Donnerstag, 31. Mai 2012

[TTT] Top Ten Thursday #66


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

10 blaue Bücher aus dem Bücherregal



Das Thema für Donnerstag, den 07.06.2012 heißt:
10 weiße Bücher aus eurem Bücherregal

Die nächsten Wochen geht es noch kunterbunt weiter beim TTT. Hätte ich nur letzte Woche schonmal vorab in die nächsten Themen geschaut, jetzt habe ich bei der roten Auswahl schon ziemlich viel rosa(rot) eingebracht, was noch separat als Farbe auftaucht :/
Mit blau hätte ich dagegen meine ganze Startseite zukleistern können, dabei hätte ich vorher darauf gewettet, dass mir blau mehr Schwierigkeiten macht als grün oder rot.

Dienstag, 29. Mai 2012

[REZENSION] Katzenjagd

Titel: Katzenjagd (OT: Dustbin cat)
Autor: Ingrid Lee
Illustrator: -/-
Übersetzer: Gerda Bean
Verlag: Chicken House
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten



Autor:
Ingrid Lee, 1948 in East York, Kanada geboren, fing erst richtig mit dem Schreiben an, als ihre Kinder groß waren. Zuvor arbeitete sie als Lehrerin und unterrichtete vieles, meistens jedoch Kunst und Englisch. Dass sie Geschichten über Tiere schreibt, ist kein Zufall - tatsächlich liefen ihr schon Tiere zu, die sie aufnahm und gesund pflegte.Heute lebt und schreibt Ingrid in Toronto. In ihrem Hinterhof steht eine kleine Hütte - für den Fall, dass mal wieder ein Hund oder eine Katzenfamilie einen Unterschlupf braucht.


KATZENJAGD

Nachdem mich bereits "Wunderhund" von Ingrid Lee verzaubert hatte, stand für mich außer Frage, dass ich auch ihr neues Buch "Katzenjagd" lesen muss.
Wo man dem "Wunderhund" am liebsten hinter den Ohren gekrault hätte, scheint es bei dem Cover von "Katzenjagd" nicht beinahe so, als würde man ein leises Schnurren hören?
Nein, natürlich nicht. Und die meisten Katzen, um die es in der Geschichte geht, haben auch leider keinen Grund dazu: verwahrlost - aus falsch verstandener Tierliebe, ausgesetzt - weil sie neben neuen Familienmitgliedern zur Last geworden sind oder weil sie die Möbel zerkratzen, ungeliebt - weil sie ein Auge oder ein Bein verloren haben, diese und ähnliche Schicksale besitzen die Straßenkatzen der kleinen Stadt Clydesdale, in der Billy wohnt.
"Katzen Namen zu geben ist Zeitverschwendung", knurrte er. "Ein Name bedeutet, dass du auf der Welt einen Platz hast. Die wild lebenden Katzen haben keinen. Wenn die Gemeinde von der Kolonie erfährt, jagen die Leute die Katzen aus der Stadt. Oder tun noch was Schlimmeres." S.76
Billy fühlt sich in seiner Familie vernachlässigt und unverstanden. Sein Vater und seine Mutter haben oft Streit, seit seine Mutter sich beruflich fortbildet und sein Vater versucht eine engere Bindung zu seinem Sohn aufzubauen, in dem er ihm sein eigenes Hobby aufdrängt, mit dem Billy jedoch gar nichts anzufangen weiß. In dieser Situation tritt ganz unverhofft eine Katze in Billys Leben, die er vor seinen Eltern versteckt hält und die schon bald zu seiner besten Freundin wird. Doch als es immer schwieriger wird die Katze vor seinen Eltern versteckt zu halten, schließt Billy Freundschaft mit zwei jugendlichen Außenseitern, denen das Wohl der verwilderten Katzen der Stadt ebenso am Herzen liegt wie ihm. Zusammen schmieden sie einen Plan, wie sie den Katzen dauerhaft helfen und vor dem Zorn der Einwohner der kleinen Stadt beschützen können.

