Samstag, 31. August 2013

[REZENSION] Soul Beach - Frostiges Paradies

Redakteur: Susanne Kohler

Titel: Soul Beach - Frostiges Paradies (OT: Soul Beach)
Autor: Kate Harrison
Verlag: Loewe
Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Reihe: Soul Beach 1
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten



Autor:
Kate Harrison arbeitete ursprünglich beim britischen Fernsehen. Nachdem sie bereits sehr erfolgreich Romane für Erwachsene veröffentlichte, erschien nun mit "Soul Beach - Frostiges Paradies" ihr erstes Jugendbuch. Abgesehen vom Bücherschreiben liest sie sehr gerne, liebt Backen, Singen, die Küste, Live- Comedy und Bastelkram. Wenn sie nicht gerade in Spanien am Strand liegt, lebt sie in Brighton.



SOUL BEACH - FROSTIGES PARADIES

Die erste E- Mail von meiner Schwester kommt am Morgen ihrer Beerdigung. Ich weiß, ich weiß. Wie krank muss man sein, vor einem Begräbnis seiner Schwester noch schnell seine E- Mails zu checken? Aber manchmal tut es einfach so weh, als flösse Säure statt Blut durch meine Adern, und dann gehe ich online. Im Netz ist wenigstens alles normal. Keine Leichenschauen, keine Kriminalpolizisten, keine Fernsehkameras. Nur Facebook- Updates darüber, wer was mit wem hat. Und Junkmails von afrikanischen Prinzen, die mir freundlicherweise einen Anteil ihres Vermögens anbieten. Ach ja, und E- Mails von Toten. Das ist weniger normal. (S.8)

Zuerst hält Alice die E- Mail ihrer toten Schwester für einen schlechten Scherz. Kurz darauf bekommt sie von ihr jedoch auch noch eine Einladung zu einem virtuellen Strand namens Soul Beach. Dort ist ihre Schwester Megan seit ihrer Ermordung in einem Strandparadies gefangen. Um sie herum lauter junge und schöne Menschen. Sie haben eines gemeinsam, sie sind alle bereits tot.

Um ihrer Schwester weiterhin nahe zu sein, verdrängt Alice ihre anfänglichen Zweifel und kaum hat sie sich auf die fremdartige Welt im virtuellen Raum eingelassen, da wird sie auch schon immer mehr in ihren Bann gezogen. Ein endloser Sandstrand, Palmen, immerwährender Sonnenschein und alles wirkt perfekt. Sogar ihr eigenes Äußeres scheint auf wundersame Weise optimiert worden zu sein. Am Soul Beach ist alles und jeder schön. Es ist auch keine normale Spieleplattform, wenn sie die Seite aufruft, hört sie das Meer rauschen, spürt den Sand unter ihren Füßen und nimmt das Strandparadies mit allen Sinnen wahr. Dabei entfernt sie sich selbst immer weiter von der Realität.

Wer steckt hinter dieser Website? Nach wessen strengen Regeln müssen sich alle dort richten? Vor allem, wer hat Meggie getötet und ihr dadurch dieses neuartige Dasein überhaupt eingebrockt? Alice begibt sich auf die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester und gerät so selbst in sein Visier.

"Soul Beach I – Frostiges Paradies" ist der Auftakt zu einer Jugendbuch - Trilogie. Der größte Teil des Buches ist aus der Sicht von Alice geschrieben, ab und zu bekommt man auch einen Einblick in die Gedankenwelt des Mörders. In Alice kann man sich als Leser schnell einfühlen, zwar erscheint ihr Verhalten manchmal etwas naiv, aber man ist selbst auch immer mehr dem Sog von Soul Beach ausgeliefert. Die Idee eines virtuellen Ortes, an dem die Toten quasi weiterleben, ist sehr interessant und die Umsetzung erscheint regelrecht mysteriös. Man darf sich von der Strandatmosphäre nicht täuschen lassen - darum wohl der Untertitel "Frostiges Paradies". Auch immerwährendes Glück kann die Hölle sein.

Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte verliert nicht an Geschwindigkeit und bleibt spannend. Kaum denkt man, man wäre dem Mörder auf der Spur, lenkt die Autorin die Gedanken des Lesers wieder in eine andere Richtung. Die Charaktere werden in diesem Teil eher eingeführt, manche erscheinen noch etwas farblos. Aber sowohl die Geschichte als auch die Akteure haben Potential für zukünftige Bände. Das Jugendbuch endet nicht mit einem Cliffhanger, aber dennoch bleiben einige Fragen unbeantwortet, die auf eine baldige Fortsetzung hoffen lassen.

Von der Aufmachung ist dieses Buch ein absoluter Eyecatcher, ohne Einband ist es durch den schwarzgefärbten Buchschnitt sehr dunkel und düster. Durch den Umschlag, bei dem die Farbe Pink dominiert, scheint das Paradies in Blut getränkt zu sein. Aber Tote bluten ja nicht mehr. Ansonsten wirkt es alt und abgegriffen, schön morbide, aber trotzdem modern.

"Soul Beach I – Frostiges Paradies" - gruselig und hip zugleich - ein exklusives soziales Netzwerk - das süchtig macht. Wer einmal den Strand besucht hat, der muss dort immer wieder hin...

[REZENSION] Achtung, Spionage!

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Achtung, Spionage!
Autor: Henriette Wich
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: Die drei !!! 40
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 144 Seiten



Autor:
Henriette Wich arbeitete als Lektorin in verschiedenen Kinderbuchverlagen, bevor sie sich einen großen Traum erfüllte: selber zu schreiben. Heute ist sie erfolgreiche Autorin zahlreicher Kinder- und Jugendbücher.


ACHTUNG, SPIONAGE!

