Donnerstag, 30. Januar 2014

[REZENSION] Stirb leise mein Engel

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Stirb leise mein Engel
Autor: Andreas Götz
Verlag: Oetinger Verlag
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Hardcover, 368 Seiten



Autor:
Andreas Götz, geboren 1965, studierte Germanistik und arbeitet als freier Autor von Hörspielen für mehrere Rundfunkanstalten, als Journalist und Übersetzer. "Stirb leise, mein Engel" ist sein erster Jugendroman.



STIRB LEISE MEIN ENGEL

Inhalt:
Drei Mädchen haben sich selbst getötet. Alle drei starben durch Zyankali. Da nichts auf Fremdverschulden hindeutet ermittelt die Polizei nicht weiter, aber so ganz stimmt das Denken der Polizei nicht, denn die Mädchen wollten nicht alleine in den Tod gehen, sie wollten es mit Tristan ihrer großen Liebe tun, nur spielt dieser ein falsches Spiel...

Meine Meinung:
Stirb leise mein Engel gefiel mir schon alleine durch das Cover. Auch wenn dieses schon ein wenig an die Bücher von einem anderen großen Autor erinnern ist es aber auch sehr auffällig und drückt die Trauer aus, die durch bzw. in dieser Geschichte hervorgerufen wird.

Die Kurzbeschreibung macht dann Neugierig auf den Inhalt. Von gemeinsamen Selbstmord habe ich schon gehört im Fernsehen. Bücher in der Richtung habe ich bisher nicht gelesen. So war ich sehr gespannt darauf wie dieses doch recht sensible Thema umgesetzt wurde.

Man muss sagen, dieses Buch soll natürlich unterhalten, aber es zeigt auch auf was passieren könnte wenn der Selbstmordpartner dann einen Rückzieher macht. Doch ist die Geschichte hier noch etwas anders, denn hier ist dieser Partner hinterhältig und verfolgt einem Plan.
So sterben gerade am Anfang viele Mädchen und alles ist recht rasant. Man muss regelrecht Angst haben vor dem Täter, denn es scheint kaum Zeit zwischen den Selbstmorden zu sein. Etwas unglaubwürdig fand ich das der Polizei in einer Stadt nicht auffällt wenn drei Mädchen in einem Alter sich umbringen. So scheint es zumindest. Ansonsten aber wirkt die Geschichte von Anfang bis Ende real und hat auch nicht zu viel oder zu wenig Tempo.
Das bedeutete aber auch das der Anfang zwar interessant zu lesen war aber so ein wenig vor sich hin dümpelte. Erst etwa ab dem ersten Drittel des Buches stieg die Spannung stetig an und gipfelte am Ende.

Der flüssige und leicht verständliche Schreibstil macht das Lesen hier sehr leicht. Dazu ist der Text unterschiedlich dargestellt. Einmal aus Sicht von Protagonist Sascha und einmal aus Sicht des Täters. Außerdem noch wenn es um Briefe oder ähnliches geht. So bleibt auch alles sehr übersichtlich. Die Kapitel sind unterschiedlich lang und ich habe mich zwischendrin mal gefragt nach welchem Schema ein Kapitel aufhört und ein neues anfängt. Das wirkte für mich willkürlich. Störte mich aber nicht.

Die Figuren haben recht viel Tiefe. Am besten lernt man Sascha kennen, Ein Junge der eins der Mädchen, das sich umgebracht hat kennt. Er kämpft noch mit dem plötzlichen Tod seines Vaters als er sich schon wieder mit dem Sterben konfrontiert sieht. Sascha ist ein sehr vernünftiger Teenie, zu Beginn etwas überängstlich. Er bemuttert seine Mutter nicht umgekehrt. Im Laufe der Geschichte verliert er aber seine Ängstlichkeit ein wenig und macht Sachen mit denen man nicht gerechnet hätte. Sie passen teilweise auch nicht zu ihm.
Seine Nachbarin und Freundin ist Joy, gerade frisch hinzugezogen verstehen die Beiden sich Prima und fangen an selber auf Spurensuche zu gehen. Joy ist die flippigere von den Beiden, aber auch sie schlägt nie wirklich über die Strenge.
Etwas komisch fand ich die Mütter in diesem Buch. Sei es die Mutter von Sascha, der scheinbar die Karriere wichtiger war wie ihr Sohn oder auch die Mutter von Joy die sie sogar dazu drängt wegzugehen und sich zu verlieben so wie die Mutter selber es wohl sehr häufig macht. Beide Mütter sehe ich nicht als die idealen Vorbilder. Fehler hat jeder das ist normal, aber manches war hier doch recht zweifelhaft. Das typische Beispiel von: Die Kinder wollen nicht so werden wie die Eltern.

Recht früh gab es eine Teilauflösung. Der Autor versucht den Leser zunächst auf eine falsche Spur zu bringen, so dass man nicht mehr sicher sein kann ob man richtig liegt mit seinen Vermutungen.Das macht die Geschichte nochmal extra spannend und diese kleine Auflösung störte mich da gar nicht, denn es passierte trotzdem noch einiges. Der Autor schrieb hier ein sehr ausführliches Ende, was ich für die Geschichte sehr gut fand. Er zeigt wie es weiter geht und was noch passiert. Sicher hätte nach dieser Auflösung Ende sein können, aber dann hätte etwas gefehlt.

Mein Fazit: Ein Jugendthriller der ein sensibles Thema aufgreift und nicht nur unterhält sondern auch zeigt das es nicht immer so läuft wie man sich es vorstellt.

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