Freitag, 19. Oktober 2012

[COOL-TOUR-KATZE] Buchmesse Frankfurt 2012 - Dienstag: Eröffnungsfeier

Der Buchmesse-Dienstag:

Von Kiwis, Schlangen und Eidechsen
Oder: Warum Autoren die besseren Redner sind

Ich war zwar schon mehrere Male auf der Buchmesse in Frankfurt und auch bereits das dritte Jahr in Folge als Fachbesucher unterwegs, aber die Eröffnungsfeier am Abend, bevor es richtig mit der Messe losgeht, hatte ich bislang noch nicht besucht.

Im Vorfeld schloss ich mich mit meiner Liesundlausch-Kollegin Julia kurz, und wir beschlossen gemeinsam hinzugehen, die Bloggerin Yvonne von Annoras Lifestyle schloss sich uns beiden noch an, da zusammen so eine Veranstaltung auf jeden Fall kurzweiliger ist.

Obwohl der Wochenbeginn in Frankfurt letzte Woche einen sehr trüben Eindruck erweckte, strahlte pünktlich zu Beginn der Buchmesse die Sonne vom Himmel herab, so dass es dann doch wieder ein bisschen schade war sich am späten Nachmittag in den Congress-Saal der Messe zu begeben, um acht Redner gute eineinhalb Stunden zuzuhören, bevor die Präsentation des Ehrengastes Neuseelands an diesem Abend noch ihre Pforten für die Besucher des Abends öffnen sollte.


Die Rednerübersicht für den Abend sah folgendermaßen aus:

Prof. Dr. Gottfried Honnefelder
Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Juergen Boos
Direktor der Frankfurter Buchmesse

Peter Feldmann
Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main

Jörg-Uwe Hahn
Stellv. Hessischer Ministerpräsident

Bill Manhire
Literarischer Redner des Ehrengastes Neuseeland

Joy Cowley
Literarische Rednerin des Ehrengastes Neuseeland

Dr. Guido Westerwelle
Außenminister der Bundesrepublik Deutschland

Bill English
Stellv. Premierminister Neuseeland

Obwohl die lange Rednerliste auf den ersten Blick etwas erschreckend wirkte, muss ich sagen, dass der Abend wirklich in Windeseile herumging. Die Reden waren sehr kurzweilig, besonders die neuseeländischen Autoren Bill Manhire und Joy Cowley hatten nicht nur informative, sondern vor allem humorvolle Reden am Start, dass es gerade bei diesen beiden richtig schade war, als sie am Ende angelangt waren. Die Reden der neuseeländischen Besucher wurden übrigens ausgedruckt am Eingang wahlweise auf englisch und deutsch verteilt, was ich im Nachhinein besonders erfreulich fand, denn die Autorin Joy Cowley hat zum Abschluss ihrer Rede noch eine Kurzgeschichte aus ihrem Buch "Schlange und Eidechs" gelesen, die ich so nochmal auf deutsch Zuhause genießen konnte. Die deutsche Übersetzung des humorvollen Kurzgeschichtenbandes ist übrigens mit farbigen Illustrationen im Verlagshaus Jacoby & Stuart erschienen. Ein kleiner Wermutstropfen unter den Reden mit literarischen Bezug - egal ob nun mit Humor vorgetragen oder nicht - war Guido Westerwelles ausschweifender Tritt neben die buchbezogenen Pfade, als er gefühlte sehr lange über den Euro und die Schuldenkrise schwadronierte. Zum Glück hatte diese Ausschweifung bald ein Ende und Bill English fand als letzter Redner des Abends glücklicherweise zum eigentlichen Thema des Abends zurück.

Neben Joy Cowleys Rede und ihrer nicht nur inhaltlich gelungenen Kurzgeschichte, sondern auch unheimlich witzig interpretierten, war für mich ein Highlight die wunderschön in Szene gesetzten Hintergründe hinter den Rednern, die das Schwerpunktthema Kinder- und Jugendmedien der diesjährigen Messe zum Vorbild hatten. Gebt mir schöne Fotos oder Illustrationen und eine Geschichte, und ich bin glücklich :) Anscheinend bleibe ich im Inneren immer ein Kind...


Im Anschluss an die Reden ging es in die direkt benachbarte Ehrengast-Präsentation. Wie im letzten Jahr bei Island spielte sich alles wieder im Dunkeln ab. Ist das eigentlich immer so, oder Zufall? Ich glaube, ich war bisher nur bei diesen beiden Präsentationen oder habe einfach keine Erinnerung mehr an die älteren in den Jahren zuvor.


Das Gastland präsentierte an diesem Abend Gesang und Tanz der Maori-Kultur, im Nachhinein war ich doppelt froh, die Eröffnungsfeier besucht zu haben, denn die folgenden Tage sollten so schnell an mir vorbeiziehen, dass ich etliches nicht geschafft habe anzusehen, was ich geplant hatte, u.a. ein weiterer Besuch der Ehrengast-Präsentation.


Auf meinem Heimweg über den Frankfurter Hauptbahnhof entdeckte ich dann noch den "Literaturbahnhof", in dem über alle Messetage von den Ankommenden und Abreisenden Bücher gekauft werden konnte, sozusagen eine mobile Buchhandlung.


Abschließend kann ich sagen, die Reden waren sehr viel interessanter und kurzweiliger als ich es im Vorfeld erwartet hatte, wobei die schreibende Zunft sich nicht besser ausdrückt als Menschen, die in der Politik tätig sind, aber sie treffen auf jeden Fall mehr den Nerv der literarisch interessierten Zuhörer (und schweifen nicht vom Thema ab). Ich werde sicher in Zukunft nicht jedes Jahr an der Messe die Eröffnungsfeier besuchen, aber im Ganzen fand ich die Veranstaltung so interessant und gelungen, dass es bestimmt nicht mein einziger Besuch der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse bleiben wird.

Kommentare:

  1. Das ist immer so das Problem...man hat einfach nie genug Zeit alles zu sehen was man möchte :-) Aber die Tänzer aus Neuseeland hätte ich auch gern mal gesehen :-D

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    1. Ich glaube selbst wenn die Buchmesse statt 5 Tage 5 Wochen dauern würde, hätte ich noch das Gefühl viel verpasst zu haben. Es gibt einfach immer sooo viel sehenswertes dort, Lesungen, die neuen Programme, die Cosplayer, die Kochshows in der Gourmet Gallery und und und... seufz... schade, dass nicht alle 2 oder 3 Monate eine große Buchmesse stattfindet :)

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  2. "Schlange und Eidechs" muss ich mir unbedingt kaufen!

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    1. Ich werde es mir auch noch besorgen, ich fand die Geschichte echt zum Schießen! Das Buch hab ich mir bei Jacoby und Stuart angesehen, wirklich schön und hochwertig aufgemacht mit den farbigen Illustrationen.

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    2. Ich habe entdeckt, dass es 2009 schon eine Ausgabe gab. ABer die hat dann vermutlich nicht die Illustrationen?

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    3. Doch, das ist die richtige Ausgabe :) Wir werden dann mal alles dafür tun, dass die Auflagenzahl steigt, oder ;D

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    4. Seltsam, letztens waren da doch 2 Ausgaben? Egal, ich gehe mal bestellen. Die war so wunderbar ironisch und gleichzeitig so liebenswert, die Geschichte!

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