Sonntag, 13. April 2014

[REZENSION] Serienunikat

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Serienunikat
Autor: Chantal-Fleur Sandjon
Übersetzer: -/-
Verlag: script5
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Broschur, 320 Seiten



Autor:
Die afrodeutsche Kosmopolitin Chantal-Fleur Sandjon ist in Berlin als Kind der 80er aufgewachsen, dann zog es sie neben Stopps in Kamerun und Großbritannien für mehrere Jahre nach Johannesburg, Südafrika. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin, Aktivistin, Autorin und Spoken-Word-Künstlerin und 2012 wieder in Berlin gelandet. Dort lebt sie in Neukölln zwischen Hipstern und Gemüsehändlern ihre ganz eigene Version vom Großstadtleben.


SERIENUNIKAT

Ann-Sophie will endlich in Berlin ankommen. Kurz bevor das Semester beginnt, schläft sie noch immer bei einer Freundin auf der Couch und ihre Eltern wollen ihr das Leben in der Hauptstadt nicht mehr länger finanzieren. Durch Zufälle und glückliche Fügungen findet sie Mitstreiter, mit denen sie kurzerhand eine WG gründet und tatsächlich noch vor Studienbeginn umgezogen ist. Dennoch stellen ihre Eltern und auch ihr Freund sich ihr in den Weg, als sie versucht endlich auf eigenen Beinen zu stehen. Verlassen von allem, was sie bisher gehalten hat, muss Ann-Sophie Entscheidungen treffen, die ihre Zukunft beeinflussen werden – positiv wie negativ...

Kann eine einfache Liste wirklich dazu beitragen, dass sich ein Mensch verändert? Eine solche „Anleitung zum Anderssein“ erhält Ann-Sophie eines Tages und ist nach einigem Zögern und Überlegen doch bereit dieses Vorhaben anzugehen. Sie spürt täglich mehr, dass sie sich von ihren alten Gepflogenheiten entfernt und vor allem nicht mehr glücklich damit ist, wie ihr Leben bisher verlaufen ist. Daher kommt diese Liste gerade recht, auch wenn sie zu Beginn noch nicht vollends überzeugt davon ist.

Ann-Sophie erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und versucht so, den Leser emotional wie inhaltlich einzubinden, um ihm das Geschehen näher zu bringen. Von Zeit zu Zeit gelingt dies auch, aber so manches mal wird die Erzählung zu chaotisch, um sie fassen und nachvollziehen zu können. Je nachdem in welcher Verfassung Ann-Sophie ist, gleicht sich natürlich der Erzählstil an, was mitunter anstrengend sein kann. Denn natürlich versucht man trotzdem allem folgen zu können was sie erzählt und erlebt.

Egal, ob man selber noch im Alter der Hauptprotagonistin ist oder noch nicht bzw. nicht mehr, einige Situationen werden jedem bekannt vorkommen. Und egal welche Erinnerungen man damit verbindet, es hilft, Ann-Sophie besser verstehen zu können und sich ihr verbundener zu fühlen, zumindest zeitweise. Andere Aktionen ihrerseits sind gänzlich gegensätzlich und rufen beim Leser nicht nur Verwunderung, sondern einige Male auch einfach nur Unverständnis hervor. Man kann sich in diesen Momenten einfach nicht in sie hineinversetzen und dementsprechend nicht verstehen warum sie sich so verhält.

Das Geschehen ist in weiten Teilen vorhersehbar, wenn auch nicht nachvollziehbar. Zum Ende hin gibt es leider kaum noch Überraschungen, auch kommt die Zielgerade etwas zu kurz. Mit den Stimmungsschwankungen der Erzählerin hebt und senkt sich auch das Geschehen und rüttelt den Leser teilweise kräftig durch. Man hätte sich dann doch eine gewisse Geradlinigkeit gewünscht, die natürlich in einer Selbstfindungsphase als solches nichts zu suchen hat, aber unterschwellig als Grundstein hätte dienen können.



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Ann ist nach Berlin gezogen um zu studieren. Sie möchte raus aus den Fängen des kleinen Dorfes aus dem sie kommt und aus dem Einflussbereich ihrer Eltern die sie aber auch auf die Entfernung versuchen zu bevormunden. Sie möchte sich in Berlin selbst finden.

Meine Meinung:
Eigentlich klang die Geschichte ganz interessant. Eine junge Frau auf Selbstfindungstrip in der großen Stadt Berlin. Eine junge Frau die sich von ihrer Vergangenheit abgrenzen möchte. Mehr aus sich raus kommen möchte.

Doch dann fing ich an zu lesen und fühlte mich nicht Wohl. Es lag zum einen an dem Sprach bzw. Schreibstil. Die poetische Sprache war mir zu gestelzt, passte wie ich finde nicht zur Geschichte und erstrecht nicht zu Ann. Dazu kam dann noch das ich es gerade zu Beginn als sehr anstrengend empfand dieses Buch zu lesen.

Es gab eine Begebenheit bei der ich dachte: “Jetzt kommt es, nun wird es so wie Du Dir das vorstellst” doch leider war dem nicht so.
Vielleicht bin ich einfach zu alt für dieses Buch und verstehe diese Studentenwelt einer Zwanzigjährigen nicht, doch es war einfach nicht meine Welt. Ich erwartete tiefergründiges und bekam oberflächliches.

Charaktere die alle unterschiedlich sind, aber doch an Tiefe missen lassen. Mir ein bisschen näher gekommen ist hier tatsächlich Ann, aber auch Monk. Aber nicht so das es mich zufrieden stellte. Ich könnte sie jetzt noch nicht mal wirklich gut beschreiben.

Am Ende ging es für mich dann nur noch Bergab. ich finde es wurden einige Klischees bedient und ich hatte einfach mehr erwartet. Selbstfindung hat für mich weder mit Styling noch mit Drogen zu tun.

Positiv muss ich die Idee hervorheben und auch die Liste die sehr schön geschrieben ist. Die Anleitung zum Anderssein hat Punkte drauf an die man sich auch im realen Leben zum Teil halten sollte.

Mein Fazit: Vermutlich bin ich einfach zu alt für dieses Buch und empfehle es zu lesen wenn man in dem Alter der Protagonisten ist oder sich da gut rein finden kann. Mir ist es leider nicht gelungen

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