Donnerstag, 27. Februar 2014

[REZENSION] Das Leben mit den dunklen Gedanken: Wie ich meine Depression besiegte

Redakteur: Anette Leister

Titel: Das Leben mit den dunklen Gedanken: Wie ich meine Depression besiegte
Autor: Jochen Schulz
Verlag: Monsenstein und Vannerdat Edition Octopus
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 214 Seiten



Autor:
Jochen Schulz, 22 Jahre alt, depressiv. Vor diesem Satz schrecken sehr viele Menschen zurück. Depressionen sind ein sehr ernstzunehmendes Thema, was bis heute mit der heutigen Gesellschaft in unterschiedliche Meinungen übergeht. Aber was ist das genau eine Depression?
Ein junger Mann erzählt in seinem Buch über diese so weit verbreitete und doch unergründete Krankheit der Psyche und gibt seine persönlichen Erfahrungen, welche er mit der Krankheit gemacht hat, an andere weiter. Mobbing von Klassenkameraden und mehrere persönliche Schicksalsschläge zogen ihm immer mehr in die Spirale der Depression. Das Buch spricht aber auch die schönen und lebenswerten Momente in jedermanns Leben an, wie zum Beispiel verschiedene Erfolgserlebnisse. Jochen Schulz erläutert in seinem Buch diverse Aspekte, medizinisch als auch rein psychisch und aus Erfahrungswerten betrachtet.
All dies erzählt Jochen Schulz aus eigener Erfahrung, sehr emotional und nahe gehend beschrieben.
Mehr über den Autor unter:
http://www.depression-besiegen.com/


DAS LEBEN MIT DEN DUNKLEN GEDANKEN: WIE ICH MEINE DEPRESSION BESIEGTE

Zu dem Buch habe ich aus persönlichen Gründen gegriffen und habe nach dem Lesen nur bereut es (oder ein ähnliches) nicht schon vor vielen Jahren gelesen zu haben.

Der Autor beginnt sein Buch mit einer Einleitung, wie ihm persönlich klar wurde, dass er an einer Depression erkrankt war. Seine Geschichte beginnt am 10. November 2009, als im Fernsehen die Nachricht omnipräsent war, dass Robert Enke auf Grund von Depressionen aus dem Leben geschieden war.
Jochen Schulz war daraufhin wie vor den Kopf gestoßen, gleichzeitig war es für ihn jedoch ein rettender Strohhalm, da ihm endlich klar wurde, was es mit seinen eigenen Gedanken über den Tod, den ständigen Grübeleien und immer wiederkehrenden und grundlosenden Niedergeschlagenheit bei ihm auf sich hatte: er hatte selbst eine Depression!

Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass man über alles reden darf, über einen Herzinfarkt, über Krebs, sogar über Aids kann man offen reden, nur über der Depression liegt eine Hülle des Schweigens. (S.8)

Nach der Einleitung geht Jochen Schulz zunächst auf das Krankheitsbild der Depression ein, so sind die ersten Kapitel etwas trocken und schwierig zu lesen, aber immer noch besser verständlich für den Laien erklärt als so viele Fachzeitschriften oder -broschüren. Da sich die ersten Kapitel beim Lesen für mich etwas zäh gestalteten, sind mir hier verstärkt Fehler und umgangssprachlicher Satzbau aufgefallen. Das Buch nimmt im Verlauf jedoch immer den Charakter eines persönliches Gespräches von Autor zu Leser an, so stört der umgangsprachliche Ausdruck ab einem gewissen Punkt nicht mehr, da das Buch dank dieses Stils authentischer und intensiver erlebt wird und viel mehr unter die Haut geht.

Jochen Schulz spricht viele Aspekte an, die zur Depression führen und diese verstärken können, aber auch jene, die einem mit der Krankheit und ihrer Bekämpfung helfen können. Für den Leser zum Glück, zum Leidwesen für ihn, hat er nämlich diese Erfahrungen alle selbst durchlebt.

Das Buch ist eine sehr geeignete Lektüre über Depression sowohl für Erkrankte als auch deren Angehörige und am liebsten wäre es mir die Mitverursacher dieser Krankheit - Kinder, die andere Kinder aus dummen Gründen mobben, Vorgesetzte und Kollegen, die diese Art von Erkrankung totschweigen - würden scharenweise dieses Buch lesen, aber ich befürchte, gerade in diese Hände wird es nur wenig kommen oder die Betreffenden sind einfach zu blind oder zu selbstsüchtig, um zu sehen, was sie in ihrem tagtäglichen undurchdachten Umgang anderen Menschen antun können.

Wir müssen nicht nur die Krankheit bekämpfen, sondern auch die abscheuliche Art und Weise, wie man mit ihr und den Betroffenen umgeht. (S.9)

Zu Bemängeln hätte ich an der ein oder anderen Stelle nur, dass ich über einige Vorfälle in Jochen Schulz' Leben oder über einige seiner Mitmenschen gerne noch mehr erfahren hätte, aber in Summe ist sein Buch "Das Leben mit den dunklen Gedanken" für mich absolut empfehlenswert!
Wenn es Jochen Schulz mit seinem Buch nur gelingen wollte, dass es einer Person mit einer depressiven Erkrankung besser geht, nachdem er sein Buch gelesen hat, dann hat er dieses Ziel bereits erreicht.
Ich bin ganz sicher, dass die Zukunft einen Weg für ihn bereit halten wird, der es ihm ermöglicht noch vielen Depressionskranken mit Hilfe seiner Erfahrungen den Weg durch ihre dunklen Gedanken zu zeigen.

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