Montag, 29. Juli 2013

[REZENSION] Der Huträuber

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der Huträuber (OT: El ladrón de sombreros)
Autor: Susana Sutherland de la Cruz
Illustrator: Rafael Vivas
Übersetzer: Rosemarie Griebel-Kruip
Verlag: Mixtvision
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 3-6 Jahre
Ausführung: Hardcover, 32 Seiten oder E-Book



Autor:
Susana Sutherland de la Cruz, 1963 in Madrid geboren, reiste in jungen Jahren quer durch Spanien und landete schließlich in Gran Canaria, wo sie eine Familie gründete und 15 Jahre lang lebte, bevor sie nach Madrid zurückkehrte. Hier arbeitete sie lange für eine Stiftung. Seit ihrer Kindheit schreibt sie Ge-schichten und ist heute als Autorin erfolgreich. Für ihr literarisches Werk erhielt sie bereits zahleiche Auszeichnungen. Sie lebt mit ihren Söhnen in Madrid.

Illustrator:
Rafael Vivas ist Anwalt, aber auch Illustrator und Cartoonist. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. gewann er den Illustratorenpreis Apelles Mestres und wurde für die Ilustrísimos exhibition der Kinderbuchmesse in Bologna ausgewählt.


DER HUTRÄUBER

am Anfang
steht nur ein einsamer Zylinder auf einer Seite
ZU VERKAUFEN

"Der Huträuber" behandelt in poetischen und ausdrucksvollen Bildern und einer zurückgenommenen und trotzdem ausdrucksstarken Sprache die Verantwortlichkeit der Menschen gegenüber ihren Mitbewohnern auf dem Planeten Erde.
Zunächst wirkt die Geschichte verspielt und versponnen, wir sehen wehende Notizzettel, Menschentrauben, Hüte, die vom Wind von ihren Köpfen getrieben werden und pURZELBäumE schlagenD VERSCHWinden...
In welchem Märchen sind wir hier gelandet, ein jeder ruft nach einem Huträuber und versucht seine Kopfbedeckung wieder zu erhaschen. Doch, wer war der Dieb?

ES WAR EIN GROSSER SCHRECKLICHER MANN MIT RIESIGEN HÄNDEN!
Nein, nein... das war ein Geist!
Ich habe ein Monster gesehen mit zweihundert Köpfen!

Schneller, als es manch einem erwachsenen Vorleser klar wird, bemerkt der kleine Mitleser die Kraft und Aussagekraft der zarten Bilder aus der Feder Rafael Vivas', dass die geraubten Hüte nur eine Metapher für die zerstörten und verlorengegangenen Lebensraum der Tiere sind. Nach einer Feuersbrunst bringt jedoch ein ganz besonderer Regen neuen Lebensraum, Nistplätze, und Hoffnung für die heimatlosen Tiere.

Obwohl die Seiten des Buches zunächst klar und überschaubar wirken, durch den dezenten Farbeinsatz von Rafael Vivas und die geringe Tiefe der Bilder, steckt auf den zweiten Blick viel mehr dahinter. Bildkomposition und Schriftsatz lassen nicht nur in, sondern auch zwischen den Zeilen der Geschichte lesen. In der Zusammenstellung, dass sehr kleine Kinder der angedachten Zielgruppe gemeinsam mit ihren Eltern oder Erziehern dieses Buch anzusehen und sich vorlesen lassen, bietet sich hier jede Menge Gesprächsstoff durch die unterschiedlichen Perspektiven, von denen aus dieses Buch betrachtet wird. Welche Elemente lösen welche Wirkung auf die Vorlesenden oder die Zuhörenden aus, welche Gedanken und Gefühle bewirken die Bilder bei Kindern und welche bei Erwachsenen? Auch erzählen nicht nur die Schrift und die Bilder an sich, hinter der Anordnung und der Verwendung unterschiedlicher Typographie verbergen sich ebenfalls Aussagen.

Dem Weg ans Ende ist manchmal schwer zu folgen, Naturkatastrophen beschweren die Reise, Verlust und Trauer begleiten den Weg. Aber am Ende steht pure Geborgenheit und spätestens an dieser Stelle sollte allen kleinen und großen Lesern dieser Geschichte klar sein, wie wichtig unsere Verantwortung gegenüber der Natur und unseren Mitbewohnern auf dem Planeten Erde ist.

VERKAUFT
und bewohnt

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Viele Grüße die Katze mit Buch und ihre Mitbewohner