Vor der Szenerie einer Kleinstadt, mit gut ausgearbeiteten und vielschichtigen Charakteren bei Zwei- und Vierbeinern, zaubert Ingrid Lee eine zu Herzen gehende Tiergeschichte aufs Papier, die jedoch nie ins Kitschige abdriftet. Sie erzählt einfach klipp und klar, welche Schicksale unsere vierbeinigen Weggenossen erwarten können, wenn sie auf der Straße landen. Im Tierheim abgegeben und eingeschläfert zu werden ist dabei nicht das Schlimmste oder Traurigste, was den Tieren passieren kann. Wer Tiere und ganz besonders Katzen liebt, sollte beim Lesen die Taschentücher in der Nähe liegen haben, bei zwei oder drei Szenen hatte ich einen dicken Kloß im Hals, den ich nur mühsam herunterschlucken konnte.
Billy und seine beiden Freunde Salome und Luke wachsen dem Leser allein deshalb ans Herz, weil sie ihr ganzes Taschengeld und ihre Freizeit für die Katzen opfern. Wobei... in ein Tier zu investieren ist kein Opfer, denn man bekommt alles dutzendfach durch die bedingungslose Liebe und das Vertrauen zurück, die das Tier einem schenkt. Selbst Billys katzenhassender Vater wird eines Tages diese Erfahrung machen und dann ist es hoffentlich noch nicht zu spät für die Kolonie der wilden Katzen von Clydesdale.
Einige Zeichnungen machten Billy traurig. Es waren abgemagerte, räudige Katzen mit wildem Blick und gefletschten Zähnen zu sehen, die Mäuler voller Federn und Schwänze. Es gab Katzen mit halb abgerissenen Ohren, zerkratzten Nasen und gequetschten Pfoten. Und es gab Katzen, die in Käfigen gefangen oder in Plastik eingewickelt waren, die flach auf der Straße lagen und die jemand, ertrunken und triefend, in Abfallcontainer gestopft hatte. S.96
Allen Katzenbesitzer, und insbesondere denjenigen, die es noch werden wollen, lege ich diese bezaubernde Katzengeschichte ans Herz, die nicht nur von der innigen Freundschaft zwischen einem Jungen und einer ausgestoßenen Katze erzählt, sondern ganz nebenbei aufzeigt, wie wichtig eine artgerechte Haltung und Pflege der Tiere ist (denn Tiere bereiten nicht nur Freude und Spaß, sie machen auch Arbeit, können krank werden und ihre Versorgung kostet Geld) und von der Problematik verwilderter Katzen und der dringenden Notwendigkeit der Sterilisation von wilden, aber auch Hauskatzen berichtet. Wo zunächst nur eine Katze wild lebt und Junge auf die Welt bringt, ist ein Jahr später bereits eine ganze Kolonie zu hause. Denn natürlich ist auch die Gegenseite in ihrer Argumentation zu verstehen: wenn eine Katzenkolonie nicht durch gezielte Kastration eingedämmt wird, sind Probleme im Zusammenleben von Mensch und Tier früher oder später vorprogrammiert.

So bezaubernd wie der Inhalt des Buches ist auch sein stimmiges Layout. Nicht nur im Titel ist statt dem J in "Katzenjagd" eine Fischgräte enthalten, über jedem Kapitel sind entsprechend der Kapitelnummer ebenfalls Fischgräten zu finden. Ist das nicht zum Schnurren? Apropos... ich glaube man kann doch etwas hören, wenn man sich das Buch gaaanz dicht ans Ohr hält, pssst!

Montag, 28. Mai 2012

[REZENSION] Unheimliche und fantastische Geschichten

Titel: Unheimliche und fantastische Geschichten (OT: Edgar Allan Poe's Tales of Mystery and Madness)
Autor: Edgar Allan Poe
Illustrator: Gris Grimly
Übersetzer: Gundula Müller-Wallraf
Verlag: Knesebeck
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 10-16 Jahre
Ausführung: Hardcover, 144 Seiten



Autor:
Edgar Allan Poe war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science Fiction und der Horrorgeschichte. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung. Edgar Allan Poe gilt als Urvater der Kriminal- und phantastischen Literatur und als Meister des Grauens. Die unheimlichen Geschichten des amerikanischen Schriftstellers sind geprägt von einem starken Hang zum Makabren und zum Übersinnlichen, und sie jagen Menschen jeden Alters kalte Schauer über den Rücken.

Illustrator:
Gris Grimly malt und zeichnet, seit er einen Stift halten kann. Als Oktober-Kind ist er nicht nur bekennender Halloween-Fan, sondern hat vor allem eine Schwäche für die viktorianische Zeit und alles, was mit Grusel, Horror und Kuriositäten zu tun hat. 1998 gründete er Mad Creator Productions, um seiner Arbeit als Illustrator, Autor, Maler, Märchenerzähler und Filmemacher eine professionelle Plattform zu bieten. Er lebt in Pasadena, Kalifornien.


