Dienstag, 23. Oktober 2012

[COOL-TOUR-KATZE] Lesung "Legend" in Rüsselsheim



Marie Lus dystopischer Debütroman und Trilogieauftakt "Legend: Fallender Himmel" war mir selbstverständlich auch auf der Messe ins Auge gesprungen, nicht zuletzt, weil die Loewe-Mitarbeiter am Stand beinahe alle Legend-T-Shirts trugen und der Roman großflächig präsentiert wurde.


Ich entschied mich in diesem Fall aber gegen eine der Lesungen auf der Messe und besuchte lieber die Premierenlesung aus "Legend" mit der Autorin Marie Lu, Marian Funk als Sprecher für die deutschen Textpassagen und Margarete von Schwarzkopf als Moderatorin fernab der Besucherströme in der Buchhandlung Jansen in Rüsselsheim, der Veranstalter, der auch jedes Jahr die Fantasylesenacht organisiert. In Rüsselsheim traf ich wieder auf Natalie, der ich einige Tage zuvor den Tipp zu dieser Veranstaltung gegeben hatte, und da ihr "Legend" ebenfalls sehr gut gefallen hat, kam sie gerne mit. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass in der überschaubaren Menge der Zuhörer sogar noch weitere Blogger anwesend waren, aber wer rechnet den damit in einer Buchhandlung in Rüsselsheim "Kollegen" zu treffen, wenn die Autorin noch weitere Termine am Buchmessenwochenende in Frankfurt hat :D



Im Interview mit der Autorin erfuhren wir, dass es mindestens drei Teile evtl. sogar mehr geben wird.
Aktuell hat Los Angeles 8 Millionen Einwohner, in der dystopischen Zukunft von "Legend" bereits 20 Millionen.
Marie Lu hofft, dass Amerika keine so düstere Zukunft erleben wird, wie sie sie in ihrem Roman beschrieben hat, allerdings hat sie viele Elemente aus der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit verarbeitet, es ist also keineswegs reine Fantasie, die in ihrem Roman verarbeitet wurde. So ist einiges in der Geschichte den Studentenprotesten oder dem Regime in Nordkorea nachempfunden.
Day und June sind eine Teenagerversion von "Les Miserables".
Eine Grundaussage des Buches soll lauten, dass auch sehr junge Menschen die Kraft haben etwas zu verändern.
Day ist Marie Lus Freund nachempfunden.
June ist athletisch, sie denkt logisch, alles Sachen, die Marie Lu nicht ist, aber wie sie gerne wäre.
L.A. deshalb der Schauplatz, weil sie dort lebt und die Recherche deshalb einfacher war. Sie selbst lebt in Passadena, der Stadtteil in "Legend", der die bessere Gegend darstellt, Downtown L.A. ist die arme Gegend.
Das Essen ist asiatisch geprägt, die Uniformen des Regimes haben Steampunk-Einflüsse (Sachen, die sie selbst gerne mag)
Es gibt auch Einflüsse von Romeo und Julia, allerdings ist die Liebesgeschichte im ersten Band noch nicht so stark ausgeprägt.
Vertrauen, Freundschaft und Familie sind ganz wichtige Themen des Buches.
Die Handlung gerät während dem Schreibprozess durcheinander, Figuren entwickeln ein Eigenleben.
Das zweite Buch ist schon fertig (Prodigy).
Der Weg bis zum Ende der Geschichte ändert sich ständig.
Ob alles am Ende gut sein wird? Zumindest einige positive Sachen werden passieren, aber mehr wollte sie nicht verraten.
Zuerst sollte das Buch "Republic" heißen, aber der Verleger fand, das hört sich zu historisch an, weitere abgelehnte Vorschläge waren "Daylight" (erinnerte zu sehr an "Twilight") und "The criminal and the prodigy".
Legend passt sehr gut, weil Day und June beides Legenden sind.
Das goldene Zeichen auf dem Cover ist das offizielle Zeichen der Republik.



