Mittwoch, 4. September 2013

[REZENSION] Dead Cat Bounce

Redakteur: Susanne Kohler

Titel: Dead Cat Bounce (OT: Dead Cat Bounce)
Autor: Nic Bennett
Verlag: Script5
Übersetzer: Bea Reiter
Reihe: Dead Cat Bounce 1
Ausführung: Klappenbroschur, 352 Seiten



Autor:
Nic Bennett ist in London aufgewachsen, hat aber auch einige Jahre seiner Kindheit in Afrika verbracht. Die weltweite Finanzkrise inspirierte ihn zu diesem Thriller, zumal er selbst schon als Börsenmakler gearbeitet hat. Sein Debüt "Dead Cat Bounce" ist an eigene Lebenserfahrungen angelehnt. Heute lebt Nic Bennett in Kapstadt.



DEAD CAT BOUNCE

Jonah Lightbody ist sich schon mit zwölf Jahren ganz sicher, was er später beruflich machen möchte. Sein Ziel ist es Börsenmakler zu werden und damit Millionen zu verdienen. Gereift ist dieser Entschluss durch einen "Boys and Girls Day", einen Schnuppertag in der Helsby Cattermole Bank, in der sein Vater arbeitet. Während dieser sichere Börsengeschäfte bevorzugt, steht der Baron für das Spiel mit dem Risiko. Er ist einer der Eigenhändler der Bank und Jonahs großes Vorbild.

Franky lächelte wieder. "Wir nicht. Wir sind Überflieger. Alle anderen sind Weicheier." Auch der Baron hatte von Überfliegern und Weicheiern gesprochen, doch der Unterschied war Jonah immer noch nicht klar. "Was sind Überflieger und Weicheier?" Franky lachte wieder. "Das ist ein Baronismus. Dem Baron zufolge gibt es nur zwei Arten von Menschen auf der Welt: Es gibt Überflieger, die gern Spaß haben, Regeln brechen, Risiken eingehen und einfach weitermachen, wenn mal etwas schief läuft. Und es gibt Weicheier, die sich die ganze Zeit beschweren, sich immer an die Regeln halten und Angst haben, etwas Ungewöhnliches zu tun, weil es vielleicht in die Hose gehen könnte." (S.52)

Da der Baron Jonahs Talent erkannt hat, fördert er den Jungen im Verborgenen. Jonahs Vater möchte seinen Sohn am liebsten von Hellcat, wie die Bank kurz genannt wird, fernhalten. Als jüngster Mitarbeiter fängt Jonah dann aber doch ein paar Jahre später dort an. Er hat Erfolg und taucht ein in ein neues, luxuriöses Leben. Erst viel zu spät merkt er, dass er zum Spielball einer Intrige geworden ist und ihm mächtige Gegner auf der Spur sind. Er muss eine wichtige Entscheidung treffen. Rasant wandelt sich sein "Überflieger"- Leben zu einem Albtraum und er befindet sich fortan in großer Gefahr.

Nic Bennetts Debütroman "Dead Cat Bounce" ist der erste von zwei Teilen. Der Thriller richtet sich besonders an junge Erwachsene und wird mit seinem spannenden Themengebiet: Geld, Macht und Adrenalin, dieser Zielgruppe auch gerecht. Wie Jonah bekommt auch der Leser einen interessanten Einblick in die Vorgänge an der Börse und nebenbei werden einige Begriffe erklärt, ohne, dass es zu belehrend wirkt. Der Schreibstil ist fesselnd, das Tempo rasant. Der actionreiche Thriller zieht seine Leser mitten ins Geschehen und lässt sie atemlos die Seiten umblättern.

Jonah muss über sich selbst hinaus wachsen und lebenswichtige Entscheidungen treffen. Die Charaktere sind ihren persönlichen Veränderungen unterworfen, dadurch erscheinen sie nicht gleichförmig. Manche wirken etwas übertrieben, aber deswegen nicht unbedingt unglaubwürdig. Die Spezies der Finanzhaie scheint gut getroffen zu sein. Die ganze Geschichte übt einen speziellen Reiz aus, da der Aktienhandel eine ganz eigene Faszination auslöst, das schnelle Geld, die Geschwindigkeit, die hohen Gewinne, aber auch das Risiko und die möglichen heftigen Verluste. Es ist ein gefährliches Pflaster auf dem sich der Protagonist bewegt. Und wo viel Geld fließt und es um Macht geht, da sind auch die richtig bösen Buben nicht weit entfernt. Der erste Teil endet an einer guten Stelle, trotz dessen lässt der Cliffhanger einen hoffen, die Fortsetzung möge nicht zu lange auf sich warten lassen.

"Dead Cat Bounce" - ein gelungener Jugend- Thriller, actiongeladen, temporeich und aktuell. Ein beeindruckender Ausflug in die Finanzwelt mit ihren Höhen und Tiefen, ihrem Nervenkitzel und der lauernden Gefahr.

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