Mittwoch, 2. April 2014

[REZENSION] T - Tödliche Spur

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: T - Tödliche Spur (OT: You Don't Want to Know)
Autor: Lisa Jackson
Übersetzer: Kristina Lake-Zapp
Verlag: Knaur
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 640 Seiten



Autor:
Lisa Jackson zählt zu den amerikanischen Top-Autorinnen, deren Romane regelmäßig die Bestsellerlisten der "New York Times", der "USA Today" und der "Publishers Weekly" erobern. Ihre Hochspannungsthriller wurden in 25 Länder verkauft. Auch in Deutschland hat sie erfolgreich den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Lisa Jackson lebt in Oregon.


T - TÖDLICHE SPUR

Seit vor zwei Jahren ihr kleiner Junge spurlos verschwunden ist, ist für Ava nichts mehr wie es war. Besessen von dem Gedanken, er sei entführt worden, setzt sie alles daran dies auch zu beweisen und ihn zu finden. Doch enorme Gedächtnislücken behindern sie und lassen ihre Bemühungen oft mehr als verrückt erscheinen. Avas Familie ist ihr keine große Hilfe, im Gegenteil, sie bekommt mehr und mehr das Gefühl, dass sie niemandem trauen kann, denn jeder scheint ein Geheimnis mit sich herum zu tragen, das sie um keinen Preis entdecken darf. Auf sich allein gestellt, fasst Ava einen Entschluss, der über alles entscheiden wird...

Ich weine. Schluchze. Panik steigt in mir auf, und beinahe wäre ich auf den feuchten Stufen ausgerutscht. Ich laufe an tropfnassen Rhododendren und sturmgepeitschten Kiefern vorbei, die überall auf dieser gottverlassenen Insel stehen, die Insel, die mir für den Großteil meines Lebens ein Zuhause war. „Noah!“, rufe ich wieder, doch meine Stimme geht im Tosen der See unter. (S. 7)

Was tust du, wenn du weißt, dass du nicht verrückt bist, aber alle anderen dich so behandeln? Wenn deinen Handlungen wahrhaftig etwas seltsames anhaftet? Wenn du niemandem mehr vertrauen kannst? Mit diesen und noch einigen anderen Fragen sieht sich Ava, die Hauptprotagonistin konfrontiert. Auch wenn ausschließlich der Prolog aus ihrer Perspektive geschrieben ist und das sonstige Geschehen beobachtend geschildert wird, kann man sich sehr schnell in ihre Lage hinein versetzen. Die Darstellungen sind so lebhaft, dass man glaubt, selber auf dieser Insel zu sein. Tatsächlich kann man nicht auf Anhieb einschätzen, was Realität und was Einbildung ist, aber gerade dadurch wird die Spannung zusätzlich angetrieben.

Generell ist von Anfang an eine angespannte Atmosphäre zu spüren, die sich mit der Zeit immer weiter auflädt. Zwischenzeitlich sieht es zwar so aus, als würden die Wogen sich glätten, dies ist aber nur die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Man sollte sich also nicht gleich zurücklehnen, das Grauen ist noch lange nicht vorbei. In der ersten Hälfte allerdings gibt es ein paar wenige Passagen, die mitunter zu langwierig geraten sind und die Spannung absinken lassen. Zwar schafft die Autorin es immer relativ bald wieder die Kurve zu bekommen, es ist für den Lesefluss jedoch störend. Die zweite Hälfte hat nicht mehr mit diesem Spannungsabfall zu kämpfen, hier wird der Sog so stark, dass man sich der Geschichte weder entziehen kann noch will. Schließlich möchte man endlich wissen, was sich wirklich auf der Insel abspielt. Dies ist absolut unklar und kaum vorherzusagen, weshalb man schlussendlich Gewissheit haben möchte.

Alles in allem hat Lisa Jackson mit „T – Tödliche Spur“ einen Thriller geschaffen, der unter die Haut geht. Wenn man sich überlegt, selber in einer solchen Situation wie Ava zu sein, wird einem schnell ganz anders. Trotz einen kleinen Kritikpunkt absolut empfehlenswert für jeden, der es gerne spannend und undurchsichtig mag.

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