Aber die Zuhörer erfuhren nicht nur Dinge Marie Lu und ihren Roman betreffend. Auch Schauspieler und Synchronsprecher Marian Funk stand Margarete von Schwarzkopf Rede und Antwort und so erfuhr man von ihm, dass er Computerspielsynchronisationen sehr spaßig findet, weil man dort viele Stimmen ausprobieren kann, die man normalerweise sonst nirgends verwendet. Er hat seine Asubildung in Frankfurt am Main gemacht mit vier verschiedenen Sprachlehrern, die alle unterschiedliche Meinungen zur Stimmausbildung vertraten. Er arbeitet u.a. beim Radio, begleitet Lesereisen und synchronisiert für Film und Fernsehen. Er ist der Meinung, dass Zuhören sehr viel mehr Aufmerksamkeit erfordert als Lesen.
Das finde ich übrigens auch, meiner Meinung liegt das u.a. deshalb daran, dass man beim Zuhören die Hände frei hat und meistens nebenher etwas anderes macht. Deshalb ziehe ich meinen Hut vor der Arbeit der Hörbuchsprecher, denn ich denke es gehört großes Talent dazu, die Aufmerksamkeit der lauschenden Ohren so zu fesseln, dass jemand voll konzentriert bei der Geschichte bleibt.



Zum Glück hatte eine der anwesenden Zuhörerinnen auch eine englische Ausgabe von Legend dabei, so dass Marie Lu kurz vor Ende der Veranstaltung noch eine Textpassage aus dem Original vortragen konnte.
Zum Abschluss nahm sie sich viel Zeit zum Signieren der mitgebrachten oder vor Ort gekauften Bücher.


Marie Lu ist eine sympathische Autorin und auch, wenn ich einige kleinere Kritikpunkte an "Legend" habe, freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzungen.
Auch Marian beim Lesen zuzuhören oder Margarete von Schwarzkopf Interviews und Gesprächsrunden beizuwohnen war wie immer ein Vergnügen. Und die Veranstaltungen unter Regie des Bücherhaus Jansen in Rüsselsheim (oder der Villa Herrmann in Gustavsburg) sind sowieso immer ein besonderes Erlebnis - ich freue mich auf den nächsten Besuch (der bereits für November eingeplant ist) :)

Kommentare:

  1. Ahhhh Nein, du warst auch da? Wie konnten wir uns nur verpassen? :(
    Den Fotos nach musst du direkt hinter uns gesessen haben. Ich saß mit Crini und Steflite links in der ersten Reihe.
    Wie schade, dass wir uns verpasst haben. Dabei war die Lesung schon denkbar klein ^.^

    Trotzdem toller Bericht für einen tollen Abend :)
    Leider meinte Crini (übrigens die Zuhörerin mit dem englischen Buch haha) dass Marian Funk zu viel verraten hat. Da waren Passagen dabei, die weit in der zweiten Hälfte des Buches spielen. Fand ich jetzt nicht so schön.

    Ansonsten war es echt eine tolle Lesung in schnuckliger Atmosphäre :)
    Nächstes Mal tragen wir Namensschilder hehe

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    1. Crini hatte schon auf Facebook unter einem Foto des Abends kommentiert, das sie da hat. Aaargh... das war ja dann fast ein reines Bloggertreffen ohne das wir davon wussten :D Natalie und ich saßen in der zweiten Reihe rechts.
      Mir ist das wahrscheinlich nicht so aufgefallen, dass Marian zuviel verraten hat, weil ich das Buch schon gelesen habe. Mir fällt sowas eher auf, wenn ich das Buch noch nicht kenne und dann denke "oh man, das hätte ich jetzt lieber selbst rausgefunden beim Lesen" :D

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  2. Anette das hast Du wieder toll geschrieben ;-)

    Liebe Grüße
    Natalie

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