Mittwoch, 31. August 2011

[REZENSION] Langenscheidt - Englisch mit System - Der praktische Sprachkurs (Set mit Lehrbuch und CDs)

Langenscheidt
Englisch mit System - Der praktische Sprachkurs (Set mit Lehrbuch und CDs)
Verlag: Langenscheidt
352 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3468804555
ISBN-13: 978-3468804557

Dieser Sprachkurs von Langenscheidt umfassst ein 352 Seiten starkes Lehrbuch, 4 CDs (2 Audio-CDs mit Dialogen à 120 Minuten, 2 Audio-CDs mit Hör- und Sprechtraining à 130 Minuten) und ein 233 minütiger Audio-Wortschatztrainer auf einer MP3-CD. Die Lehrmittel werden in einem praktischen Pappkarton geliefert, so dass man alle Unterlagen gut und geschützt zusammen aufbewahren kann.

Die CDs sind von Muttersprachlern in zwei Sprechgeschwindigkeiten gesprochen (in normaler Sprechgeschwindigkeit und langsam gesprochen), so dass auch Anfänger den Übungen folgen können.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches setzt sich wie folgt zusammen:
* Wegweiser
* Abkürzungen
* Lektionsübersicht
* Aussprache, Betonung und Schreibweise
* 20 Lektionen, nach allen 5 Lektionen gibt es nützliche Zwischentests
* Übersetzung der Dialoge
* Hör- und Sprechtraining
* Verbtabelle
* Lösungen zum Lektionsteil
* Lösungen zu den Tests
* Lösungen zum Hör- und Sprechtraining
* Glossar

Unter Zuhilfenahme der CDs kann man die Lektionen des Buches vertiefen und hat neben den Vokabel- und Grammatikübungen in schriftlicher Form gleichzeitig ein Sprachtraining. Die Muttersprachler haben eine sehr saubere Aussprache und die Dialoge wirken authentisch und nicht emotionslos heruntergelesen.
 
Die Übungen sind alltagsnah und sowohl privat in der Freizeit und im Urlaub als auch im Beruf zu gebrauchen (z.B. über Urlaubserlebnisse berichten, eine Postkarte schreiben, nach dem Weg fragen, ein Telefongespräch führen). In jeder Lektion wird das neue Vokabular und die verwendete Grammatik vorgestellt.

Dieser Srachkurs überzeugt neben dem Spitzenpreis durch die Kombination von Lehrbuch und CDs, so dass man Gelesenes nochmal nachhören, nachsprechen und vor allen Dingen dadurch die korrekte Aussprache lernen kann. Die Gliederung des Buches in Übungen, Vokabel- und Grammatikanteil ist sehr übersichtlich und anhand der Lektionsübersicht - die die Inhalte "Texte", "Themen / Sprechabsichten" und "Grammatik" umfasst - kann man sich als Wiedereinsteiger, der nicht das ganze Buch durcharbeiten will bzw. muss, gezielt Lektionen zum Auffrischen der englischen Sprache heraussuchen.
 
Einsteiger benötigen sicherlich eine gehörige Portion Selbstdisziplin, um ganz allein mit Hilfe eines Sprachkurses in Buchform eine Fremdsprache zu erlernen. Für Wiedereinsteiger ist das Set mit dem spitzenmäßigen Preis-Leistungsverhältnis aber auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

[REZENSION] Bomann, Corina - Sephira - Ritter der Zeit 1: Die Bruderschaft der Schatten

Corina Bomann
Sephira - Ritter der Zeit 1: Die Bruderschaft der Schatten

Verlag: Ueberreuter
462 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3800055732
ISBN-13: 978-3800055739
empfohlenes Lesealter: 14-16 Jahre
"Mein Name ist Laurina Einarsdottir Skallagrimm. Man nennt mich die Chronistin. Meine Aufgabe ist es, die Taten unserer Bruderschaft für die Nachwelt zu erhalten. Einst war ich die Tochter eines in Ungnade gefallenen Fürsten aus den Nordlanden, auserkoren, sein Erbe anzutreten, wenn Wallhall nach ihm rief. Doch das Schicksal hatte anderes mit mir vor. Es führte mich an eine fremde Küste und in die Arme der Sephira, auf dass ich mithelfe, die Geschicke der Menschen zu lenken und zum Guten zu verändern. Dies ist unsere Geschichte..."
Inhalt:
Einar Skallagrimm und seine Männer befinden sich nach einem Überfall auf ihr Dorf in den Nordlanden seit Jahren auf der Flucht. Im Jahre 1187 gerät ihr Schiff im Mittelmeer in einen schweren Sturm, und nur Einar Skallagrimms Tochter Laurina, die das Erbe ihres Vaters antreten soll, überlebt das Unglück.
Der Assassine Gabriel findet sie und nimmt sie zu sich nach Hause. Doch er verbirgt noch ein weitaus größeres Geheimnis vor ihr als seine Tätigkeit als Assassine. Gabriel ist Mitglied in einem Bund von unsterblichen, die unter der Herrschaft des Emirs Malkuth ihre Aufträge ausführen, um den kurdischen Feldherrn Saladin aus dem Weg zu räumen und Malkuth stattdessen zur Macht zu verhelfen. Gabriel versucht Laurina vor den anderen Assassinen zu verbergen, da diese auf der Suche nach einer weiblichen, starken Persönlichkeit sind, die das Erbe der Unsterblichen in sich bewahrt und weiterträgt. Der Preis für die Unsterblichkeit ist hoch: die Anwärterin für die neue Lamie - die Trägerin der Unsterblichkeit - muss ein Ritual bestehen, an dessen Ende die neue Würde oder der Tod steht. Obwohl sich Laurina des Risikos bewusst ist und unter der Herrschaft Malkuths nichts Gutes gedeiht, nimmt Laurina die Herausforderung in Gedenken an ihren Vater an, den nur solange sie am Leben bleibt, kann sie sein Erbe antreten, und das Angebot der Assassinen auszuschlagen würde ihren sofortigen Tod bedeuten. Damit beginnt für sie das Ritual der neun Monde der Adeptin bis zur abschließenden Prüfung der sieben Wunden, aus der sie entweder siegreich hervorgehen wird oder die mit der letzten Wunde ihren Tod bedeutet.

Eigene Meinung:
Mit der Reihe "Sephira - Ritter der Zeit" ist Corina Bomann eine geniale Neuinterpretation des Vampirmythos gelungen. Die Unsterblichen treten hier nicht als blutrünstige Wesen der Nacht auf, sondern leben ganz normal zwischen den Sterblichen. Sie stammen von Ashala, Tochter der Lamia ab, die sich mit dem Emir Malkuth verbündete und ihm und seinen Assassinen die Unsterblichkeit schenkte. Gefäß für die Bewahrung des Erbes kann nur eine weibliche Person sein, und diese muss mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sein, um das Erbe dauerhaft schützen zu können, deshalb erwarten diese vor ihrer Berufung sehr schwere Prüfungen und Corina Bomann hat mit den Ritualen der neun Monde und der abschließenden Prüfung der sieben Wunden spannende und den Erzählfluss anheizende Riten geschaffen, die einen beim Lesen richtig mit Laurina mitfiebern und bangen lassen, auch wenn von vorneherein feststeht, dass Laurina die Prüfungen bestehen wird, da bereits der Klappentext Auskunft darüber gibt, dass sie die zukünftige Chronistin der Bruderschaft ist.

Trotz des teilweise von Kämpfen geprägten, schnellen Erzählstils, bietet Corina Bomann ihren Figuren sehr viel Platz um sich zu entfalten, und neben Laurina und Gabriel entstehen auch zu den anderen Assassinen Bilder vor dem inneren Auge des Lesers, da die Autorin ihnen mit besonderen Eigenarten und Rückblenden in ihre Vergangenheit bevor sie unsterblich wurden, Leben einhaucht. Die Figuren sind bis auf wenige Ausnahmen zu Beginn der Geschichte nur schwer einzuschätzen, es gibt keine absolut Guten oder Bösen, da einige der Assassinen in ihrer Art zwar sympathisch beim Leser ankommen, aber durch die bösen Taten für Malkuth doch schlecht erscheinen. Man gerät in einen inneren Zwiespalt, ob man Gabriel oder beispielsweise David oder Jared mögen darf, oder sie wegen ihrer Taten eigentlich verdammen sollte. Umso gebannter verfolgt man im Laufe der Geschichte die Entwicklung des Auflehnens der Bruderschaft gegenüber dem herrschenden Emir, und entdeckt dahinter eine treibende Kraft, mit der man zu Beginn nicht gerechnet hätte.