Bei ihrem neuen Job als Babysitterin nimmt Franzis Schwester eines Abends eine Pralinenschachtel entgegen, in der sie ein Abhörgerät entdeckt. Instinktiv lässt sie es an Ort und Stelle, erzählt aber den drei !!! sofort davon. Diese wittern schnell einen neuen Fall und beginnen schnellstmöglich mit den Ermittlungen.

„Schade!“, seufzte Marie. „Und was ist mit dem Boten? Ist der heute da?“
Herr Kranichstein sah die Detektivinnen irritiert an. „Welcher Bote?“
„Na, der Bote, der die Pralinen am Freitagabend ausgeliefert hat“, half Franzi ihm auf die Sprünge. „Ohne Karte und ohne Absender.“
Die Augen des Ladenbesitzers wurden immer größer. „Moment mal, da muss es sich um ein Missverständnis handeln. Es gibt keinen Boten.“ (S.27f)

Bald schon gibt es Indizien dafür, dass womöglich eine Diebesbande die Täter sein könnten. Sie sind seit einiger Zeit in ebenjenem Viertel unterwegs und konnte noch immer nicht geschnappt werden. Kim, Franzi und Marie begeben sich wieder einmal in gefährliche Situationen, von denen sie noch nicht einmal sicher wissen, ob sie sie zu den wahren Tätern führen...

„Achtung, Spionage!“ ist mit der gewohnten Mischung aus Action, Humor und Romantik gespickt. Vor allem Kim, die seit einiger Zeit wieder mit Michi zusammen ist, lässt keine Möglichkeit aus sich mit ihrem Liebsten zu treffen. Die Gefahr dabei ist jedoch groß, dass sie wesentliche Hinweise während der Detektivarbeit übersieht, was man von Kim gerade nicht gedacht hätte. Sie muss daher nicht nur sich, sondern auch dem Leser beweisen, dass sie die beiden Dinge voneinander trennen kann und professionell handelt.

In diesem Fall bekommen es die drei Detektivinnen nicht mit laienhaften Gegnern zu tun. Sie sind einer Diebesbande auf der Spur, die nicht für halbe Sachen bekannt ist, und die bisher noch immer unerkannt agieren konnte. Eigentlich sollte man inzwischen davon ausgehen können, die Mädchen hätten gelernt, doch auch dieses Mal manövrieren sie sich in die ein oder andere Gefahrensituation, in der man nur noch hoffen kann, dass Kommissar Peters noch rechtzeitig auftaucht.

Es gibt verschiedene Spuren in dem Fall, denen natürlich allen nachgegangen werden muss, um die Tragweite tatsächlich erfassen zu können. Bis zum Schluss ist dadurch nicht klar, was es mit dem eingeschleusten Abhörgerät wirklich auf sich hat. Die Geschichte ist mitreißend erzählt und birgt die ein oder andere Überraschung.

Freitag, 30. August 2013

[REZENSION] Orchideen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Orchideen
Autor: Joachim Erfkamp
Fotograf: diverse
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 80 Seiten



Autor:
Orchideenspezialist Dr. Joachim Erfkamp ist Buchautor und Redakteur der Zeitschrift "Die Orchidee". Bei Kosmos veröffentlichte er bereits etliche erfolgreiche Orchideen-Ratgeber.


ORCHIDEEN

"Orchideen" ist in der Reihe "Wir lieben Garten" des Kosmos Verlags erschienen.
Das Buch ist kompakt im Umfang, aber auch im Preis, und neben den Informationen, die auf den 80 Seiten im Buch zu finden sind, kann man über QR-Codes im Buch (oder direkten Links auf der Kosmos-Verlagsseite) weiterführende Informationen entdecken.

Der Ratgeber umfasst folgende Kapitel:
* Inspiration
* Praxis
* Porträts
... die jeweils in drei Schritte gegliedert sind:
* alles im Überblick
* alles Wissenswerte
* alle Extras

"Alles im Überblick" bietet auf einer Doppelseite einen schnellen Einblick in das jeweilige Kapitel, "alles Wissenswerte" ist jeweils der umfangreichste Schritt eines Kapitels.
Im Glossar befinden sich außerdem nützliche Adressen und ein Stichwortregister.

Dieses Buch ist noch viel mehr ein Eyecatcher als andere in der Reihe "Wir lieben Garten" erschienene Bände, was an der beeindruckenden und wunderbaren Blütenvielfalt liegt, mit denen Orchideen aufwarten und beeindrucken.

Im Kapitel Inspiration erfährt man vieles darüber, wie man Orchideen am besten Zuhause unterbringt und in den Wohnraum integriert. Es werden Beispiele erklärt und gezeigt, wie man Orchideen außer im Blumenfenster auch in Ampeln und Körben, Trögen oder Kübeln plazieren kann. Es gibt verschiedene Arten von Orchideen, auch hängende, die sich sehr gut für die Bepflanzung von Ampeln eignen. In diesem Kapitel wird außerdem der Aufbau einer Orchideenblüte eingehend an Zeichnungen veranschaulicht und erklärt.

Im Praxisteil werden Kaufkriterien angesprochen (auf was muss ich bei Pflanze und Verpackung achten, wo soll meine Pflanze zuhause stehen) und wie wichtig das richtige Licht für das Gedeihen von Orchideen ist. Auch sonst habe ich als Orchideenanfänger alle meine Fragen, die ich an die Pflege dieser Pflanzen habe, beantwortet gefunden: weitere Themen sind hier die große Artenauswahl, das richtige Gießen und Düngen, das Umtopfen und Vermehren, Kulturbedingungen, Schädlinge und erste Hilfe für kranke Orchideen. Einzig die An- bzw. Zuordnung der einzelnen Themen findet ich teilweise unübersichtlich, so hätte ich beispielsweise das Thema "Orchideen aufbinden" eher unter Praxis als unter Inspiration gesucht.
Sehr schön finde ich, dass wie in anderen Ratgebern der Reihe "Wir lieben Garten" auch hier wieder eine Mitmachseite für Kids enthalten ist: "Für Mini-Orchideen ein Terrarium bauen".

