Dienstag, 31. Januar 2012

[CHALLENGE] Die Buchliebhaber-Challenge - Das vierte Meme: Bücherschätze



1. Schreibaufgabe:
In diesem Sinne, welche Schinken dümpeln seit Urzeiten in euren Regalen und gehen sie schon aus dem Leim? Hütet ihr Schätze aus unvordenklicher Zeit, Familienerbstücke oder war einer eurer Vorfahren gar ein Autor? Haltet ihr Schmuckstücke in Ehren, deren Verlage schon längst den Weg alles Irdischen gegangen sind? Haben manche Bücher sogar etwas mit eurer eigenen Vergangenheit zu schaffen oder besitzt ihr sie schon recht lang? Sind da Erstausgaben zu bestaunen, Ledereinbände oder gar alte Drucke? Welches ist der Ahn in eurer Sammlung?

2. Fotoaufgabe:
Was, ihr wollt keine Kohlezeichnung oder ein Ölbild eurer Schätze anfertigen, die ihr uns beschrieben habt? Tja, wenn das so ist, dann fotografiert sie wenigstens in schwarz-weiß oder sepia. Vielleicht wollt ihr aber auch ganz auf den Eindruck eines schnöden Bildes fürs äußere Auge verzichten? Dann beschreibt es fürs innere Auge und lasst in unserer Phantasie ein exaktes Bild eures verblichenen Schinkens entstehen.)

Es sind zwar nicht die ältesten Bücher in meinem Regal, die ich hier vorstelle, aber Bücher, die mir sehr viel bedeuten.
Einige meiner Blogleser können sich vielleicht denken, woher mein Blogname "Katze mit Buch" seinen Ursprung hat: ich habe schon als Kind die Augsburger Puppenkiste über alles geliebt und liebe sie noch heute und eine meiner absoluten Lieblingsserien war und ist die "Katze mit Hut". Früher habe ich die Serien nur im Fernsehen geguckt, als ich älter war, habe ich mir alle Veröffentlichungen auf DVD gekauft. Doch dabei ist es nicht geblieben. Mittlerweile bevölkert ein Großteil der Buchvorlagen mein Kinderbuchregal, größtenteils Ausgaben aus den 60er und 70er Jahren (Der Löwe ist los, Urmel aus dem Eis, Lord Schmetterhemd, Der kleine dicke Ritter Oblong-Fitz-Oblong), aber auch die neueren Kinderbücher wie die "Katze mit Hut" oder "Die Opodeldoks". Meine größten Schätze in meiner Augsburger-Puppenkiste-Büchersammlung sind allerdings Begleitliteratur und alte Bilderbücher mit Fotos aus den Original-Serien (und immerhin älter als ich *g*):





Von meinen Büchern, die ich bereits im Kindheitsalter hatte, ist nicht viel übrig geblieben: einen Teil müssten meine Schwestern noch haben, weil die Bücher uns zusammen gehörten, ein Teil wurde verschenkt, vieles habe ich früher aus der Bücherei ausgeliehen... Als Kind und Teenager reichten für meinen gesamten Bücherbestand tatsächlich 3 oder 4 Regalbretter aus, die über meinem Bett an der Wand festgeschraubt waren, lang, lang ist's her... ;D

Sonntag, 29. Januar 2012

[RUND UMS BUCH] Neu in KW4


Im Briefkasten

Allein unter Schildkröten, Marit Kaldhol (RE)
Jo Raketen Po, Pinkus Tulim, Anton (Illustrationen) (RE)
Jo Raketen Po, Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst (RE)
Please keep gate closed, Astrid Behrendt (GW)

Dies und das

Diese Woche kam ganz überraschend ein Buch- und Hörbuchpäckchen vom Lausbuch-Verlag bei mir an. Die Illustrationen in dem Buch sind ja sooo putzig (und das Verlagslogo erst!), reingeblättert habe ich schonmal ;) und ein verspäteter Vorweihnachtsgewinn: ein wunderschöner Irland-Fotoband mit sw-Fotografien und eine CD. Dafür ist auf dem Postweg anscheinend das Buch "SMS-Märchen" verloren gegangen. Und natürlich hat man meistens auf das Buch gerade am meisten Lust, dass gerade nicht greifbar ist :/ Naja, da habe ich mich eben anderweitig mich Märchen beschäftigt und meinen ersten eigenen Entwurf in eine Julekuler gestrickt. Nachdem meine Tochter den Erstentwurf auf meine Frage, welches Muster ich gestrickt habe, mit "Weiß nicht" kommentiert hat, habe ich das Ganze für sie überarbeitet und in bunt gestrickt (nienieniemehr stricke ich mit mehr als zwei Farben in einem Nadelspiel). Hmmm... eigentlich spuckt mir jetzt eine ganze Motivserie im Kopf rum, aber möglicherweise lasse ich die dort einstauben, weil ich es unheimlich schwer fand ein - erkennbares - Muster auf dem kleinen Nadelspielausschnitt unterzubringen. Oder gibt es jemand, der gerne zeichnet UND schon immer Kreuzstichmuster entwerfen wollte ;)

Impressionen

Donnerstag, 26. Januar 2012

[TTT] Top Ten Thursday #48


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

10 Bücher zum Thema Musik und/oder Tanz
(Thema gestellt von: Lovely's Leseleben)

Bereits gelesene oder noch subbende Romane zum Thema sind mir zwar nicht so viele eingefallen...
1. Das Phantom der Oper von Gaston Leroux
2. High Fidelity von Nick Hornby
3. Wenn ich bleibe von Gayle Forman
4. Das Lied der Träumerin von Tanya Stewner

... dafür habe ich aber etliche Kindermusicals und/oder Bilderbücher über Musik, so dass die zehn Titel doch recht schnell gefunden waren ;)
5. Antonia und der Reißteufel
6. Ella und Ludwig entdecken die Musik
7. Kinderszenen: Eine Geschichte zur Musik von Robert Schumann
8. Der Nussknacker. Mit CD: Märchenballett
9. Jule Rapunzel
10. Gestatten, Froschkönig!

