Sonntag, 15. Dezember 2013

[REZENSION] Schaurige Weihnacht überall

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Schaurige Weihnacht überall
Autor: Friederike Schmöe
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 247 Seiten



Autor:
Friederike Schmöe wurde 1967 in Coburg geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik promovierte und habilitierte sie. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin für Linguistik an den Universitäten in Bamberg und Saarbrücken schreibt sie seit 2000 Kriminalromane und Krimikurzgeschichten. Außerdem gibt sie Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene im In- und Ausland und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie in Begleitung von Musikern aus ihren Werken liest. Neben der Arbeit an einer Krimireihe um die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy schreibt sie an einer Krimiserie mit der Münchner Ghostwriterin Kea Laverde als Hauptfigur. Der 2009 erschienene erste Band wurde von Brigitte unter den „besten Taschenbüchern für den Urlaub“ empfohlen.


SCHAURIGE WEIHNACHT ÜBERALL

Als Ilsa ihren Mann verlässt und sich kurzerhand auf den Weg in ihr Ferienhaus begibt, hat sie noch keine Ahnung, was die diesjährige Vorweihnachtszeit für sie bereit hält. Ruhig und besinnlich wird es auf jeden Fall nicht. An einer Tankstelle begegnet sie der verstörten Moni, aus der außer seltsamem Gestammel nicht viel herauszubekommen ist. Kurzentschlossen nimmt Ilsa Moni mit in ihr Ferienhaus, woraufhin die Ereignisse sich beinahe überschlagen. Denn es gibt einen Grund, weshalb Moni nicht mehr weiß was geschehen ist, bevor sie an der Tankstelle aufgelesen wurde...

Als meine Hand den Lichtschalter drückte und das Neonlicht aufflammte, schrak ich zurück.
Der Dreck an den Händen der Frau war Blut. Auch ihr beigefarbener Troyer und ihre Jeans waren voll davon. An der Stirn hatte sie eine Wunde. Aber die sah nicht so schlimm aus. Eher ein großer Kratzer. Der konnte keinesfalls so heftig geblutet haben, dass ihre Hände und ihre Klamotten vor Blut starrten. (S. 29)

Der Grundrahmen dieses Weihnachtskrimis wird von Ilsa aus der Ich-Perspektive erzählt. Da es jedoch unumgänglich ist auf vergangene Ereignisse zurückzugreifen, um das Geschehen nachvollziehen zu können, wechseln Orte und Perspektiven von Zeit zu Zeit. Da dies nicht explizit zuvor angekündigt wird, muss man sich zu Anfang erst einmal ein wenig zurecht finden. Doch im weiteren Verlauf wird es immer einfacher, da man nun die handelnden Personen bereits kennt und sie den jeweiligen Orten und Zeiten besser zuordnen kann.

Man neigt hier eher weniger dazu einer oder mehr Personen großartige Sympathien entgegen zu bringen. Denn es bleibt quasi bis zum Schluss undurchsichtig wer auf welcher Seite steht. Ebenso laden die bereits bekannten Charaktereigenschaften der Figuren nicht unbedingt dazu ein, sich mit ihnen zu identifizieren, dafür kann man oft zu wenig Verständnis für diverse Verhaltensweisen aufbringen.

Gefangen wird man von dem Geschehen an sich dennoch. Auch wenn die Spannung zu Anfang nicht recht aufkommen mag, was sicherlich mit daran liegt, dass man sich erst zurecht finden muss, steigert sie sich im weiteren Verlauf immer mehr. Es werden diverse Fährten gelegt, denen der Leser bereitwillig folgt, nur um festzustellen, wieder in einer Sackgasse gelandet zu sein. Ebenso undurchsichtig wie die Charaktere ist nämlich auch die Handlung als solche. Bis zum Ende ist nicht ersichtlich, wem man Glauben schenken darf, wovon natürlich auch der Ausgang des Geschehens abhängt. Dementsprechend muss man sich so lange gedulden, bis die tatsächlich relevanten Hinweise gestreut werden, die es dann natürlich auch erstmal zu entdecken gilt.

Trotz einem etwas mäßigeren Anfang, fängt die Geschichte sich noch im ersten Drittel. „Schaurige Weihnacht überall“ ist, wie auf dem Cover betitelt, ein eiskalter Krimi, der den Leser, sobald er einmal gefangen ist, nicht mehr los lässt. Dieses Weihnachtsfest wird gefährlich!

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