Dienstag, 21. Januar 2014

[REZENSION] Das Jahr der Kraniche


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Jahr der Kraniche
Autor: Christiane Sadlo
Übersetzer: -/-
Verlag: blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 416 Seiten



Autor:
Christiane Sadlo studierte in Freiburg und München Anglistik, Germanistik und Jura. Danach arbeitete sie als Regie- und Dramaturgieassistentin, Dramaturgin und als Journalistin für die Süddeutsche Zeitung, Cosmopolitan und den Bayerischen Rundfunk. Seit 1991 schreibt Christiane Sadlo äußerst erfolgreich für Film und Fernsehen. Aus ihrer Feder stammen unter anderen viele Drehbücher für Fernsehserien wie Schloss Hohenstein, die Rosamunde-Pilcher- sowie die Inga-Lindström-Verfilmungen im ZDF.


DAS JAHR DER KRANICHE

Laura hatte sich eigentlich geschworen nie wieder einen Mann in ihr Leben zu lassen. Doch dann trifft sie Jan, alle Vorsätze sind vergessen und nicht lange nach dem Kennenlernen läuten schon die Hochzeitsglocken. Jan möchte mit seiner frisch gebackenen Frau in sein Elternhaus in der Uckermark ziehen. Dort angekommen fühlt Laura sich sofort heimisch, doch dann beginnen die Albträume. Es scheint als sei in diesem Haus etwas schreckliches geschehen und dass auch Laura in Gefahr ist. Welches Geheimnis rankt sich um Jan, das er so vehement für sich behalten will?

Längst war die Last seiner Vergangenheit zu einem selbstverständlichen Teil seines Lebens geworden. Er hatte sich an sie gewöhnt, hatte sie akzeptiert als etwas, das zu ihm gehörte, das er bis ans Ende seiner Tage mit sich herumtragen würde. (S. 29)

Quasi als Prolog bekommt der Leser zunächst einen echten Brocken vorgesetzt, der nicht so leicht zu verdauen und daher hintergründig immer präsent ist. Erst danach startet die Geschichte einige Zeit vor den eben erwähnten Geschehnissen. Auf Grund dessen, dass man aber die Darstellung aus dem Prolog noch immer im Hinterkopf hat, kann man sich schwerlich auf die nun folgende Idylle einlassen. Irgendwie scheint sich etwas zu verstecken, das nur darauf wartet, dass man sich zu sicher fühlt. Man analysiert die Ereignisse und Personen haargenau, um auch ja keinen Hinweis zu übersehen. Denn das nicht alles so harmonisch ist wie es einem weisgemacht werden soll, wird schnell deutlich.

Geschrieben ist das Buch aus der beobachtenden Perspektive, wodurch es leichter wird zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu wechseln, was ab und an vorkommt, um wichtige Hintergrundinformationen zu erhalten. Von Zeit zu Zeit mischen sich die Gedanken der Hauptpersonen Jan und Laura unter die Zeilen. Um die Abgrenzung deutlich zu machen, sind diese kursiv gedruckt. Durch diese Einwürfe wird das Geschehen lebendiger und es fällt leicht sich vorzustellen selber vor Ort zu sein.

Auf Grund des Einstiegs braut sich ganz langsam eine düstere Atmosphäre zusammen, die nur darauf wartet ihr Opfer zu überrumpeln. Durchweg wird Spannung aufgebaut, um schließlich in einem fulminanten Finale zu enden. Oft wird versucht den Leser auf den Holzweg zu schicken, was durchaus manches Mal gelingt, hin und wieder aber auch vorhersehbar ist und somit vereitelt werden kann.

„Das Jahr der Kraniche“ birgt eine gut gestrickte Geschichte, die sowohl nervenaufreibend ist als auch emotional stark berührt. Kaum hat man sich versehen ist die Nacht bereits um und das Buch geht seinem Ende entgegen, dem Sog kann und will man sich nicht entziehen.

Kommentare:

  1. Hallo Annette,
    was für eine tolle Rezension. Jetzt hast du mich total neugierig gemacht, das Buch ist erst mal auf meine Wunschliste gewandert und wird sicherlich gelesen, da ich ja auch bei der blanvalet-Challenge mitmache.

    LG
    Sabine

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    1. Ich gebs mal weiter - Chrischi macht doch hier auf dem Blog bei der Challenge mit ;)

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Hallo ihr Lieben,
schön, dass ihr uns in der Lies-und-Lausch-WG besucht. Wir freuen uns über jeden Kommentar von Euch :)
Viele Grüße die Katze mit Buch und ihre Mitbewohner