hier einen Cliffhanger, der mich sehnsüchtig auf den nächsten Band warten lässt. Auch Judith hat nicht nur an beruflicher, sondern auch an privater Front zu kämpfen. Dieses Buch ist voller Entscheidungen die sehr wichtig sind.

Der Fall ist also das Eine. Ein Fall, der zunächst recht undurchsichtig ist und nach und nach erst klarer wird. Das Private ist das andere, und sorgt für Auflockerung, auch wenn hier viele Probleme bewältigt werden. Elke Pistor hat es wiedermal perfekt verstanden eine gute Mischung zu finden und ihren Krimi interessant, spannend und gefühlvoll zu gestalten. Dabei brachte sie auch den Krebs mit ins Spiel. Eine Krankheit von der man immer öfter liest und hört und die mich gerade in diesen Tagen sehr berührt.

Der Cliffhanger liegt hier im Privatleben von Ina und Judith und ich warte nun gespannt auf den 5. Band in der Hoffnung auf ein Happy End.

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