Donnerstag, 31. Oktober 2013

[REZENSION] Die Liste der vergessenen Wünsche

Redakteur: Anette Leister

Titel: Die Liste der vergessenen Wünsche (OT: Once upon a list)
Autor: Robin Gold
Übersetzer: Carolin Müller
Verlag: Blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Klappenbroschur, 352 Seiten



Autor:
Robin Gold (geboren 1974) wollte sich schon als Kind all ihre Herzenswünsche erfüllen. Sie arbeitete zunächst beim Film, bevor sie ihren größten Traum wahr werden ließ: Schriftstellerin zu werden. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihrem kleinen Sohn und elf Fahrrädern in Chicago.


DIE LISTE DER VERGESSENEN WÜNSCHE

Inhalt:
Sebastian ist wahrhaftig ein Traummann: er ist unheimlich aufmerksam und liest Clara ihre Wünsche von den Augen ab. Doch dieser Traum vom Leben mit dem perfekten Mann verwandelt sich eines Tages in einen Alptraum als Sebastian nur wenige Wochen vor ihrer geplanten Hochzeit stirbt.
Clara verliert allen Lebensmut und zieht sich in ein Schneckenhaus zurück. Ihre Mutter schafft es mit viel Überredungskunst und Hartnäckigkeit Clara zum Thanksgiving in den Kreis ihrer Familie zu holen, wo eine Überraschung auf sie wartet: ein Päckchen an sie adressiert, in dem sich eine "Zeitkapsel" befindet, eine Schulaufgabe, die ihr vor über zwanzig Jahren von ihrer damaligen Lehrerin gestellt wurde. Darin befindet sich unter anderem eine Liste mit Dingen, die Clara vor ihrem 35. Geburtstag machen wollte. 35 deshalb, weil ihr Vater mit 35 an einem Herzinfarkt starb, und Clara damals dachte, das Leben wäre in diesem Alter vorbei.
Von einem zufälligen Treffen überrumpelt, hakt sie ohne vorherige Planung einen Punkt ihrer Liste ab und ist davon so beflügelt, dass sie ihre Liste als Rettungsanker sieht, der sie zurück ins Leben holen soll. Auf dem Weg die Liste bis zu ihrem 35. Geburtstag durchzuarbeiten, findet sie alte Freunde wieder und ihre Sicht auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben verschiebt sich.

Kritik:
"Die Liste der vergessenen Wünsche" gehört für mich eindeutig in die Kategorie "Wohlfühlbuch", so dass ich kleine Mängel wie vorhersehbare Wendungen oder das flotte Abhaken einiger Punkte auf Claras Liste unter den Teppich kehre.
Robin Gold punktet mit einem netten Schreibstil und sympathischen Charakteren, allen voran weder die Hauptprotagonistin noch ihr verstorbener Ehemann, der Fokus liegt auf ihrer verständnisvollen und herzlichen Familie - Mutter Libby und ihr älterer Bruder Leo - und einem Schulfreund aus der Kindheit. Es tut so gut zu lesen, wie stark der Zusammenhalt in Claras Familie auch in den schwersten Zeiten ist, denn für Claras Trauer und ihre Reaktionen gegenüber anderen Verständnis aufzubringen fällt nicht immer einfach, wenn man nicht selbst einmal so eine traurige Lebensphase hat durchmachen müssen.

"Glaub mir, Clara-Keks... Ich weiß, was du gerade durchmachst. Ich habe einen Ehemann verloren. Ich weiß, wie schwierig Feiertage sind. Und ich weiß, wie sehr es dich schmerzt, dass Sebastian nicht mehr da ist. Das weiß ich wirklich. Aber ich sage dir jetzt mal was: Ob es dir gefällt oder nicht, du musst dein Leben irgendwann wieder auf die Reihe bekommen und weitermachen. Und glaub mir, es wird dir viel leichter fallen, wenn du aufhörst, dich von allem so abzuschotten. Du musst die Menschen, die dich lieben, wieder an dich ranlassen, anstatt darauf zu beharren, das alles allein durchzustehen." (S.24)

Neben den zwischenmenschlichen Beziehungen und der Trauer spielen auch ganz alltägliche, profane Probleme eine Rolle, mit denen man sich auch in  Zeiten tiefster Trauer beschäftigen muss, ob man will oder nicht. So muss Clara sich unter anderem damit auseinandersetzen, ob sie ihren bisherigen Job bald wieder aufnehmen kann und will, oder ob sie in der Zukunft andere berufliche Pfade beschreiten möchte.
Teilweise bedient sich Robin Gold einer fast schon absurden Situationskomik, die einem auch in Momenten, in denen Clara verzweifelt an der Erfüllung ihrer Liste arbeitet, ein Lächeln abringen können. So gestaltet sich der Punkt ihrer Liste, ihrem Bruder eine Blockflöte wiederzubeschaffen, die sie als Kind im Garten vergraben hat, als sehr widerspenstig und beschwört fast einen schweren Streit mit ihrer Mutter herauf.
Gegen Ende der Geschichte geschieht noch eine Wendung, die man so nicht erwartet hätte und die es zum Ende hin noch einmal sehr spannend macht, wie es mit Clara und ihren Lieben weitergehen wird.

Aufmachung des Buches:
Die Farb- und Covergestaltung des Buches ist genauso so nett wie Robin Golds Schreibstil. Das Buch ist aufgebaut in einen Monatscowndown von der Entdeckung der Liste bis kurz vor Claras Geburtstag, die den Leser noch mehr mitfiebern lässt, ob Clara es schafft die Liste bis zu ihrem 35. abzuarbeiten. Im Inneren der Klappen setzt sich das Konzept mit der Liste weiter fort: hier sind kleine Notizzettelchen abgebildet, auf denen jeweils einer der Wünsche von Claras Liste zu lesen ist. Am Ende der betreffenden Kapitel sind abschließend zudem die Wünsche ausgestrichen abgedruckt, die Clara umgesetzt hat.

