Dienstag, 29. April 2014

[REZENSION] Celeste bedeutet Himmelblau

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Celeste bedeutet Himmelblau
Autor: Brigitte Pons
Übersetzer: -/-
Verlag: Lyx
Reihe: Frank Liebknecht 1
Ausführung: Taschenbuch, 350 Seiten



Autor:
Brigitte Pons wurde 1967 in Groß-Gerau geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Bankkauffrau. 2011 wurde ihr erster Roman veröffentlicht.


CELESTE BEDEUTET HIMMELBLAU

Frank Liebknecht ist der neue Polizist in Vielbrunn und muss sich nicht nur vor den alteingesessenen Bewohner profilieren, sondern auch vor der Kripo, die ihn bisher nur müde belächelt. Als eine männliche Leiche auf dem Feld gefunden wird, sieht er seine Chance gekommen, denn als einziger glaubt er nicht an die Theorie eines Unfalls. Je mehr Frank sich mit dem Fall beschäftigt und je tiefer er gräbt, desto deutlicher wird, dass er tatsächlich eine Chance hat es allen zu beweisen – wenn er nicht selbst zum Opfer wird...

Ein leiser Fluch rutschte über seine Lippen. Die Stille konnte trügerisch sein. Nun musste er wohl oder übel wieder die Splitter auf der Mauer überwinden, um sich zu überzeugen, dass sich wirklich niemand auf dem Gelände befand.
Der geblümte Stoff wallte plötzlich wieder um seine Beine, als das Mädchen sich vor ihn schob, mit einer geschickten Bewegung die Hand durch eine Lücke neben dem Pfosten steckte und die Verriegelung der Durchfahrt öffnete. (S. 266)

Ist Frank Liebknecht wirklich der unerfahrene Polizist und Luftikus für den ihn viele halten oder muss er einfach nur eine Chance bekommen? Zugegeben, auch der Leser hat am Anfang schon so seine Bedenken, ob der junge Mann sich wirklich einmal durchsetzen können wird, aber man ist gewillt dies herauszufinden. Denn charakterlich scheint er mehr als in Ordnung zu sein und ist auf Anhieb sympathisch. Dementsprechend sollte man sich nicht zu sehr beeinflussen lassen und sich selbst ein Bild machen, wie von allem und allen anderen natürlich auch.

Das Geschehen ist verständlich geschildert, dabei aber so verworren aufgebaut, dass man sich wirklich konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren, da man sich zeitweise in anderen Städten und bei anderen Personen befindet. Welche Perspektive gerade angesprochen wird, lässt sich jeweils zu Anfang eines Kapitels finden, wodurch die Orientierung glücklicherweise vereinfacht wird. Dadurch, dass man sich also in einer beobachtenden, fast schon übergeordneten, Sicht wiederfindet, hat man als Leser natürlich den Vorteil mehr zu sehen als der bzw. die Ermittler selber. Doch nicht immer weiß man dieses Wissen richtig zu interpretieren und zusammenzusetzen, weshalb man dann doch wieder auf Hilfe angewiesen ist. Dadurch erhöht sich die Spannung zusehends und lässt einen während des Lesens mehr und mehr die Zeit vergessen.

Brigitte Pons hat eine spannende Geschichte ersponnen, die allerdings auch mit realen Fakten aufwarten kann, wie die Autoren am Ende selbst erläutert.
Es gibt zwei kleine Passagen, die die Geschichte plötzlich vorhersehbar erscheinen lassen. Allerdings gelingt es der Autorin sehr gut und schnell darauf zu reagieren, um das Ruder noch einmal herumzureißen, so dass diese Sequenzen schnell in Vergessenheit geraten.
„Celeste bedeutet Himmelblau“ ist der erste Fall für Frank Liebknecht, quasi seine Bewährungsprobe, die er, zumindest beim Leser, absolut meistert und neugierig auf die Zukunft macht.