Laurina ist eine sympathische Heldin, mit der man sich trotz ihrer herausragenden kämpferischen Leistungen sehr gut identifizieren kann, da sie trotz ihres Schicksals auch nur ein junges Mädchen ist, welches sich in ihren Retter verliebt und das auch mal Unfug im Kopf hat. Sie zeigt Gefühle, Angst und Mut, hinterfragt Sachen und benimmt sich in der Regel so, wie man es von einer jungen Frau erwartet.

Neben den liebevoll ausgearbeiteten Charakteren gefallen mir besonders das authentische orientalische Flair der Schauplätze und das Corina Bomann so ganz nebenbei viel Hintergrundwissen und interessante Fakten über verschiedene Religionen und Kulturen vermittelt. Die Autorin hat ihre Geschichte multikulturell angelegt, indem sie ihren Protagonisten grundverschiedene Vergangenheiten mit auf den Weg gibt, so befinden sich unter den Assassinen beispielsweise ein ehemaliger jüdischer Goldschmied, ein Beduinenfürst und ein französischer Kreuzritter. Die verschiedenen Kulturen innerhalb der Bruderschaft existieren deshalb so friedlich nebeneinander, weil sie eine Verbindung in ihrer gemeinsamen Unsterblichkeit haben. Denn neben ihren Weggenossen innerhalb der Unsterblichkeit ist es den Assassinen nur für aus ihrer Sicht sehr kurze Dauer vergönnt, Freunde zu haben und Menschen außerhalb der Bruderschaft dürfen zudem nicht in das Geheimnis der Unsterblichkeit eingeweiht werden. Neben dem christlichen und jüdischen Glauben erfährt der Leser auch viel über die nordische Mythologie und durch den direkten Vergleich auch über Monotheismus und Polytheismus.

Der Titel "Sephira - Ritter der Zeit" mag für manch einen im Auftaktband der Reihe irreführend erscheinen, da die Sephira erst am Ende der Geschichte gegründet werden, aber deswegen taucht zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, denn der Weg bis zur Gründung der Bruderschaft ist spannend und temporeich! Da für die Reihe noch mindestens sechs weitere Bände geplant sind, hat es mir sehr gut gefallen, dass den einzelnen Charakteren im ersten Band so viel Raum gegeben wurde sich zu entwickeln, umso mehr freue ich mich auf ein Wiederlesen mit Laurina, Gabriel, Sayd, Jared, David und den anderen, deren Weg ich sehr gerne bei weiteren Abenteuern begleiten werde!

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der kurz auf das Schicksal der Adeptin eingeht, die vor Laurina die Prüfungen zur neuen Lamie der Bruderschaft angetreten hatte, und ist anschließend in die drei Teile "Meer und Wüste", "Blut und Schweiß" und "Leben oder Tod" gegliedert, die insgesamt den Zeitraum von Frühjahr bis Herbst 1187 umfassen und von Laurinas Weg innerhalb der Bruderschaft erzählen.
Der Geschichte ist ein doppelseitiges Personenregister angeschlossen, welches die Assassinen und erwähnte bzw. auftretende historische Persönlichkeiten umfasst.
Auf den Vorsatzseiten ist eine Karte von Saladins Reich abgedruckt.

Im Großen und Ganzen ist das erste Abenteuer der Sephira in sich abgeschlossen, aber neben den Sephira existieren auch noch deren Widersacher, auf die sie möglicherweise im Folgeband erneut treffen werden...

Fazit:
Man darf nach diesem vielversprechenden und fantasievollen Auftakt, der auf höchst interessante Weise historische Fakten und fantastische Elemente miteinander verknüpft, mehr als gespannt sein, wohin bzw. in welche Epochen es Corina Bomanns Ritter der Zeit in den nächsten Bänden verschlagen wird. Ich kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es mit Laurina und der Bruderschaft weitergeht, nachdem der Auftakt der Reihe bereits so berauschend und facettenreich war!

Reihen-Info:
Sephira - Ritter der Zeit
Band 1: Die Bruderschaft der Schatten
Band 2: Das Blut der Ketzer
Band 3: in Arbeit
weitere 4-5 Bände in Planung

Dienstag, 30. August 2011

[KATZENTATZEN] Kleine Katzen

Kleine Katzen

Kleine Katzen sind so drollig
Und so wollig und so mollig,
Dass man sie am liebsten küsst.
Aber auch die kleinen Katzen
Haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Dass ihr's wisst!

Kleine Katzen wollen tollen
Und die Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
Bei dem Tollen und dem Rollen
Fangen lernen eine Maus.

Kleine Katzen sind so niedlich
Und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
Hilft, dass aus dem süßen Kätzchen
Mal ein Raubtier werden kann.

James Krüss








[REZENSION] Grimm, Jacob und Wilhelm / Lacombe, Benjamin (Illustrationen) - Schneewittchen

Jacob und Wilhelm Grimm / Benjamin Lacombe (Illustrationen)
Schneewittchen
Verlag: Jacoby & Stuart
160 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 394178739X
ISBN-13: 978-3941787391
empfohlenes Lesealter: 5-7 Jahre

Wer kennt es nicht, das Märchen von dem Mädchen, mit Haut weiß wie Schnee, mit Lippen rot wie Blut und mit Haaren schwarz wie Ebenholz.
Benjamin Lacombe hat den Märchenklassiker der Brüder Grimm illustriert und verleiht ihm mit seinen Bildern einen ganz bezaubernden und gleichzeitig gruselig-morbiden Charme, der sicherlich vor allem die Herzen erwachsener Bilderbuchsammler höher schlagen lassen wird.
Dank Jacoby & Stuart ist diese Bilderbuchperle auch hierzulande in der Muttersprache dieses klassischen Märchens erschienen. Der Text dieser Ausgabe ist in der Originalversion der Brüder Grimm von 1896.
Dieses Buch ist nicht nur von einer einzigartigen Schönheit, auch qualitativ kann diese Ausgabe voll punkten: das Papier ist von schwerer Qualität und mit einer leichten Struktur versehen. Benjamin Lacombe beschränkt sich in der Farbgebung seiner Illustrationen auf natur- und sepiafarbene Töne, so dass das Rot (wie Blut), das sich neben Schneewittchens Lippen auch in den Zipfelmützen der Zwerge und dem vergifteten Apfel wiederfindet, noch strahlender und plastischer aus den großformatigen Bildern hervorsticht.
Neben den colorierten Illustrationen schmücken dieses Buch auch mehrere Bleistiftzeichungen des Künstlers. Möglicherweise trifft die Mischung zwischen colorierten und schwarzweißen Illustrationen nicht jedermanns Geschmack. Aber ich habe die Zusammenstellung sehr genossen, da die Bleistiftzeichnungen widerum ganz eigene Seiten von Benjamin Lacombes Können aufzeigen und die Aufmerksamkeit des Betrachters auf andere Details ziehen als ihre colorierten Pendants.
Einige Bilder sind schon sehr erschreckend oder schauererregend, so haben mir es in dieser Hinsicht besonders die Zeichungen mit chimärenhaften Charakter angetan, auf denen die böse Schwiegermutter in Gestalt eines Pfaus gezeigt wird oder sich in der Brust von Schneewittchen ein Vogel verbirgt, der schier starr vor Schrecken scheint. Neben dem gruseligen Text- und Bildinhalten finden sich aber auch hin und wieder verspielte Komponenten, wie eine winzigkleine Krämersfrau, die sich mit einem Kamm durch die Haare Schneewittchens arbeitet oder vom Kehrbesen Schneewittchens durcheinandergewirbelte Buchstaben am Ende einer Seite. So gibt es auch beim zweiten oder dritten Lesen und Betrachten dieses Märchens immer wieder wunderbare, skurrile und außergewöhnliche Details für die kleinen und großen Kinder zu entdecken, die sich im Zauber der Geschichte verlieren.
Den Einband schmückt formatfüllend über Vorder- und Rückseite hinweg eine Illustration, die auch im Inneren des Buches zu finden ist. Die farnförmigen Vignetten, die im Buch am Ende jeder Seite die Seitenzahlen umrahmen, zieren bei genauerem Hinsehen auch die Vorder- und Rückseite des Einbandes. Jedoch setzen sie sich farblich nicht vom Hintergrund ab, sondern sind in Spottlacktechnik aufgeprägt und lassen sich mehr erfühlen als das sie auf den ersten Blick zu sehen sind. Die Vorsatzseiten scheinen in ihrer Farbintensität wie in Blut getränkt und sind illustriert mit einem Endlosmuster aus Farnen, Raben und des vergifteten Apfels, lauter Details, die sich auch innerhalb der Geschichte wiederfinden.