Das Thema für Donnerstag, den 02.02.2012 heißt:
10 Bücher bei denen ihr euch ein anderes Ende gewünscht hättet

Das Thema in der nächsten Woche liegt mir leider wieder weniger, da fällt mir spontan nur ein aktuelles Buch ein, den Rest habe ich wohl verdrängt ;)

[REZENSION] Let's bake! Das Beste aus britischen Backstuben

Redakteur: Anette Leister

Titel: Let's bake! Das Beste aus britischen Backstuben
Autor: Tamara Hänggli
Fotograf: Erwin auf der Maur
Übersetzer: -/-
Verlag: Werd
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 155 Seiten



Autor:
Tamara Hänggli-Mikeladze, in einer georgisch-schweizerischen Familie im Teeland Georgien geboren, lebt seit 20 Jahren in der Schweiz – wenn sie nicht gerade in Grossbritannien unterwegs ist, von wo ihr Urgrossvater stammt. Sie ist ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin, hat die Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich absolviert und arbeitet als Erwachsenenbildnerin. Seit 10 Jahren gibt sie Kochkurse in verschiedenen Kochschulen in der Schweiz. Ihr erstes Kochbuch, "Afternoon tea", erschien 2009.


LET'S BAKE! DAS BESTE AUS BRITISCHEN BACKSTUBEN

In "Let's bake!" hat Tamara Hänggli rund 40 Rezepte für süße und pikante Spezialitäten aus England, Schottland, Wales, Irland und den ehemaligen Kolonien des Empire zusammengetragen.
Die Rezepte sind in die Rubriken "From good old England", "Sweets and savouries from the United Kingdom", "Cosmopolitan treats from the Empire", "Country life through the seasons" und "Fancy foods in London" unterteilt. Zur besseren Orientierung und einem schnellen Überblick schließt sich den Rezeptteilen noch eine Unterteilung in "Kombinationsbeispiele" (Zu jeder Gelegenheit das passende Gebäck) und ein Register sowohl nach englischen als auch deutschen Bezeichungen an. Eine hilfreiche Ergänzung bieten zudem die beiden Anhänge "Wissenswertes rund ums Backen" (Antworten auf häufig gestellte Fragen) und "Typisch britische Backzutaten" (Ein paar Begriffserklärungen).
Neben typischen Gerichten wie Scones, Apple Pie, Shortbread oder Crumple, finden sich gerade in der Rubrik "Cosmopolitan treats from the Empire" einige Rezepte, die nicht so häufig in anderen Backbüchern zu finden sind. Insgesamt hat Tamara Hänggli eine interessante und bunte Mischung aus Rezepten, die in aller Munde sind, und weniger bekannten Spezialitäten erstellt.
Allen Rezepten ist mindestens eine Doppelseite gewidmet. Unter der englischen und deutschen Bezeichnung befindet sich eine kurze Information über die Herkunft des Rezeptes. Jede Spezialität wir ausführlich mit einem Zutatenregister - inkl. Angabe zur benötigten Backform bzw. der entstehenden Stückzahl - und einer Schritt-für-Schritt-Zubereitung vorgestellt. Tipps zur Abwandlung und den zum Essen passenden Getränken runden die einzelnen Rezepte ab.
Am unteren Seitenrand ist neben der Seitenzahl zusätzlich der Titel der Rezeptrubik abgedruckt ("From good old England" usw.).
Neben den geschmackvoll und mundwässernd in Szene gesetzten Gebäckspezialitäten hat der Fotograf Erwin Auf der Maur wundervolle Fotos von atemberaubenden Landschaften und geschäftigen Stadtszenen beigesteuert. Hier wäre nur - gerade bei den abgebildeten Landschafen - eine Angabe über den Ort der Aufnahme wünschenswert gewesen.
Insgesamt ist "Let's bake!" eine gelungene Kombination aus einem Spezialitätenbackbuch und einem Fotoband, bei dem - Nomen est Omen - kleine Wermutstropfen den Gesamteindruck trüben: die Fotografien wären in einem größeren Format wesentlich besser zur Geltung gekommen und das Preis-Leistungs-Verhältnis lässt einen schlucken, denn auch für ein Backbuch hat Tamara Hängglis Werk ein relativ kleines Format und für den stolzen Preis eine überschaubare Rezeptauswahl.


Mittwoch, 25. Januar 2012

[COOL-TOUR-KATZE] Fast genial-Lesung in Mainz (Benedict Wells)


Letzten Mittwoch stellte Benedict Wells in Mainz sein Buch "Fast genial" vor.

Kurzbeschreibung:
Francis, knapp achtzehn, wohnt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem heruntergekommenen Trailerpark in New Jersey und sieht sein Leben schon dort enden. Bis zu dem Tag, an dem er die Wahrheit über seine Zeugung erfährt. Offenbar verdankt er seine Existenz einem absurden Experiment, an dem seine Mutter damals teilgenommen hat. Sein Vater ist zudem kein Versager, der die Familie im Stich ließ, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard. Eine Begegnung mit ihm könnte Francis’ Leben verändern. Zusammen mit seinem besten Freund Grover, einem verschrobenen Superhirn, und dem Mädchen seines Herzens, der labilen, unberechenbaren Anne-May, macht er sich auf eine Reise quer durchs Land zur Westküste, um seinen Vater zu finden. Francis will wissen, wer er ist, und zu verlieren hat er nichts – oder doch? Ein dramatischer Erkundungstrip mit immer neuen Wendungen und einem im wahrsten Sinn atemberaubenden Showdown.

Die Veranstaltung fand auf dem Unigelände in Mainz statt und wurde von Die vorLesung organisiert, einer studentischen Initiative, die 2-3x pro Semester eine Lesung bei freiem Einstritt auf die Beine stellt.
Ich habe zwar bislang noch nichts von Benedict Wells gelesen, war aber von dem Abend sehr begeistert, da nicht nur die von ihm gelesenen Ausschnitte aus seinem Buch mein Interesse an der Geschichte geweckt haben, sondern vor allem die Erzählparts zwischen den Textpassagen zu seinem Lebensweg und beruflichen Werdegang und zum weiteren Inhalt von "Fast genial" waren sehr interessant und kurzweilig und mit viel Humor vorgetragen, so dass die fast 1 3/4 Stunde andauernde Veranstaltung wie im Fluge verging.
Kurzentschlossenen, die in der Nähe von Frankfurt, Pullach oder Bad Aibling wohnen, kann ich deshalb nur empfehlen in den nächsten drei Tagen einen der folgenden Lesungstermine wahrzunehmen:
Frankfurt 26. Januar 2012, 19.30 Uhr
Pullach 27. Januar 2012, 20.00 Uhr
Bad Aibling 28. Januar 2012, 20.00 Uhr
Ich bin nach dem unterhaltsamen Abend auf jeden Fall sehr neugierig auf Benedict Wells' Bücher geworden und natürlich ganz besonders auf "Fast genial" und das Ende des Buches, weil er mit seinen Andeutungen, dass ihm gerade das besondere Ende des Buches - das einen Teil der Leserschaft begeistert und bei dem anderen Teil auf Ablehnung stößt - am Herzen liegt. Grrr... von mir aus hätte Benedict Wells noch gut und gerne zwei weitere Stunden lesen und erzählen (und mir dabei das Ende des Buches verraten) können ;D