Fazit:
Hier bekommt die Protagonistin ihre Liste zwar nicht von einer verstorbenen Person, sondern aus ihrer eigenen Vergangenheit zugeschickt - ihrem 10jährigen Ich -, aber ansonsten sind Parallelen zu beispielsweise "PS. Ich liebe dich" oder "Für immer dein Dad" nicht zu verleugnen und mit bestenfalls kleinen Einschränkungen Fans dieser Bücher ans Herz zu legen.
Man bekommt genau das, was man erwartet: Ratschläge alte Freunde nicht abzuweisen in tiefer Trauer, durch den Blick in die Vergangenheit die Zukunft darüber nicht zu vergessen und Glück zuzulassen, wenn es nach einem schweren Schicksalschlag wieder in das Leben tritt. Das Ganze ist verpackt in eine liebenswerte Geschichte mit Charakteren, die man ins Herz schließen muss.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

[REZENSION] Korrupt (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Korrupt
Autor: Robert Kviby
Sprecher: Simon Jäger
Übersetzer: Lotta Rüegger, Holger Wolandt
Verlag: DAV
Reihe: Annie und Max Lander 1
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 386 Minuten, 5 CDs



Autor:
Robert Kviby, geboren 1976, lebt in Stockholm und ist Geschäftsführer einer Medienfirma. Korrupt ist sein Debütroman und der erste Teil der Serie um Annie und Max Lander. Korrupt wurde 2012 in Schweden veröffentlicht.

Sprecher:
Simon Jäger, geboren in Berlin. Schon seit seiner Kindheit arbeitet Jäger erfolgreich als Sprecher. Bekannt ist er vor allem als Synchronstimme von Matt Damon, Luke Wilson oder Heath Ledger. Darüber hinaus arbeitet er als Dialogregisseur und Synchronautor. Für seine Leistungen als Sprecher im Hörspielbereich wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. So auch im Jahr 2008 mit dem Hörspiel Award als Bester Sprecher in einer Hauptrolle.


KORRUPT

Annie Lander ist Polizeireporterin mit Leib und Seele. Wenn sie sich einmal festgebissen hat, lässt sie so schnell nicht locker. Dies wird ihr nun allerdings zum Verhängnis. Eine Mordserie an Prostituierten hat Annies Interesse geweckt, und sie ist fest entschlossen Licht ins Dunkel zu bringen, denn es scheint nicht so, als würden die Morde jemals aufgeklärt werden. Während der Recherchen begibt sie sich jedoch in Kreise, die vor nichts zurückschrecken und in denen man niemandem trauen kann, nicht einmal der Polizei. Je tiefer Annie gräbt, desto gefährlicher wird es, doch sie will nicht aufgeben. Plötzlich verschwindet sie spurlos – und ihr Mann gerät unter Verdacht...

Gleich zu Beginn des Hörbuchs spürt man eine angespannte und leicht düstere Atmosphäre, die sich quasi als Basis durch das gesamte Geschehen zieht. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Handlung sich gerade positiv entwickelt oder eher unschöne Wendungen nimmt. Unterschwellig wird weiterhin der erste Eindruck wahrgenommen, wodurch sich gewissermaßen eine durchgängige Konstante ergibt.

Immer wieder hört und liest man, sowohl real als auch fiktional, dass es Menschen gibt, die käuflich sind. Hier wird das Thema ausführlich behandelt, inwiefern und wie nahe es an die Realität heranreicht, darüber möchte man keine Aussage tätigen. Die Darstellungen sind durchaus authentisch und man kann sich gut vorstellen, dass sich das ein oder andere Ereignis tatsächlich so abspielen könnte. Das liegt mitunter an den Charakteren, die glaubwürdig und lebendig sind, aber auch an der Handlung als solche, die nicht überzogen erscheint.

Der Spannungsaufbau ist enorm und nimmt von Minute zu Minute zu. Bald weiß man selber nicht mehr was und wem man noch glauben kann. Geschickt werden Irrwege und Fallen eingebaut, um den Hörer auf eine falsche Fährte zu locken. Oftmals gelingt es nicht, dies frühzeitig zu erkennen, so dass man bereitwillig den verkehrten Weg einschlägt. Zum Ende hin lichtet sich das Feld jedoch immer weiter und man beginnt, das wahre Ausmaß des Geschehens zu realisieren. Ob man es je in seiner Gänze erfassen und verarbeiten kann, muss jeder für sich entscheiden. Nahezu alle offenen Fragen werden beantwortet, dennoch bleibt noch immer Platz, um seine eigene Fantasie und Kreativität einzusetzen, was sehr positiv zu bewerten ist.

Simon Jäger liest „Korrupt“ nicht nur, er lebt die Geschichte. Er ist gleichzeitig alle und keiner, Gut und Böse, allwissend und unwissend. Zur, bereits sehr guten, schriftlichen Darstellung des Autors kommt nun die grandiose Umsetzung des Sprechers, wodurch der Hörer absolut gefesselt wird und trotz einer Länge von etwa 386 Minuten das Gefühl hat, die Zeit würde rasend schnell vergehen.

„Korrupt“ ist der erste Teil einer Serie um Annie und Max Lander. Nachdem die letzten Sekunden verklungen sind, kann man das Erscheinen weiterer Geschichten kaum abwarten.