Tauche ein in das klassische Märchen der Brüder Grimm, lass dich von seinem Zauber gefangen nehmen und entdecke ganz neue Facetten dieses Klassikers durch die außergewöhnliche Interpretation Benjamin Lacombes! Sollte es tatsächlich noch einen Leser geben, der sich nicht angesprochen fühlt (ja, genau DICH meine ich!), dass er unbedingt eine Neuausgabe von Schneewittchen haben MUSS, dann guck auf der Website von Benjamin Lacombe vorbei und lass dich überzeugen!

Montag, 29. August 2011

[NEWS] Bücherherbst in der Villa Herrmann / die Termine im Überblick

Bücher, Buchkunst, Lesungen - Termine in der Villa Herrmann im Herbst 2011!

Mittwoch, 5. Oktober 2011 um 20.00 Uhr
"Vorlesen, bitte!" Romane aus Island

Samstag, 15.10.2011 - Buchmesse in der Villa Herrmann
14.00 Uhr - Lesung: Bart Moeyaert "Wer ist hier der Chef?"
Für Zuhörer jeden Alters ab 7.
Eintritt € 7,-- für Erwachsene / 4,-- für Kinder bis 14 Jahre
20.00 Uhr - Ausstellungseröffnung: Susanne Janssen "Die Mythen der Griechen"
Für alle Altersgruppen. Eintritt frei.
Zur Ausstellungseröffnung ist Susanne Janssen ist anwesend.

Montag, 24.10.2011 - "Bücher und mehr..." Bücherherbst im Gerauer Land
16.00 Uhr - Lesung: Markus Heitz "Legenden der Albae"
Ort: Buchhandlung in der Villa Herrmann, Gustavsburg. Eintritt 3,00 Euro
20.00 Uhr - Lesung: Markus Heitz "Judastöchter"
Ort: IGS Mainspitze, Ginsheim. Eintritt 8.00 Euro (Schüler 4,00 Euro)
Für junge Zuhörer ab 14 Jahren und Erwachsene.

Mittwoch, 09.11.2011 - Lesungen
17.00 Uhr & 20.00 Uhr - Andreas Steinhöfel "Rico, Oskar und der Diebstahlstein"
Für junge Zuhörer ab 10 & Erwachsene
Eintritt € 7,-- Erwachsene / 4,-- Jugendliche bis 14 Jahre

Montag, 14.11.2011 & Dienstag, 15.11.2011 – Bücher für dich!
Mo., 19.30 Uhr: Romane und Sachbücher für Jugendliche zwischen 11 und 13 Jahren
Di., 19.30 Uhr: Neue Bücher für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren
Monika Trapp stellt alle vergnügt & kurzweilig vor.
Für Schüler, Eltern und Lehrer / Eintritt frei.

Donnerstag, 01.12.2011 – Illustrationsausstellung
20.00 Uhr - Ausstellungseröffnung: Quint Buchholz "Bilder zur Bibel"
Für alle Altersgruppen. Eintritt frei.
Zur Ausstellungseröffnung ist Quint Buchholz anwesend

Für alle Veranstaltungen wird um Anmeldung gebeten.

Buchhandlung in der Villa Herrmann

Bücher, Buchkunst, Lesungen

HITS für KIDS GmbH
Mozartstraße 3
65462 Gustavsburg
Tel.: 06134-56696-0
FAX 06134-56696-29
buchhandlung@hitsfuerkids.de

[REZENSION] Priestley, Chris / Roberts, David (Illustrationen) - Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff

Chris Priestley / David Roberts (Illustrationen)
Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff
Verlag: Bloomsbury
240 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3827054222
ISBN-13: 978-3827054227
empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre

Chris Priestley veröffentlichte vor den "Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff" bereits einen Band Kurzgeschichten unter dem Titel "Onkel Montagues Schauergeschichten". Die beiden Bücher können jedoch unabhängig voneinander gelesen werden, da nur die Rahmenhandlung eine Verbindung zwischen beiden herstellt.
Die Rahmenhandlung erzählt von den beiden Geschwistern Ethan und Cathy, die in einem alten Gasthof an den Meeresklippen wohnen. Die beiden sind während eines schlimmen Sturms alleine zu Hause, ihre Mutter lebt nicht mehr und ihr Vater hat sich auf den Weg ins Dorf gemacht, um den Doktor zu holen, denn Ethan und Cathy sind während des mehrere Tage andauernden Sturms schwer krank geworden. Nach einer Weile geht es den beiden besser, doch der Vater ist immer noch nicht zurück. Während die beiden sich am Kaminfeuer Gruselgeschichten vorlesen, um sich die Zeit bis zur Rückkehr ihres Vaters zu vertreiben, ertönt ein lautes Klopfen an der Haustür. Doch es ist nicht ihr Vater, sondern der Seemann Thackeray, der die Kinder davon überzeugen kann ihm bei diesem Unwetter ein Obdach zu geben und sie dafür mit schauerlichen Geschichten vom Schwarzen Schiff entlohnt...

Der Kurzgeschichtenband mit Schauermärchen, die mit ihrer Handlung allesamt auf und um das Meer plaziert sind, lohnt allein wegen den schaurig-gruseligen Illustrationen von David Roberts die Anschaffung. Besonders haben es mir die individuell zu den einzelnen Geschichten gestalteten Kapitelanfänge angetan, bei denen nicht nur die Illustration auf den jeweiligen Inhalt abgestimmt ist, sondern auch die Kapitelüberschrift jedesmal geschickt in das Bild eingebunden wurde.
Das Buch umfasst neben der Rahmenhandlung, die sich wie ein roter Faden zwischen den einzelnen Geschichten hindurchschlängelt, neun Kurzgeschichten, die mit einem unterschwelligen Grauen daherkommen und oft erst in den letzten Sätzen ihren wirklichen Schrecken offenbaren. Gerade die Unvorhersehbarkeit der einzelnen Erzählungen macht das Buch auch für erwachsene Leser interessant und was die Eignung für Jugendliche angeht, sollte man das empfohlene Lesealter von 12 Jahren keinesfalls unterschreiten, da die Geschichten teilweise wirklich sehr gruselig und makaber daher kommen. Nach den überraschenden Wendungen in den einzelnen Erzählungen, wartet am Ende auch die Rahmenhandlung mit einem unerwarteten erzählerischen Kniff auf, der selbst den hartgesottensten unter den Lesern die Haare zu Berge stehen lassen wird, die sich bis dahin wacker und furchtlos durch alle Geschichten geschlagen haben.
Die Geschichten haben mir zwar alle sehr gut gefallen, aber insgesamt hätten sie variationsreicher sein können, wenn sie durch den vorgegebenen Schauplatz Meer nicht in ihrem Aktionsradius beschnitten worden wären. Auf jeden Fall werde ich die Lektüre des Vorgängerbandes nachholen und wünsche mir noch weitere Erzählbände des Duos Priestley und Roberts, denn so schaurig schön habe ich mich seit Edgar Allen Poe nicht mehr gegruselt, besonders weil Chris Priestley seine Sprache so wunderbar altmodisch dem schaurigen Charakter seiner Geschichten angepasst und Beatrice Howeg das Ganze so gelungen ins Deutsche übersetzt hat.

Sonntag, 28. August 2011

[RUND UMS BUCH] Neu in KW34


Diese Woche war zu Rezensierendes, Gekauftes, Getauschtes und Gewonnenes in meinem Briefkasten:

Alice im Netz, Antje Szillat (RE)
Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort, Siobhan Dowd (GT)
Die Füchse von Andorra, Hörspiel, Marjaleena Lembcke, gesprochen von Ulrich Noethen u.a. (GW)
Hundert Jahre ungeküsst, Hörbuch, Gabrielle Engelmann, gelesen von Marie Bierstedt, Sven Hasper (RE)
Kochspaß mit Winnie Puuh, Disney (GK)
Lola Schwesterherz, Band 7, Isabel Abedi (GT)
Percy Jackson 1: Diebe im Olymp, Rick Riordan (GT)
Percy Jackson 2: Im Bann des Zyklopen, Rick Riordan (GT)
Percy Jackson 4: Die Schlacht um das Labyrinth, Rick Riordan (GT)
Rimbaud und die Dinge des Herzens, Hörbuch, Samuel Benchetrit, gelesen von Leonard Hohm (GW)
Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff, Band 2, Chris Priestley, David Roberts (Illustrationen) (GK)
Schneewittchen, Jacob Grimm / Wilhelm Grimm / Benjamin Lacombe (RE)
Wenn du mich siehst, Tara Hudson (RE)

Sorry, zu müde zum Zusammensuchen und Fotografieren der Neuzugänge. Kann jemand mal vernünftiges Wetter bestellen? Ich bin zur Zeit gefühlt nur am Arbeiten oder am Schlafen *gääähn* Und das Ausmisten einiger Bücher (naja, besser einige als gar keine) hatte den Nebeneffekt, dass ich die frisch erworbenen Tauschtickets direkt wieder in Bücher investiert habe (aber Percy Jackson steht auch schon ganz, ganz, ganz lange auf meiner Wunschliste!!! und nach "Sieben Minuten nach Mitternacht möchte ich auch alle weiteren Bücher von Siobhan Dowd haben).