Dienstag, 24. Januar 2012

[NEWS] Neuerscheinungen Jacoby & Stuart Frühjahr 2012

Seit einigen Tagen ist die Vorschau auf das Frühjahrsprogramm 2012 von Jacoby und Stuart endlich online :)


Meine am sehnlichsten erwartete Neuerscheinung in diesem Jahr - ein neues Buch von Benjamin Lacombe - wird zwar leider erst im Herbst erscheinen, aber immerhin weiß ich nun endlich, welches Werk von ihm als nächstes in Deutschland erscheinen wird und ich habe es letzten Herbst auf der Frankfurter Buchmesse sogar schon bei seinem spanischen Verlag durchgeblättert, also kann ich meine Ungeduld mit Mühe und Not noch ein halbes Jahr länger zügeln ;) Nach "Lisbeth und das Erbe der Hexen", "Unheimliche Geschichten" und "Schneewittchen" erscheint im Herbst die deutsche Übersetzung von "L'herbier des fées".

Aber auch ohne einen neuen Lacombe bietet das Frühjahrprogramm eine reizvolle und interessante Mischung. Besonders ins Auge gestochen sind mir folgende Bücher:

Bildwörterbücher gab es schon immer. Mit ihnen lernen Kinder, wie die Gegenstände ihres Alltags heißen und wie man die Namen der Dinge schreibt. tipp tapp ist ein besonders schönes Bildwörterbuch und dank der beiliegenden CD-Rom sogar noch viel mehr, nämlich ein interaktives Spiel, mit dem man am Computer immer wieder neue Welten erschaffen kann!
Anouck Boisrobert und Louis Rigaud machen aus dem klassischen Bildwörterbuch ein Computerspiel: Wir suchen uns im Buch ein Bild aus und geben über die Tastatur – tipp tapp – das dazugehörige Wort ein z. B. "Mädchen", "Auto" oder "Hund". Blitzschnell erscheinen die Figuren auf dem Bildschirm – und sie bewegen sich. Wir können ihre Größe verändern, indem wir "groß" oder "klein" eintippen, ihre Geschwindigkeit oder ihre Farbe. Wir können sie Auto fahren oder Musik machen lassen. Wir können die Tages- und die Jahreszeit verändern. Wir können Tiere auf den Bildschirm zaubern und ganze Landschaften...
280 Wörter warten nur darauf, miteinander kombiniert zu werden. Am Ende wuselt alles in einem großen Panorama durcheinander – wir haben eine ganze Welt geschaffen. Und wenn wir ganz viele Welten geschaffen haben, wissen wir nicht nur, was die Wörter bezeichnen und wie sie geschrieben werden, sondern auch, dass es verschiedene Arten von Wörtern gibt. Und es hat einen riesigen Spaß gemacht. Genial!

Dieses Juwel der Illustrationskunst und humorvollen Dichtung für Kinder wurde 1922 von Cyril Kenneth Bird, genannt Fougasse, geschaffen, der auf dem Weg war, der bekannteste Cartoonist Englands zu werden. Es war eine Auftragsarbeit für den königlichen Hof, der für die verspielte Queen Mary damals das prächtigste Puppenhaus bauen ließ, dass es je gegeben hatte, mit Miniaturflaschen voll edlem Wein im Keller – und einer Bibliothek voller Miniaturbücher. Und eines dieser wunderbar gestalteten winzigen Büchlein war das von Fougasse.
Im Zuge der Vorbereitungen für das diamantene Kronjubiläum von Queen Elisabeth 2012 wurde die Bibliothek des Puppenhauses gesichtet und der Schatz "Joe Smith" gehoben. Auf ein besser lesbares Format vergrößert, aber ebenso prächtig ausgestattet wie das Original, erscheint es jetzt in einer großen internationalen Koproduktion. Ein wunderbares Büchlein für Kinder und erwachsene Buchliebhaber gleichermaßen.

Andreas ist Anfang 20, Werbezeichner – und homosexuell. Ein diskreter, fröhlicher und romantischer junger Mann, der gerne mit seinen Freunden feiern geht. Das Leben könnte so schön sein. Doch Andreas lebt im Berlin der 30er Jahre, und die braune Pest verbreitet sich in rasendem Tempo.
Diese grandios illustrierte Graphic Novel erzählt auf sehr einfühlsame und beeindruckende Weise vom lange tabuisierten Schicksal der Homosexuellen zur Nazizeit – und noch lange danach.
Andreas wird von den Nazis wegen seiner sexuellen Neigung ins Gefängnis und schließlich ins KZ gesteckt. Er überlebt das Lager, doch Befreiung und Nachkriegszeit bringen ihm kaum Erleichterung, denn die Nazigesetze zur Homosexualität bleiben noch lange in Kraft . Andreas wird erneut verhaftet und misshandelt. Der einzige Ausweg aus diesem Leiden ist die Anpassung an die Normen einer bornierten Gesellschaft: die Heirat mit einer lesbischen Freundin. Gemeinsam ziehen sie deren Kind auf.
Als alter verbitterter Mann lebt Andreas in Paris. Sein Urenkel besucht ihn wegen eines Schulprojekts zum Zweiten Weltkrieg, und ohne es zu wollen bewirkt er, dass die schrecklichen Erinnerungen wieder lebendig werden.

