Montag, 6. Januar 2014

[REZENSION] Sag, es tut dir leid

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Sag, es tut dir leid (OT: Say you're sorry)
Autor: Michael Robotham
Übersetzer: Kristian Lutze
Verlag: Goldmann
Reihe: Joe O'Loughlin 6
Ausführung: Broschur, 480 Seiten



Autor:
Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner eigenen Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international für Furore und wurde mit mehreren Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.


SAG, ES TUT DIR LEID

Die Freundinnen Piper und Tash verschwanden vor drei Jahren. Inzwischen geht niemand mehr davon aus, dass sie einfach abgehauen sind. Und auch, dass sie leben, scheint mehr als fraglich. Als eine Leiche in einem zugefrorenem See gefunden wird, stellt sich schnell heraus, dass es sich um eins der beiden Mädchen handelt. Doch wo kam sie her und wo ist ihre Freundin? Der Psychologe Joe O'Loughlin soll der Polizei helfen den Täter zu finden. Wird dies gelingen bevor noch eine zweite Leiche auftaucht?

Wir lagen aneinandergekettet auf dem Bett, sahen fern und warteten auf Neuigkeiten. Derweil guckte auch der Rest des Landes in die Glotze und wartete auf Neuigkeiten. Jeder gab seinen Senf dazu. Jedes Gerücht wurde analysiert. Laut einer Geschichte waren wir von einem Internet-Pädophilen entführt worden. Er hatte uns online in einem Chatroom kennengelernt und uns dazu gebracht, uns auszuziehen. Von wegen! (S. 27)

Während die Polizei und Joe O'Loughlin fieberhaft versuchen herauszufinden, ob noch Hoffnung für das vermisste Mädchen besteht und den Tathergang zu konstruieren, bekommt der Leser diverse Informationen von dem Opfer selber. Sie beschreibt ihre Gefangenschaft, wie es dazu kam und vieles mehr. Da sie aber selber nicht weiß wie ihr Entführer heißt, hat der Leser im Grunde gar keinen so großen Wissensvorsprung was die Lösung angeht. Das ist natürlich insofern gut, als dass die Spannung dadurch in hohem Maße erhalten bleibt. Andererseits sind die Perspektivwechsel ebenfalls hilfreich, um Spannung aufzubauen, wenn beispielsweise deutlich wird, wie nah die Ermittler dem Mädchen sind, es aber trotzdem nicht zu fassen bekommen. Die Spannung steigert sich dadurch mitunter ins Unermessliche, so dass der Sog, der den Leser immer tiefer in die Geschichte hineinzieht, noch stärker wird.

Lieber schöner Daddy und die Eisprinzessin,
wenn ihr diesen Brief findet, bin ich weg. Vielleicht habe ich mich bis dahin umgebracht. Vielleicht stelle ich mich aber auch dafür zu blöd an. Ich vermassele ja eh immer alles. So oder so bin ich nicht mehr euer Problem. Jetzt kannst du glücklich sein, Mum. (S. 280)

„Sag, es tut dir leid“ ist der sechste Band mit dem Psychologen Joe O'Loughlin, der immer wieder Fälle mit der Polizei lösen soll und muss, obwohl er dem eigentlich immer wieder abgeschworen hat. Es ist jedoch durchaus möglich, diesen Band unabhängig von den anderen zu lesen und zu verstehen, da die Handlung an sich abgeschlossen ist und wichtige Informationen kurz wiederholt werden, so dass man im Bilde ist. Wer jedoch prinzipiell alles von den Hauptprotagonisten wissen möchte, sollte natürlich die gegebene Reihenfolge einhalten, um kein Detail zu verpassen.

Die Geschichte packt den Leser sofort. Durch die eingeschobenen Erläuterungen des entführten Mädchens bleibt das Geschehen ständig im Fluss und baut immer weiter Spannung auf. Man ist sich bis zum Ende nicht sicher wie das Ganze ausgehen wird, da es ständig neue Überraschungen gibt, die bei der Lösung bedacht werden müssen. Ein durch und durch gelungener und empfehlenswerter Thriller.


Reiheninfo:
Band 1: Adrenalin
Band 2: Amnesie
Band 3: Dein Wille geschehe
Band 4: Todeswunsch
Band 5: Der Insider

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