UNHEIMLICHE UND FANTASTISCHE GESCHICHTEN

Bereits das Cover des Buches gibt einem Einblick in die Arbeit des Illustrators Gris Grimly und gleichzeitig eine Übersicht über die vier darin enthaltenen Geschichten Edgar Allan Poes, denn Grimly hat damit eine Komposition aus den Werken "Die schwarze Katze", "Die Maske des Roten Todes", "Hops-Frosch" und "Der Untergang des Hauses Usher" geschaffen, in der einzelne Elemente aus allen vier Erzählungen verarbeitet sind.

Abgestimmt auf die Zielgruppe ab 10 Jahren wurden die Geschichten leicht gekürzt, ohne jedoch den sprachlichen Stil Poes zu verfälschen.
Grimly besitzt einen karikaturhaften und comicartigen Zeichenstil, für den man genau wie für die Geschichten Poes zumindest über einen Hauch schwarzen Humors verfügen sollte, um ihn zu mögen. Zusammen gehen die beiden Künstler eine überaus stimmige Symbiose ein, als hätten Poes Werke nur darauf gewartet, eines Tages von Grimly illustriert zu werden. Seine Geschichten werden durch die Bilder Grimlys zu einem ganz besonderen Leseerlebnis, das einen nach mehr gieren lässt!
Die Gestaltung Grimlys wechselt zwischen formatfüllenden Illustrationen und mehreren Bildern pro Seite, die an die Aufmachung eines Comics erinnern. Seine Zeichnungen hat Grimly mit Bleistift, Tinte und Aquarell angefertigt. Der Text ist in Locarno gesetzt und die Typographie bringt wie die untermalenden Bilder Bewegung in den Text, da je nach Relevanz Texte fett gedruckt oder durch einen größeren Schriftsatz hervorgehoben sind.

Meiner Meinung nach sollte man Kinder und Jugendliche frühestmöglich an Klassiker heranführen, deshalb gefällt mir diese kleine Sammlung von Poes Werken, die für ein jüngeres Lesealter aufbereitet wurde, ausgesprochen gut. Natürlich sind Edgar Allans Poes Geschichten ursprünglich nicht für Kinder geschrieben worden und selbst mir hat es beim Lesen Schauer den Rücken heruntergejagt, obwohl ich die vier ausgewählten Werke bereits vor dieser Lektüre kannte. Eltern sollten dieses Buch deshalb zusammen mit ihren Kindern lesen, nicht nur wegen des schauerlichen und gruseligen Inhalts der Geschichten, sondern auch um die bildhafte Sprache und Symbolik zu erklären, der sich Poe in seinen Geschichten bedient hat.

Neben dem Inhalt, wird auch die Aufmachung dieser kleinen Poe-Sammlung alten und neuen Anhängern seiner düsteren Geschichten gefallen: das Cover ergibt aufgeschlagen ein großformatiges, unheimliches Bild. Das Papier ist von einer schweren und hochwertigen Qualität und der Hardcovereinband ist direkt bedruckt und sehr robust. Selbst wenn man bereits mehrere Ausgaben mit Poes Werken sein eigen nennt, kann ich die Anschaffung dieser Ausgabe sehr empfehlen und ich wäre begeistert, wenn sich Grimly in Zukunft noch mehr Geschichten Poes annehmen würde, um sie ebenfalls so genial wie die vorliegenden vier in Szene zu setzen.


Sonntag, 27. Mai 2012

[RUND UMS BUCH] Neu in KW21


Im Briefkasten

Dark Inside, Jeyn Roberts (RE)
Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler, Marie-Aude Murail (GW)
Inselmelodie, Katrin Jäger (GW)
Maschinengeist, Chris Schlicht (RE)
Prinzessin Sara, Hörbuch, Frances Hodgson Burnett (GK)
Ziemlich krumme Dinger, C. J. Skuse (GW)

Dies und das

Hier ist der Sommer ausgebrochen und da ich eine kleine Nachteule zum Nachwuchs habe, bin ich die letzten Tage kaum zum Bloggen gekommen: entweder war ich arbeiten oder der Vogel ist um mich rumgeschwirrt ;)
Eigentlich wollte ich gestern zu einer Lesung im Wiesbadener Lesecafé, aber nachdem meine Freundin leider krank war, habe ich so ganz allein am Samstag dann lieber der Sonne gefrönt, außerdem habe ich in zwei Wochen Lesungen satt, ich fahre dieses Jahr nämlich zum ersten Mal auf das Literaturfest in Meißen :D Und auch sonst steht die nächsten Wochenenden genug an, von daher war das lange Faulenzerwochenende auch mal ganz schön.
Ach... und irgendwann bin ich rechtzeitig mit meinem Fotoapparat am Start, um eine unserer Katzen IM Becken zu erwischen. Katzen mögen kein Wasser? Pfff...