Nirgendwo auf der Welt werden die Menschen so alt wie in Japan, und es gilt als erwiesen, dass dies mit der abwechslungs- und vitaminreichen Ernährung zu tun hat. In Japan kocht man fast ausschließlich mit frischen, saisonalen Zutaten und mit viel Gemüse und Fisch. Das macht diese Küche so interessant für alle, die auf eine gesunde Ernährung Wert legen und sich und anderen nichtsdestoweniger gern mal etwas Besonderes gönnen möchten.
Die japanische Küche hat nicht nur Sushi zu bieten, sondern auch so tolle Gerichte wie Wintermelonen-Suppe, Auberginensalat mit Sesam-Sojasauce oder gefüllten Tintenfisch. Kenichi Kusano hat in diesem Buch typische japanische Alltags- und Festtagsrezepte versammelt – allesamt erprobte Familienrezepte, die einfach nachzukochen sind. Außerdem erzählt er lehrreiche und kuriose Geschichten von den kulinarischen Besonderheiten Japans, wie etwa der Tradition der Nagashi-Soumen, der "wasserfallenden Fadennudeln", die über eine Rutsche aus Bambusstangen auf den Teller gelangen.
Die herrlich verträumten und idyllischen Bilder von Tian Tang, in denen sich traditionelle und moderne asiatische Illustrationskunst vermischen, ergänzen das kulinarische Fest um einen Augenschmaus.

Aus dem letzten Programm steht noch folgendes Buch auf meinem Wunschzettel:
Stéphane Poulins phantastisch anmutende Bilder führen uns in ein düsteres, gewalttätiges Land – es ist das Land der leeren Erinnerung. Der Held der Geschichte weiß nicht wer er ist, woher er kommt oder wohin er gehen soll. Und doch: Er hat zwar sein Gedächtnis verloren, nicht aber seinen Traum von Frieden und Zärtlichkeit... Und er als einziger hat die Kraft, das Land zu befreien.
Beklemmend sind die Bilder unseres Helden, der nach einem Anschlag auf einen Bus bandagiert wie eine Mumie und ohne Gedächtnis im Krankenhaus aufwacht. Beklemmend auch die Bilder der Stadt der Hunde, in der Katzen als Terroristen gnadenlos verfolgt werden. Bei seinen Wanderungen durch die Straßen lernt der Bandagierte die Gewalt kennen und verabscheuen, aber er lernt auch, dass die Sehnsucht nach Freiheit und Glück unausrottbar ist... und er weiß, dass er es schaffen kann, das Land von seinem Fluch zu erlösen.
Eine eindrucksvolle künstlerische Parabel auf den immerwährenden Konflikt zwischen Gewalt und Unterdrückung auf der einen Seite und der Freiheit der Phantasie und der Hoffnung auf ein besseres Leben auf der anderen.

HIER kann man das komplette Frühjahrprogramm 2012, sowie die beiden Verlagsvorschauen von 2011 einsehen.
Viel Spaß beim Stöbern ;)

Sonntag, 22. Januar 2012

[RUND UMS BUCH] Neu in KW3


Im Briefkasten

Der siebte Schwan, Lilach Mer (GK )
Ewig dein!, Daniel Glattauer (RE)
Gregs Tagebuch 1-6, Jeff Kinney (GW)

Dies und das

Diese Woche war ich mit Misa in der Lesung von Benedict Wells und im Kino in dem Film "Ziemlich beste Freunde". Dieser Film war so großartig und hat mich dermaßen und nachhaltig beeindruckt, dass es mir die Woche überhaupt nicht mehr nach schreiben oder erzählen war. Gestern war ich mir meiner Tochter in dem neuen Muppet-Film, der es nach "Ziemlich beste Freunde" nur zu einem "ganz nett" gebracht hat.
Zwei Bücher sind ausgelesen und wir sind nach langer Zeit mal wieder in die Thestphase zweier Koch- bzw- Backbücher gegangen. Das Regenwetter reißt mich sehr runter und statt neuen Rezensionen und neuen Kreativideen hat es bei dem Schnuddelwetter bei mir nur zu Julekuler Nr.7 (Schneekristall) gereicht, aber der Baum 2012 muss ja eingestrickt werden ;) Gestärkt habe ich mich aus den Probeessen der getesteten Bücher und ich kann jedem Rote-Bete-Hasser nur raten: probiert diesen Schokoladenkuchen, es wird der beste eures Lebens sein!!!
Jetzt hoffe ich die Woche Sommer, Sonne, Sonnenscheiheihein!!! Damit ich endlich wieder produktiver werde ;)
"Der letzte Schwan" ist übrigens ganz und gar die Schuld eines Wollgeschäfts in der gleichen Straße wie Oxfam, hätte ich dort meine Wolle bekommen, hätte ich nicht mehr beim Oxfam vorbeigeschaut, logisch, oder?

Impressionen


Donnerstag, 19. Januar 2012

[TTT] Top Ten Thursday #47


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

10 Bücher, deren Cover eurer Meinung nicht zum Inhalt passen
(Thema gestellt von: Bookaholic und Solitary)

Sorry, für die sehr... überschaubare *g* Liste, aber außer, dass ich diese Woche fast jeden Abend - und außerdem das komplette vergangene Wochenende - unterwegs war, fand ich das Thema wirklich schwer, wenn man nicht gerade aktuell ein Buch mit unpassendem Cover gelesen hat, aber eins hatte sich bei mir im letzten Jahr nachhaltig eingeprägt, weil ich nicht nur das Cover, sondern gleichermaßen den Klappentext absolut unpassend fand, oder stellt ihr euch darunter einen Endzeitroman mit Zombies vor?


Das Thema für Donnerstag, den 26.01.2012 heißt:
10 Bücher zum Thema Musik und/oder Tanz

Das Thema in der nächsten Woche liegt mir deutlich mehr, da fallen mir sogar auf Anhieb ein paar Kanditaten aus meinem Bilderbuchregal ein ;)

[REZENSION] Dark Angels' Summer: Das Versprechen

Titel: Dark Angels' Summer: Das Versprechen (OT: -/-)
Autor: Kristy und Tabeta Lee Spencer
Illustrator: -/-
Übersetzer: -/-
Verlag: Arena
Reihe: Dark Angels' 1
empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahren
Ausführung: Hardcover, 475 Seiten



Autoren:
Die Schwestern Kristy und Tabita Lee Spencer leben zusammen auf einem abgelegenen Anwesen. Sie können besser schießen als stricken und besser Holz hacken als kochen. Die besten Ideen haben sie, wenn sie gemeinsam am frühen Morgen mit den Pferden unterwegs sind und nur das Hufgeklapper ihre Gedanken unterbricht. Die Geschichte von Dawna und Indie beruht auf einem Traum von Kristy Spencer.