Im Porträtkapitel werden viele verschiedene Orchideen in Wort und Foto vorgestellt.

Fazit:
Ob der kompakte Ratgeber neues Wissen an Orchideenspezialisten vermittelt, wage ich zu bezweifeln, aber Anfänger, die noch wenig Erfahrung im Umgang und mit der richtigen Pflege dieser schönen Pflanzen haben, finden hier zu kleinstem Preis einen übersichtlich gegliederten Helfer, der mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn man sich die ersten dieser Blütenwunder ins eigene Heim holt.

Donnerstag, 29. August 2013

[FILM-REZENSION] Schutzengel

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Schutzengel
Regie: Til Schweiger
Darsteller: Til Schweiger, Luna Schweiger u.a.
Laufzeit: ca. 127 Minuten
Reihe: -/-
FSK: ab 16 Jahren
DVD-Extras: Audiokommentar von Til Schweiger; Til Schweiger beim Training; Shooter-Training



Darsteller:
Til Schweiger, Luna Schweiger, Moritz Bleibtreu, Rainer Bock, Hannah Herzsprung, Herbert Knaup, Heiner Lauterbach, Jacob Matschenz, Karoline Schuch, Axel Stein, Kostja Ullmann, Tim Wilde


SCHUTZENGEL

Vollwaise Nina ist die einzige Zeugin, die eine belastende Aussage zu einem grausamen Verbrechen machen kann. Da sie dadurch einflussreiche Personen zu Fall bringen würde, wird erbarmungslos Jagd auf sie gemacht. Natürlich werden Mittel und Wege gesucht, um das Mädchen zu beschützen, doch schnell wird klar, dass niemand weiß wer wirklich auf welcher Seite steht. Max, ehemaliger KSK-Soldat und fortan Ninas Schutzengel, versucht nicht nur, das Mädchen in Sicherheit zu bringen, sondern auch ihr Vertrauen zu gewinnen. Es ist ein Wettrennen mit der Zeit und erst ganz am Schluss wird sich zeigen wer den längeren Atem besitzt.

Mit diesem Streifen zeigt Til Schweiger eindrucksvoll, dass er auch anders kann. Hinter „Schutzengel“ verbirgt sich nämlich alles andere als eine romantische Komödie. Eher wird man an Filme wie „Der Eisbär“ oder „Far Cry“ erinnert, nur dass hier zusätzlich zur Action auch viel Emotionalität zu finden ist. Zu beobachten, wie die Freundschaft zwischen einem ehemaligen Soldaten, der die ein oder andere Altlast mit sich herumträgt und einem jungen Mädchen, das nicht weiß wie man Vertrauen zu einem Erwachsenen aufbaut, wächst, ist sehr anrührend. Es ist ein schwieriger Grat, nicht zu sentimental zu werden, denn die Geschichte hat nun einmal auch eine sehr rabiate Seite, die immer wieder durchbricht.

Einige Passagen hätten durchaus ein wenig kürzer ausfallen dürfen. Sie wirken zäh und ziehen das Geschehen ungewollt in die Länge. Da ist es manchmal schwierig, sich vollends auf den Film einzulassen und sich zu konzentrieren. Übersteht man diese Sequenzen wird man zweifelsohne belohnt, positiver wäre jedoch gewesen, solche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dadurch tritt die eigentliche Handlung ein wenig in den Hintergrund und man beschäftigt sich zunächst nur mit dem äußeren Merkmal, wodurch man, wenn auch nur kurz, aus dem Geschehen herausgerissen wird.

Ein winziger Störfaktor ist zudem, dass man die Protagonisten oft nur schwer verstehen kann. Irgendwie hat man das Gefühl, dass alle nuscheln, nicht nur Til Schweiger, dem dies des öfteren nachgesagt wird. Wenn man zeitweise ganze Sätze nicht versteht, wird es immer schwieriger, den Zusammenhang nicht zu verlieren. Eine deutlichere, klarere Aussprache hätte allen Schauspielern gutgetan. Dies wirkt sich jedoch nicht auf die Meinung zur Darstellung der Personen aus. Jeder füllt seine Rolle absolut authentisch aus, die Besetzung hätte nicht besser sein können, man kauft ihnen ihr Denken und Handeln ohne Weiteres ab. Das Zusammenspiel zwischen Vater und Tochter (Til und Luna Schweiger) geht dem Zuschauer sehr zu Herzen.

Trotz der kleinen Kritikpunkte ist „Schutzengel“ ein imposantes Werk, das absolut Beachtung verdient hat. Emotionale Tiefe, sowieso geballte Action geben sich die Klinke in die Hand und vermischen sich schlussendlich zu einem Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Bis zum Schluss bleibt offen, wie das Ende aussehen wird, daher hilft nur: Player an und Film rein!

Mittwoch, 28. August 2013

[REZENSION] Der vertauschte Koffer (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der vertauschte Koffer
Autor: Stefan Wolf
Sprecher: Erzähler: Wolfgang Kaven
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: TKKG 181
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 65 Minuten, 1 CD



Autor:
Stefan Wolf, alias Ralf Kalmuczak, 1938 in Nordhausen geboren, studierte Germanistik, bevor er sich ganz aufs Schreiben verlegte. Der passionierte Autor arbeitete u.a. für den »Stern«, und verfasste mehr als 2.700 Kurzkrimis, viele Drehbücher, Taschenbuchkrimis und Jugendromane. Er verstarb 2007 im Alter von 68 Jahren.