Dienstag, 29. Oktober 2013

[REZENSION] Wir in drei Worten

Redakteur: Anette Leister

Titel: Wir in drei Worten (OT: You had me at Hello)
Autor: Mhairi McFarlane
Übersetzer: Karin Dufner, Ulrike Laszlo
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: -/-
Ausführung: Klappenbroschur, 496 Seiten



Autor:
Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist in Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Bevor sie sich dort niederließ und als Journalistin arbeitete, studierte sie an der Universität Manchester. Mhairi kennt den Ort, an dem Rachel und Ben sich kennenlernen, also wie ihre Westentasche. Und wie ihre Figuren liebt sie es, ein Glas Wein zu trinken und bei gutem Essen mit Freunden zusammenzusitzen. "Wir in drei Worten" ist ihr erster Roman.


WIR IN DREI WORTEN

Inhalt:
Nach 13 Jahren Beziehung und kurz vor ihrer bevorstehenden Hochzeit trennt sich Rachel von ihrem Verlobten Rhys. In Rückblenden in die Vergangenheit und aus aktuellen Gesprächen mit ihren besten Freunden Caroline, Mindy und Ivor, erfährt der Leser nach und nach, dass diese Entwicklung gar nicht so holterdipolter kam, wie es zunächst den Anschein hat, sondern dass sie schon lange absehbar war. Für Rhys hat Rachel häufig zurückgesteckt und ein mehr oder minder fremdbestimmtes Leben geführt, dass ihr der Kragen platzt, als es Rhys wichtiger ist an seiner Hochzeit selbst mit seiner Band für Musik zu sorgen, als an der Seite seiner zukünftigen Frau zu verbringen ist also nur der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt und Rachel für das die Augen öffnet, was ihren Freunden schon lange klar war. Trotzdem stößt sie auf allen Seiten auf Unverständnis: hätte man nach 13 Jahren nicht einfach so weitermachen können?

"Hättest du ihm nicht ein Ultimatum stellen können? Ändere dich oder du fliegst raus? Meiner Meinung nach bist du nie energisch genug aufgetreten und das hat vielleicht zu einer gewissen... Bequemlichkeit geführt."
"Ich habe einen Paartherapeuten oder etwas Ähnliches vorgeschlagen, aber daran war er nicht interessiert."
"Ich bezweifle, dass er dich verlieren wollte. Er ist eben ein Sturkopf."
"Du kannst von niemandem verlangen, sich grundsätzlich zu ändern. Und an diesem Punkt waren wir angelangt." (S.85f)

In Rachels Leben gab es einmal jemanden, mit dem sie während der Uni unzertrennlich war: Ben. Nach der Trennung von Rhys trifft sie ihn nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder, doch heute ist Ben glücklich verheiratet und außerdem steht noch immer etwas zwischen den beiden, weswegen sie sich vor langer Zeit aus den Augen verloren hatten.

Kritik:
Cover und Titel wollen eine Ähnlichkeit mit dem Bestseller "Zwei an einem Tag" herstellen, doch ich finde den deutschen Titel als auch den Rückentext des Buches sehr irreführend: der deutsche Titel gibt auch nach Beenden des Buches keinen Zusammenhang zum Inhalt für mich her und der Rückentext weist einige Dinge auf, die im Inhalt überhaupt nicht vorkommen (weder zahlreiche erfolglose Google-Suchen noch einen Austausch per SMS, den der großgedruckte Teil des Rückentextes vorgaukelt).
Ansonsten erwartet den Leser jedoch eine gut konstruierte Geschichte, die über weit mehr erzählt als mit Anfang 30 nach dreizehn Jahren Beziehung einen Neuanfang zu wagen. Ein großer Punkt stellt Rachels Berufsleben dar, sie arbeitet als Gerichtsreporterin und die Autorin verknüpft ihr Privat- und Berufsleben derart miteinander, dass das Buch trotz hervorstechender Thematik eines Beziehungsromans ab der Mitte einen regelrechten Spannungsbogen aufbaut. Zum einen was die Entwicklungen an Rachels Arbeitsplatz angeht, aber auch was die bereits im Rückentext angedeutete Abschlussfeier von Rachel und Ben betrifft, nach der sie sich zehn Jahre nicht mehr gesehen haben. Die Entwicklungen auf der Arbeit sind spannend und teilweise überraschend, die Auflösung, was an der Abschlussfeier geschah leider nicht. Diesen Punkt fand ich mit dem eher langwierigen Einstieg in die Geschichte etwas enttäuschend.
Neben dem spannenden Handlungsverlauf Rachels Arbeitsleben betreffend, punktet Mhairi McFarlane jedoch noch mit einem wunderbaren Humor, der einem bereits über die längere Durststrecke des ersten Drittels hinwegtröstet und auch mit dem mehr oder weniger vorhersehbaren Ende versöhnt. Die Rückblenden lockern immer wieder das Geschehen auf und erklären zudem die Charakterentwicklung der Protagonisten.

Fazit:
Die Autorin erfindet zwar mit "Wir in drei Worten" das Rad nicht neu, was Beziehungsgeschichten und Seelenverwandtschaft betrifft, aber sie ist ein Lichtblick was ihren humorigen Schreibstil und die Verarbeitung von Problemen wie Jobsituation und das Einschleichen des Alltags in Beziehungen angeht, ohne, dass die Geschichte dadurch schwerfällig oder schwermütig wird. Und sie regt zum Nachdenken an, wieviel wir in unserem Leben aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit tun, weil es einfacher ist als neue Wege zu bestreiten.