DARK ANGEL'S SUMMER 1: DAS VERBRECHEN

Inhalt:
Dawna und Indie sind im Sommer von der Zeit Anfang August bis Anfang September im gleichen Alter. In dieser Zeit spielt die Welt verrückt. Die beiden können ihre Gedanken lesen und etwas Unheimliches und Bedrohliches liegt in der Luft.
In dem Sommer, in dem Dawna und Indie beide 17 Jahre alt sind, kehren sie gemeinsam mit ihrer Mutter an den Ort ihrer Kindheit zurück. In Whistling Wing verbrachten die beiden früher jeden Sommer in der Obhut ihrer Großmutter, die im letzten Jahr verstarb. Nun hat sich der Ort ihrer Kindheit sehr verändert. Nicht nur die Mutter - die dem Engelswahn verfallen ist - verhält sich eigenartig, in Whistling Wing gehen seltsame Dinge vor sich. In den dreiunddreißig Tagen, in denen die beiden Mädchen im gleichen Alter sind, tauchen immer mehr schwarze Vögel im Ort auf und sorgen für Unruhe und Angst unter den Einwohnern. Die Vögel verbergen ein großes Geheimnis hinter ihrem Federkleid, dass weit in die Vergangenheit von Dawnas und Indies Familie zurückreicht. Bis die beiden Mädchen erkennen, was es mit den Vögeln und den Veränderungen in Whistling Wing auf sich hat, ist es beinahe schon zu spät um das aufzuhalten, was sich über ihnen zusammenbraut.

Kritik:
"Dark Angels' Summer: Das Versprechen" ist der Auftakt zu einer Paranormal-Romance-Tetralogie, die bereits im Herbst diesen Jahres mit "Dark Angels' Fall: Die Versuchung" fortgesetzt wird. Man merkt dem Opener sehr deutlich an, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, so werden viele Handlungsfäden begonnen und nur langsam zu einem zusammenhängenden Plot verstrickt, ohne dass am Ende die Geheimnisse und Entwicklungen aufgelöst werden. Der Band endet gerade dann, als etwas Licht in das dramaturgische Dunkel der Handlung kommt.
Auch wenn in den ersten drei Vierteln des Buches nicht wirklich viel passiert, hat mich das Werk der Autorinnen Kristy und Tabita Lee Spencer - bei denen es sich übrigens um ein geschlossenes Pseudonym handelt - trotzdem sehr begeistert.
Die Geschichte ist atmosphärisch dicht und lebt von dem Gegensatz zu der heißen und trockenen Umgebung in der die Geschichte spielt und deren Beschreibung, die einem beim Lesen beinahe die Schweißtropfen auf die Stirn treiben, und dem düsteren, undurchschaubaren Plot der Geschichte, der einem an manchen Stellen eine Gänsehaut beschert.
Obwohl der Titel einen Hinweis auf die paranormalen Protagonisten enthält, vergisst man dies angesichts der unvorhersehbaren Handlung sehr schnell und lässt sich damit überraschen, welche übernatürlichen Figuren in dieser Geschichte eine Rolle spielen. Die Autorinnen spielen mit Namen und Nummernsymbolik, so dass einem die Zusammenhänge und die angedeuteten Geheimnisse innerhalb der Geschichte oft erst im Nachhinein oder durch bewusstes Nachdenken über das Gelesene klar werden.
Die Figuren sind sehr lebensnah und authentisch gezeichnet. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Dawna und Indie erzählt. Beide Sichtweisen sind in der Ich-Perspektive im Präsens verfasst, und so ist es in der Aufmachung des Buches nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern darüber hinaus sehr hilfreich, dass die Perspektivwechsel in zwei unterschiedlichen Farben gestaltet sind, die dazu noch dem Charakter der jeweiligen Ich-Erzählerin angepasst sind. Dawna hat die Farbe Schwarz, die Sachlichkeit und eine gewisse Distanz ausstrahlt, Indie wird mit Rot charakterisiert, das sehr gut zur ihrem übersprudelten Temperament und ihrer direkten Art passt. Deswegen ist auch die Jugend- und Umgangssprache in diesem Buch sehr passend und wirkt nicht deplatziert oder übertrieben. In der Zeit, in der Dawnas und Indies Persönlichkeiten die starke Verbindung zueinander aufbauen, verschwimmen ihre Charaktereigenschaften zum Teil, und manchmal wird dann Dawna überschwänglich und reizbar, während Indie vernünftiger und sachlicher wirkt, gerade in dieser Entwicklungsphase der Handlung ist die unterschiedliche Farbgebung der Kapitel sehr wichtig, da man sonst im Sog der Geschichte schon einmal den Faden verlieren kann, aus welcher Perspektive denn gerade erzählt wird.
Natürlich fehlt auch in "Dark Angels' Summer: Das Versprechen" eine Liebesgeschichte nicht, man bekommt hier sogar gleich zwei zu lesen. Sehr positiv zu erwähnen ist, dass keine Buhlerei der Schwestern um die Liebsten vorkommt, allerdings ist die Entwicklung und die Beschreibung ihrer Partner stellenweise etwas schwach. Im Falle Indies und des großen, gutaussehenden Unbekannten sprühen zwar die Funken, WENN der Unbekannte auftaucht, aber er könnte durchaus öfter in Aktion treten, im Falle von Dawna und ihrem Liebsten könnte die Entstehung der Liebe zueinander lebendiger und greifbarer entwickelt sein, da Dawnas männliche Begleitung zu blass und (zum Verlieben) zu uninteressant bleibt, um fraglos hinzunehmen, dass sich Dawna in ihn verliebt.
Die Nebenfiguren in diesem Buch passen zum undurchsichtigen und düsteren Stil des gesamten Buches. Ein Highlight sind Dawnas und Indies durchgedrehte, beinahe schon überlebensunfähige Mutter, die ihre beiden Töchter braucht, um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und eher von ihnen umsorgt wird als umgekehrt. Das verkehrte Mutter-Tochter-Verhältnis ist sehr schräg und durch Indies direkte und ungehobelte Art häufig für einen herzhaften Lacher gut. Weitere Figuren wie der Engelsguru Shantani, die Meditationsgruppe der Mutter, Dawnas und Indies Jugendfreunde und weitere Einwohner aus Whistling Wing bereichern und prägen die düster wirkende Geschichte, bis auf ein oder zwei blass bleibende oder überflüssig wirkende Charaktere, bei denen man allerdings gespannt sein darf, ob nach den unvorhersehbaren Wendungen im ersten Teil, bei denen sich einige Charaktere ganz anders und in einem anderen Umfang entwickeln wie zunächst gedacht, deren Stündlein dann noch in den Folgebänden schlägt.

