Samstag, 4. Januar 2014

[REZENSION] Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch
Autor: Sabine Zett
Übersetzer: -/-
Verlag: blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Sabine Zett wurde 1967 geboren und ist in Westfalen aufgewachsen. Nach dem Abitur machte sie ein Volontariat bei der örtlichen Tagezeitung und arbeitete danach mehrere Jahre als Journalistin in verschiedenen Redaktionen. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder begann sie, Theaterstücke, Hörspiele und Bücher zu schreiben und eroberte mit ihrer vielfach ausgezeichneten Jugendbuchreihe um den frechen »Hugo« nicht nur die Herzen von kleinen und großen Lesern, sondern auch die SPIEGEL-Bestsellerliste. Sabine Zett lebt mit ihrer Familie am Niederrhein.


TAUSCHE SCHWIEGERMUTTER GEGEN GOLDFISCH

So wirklich zurecht kommt Elisa nicht mit dem Älter werden. Ihr „Pubertäts-Alien“ tanzt ihr mehr und mehr auf der Nase herum und ihre Schwiegermutter bringt sie schier um den Verstand. Schließlich hat Elisa auch noch das Gefühl, ihr Mann betrügt sie mit einer Jüngeren. Warum sonst führt er plötzlich so häufig heimliche Telefonate und muss überraschend auf Dienstreise – natürlich in Begleitung ebenjener jungen Kollegin. Irgendwann beschließt Elisa sich nicht mehr auf der Nase herum tanzen zu lassen, sondern geht in die Offensive...

Damals war ich noch die streitbare Schwiegertochter gewesen, die klipp und klar gesagt hatte, dass mir die Wennel'sche Tauftradition schurzpiepegal sei und ich das Taufkleid hässlich, altmodisch und viel zu albern für meinen kleinen, süßen Sohn fand.
Meine Rede kam echt gut an, sie sorgte noch im Nachhinein für eine Superstimmung auf der Feier! (S. 22)

Jeder kennt das Problem. Man möchte sich nicht mit dem Thema Alter auseinander setzen, doch es kommt unweigerlich der Punkt, an dem man die Augen nicht mehr davor verschließen kann. So geht es auch Elisa, die in diesem Fall stellvertretend das Los gezogen hat.

Es scheint zunächst als würde sie schnell kapitulieren und resignieren, doch weit gefehlt. Schnell reißt sie das Ruder herum und nimmt die Dinge selbst in die Hand. Humorvoll und äußerst charmant erzählt sie dem Leser ihre Geschichte und nimmt ihn mit durch ein Wechselbad der Gefühle, wie man es selten erlebt hat. Egal in welchem Alter man selber während des Lesens ist, man kann sich absolut in die Schilderungen hineinversetzen und ist oft froh, in diesem Moment nicht an Elisas Stelle zu sein.

Am Sonntagmorgen wurde ich vom Klingeln meines Handys geweckt. Männer sind Schweine. Aha. Mein Ehemann rief mich endlich an.
„Ich bin's. Wie läuft's?“ sagte er fröhlich.
„Bestens“, antwortete ich.
Nur dass du wahrscheinlich eine Affäre mit deiner Marketingtussi hast, dich selten wie nie gemeldet hast, morgen mein neuer Job beginnt, mich ein anderer Mann geküsst hat und ich mir die ganze Zeit überlege, ob ich nach einer Scheidung das Haus behalten möchte oder doch eine Wohnung nehme. (S. 214)

Kaum dass man glaubt eine Katastrophe überstanden zu haben, bahnt sich schon die nächste an. Man sollte sich also niemals so ganz in Sicherheit wiegen, was seltsame Vorkommnisse angeht. Dieses Gebiet scheint für die Autorin unerschöpflich, was auch gut so ist, denn so bleibt Schwung im Geschehen und es wird nicht langweilig. Diese Gefahr besteht generell nicht, da der Erzählstil so mitreißend ist, dass man quasi an den Lippen der Erzählerin hängt und sich überhaupt nicht mehr losreißen möchte.

Bis zum Schluss gibt es zahlreiche Wendungen, so dass man erst am Ende weiß, wo die Reise nun hingehen sollte. Zwischenzeitlich stellt man natürlich die ein oder andere Überlegung an, diese werden dann aber meist doch wieder zunichte gemacht, da bereits die nächste Überraschung vor der Tür steht, die man zwangsläufig nicht in die eigenen Schlussfolgerungen einbezogen hat.

„Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch“ ist eine herzerfrischende, leichte Lektüre, die jedoch sehr viel mehr bietet, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Man sollte die Geschichte keineswegs nach dem Cover beurteilen, sondern ihr die Chance geben zu zeigen was in ihr steckt.

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