Montag, 28. Oktober 2013

[REZENSION] Ein Wispern unter Baker Street

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ein Wispern unter Baker Street (OT: Whispers Under Ground)
Autor: Ben Aaronovitch
Übersetzer: Christine Blum
Verlag: dtv
Reihe: Peter Grant 3
Ausführung: Taschenbuch, 448 Seiten



Autor:
Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie 'Doctor Who' verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reiche um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die englischen Bestsellerlisten im Sturm.


EIN WISPERN UNTER BAKER STREET

Die Leute haben seltsame Vorstellungen von Polizisten. Unter anderem scheinen sie zu glauben, dass wir uns munter in jede Gefahr stürzen, ohne auch nur einen Gedanken an die eigene Sicherheit zu verschwenden. Natürlich stimmt es, dass wir genau wie Feuerwehrleute und Soldaten grundsätzlich auf Probleme zurennen statt vor ihnen davon, aber das heißt nicht, dass wir vorher nicht nachdenken würden. (S. 41)

London wimmelt nur so von Magie. Nicht nur überirdisch, sondern auch ganz weit unten in Abwasserkanälen und U-Bahn-Schächten. Constable Peter Grant, Magier in Ausbildung, hat wieder einmal alle Hände voll zu tun, um dem „abstrusen Scheiß“ Herr zu werden. Auch wenn es eine eigene Abteilung bei der Polizei für das Magische gibt, so ist doch nicht jeder dafür aufgeschlossen. Lieber soll alles rational und logisch erklärbar sein. So sieht es auch zunächst nach einem handfesten Mord aus, als ein junger Mann tot in einem U-Bahn-Tunnel gefunden wird. Doch zu früh gefreut – je weiter die Ermittlungen voran schreiten, desto mehr wird es ein Fall für die Zaubererabteilung...

Tagsüber ist Dr. Walid ein weltbekannter Gastroenterologe, aber zu nächtlicher Stunde wirft er sich seinen gruseligen weißen Kittel über und wird zu Englands brillantestem Experten f+r Kryptopathologie. Alles Abstruse und Unheimliche, was irgendwo eingefangen wird, ob lebendig oder tot, wird von ihm untersucht – einschließlich meiner Wenigkeit und Lesley. (S. 343)

„Ein Wispern unter Baker Street“ ist bereits der dritte Band mit Constable Peter Grant. Es ist durchaus empfehlenswert die Romane dieser Urban Fantasy Reihe in der vorgegebenen Reihenfolge zu konsumieren, da immer wieder auf Vergangenes zurückgegriffen wird und einiges Hintergrundwissen dafür erforderlich ist.

Wie bereits in den Vorgängerbänden, wird das Geschehen auch dieses Mal aus der Ich-Perspektive Peters erzählt. Dieser bringt einen gewissen Touch Naivität sowie Tollpatschigkeit in die Erzählung, so dass Amüsement wirklich groß geschrieben werden kann. Trockener Humor ist eine seiner Stärken und wird immer wieder angewandt, ob bewusst oder unbewusst wird nicht immer deutlich. Auf Grund der Perspektive ist der Wissensstand des Lesers gleich dem der Hauptperson, was dazu führt, dass man gefordert wird, selber zur Lösung des Rätsels vorzudringen. Peter schweift nämlich gerne auch einmal vom eigentlichen Thema ab. Die Kunst für den Leser besteht nun darin, Wichtiges und Unwichtiges zu trennen, um den Anschluss an den eigentlichen Fall nicht zu verlieren. Man fragt sich immer wieder, ob der Constable extra Verwirrung stiftet oder dies einfach nur seinem Naturell entspricht.

Bei allem Humor wird die Spannung jedoch keinesfalls vergessen oder in den Hintergrund gerückt. Vielmehr besteht hier ein ausgewogenes Gleichgewicht. Die Vorhersehbarkeit ist minimal und bis zum Schluss ist es nicht leicht, den wahren Hergang des Geschehens zu rekonstruieren. Hinter jeder Ecke können Überraschungen lauern, man sollte also immer auf der Hut und sich seiner Gedankengänge nie zu sicher sein. Von jetzt auf gleich kann alles bisherige umgeworfen werden, so dass man noch einmal bei Null anfangen muss.

Also, es gibt gewisse Dinge im Leben, die man einfach tun muss, auch wenn man genau weiß, dass sie schmerzhaft, peinlich oder im Chaos enden werden oder alles zusammen. Zum Beispiel zum Zahnarzt gehen zum ersten Man ein Mädchen fragen, ob sie mit dir ausgehen will, samstagabends einem Junggesellenabschied vor der Rumba-Bar ein Ende machen – und, schließlich und endlich, einen Flüchtigen durch ein Krankenhaus verfolgen mit nichts am Leibe außer einem rückenfreien Klinikhemdchen. (S. 357)

Wenn man die vorangegangenen beiden Bände bereits kennt, freut man sich regelrecht auf ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Charakteren. Man hat das Gefühl, diese schon ewig zu kennen und sobald man angefangen hat zu lesen, ist es, als wäre keine Minute vergangen, seit man den vorherigen Band zur Seite gelegt hat. Alle haben ihre Eigenarten, mal liebevoller mal weniger liebevoller Art, eine neuerliche Vorstellung ist daher nicht notwendig und wird auch nicht vorgenommen. Figuren, die in diesem Band neu eingeführt werden, werden gebührend beachtet, um ebenfalls Wiedererkennungswert zu erlangen. Schließlich weiß man nie, wem man in eventuellen Folgebänden noch begegnen wird.

Auch der dritte Band rund um Peter Grant und die Magie ist Ben Aaronovitch rundherum gelungen. Ein wenig wehmütig wird man, wenn man auf der letzten Seite angekommen ist. Doch Rettung ist in Sicht, denn der vierte Band ist im Original bereits erschienen, so dass es hoffentlich bald auch eine deutsche Übersetzung geben wird.


