Dienstag, 3. Dezember 2013

[REZENSION] Spiel der Angst

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Spiel der Angst
Autor: Veit Etzold
Übersetzer: -/-
Verlag: Ink
Reihe: Band 2
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Broschur, 352 Seiten



Autor:
Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Englische Literatur und Kunstgeschichte am King’s College London. Er arbeitete für Medienunternehmen, Banken, in der Unternehmensberatung und an Universitäten in Berlin, Frankfurt, London, New York und Barcelona. Veit Etzold lebt in Berlin.


SPIEL DER ANGST

Emily und Ryan wollten in New York noch einmal ganz neu anfangen. Zunächst erschien auch alles ruhig und die Anspannung fiel mehr und mehr von ihnen ab. Doch plötzlich erhält Emily eine Botschaft, die ihr regelrecht das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und noch schlimmer: Die Nachricht erinnert sie sofort an den Psychopathen, der sie und ihre Freunde im letzten Jahr in London terrorisiert hat. Nun soll sie wieder ein Spiel mit ihm spielen. Aber der Irre ist doch bereits seit einem Jahr tot...

Sie war genauso schön wie damals. Ihre roten Haare, die im milden Herbstwind wehten, die grünen Augen, die neugierig, aber auch etwas unsicher in die Welt blickten.
Und er hasste sie noch immer. Doch irgendwie bewunderte er sie auch.
Sie war letztes Jahr noch einmal davongekommen. Ein Glückskind, das ganz am ende von der Klippe des Abgrunds zurück aufs rettende Land gesprungen war.
Damals. (S. 24)

Das „Spiel des Lebens“ ist vorbei, was folgt ist das „Spiel der Angst“. Für Emily wird der pure Alptraum zur Wirklichkeit. Alles, was sie dachte, dass sie hinter sich gelassen hätte, kommt nun wieder an die Oberfläche und will sich holen, was es damals nicht geschafft hat. Die grausame Wahrheit dringt immer mehr in die Köpfe der Protagonisten ein, so dass man die Entwicklung der Gedanken verfolgen kann.

Wie bereits im ersten Band, wird auch dieser aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Mal ist man an Emilys Seite, die alles versucht, um die Anforderungen des Psychopathen zu erfüllen, damit niemand zu Schaden kommt. Andererseits erfährt man aber auch aus Sicht des Täters selber einiges, vor allem über seine Gedanken und Gefühle. Ob diese tatsächlich nachvollziehbar sind oder eher dem Produkt eines geschädigten Geistes entsprechen, sei dahin gestellt. Stellte man sich vor, man würde Emilys Part übernehmen, wäre man sicherlich schon das ein oder andere Mal einfach umgekippt. Die Anspannung ist regelrecht körperlich zu spüren, obwohl man sich gar nicht selber vor Ort befindet. Es ist fast so als müsse man selber das Spiel spielen.

Trotz zunehmender Spannung erscheint vieles bekannt, was nicht zuletzt daran liegt, dass oft Anspielungen auf den ersten Band gemacht werden. Hier hätte man sich manches Mal weniger Parallelen gewünscht, mehr Unvorhersehbares. Natürlich weiß man bis zum Schluss nicht, wie die Geschichte ausgehen wird, auch wenn man sicherlich eine Tendenz hat. Dennoch wirkt die Parallelität mitunter etwas ernüchternd, was wirklich schade ist.

„Spiel der Angst“ ist durchaus auch lesbar ohne das „Spiel des Lebens“ zu kennen, denn es wird sehr stark auf den ersten Band eingegangen. Wichtige Ereignisse werden nochmals kurz beleuchtet, so dass man auch als Neuling sofort im Bilde darüber ist, was sich damals in London ereignet hat. Ob es schließlich noch einen weiteren Band geben wird, lässt sich hundertprozentig nicht beantworten, der Schluss lässt zwar nicht viele Interpretationsmöglichkeiten offen, aber wer den Inhalt kennt, weiß, dass nahezu alles möglich ist.

Im Gegensatz zum ersten Band ist „Spiel der Angst“ ein winziges bißchen schwächer, bringt den Puls aber dennoch ganz schön zum Rasen und das Blut in Wallung.


Reiheninfo:
Band 1: Spiel des Lebens

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