Sonntag, 11. Mai 2014

[REZENSION] Mörderseele

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mörderseele
Autor: J.J. Preyer
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: Christian Wolf 1
Ausführung: Taschenbuch, 278 Seiten



Autor:
J. J. Preyer lebt und schreibt im österreichischen Steyr. Er studierte in Wien Germanistik und Anglistik. 1996 gründete er einen Verlag, in dem er vor allem Kriminalromane C. H. Guenters und literarische Texte Steyrer Autoren herausgab. In den letzten Jahren veröffentlichte J. J. Preyer eine Vielzahl von Kriminalromanen bei deutschen und österreichischen Verlagen, darunter auch Beiträge zur Serie »Jerry Cotton«.


MÖRDERSEELE

Kurz vor seiner erwarteten Pensionierung bekommt Journalist Christian Wolf einen brisanten Fall auf den Tisch. Er wird von seinem Freund, dem leitenden Ermittler, gebeten, sich näher mit dem Brandanschlag auf ein Wohnhaus zu befassen, denn der Kommissar weiß um die besondere Gabe seines Freundes, sich in diverse Fälle verbeißen zu können. Wolf dringt immer tiefer in die Seele des Täters ein und fürchtet bald, diesen in seinem näheren Umfeld zu finden. Er muss geschickt vorgehen, um nicht selbst ins Visier des Mörders zu gelangen...

„Möderseele“ ist der erste Fall für den Journalisten Christian Wolf, auch wenn im Verlauf des Geschehens immer wieder angedeutet wird, dass er schon zuvor die Polizei bei diversen Ermittlungen unterstützt hat. Dies dient allerdings sehr der Glaubwürdigkeit, schließlich wäre es schon merkwürdig, wenn ein Journalist kurz vor der Pensionierung der Polizei das erste Mal helfen würde, obwohl er mit dem Kommissar schon einige Zeit befreundet ist. Dementsprechend wirkt die Darstellung in sich stimmig und authentisch.

Sprachlich wird der Leser hier mit etwas gänzlich anderem konfrontiert als erwartet. Den ein oder anderen Kriminalroman wird jeder schon gelesen haben, daran geknüpft sind bestimmte Erwartungen, auch was den Sprachstil angeht. Aber etwas ähnliches wie hier wird man selten bis gar nicht in diesem Genre finden. Wie bereits der Untertitel „Ein musikalisch-literarischer Psychothriller“ impliziert, gibt es diverse Metaphern, die sich an Begriffen aus der Musik orientieren. Doch auch der Stil als solcher ist alles andere als klischeehaft, man kann schon fast behaupten, ein sehr poetisches Werk vorliegen zu haben. Betrachtet man Inhalt und Sprache einzeln, so mag man meinen, dass diese beiden Dinge im Gegensatz zueinander stehen, doch der Autor schafft es zu zeigen, dass dem mitnichten so ist. Das Zusammenspiel erweist sich als äußerst erfolgreich. Die Sprache bietet eine eher ruhige Basis, auf der sich der Inhalt aufbaut.

Spannungstechnisch gesehen gibt es hier eine Kurve, die leider nicht kontinuierlich nach oben ansteigt, wie man es sich gewünscht hätte. Zwar bleibt eine Grundspannung durchgängig spürbar, stagniert aber die Haupthandlung, so bleibt auch die Spannung auf ebenjenem Level, sinkt ein- bis zweimal sogar etwas ab. Als Leser wünscht man sich, dass dieser Punkt im nächsten Fall für Christian Wolf verfeinert und verbessert wird, um eine durchweg positive Bilanz ziehen zu können.

„Mörderseele“ ist alles andere als ein klassischer Spannungsroman. Mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, doch durchaus wert, ihm eine Chance zu geben. Man muss sich einfach drauf einlassen und keine vorgefertigte Erwartungshaltung an den Tag legen, dann wird sich die Lektüre lohnen!

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