Reiheninfo:
Band 1: Die Flüsse von London
Band 2: Schwarzer Mond über Soho

Sonntag, 27. Oktober 2013

[RUND UMS BUCH] Neu in KW43 / Anette


Im Briefkasten

Boarderlines, Andreas Brendt (RE, Leserunde)
Peppige Bügelperlen, Tanja Neukircher (GK)

Dies und das

Ein Leserundenbuch und ein Bastelbuch, das ich mit etwas Egoismus meiner Tochter zum Geburtstag gekauft habe ;) Wenn schon Bügelperlen, dann will ich auch mal andere Sachen legen als Pferde und Herzen :D

[REZENSION] Kein Opfer ist vergessen

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Kein Opfer ist vergessen (OT: The innocence game)
Autor: Michael Harvey
Übersetzer: Gabriele Weber-Jaric
Verlag: Piper
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 373 Seiten



Autor:
Michael Harvey studierte Rechtswissenschaftenn Journalismus und Altphilologie. Er arbeitet als Schriftsteller, Drehbuchautor und Dokumentarfilmer und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Primetime Emmy für seine Drehbücher zu der international erfolgreichen Fernsehserie "COLD CASE - Kein Opfer ist je vergessen", die er selbst mitkonzipierte und produzierte. Für seinen Holocaust-Dokumentarfilm "Eyewitness" erhielt er eine Oscar-Nominierung. Seit vielen Jahren lebt Michael Harvey in Chicago.


KEIN OPFER IST VERGESSEN

Inhalt: Jake, Ian und Sarah sind Studenten, die alte Fälle bearbeiten, nachschauen ob auch keine Fehler gemacht wurden und niemand zu Unrecht verurteilt wurde. Gleich zu Beginn bringt Jake eine Nachricht mit die ihm unter der Tür durch geschoben wurde: "98-2425...Ich hab den Jungn gekilt." steht auf einem Zettel. Die Nachricht macht die drei Studenten neugierig und sie versuchen den Verfasser zu finden, denn der verurteilte Mörder ist bereits tot, doch dann finden sie an dem alten Tatort eine weitere Leiche...

Meine Meinung: Die Kurzfassung von Kein Opfer ist vergessen erinnerte mich ein wenig an Cold Case eine Serie in der alte ungelöste Fälle aufgegriffen werden. Hier ist es nicht viel Anders. Es geht um einen alten Fall den drei Studenten wieder aufrollen. Jake bekommt den Hinweis das der Mörder gar nicht wie gedacht tot ist und schlägt in ihrem Kurs vor den Fall neu aufzurollen. Keiner ahnt was daraus wird.

Toll finde ich nicht nur den Plot, der viel Spannung verspricht und auch sehr spannend war, sondern auch die kurzen Kapitel. Sie animieren dazu immer weiter lesen zu wollen. Das nächste Kapitel hat ja nur ein paar Seiten das geht noch und ehe man sich versieht ist man durch. So ging es mir mit dem Thriller von Michael Harvey. Neben den kurzen Kapitel war es ein rasanter flüssiger Schreibstil der die Spannung ins unermessliche steigen lässt. Verschnaufpausen gibt es nicht. Es passiert immer irgendwas.

Dabei hatte ich zu Beginn etwas Probleme durchzusteigen wer denn der Erzähler ist, der aus der Ich-Perpektive diese Geschichte erzählt. Als ich aber wusste das es Ian war hatte ich keinerlei Probleme mehr die Protagonisten auseinander zu halten. Ian bekommt einen Brief übergeben den seine tote Mutter ihm hinterlassen hat. Was in diesem Brief steht bleibt bis zum Schluss geheim. Er muss sehr an seiner Mutter gehangen haben. Er schwärmt für Sarah die er im Grundstudium schon beobachtet hat. Nun ist er mit ihr in dem Sommerkurs. Ian wirkt schüchtern und zurückhaltend, weiß aber trotzdem was er will und ihn umgibt ein Geheimnis. Sarah ist das Mädchen in der Dreierkombo. Sie wird von beiden Jungs umschwärmt. Viel erfährt man gar nicht von ihr. Der Fokus liegt auf den Jungs. Sie ist locker, etwas flippig und lebt in den Tag hinein. Ist aber auch ehrgeizig was den Fall betrifft. Jake ist der zweite Junge. Eigentlich studiert er Jura, aber auf Grund dieses Briefes ist er in diesem Kurs gelandet und will die Hintergründe raus bekommen. Er kann sehr brutal sein, aber nur zu denen die "böse" sind. Zu Sarah und auch Ian ist er immer nett und die drei geben ein tolles Team ab. Auch er hat ein Geheimnis aus seiner Kindheit, das aber schon recht früh in der Geschichte Preis gegeben wird.

Bis das Buch endet und der Fall gelöst wird geschehen viele Sachen, gibt es einige Wendungen und auch viele Überraschungen. Ein Thriller der den VOX Titel Top Thriller verdient hat.


Samstag, 26. Oktober 2013

[REZENSION] Blindgänger im Villenviertel (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Blindgänger im Villenviertel
Autor: Stefan Wolf
Sprecher: Erzähler: Wolfgang Kaven
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: TKKG 183
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 60 Minuten, 1 CD



Autor:
Stefan Wolf, alias Ralf Kalmuczak, 1938 in Nordhausen geboren, studierte Germanistik, bevor er sich ganz aufs Schreiben verlegte. Der passionierte Autor arbeitete u.a. für den »Stern«, und verfasste mehr als 2.700 Kurzkrimis, viele Drehbücher, Taschenbuchkrimis und Jugendromane. Er verstarb 2007 im Alter von 68 Jahren.

