Montag, 2. Juni 2014

[REZENSION] Wanted. Ja. Nein. Vielleicht

Redakteur: Natalie Burger (20.02.2014)

Titel: Wanted. Ja. Nein. Vielleicht.
Autor: Lena Hach
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 153 Seiten



Autor:
Lena Hach, geboren 1982, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie besuchte eine Schule für Clowns, studierte Literatur und Kreatives Schreiben und arbeitete als Journalistin. Es fällt ihr äußerst schwer, an Zetteln vorbeizugehen, die irgendjemand aufgehängt hat, ohne diese zu lesen. Mehr unter: www.lenahach.de


WANTED. JA. NEIN. VIELLEICHT.

Inhalt:
Die Freundin von Finn hat gerade Schluss gemacht. Nach über 11 Monaten ein harter Schlag auch wenn er es hat kommen sehen. Sein Freund Moritz versucht ihn aufzumuntern und ruft das Programm ALK ins Leben: Anti-Liebeskummer-Programm. Die erste wirkliche Aufmunterung bringen aber verrückte Abrisszettel die von einem Mädchen aufgehängt werden...

Meine Meinung:
Wanted ist ein Buch für Kinder und Jugendliche. Das merkt man sowohl an der Sprache wie auch am einfachen Schreibstil. Für mich bedeutete das, dass ich wirklich schnell durch war und auch wenn ich weit weg von meiner Jugend bin, gefiel mir diese Geschichte von Freundschaft, Liebe, Verständnis und füreinander da sein sehr gut.

Dabei fängt sie ja recht negativ an. Finn wurde verlassen und kämpfte mit schweren Liebeskummer. Hier ist es mal ein Junge der beschrieben wird. Ganz oft sind es ja eher die Mädchen, die in Geschichten unter Liebeskummer leiden. Viel unterscheidet sich da aber nicht, denn auch Finn hat einen Freund der für ihn da ist und ihn versucht aufzumuntern. Er möchte ihn von Sofie ablenken. Das gelingt aber erst als Lara auftaucht.

Es ist eine typische Teeniegeschichte und doch hat sie eine Besonderheit. Lara hat ein Geheimnis, das die Geschichte ein wenig zum Traurigen wendet, zumindest zeitweise, und dass, obwohl sie recht gut damit umgeht.

Die Protagonisten sind sehr gefühlvoll und haben, trotz das es ein Jugendbuch ist, viel Tiefe. Sie wirken nicht wie oberflächliche Teenies.
Finn spielt hier die Hauptrolle. Er hat Liebeskummer und mag nichts mehr machen außer zu Hause auf dem Bett zu liegen und an seine Exfreundin zu denken. Es hat ihn schwer getroffen. Doch er entwickelt sich mit der Zeit und man sieht wie aus dem unglücklichen Jungen ein glücklicher wird. Zeitweise etwas unentschlossen und auch sein Handeln ist nicht immer nachvollziehbar, aber er ist 15 ich denke dann ist das durchaus normal.
Moritz ist sein bester Freund. Er lässt sich Einiges einfallen um Finn aufzumuntern und ist da ganz selbstlos. Hat er es doch selber nicht immer leicht. Ihn fand ich in der Geschichte am sympathischsten. Schade das er gerade zum Ende hin ein wenig in der Versenkung verschwand.
Lara ist ein Mädchen das es schafft über einen schweren Schicksalsschlag hinweg zu sehen. Wobei das vielleicht ein wenig falsch ausgedrückt ist, denn sie leidet drunter hat aber einen Weg gefunden damit klar zu kommen. Dabei hat sie es alles andere als leicht. Ihre Familiensituation und die letzten vier Jahre sind recht negativ. Da ist es schön zu sehen wie sie selber immer mehr auflebt.

Es gab ein bis zwei Situationen wo ich die Reaktionen der Protagonisten etwas anders erwartet hätte und überrascht wurde. Als wirklich negativ empfand ich das nie, vielleicht ein wenig unrealistisch. Mit dem Ausgang bin ich dennoch sehr zufrieden. Es gab Szenen, die ich wunderschön fand. Szenen, die lustig waren und viel Tiefgang für ein Jugendbuch, was vermutlich am Thema liegt.



