Dienstag, 20. Mai 2014

[REZENSION] Der böse Ort

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der böse Ort (OT: Broken Homes)
Autor: Ben Aaronovitch
Übersetzer: Christine Blum
Verlag: dtv
Reihe: Peter Grant 4
Ausführung: Taschenbuch, 400 Seiten



Autor:
Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie 'Doctor Who' verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.


DER BÖSE ORT

Skygarden Tower ist nicht nur ein berüchtigter Sozialwohnblock in Südlondon, sondern scheinbar auch eine Quelle der Magie. Zumindest führen Zauberlehrling Peter Grant seine Recherchen in einem aktuellen Fall dorthin. Irgendetwas geht nicht mit rechten Dingen zu und er ist fest entschlossen diesen auf den Grund zu gehen. Was jedoch gar nicht so leicht ist, wenn man eigentlich überhaupt nicht weiß wonach man sucht. Doch der Zufall hat Peter schon mehrfach in die Hände gespielt, warum sollte das nicht auch diesmal wieder der Fall sein. Ein bißchen Können und gewisse Beziehungen gehören aber natürlich auch dazu...

Da waren Rufe und wildes Jauchzen und Gasgeben bis zum Anschlag, das einen in den Sitz drückte, während der Motor aufbrüllte wie ein großes, vom Aussterben bedrohtes Tier.
Auf dem Armaturenbrett lag ein offener Lippenstift – knallpink.
Göttin des Rom oder nicht, mit irgendwas Übernatürlichem war ich letzte Nacht in Berührung gekommen – nicht nur mit Wodka. (S. 39)

„Der böse Ort“, der vierte Fall für Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant führt diesen in eine Sozialsiedlung Südlondons, die man wahrscheinlich normalerweise meiden würde. Doch es bleibt ihm nichts anderes übrig, will er seinen Widersacher, den gesichtslosen Magier, versuchen zu bezwingen. Auch wenn die Fälle als solche in sich meist abgeschlossen sind, wird langsam eine Haupthandlung sichtbar, die sich durch alle Bände zieht, weshalb es ratsam ist, die gegebene Reihenfolge einzuhalten.

Wie gehabt erzählt Peter aus der Ich-Perspektive in seiner ganz eigenen flapsigen Art, die man schon irgendwie liebgewonnen hat. Doch man sollte meinen, er hätte inzwischen einiges erlebt, so dass er seine Naivität doch langsam hätte ablegen können. Dem ist nicht so, es scheint beinahe, als sei sie sogar noch stärker geworden. Manches Mal möchte man ihn einfach nur schütteln und ihn mit der Nase auf Offensichtliches stoßen, bevor er nichtsahnend in die Falle läuft. Aber das gehört schließlich dazu, man muss ihn wohl oder übel seinen eigenen Weg gehen und entsprechend Fehler machen lassen.

Ein paar Meter weiter kam sie auf den Boden auf und tanzte nahtlos weiter. Ich holte sie ein und ahmte Schritt für Schritt, Schwung für Schwung nach, und als sie das nächste Mal sprang, tat ich es auch.
Und eine Sekunde lang spürte ich, wie der Wind mich hob, fühlte grenzenlose Freude, dem ständigen Zug der Erde entkommen zu sein – frei zu sein.
Dann kriegte ich von der Erde eins in die Fresse. (S. 269)

Keine Frage, Ben Aaronovitch ist auch dieses Mal wieder sehr bemüht eine gute Mischung aus Spannung und Fantasy aufzubauen, was ihm größtenteils auch gelingt. Hier ist es jedoch so, dass man manchmal den roten Faden verliert. Es ist teilweise schwer zu sehen warum manche Ereignisse stattfinden beziehungsweise welchem Zweck sie dienen. Wenn sie den Leser einfach nur verwirren sollen, gelingt das sehr gut, denn auch nach der Lektüre bleiben einige Situationen wie ein loser Faden in der Luft hängen, da sie zu keinem Handlungsstrang wirklich zu gehören scheinen. Möglicherweise werden sie in einem Nachfolgeband nochmal aufgegriffen, aber sicher kann man da natürlich nicht sein.

Das Ende deutet zumindest darauf hin, dass man sich auf ein weiteres Wiedersehen mit Peter Grant freuen kann. Die Entwicklung zum Schluss hin deutete sich zwar schon einige Zeit vorher an, man hoffte zeitweise aber doch noch sich zu irren. Dementsprechend schade wäre es, wenn hier nun ein Cut gemacht würde und es keinen weiteren Band geben würde.


Reiheninfo:
Band 1: Die Flüsse von London
Band 2: Schwarzer Mond über Soho
Band 3: Ein Wispern unter Baker Street

1 Kommentar:

  1. Eine schöne Rezension und ein toller Blog. Ich bin jetzt auch Leserin bei euch:-) Lg Petra
    www.papierundtintenwelten.blogspot.de

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Hallo ihr Lieben,
schön, dass ihr uns in der Lies-und-Lausch-WG besucht. Wir freuen uns über jeden Kommentar von Euch :)
Viele Grüße die Katze mit Buch und ihre Mitbewohner