REZENSION] Kochspaß mit Winnie Puuh

Redakteur: Anette Leister

Titel: Kochspaß mit Winnie Puuh
Autor: Disney (Basierend auf den "Winnie the Pooh"-Werken von A. A. Milne und E. H. Shepard )
Verlag: Xenos
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 6-8 Jahre
Ausführung: Hardcover, 48 Seiten, nicht mehr lieferbar



KOCHSPASS MIT WINNIE PUUH

Koch- und Backbücher zu Kinderhelden aus Büchern, Film und Fernsehen gibt es mittlerweile sehr viele, so auch zu einem Klassiker, der bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt hat: dem Bären Winnie Puuh und seinen Freunden!
Das Cover zieht mit seinen kindgerechten hellen Farben und der großen Abbildung von Puuh, Tigger und Ferkel die kleinen Feinschmecker magisch an, und bei einem Neupreis von nicht mal 5 Euro hatten die erwachsenen Hilfsköche (auch als Mama und Papa bekannt) nichts gegen den Neueinzug ins überfüllte Kinderkochbuchregal einzuwenden.

Das Buch beinhaltet 24 Lieblingsrezepte für Kinder unterteilt in die Rubriken:
* Picknick und Snacks
* Warme Gerichte
* Kuchen & Süßes
Den Rezeptteilen ist eine dreiseitige Übersicht mit Tipps für Hilfs- und Chefköchen vorangestellt, die folgende Punkte beinhaltet:
* Vorsicht
- Worauf man beim Kochen achten muss
- Abkürzungen für Maßeinheiten
- Erklärung der Schwierigskeitsgrade bei den einzelnen Rezepten (von 1-3 Honigtöpfen: einfach, mittel, schwierig)
* Bevor du loslegst
* Gut zu wissen

Jedem Rezept sind 1-2 DINA Seiten gewidmet. Neben einer detaillierten Aufführung der Zutaten (zzgl. Zubehör wie Backpapier, Backblech usw.) und der Zubereitungsfolge, gibt es unter dem Titel "Probier's mal anders" zu beinahe jedem Rezept eine Idee zur Abwandlung (z.B. Kangas Sommer-Nudelsalat mit einem Tomaten-Schafskäse-Dressing statt Essig-Öl-Dressing) und einen hilfreichen Tipp (Salatdressing in einem Glas mit Deckel mixen). Da hier die Kinder Küchenchef sind, wird natürlich speziell auf ihre Bedürfnisse eingegangen und so finden sie unter "Aufgaben für deinen erwachsenen Hilfkoch" oder "Ungeübte lassen sich hierbei helfen" alle Zubereitungsschritte, bei denen sie von Mama oder Papa Unterstützung brauchen (kochendes Wasser abgießen, Essen aus dem Backofen holen usw.). Bei ganz schwierigen Gerichten wird der Spieß umgedreht, hier dürfen Mama und Papa Regie in der Küche führen, aber die Kinder finden unter "Dabei kannst du deinem Chefkoch helfen" alle Aufgaben, bei denen sie ihren Eltern unter die Arme greifen können.
Alle Speisen sind nicht nur fertig zubereitet und angerichtet auf einem appetitlichen Foto zu sehen, auch die Illustrationen mit Puuh und seinen Freunden stehen allesamt in Bezug zu den Gerichten. Tipps, Variationsmöglichkeiten und weitere Hinweise zu den einzelnen Rezepten stehen nicht im Fließtext, sondern setzen sich farblich und mit weiteren Illustrationen versehen vom Rezept ab. Obwohl die Seiten des Kochbuches kunterbunt und farbenfroh mit vielen Fotos und Illustrationen daherkommen, sind die Rezepte trotzdem sehr übersichtlich und logisch gegliedert.


Der Großteil der im Buch enthaltenen Rezepte ist nicht neu und lässt sich in vielen weiteren Kochbüchern finden (die Klassiker bei den Kindern wie Pizza oder Spaghetti, die jedoch durch Tipps und Kniffe aufgepeppt und variiert werden), trotzdem ist "Kochspaß mit Winnie Puuh" eine sehr kostenkünstige Bereicherung im Regal, die vor allem kleinen (und großen) Puuh Fans Spaß macht und die Kinder auch gerne alleine durchblättern zum Angucken der wunderschönen Illustrationen oder um ihren Eltern den Einkaufszettel für die nächsten Tage zu diktieren ;) Sehr gut hat mir außerdem gefallen, dass viele Rezepte frisches Obst oder Gemüse beinhalten, und somit kleine Obst- und Gemüsemuffel vielleicht auch mehr Appetit auf solche Sachen entwickeln - sooo schlecht können die Sachen ja nicht schmecken, wenn sogar Puuh und seine Freunde sie essen ;)

Donnerstag, 25. August 2011

[TTT] Top Ten Thursday #28


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

Die 10 besten Nebencharaktere
(Thema gestellt von: Sara Salamander)

Aus Zeitmangel spontan zusammengeklöppelt und nahezu unkommentiert:

1. Butler aus "Artemis Fowl" (Eoin Colfer) - ohne Butler wäre die Reihe einfach nicht das, was sie ist!
2. Ron Weasley aus "Harry Potter" (Joanne K. Rowling) - von Anfang an mein Lieblingscharakter aus der Reihe zusammen mit seiner herzensguten und übervorsorglichen Mum ;D
3. Lillebror aus "Karlsson vom Dach" (Astrid Lindgren) - wenn ich statt Schwestern Brüder hätte, wäre Lillebror mein kleiner Wunschbruder (bei einem großen muss ich gerade passen)
4. Glatzen-Per aus "Ronja Räubertochter" (Astrid Lindgren) - wobei ich Ronjas Papa auch total gerne mag
5. Mr. "Gibbon" Gibber aus "Worldshaker" (Richard Harland)
6. Kiwi Wilma aus "Chroniken der Weltensucher" (Thomas Thiemeyer)
7. Lye aus "Liberator" (Richard Harland)
8. Die Eibe aus "Sieben Minuten nach Mitternacht" (Patrick Ness / Siobhan Dowd)
9. Scobie aus "Nennt mich nicht Ismael" (Michael G. Bauer)
10. Katherine "Kissin’ Kate" Barlow und der Zwiebelverkäufer Sam aus "Löcher" (Louis Sachar) - Liebespaare gibt's nur im Zweierpack ;)

Bei einigen Charakteren bin ich mir allerdings nicht sicher, ob sie überhaupt als Nebencharakter gelten, oder doch zu den Hauptcharaktere ihrer Geschichte zählen (Lillebror, Lye und die Eibe).

Das Thema der nächsten Woche finde ich total interessant und ich bin gespannt, was dort zusammengetragen wird:

Das Thema für Donnerstag, den 01.09.2011 heißt:
10 fiktionale Orte, die ihr gerne besuchen würdet

Mittwoch, 24. August 2011

[REZENSION] Fjodor flippt aus

Titel: Fjodor flippt aus (OT: xxx)
Autor: Pål H. Christiansen, Felix Janosa (Musik)
Illustrator: Annlaug Auestad
Sprecher: Till Demtrøder
Übersetzer: Christine von Bülow
Verlag: Terzio
Reihe: Band 1
empfohlenes Lesealter: 5-7 Jahre
Ausführung: Hardcover, 40 Seiten



Autor:
Pål H. Christiansen wurde am 9. September 1958 geboren und wuchs in der Nähe von Oslo auf. Christiansen veröffentlichte zahlreiche Bücher in Norwegen, darunter die sehr erfolgreiche Kinderbuchreihe um den Kablejau Fjodor. Christiansen arbeitet außerdem als freier Journalist und ist Inhaber des Verlags Fabula.

Komponist:
Der Komponist Felix Janosa ist auch als Pianist, Kabarettist, Produzent und musikpädagogischer Autor tätig.
Nach langjähriger Bühnenerfahrung als Kabarettist widmet er sich zunehmend der Produzententätigkeit in den unterschiedlichsten musikalischen Bereichen. In Zusammenarbeit mit Jörg Hilbert hat er die "Ritter Rost"-Musicals geschaffen.