Redakteur: Anette Leister

Manchmal ist das Leben gar nicht so leicht oder auch so schwer, wie es den Anschein hat...

Der fünfzehnjährige Finn wird ausgerechnet zum Beginn der Sommerferien von seiner Freundin Sofie verlassen. Laut ihrer Aussage ist er ein ganz Lieber, hat aber nichts Eigenes. Zum Glück hat Finn noch seinen besten Freund Moritz, der ruft nämlich das ALK-Programm ins Leben = Anti-Liebeskummer-Programm, um Finn auf andere Gedanken zu bringen. Wobei ein Freund, der einen zwanghaft aufmuntern will, Eltern, die der Meinung sind, dass Rausgehen und Aktivitäten nachgehen das Beste gegen Liebeskummer ist und eine kleine Schwester, die die Exfreundin vermisst, einem das Leben in so einer Situation eher schwerer als leichter machen. Und wenn man auf die gutgemeinten Ratschläge hört und vor die Tür geht, läuft einem natürlich besagte Exfreundin über den Weg und alle Ablenkung ist im Eimer. Eine Sache gibt es aber doch, die Finn von den Gedanken an Sofie ablenkt: überall in der Stadt findet er plötzlich verrückte Abrisszettel und eines Tages sieht er auch das Mädchen dazu. Sie kennenzulernen ist für ihn nicht einfach, im Gegensatz zu seinem Freund Moritz ist er nicht der Typ der offen auf andere zugeht und die Initiative ergreift. Sich mit dem Zettelmädchen Lara anzufreunden und ihr Vertrauen zu gewinnen stellt sich als noch schwieriger heraus. Vor allem, da Finn noch eine ganze Weile braucht, um sich darüber im Klaren zu werden, ob er immer noch Sofie liebt und zurückhaben will oder doch Lara, das Mädchen mit den Abrisszetteln?

"Wanted. Ja. Nein. Vielleicht." ist eine ganz besondere Geschichte über die Liebe, Freundschaft, Familie, Bindungs- und Verlustängste. Was als leichte Geschichte über Liebeskummer im Teenageralter beginnt, entwickelt sich zu einer unwahrscheinlich tiefgehenden Story, bei denen der Leser persönliche Einblicke in das Leben der Protagonisten erhält und sich das Innerste nach Außen stülpt. Dabei geht es um weit mehr als Teenagerprobleme oder Liebeskummer. Man begleitet Finn, Moritz, Lara, Sofie und ihre Familien zwar nur 153 Seiten lang, trotzdem schafft es Lena Hach ihnen eine unglaubliche Tiefe mitzugeben, die den Leser mithoffen, -leiden, -lachen und -trauern lässt. Die Probleme, die Menschen nach außen hin offen tragen, sind meistens nur ein Schleier, der die wirkliche Schwere verbirgt und der von den eigentlichen Problemen ablenken soll. Die enge Bindung zu den einzelnen Figuren gelingt der Autorin nicht zuletzt deshalb so gut, weil die Geschichte im Wechsel sowohl aus der Ich-Perspektive von Finn als auch von Lara erzählt wird. Zudem lebt die Umgebung durch das pulsierende Lokalkolorit der Stadt Berlin, die Geschichte wird noch zusätzlich greifbar durch die aktuellen Bezüge von Filmen oder Musik, die sich die Protagonisten gemeinsam ansehen oder -hören.

Lena Hach schafft es ihre Leser so abzuholen, dass man - zumindest wenn man in Berlin wäre - erwartet an der nächsten Litfaßsäule oder am nächsten Baum auf einen von Laras Abrisszetteln zu stoßen.

Das Ende - oder der Anfang - von Finns und Laras Geschichte ist einfach wunderbar, so wunderbar schön, dass sich die Frage:
- Solltet ihr dieses Buch lesen? Ja. Nein.Vielleicht. -
Nur mit einem lauten JAAA beantworten lässt! Ihr müsst unbedingt!

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