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Frank Liebknecht ist Dorfpolizist im kleinen Örtchen Vielbrunn. Er wird zu der Leiche eines Mannes gerufen, die auf einem Feld gefunden wurde. Es könnte ein tragischer Unfall sein, doch Liebknecht glaubt nicht daran und ermittelt auf eigene Faust...

Meine Meinung:
Dieses Buch bestach durch Cover und den Handlungsort im Odenwald. Ein Handlungsort, der mir ein bisschen bekannt ist. Aber vom Handlungsort erlebte man zunächst sehr wenig. Der Ort an dem die Leiche gefunden wurde hätte überall sein können und auch sonst nahm die Autorin sich die ein oder andere künstlerische Freiheit raus. So dass der Odenwald eben nur eine Bezeichnung für irgendeinen Ort war.
Ich kam dank einem flüssigen Schreibstil gut in die Geschichte. Der Höhepunkt ist hier der Fund der Leiche und die Spannung fiel für mich dann doch recht schnell wieder ab. So mochte ich zwar den Polizisten Frank Liebknecht, der sehr unkonventionell ist, aber trotzdem wurde ich mit der Geschichte nicht warm.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht woran es lag und für mich waren es viele verschiedene Punkte:
- Der lasche Umgang mit den Ermittlungen. Nicht von Frank Liebknecht aber von seiner Noch-Chefin und der Kripo. Direkt von Anfang an merkt man die beteiligten Ermittler möchten lieber das Wochenende genießen als der Ursache für den Tod des Hofbesitzers zu kommen. Recht schnell wird gesagt es war ein Unfall obwohl offensichtlich einiges dagegen spricht.
- Die Art von Frank Liebknecht. Auch wenn ich ihn als Mensch sympathisch fand war mir seine Art zu ermitteln zu offen und auch gesetzeswidrig. Er posaunt Ermittlungsergebnisse raus und manchmal war ich am Überlegen ob meine Sympathie eher ein Mitleidsbonus ist, weil er im Ort und auch von Kollegen bei der Kripo eher als Nichts angesehen wird. Er wird nicht Ernst genommen und dabei merkt man als Leser doch das er so unrecht nicht haben kann.
Die Tatsache das es hinterher um eine Sekte geht kam für mich überraschend und wäre, hätte ich es vorher gewusst, auch ein Grund gewesen dieses Buch nicht zu lesen. Deswegen weise ich hier drauf hin. Ich mag solche Krimis und Thriller nicht in denen es um Religion oder Sekten geht. Warum kann ich noch nicht einmal benennen, aber ich habe bisher noch keinen gefunden bzw. gelesen der mir gefiel und somit mache ich um solche Sachen einen großen Bogen.

Es ist der erste Fall von Frank Liebknecht und man merkt schon, dass er sich bereits im Buch entwickelt. Ob ich allerdings zu dem nächsten Fall greifen werde weiß ich noch nicht.

Kommentare:

  1. Ein Krimigeschichte, die sich vom Einheitsbrei doch schon wohltuend abgehoben hat, finde ich.

    Eine nette/mitunter auch harte Dorfgemeinschaft, die es nicht nur beim "Dampfnudelblues" gibt . Sondern überall am Land möglich ist.

    Mir hat der Dorfpolizist Frank Liebknecht in seiner z.T: etwas ungewöhnlichen Art gefallen und es gar viele lustige Stellen im Buch.

    Auch die Wende mit Kirche/Sekte fand ich interessant und hätte ich so am Anfang nicht erwartet. Ein weiterer Pluspunkt für mich persönlich ich liebe regionale Krimis und wenn sie aus Hessen meiner Ex-Heimat kommen, kommt das einfach doppelt gut.

    Also für mich ein spannender/lustiger mit ungewöhnlicher Wende geschriebener Krimi.

    LG..Karin..

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  2. Mit Sekten habe ich auch nichts am Hut. Aber in dem vorliegenden Roman geht es ja um eine tatsächlich existierende Verbrecherbande, die sich zahlloser Menschenrechtsvergehen schuldig gemacht hat. Obendrein entwickelt sich der Plot zunehmend spannend und mit den Wendungen, einfach genial!

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Hallo ihr Lieben,
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