Illustrator:
Annlaug Auestad wurde am 6. Oktober 1965 geboren. Bis 1996 studierte sie Illustration und Grafik an der Kunsthochschule in Bergen. Sie hat zahlreiche Bücher für verschiedene skandinavische Verlage illustriert. Ihr moderner, malerischer Illustrationsstil mit den charakteristisch naiven Figuren ist weit über ihre Heimat hinaus bekannt. Annlaug Auestad lebt in Randaberg bei Stavanger.

Sprecher:
Till Demtrøder ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Autor. Er wuchs in Hamburg auf. Bekannt wurde Demtrøder durch Rollen in den Fernsehserien "Der Landarzt", "Blankenese", "Hallo Robbie!" und "Goßstadtrevier". Im "Großstadtrevier" spielt er die Rolle des Polizisten Henning Schulz.


FJODOR FLIPPT AUS

Palles Papa ist Reparateur. Er repariert alles, was repariert werden muss, manchmal repariert er auch zu Hause. Eines Tages bringt er einen Kabeljau mit nach Hause, der nicht mehr richtig funktioniert. Wenn er nach links schwimmen will, schwimmt er nach rechts. Und wenn er geradeaus schwimmen will, schwimmt er rückwärts. Für Palles Papa ist es keine große Herausforderung diese Fehlfunktion zu beseitigen. Er befestigt den Kabeljau auf der Werkbank, sägt die verkehrt herum sitzenden Flossen ab, und bringt sie mit Hilfe von Klebeband an den richtigen Stellen an.
Da sowohl repariert werden als auch reparieren sehr anstrengend ist, muss Fjodor sich erstmal erholen und Palles Papa sich ausruhen. So fällt es Palle zu auf Fjodor aufzupassen, und das stellt sich als gar nicht so einfach heraus...

Wie gut, dass ich kein Norweger bin! In Norwegen gibt es die Geschichten um Kabeljau Fjodor und seinem Freund Palle zwar schon länger, aber dafür haben wir etwas bekommen, worauf die Norweger verzichten müssen: eine geniale Vertonung inklusive peppigen und schrägen Musikstücken, die richtigen Ohrfischcharakter haben und die ohnehin schon fantasievolle und ausgefallene Geschichte mit skurrilen Charakteren noch reizvoller und lustiger gestalten. Auch die eigenwilligen und fröhlich-bunten Illustrationen von Annlaug Auestad , die augenscheinlich mit einem besonders beschwingten Pinselstrich ausgeführt wurden, unterstreichen den besonderen Charme und Witz dieser ungewöhnlichen Geschichte.

Pål H. Christiansens Einfälle kann man an manchen Stellen schon als schwarzhumorig bezeichnen, so erinnerte mich die Reparaturaktion an Fjodor durchs Palles Papa direkt an Frankensteins Labor und einige Textpassagen treiben einem beim Lesen schier die Tränen in die Augen vor Lachen.
"Diese Makrele ist nicht mehr zu reparieren", sagt Papa und nimmt ein großes Stück Brot mit Makrele in Tomatensoße auf einmal in den Mund.
Neben der humorvollen Geschichte vermittelt Pal H. Christiansen im Auftakt der Fjodor-Reihe aber auch eine Botschaft an die Kinder in Palles Alter: manchmal ist es gar nicht so einfach, auf jemanden kleineren aufzupassen, der ab und zu nicht hören will, alles haben möchte was er sieht und dann noch Radau macht, wenn es nicht nach seinem Willen geht.
Fjodor wird plötzlich ganz rot im Gesicht. Das sieht so aus, als ob er gleich überkocht und zu Labskaus wird. "ICH WILL IN DIE STADT!" kreischt er. Er schlägt wild mit allen Flossen, so dass Palles Geld durch das ganze Zimmer fliegt. "MÜTZE UND SCHAL KANNST DU SELBER ANZIEHEN."
Aber auch die Eltern werden mit viel Witz und Hintersinn auf ihre Erziehungsfehler aufmerksam gemacht. Erst wird dem maulenden "Kind" nachgegeben und bald wieder drauf losgeschimpft...
"Na gut", sagt Palle, "wir fahren in die Stadt."
Im Bus geht das Theater weiter. Fjodor lacht über die Nasen der alten Männer und zeigt auf die Brillen der alten Frauen. Palle tut so, als ob nichts wäre. Aber als Fjodor an den Hut einer alten Dame stößt, muss Palle höflich um Entschuldigung bitten.
"Du benimmst dich jetzt oder ich bringe dich ins Aquarium!", sagt Palle laut, so dass alle Fahrgäste nicken und Fjodor streng angucken.
Till Demtrøder liest die Geschichte locker und mit viel Pfiff und schafft es jedem Charakter eine persönliche Note zu geben. So spricht er Palles Papa mit einem Dialekt, der einem alten Seebären gut zu Gesicht stehen würde, und Fjodors ewige Heulerei mit voller Inbrunst, dass ich mich dabei schon wieder vor Lachen auf dem Boden kringeln könnte. Wobei einem der arme Kabeljau doch Leid tun sollte, dessen Onkel in der einen Woche von Halvor Hai gefressen wurde und in der nächsten von Viktor Wal, aber wer kann sich schon alle Details genau merken bei dem ganzen Kummer, die ein Fisch allein auf seiner Rückenflosse auszutragen hat!

"Fjodor flippt aus" ist eine Geschichte, an der sowohl Kinder als auch deren Eltern viel Spaß haben und bei der man sich von Zeit zu Zeit an die eigene Nase fassen muss, wenn einem mit Fjodors oder Palles Verhalten ein Spiegel vorgehalten wird. Am besten liest oder hört man die Geschichte gemeinsam und dann vielleicht nochmal und nochmal... oder den einen oder anderen Ohrfisch äääh -wurm von der CD, damit die Wartezeit nicht allzu lange wird bis Fjodors zweites Abenteuer "Fjodor im freien Fall" erscheint. Und ganz musikalische Familien können die Gutelaunemusik von Felix Janosa nicht nur mitsingen, sondern dank der im Buch enthaltenen Noten sogar nachspielen!
Die Altersempfehlung für die Geschichte liegt bei 5 Jahren, an der Musik haben aber auch schon kleinere Zuhörer großen Spaß.

Montag, 22. August 2011

[REZENSION] Cross, Kady - Das Mädchen mit dem Stahlkorsett, Band 1

Kady Cross
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett, Band 1

Verlag: Heyne fliegt
368 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3453267400
ISBN-13: 978-3453267404
empfohlenes Lesealter: 14-15 Jahre

Inhalt:
Zwei Seelen wohnen der Brust der sechzehnjährigen Finley Jane inne. Fühlt sie sich bedrängt, kommt eine dunkle Seite in ihr zum Vorschein und sie entwickelt übermenschliche Kräfte. So geschieht es auch als ihr eines Tages der Sohn der noblen Familie nachstellt, bei der sie eine Anstellung hat, und nachdem sie ihren Angreifer besinnungslos zu Boden gehen lässt, flieht sie in überstürzter Hast. Auf ihrer Flucht läuft sie direkt in die Arme beziehungsweise das Veloziped von Griffin King. Griffin und seine Freunde umgibt genau wie Finley Jane ein Geheimnis und sie haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, Londons Straßen vor dem Bösen zu schützen. Neben der geheimnisvollen Kraft der Organellen, die Griffins Eltern auf ihrer Expedition zum Erdinneren entdeckt haben und dem wissenschaftlichen Genie von Emily, die es schafft Mensch-Maschinen-Hybriden zu erschaffen, mutet Finleys Geheimnis nur noch halb so exotisch an. Griffin nimmt sie gegen den Willen seines Freundes Sam in seine Bande auf und macht es sich zur Aufgabe ihr Geheimnis zu lüften und ihr zu helfen.
Dabei kommt nach und nach ans Tageslicht, dass die Verbindung zwischen Griffin und Finley viel weiter in die Vergangenheit reicht als ihr Zusammenstoß mit dem Veloziped. Nachdem die beiden die Ursache von Finleys gespaltener Persönlichkeit lüften, konzentriert sich die Bande von da an gemeinsam darauf eine gewaltige Verschwörung aufzudecken, die das gesamte Empire bedroht.