Sprecher:
Wolfgang Kaven, Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski, Rhea Harder, Marianne Bernhardt, Heidi Berndt, Leonhard Mahlich, Guido A. Schick, Fabian Harloff, Lutz Harder, Eberhard Haar


DER VERTAUSCHTE KOFFER

Klößchen steigt nicht nur mit einer Beule aus dem Zug, der ihn aus der Schweiz wieder nach Hause bringt, sondern auch mit dem falschen Koffer. Das merken er und seine Freunde jedoch erst bei Sauerlichs, als sie plötzlich sehr viel Geld in Händen halten. Klößchen ist sofort klar, dass dies das Gepäck Elfriede gehören muss. Die ältere Dame, die er im Zug kennengelernt hatte, streitet jedoch alles ab. Ihr Verhalten lässt TKKG keine Ruhe, ihre Neugier setzt sich durch und die Detektive haben einen neuen Fall. Irgendwie scheint Elfriedes Sohn nicht unerheblich an der Sache beteiligt zu sein, die Freunde müssen aufpassen, denn sie wissen nicht, mit wem sie es zu tun bekommen...

Verständlicherweise reagieren TKKG leicht befremdet, als Elfriede so vehement behauptet, der Koffer, und somit auch das Geld, gehören nicht ihr. Das lässt jeden, auch den Hörer, sofort aufhorchen. Obwohl alle Indizien dafür sprechen, dass ihr der Koffer gehört, streitet sie es immer wieder ab. Sofort ist klar, dass sich nur jemand so verhält, der entweder etwas zu verbergen oder Angst hat. Was davon bei Elfriede zutreffen könnte, ist nicht gleich ersichtlich, weshalb die Freunde sich zunächst unauffällig an die Ermittlungen begeben. Sie wollen schließlich auch wissen, was dort vor sich geht und ob vielleicht sogar jemand in Gefahr ist. Alles ist möglich, da es zunächst keinerlei konkrete Hinweise darauf gibt, was das Geld für eine Rolle spielt.

Gespannt lauscht man dem Fortgang der Geschichte und versucht natürlich seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Es werden immer wieder Indizien gestreut, die mal in die eine mal in die andere Richtung weisen. Daher gilt es gut zuzuhören, um nicht auf falsche Fährten gelockt zu werden, sondern der richtigen Spur zu folgen. Diese ist allerdings nicht ganz ungefährlich, wie sich schnell herausstellt. Mehr als einmal denkt man, dass es besser gewesen sei, TKKG würden nicht auf eigene Faust losziehen.

Die Geschichte bleibt durchgängig spannend. Auch wenn man im Laufe des Geschehens erfährt wer die Hintermänner sind, so werden bis zum Schluss noch weitere Details aufgedeckt, die mit dem Koffer und dem Geld in Zusammenhang stehen und die man nicht hätte vorhersehen können. Das wahre Ausmaß des Falls ergibt sich also erst, nachdem die letzten Sätze gesprochen wurden.
Eine absolut empfehlenswerte Folge.

Dienstag, 27. August 2013

[REZENSION] Halte meine Seele

Redakteur: Sabrina Kuscheck

Titel: Halte meine Seele (OT: My soul to keep)
Autor: Rachel Vincent
Übersetzer: Alessa Krempel
Verlag: Mira Taschenbuch
Reihe: Soul Screamers 3
Ausführung: Taschenbuch, 316 Seiten



Autor:
New York Times-Bestsellerautorin Rachel Vincent lebt in San Antonio, Texas. Als Älteste von vier Geschwistern ist sie selten um Worte verlegen – was sicher auch dazu geführt hat, dass sie Schriftstellerin geworden ist. Vincent teilt sich ein Büro mit zwei schwarzen Katzen und ihrem Fan der ersten Stunde. Wenn sie nicht gerade schreibt oder vor Tornados flüchtet, liest sie oder geht ins Kino.


HALTE MEINE SEELE

Kurzbeschreibung, Band 1: Mit ganzer Seele
Sie kann keine Toten sehen, aber …Sie spürt, wenn jemand in ihrer Nähe sterben wird. Und dann zwingt eine unbesiegbare Macht sie zu schreien, so laut sie kann. Kaylee kann ihr Glück kaum fassen. Der schärfste Typ der Schule hat sie angesprochen! Nash hat die schönsten braunen Augen, die sie je gesehen hat. Als er sie auf die Tanzfläche zieht, glaubt Kaylee zu träumen. Aber das perfekte Date hat sie sich anders vorgestellt. Erst entdeckt sie ein Mädchen, das scheinbar von einem schwarzen Nebel umgeben ist. Dann wird Kaylee übel, und plötzlich lastet eine schreckliche Schwere auf ihr. Um nicht zu schreien, dass die Fensterscheiben zerspringen, rennt sie schweißgebadet raus. Wie peinlich! Nash muss sie jetzt für völlig verrückt halten. Doch seltsamerweise bleibt er ganz ruhig … Am nächsten Tag erfahren sie, dass das Mädchen tatsächlich tot ist. Bald sterben weitere. Und Kaylee ist die Einzige, die weiß, wen es als Nächsten trifft...

Kurzbeschreibung, Band 2: Rette meine Seele
Sie ist eine Banshee. Wenn sie schreit, besiegt sie den Tod.
Kaylee hatte sich darauf gefreut, mit Nash zum Konzert zu gehen. Aber schon nach wenigen Songs bricht der Popstar tot auf der Bühne zusammen. Kaylee versteht es nicht. Sie hätte doch wie sonst auch den Tod vorhersehen müssen! Aber da war kein Schatten, kein dunkler Nebel. Von einer Reaperin erfährt sie, dass die Sängerin ihre Seele bereits fortgegeben hatte - und wer als Nächstes sterben wird. Jemand, den sie kennt...
Kaylee setzt alles daran, diesen Menschen zu retten, und muss dafür sogar ihre Beziehung mit Nash aufs Spiel setzen. Denn immer mehr Teenager schließen mit leuchtenden Augen einen Pakt mit dem Tod: Für Ruhm und Erfolg verkaufen sie ihre Seelen und nehmen ewige Qualen in Kauf. Dem muss Kaylee ein Ende setzen. Auch wenn sie dafür in die Welt der Dämonen muss.