Sprecher:
Wolfgang Kaven, Sascha Drager, Niki Nowotny, Manou Lubowski, Rhea Harder, Wolfgang Draeger, Volker Bogdan, Eberhard Haar, Leonard Mahlich, Daniel Welbat, André Minninger


BLINDGÄNGER IM VILLENVIERTEL

TKKG verbringen die Herbstferien in der Villa Sauerlich, Klößchens Eltern sind derweil auf großer Kreuzfahrt. Doch dann der Schock: Alle Bewohner des Villenviertels müssen ihre Häuser verlassen. Bei Bauarbeiten ist eine alte Fliegerbombe gefunden worden und während der Entschärfung darf sich natürlich niemand in der näheren Umgebung aufhalten. Doch die Polizisten, die die Neuigkeiten überbringen, kommen den Freunden seltsam vor. Nachforschungen ergeben, dass an der Geschichte etwas ganz gewaltig faul ist...

Prinzipiell geht man als erstes ja immer davon aus, dass die Polizei schon weiß, was sie tut und vor allem stellt man ihre Anweisungen generell nicht in Frage. Diese beide Gesellen, die an den Türen der Villen klingeln, kommen dem Hörer allerdings sofort ein wenig seltsam vor. Ob sie wirklich etwas im Schilde führen oder ob ihr Verhalten nur auf die außergewöhnliche Situation zurückzuführen ist, wird sich dann im weiteren Verlauf zeigen.

So ganz geheuer ist die ganze Geschichte den vier Freunden aber auch nicht, weshalb sie sich auf die Spur begeben, um herauszufinden was geschehen ist. Man verfolgt dementsprechend gespannt den weiteren Verlauf, um entweder in seiner Meinung bestätigt zu werden oder zu erfahren, dass die Sorgen unbegründet waren.

Es wird versucht, deutlich Spannung aufzubauen, was allerdings nicht an allen Stellen einwandfrei gelingt. So wird die Handlung zeitweise leider recht vorhersehbar, was sich auch in der Atmosphäre niederschlägt. Natürlich gibt es auch das ein oder andere Hoch, überwiegend sind jedoch solche Passagen, in denen die Spannung eindeutig zurückgeht. Das ist insofern schade, als dass die Grundidee der Geschichte durchaus Potential hat, dass hier dann aber nicht gänzlich ausgeschöpft wurde.

Insgesamt also eine etwas schwächere Geschichte mit TKKG, die sich in der Gesamtbewertung aber trotzdem noch gut im Mittelfeld halten kann.

Freitag, 25. Oktober 2013

[REZENSION] Der kleine Erdvogel

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der kleine Erdvogel
Autor: Oliver Scherz
Übersetzer: -/-
Illustrator: Eva Muggenthaler
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 3-6 Jahre
Ausführung: Hardcover, 32 Seiten



Autor:
Oliver Scherz, geb. 1974, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, ist Cutter, Regisseur, Schauspieler im Film- und Fernsehbereich und Kinderbuchautor. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Illustrator:
Eva Muggenthaler, geb. 1971, studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland. Sie wurde mit Ihren Illustrationen für den "Hirbel" von Peter Härtling bekannt und veröffentlichte zahlreiche Bilderbücher.


DER KLEINE ERDVOGEL

"Ich will fliegen!" sagt der Maulwurf, der so klein ist wie ein Eichenblatt. Er springt vor Aufregung an die Decke. Die ist sehr niedrig hier unten.
"Wir leben unter der Erde", sagt seine Mutter. "Wir fliegen nicht."
"Dann bin ich ein Erdvogel", sagt der Maulwurf leise.

Der kleine Maulwurf träumt vom Fliegen, doch alle versuchen ihm diesen Traum aus dem Kopf zu schlagen, egal, ob seine Mutter, die Kuh oder ein Storch, er hört von allen Seiten "Wir fliegen nicht", "Warum willst du, was du nicht kannst?" oder "Fliegen ist eine Kunst", keiner unterstützt ihn dabei, seinen Traum zur Realität werden zu lassen, bis er auf die Eule trifft, die dem kleinen "Erdvogel" zeigt, dass auch er in der Lage ist zu fliegen, nur eben auf eine andere Art und Weise.

"Der kleine Erdvogel" ist ein poetisches, aber auch freches Buch über die Kraft der Wünsche, das zeigt, dass Hartnäckigkeit und Festhalten an einem Traum am Ende belohnt werden können. Auch wenn man in seiner Umgebung nur auf Unverständnis stößt, lohnt es allen Widrigkeiten zum Trotz für seine Träume zu kämpfen.

Oliver Scherz' Text ist pfiffig, besonders unterstrichen wird diese Facette der Geschichte von den humorigen Zeichnungen Eva Muggenthalers, die nicht nur kleinen, sondern auch großen Betrachtern Spaß bereiten, denn hier gibt es viel zu entdecken, was sich einem nicht immer auf den ersten Blick oder beim ersten Lesen erschließt. Ich habe mich bereits köstlich auf der ersten Doppelseite des Buches amüsiert, wo der Bruder des kleinen Erdvogels mit einer Zeitung auf dem Klo sitzt und im Licht einer Gruppenlampe (= Glühwürmchen) liest, während die Mutter auf dem Herd Vorräte einkocht, die sich irgendwann zu den anderen Gläsern im Regal gesellen werden, die "Made 2000" oder "Larve" enthalten.

