Dienstag, 14. Januar 2014

[REZENSION] Liebe macht Anders

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Liebe macht Anders
Autor: Karen-Susan Fessel
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: Herzblut
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Broschur, 176 Seiten



Autor:
Karen Susan Fessel arbeitet als freie Schriftstellerin, Journalistin, Lektorin und Dozentin für Schreibseminare. Für ihre Romane erhielt sie bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter „Die besten 7 Bücher für junge Leser“ und den „Rosa Courage!-Preis“.


LIEBE MACHT ANDERS

Anders ist gerade mit seiner Familie umgezogen und kommt neu in die Klasse. Die Mädchen liegen ihm sofort zu Füßen, den Jungen schmeckt dies ganz und gar nicht. Somit beginnt Robert gezielt in Anders' Vergangenheit zu forschen, wer der Typ ist. Doch es scheint keine Vergangenheit zu geben, zumindest keine, die sich entdecken lässt. Robert gibt jedoch nicht so leicht auf und droht bald schon auf ein Geheimnis zu stoßen, das Anders und seine Familie lieber nicht aufgedeckt wüssten. Denn es ist nicht vorhersehbar, welche Konsequenzen dies für Anders haben wird...

Alle schwiegen. Pascal hat den Eindruck, als hielte die gesamte Klasse die Luft an. Eine nervöse Spannung liegt in der Luft. Anders und Robert sehen sich an, über Pascal hinweg, der sich zwischen ihnen zusammengeduckt hat. Die Luft zwischen ihnen scheint fast zu vibrieren, ein Strom fließt, knisternd, gefährlich. (S. 53)

Im Vorfeld erhält der Leser sofort einen Einblick in den Schluss der Geschichte. Allerdings nicht so, als dass man sofort wüsste was vorgefallen ist und aus welchem Grund, Vielmehr gibt es nur kurze Sequenzen beziehungsweise Aussagen von einigen handelnden Personen, woraus nicht ersichtlich ist worum es genau geht. Dadurch wird man sofort neugierig gemacht und versucht natürlich die ganze Zeit über herauszufinden worauf das Geschehen hinauslaufen wird.

Generell spielt die Autorin gekonnt mit den Perspektiven. Die Haupthandlung wird aus der beobachtenden Perspektive erzählt und erlaubt dem Leser einen umfassenden Überblick zu erlangen, über Personen sowie das gesamte Handlungsumfeld. Des Weiteren gibt es immer wieder kurze Einwürfe, in denen Mitschüler von Anders oder seine Schwester auf die Situation eingehen, die jeweils zuvor beschrieben wurde und ihre persönliche Eindrücke preisgeben. Dadurch werden bestimmte Ereignisse von zwei Seiten beleuchtet, wodurch man sich noch einmal mehr in die Situation hineindenken kann und sich mit den einzelnen Puzzleteilen ein Gesamtbild bastelt.

Thematisch ist das Buch überhaupt keine leichte Kost. Und doch schafft die Autorin es, einfühlsam mit diesem doch recht außergewöhnlichen Thema, das man selten bis gar nicht in der unterhaltenden Literatur findet, umzugehen, ohne dabei jedoch Partei zu ergreifen. Gerade diese Objektivität wirkt sich positiv darauf aus, den Leser zu fesseln und mitzureißen.

Spannungstechnisch gesehen liegt ein solider Roman vor, der einige Elemente der Spannungsliteratur zu bieten hat. Dennoch gibt es kleinere Schwachstellen, da beispielsweise die Kontinuität nicht immer gegeben ist. Trotz des recht geringen Umfangs treten an ein, zwei kleinen Stellen langatmige Passagen auf, die die Handlung zum Stocken bringen und somit auch das Spannungsniveau sinken lassen.

„Liebe macht Anders“ ist im Kosmos Verlag in der neuen Jugend-Reihe „Herzblut“ erschienen. Im Großen und Ganzen handelt es sich um ein empfehlenswertes Buch, für das man jedoch eine gewisse Reife haben sollte, um die Aussage und auch die Thematik in ihrer Gänze verstehen und nachvollziehen zu können.

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