Kurzbeschreibung, Band 3: Halte meine Seele
Sie sieht, wenn jemand sterben wird. Nur ihr Schrei kann den Tod besiegen. Kaylee ist eine Banshee.
Kaylee liebt Nash über alles. Und nach allem, was passiert ist, hätte sie nie geglaubt, dass irgendetwas sie trennen könnte bis genau das passiert!
An der Schule kursiert eine Droge, aber es ist keine gewöhnliche: Demon's-H! Eine Substanz aus der anderen Welt, deren Wirkung verheerend ist. Ein Junge aus Kaylees Schule stirbt, ein anderer verliert sich im Nebel des Vergessens.
Kaylee und Nash müssen dem Handel mit Demon's-H ein Ende setzen. Aber wie ist die Droge in ihre Welt geraten? Je näher sie der Antwort kommen, desto kälter wird es Denn die Sucht breitet sich wie ein eisiger Sturm aus. Und selbst Nash scheint vom tödlichen Nebel umhüllt!

Meine Meinung:
Ich habe mich nun doch entschieden das Buch zu rezensieren, da ich irgendwie das Gefühl habe, das die Reihe recht unbekannt ist. Aber sie ist lesenswert und verdient mehr Aufmerksamkeit.
Kaylee erfährt im ersten Band das sie eine Banshee ist, so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Bei Band eins und zwei hatte ich keinerlei Kritikpunkte, der dritte Band schwächelt in meinen Augen allerdings ein bisschen. Er ist zwar auch spannend, toll und flüssig geschrieben, aber leider sehr vorhersehbar. Trotz allem hat das Buch keine Längen. Die Geschichte ist gut und mal hebt sich erfrischend zu anderen Fantasy-Reihen auf dem Buchmarkt ab.
Kaylee wächst an ihren Aufgaben und lernt immer mehr dazu. Sie ist sympathisch und toll und tiefgehend skizziert. Sie bleibt sich immer treu. Auch die anderen Charaktere wie Nash, Todd, Harmonie oder Kaylees Vater sind toll ausgedacht, beschrieben und umgesetzt. Alle wirken sehr sympathisch und nett.
Wer mir neben Kaylee am besten gefällt ist Todd. Er taucht auf, wenn er will und immer in den ungünstigsten Situationen. Die Geschichte baut auf den zweiten Band auf. Dort wird Demon's-H zum ersten Mal erwähnt. Auch in Band 3 taucht man wieder in die Unterwelt ein und trifft alte Bekannte.
"Soul Screamers" empfehle ich allen Fans von Fantasy-Reihen, die gut skizzierte und sympathische Protagonisten lieben und mehr über die nicht ganz so viel beschriebene Art des Banshees erfahren möchten.

Reihen-Info:
Mit ganzer Seele
Rette meine Seele
Halte meine Seele
Schütze meine Seele
Berühre meine Seele (Erscheinungstermin 01.10.2013)

Montag, 26. August 2013

[REZENSION] Pilot in der Falle

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Pilot in der Falle
Autor: Boris Pfeiffer
Illustrator: Stefani Kampmann
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: Unsichtbar und trotzdem da! 7
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hardcover, 128 Seiten



Autor:
Boris Pfeiffer wurde 1964 in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er machte Abitur, wurde Buchhändler und Taxifahrer, studierte Sprachwissenschaften und Landschaftsplanung an der TU-Berlin und Drehbuch an der Berliner Filmhochschule. Anschließend arbeitete er als Regieassistent und Regisseur an verschiedenen Theatern. 1994 wurde sein erstes Theaterstück für Kinder am Berliner GRIPS Theater uraufgeführt. 2003 erschien sein erstes Kinderbuch: ‚Kira und Buttermilch’. Inzwischen hat er über 80 Theaterstücke und Bücher geschrieben.

Illustrator:
Stefani Kampmann, geboren 1971 in Niedersachsen, studierte nach einer Ausbildung zur Schauwerbegestalterin Innenarchitektur und Theater-Design in Hannover und Nottingham. Grafisches Arbeiten begeistert sie schon seit vielen Jahren. Bereits während ihres Studiums nahm sie zahlreiche Aufträge als Illustratorin an. Stefani Kampmann lebt und arbeitet in Berlin. Gelegentlich tauscht sie den Zeichenstift gegen Drumsticks, und wenn sie einmal viel Zeit findet, packt sie ihren Rucksack und zieht in die weite Welt. Mit "Die Welle" und "Asphalt Tribe" hat Stefani Kampmann bereits zwei Romane von Morton Rhue als Graphic Novel bei Ravensburger umgesetzt.


PILOT IN DER FALLE

„ „Scharf!“
Ağan Enç sah Jenny aus großen Augen bewundernd an. Das blonde Mädchen mit der hellen Haut trug einen schwarzen Overall, auf dessen Rückseite die Anfangsbuchstaben ihres Vor- und Nachnamens in einem verschlungenen Muster geheimnisvoll leuchteten. Das „J“ und das „S“ wanden sich umeinander wie zwei glänzende Schlangen. Darunter stand in knallroten Buchstaben: Racing Team.“
(S.3)

Alle sind aufgeregt wegen des großen Seifenkistenrennens in der Stadt, bei dem auch die Freunde Jenny und Addi teilnehmen werden. Trotz ihrer Konkurrenz auf der Strecke leidet ihre Freundschaft natürlich nicht, daher ist es selbstverständlich, dass die Unsichtbar-Affen wieder gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen. In Addis Villa wurde eingebrochen, vom Täter ist keine Spur zu finden, nur eine ominöse Botschaft lässt er zurück. Die Freunde müssen sich sputen, um den Fall aufzuklären, bevor das Seifenkistenrennen vor der Tür steht...