Eigene Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte gestaltete sich für mich zunächst etwas holprig. Auf Grund der Fähigkeiten, die Griffin und seine Freunde Sam und Emily besitzen, konnte ich mich als Erwachsene zunächst nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, dass es sich hier um eine Gruppe Jugendlicher und nicht um geniale Wissenschaftler oder Superhelden handelt. Meine Fünf-Freunde-Phase ist nun Mal seit ein paar Jahren vorbei, als das ich das problemlose Aufdecken von schwierigen Fällen durch eine Handvoll Kinder einfach ohne zu hinterfragen akzeptieren würde.
Doch in dem Moment, als Kady Cross anfängt alte Klassiker der fantastischen Literatur zu einer neuen Geschichte zu verweben, hatte sie mich am Haken! Ich liebe es in alten Kindheitserinnerungen an Klassiker und alte Verfilmungen zu schwelgen und so las ich begierig ihre Neuinterpretation des Jekyll und Hyde Motivs und die Verarbeitung von Komponenten aus Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde".
Man muss mit dem Wissen an die Geschichte herangehen, dass es sich eindeutig um einen Steampunkroman aus dem Jugendbuchsektor handelt, nicht nur wegen den jugendlichen Protagonisten, sondern auch wegen der relativ geradlinig strukturierten Handlung und den scheinbar unvermeintlichen Dreiecksliebesgeschichten in YA-Literatur, von denen der Leser hier gleich zwei präsentiert bekommt: nicht nur Finley Jane wird neben dem reichen Griffin von dem Gentleman-Gauner Jack Dandy umworben, auch ihre neue Freundin Emily wird außer von Griffins Freund Sam noch von dem Amerikaner Jasper umschwärmt.
Für mich lag der Hauptreiz - wie so oft bei mir beim Lesen eines Steampunkromans - im Wiederentdecken von bekannten Motiven, die zu einer neuen Geschichte verwoben werden. Meine nostalgischen Gefühle und meine Begeisterung für diesen jugendlichen Steampunkroman können vielleicht nur diejenigen teilen, die bereits Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde" gelesen haben, und meine Schmunzler bei einem bestimmten Aspekt der Geschichte verstehen sicherlich nur diejenigen, die den Zeichentrickfilm "Basil, der große Mäusedetektiv" kennen, aber ich kann nur wiederholt betonen, dass mir das Schwelgen in Kindheitserinnerungen großen Spaß macht und ich darüber wohl die eine oder andere Schwäche dieses Buches in den Augen anderer Leser verzeihen - oder sogar ganz überlesen - kann. Denn Spaß hatte ich bei diesem Buch auf alle Fälle und freue mich daher nach dem dramaturgischen Kniff der Autorin am Ende von Finley Janes erstem Abenteuer besonders, dass wir in der Fortsetzung London den Rücken kehren und hoffentlich mit neuen Anreizen und weiteren Ideen konfrontiert werden, die den Protagonisten Raum und Hintergrund zum Weiterentwickeln und erwachsen werden geben.
Das Motiv von Dr. Jekyll und Mr. Hyde ist im Prinzip eins zu eins aus der klassischen Vorlage übernommen, aber gerade die Einarbeitung von Jules Vernes Geschichte gemeinsam mit der Interpretation von Darwins Evolutionstheorie fand ich sehr interessant und dieser Aspekt wird in den Folgebänden sicherlich noch weiterverfolgt, da dieser Punkt noch viel Potential bietet und die Organellen zudem die Grundlage der Hybridtechnik bilden. Da die Geschichte mit "Das Mädchen mit dem Stahlkorsett" noch lange nicht zu Ende erzählt wurde, sondern gerade ihren Anfang genommen hat, verzeihe ich der Autorin auf Grund meines Lesespaßes, dass noch nicht alle Charaktere voll zum Tragen kamen und freue mich schon jetzt auf ein Wiederlesen mit Finley Jane, Griffin und ihren Freunden und vergebe knapp die beste Benotung für dieses Buch!

Aufmachung des Buches:
In der vorderen und hinteren Umschlagklappe ist ein Stadtplan von London des Jahres 1897 abgedruckt.
Der Schriftzug des Titels ist sehr verspielt und das Cover zieren neben einem Mädchen, welches Finley Jane darstellen soll, einige Steampunkelemente wie Zahnräder, die in die Kleidung des Mädchens integriert wurden. Die Kapitel sind einfach durchnummeriert und die Kapitelanfänge schmückt jeweils der kleine Zylinder des Covermädchens.
Im Gegensatz zu dem Originalcover gefällt mir das deutsche Cover wesentlich besser, da es direkt auf den sehr jugendlichen Inhalt schließen lässt. Das Originalcover sieht erwachsener, glamourös und elegant aus, und spiegelt in meinen Augen den Inhalt des Buches überhaupt nicht wider. Den Titel des Buches finde ich nicht wirklich aussagekräftig was den Inhalt angeht, obwohl er vom Originaltitel abgeleitet ist, da sich im Buch nur kurze - und nicht sonderlich relevante - Szenen befinden, die auf das Stahlkorsett anspielen.
In der hinteren Umschlagklappe ist eine Kurzvita der Autorin Kady Cross abgedruckt, bei der es sich im Übrigen um ein Pseudonym der Autorin Kathryn Smith handelt.

Reihen-Info:
Steampunk Chronicles
Band 1: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett (The girl in the steel corset)
Band 2 und 3 in Planung

[ZU TISCH BEI] ...Firelight 1: Brennender Kuss: "Macaroni and Cheese"



Sophie Jordan - Firelight 1: Brennender Kuss

Dieses Mal bittet Jacinda zu Tisch, die Protagonistin aus Sophie Jordans Firelight-Trilogie, deren Mutter ihr nach der Flucht aus dem Drakirudel ihr Lieblingsgericht zubereitet. Jacindas Mutter und ihre Schwester Tamra haben sich seit Jahren nicht mehr in dem Rudel Zuhause gefühlt, aber für Jacinda bedeutet das Verlassen des Rudels gleichzeitig so etwas wie Verrat an ihrer eigenen Persönlichkeit. Die Mutter stellt ihre Sorgen und Zukunftspläne vor die Interessen ihrer Tochter und lässt Jacinda somit keine Wahl selbst zu entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll.
An dieser Stelle steht das Essen für ein Gefühl von Heimat und Zuhause, für etwas Tröstliches.

Alle, die "Firelight: Brennender Kuss" noch nicht kennen, finden HIER meine Rezension:

'Während Tamra und ich das Geschirr spülen, zieht Mum sich für die Arbeit um. Die winzige Küche duftet nach Butter und Käse. Mums Makkaroni mit fünf verschiedenen Käsesorten und einer einzigartigen Kräutermischung sind meine Lieblingsspeise! Sonst ist sie nicht unbedingt eine geniale Köchin, aber sie ist eine Verdadraki - war, meine ich.
Verdadrakis wissen einfach alles über Kräuter, vor allem, wie man sie am besten beim Kochen und für Medizin einsetzt. Mum schafft es, aus dem langweiligsten Rezept ein Festmahl zu zaubern, genauso wie sie weiß, wie man eine Paste anrührt, die einen Pickel üner Nacht verschwinden lässt oder Gift aus einer Wunde zieht.
Das Abendessen heute hat sie allein mir zuliebe gemacht.
Sie bemüht sich, mir eine Freude zu machen - ich schätze, ich tue ihr leid. Um mich macht Mum sich Sorgen, sie will, dass ich mich hier wohlfühle. Was Tamra angeht, besteht in dieser Hinsicht kein Zweifel, sie hätte das Rudel am liebsten schon vor Jahren verlassen.
Das Essen war gut, richtig lecker. Es schmeckte nach zu Hause. Und jetzt ist mein Magen bis obenhin angenehm voll mit zu viel Nudelauflauf.'

Macaroni and Cheese


Zutaten:
6 EL Butter
3 EL Mehl
1 TL Senf
600ml Milch
300g geriebener Cheddar
Salz
1 Prise Cayennepfeffer
300g kurze gekochte Makkaroni
60g Semmelbrösel
Außerdem:
Fett für die Form

Zubereitung:
 4 EL Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl darüber stäuben und 1 Minute anrösten lassen. Senf und Milch vermischen und nach und nach unter ständigem Rühren unter die Mehlschwitze ziehen. Den Topf vom Herd nehmen, 200g Cheddar unter die Sauce heben und mit Salz und Cayennpfeffer abschmecken. Die Makkaroni mit der Sauce vermischen, in eine ausgefettete Auflaufform geben und mit dem restlichen Cheddar bestreuen. Die restliche Butter erhitzen, die Semmelbrösel unterrühren und das Gemisch über den Auflauf geben. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad ca. 20 Minuten goldbraun backen.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch "So kocht Amerika". Wir haben uns an die Vorgabe aus unserem Kochbuch gehalten, aber ich denke, dass der Makkaroniauflauf durch das Mischen verschiedener Käsesorten und der Verwendung von Kräutern erst richtig Pfiff bekommt!

