Freitag, 20. Juni 2014

[REZENSION] Travemünde: Tod

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Travemünde: Tod
Autor: Anke Gebert
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Nina Wagner 2
Ausführung: Taschenbuch, 176 Seiten



Autor:
Anke Gebert arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor sie Autorin von Krimis, Romanen und Biografien wurde. Sie studierte am Deutschen Institut für Literatur in Leipzig, siedelte vor dem Mauerfall nach Hamburg um und absolvierte hier das Masterstudium Film mit dem Schwerpunkt Drehbuch. Anke Gebert hat zwei Schreibtische – einen in Hamburg und einen in Travemünde.


TRAVEMÜNDE: TOD

Privatermittlerin Nina Wagner erhält den Auftrag den bekannten Party-Sänger Ricci Bell während der Travemünder Woche zu beschatten. Als während eines Auftritts des Sängers ein junges Mädchen erschossen wird, ist die Aufregung groß. Galt der Anschlag tatsächlich dem Mädchen oder sollte der Sänger selbst das Opfer sein? Nina Wagner bewegt sich in einer Welt aus Neid, Missgunst und Lügen. Wird sie die Wahrheit ans Licht bringen bevor ein weiteres Unglück geschieht?

Fast die gesamte Nacht hatte sie ihren Mann in den Armen gehalten und getröstet. Zunächst, weil ihn erschüttert hatte, dass neben ihm auf der Bühne das Mädchen erschossen worden war. Danach, weil ihm bewusst wurde, dass die Kugel ihn hätte treffen können. Und zu guter Letzt, weil ihm von den verschiedenen Getränken aus der Minibar schlecht geworden war. (S. 80)

„Travemünde: Tod“ ist der zweite Fall für die Ermittlerin Nina Wagner, die eigentlich Übersetzerin ist. Doch im ersten Band fühlte sie sich gezwungen Maßnahmen zu ergreifen, die sie beruflich in andere Bahnen lenkten. Der Leser erhält einige Informationen aus dem Vorgängerband, so dass man keine Schwierigkeiten hat, auch die Beziehungen der Protagonisten untereinander zu verstehen. Der Fall an sich ist sowieso abgeschlossen, so dass sich auch hier keinerlei Hindernisse ergeben.

Der Auftrag, den Nina Wagner erhält, wirkt von vornherein seltsam. So ist es auch kein Wunder, dass nicht nur die Ermittlerin, sondern auch der Leser auf der Suche nach der Schwachstelle in der Gesamtkonstruktion ist. Denn dass hier einige Geheimnisse gewahrt werden sollen und somit von niemandem die Karten nicht vollständig auf den Tisch gelegt werden, ist mehr als deutlich. Dementsprechend viele Verdächtige gibt es auch, als das junge Mädchen erschossen wird. Ninas Aufgabe ist es nun, zu selektieren und der richtigen Spur zu folgen, um den Übeltäter zu schnappen. Doch das ist gar nicht so leicht. Auch der Leser wird mehr als einmal in die Irre geführt, was eine enorme Leistung ist, betrachtet man den doch recht knappen Umfang des Buches.

Auf Grund der vorherrschenden Irrungen und Wirrungen wird sogleich Spannung aufgebaut, denn man kann sich bei Nichts und Niemandem sicher sein, ob man die Wahrheit hört oder nicht. Hier treffen einige wahre Meister der Verstellung aufeinander, ohne es zu ahnen versuchen sie sich ständig gegenseitig zu übertrumpfen.

Zum Schluss zieht das Tempo des Geschehens noch einmal rapide an, was hier ein bißchen zum Nachteil wird. Denn dadurch kommt man ziemlich abrupt zur Auflösung. Hier steht die Schnelligkeit ein wenig im Gegensatz zum sonstigen Tempo und passt nicht ganz in ein stimmiges Gesamtbild.

Im Großen und Ganzen ist „Travemünde: Tod“ ein solider Krimi, der den Leser für ein paar Stunden in eine Welt entführt, von der man sich nie sicher ist, ob man sie einmal selbst kennenlernen möchte oder lieber nicht.


Reiheninfo:
Band 1: Sturz in den Tod

Kommentare:

  1. Hm, der Norden hat es, aber Dir z.Z. wirklich angetan oder?

    Hihi..LG..Karin..

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    1. Och, das war schon immer so, haben seit Jahr u Tag Urlaub im Norden gemacht. ;)
      Lg

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  2. Hm, O.K. das erklärt es, dann schon !!

    Aber aus dem Süden könnte man auch mal etwas bringen oder?
    Augenzwickern...hihi..LG und einen guten Start ins Wochenende..Karin..

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    1. Hehe, da kommt tatsächlich bald was.. ;) so Richtung Italien, auch wenns kein Krimi ist.. als hättest du es geahnt.. :) lg

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