Aufmachung:
Die Umschlaggestaltung gibt sehr gut die große Diskrepanz zwischen heißem Schauplatz und düsterem Inhalt wieder. Das blasse Gelb des Umschlags wirkt trocken und heiß, während die schwebenden Vogelfedern einen Vorgeschmack auf den düsteren Inhalt des Buches geben.
Passend zu der Beschreibung und dem gesamten Eindruck, den man von Dawna und ihrer Schwester Indie während es Lesens erhält, sind in der unteren vorderen Ecke zwei Schwestern abgebildet, von denen eine schwarze und die andere rote Haare hat. Auch die beiden Kleider, die die beiden Mädchen auf dem Coverbild tragen, spielen in der Geschichte eine Rolle.
Darüber hinaus ist das Konzept der Titelgebung - Summer, Fall, Winter und Spring - sehr ansprechend.

Fazit:
Nach einem relativ ereignislosen und dahinplätschernden Beginn, überschlagen sich gegen Ende von "Dark Angels' Summer: Das Versprechen" die Ereignisse und machen überaus neugierig auf den weiteren Fortgang der Reihe.
Eine Paranormal-Romance-Geschichte mit zwei sehr interessanten und dabei sehr unterschiedlichen Protagonistinnen. Die Entwicklung der beiden Liebesgeschichten verspricht nach dem heißen "Dark Angels' Summer" einen noch heißeren "Dark Angels' Fall"!

Reihen-Info:
Dark Angels' Summer: Das Versprechen
Dark Angels' Fall: Die Versuchung (Herbst 2012)
Dark Angels' Winter (-/-)
Dark Angels' Spring (-/-)

Weitere Infos:
Webseite zur Reihe: whistling-wing.de

Mittwoch, 18. Januar 2012

[REZENSION] Peter Pan in Kensington Gardens

Titel: Peter Pan in Kensington Gardens (OT: Peter Pan in Kensington Gardens)
Autor: James Matthew Barrie
Illustrator: Arthur Rackham
Übersetzer: Selma Urfer
Verlag: Mescheryakov, zur Verfügung gestellt von Blogg dein Buch
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahren
Ausführung: Hardcover, 215 Seiten



Autor:
Sir James Matthew Barrie, Baronet (* 9. Mai 1860 in Kirriemuir, Schottland; † 19. Juni 1937 in London), besser als J. M. Barrie bekannt, war ein schottischer Schriftsteller und Dramatiker. Peter Pan ist seine bekannteste literarische Figur.
James M. Barrie wurde in Kirriemuir, Angus, Schottland als neuntes Kind und dritter Sohn von David und Margaret Barrie (geborene Ogilvy) geboren. Sein Vater war ein Weber, seine Mutter ermutigte ihn, sich durch Lesen zu bilden. Barrie besuchte die Dumfries Academy. Sein Studium an der Universität Edinburgh schloss er 1882 als Master of Arts ab. Er arbeitete dann als Journalist für das Nottingham Journal bis er 1885 nach London zog. 1894 heiratete er die Schauspielerin Mary Ansell; die Ehe endete 1909 kinderlos in einer Scheidung. Im Jahre 1913 wurde Barrie der Titel Baronet verliehen. Er starb 1937 und wurde in Kirriemuir beigesetzt. Dort ruhen auch seine Eltern, seine Schwester sowie sein Bruder David.

Illustrator:
Arthur Rackham (* 19. September 1867 in London; † 6. September 1939 in Limpsfield, Surrey) war ein britischer Illustrator, der durch seine zahlreichen Buchillustrationen, insbesondere für Volksmärchen und andere Kinderbücher, bekannt wurde.
Arthur Rackham war eines von zwölf Kindern. Mit 18 Jahren wurde er Angestellter des Westminster Fire Office und nahm sein Studium an der Lambeth School of Art auf. 1892 gab er seine Stelle bei der Brandkasse auf und begann, für The Westminster Budget als Reporter und Illustrator zu arbeiten. Seine ersten Buchillustrationen erschienen ein Jahr später. Von da an illustrierte er bis zu seinem Tod unzählige weitere Bücher. Er war Mitarbeiter der Zeitschriften Punch und The Graphic und illustrierte Märchenbücher wie Alice im Wunderland, Äsops Fabeln und Sommernachtstraum.
1903 heiratete Rackham Edyth Starkie. Aus der Ehe ging 1908 eine Tochter, Barbara, hervor. 1906 gewann Rackham die Goldmedaille der Weltausstellung in Mailand, eine weitere folgte 1911 anlässlich der internationalen Ausstellung von Barcelona. Rackhams Werke wurden oft ausgestellt, etwa 1914 im Louvre.
Arthur Rackham starb 1939 in seinem Haus an Krebs.


