Mittwoch, 14. Mai 2014

[REZENSION] Verwandt in alle Ewigkeit (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Verwandt in alle Ewigkeit
Autor: Hera Lind
Sprecher: Doris Wolters
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: -/-
Ausführung: Autorisierte Lesefassung, ca. 297 Minuten, 4 CDs



Autor:
Hera Lind (geb. 1957) studierte Germanistik, Theologie und Gesang. Während ihrer ersten Schwangerschaft schrieb sie ihr erstes Buch Ein Mann für jede Tonart, das wie alle folgenden Romane zum Bestseller wurde. Viele ihrer Bücher wurden verfilmt; am bekanntesten ist Das Superweib mit Veronica Ferres in der Titelrolle. Von Alice Schwarzer als „kleine Schwester“ bezeichnet, schreibt sie Frauenliteratur mit hohem Unterhaltungswert.

Sprecher:
Doris Wolters arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin in Hörspielen sowie Hörfunk- und Fernsehfeatures des SWR, DRS und ARTE. Sie erhielt 2012 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin für ihre Lesung von Zsuzsa Bánks "Die hellen Tage". Ihre Stimme ist auf zahlreichen weiteren Hörbüchern des Audiobuch Verlags zu hören. Darunter finden sich literarische Spitzen und lyrische Ausflüge, aber auch spannende Unterhaltungsliteratur und eindringliche Biographien. Ob heiter-ironisch oder ernsthaft, selbstbewußt oder sanft-zurückhaltend, Doris Wolters versteht es die richtige Stimmung eines Textes einzufangen.


VERWANDT IN ALLE EWIGKEIT

Nachdem Lisa sich in den 90ern mit ihrer Familie überworfen hatte, wollte sie nie wieder zurück. Doch dann kommt alles ganz anders. Ihre Zwillingsschwester bittet sie für ein paar Woche auf Mutter aufzupassen, die inzwischen an Alzheimer erkrankt ist und nicht mehr allein gelassen werden kann. Da sich Lisas Mann sowieso gerade mit einer anderen Frau sein gemeinsames Leben plant, sagt sie zu, wenn auch die Skepsis, dass dies eine gute Idee ist, sehr groß ist. Als die Ereignisse sich jedoch schließlich überschlagen, und immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht kommen, bekommt auch Lisa eine ganz andere Sicht auf ihr Leben...

Diese Familiengeschichte wird gleich aus mehreren Perspektiven erzählt und spielt ebenfalls zu verschiedenen Zeiten. Nur so ist es möglich, das gesamte Ausmaß des Geschehens zu erfassen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, um am Ende ein großartiges Gesamtbild zu erhalten. So befindet man sich natürlich in der Hauptsache in der heutigen Zeit, gemeinsam mit Lisa und ihrer Mutter. Doch auch die Zeit kurz vor und nach dem Mauerbau wird thematisiert, ebenso wie das Ende des zweiten Weltkriegs.

Das Thema Alzheimer ist sicherlich eines der schwierigeren, wenn es um Krankheiten geht. Im Grunde möchte niemand wirklich damit konfrontiert werden, es bleibt aber oft nicht aus, dass man sich dem stellen muss, und zwar in jedem Alter. Man muss einfach für sich selbst einen Weg findet, um damit umgehen zu können, wie auch immer dieser aussehen mag, denn ein Patentrezept gibt es nicht. So werden hier sowohl amüsante Situationen, die Lisa mit ihrer Mutter erlebt, aufgezeigt, ebenso wie solche, die eher einem Alptraumszenario gleichen. Doch genau das macht das Geschehen authentisch, denn die Autorin scheut nicht davor zurück auch die unangenehmen Seiten der Krankheit darzustellen, die nun einmal dazu gehören.

Generell liegen in dieser Geschichte Freud und Leid sehr nahe beieinander. Passt man einmal kurzzeitig nicht auf, kann es passieren, dass die Stimmung schon wieder umgeschwenkt ist und eine negative beziehungsweise positive Atmosphäre herrscht, je nachdem wie es zuvor war. Im Verlauf der Erzählung werden die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Perspektiven und Zeiten immer deutlicher und man hofft, dass am Ende auch die Protagonisten das Puzzle zusammensetzen können, denn das ist alles andere als sicher.

Doris Wolters liest dieses Hörbuch ganz großartig und gibt ihm einen ganz eigenen Charakter. Man hat das Gefühl, dass tatsächlich immer andere Personen ihren Abschnitt erzählen, obwohl die Sprecherin immer dieselbe ist. Sie erschafft eine angenehme Atmosphäre, die aber nicht verleugnet, dass eben nicht immer alles nur schön ist, egal in welcher Beziehung.

Hera Lind erschafft mit „Verwandt in alle Ewigkeit“ eine absolut runde Geschichte, die den Hörer, der sich drauf einlässt, begeistern wird.

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