Samstag, 12. April 2014

[REZENSION] Im Garten des Schneemenschen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Im Garten des Schneemenschen
Autor: Uwe Metz
Verlag: Jacoby und Stuart
Reihe: Die Verborgene Gesellschaft 2
empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre
Ausführung: Hardcover, 320 Seiten



Autor:
Uwe Metz, geb.1968 in Gießen, entschloss sich nach einer Ausbildung zum Sortimentsbuchhändler, evangelische Theologie zu studieren. Sechs Jahre lang war er als Pfarrer vor allem in der Kinder und Jugendarbeit tätig, dann zog es ihn zurück in die Welt der Bücher. Heute arbeitet Uwe Metz wieder als Buchhändler und schreibt Romane. Er hat zwei Kinder und lebt in Leonberg.


DER GARTEN DES  SCHNEEMENSCHEN

"Ich kenne Sie aus dem Fernsehen. Sie sind der Kerl mit der komischen Brille. Haben Leute wie Sie nicht jemanden,  der Sie berät bei dem was Sie anziehen sollen?"
"Durchaus, einen Stylisten", antwortete Steinman, ein wenig verwirrt von einer neuen Affenart zu seinem Erscheinungsbild."Feuern Sie ihn", empfahl Miss Greenway.
"Ich bin sehr zufrieden mit Ramon. Im Showgeschäft geht es nicht immer darum, brillant auszusehen, sondern markant. Die Leute sollen einen Wiedererkennen." (S.26)

Spricht Uwe Metz hier gar von sich selbst? Denn markant sind seine Geschichten, wobei ich ihnen auch die Brillanz nicht absprechen will.

Inhalt:
Hektor Fosch, Gloria von Quast und Ali Ben Rum - drei Mitglieder der Verborgenen Gesellschaft - ereilt ein neuer und gefährlicher Geheimauftrag:
Hektors Neffe Dennis Fosch wurde von dem skrupellosen Geschäftemacher Mr Newton Snuffers entführt, der vor nichts und niemandem zurückschreckt sein Geschäftsimperium weltweit auszubauen, und wenn er dabei über Leichen gehen muss.

Uwe Metz erweist sich mal wieder als Feuerwerk verrückter und unkonventioneller Ideen, mit denen man so nur bedingt in einem Jugendbuch rechnen würde.
Wo es bei "Schloss Horroscu" die Cognacbohnen für alle Fälle waren, ist es hier eine spezielle Whiskysorte, die im Laufe der Geschichte des Blatt zum Guten wendet.

Sprache und Ideen:
Hier fällt mir spontan keiner ein, der Uwe Metz das Wasser reichen könnte. Absatz um Absatz, kam ich kaum aus dem Grinsen heraus, ständig lässt er sich neuen "Shabanaq" einfallen und zieht absurde Vergleiche, die die Lachmuskeln in Ekstase versetzen.

"Asemlaketchip hießt "Der Garten des Schneemenschen". Und es ist tatsächlich eine Art Garten. Das Tal der Shabanaq liegt zwischen den Flüssen der Koyukuk und Yukon. (S.126)

Die Camera Catina 1.0.1 löst dieses Problem. Sie machen mit der CC1.0.1 ein Bild von ihrer Lieblingsmahlzeit, sagen wir Gulaschsuppe, Die Aufnahme bewahren sie in ihrer Brieftasche auf. Sobald Ihnen danach ist photographieren sie die Photographie und voilà: Eine dampfende Portion Gulaschsuppe steht vor Ihnen. (S.161)

Kritik:
Natürlich habe ich Kritik: Uwe Metz packt in ein Buch Ideen hinein, die im Normalfall für mehrere Reihen ausreichen würden, das ist Ressourcenverschwendung!
Auch wenn es mir gegen Ende der Geschichte einige Male fast zu viel des Guten wurde, kann ich nicht meckern: ein Metzches Meisterwerk ist wie ein Delikatessenbuffet, von dem man nicht lassen kann, bis man pappsatt vom Stuhl sinkt. So gesehen, war ich einige Kapitel vorm Ende schon satt, aber man kann das Beste doch nicht liegen lassen ;)

Ein Pluspunkt im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Jugendbuchreihen auf dem Markt ist in jedem Fall, dass man die beiden Abenteuer "Schloss Horroscu" und "Im Garten des Schneemenschen" völlig unabhängig voneinander lesen kann, da beiden Bändern zwar die Protagonisten gemein sind, die Handlungen aber komplett für sich allein stehen.

So bin ich voller Neugier auf einen Folge- und Abschlussband, denn es bleiben keine relevanten Fragen zum Fall offen, aber man kann gewiss sein, dass sich die Beziehung zwischen den Mitgliedern der Verborgenen Gesellschaft weiterentwickelt, und wo Hektor Fosch, Gloria von Quast und Ali Ben Rum zugegen sind, kann das Dunkle und Mysteriöse nicht weit entfernt sein!

Aufmachung des Buches:
Das Cover wirkt sehr düster und mysteriös, die Gestaltung passt hervorragend zu der des ersten Bandes, nur die Farbgestaltung weicht vom Vorgänger ab.
Der Geschichte vorangestellt ist ein Dramatis Personae mit den Mitgliedern der Verborgenen Gesellschaft und eine Kapitelübersicht.

Fazit:
Wer auf verrückte Ideen am laufenden Band steht, guten Wortwitz und viel Situationskomik liebt, sollte eine Bildungslücke schließen: Metz steht für die höchste erreichbare Stufe an literarischen Verrücktheiten und Skurrilitäten!

Reiheninfo:
Die Verborgene Gesellschaft 1: Schloss Horroscu
Die Verborgene Gesellschaft 2: Der Garten des Schneemenschen
Die Verborgene Gesellschaft 3: noch ohne Titel und Erscheinungstermin

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