Die Unsichtbar-Affen sind inzwischen schon richtig alte Hasen, was Ermittlungen aller Art angeht. „Pilot in der Falle“ ist bereits ihr siebter Fall und man merkt von Band zu Band, dass sie immer souveräner und professioneller werden. Sicher, sie sind noch Kinder, aber mit einer unglaublichen Auffassungsgabe, die manch einem Erwachsenen scheinbar verloren gegangen ist. Ihr Vorteil ist es natürlich, dass sie von den meisten Erwachsenen überhaupt nicht wahrgenommen werden, solange sie sich nichts zu Schulden komme lassen. Dadurch wird es zumindest etwas einfacher, der Spur eines Verbrechers zu folgen. Weniger gefährlich werden die Situationen dadurch natürlich nicht.

Dieses Mal wird der Fall für Addi sehr persönlich, denn es ist die Villa seines Vaters, in die eingebrochen wird, während dieser wieder einmal nicht zu Hause ist. Der Täter hinterlässt seltsamerweise keine Spuren, nur eine mysteriöse Botschaft, die die drei Freunde so schnell wie möglich entschlüsseln müssen. Als Leser hat man sehr schnell einen Verdacht, der sich immer mehr erhärtet. Was schlussendlich geschieht, hätte aber niemand vorhersehen können. Ein finaler Showdown bringt die Unsichtbar-Affen wieder einmal in eine brenzlige Situation, aus der sie sich hoffentlich ohne fremde Hilfe befreien können.

Auch der siebte Fall für die drei Freunde Jenny, Addi und Ağan steht den Vorgängerbänden in nichts nach. Leicht und locker, dabei aber auch spannend, erzählt und mit gewohnt liebevollen Illustrationen gespickt, ist es immer wieder eine Freude, die Unsichtbar-Affen auf ihren Abenteuern zu begleiten.


Reiheninfo:
Band 1: Diebe in der Nacht
Band 2: Unter der Stadt
Band 3: Magier unter Verdacht
Band 4: Jagd in den Straßen
Band 5: Spur der Erpresser
Band 6: Schatz der Krokodile

Sonntag, 25. August 2013

[RUND UMS BUCH] Neu in KW34 / Anette


Im Briefkasten

Blinde Vögel, Ursula Poznanski (GS)
Die Fluchweberin, Brigitte Melzer (GS)
Modemädchen 3: Wie Sahnewolken mit Blütentaft, Sophia Bennett (GK)

Dies und das

Im Katze mit Buch Forum ist die erste Leserunde mit Autorenbegleitung geplant. Bis zum Start ist es zwar noch eine Weile hin, aber umso länger kann man sich darauf freuen :D
Diesen Freitag gehe ich mit meiner Freundin Ina und meiner Nichte Leyla zum 9. Fantasy Festival, kommt noch jemand aus der Gegend und geht hin? Zum Glück ist zum Ende der Woche wieder besseres Wetter gemeldet, nachdem das Festival letztes Jahr kurzfristig von Open Air in die Halle verlegt wurde, wäre dieses Jahr eine Lesenacht unter freiem Himmel wieder sehr schön!

[REZENSION] Ein Garten für Tiere

Redakteur: Anette Leister

Titel: Ein Garten für Tiere
Autor: Bärbel Oftring
Fotograf: diverse
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 80 Seiten



Autor:
Bärbel Oftring ist Biologin mit den Schwerpunkten Zoologie, Paläontologie und Botanik. Sie leitet seit vielen Jahren Naturforscher-AGs an Grund- und Hauptschulen. Ihr ist dabei wichtig, dass die Kinder sich auf das Abenteuer Natur einlassen und dabei ihre ganz eigenen Entdeckungen machen können. Zwei ihrer Bücher wurden für den Jugendsachpreis des Vereins für Leseförderung nominiert.


EIN GARTEN FÜR TIERE

"Ein Garten für Tiere" ist in der Reihe "Wir lieben Garten" des Kosmos Verlags erschienen. Das Buch ist kompakt im Umfang, aber auch im Preis, und neben den Informationen, die auf den 80 Seiten im Buch zu finden sind, kann man über QR-Codes im Buch (oder direkten Links auf der Kosmos-Verlagsseite) weiterführende Informationen entdecken.

Der Ratgeber umfasst folgende Kapitel:
* Gestaltung
* Praxis
* Porträts
... die jeweils in drei Schritte gegliedert sind:
* alles im Überblick
* alles Wissenswerte
* alle Extras

"Alles im Überblick" bietet auf einer Doppelseite einen schnellen Einblick in das jeweilige Kapitel, "alles Wissenswerte" ist jeweils der umfangreichste Schritt eines Kapitels.
Im Glossar befinden sich außerdem nützliche Adressen und ein Stichwortregister.

Der Ratgeber ist eine Fundgrube für alle Gärtner, die ihren Garten naturnaher gestalten und mit der Natur leben wollen. So kann ich gar keine Spots auf besonders hilfreiche Punkte legen, da der Ratgeber für mich durchgehend interessant war und meinem Geschmack - was Gartengestaltung betrifft - sehr nahe kommt. Damit Tiere wie Schmetterlinge, Hummeln oder gar Siebenschläfer zu dauerhaften Gästen im Garten werden, liegt der Hauptaugenmerk auf der Auswahl der Bepflanzung: was schmeckt welchem Tier? Oder der umgekehrte Fall: mit welchen Kräutern und Blumen kann ich Schädlinge von meinen Pflanzen fern halten. Wenn eine gute Planung für einen Naturgarten vorliegt, wird sich von selbst ein biologisches Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen einstellen. In dem Buch werden in Wort und Bild noch mehrere Gestaltungsmöglichkeiten für einen naturnahen Garten, für kleinen, mittleren und großen Platz vorgestellt. Passend zum Titelthema sieht man diese Plätzchen bereits bewohnt von den tierischen Gartenbesetzern. Nicht immer sieht es in einem Naturgarten ordentlich aus, denn viele Ecken liegen versteckt, alte Wurzeln bieten Schutz und Schatten. Für dauerhafte Mitbewohner sind diese versteckten "unordentlichen" Rückzugsmöglichkeiten ein absolutes Muss.