Impressionen

Donnerstag, 24. Mai 2012

[REZENSION] Elfenmagie

Titel: Elfenmagie (OT: -/-)
Autor: Sabrina Qunaj
Illustrator: -/-
Übersetzer: -/-
Verlag: Aufbau, zur Verfügung gestellt von Blogg dein Buch
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 976 Seiten



Autor:
Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte.
Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.


ELFENMAGIE

Inhalt:
Das Elfenreich wurde vor vielen Jahren auf Grund eines Familienzwists in die Reiche der Lichtelfen und der Schattenelfen aufgeteilt. Es gibt nur eine Person, die die Teilung des Reiches rückgängig machen kann. Dabei handelt es sich um die einzige Nachfahrin der damaligen Königin Daralee, die diese Trennung herbeigeführt hat. Das Mädchen Vanora wächst ohne Wissen darum, dass sie eine Halbelfe und Erbin eines Elfenreiches ist, bei ihrem menschlichen Vater auf. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein, als eines Tages der geheimnisvolle Glendorfil in ihrem Dorf auftaucht und sie auf ihre Bestimmung vorbereiten will.

Kritik:
"Elfenmagie" kommt mit einer beeindruckenden Seitenstärke daher, obwohl dazu in der zweiten Jahreshälfte noch eine Fortsetzung erscheinen wird.
Auf Grund des Klappentextes habe ich mir eine sehr spannende Geschichte versprochen, die mich jedoch zunächst enttäuschte: beim ersten Anlauf gelang mir der Einstieg in den Roman überhaupt nicht, so dass ich das Buch zunächst zur Seite legte und zwei Wochen später nocheinmal von vorne anfing.
Dabei kann ich den fehlenden Antrieb diese Geschichte zu lesen weder eindeutig an der Handlung noch an der Ausarbeitung festmachen. Sabrina Qunaj hat mich zwar zunächst mit einem wenig innovativen Einstieg enttäuscht (geteiltes Elfenreich, dass nur von der alleinigen Erbin der Blutlinie wiedervereint werden kann *gääähn*), aber im Laufe der Geschichte wartet sie mit zahlreichen guten Ideen auf. Ihre Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, sie sind vielschichtig und in ihrem Handeln oftmals nicht vorhersehbar. Darüber hinaus hat die Autorin einen feinen Sinn für Humor, der recht häufig durch das Miteinander der Protagonisten zum Vorschein kommt. Außerdem sind die Protagonisten nicht so stereotyp, wie man es häufiger bei Fantasyepen finden kann. Die "Guten" haben hier durchaus auch ihre dunklen Seiten, und die Figuren reifen im Laufe der Geschichte. Leider fehlt aber auch hier mal wieder eine Dreiecksgeschichte nicht, die mir teilweise für einen Fantasyroman - von dem ich es anhand des Klappentextes auch nicht erwartet hätte - zu schmonzettig war. Trotzdem hätte des Buch von mir eine bessere Bewertung erhalten, wenn die Handlung nicht zu verschnörkelt und ausufernd gewesen wäre. "Elfenmagie" ist in meinem Augen ein sehr gutes Beispiel dafür, dass manchmal (sehr viel) weniger wirklich mehr ist! Die Figuren, Kämpfe, Intrigen und Ideen, die Sabrina Qunaj in ihrem Erstling verarbeitet hat, hätten für eine ganze Fantasy-Reihe gereicht. Leider habe ich mich zu häufig dabei erwischt, dass ich über die Seiten geflogen und mit meinen Gedanken abgedriftet bin. Das darf einfach nicht sein! Dem Spannungsbogen hätte es meiner Meinung nach besser getan, wenn man auf dem Schlachtfeld nicht jeden kleinen Kieselstein in seiner Farbnuance und Größe kennengelernt (um es mal ganz überspitzt zu sagen) und jeden Messerstich und Schwerthieb bis ins kleinste Detail beschrieben bekommen hätte.
Die Kapitel sind mit den Namen der Protagonisten übertitelt, aus deren Sicht das jeweilige Kapitel erzählt wird. Dabei wechselt die Perspektive zwischen fünf Personen im Laufe der Geschichte immer wieder hin und her. Dieses Stilmittel hat mir bei diesem komplexen Roman sehr zugesagt, da die Handlungen und Vorgänge so aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet werden und man sich besser in die Figuren hineinversetzen kann.

