Donnerstag, 13. Februar 2014

[REZENSION] Alles andere als normal

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Alles andere als normal
Autor: Jörg Isermeyer
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 212 Seiten



Autor:
Jörg Isermeyer, geboren 1968 in Bad Segeberg, reiste als Straßenmusiker quer durch Europa. Nach seinem Studium zog er die freie Künstlerlaufbahn einer Universitäts-Karriere vor und lebt heute als Schauspieler, Regisseur, Theaterpädagoge, Musiker und Schriftsteller in Bremen und anderswo. Sein Stück „Ohne Moos nix los“, das im GRIPS-Theater uraufgeführt wurde und die gleiche Geschichte wie in diesem Buch erzählt, erhielt den Berliner Kindertheaterpreis und wurde für den Mühlheimer KinderStückePreis nominiert.


ALLES ANDERE ALS NORMAL

Inhalt:
Lukas ist zwölf und ganz normal. Er hat keine Geschwister und auch sonst passiert nichts aufregendes in seinem Leben. Bis er Jule kennen lernt. Jule die einfach nur Jule ist nicht zu beschreiben. Jule scheint immer Zeit zu haben und verfolgt fremde Personen nur so aus Spaß. Jule die zu ihm kommt und sich wie zu Hause fühlt. Jule die Lukas seltsam findet mit der er aber trotzdem gerne zusammen ist, weil es spannend ist. Bis sie bei ihrem Spiel Fahrraddiebe verfolgen...

Meine Meinung:
Das Buch ist freigegeben ab 12 Jahren und das merkt man auch am Schreibstil und der Sprache. Beides ist recht einfach gehalten. Kurze Kapitel sorgen dafür das die Kids gerne weiter lesen und sich nicht gelangweilt fühlen. Um beide Protagonisten besser auseinander zu halten sind die Kapitel mit dem Namen der jeweiligen erzählenden Figur gekennzeichnet. Außerdem ist Jule ihr Part immer blau unterlegt. Die Geschichte ist recht einfach erzählt. Junge aus "gutem" Hause trifft auf Mädchen von Alleinerziehender und auch überforderter Mutter. Ich fand es ziemlich schwarz weiß, aber doch recht realistisch. Trotzdem denke ich als Mutter das es bestimmt auch Situationen dazwischen, vermutlich wollte der Autor auch den Kindern sehr einprägsam näher bringen. Vielleicht ein wenig zu sehr Klischee, aber ohne diesen krassen Gegenteilen wäre die Story nicht so interessant und klar.

In der Geschichte geht es um Lukas, er wächst überbehütet auf und ist davon eher genervt. Er hat ein Handy damit er sich melden kann wenn etwas ist, hat aber eher das Gefühl das es dafür da ist das seine Mutter ihn anrufen kann wenn er nicht strickt nach Zeitplan zu Hause ankommt. Er ist zwölf und Star Wars Fan. Sein Leben besteht aus Star Wars und für alle die sich in dem Bereich nicht auskennen gibt es dazu am Ende eine Art Glossar um die Begriffe zu erklären. Er selber sieht sich eher als normal und langweilig.
Bis er Jule trifft. Sie ist das genaue Gegenteil und als Erwachsene ahne ich was hinter ihrem auftreten steckt. Ich denke Kids haben diese weitsichtigen nicht. Aber auch so werden sie lesen und merken was mit Jule los ist, denn auch das ist Thema dieses Buches. Sie fühlt sich alleine. Struktur zu Hause gibt es nichts. Es ist nie genug Geld da. Ihre Mutter macht Überstunden die nicht bezahlt werden und regt sich über alles mögliche auf. Außerdem macht sie Versprechungen die sie nicht hält. Jules Bruder ist keine große Hilfe außer beim Entschuldigungen schreiben für die Schule, weil sie auch da nicht klar kommt. Jule Tat mir von Anfang an Leid. Während Lukas nicht zu schätzen weiß was er hat hätte Jule es gerne und bekommt es nicht.

Das Buch zeigt auf das man froh sein kann eher überbehütet zu werden als das fünfte Rad am Wagen zu sein. Außerdem geht es um Freundschaft, Ehrlichkeit und Zusammenhalt. Ich denke das Buch ist sowohl für Kids aus "heilen" Familien wie Kinder aus Problemfamilien. Beide Seiten können voneinander lernen.

Ein Buch das unterhaltsam und witzig ist, aber auch ein wenig den erhobenen Finger zeigt. Eher für Kids als für Erwachsene, aber deswegen ist es ja auch ab 10 Jahren.

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