Weiteres aus dem abwechslungs- und leerreichen Inhalt:
* Draußen im Garten mehr erleben (für Kids): Tipi aus Bambusstöcken bauen, Insekten mit der Becherlupe beobachten, eigene Kräuter und Blumen pflanzen
* Trockenmauern und Trockenspiralen für den Kräuteranbau
* Minigewässer: Teiche anlegen im Fass oder Trog
* Wände und Dächer begrünen
* Vögel füttern, Nistkästen selbst bauen
* Insektenhotel
und und und... Das Buch bietet eine erstaunlich große Vielfalt an Themen und Ideen zur Umsetzung.

Im Portraitkapitel werden heimische Pflanzen und Tiere in verschiedenen Gruppen in Foto und Text präsentiert:
* Bäume und Sträucher
* Stauden und Blumen
* Wilde Früchtchen im Garten
* Amsel, Drossel, Fink und Star...
* Bunte Edelsteine der Lüfte
* Bienen und Co.
Dank der guten, kompakten und recht vollständigen Porträts kann ich nun mit neuem Wissen glänzen, wenn mir meine Tochter beim Anblick eines Schmetterlings oder einer Spinne Löcher in den Bauch fragt.

Fazit:
Für Einsteiger in das Thema "Ein Garten für Tiere" bietet dieser Ratgeber einen sehr kostengünstigen Einblick, der durch Links auf die Verlagsseite noch vertieft werden kann. Zudem kann man über die im Buch enthaltenen Serviceadressen viele weitere Informationen aus dem WWW ziehen, ohne zu einem umfangreicheren und kostspieligeren Ratgeber greifen zu müssen. Für gerade mal 80 Seiten ist dieser Ratgeber erstaunlich abwechslungsreich und informativ gestaltet und bietet einen größeren Einblick in die Thematik als es das kleine und dünne Format auf den ersten Blick vermuten lässt.

Samstag, 24. August 2013

[REZENSION] Verwechseljahre (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Verwechseljahre
Autor: Hera Lind
Sprecher: Doris Wolters
Verlag: Audiobuch
Reihe: -/-
Ausführung: Autorisierte Lesefassung, 276 Minuten, 4 CDs



Autor:
Hera Lind (geb. 1957) studierte Germanistik, Theologie und Gesang. Während ihrer ersten Schwangerschaft schrieb sie ihr erstes Buch "Ein Mann für jede Tonart", das wie alle folgenden Romane zum Bestseller wurde. Viele ihrer Bücher wurden verfilmt; am bekanntesten ist "Das Superweib" mit Veronica Ferres in der Titelrolle. Von Alice Schwarzer als „kleine Schwester“ bezeichnet, schreibt sie Frauenliteratur mit hohem Unterhaltungswert.

Sprecher:
Doris Wolters arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin in Hörspielen sowie Hörfunk- und Fernsehfeatures des SWR, DRS und ARTE. Sie erhielt 2012 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin für ihre Lesung von Zsuzsa Bánks "Die hellen Tage". Ihre Stimme ist auf zahlreichen weiteren Hörbüchern des Audiobuch Verlags zu hören. Darunter finden sich literarische Spitzen und lyrische Ausflüge, aber auch spannende Unterhaltungsliteratur und eindringliche Biographien. Ob heiter-ironisch oder ernsthaft, selbstbewußt oder sanft-zurückhaltend, Doris Wolters versteht es die richtige Stimmung eines Textes einzufangen.


VERWECHSELJAHRE

Auch wenn Carin noch bei ihrer Mutter wohnt, was mit 46 Jahren wohl eher als unpassend angesehen wird, führt sie ein glückliches Leben. Mit ihren Freundinnen Billi und Sonja geht sie durch dick und dünn. Wenn sie mit ihren Mädels zusammen ist, können nicht einmal die Kuppelversuche ihrer Mutter ihre Stimmung trüben. Eines Tages jedoch erhält Carin einen Anruf, der sie leicht aus der Bahn wirft und der sie daran erinnert, dass es etwas gibt, von dem sie ihren Freundinnen bisher nie erzählt hatte. Nun wird es wohl Zeit endlich reinen Tisch zu machen. Wenn Carin geahnt hätte was das alles nach sich ziehen wird, wer weiß, ob sie den Anruf überhaupt entgegen genommen hätte...

Wenn einen die eigene Mutter mit 46 Jahren mit dem Nachbarn verkuppeln will, von dem man eigentlich gar nichts wissen möchte, glaubt man nicht, dass es noch schlimmer kommen könnte. Doch als Carin einen mysteriösen Anruf erhält, wird ihr genau das nach und nach klar. Gemeinsam mit ihren Freundinnen versucht sie die neue Situation so gelassen wie möglich anzugehen, das ist allerdings leichter gesagt als getan. Der Hörer verfolgt gebannt die weitere Entwicklung der Geschichte, die immer wieder aufs neue Überraschungen birgt. Einige Passagen sind sicherlich vorhersehbar, im Großen und Ganzen allerdings gibt es immer wieder Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hätte.

Hera Lind spickt das Geschehen mit ihrer ganz eigenen humorvollen Note. Dabei wird aber darauf geachtet, nicht zu albern zu werden und schon gar nicht die Ernsthaftigkeit zu vergessen, die ebenfalls in der Geschichte mitschwingt. Es wird allerdings immer versucht die Stimmung locker und leicht zu halten, damit keine zu gedrückte Atmosphäre aufkommt.

