Freitag, 7. März 2014

[REZENSION] Knalltüten


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Knalltüten
Autor: Kerstin Klein
Übersetzer: -/-
Verlag: blanvalet
Reihe: Band 3
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten



Autor:
Kerstin Klein machte zunächst eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin, bevor sie ein Jahr in Griechenland lebte. Danach kehrte sie nach Hamburg zurück und arbeitete bis zur Geburt ihres Sohnes in einem Fachverlag, dann als Journalistin für eine lokale Zeitungsgruppe in der Nordheide. Seit 2000 wohnt Kerstin Klein mit ihrem Mann in einem sehr kleinen Dorf zwischen Hamburg und Bremen, wo sie bis vor zwei Jahren Pferde und Hängebauchschweine gezüchtet hat – und jetzt ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben, nachgeht.


KNALLTÜTEN

Nachdem Alice und ihre beste Freundin Mimi sich eher unfreiwillig auf Jobsuche begeben müssen, finden sie sich bald bei Krischan wieder, der ein Inkasso-Unternehmen leitet. Die beiden Freundinnen sollen ab nun an für ihren neuen Arbeitgeber das Geld eintreiben, die Methoden sind ihm im Großen und Ganzen egal, solange es sich im Bereich der Legalität bewegt. Alice und Mimi kommen schon auf die ein oder andere kuriose Idee, doch ihre Taktik scheint aufzugehen. Allerdings sind unter ihren Kunden durchaus auch zwielichtige Typen, die sich nicht so gerne Vorschriften machen lassen, so dass die jungen Frauen sich mitunter in gefährlichen Situationen wiederfinden. Nicht einmal Alice' Freund, Polizist Nick, kann da noch helfen...


„Ja, also, spannend ist das schon. Aber was machen wir, wenn es nicht funktioniert? Wovon wollen wir unsere Miete zahlen?“
„Ach komm, sei nicht so negativ. Wir werden so etwas wie Detektive, der Wahrheit auf der Spur. Und bestimmt schaffen wir es, die Leute zum Bezahlen zu überreden. Dann kriegen wir richtig viel Geld. Lass es uns versuchen, ja?“ (S. 37)

Schon nach den ersten Sätzen ist man Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Alice voll und ganz erlegen. Mit ihrer munteren, oft euphorischen und manchmal doch sehr naiven Art, schafft sie es sofort in den Kopf des Lesers einzudringen und eine emotionale Bindung herzustellen. Einem ist sofort klar, dass man hier jemanden vor sich hat, der wohl kein Fettnäpfchen auslässt, dabei aber immer noch hinreißend ist und Sympathien mehr als verdient hat. Auch wenn dies schon der dritte Band mit Alice ist, ist er durchaus auch ohne Vorkenntnisse verständlich und nachvollziehbar. Die Charaktere werden dargestellt als sei es das erste Mal, so dass man sich ein sehr gutes Bild machen kann, ohne das Gefühl zu haben wichtige Informationen vorenthalten zu bekommen.

Die zahlreichen, oft sehr kuriosen, Ereignisse halten den Leser durchgängig bei Laune. Manchmal hat man schon den Eindruck, dass einer einzelnen Person doch gar nicht so viel passieren kann, aber Alice beweist immer wieder aufs Neue, dass es doch geht. Kaum hat man sich beruhigt und nach einem Lachanfall wieder gefangen, kann man sicher sein, dass der nächste nicht lange auf sich warten lässt. Es tut einem oft zwar sehr leid, dass man so lauthals über die Situationen lacht, vor allem wenn man sich vorstellt, man wäre selbst in einer solchen, aber man kann es einfach nicht verhindern.

Auch wenn das Geschehen vom Humor beherrscht wird, so findet man nahezu durchgängig aber ebenfalls Spannung. Der neue Job der Freundinnen ist alles andere als ungefährlich und die Situationen, in die sie sich hinein manövrieren sind bei Weitem nicht so durchschaubar wie man zunächst meinen möchte. Hier kommt es immer wieder zu unvorhergesehenen Wendungen, die dem Gesamten nochmals Pep geben.

„Knalltüten“ ist wunderbar komisch auf der einen Seite, aber auch ernsthaft und spannend auf der anderen. Man schließt Alice sofort ins Herz und würde ihr liebend gerne zu Hilfe eilen, wenn sich wieder einmal ein Fettnäpfchen ankündigt, aber leider liegt dies nicht in der Macht des Lesers.


Reiheninfo:
Band 1: Vollmeisen
Band 2: Dumpfbacken

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