Sonntag, 21. August 2011

[RUND UMS BUCH] Neu in KW33


Diese Woche war zu Rezensierendes, Gekauftes, Getauschtes und Gewonnenes in meinem Briefkasten:

Cinderella undercover - Aschenputtels wahre Geschichte, Gabriella Engelmann (GW)
Das Vermächtnis des Falken, Band 3, Osanna Vaughn (GK)
Dream, Band 2, Lisa McMann (GT)
Feuertraum, kühle Lippen: Fantastische Liebesgeschichten, Anthologie (RE)
Ohne.Ende.Leben, Hörspiel, Libby Bray, gesprochen von Jacob Weigert, Stefan Kaminski, Paul Kindermann und Inga Reuters (RE)

Geht ja noch... Immerhin angesichts dessen, dass ich wieder - erfolgreich! - einige Bücher aussortiert und mittlerweile an den Mann oder die Frau gebracht habe dank Tauschticket und booklooker. Falls mich der Rappel mal wieder völlig packt und sich nicht nur die ungelesenen, sondern auch die aussortieren Bücher hier stapeln, bedenke ich unsere Dorfbücherei, den Kindergarten oder Oxfam mit einer reichhaltigen Spende - als Anregung für alle, die manchmal nicht wissen wohin mit dem überflüssigen Lesestoff, denn die Papiertonne muss nicht der letzte Ausweg sein oder um es mit Oxfam zu sagen: wir machen Überflüssiges flüssig ;) Ich "schäme" mich nur wieder insofern ich mir Fortsetzungen von Serien angeschafft habe, von denen ich bislang noch nicht mal Band 1 gelesen habe *dummdidumm*
Für den Gewinn von "Cinderella undercover" möchte ich mich an dieser Stelle nochmal bei den Blogs Buchzeiten, Claudias Bücherregal und Kielfeder (und natürlich der Autorin und dem Verlag) für das interessante Gewinnspiel bedanken! Zur Zeit nehme ich ja eher selten an Bloggewinnspielen teil, aber die Idee ein blogübergreifendes Rätselspiel zu einer Neuerscheinung zu veranstalten hat mir so gut gefallen, dass ich da sehr gerne mitgemacht habe :) Und das Glück war dann ja sogar auf meiner Seite ;D

[REZENSION] Jordan, Sophie - Firelight 1: Brennender Kuss

Sophie Jordan
Firelight 1: Brennender Kuss

Verlag: Loewe
376 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3785570457
ISBN-13: 978-3785570456
empfohlenes Lesealter: 13-16 Jahre

Inhalt:
Jacinda ist eine Draki. Die Drakis sind ein Volk, welches von den Drachen abstammt, und sowohl in Drakigestalt als auch in menschlicher Gestalt erscheinen kann. Das Geheimnis menschliche Gestalt annehmen zu können, wird von den Drakis jedoch gut gehütet, denn wegen ihrer schillernden Drachenhaut und den wertvollen Edelsteine, die sich seit Jahrhunderten in ihrem Besitz befinden, werden sie von Drachenjägern verfolgt. Jacinda trägt sogar eine ganz besondere Gabe in sich. Jeder Draki besitzt eine besondere Gabe und seit unzähligen Generationen ist Jacinda die erste Draki, die Feuer speien kann. Deswegen soll sie eines Tages Cassian, den zukünftigen Leitdrachen des Rudels, heiraten und ihre Gabe an ihre Nachkommen weitervererben, um das Volk der Draki zu stärken.
Drakis ist es strengstens untersagt, sich außerhalb ihres Rudels in Drakigestalt zu zeigen oder zu fliegen. Jacinda und ihre Freunde Azure missachten dieses Verbot sehr häufig, da es für die beiden nichts Schöneres gibt als fernab des Rudels ihre Freiheit zu genießen. Eines Tages werden die beiden jedoch auf ihrem Ausflug von Jägern aufgestöbert und den beiden gelingt es nur mit knapper Not ihr Leben zu retten. Für Jacinda sogar mehr als das... Ein Jäger mit haselnussbraunen Augen spürt sie auf, doch der Junge geht ohne sie an die anderen Jäger zu verraten.
Für Jacinda bleibt der missglückte Ausflug dennoch nicht folgenlos. Ihr Rudel will sie für ihr Vergehen bestrafen, doch bevor es dazu kommt, flieht Jacindas Mutter gemeinsam mit ihr und ihrer Zwillingsschwester Tamra in ein heißes Wüstenkaff, um dort Jacindas inneren Draki abzutöten und sie somit vor dem Rudel und der bevorstehenden Strafe zu schützen. Jacindas Mutter hat vor Jahren ihren Draki absichtlich getötet und Tamra hat sich nie verwandelt. Doch will Jacinda überhaupt das gleiche Leben wie ihre beiden Familienmitglieder führen?
In ihrer neuen Highschool trifft Jacinda den Jungen mit den haselnussbraunen Augen wieder und neben dem Verlangen ihren Draki am Leben zu halten, sieht sie sich nun einem weiteren Problem gegenüber: darf sie Will lieben, oder wird sie ihre Liebe mit dem Leben bezahlen, wenn er erfährt, wer sie wirklich ist?

Eigene Meinung:
Eine Highschoolromanze im Fantasygewand und eine Liebe, die nicht sein darf... Hätte mir vorher einer grob umrissen erzählt, von was "Firelight: Brennender Kuss" handelt, hätte ich wahrscheinlich nur den Kopf geschüttelt und dankend abgewunken, schließlich ist diese Thematik bereits wiederholt in Fantasyreihen abgehandelt worden - Twilight lässt grüßen! Bei "Firelight: Brennender Kuss" handelt es sich aber nicht um einen lauwarmen Aufguss des altbekannten Themas, sondern wie der Titel bereits andeutet um brandheißen Stoff! Man bemerkt bereits auf den ersten Seiten während Jacindas und Azures verbotenem Ausflug, dass es die Autorin Sophie Jordan meisterhaft beherrscht atmosphärisch dichte Bilder vor dem Auge des Lesers zu erzeugen. So spürt man nicht nur die Freiheit unter den Flügeln der Drakis in den Lüften, sondern auch später des Prickeln in der Luft, wenn Jacinda und Will aufeinander treffen.
Neben der mitreißenden Umsetzung der Liebesgeschichte, die selbst den verborgenen Teenager in der älteren Leserschaft zum Aufseufzen bringt, überzeugt Sophie Jordans Trilogie-Auftakt aber vor allem mit der Einführung einer neuen Fantasyspezies und der Verarbeitung von familiären Problemen.
Die Draki sind direkte Nachfahren der Drachen, können aber zu ihrem Schutz menschliches Aussehen annehmen. Jeder Draki besitzt eine Fähigkeit, die besonders stark ausgeprägt ist. Neben den normalen Drakis, die während der Pubertät ihre erste Wandlung erfahren, gibt es aber auch solche wie Jacindas Schwester Tamra, bei denen das Drakierbe soweit degeneriert ist, dass sie sich nicht verwandeln. Außerdem spielt ein weiterer Aspekt mit dem Umgang des Drakierbes eine Rolle, die durch Jacindas Mutter verkörpert wird. Sie war eine vollwertige Draki, hat sich jedoch auf Grund des Schicksals ihres Mannes und dem ihrer Tochter Tamra dafür entschieden ihren inneren Draki aus freiem Willen abzutöten.
Jacindas Mutter meint es sicher nur gut mit ihrer Tochter, wenn sie diese vor der Strafe des Rudels bewahren will und auch Tamra ist es zu gönnen, endlich in einer Umgebung zu leben, in der sie nicht länger eine Außenseiterin und Ausgestoßene ist, aber kann man guten Willen und das Schicksal einer anderen als Entschuldigung gelten lassen, um jemand seinen Willen aufzuzwingen? Sophie Jordan gibt ihren Lesern mit den grundunterschiedlichen Intentionen ihrer Hauptcharaktere jede Menge Stoff zum Nachdenken und bettet die Liebesgeschichte zwischen Jacinda und Will so durchaus in einen sozialkritisch interessanten Plot ein. Je nachdem, ob man sich beim Lesen besser mit den Zielen und Absichten der Mutter, Jacindas und Tamras identifizieren kann, wird man so seine Zu- und Abneigungen zu den Figuren entwickeln, auf jeden Fall lassen sie einem beim Lesen nicht unberührt, sondern mitfiebern und mitfühlen. Am meisten konnte ich mich mit Jacinda identifizieren, deren Verlangen nach ihrem wirklichen Ich und dem Drang nach Freiheit so ausgeprägt war, dass man davon regelrecht mitgerissen wird. Sicherlich wird die starke Empathie zu Jacinda aber auch durch die gewählte Erzählperspektive aus ihrer Sicht im Präsens unterstützt.
Obwohl das verdammt offene Ende - steiler und zerklüfteter kann man einen Cliffhanger in meinen Augen nicht gestalten! - den Leser auf der letzten Seite quasi am ausgestreckten Arm verhungern lässt, bekommt der Auftakt der Firelight-Trilogie von mir die volle Punktzahl! Diese Geschichte ist nicht blutarm wie das Liebesgeplänkel einiger Blutsauger, sondern feurig und prickelnd!
Ich kann mir zwar sehr gut vorstellen, dass einige Leser Probleme mit Jacinda haben werden, wegen dem ständigen Hin und er, ob sie Will nun lieben darf oder nicht, aber mich hat das zu keinem Zeitpunkt der Geschichte gestört, da es für mich kein unentschlossenes Teenagerherz im Gefühlswirrwarr war, welches diese Gedankengänge verursacht hat, sondern ein starkes Drakiherz, welches abwägen muss, ob die Liebe zu Will so wichtig, intensiv und ehrlich ist, dass sie es wert ist der Gefahr ins Auge zu sehen, sich einem Drachenjäger auszuliefern und somit möglicherweise sein Leben zu verwirken.

