Mittwoch, 22. August 2012

[DOPPELREZENSION] Vollendet

DOPPELREZENSION:
Gegenüberstellung einer positiven und einer negativen Meinung zu einem Buch nach einer Idee von Sara Salamander.


Titel: Vollendet (OT: Unwind)
Autor: Neal Shusterman
Illustrator: -/-
Übersetzer: Ute Mihr
Verlag: Sauerländer
Reihe: Band 1
empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahre
Ausführung: Hardcover, 432 Seiten



Autor:
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, schrieb seine ersten Geschichten bereits zu Schulzeiten. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften, mittlerweile widmet er sich ganz dem Schreiben von Jugendbüchern und Drehbüchern für Fernsehserien und Spielfilme.


INHALT:
Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren "umwandeln" lassen können.
Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber… wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem... lebst du dann, oder bist du tot?


KATZE MIT BUCH SAGT:
Die Geschichte hat mich in ihrer Umsetzung zwar an einigen Stellen angeekelt und vor den Kopf gestoßen, aber für mich hat der Autor hier ein Thema überspitzt und grotesk dargestellt, um Kritik an Gesellschaft und Religion eindringlich und nachhaltig zu vermitteln. Seine verwendeten Stilmittel haben die Aussagen noch unterstützt und sein distanzierter Schreibstil visualisiert, wie wenig der Mensch als Person wert ist. In "Vollendet" zählt nur die Hardware, nicht das Innere des Menschen, deshalb fand ich die Kälte und stellenweise Abgebrühtheit, mit der er einige Szenen schildert, nicht nur angemessen, sondern absolut notwendig.
Wertung: 5 von 5 Fischgräten
HIER geht es zur kompletten Rezension


SARA SALAMANDER SAGT:
Die Geschichte ist spannend zu lesen, die Grundidee ist hervorragend. Thematisch ist das Buch großartig. Doch in seiner Machart wirkt es lediglich wie eine Aneinanderreihung von verschiedenen Szenen, Themen und Momenten. Vordergründig spannend, dahinter fehlt jedoch das Konzept, das der Geschichte eine solide Basis verleiht und das Grundgerüst mit Fleisch und Leben füllt. Sprache und Umsetzung der Themen bleiben oberflächlich und distanziert, eine Beziehung zu den Charakteren kann der Leser dadurch nicht aufbauen. Es wurden sehr viele Möglichkeiten verschenkt. Unterhaltsam zu lesen, mehr leider nicht.
Wertung: 3 von 5 Haifisch-Tattoos
HIER geht es zur kompletten Rezension

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