Dienstag, 18. Februar 2014

[REZENSION] Linksträger

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Linksträger
Autor: Tim Boltz
Verlag: Goldmann
Reihe: 3/3
Ausführung: Taschenbuch, 313 Seiten



Autor:
Tim Boltz, Jahrgang 1974, schaffte mit seinem Comedyroman-Debüt »Weichei« auf Anhieb den Sprung in die Topriege der deutschen Comedy-Autoren. Die aberwitzige Fortsetzung »Nasenduscher« wurde ebenfalls zu einem Erfolgsbuch. Mit seinem »ulkigen und urkomischen« (BILD) Antihelden Robert Süßemilch legt Boltz immer wieder den Finger in die Wunde der Peinlichkeiten, die jeder kennt und doch nie selbst erleben möchte ... Mit »Linksträger« folgt der dritte Angriff auf die Lachmuskeln.


LINKSTRÄGER

Inhalt:
Robert wird Vater und macht seiner Freundin Jana einen Heiratsantrag als Janas Cousine anruft. Sie heiratet ebenfalls, da sie Jana schon von klein auf vieles nachmacht möchte Jana das diese Hochzeit verhindert wird. Angeblich ist der Bräutigam schwul. Sie setzt Robert darauf an das zu beweisen, dieser tut alles um Nachts wieder schlafen zu können...

Meine Meinung:
Eigentlich wollte ich dieses Buch gar nicht lesen. Den wirklich sympathischen Autor lernte ich auf der Messe kennen und sagte ihm noch dass dieses Buch wohl eher etwas für meine Schwester als für mich ist. Dann kam das Riesen Überraschungspaket und nun wollte ich es natürlich wenigstens anlesen.

Ich wurde positiv überrascht. Auch wenn ich die beiden Vorgänger nicht kenne kam ich sofort in die wirklich witzige Geschichte rein. Manches ist zwar etwas überzogen, aber war es das bei Dick und Doof nicht auch? Und trotzdem hat man gelacht. Gerade zu Beginn musste ich einige Mal lachen. Zum Ende hin zog es sich ein wenig was aber durch witzige Sprüche und Szenen wieder wett gemacht wurde.

Tim Boltz hat einen sehr flüssigen und leicht zu lesenden Schreibstil. Mit seinem Witz schafft er es mich in dieser manchmal etwas unrealistischen Geschichte zu fesseln. Komischerweise störte mich das hier so gar nicht. Es passt einfach zum Plot. Außerdem war es nicht durchgehend so. Es gibt viele viele komische Szenen bei denen die Lachmuskeln sehr beansprucht werden. Die Kapitel sind recht kurz gehalten so das man dieses Buch auch gut zwischendurch lesen kann.

Jana ist schwanger und hat die typischen Gelüste und Hormonschübe die Schwangeren gerne unterstellt werden. Das macht sie mal zum heulenden Bambi und mal zur rasenden Furie. Sie schafft es Robert immer zu Sachen zu überzeugen von denen er nicht überzeugt ist. Sie ist eher eine Hauptfigur die wenig zu Wort kommt, aber wenn dann geht es rund. Identifizieren mochte ich mich mit ihr aber nicht. Sie war mir stellenweise zu fordernd und auch ein wenig nervig. Gut fand ich das sie zu Fehlern stehen konnte auch wenn das recht lange dauert bis es soweit ist.
Robert ist unbestritten die Hauptfigur. Er macht alles für seine Freundin, wenn auch nicht immer begeistert. Als er seine Chance sieht es etwas ruhiger zu haben nutzt er diese ohne zu ahnen auf was er sich einlässt. Er lässt kein Fettnäpfchen aus.
Nora, Janas Cousine und ihr Mann Falco wirken sehr harmonisch. Noras auffallenstes Merkmal ist das sie Sprichwörter durcheinander würfelt, die so einen Sinn ergeben aber nicht den ursprünglichen. Eine witzige Idee. Außerdem ahmt Nora Jana in vielem nach, das macht sie recht unbeliebt bei Jana und ist eigentlich Auslöser der Geschichte. Falco ist ein wenig präsenter, aber trotzdem recht unscheinbar.

Am Ende muss ich sagen das mich dieses Buch sehr gut unterhalten hat. Ich war von Anfang bis Ende begeistert dabei und hatte viele witzige Lesestunden. Hätte ich es nicht gelesen hätte ich sicher nichts vermisst, aber mir wäre ein tolles Buch durch die Lappen gegangen

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