Doris Wolters liest die Geschichte mit einer solchen Leidenschaft, dass dem Hörer gar nichts anderes übrig bleibt, als sich in den Bann ziehen zu lassen. Die Atmosphäre der Ereignisse bringt sie großartig rüber, so dass man beinahe das Gefühl hat selber ein Teil der Geschichte zu sein. Man hat das Geschehen bildlich vor Augen, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass die Sprecherin selber die Geschichte richtiggehend lebt.

Freitag, 23. August 2013

[COOL-TOUR-KATZE] Zettels Theater: Timon von Athen

Redakteur: Anette Leister


Auch dieses Jahr besuchte ich die Freiluftdarbietung des Zettels Theater in Wörrstadt zwischen den Kirchen gemeinsam mit meiner Freundin Ina. Auf dem Programm stand - ganz aktuell zur Euro-Krise und dem griechischen Schuldenloch - "Timon von Athen".
Laut Theaterleiter Andreas Koch das unbekannteste Stück Shakespeares und das einzige, zu dem es keine Reclamausgabe gibt (ich nehme mal an, es stimmt, nachgeprüft habe ich es nicht *g*). Auf jeden Fall muss ich gestehen, dass es selbst mir völlig unbekannt war, bis das Zettels Theater den Spielplan für 2013 bekannt gab, obwohl ich bereits einige Shakespearestücke gelesen und/oder im Theater gesehen habe.

Als Timon, ein wohlhabender und angesehener Bürger Athens, erfährt, dass sein Freund Ventidius von Gläubigern ins Gefängnis gebracht worden ist, entschließt er sich, dessen Schuld zu begleichen, damit er freikomme. Seinem Sklaven Lucilius gibt er Geld, damit der seine Angebetete heiraten kann. Er akzeptiert das Gedicht eines Dichters, das Gemälde eines Malers und bewundert den Schmuckstein eines Juweliers, die ihn umschmeicheln. Auf einem seiner Feste erscheinen seine zahlreichen Gäste, die sich von Timon beschenken lassen; anwesend ist auch Apenmantus, der aber nur die Schmeichler bei der Arbeit sehen will. Timon missachtet seinen Verwalter Flavius, der ihn angesichts seiner bedenklichen finanziellen Lage warnen will, und verschwendet letztlich sein gesamtes Vermögen, ist verschuldet, seine Ländereien sind verpfändet.
Schon erscheinen die Diener dreier Gläubiger in seinem Haus und verlangen Zahlung. Deshalb schickt Timon drei Diener zu seinen "Freunden" und bittet sie um Hilfe, doch werden seine Diener - für Timon völlig überraschend - abgewiesen. Auch Ventidius ist nicht bereit, ihm Geld zu leihen. Darauf beschließt Timon, noch ein letztes Fest zu geben. - Im Senatshaus beraten einige Senatoren das Schicksal eines Mannes und verurteilen ihn zum Tode; dagegen protestiert Alkibiades und wird verbannt. Auf Timons Einladung erscheinen viele seiner „Freunde“ bei ihm; als sie aber speisen wollen, müssen sie erkennen, dass ihnen nur dampfendes Wasser und Steine serviert wurden. Timon beschimpft seine Gäste, schlägt auf sie ein und erklärt, dass er fortan alle Menschen hasse.
Daraufhin zieht er sich verbittert in den Wald zurück. Nach Wurzeln grabend findet er dort durch Zufall Gold. Gegenüber dem mit zwei Prostituierten im Wald auftauchenden Alkibiades bezeichnet sich Timon als Misanthropen, Alkibiades' Freundschaftsangebot weist er dementsprechend zurück. Als Timon aber von Alkibiades' geplantem Feldzug gegen Athen erfährt, gibt er ihm Gold. Den gleichfalls mit Gold beschenkten Prostituierten trägt er auf, mit ihrem Beruf fortzufahren und Krankheiten zu verbreiten. Dann sucht ihn Apemantus auf, beide liefern sich ein die Grenze zur Beleidigung bisweilen überschreitendes Wortgefecht. Zwei Dieben gibt er wiederum Gold und den Auftrag, in Athens Geschäfte einzubrechen und soviel zu stehlen, wie er ihnen gegeben hat. Schließlich kommt Flavius zu Timon und will ihm Geld geben; Timon räumt ein, es gebe jedenfalls einen anständigen Menschen unter den Schurken der Welt.
Von der Kunde von Timons Gold angelockt erscheinen der Dichter und der Maler, um sich wieder einzuschmeicheln, werden aber von Timon durchschaut. Vergeblich ist auch der Versuch zweier Senatoren, Timon zur Rückkehr nach Athen zu bewegen, offenbar damit er der Stadt gegen Alkibiades helfe. Unterdessen beginnt Alkibiades eine Belagerung Athens. Letztlich stirbt Timon, während Alkibiades die Stadt kampflos erobert mit der Zusage, niemandem zu schaden außer seinen und Timons Feinden.
(Quelle: Wikipedia)

Die Theatertruppe rund um Andreas Koch peppte des Stück wie aus vorangegangenen Jahren den regelmäßigen Besuchern des Zettels Theaters bereits bekannt, mit modernen Requisiten und aktuellen Bezügen auf.


 

 

 

 


Trotz zahlreicher kritischer Untertöne war "Timon von Athen" ein wesentlich leichterer und - zumindest szenenweise - heiterer Stoff als das im letzten Jahr aufgeführte Stück "Richard III" (ich glaube, das ist aber auch wirklich das negativste, längste, depremierenste und blutigste Stück aus Shakespeares Feder).

Leider pflegt das Zettels Theater derzeit keine Homepage, besitzt aber seit einiger Zeit eine Facebookseite. Allen theaterbegeisterten Rheinhessen und Rheingauern sei diese Truppe mit ihren einzigartigen Shakespeareadaptionen ans Herz gelegt: haltet die Augen offen, wenn die Freiluftsaison 2014 startet, ob das Zettels Theater auch in eurer Nähe eine Vorstellung gibt, ihr werdet es nicht bereuen!