PETER PAN IN KENSINGTON GARDENS
Kensington Gardens ist ein berühmter königlicher Park im Zentrum von London, der bereits im 18. Jahrhundert neben dem Kensington Palast angelegt wurde.
Inhalt:
"Peter Pan in Kensington Gardens" ist die Geschichte des Ur-Peter-Pan, eines kleinen Jungen, der eines Nachts im Traum nach Kensington Gardens fliegt, und dort bei den Elfen und Tieren bleibt, weil er das Spiel und den Spaß und die Freude am Fliegen und Musizieren nicht mehr aufgeben möchte.
Die Geschichte sollte auf keinen Fall mit der bekannteren Geschichte um Peter Pan verwechselt werden, die im Original unter dem Titel "Peter and Wendy" veröffentlicht wurde und besonders durch die Verfilmung von Walt Disney einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte.
"Peter in Kensington Gardens" spielt in einem wesentlich kleineren Aktionsradius als die Insel Nimmerland, im Mittelpunkt stehen die Kensington Gardens in London, in denen Peter sein Leben verbringt, nachdem er sein Zuhause verlassen und seine Mutter ihn vergessen hat. Es ist eine kleine Geschichte über die Welt der Elfen, den Zauber des Fliegens und die vergängliche Schönheit der Dinge - auch das Sterben und den Tod - und beinhaltet eine zarte Schwermut und Traurigkeit, die im Gegensatz zu der farbenfrohen Leichtigkeit und Magie zu dem bekannteren zweiten Abenteuer Peter Pans steht.
... es gibt keine zweite Chance, jedenfalls für die meisten von uns. Wenn wir zum Fenster kommen, ist es verschlossen und bleibt für den Rest des Lebens mit eisernen Stäben vergittert. S. 143
Kritik:
Im Vorwort erfährt der Leser einiges aus dem Leben James Matthew Barries, dem Leben Arthur Rackhams und der Zusammenarbeit der beiden an "Peter Pan in Kensington Gardens". Den Kapiteln ist eine gezeichnete Karte von Kensington Gardens vorangestellt, so dass sich auch Ortsunkundige am Schauplatz der Geschichte gut zurechtfinden. Zwar fehlt das magische und fantastische Umfeld Nimmerlands in diesem Abenteuer von Peter Pan, dafür schafft James Matthew Barrie ein authentisches Bild untermalt von eigenen Erlebnissen mit seinem kleinen Bruder David, so dass man sich als Leser beinahe so fühlt als würde man während es Lesens den Broad Walk gemeinsam mit den Brüdern entlang flanieren.
"Peter Pan in Kensington Gardens" besteht aus den sechs Kapiteln "Der große Ausflug in den Park", "Peter Pan", "Das Drosselnest", "Nach Torschluss", "Das kleine Haus" und "Peters Ziege", die sich weniger wie ein Roman als vielmehr wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten aus Peters Leben lesen.
Die prachtvolle Ausgabe aus dem Mescheryakov Verlag ist angelehnt an die Originalausgabe des Titels und enthält die wunderbaren, aber sehr düsteren Illustrationen von Arthur Rackham. Seine Bilder wirken nicht nur dunkel und farblos, sondern beinahe so, als würden sie das Licht aus der Umgebung ziehen. Diese Wirkung kommt besonders auf den komplett illustrierten Seiten zur Geltung, die in diesem Buch die Zitate hinterlegen.
Zum Schluss des Buches bildet eine Seite mit Anmerkungen, wo spezielle Begriffe erklärt werden, die Kindern nicht geläufig sind, die in Vergessenheit geraten sind, oder die nicht Teil unseres täglichen Sprachgebrauchs sind.
Etwas verwirrend sind die zahlreichen komplett farbig hinterlegten Seiten im Buch, auf denen Zitate abgebildet sind mit Erklärungen und Hintergrundwissen zur damaligen Zeit zu der Peter Pan spielt. An sich ist das eine sehr schöne Ergänzung zu der eigentlichen Geschichte, aber es reißt den Leser aus dem Erzählfluss heraus, wenn er mitten im Satz durch mehrere eingeschobene Seiten unterbrochen wird. Schöner wäre es gewesen, diese Einschübe gesammelt zwischen den einzelnen Kapiteln zu bringen.

Aufmachung:
Das Buch zieht bereits durch seine großformatige Aufmachung und den reliefartig gestalteten Buchdeckel die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich. Die Bäume heben sich vom Hintergrund der Umschlagillustration ab und erzeugen damit eine fast plastische Wirkung.
Das Papier wirkt alt und vergilbt, als hätte man eine Originalausgabe Peter Pans im Regal stehen.
Neben Bildern in zarten Farben und Sepiatönen enthält das Buch auch einfarbige Tuschezeichnungen von Arthur Rackham.

Fazit:
Freunde des bekannten Peter-Pan-Motivs könnten durch eine falsche Erwartungshaltung von diesem Buch enttäuscht sein, aber es lohnt sich den Ur-Peter-Pan kennenzulernen. Man sollte das Werk ganz eigenständig sehen, ohne einen Vergleich zu der bunten und fantasievollen Welt von Nimmerland zu ziehen. Diese Geschichte - oder vielmehr Kurzgeschichten - besticht durch einen ganz eigenen, düsteren Charme und der Symbiose mit Arthur Rackhams Bildern, der mit seinen Illustrationen die Geschichte im Prinzip ein zweites Mal erzählt.
Die Ausgabe aus dem Mescheryakov Verlag ist ein opulenter und bilderreicher Prachtband, der vor allem Freunde unter älteren Peter Pan Liebhabern finden dürfte, für Kinder sind die Geschichten in Kensington Gardens samt Illustrationen im Vergleich zu Peters Abenteuer in Nimmerland zu düster und aktionslos.

Dienstag, 17. Januar 2012

[RUND UMS BUCH] 1. Arena Blogger-Workshop

Vor einigen Wochen hatte der Arena-Verlag zum 1. Blogger-Workshop aufgerufen, im Dezember bekam ich die Zusage, dass ich mit an Bord bin und letzten Samstag war es dann endlich soweit: mit 17 weiteren Bloggerinnen durfte ich einen Blick in das Verlagshaus werfen, bekam die Highlights aus dem neuen Programm vorgestellt und neben dem Austausch mit meinen Mitbloggerinenen bildete das Schreiben von Rezensionen den Dreh- und Angelpunkt des gesamten Nachmittagsprogramms.
Der Arena Verlag hatte hierzu den Rezensenten und Jurymitglied des "Deutschen Jugendliteraturpreises" Ulf Cronenberg eingeladen, der bereits seit einigen Jahren Rezensionen auf der Seite jugendbuchtipps.de veröffentlicht.
Bevor uns Ulf Cronenberg ausführlich erklärte, was eine gute Rezension ausmacht, verloren die Verlagsmitarbeiterinnen Frau Kern, Frau Nüßlein, Frau Weiland und Frau Kraut ebenfalls ein paar Worte darüber, worauf sie als Verlagsteam bei einem guten Bücherblog Wert legen. Auch wenn Abonnenten- und Besucherzahlen nicht wirklich aussagekräftig sind, dienen sie als erster Anhaltspunkt bei der Begutachtung eines Blogs. Daneben sind wichtige Faktoren das Vorhandensein eines Rezensionsindexes, ein übersichtlicher und benutzerfreundlicher Aufbau, die Schreibweise einer Rezension und ob es sich bei dem Blog um einen reinen Bücherblog oder um einen Mischblog handelt.


