Samstag, 23. November 2013

[REZENSION] Der Kuss der Nacht

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Kuss der Nacht
Autor: Andrea Schneeberger
Übersetzer: -/-
Verlag: Tempus Logus Verlag
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 180 Seiten



Autor:
Mit 9 Jahren entdeckte Andrea Schneeberger ihre Begeisterung fürs Schreiben. Ihr erstes Buch „Der Kuss der Nacht“ erschien 2002. In den Jahren darauf folgten weitere Romane und Veröffentlichungen von Kurzgeschichten. Andrea Schneeberger lebt in Zürich.


DER KUSS DER NACHT

Die 16-jährige Grace hat es nicht leicht, denn ihre Eltern liegen ständig im Streit miteinander. Eines abends, als sie mit ihrer besten Freundin ausgeht, lernen die beiden Aurèle kennen. Ihn umgibt eine geheimnisvolle Aura, die Grace sofort anzieht. Er ist davon überzeugt, ein Vampir zu sein und gibt sich dementsprechend. Je mehr Grace sich mit ihm anfreundet, desto mehr verschwimmt auch ihre Wahrnehmung und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion müssen neu gesteckt werden...


Mit einer ruhigen und besonnenen Bewegung, die keine Hast oder Gier verriet, führte er meinen Arm an seinen Mund. Bei jedem Zug fühlte ich ein Ziehen, aber es hatte keine Bedeutung. Überhaupt war für mich Schmerz nur noch ein Wort. Vampire fühlten keinen Schmerz. (S. 122)

Bereits zu Beginn wird deutlich, dass die Hauptprotagonistin Grace eine unheimliche Last auf ihren Schultern trägt. Somit ist die Atmosphäre sehr gedrückt, was sich auch auf die Stimmung des Lesers auswirkt. Das hat aber durchaus seinen positiven Aspekt, denn so kann man sich besser in Grace, die als Ich-Erzählerin auftritt, hineinversetzen. Ihre Gedankengänge mögen zu Anfang etwas wirr erscheinen, doch im Laufe des Geschehens kommt man schließlich dahinter und kann ihr besser folgen.

Immer wieder kommt es zu Zeitsprüngen, die zunächst ebenfalls für den ein oder anderen verwirrenden Moment sorgen. Da sie nicht angekündigt werden, braucht man ein paar Sätze, bis man verstanden hat, ob man sich nun in der Gegenwart oder in der Vergangenheit befindet. Doch auch hier findet man sich nach und nach immer besser zurecht, so dass die Sprünge nicht mehr belastend, sondern hilfreich sind, um das Gesamtgeschehen zu verstehen und richtig einschätzen zu können.

Da man Grace auf ihrem Weg begleitet, erhält man einen tiefen Einblick in ihr Leben. Auch ihr Gefühle bleiben dabei nicht außen vor, so dass sie ein sehr umfassendes Bild ergibt, trotz der recht geringen Seitenzahl. Es wird sich nicht lange mit Personenbeschreibungen aufgehalten, vielmehr erfährt man vieles durch diverse Handlungen, Aussagen oder Gedanken, so dass sich mit der Zeit ein gutes und nachvollziehbares Gesamtbild aufbaut.

Der Fantasy-Aspekt wird nicht so ausgeführt, wie man zunächst vermuten mag. Was aber nicht unbedingt als negativ anzusehen ist. Hier wird einfach mal eine andere Seite, eine andere Richtung angesprochen, die man nicht so häufig in Büchern findet. Und gerade dadurch wirkt es erfrischend. Das Geschehen ist spannend aufgebaut, und obwohl es den ein oder anderen Hinweis darauf gibt, worauf die Geschichte hinauslaufen wird, so kommt es doch immer mal wieder zu Überraschungen, die nicht vorhersehbar sind.

„Der Kuss des Nacht“ ist ein spannender, interessanter und äußerst kurzweiliger Schmöker, der auf jeden Fall eine Chance verdient hat. Man sollte sich einfach drauf einlassen.

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