Dienstag, 6. August 2013

[REZENSION] Vergiss das mit dem Prinzen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Vergiss das mit dem Prinzen (OT: Unsuitable Men)
Autor: Pippa Wright
Übersetzer: Eva Malsch
Verlag: Blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 416 Seiten



Autor:
Pippa Wright lebt in London und arbeitet in der Verlagsbranche. Vergiss das mit dem Prinzen ist nach Willkommen im Wahnsinn ihr zweiter Roman, und die Cosmopolitan erklärte sie bereits zur zukünftigen Königin der romantischen Komödie.


VERGISS DAS MIT DEM PRINZEN

Rory hatte bisher nur einen festen Freund, und der hat gerade nach elf Jahren Beziehung mit ihr Schluss gemacht. Da sie nicht so recht weiß wohin mit sich, da ihr eine solche Situation gänzlich fremd ist, zieht Rory erstmal zu ihrer Tante, die sie liebevoll aufnimmt und natürlich versucht aufzumuntern. Währenddessen überfällt Rorys Kollegin sie mit dem Rat, sich erstmal nur mit unpassenden Männern zu treffen, um schlussendlich dann den Richtigen zu finden. Eigentlich ist sie zunächst nicht wirklich begeistert von der Idee, aber wenn man daraus dann auch noch eine Kolumne machen kann, da man schließlich journalistisch tätig ist, umso besser...

Es ist gar nicht so einfach die Hauptprotagonistin Rory zu beschreiben. Sie hatte es bisher beziehungstechnisch immer recht leicht. Die Partnerschaft war quasi eine sichere Basis für sie, und eigentlich war eine Trennung nie in Sicht. Jetzt wird sie abrupt aus diesem Traum gerissen und weiß gar nicht wie ihr geschieht. Am ehesten würde das Wort naiv wohl passen, wenn es auch nicht ganz das beschreibt, was charakterlich von ihr beim Leser ankommt. Man ist sich auch gar nicht immer so sicher, ob sie sich unbewusst so verhält oder ob es Taktik ist, weshalb man etwas schwankt, wenn es um die Sympathie geht. Da Rory die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, wäre es ein leichtes, den Leser zu manipulieren, aber konkrete Indizien findet man nicht, es ist mehr ein Gefühl, dass hin und wieder auftritt.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, so dass sich das Geschehen gut und flüssig verfolgen lässt. Das Vokabular ist angepasst, je nachdem in welcher Situation man sich gerade befindet, und mit wem. Das ist sehr gut gemacht und wirkt authentisch, denn im wahren Leben spricht und verhält man sich auch oft anders je nachdem wo man sich gerade aufhält oder mit wem man zusammen ist. Die Seiten fliegen nur so vorbei, kaum schaut man einmal weg, ist man schon am Ende angelangt.

Von der Idee her ist die Geschichte nichts absolut neuartiges, dennoch kommt es, wie immer, auf die Umsetzung an. Im Grunde hat Rory gar kein Verlangen danach sich mit unpassenden Männern zu treffen, und dann auch noch darüber zu schreiben. Es ist mehr eine Kurzschlussreaktion, die sie das Experiment dann doch aufnehmen lässt. Aber gerade weil sie nicht so enthusiastisch bei der Sache ist, wie man vermuten würde, bewegt sich die Geschichte schon in eine etwas andere Richtung als erwartet. Überhaupt gibt es ein, zwei Wendungen, die man nicht vorhersehen kann, aber selbstverständlich geschieht auch einiges was von vornherein klar war. Man wäre auch ein wenig enttäuscht, wenn das nicht der Fall wäre, also ist die Umsetzung gut gelungen.

„Vergiss das mit dem Prinzen“ ist ein kurzweiliger, unterhaltsamer Roman. Romantisch, chaotisch und witzig, einfach zum Schmunzeln und um ein paar Stunden der Realität zu entfliehen, auch wenn man sie teilweise im Buch wiederfindet.

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