Ausblick aus dem dritten Stock des Verlagshauses über Würzburg
Bloggerinnen im Gespräch
Archiv des Verlags mit allen bisher erschienenen Titeln in sämtlichen Auflagen
Rezensent Ulf Cronenberg im Vortrag


Lizenzausgaben von "Rubinrot" aus aller Herren Länder
Regalwand mit weiteren Lizenzausgaben
Pressebüro
Hängeordner-Archiv mit Rezensionsbelegen (ja, da drin stecken auch unsere Blog-Rezensionen *g*)

Unter dem Titel "Was macht eine gute Rezension aus?" dozierte Ulf Cronenberg gute 1 1/2 Stunden über seine eigene Arbeit als Rezensent und gab anhand eigener Erfahrungen hilfreiche Tipps und einen übersichtlichen Leitfaden an 18 interessiert lauschende Bloggerinnen weiter, der u.a. beinhaltete wie man eine Rezension am sinnvollsten gliedert, welche Aspekte eines Buches betrachtet und analysiert werden können und welche Besonderheiten für Rezensionen auf Blogs gelten.

Teile einer Rezension und deren Sprache und Schreibweise:
* Eine Rezension muss auf jeden Fall eine Inhaltsangabe, eine kritische Würdigung (Pro und Contra) und Angaben zum Buch enthalten.
* Kriterien für eine Beurteilung können Sprache und Schreibweise, der Aufbau, die Erzählperspektive, die Figuren, das Thema, die Aufmachung, die Stellung im Werk des Autors, Bezüge zu anderen Werken, Klischees und Gender-Aspekte sein.
* Eine gute Rezension sollte weder zu lang noch zu kurz sein.
* Ein Interesse weckender Einstieg ist wichtig.
* Ein Fazit am Ende sollte in wenigen Sätzen die Kernaussage der Stellung zum Buch wiedergeben.
* Rezensionen müssen gut und logisch gegliedert sein, ab einer gewissen Länge sind Zwischenüberschriften sinnvoll.
* Wer Fachwissen besitzt, kann das gerne einbringen, aber ohne dabei besserwisserisch zu klingen.
* Beschreibung und eigene Meinung müssen klar getrennt sein.
* Rezensionen sollten in einer korrekten und interessanten Sprache verfasst sein. Neben einer sauberen Rechtschreibung sollte man darauf achten Füllwörter zu vermeiden, nicht zu übertreiben und keine Umgangssprache zu verwenden.
* Belege am Text sollten unter Angabe der Seitenzahl erfolgen.
* Immer sachlich bleiben.
* Eigene Standpunkte, egal ob Pro oder Contra, müssen begründet werden.

Besonderheiten für Rezensionen auf Blogs:
* Wer sind die Leser? Bei einem überwiegend jungen Publikum sollten Fremdwörter in Rezensionen ggfs. vermieden oder erklärt werden.
* Rezensionen auf Blogs können persönlicher gestaltet sein als Zeitungsrezensionen. Das "Ich" ist nicht nur erlaubt, sondern fast erwünscht, da es ehrlicher wirkt. Auf Rezensionsportalen liegt die Entscheidung darüber bei der Redaktion.
* Kommentare von Lesern sind erwünscht, sollten aber immer überprüft und ggfs. gelöscht werden.

Allgemeine Tipps zum Schreiben von Rezensionen:
* Nach oder während dem Lesen einen Stichpunktzettel, Notizen oder eine Gliederung erstellen.
* Eine Nacht überschlafen und ggfs. überarbeiten.
* Vor dem Rezensieren besser keine anderen Rezensionen zum Buch lesen, außer bei völliger Ratlosigkeit.
* Mit anderen über das Gelesene sprechen.
* Anderen eigene Rezensionen zum Lesen geben.
* Rezensionen auf Blogs, Portalen und Zeitungen lesen und daraus lernen.
* Auf Stimmungen während des Lesens achten und diese in der Rezension sachlich herausarbeiten und begründen.

Für mich habe ich auf jeden Fall einige Anregungen zum Schreiben meiner Rezensionen mitnehmen können (und versuche die neugewonnenen Erkenntnisse bereits umzusetzen).
Insgesamt war es ein informativer Nachmittag mit einem sympathischen und aufgeschlossenen Verlagsteam, einem kompetenten Dozenten und sehr netten Mitbloggerinnen, der letztendlich nur viel zu kurz war und nach einer Wiederholung ruft ;)
Wenn sich die Gelegenheit zu einer Wiederholung bietet, kann ich jedem, der diesen Termin nicht wahrnehmen konnte, nur empfehlen die Möglichkeit an der Teilnahme zu einer solchen Veranstaltung zu ergreifen! Ich bin mir sicher, dass wirklich alle Teilnehmer des Workshops an diesem Nachmittag viel Spaß hatten und noch einiges dazulernen konnten.

Eindrücke der anderen Teilnehmer:
Alice im Bücherland
Buchhexe
Bella's Wonderworld
Bücherjunkie Sunnyle
Bücherkaffee
Damaris liest
Hybrid Library
Literaturjunkie
Literaturschaf
Little Dhampir's Leseecke
Nightingale's Blog

weitere Teilnehmer:

leselurch.blogspot.com
leser-welt.de
readandbeyourself.de
the-mortal-bookshelf.de
Anja - youtube.com/user/BuecherLeidenschaft?feature=mhee
Eva Stürmer - Rezensentin auf Amazon und Lovelybooks

Ausblick vom Zimmer der Jugendherberge auf die Festung Marienberg
Blick auf die Festung Marienberg von der alten Mainbrücke aus
Alter Kranen am Flussufer
Alte Mainbrücke (1473-1543) mit Heiligenfiguren (um 1730)
Blick auf die Marienkapelle
Alte Mainbrücke mit Blick auf Rathaus und Neumünster
Rathaus und Vierröhrenbrunnen
Detail der Rathausfassade
Dom St. Kilian
Marienkapelle und Falkenhaus (Touristinformation und Stadtbücherei)
UNESCO-Weltkuturerbe Residenz
Impressionen aus dem Hofgarten der Reseidenz