Aufmachung:
Die Aufmachung des Buches ist mit einer Landkarte des Licht- und Schattenreiches und der verschnörkelten Schrift für die Kapitelüberschriften gelungen. Auf Grund der hohen Anzahl an Protagonisten wäre ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen und das Buch hätte auf Grund der hohen Seitenzahl als Hardcover wesentlich besser in der Hand gelegen. Als Taschenbuch sind die beinahe 1000 Seiten schwer zu händeln und für Unterwegsleser ist in diesem Fall die ebook-Variante von "Elfenmagie" sicherlich die bessere Wahl.

Fazit:
Ein beeindruckend fantasievolles und detailliert ausgearbeitetes Debüt, dass mit guten Ideen und überzeugenden und vielschichtigen Charakteren punktet. Leider konnte das Buch mich persönlich auf Grund seiner Längen und Ausschweifungen nicht restlos überzeugen, als dass ich zum Folgeband greifen werde, aber für Fans von deutscher High Fantasy mit einem hohen Romantikanteil auf jeden Fall empfehlenswert!

Reihen-Info:
Elfenmagie
Elfenkrieg (23. Juli 2012)

[TTT] Top Ten Thursday #65


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

10 rote Bücher aus dem Bücherregal



Das Thema für Donnerstag, den 31.05.2012 heißt:
10 blaue Bücher aus eurem Bücherregal

Dienstag, 22. Mai 2012

[REZENSION] Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Titel: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (OT: The unlikely pilgrimage of Harold Fry)
Autor: Rachel Joyce
Illustrator: -/-
Übersetzer: Maria Andreas-Hoole
Verlag: Krüger
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 384 Seiten



Autor:
Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Original-Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" ist ihr erster Roman. Er erscheint in über 30 Ländern auf der ganzen Welt. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.


DIE UNWAHRSCHEINLICHE PILGERREISE DES HAROLD FRY

Ausgelöst durch den Brief seiner früheren Arbeitskollegin Queenie Hennessy startet der Rentner Harold Fry auf eine unwahrscheinliche Pilgerreise quer über den britischen Kontinent. Zunächst wollte er nur einen Brief in den nächsten Briefkasten werfen, doch dann läuft er daran vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter...
Queenie ist an Krebs erkrankt und Harold hat es sich in den Kopf gesetzt, dass er mit seiner Reise und dem festen Glauben ihre Krankheit aufhalten kann. Letztendlich liegen 87 Tage und 1000 Kilometer zwischen dem Aufbruch in Südengland und der schottischen Grenze, an der Queenies Hospiz liegt.

Ich breche jetzt auf. Solange ich gehe, muss sie leben. Bitte sagen Sie ihr, dass ich sie diesmal nicht im Stich lassen werde. S.28

Harold Fry bricht aus seinem alten Leben aus, dass in einen alltäglichen Trott und Gewohnheiten verfallen ist, seine Frau und er haben sich seit Jahren nichts mehr zu sagen, über der Entwicklung ihres Sohnes und seinen Hang zum Trinken und seiner Perspektivlosigkeit haben sie sich entzweit. Allein die Entwicklung, die Harolds Leben genommen hat, die tägliche Routine und die Eintönigkeit, die sich darin eingenistet hat, zwingen einen dazu, seine Reise Schritt für Schritt zu verfolgen, aus Angst, selbst eines Tages wie er zu enden oder aus Angst, etwas Wichtiges im Leben zu verpassen, falsche Entscheidungen zu treffen, Gelegenheiten ungenutzt verstreichen zu lassen.

Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen. S.45

Seine Reise beginnt gemächlich, häufig zweifelt Harold an seinem Entschluss und braucht den Zuspruch zufälliger Weggefährten, um an seinem Plan festzuhalten. Er wirft viel alten Ballast aus seinem Leben ab auf seiner Reise zu Queenie, hält aber auch an alten Gewohnheiten fest, möglicherweise, um sich selbst nicht zu verlieren, so sattelt er bis zum Schluss nicht auf Wanderschuhe um, sondern behält seine Segelschuhe, bis diese kaum noch zusammenhalten.
Die Menschen, die Harold auf seiner Reise trifft, gewinnen nicht immer die Sympathie des Lesers, trotzdem ist jeder einzelne von ihnen ein wichtiges und unverzichtbares Mosaiksteinchen auf Harolds Weg, sie spiegeln zum Teil Facetten aus seinem aktuellen Leben und seiner Vergangenheit wieder und zwingen ihn dazu vergangenes Revue passieren zu lassen und zu überdenken. Rachel Joyce stellt so viele Charaktere nur in Momentaufnahmen vor, und trotzdem berührt sie damit stärker das Herz des Lesers, als es manche Autoren mit einem ganzen Buch vermögen.
Je weiter man an Harolds Seite durch England pilgert, desto klarer wird einem, dass Harold nicht nur zu etwas hin, sondern auch vor etwas wegläuft. Im Laufe seiner Wanderschaft werden seine Frau Maureen und sein Sohn David stärker in die Geschichte involviert und es wird immer deutlicher, dass die Freundschaft zu Queenie nicht der einzige Grund ist, weshalb Harold Kilometer um Kilometer zurücklegt.
"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" enthält unheimlich viele bemerkenswerte Textstellen und kleine Lebensweisheiten, dass man ständig beim Lesen innehalten möchte, um sich Wort für Wort zu verinnerlichen. Neben dem leichtfüßigen Schreibstil hat mir bei der Umsetzung besonders die Überschriftenauswahl der Kapitel gefallen. Rachel Joyce setzt sie immer mit einem Protagonisten aus dem Buch in Verbindung.

Fazit:
"Die unwahrscheinliche Reise des Harold Fry" ist eine tiefgründige Geschichte über Liebe, Freundschaft und Vergebung: über wirklich wichtige Dinge im Leben, die man so häufig über Nebensächlichkeiten aus den Augen verliert. Obwohl die Füße auf 1000km schwer werden und manche Themen voller Schwermut sind, gelingt es Rachel Joyce die Geschichte leichtfüßig zu erzählen und nicht nur dem namensgebenden Protagonisten ein Lächeln für die schönen Dinge im Leben auf die Lippen zu zaubern.
Rachel Joyce hat mit ihrem Debütroman eine Geschichte geschaffen, die auf viele Arten berührt, sie bringt einem zum Lachen, Weinen und Nachdenken und hallt noch lange in Gedanken nach.

Sonntag, 20. Mai 2012

[RUND UMS BUCH] Neu in KW20


Im Briefkasten

Alice im Wunderland: Zauberhafte Ideen zum Selbermachen, Hannah Read-Baldrey / Christine Leech (GK)
Fennymores Reise oder Wie man Dackel im Salzmantel macht, Hörspiel, Kirsten Reinhardt (RE)
Flieg mit auf der Kuschelwolke - Fantasiereisen zum Entspannen und zur guten Nacht, Sabine Kalwitzki (GS)
Juniper Berry, M.P. Kozlowsky (GK)
Katzenjagd, Ingrid Lee (RE)
Kürbis. Die besten Rezepte, Dr. Oetker (GK)

Dies und das

Ich weiß jetzt schon, dass der Mai bei mir ein ganz mieser Lesemonat wird. "Elfenmagie" habe ich bereits im April angefangen, zur Seite gelegt, nochmal neu begonnen und hänge wieder... Kann mir irgendjemand die Hoffnung machen, der den Anfang ebenfalls ganz tröge und absolut nicht innovativ fand, dass das Buch noch spannender und individueller wird? Nach knapp 100 Seiten ist mir schon klar, dass auf weiteren 860 Seiten (stöööhn) noch viel passieren kann, aber 5 Sterne bekommt das Buch von mir nach zwei gelangweilten Anläufen sicher nicht.
Meinen Lieblingsflohmarkt konnte ich in diesem Jahr das erste Mal bei strahlendem Sonnenschein besuchen und es gab zwar keine Neuzugänge im Buchbereich - was auch ganz gut so ist *g* - aber haufenweise alte Löffel, yeah ;D Bevor jemand denkt, ich fange jetzt völlig an zu spinnen und/oder bin zum Messi höchsten Grades mutiert, gibt es gleich eine kleine Flohmarkts- und Gartenimpressionen.
Für Ina: zumindest drei der Löffel landen also nicht in der Bastelkiste (V. hat noch einen Pflanzenstecker beklebt, der ihrer Meinung nach zu den Clematis passt) und die Kürbiskopffrau ist mittlerweile - nach den Löffeln natürlich - mein liebstes Flohmarktstück vom gestrigen Samstag :)
... und dann bin ich glatt von den Katzen inspiriert in der Sonne eingeschlafen, dabei wollte ich doch noch sooo viel machen...

Impressionen