Sonntag, 20. April 2014

[REZENSION] Die Sache mit meiner Schwester

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Die Sache mit meiner Schwester
Autor: Anne Hertz
Verlag: Piper
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten



Autor:
"Anne Hertz" ist ein Pseudonym - und bezeichnet gleich zwei Autorinnen: die Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die 1969 bzw. 1972 in Düsseldorf geboren wurden. Anne Hertz wurde im Jahr 2006 erschaffen, als die beiden ihr Anglistik- bzw. Jurastudium beendet hatten und Journalistinnen wurden. Der erste Roman "Glückskekse" erschien 2006 und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Die romantische Komödie "Sternschnuppen" wurde ebenfalls ein Bestseller. Über den Vorteil des gemeinschaftlichen Schreibens sagen sie: Zu Lesungen können sie zusammen gehen, was viel mehr Spaß mache, oder sie können sich abwechseln. Frauke Scheunemann ist verheiratet und Mutter von drei Töchtern, Wiebke Lorenz ist Single. Sie leben zusammen in einem Haus in Hamburg.



DIE SACHE MIT MEINER SCHWESTER

Inhalt:
Die beiden Schwestern Nele und Heike schreiben unter dem Pseudonym "Sanne Gold" ihre Frauenromane und haben eine große Fangemeinde. Das sie gemeinsam schreiben ist aber schon länger Vergangenheit. Jedes Treffen artet in Streit aus und ihre Bücher schreibt ein Ghostwriter. Das läuft alles gut bis zu einer Talkshow bei der das Geheimnis ans Licht kommt und danach ein schlimmer Unfall geschieht... Meine Meinung: Alleine schon das Cover ist was ganz anderes als man sonst von den Anne Hertz Romane gewohnt ist und doch war ich sehr gespannt auf die Schwesterngeschichte.

Dabei fragt man sich natürlich immer wieder wie viel Realität in der Geschichte der sich nur streitenden Schwestern steckt, denn Anne Hertz sind schließlich auch zwei Schwestern die gemeinsam schreiben. Ich denke hier wird manches doch arg auf die Schüppe genommen. So wird sich im Roman über die Happy End Bücher lustig gemacht und auf die Liebesgeschichten die Anne Hertz sonst so schreiben. Immer in kleinen Spitzen zwischendurch.
Anne Hertz beweisen hier das sie sich selbst und ihre Arbeit auch mit Humor betrachten können und doch ist es den üblichen Romanen recht ähnlich. Es gibt alles was Anne Hertz Leser mögen. Unglückliche Verstrickungen, Humor, Liebe und Herzschmerz sind garantiert, aber im Vordergrund steht keine Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau sondern eine Geschichte über Geschwisterliebe.

Heike ist Familienmama. Sie wohnt in einem eigenen Haus, hat Mann und drei Kinder. Sie lebt Familie. Sie lernt man recht wenig persönlich kennen, liest aber viel von ihr und ihrer Art. genug um sie einschätzen zu können.
Nele ist genau das Gegenteil. Eher flatterhaft und unbeständig. Hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Kinder Fehlanzeige. Aus ihrer Sicht ist dieses Buch geschrieben und so ist es nicht schwer sich in sie hinein zu versetzen.
Beide Schwestern haben eins gemeinsam: Sie möchten gerne das was die Andere hat, wenigstens ein bisschen. Das habe ich recht schnell gemerkt. Vielleicht auch weil es bei meiner Schwester und mir ähnlich ist. Nur zoffen wir uns nicht so.
Der Fokus liegt bei den beiden Schwestern, alle anderen Figuren sind Beiwerk die für den Verlauf der Geschichte wichtig sind. Alle haben eine Persönlichkeit, was mir sehr gut gefällt.

Das Buch fand ich so interessant das ich anfing zu lesen und nicht mehr aufhören wollte. Auch wenn das kaum ein Autor zu hundert Prozent gerne hört hatte ich das Buch recht schnell durch. Der gewohnte flüssig und leicht zu lesende Schreibstil. Die recht kurzen Kapitel und der packende Plot sorgte dafür das dieses Buch unbedingt zu meinen Favoriten gehört.

Das Ende war vorhersehbar wie ich finde, aber die Art wie dahin gefunden wurde macht dieses Buch aus.

Mein Fazit:
Ein Anne Hertz Roman der tief ins Herz geht und mir als Schwester vor Augen führt was wirklich wichtig ist, auch wenn ich das vorher schon wusste.

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