Jüngeren Kindern wird sich sicher zunächst die witzige Ebene dieses Buches erschließen, ältere Kinder und die erwachsenen Vorleser sehen aber auch direkt die Botschaft, die dieses bezaubernde Bilderbuch vermitteln will. So und so ist es eine Geschichte, zu der man öfter greifen wird, zum einen, um den Witz der Erzähltexte und der Bilder völlig zu erschließen, aber auch, um die Botschaft dahinter wieder und wieder zu verinnerlichen, denn auch die Großen sollten nie vergessen, wie wichtig es ist zu träumen und das Träume manchmal in Erfüllung gehen, solange man das Träumen nie aufgibt und daran mit seinem ganzen Glauben festhält.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

[REZENSION] Katzenglück: Posterkalender 2014

Redakteur: Anette Leister

Titel: Katzenglück: Posterkalender 2014
Autor: -/-
Verlag: Heye
Fotograf: Monika Wegler
Reihe: -/-
Ausführung: Posterkalender im Format 45 x 30 cm



Fotograf:
Monika Wegler
Wurzeln:
Geboren in Köln, lebt in Gröbenzell.
Werdegang:
Fotografie-Ausbildung – seit 1983 selbstständige Tierfotografin, Filmerin und Buchautorin.
Spezialitäten:
Bezaubernde Aufnahmen verschiedenster Tiere, immer mit viel Gespür professionell gestaltet und fotografiert.
Wissenwertes:
Autorin zahlreicher Tier-Ratgeber. Zudem findet sich ihr Bildmaterial in über 90 Tier-Ratgebern. Neben vielen Publikationen in Zeitschriften erscheinen ihre Motive auf Werbeprodukten, Postkarten u.a. Seit 2011 darüber hinaus Tätigkeit als Videoproduzentin für Applikationen.


KATZENGLÜCK: POSTERKALENDER 2014

"Katzenglück" ist ein Posterkalender im Format 45 x 30 cm. Für Familien ist er weniger geeignet, da er zwar großformatig ist, aber keinen Platz zum Eintragen von Terminen bietet. Die Monatsübersicht unterhalb der Tierposter enthält eine Übersicht über die Tage und weist die Feiertage jedes Monats namentlich aus.
Das Hauptaugenmerk liegt auf den wunderbaren Katzenporträts und den Tipps, um seinen eigenen Fellnasen ein rundum glückliches Katzenleben zu bieten. Hier findet man eine Vielzahl an Spiel- und Wohnideen, die sowohl Anregungen für Innenräume als auch den Garten- oder Balkonbereich aufzeigen.
Auf einem dünnen Zusatzblatt hinten am Kalender sind alle Monatsmotive im Kleinformat zu sehen, so dass man im Geschäft nicht die Katze im Sack kaufen muss, wenn der Posterkalender noch in Folie eingeschweißt ist, sondern man erhält hier einen schnellen Überblick über den Inhalt.  Wer zudem weitere Ideen und Anregungen einholen möchte, wie man insbesondere Wohnungskatzen ein ausgeglichenes, artgerechtes und abwechslungsreiches Leben bieten kann, dem ist auf der Rückseite zudem der beim Gräfe und Unzer Verlag erschienene Ratgeber "Wohnungskatzen" empfohlen, der ebenfalls von Monika Wegler bebildert wurde und aus dem die Tipps in diesem Kalender entnommen wurden.
"Katzenglück" ist ein sehr schöner Posterkalender für Katzenfreunde, die sich nicht nur an den wunderbaren Aufnahmen erfreuen möchten, sondern gerne einen Kalender haben, aus dem sie einen Mehrwert - hier die Spiel- und Wohnideen - ziehen können. Durch den doppelten Nutzen als Wandschmuck und Ratgeber zeichnet sich der Kalender durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aus.

[REZENSION] Tierisch gut drauf: Postkartenkalender 2014

Redakteur: Anette Leister

Titel: Tierisch gut drauf: Postkartenkalender 2014
Autor: -/-
Verlag: Heye
Fotograf: Monika Wegler
Reihe: -/-
Ausführung: Postkartenkalender im Format 16 x 17 cm, auch als Tischaufsteller verwendbar



Fotograf:
Monika Wegler
Wurzeln:
Geboren in Köln, lebt in Gröbenzell.
Werdegang:
Fotografie-Ausbildung – seit 1983 selbstständige Tierfotografin, Filmerin und Buchautorin.
Spezialitäten:
Bezaubernde Aufnahmen verschiedenster Tiere, immer mit viel Gespür professionell gestaltet und fotografiert.
Wissenwertes:
Autorin zahlreicher Tier-Ratgeber. Zudem findet sich ihr Bildmaterial in über 90 Tier-Ratgebern. Neben vielen Publikationen in Zeitschriften erscheinen ihre Motive auf Werbeprodukten, Postkarten u.a. Seit 2011 darüber hinaus Tätigkeit als Videoproduzentin für Applikationen.


TIERISCH GUT DRAUF: POSTKARTENKALENDER 2014

"Tierisch gut drauf" ist ein Postkartenkalender, den man sowohl an die Wand hängen als auch auf dem Tisch aufstellen kann.
Der Kalender besteht aus 13 stabil ausgeführten bedruckten Seiten (1 Titel und 12 Kalenderseiten), und einer festen Pappe, in der der Tischaufsteller integriert ist.
Die Fotos zeigen die unterschiedlichsten Tiere: auch wenn man denken könnte, auf dem Coverfoto kommt einem ein Wischmopp entgegengesprungen, so handelt es sich hier um einen Hund. Nicht weniger lustig sind die Bilder im Inneren des Kalenders, die u.a. Hamster, Katzen, Erdmännchen, Eulen oder einen Frosch zeigen.
Wenn der Kalender seine Dienste in 2014 getan hat, lebt er weiter in Form 12 lustiger Postkarten, die man im Folgejahr an liebe Freunde und Bekannte verschicken kann. Dazu müssen der obere Rand und die Monatsübersicht unterhalb der Fotos abgeschnitten werden, es ist keine Perforierung vorhanden (allerdings besitzt dies den Vorteil, dass geschnittene Ränder sauberer sind als an einer Perforierung herausgetrennte). Die Monatsübersicht unterhalb der Tierfotos enthält nicht nur eine Übersicht über die Tage, sondern weist auch die Feiertage jedes Monats namentlich aus.
Die Karten weisen jedoch nicht nur lustige und ungewöhnliche Tierporträts auf, sondern sind außerdem mit witzigen Sprüchen zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten ausgestattet wie "Wir sind umgezogen" oder "Bin auf Tauchstation", so dass sie zu den verschiedensten Anlässen versendet oder verschenkt werden können.
Auf einem dünnen Zusatzblatt hinten am Kalender sind alle Monatsmotive im Kleinformat zu sehen, so dass man im Geschäft nicht die Katze im Sack kaufen muss, wenn der Postkartenkalender noch in Folie eingeschweißt ist, sondern man erhält hier einen schnellen Überblick über den Inhalt.
Der Heye-Postkartenkalender "Tierisch gut drauf" verbreitet nicht nur gute Laune mit den frechen Bildern und den dazu passenden Sprüchen, sondern ist gleichzeitig ein tierisch gutes Schnäppchen in qualitativ sehr guter Ausführung, der ein Jahr als Kalender verwendet werden kann und im Anschluss noch zwölfmal Freude beim Postkartenversand bereitet.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

[SPIEL-REZENSION] Lauf Schweinchen lauf

Redakteur: Anette Leister

Titel: Lauf Schweinchen lauf
Autor: -/-
Illustrator: -/-
Verlag: Mattel
empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
Spieleranzahl: 2-4 Spieler





LAUF SCHWEINCHEN LAUF

"Lauf Schweinchen lauf" ist ein Spiel ähnlich "Mensch ärgere dich nicht" oder Leiterspiel, welches mit kleinen Schweinchen auf einem Acker gespielt wird.
Man zieht seine Schweine in der gewählten Farbe über das Feld je nachdem welche Augenzahl man mit dem Würfel erzielt, aufgepeppt werden die einfachen Regeln durch ein "Traktorfeld" auf dem Würfel, welches dem Spieler der gerade am Zug ist erlaubt Schweine der Gegenspieler vom Spielfeld zu schießen. Dabei muss man jedoch nicht immer wieder ganz am Anfang des Ackers beginnen, sondern der Spielplan bietet zwei Kontrollpunkte, so dass man je nachdem, wo man abgeschossen wurde entweder am Start oder im zweiten oder letzten Drittel des Spieles neu starten muss. Diese Regelung kam besser an als beispielsweise der komplette Neustart eines Spiels (wie z.B. bei Lotti Karotti) und die kleineren Mitspieler regen sich nicht so auf, wenn eins ihrer Schweinchen vom Spielplan fliegt.

Im Karton sind folgende Teile enthalten:
1 Traktorstarter mit Wolf-Figur, 3 Heuballenprojektile, 1 Spielbrett, je 3 grüne, goldene, rosa und blaue Schweine, Spielregeln, 1 Würfel.

Der Karton ist qualitativ untereste Schublade: er lässt sich an der Seite öffnen, die Teile fliegen einfach in der Packung herum, die Pappe ist instablich und viel zu dünn. Ebensowenig überzeugt die Spielanleitung durch Qualität: es ist kein Heftchen, sondern ein großes, mehrfach gefaltetes Blatt. Da es sich bei "Lauf Schweinchen lauf" um ein Kinderspiel ab 5 Jahre handelt, macht der Karton sehr schnell schlapp, und das finde ich mehr als schade! Bei einem Spiel bezahle ich die Verpackung mit, es ist keine Schachtel Pralinen, bei der ich die Verpackung entsorge, sobald die Schachtel leergegessen ist. Der Karton sollte eine genauso lange Lebensdauer haben wie sein Inhalt, und das hat er definitiv nicht. Bei uns hat er schon stark gelitten, so dass ich das Spiel umräumen werde, sobald ich eine passende Verpackung gefunden habe und den Originalkarton entsorge.


Warum das Spiel von mir trotzdem eine gute Bewertung bekommt:
Spielplan und Figuren halten auch kleinen Kinderhänden stand, die Schweinchen sehen zwar billig gemacht aus, aber bisher hat sich alles als sehr stabil erwiesen.
Das Spiel ist für 2-4 Spieler ausgelegt und der volle Spielspaß entfaltet sich bereits bei 2 Spielern.
Die Anleitung ist einfach und schnell zu verstehen, eine Runde dauert nur 15-20 Minuten, so dass man mehrere Runden hintereinander spielen kann, ohne dass es kleineren Mitspielern langweilig iwrd. Ganz im Gegenteil packt meine Tochter das Spiel häufiger alleine aus und vergnügt sich damit die Schweinchen mit den Heuballen vom Spielfeld zu schießen.
Die Aufmachung spricht die Zielgruppe stark an und die Regeln mit dem heuballenabschießenden Traktor finden Kinder witziger, als wenn sich Figuren gegenseitig vom Spielplan werfen.

Fazit:
Ein Spiel, das von der angesprochenen Zielgruppe sehr gut angenommen wird, jedoch muss die Qualität und Ausführung von Spielmaterial und Karton dringend nachgebessert werden!