Aufmachung des Buches:
Schillernd und feurig wie Drakihaut! Eines meiner Coverhighlights diesen Jahres. Allerdings muss ich wieder einmal anmerken - vielleicht bringt das kontinuierliche Meckern ja doch irgendwann etwas - dass es wünschenswert wäre, wenn auf den Covern von außen zu erkennen wäre, wenn es sich bei einem Buch um kein Einzelwerk, sondern den Auftakt bzw. den Teil einer Reihe handelt. Wer sich hier einer abgeschlossenen Geschichte sicher wähnt, und dann mit diesem fiesen Cliffhanger am Ende des Buches überrascht wird... uiuiui! Deshalb meine Bitte an ALLE Verlage: ich bin für eine sichtbare Kennzeichnung von Reihen, danke!

Fazit:
Eine feurige und schillernde Liebesgeschichte, die mit einer neuen Fantasy-Spezies aufwartet und durch Jacindas familiäre Situation viel Stoff zum Nachdenken liefert.
Mich hat Sophie Jordan bereits mit dem Auftakt ihrer Trilogie fest am Haken und ich erwarte gespannt die weiteren Bände (vor allem, weil ich wissen will, wie es nach dem ultrafiesen Cliffhanger weitergeht...).

Reihen-Info:
Band 1: Brennender Kuss
Band 2: noch ohne dt. Titel (OA: Vanish, erscheint im September 2011)
Band 3: noch ohne Informationen

[COOL-TOUR-KATZE] Gast-Bericht: Der Grüffelo auf Reisen

Hallo liebe "Katze-mit-Buch"-Blogleser!

Mein Name ist Grüffelo und ich bin gerade auf Reisen.
Nachdem ich in der letzten Woche bei Sarah und ihrer Familie zu Gast war, habe ich in dieser Woche Anette aka "Katze-mit-Buch" besucht.
Am ersten Abend habe ich mich gleich zu ihrer Tochter ins Bett gekuschelt..


...aber nachdem sie hauptsächlich auf meinen Reiseproviant scharf war (keine Sorge, den hat Anette wieder aufgestockt) und ich für sie wohl doch nur ein Grüffelo für eine Nacht war *schnief* habe ich am Wochenende zusammen mit Anette einen Ausflug nach Mainz zu ihrer Freundin Ina gemacht.

Die beiden haben mir dort als erstes den Schillerplatz mit einer Narrenfigur und dem berühmten Fastnachtsbrunnen gezeigt, der dort seit 1967 seinen Platz hat. Er soll die närrische Jahreszeit widerspiegeln, die in Mainz groß gefeiert wird, und ich fand den Brunnen einfach grüffelogantisch!




Danach ging es auf direktem Weg zum Rheinufer.

Kann mir bitte jemand verraten, warum es in Mainz blaue und rote Straßenschilder gibt???


Anette und Ina sind nämlich große Flohmarktfans und lassen sich kaum einen Termin des Krempelmarkts entgehen, der im Sommer nicht nur zur Schnäppchenjagd einlädt, sondern gleichzeitig einen wunderschönen Spaziergang entlang des Rheinufers bietet.


He, ihr beiden! Steckt mich schnell wieder in euren Rucksack, bevor mich aus Versehen noch jemand kauft, so war das nicht ausgemacht!!! Ich gebe ja zu, das es ziemlich egoistisch war von mir mich bei dieser Hitze die Ganze Zeit herumtragen zu lassen, aber so witzig war das jetzt nicht von den beiden mich zur Strafe dafür zwischen den ganzen Krempel zu setzen *schnief*

Inas Kater hat fast die gleiche Augenfarbe wie ich, grüffelotastisch, oder?


Bevor wir noch einen kurzen Abstecher nach Wiesbaden gemacht haben, haben Anette und Ina mir einen schönen Ausblick über Mainz gezeigt, von wo aus man sogar den Dom sehen konnte, der romanische, gotische und barocke Elemente aufweist.


Und hier beiße ich dem Dom die Spitze ab, haha...


Zug durfte ich am Wochenende gleich mehrmals fahren, hier sitze ich in der S-Bahn nach Wiesbaden.


Später steckt mich Anette zusammen mit meinem Köfferchen zurück in meine Reisekiste, denn morgen fahre ich weiter zu Natalie.

Viele Grüße euer Grüffelo

Freitag, 19. August 2011

[BLOGINTERNES] Ich bin dann mal weg...

... aber nur bis Sonntag ;)
Der Grüffelo - der in seinen Ferien gerade bei mir zu Gast ist - und ich besuchen meine Freundin Ina, Mainz und Wiesbaden, diverse Flohmärkte und eine Lesung (auf der wir wahrscheinlich Mareike treffen).
Mein Netbook packe ich zwar für die 1 1/2 Tage ein, aber voraussichtlich poste ich wohl... nix :D Neee, ich hab ein oder zwei Sachen vorbereitet, die ich nur noch zu Ende schreiben muss, also kommt vielleicht doch ein Lebenszeichen von mir aus dem Exil ;)
Mit Druck im Nacken kann ich eh viel besser rezensieren ;D Und da ich meine Meinung zu "Das Mädchen im Stahlkorsett" pünktlich zum Erscheinungstermin veröffentlichen wollte, muss ich mich am Sonntag wohl mal selbst kräftig in den Hintern treten.
Bis Sonntag dann ;)


UPDATE 20.08., kurz nach 20 Uhr:
Nach zwei (von drei geplanten) Flohmärkten, stechender Sonne, null Schatten und stundenlangem Stöbern bei über 30° haben wir alle das Handtuch geschmissen und beschlossen, dass es auch ganz nett ist den Samstagabend gammelnd auf der Couch vorm Fernseher zu verbringen ;)
Der Grüffelo hat aber trotzdem genug zu sehen gekriegt, Fotos folgen!

Donnerstag, 18. August 2011

[TTT] Top Ten Thursday #27


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

Die zehn besten/schönsten Plätze zum Lesen

Kurz und knapp:
Der für mich beste Platz zum Lesen - auch wenn es nicht immer sehr bequem ist - sind die öffentlichen Verkehrsmittel auf meinem Weg zur und von der Arbeit, weil ich dort am meisten Zeit dafür habe.
Die schönsten oder gemütlichsten Plätze sind für mich Bett, Couch, Badewanne und im Sommer ein Liegestuhl auf unserem Grundstück.
Ansonsten lese ich noch in Wartezimmern und gelegentlich an Haltestellen, allerdings nie im Laufen oder Stehen.

Zum Thema der nächsten Woche fällt mir sicher wieder mehr ein ;)

Das Thema für Donnerstag, den 25.08.2011 heißt:
Die 10 besten Nebencharaktere

Mittwoch, 17. August 2011

[REZENSION] Josten, Husch - In Sachen Joseph

Husch Josten
In Sachen Joseph
Verlag: Berlin University Press
169 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3862800016
ISBN-13: 978-3862800018

Klappentext:
Wer ist Joseph wirklich? Zweimal träumt die Bibliothekarin Helen seinen Tod so real, dass sie es schließlich für eine Weissagung hält. Der Exzentriker ist seit den Tagen im Sandkasten ihr Freund, jetzt fühlt sie sich wie seine Nachlassverwalterin zu Lebzeiten. Während sie in Abwesenheit ihrer Mutter den alten Vater betreut, versucht sie, vorsorglich Josephs Leben zu ordnen. Aber will ein Zyniker überhaupt mit sich und der Welt ins Reine kommen, Wahrheiten finden oder ist eher sie selbst auf der Suche? Helen trifft Martha, Josephs Mutter, und seinen unehelichen Sohn Paco, einen Fernsehkoch. Sie zieht Bilanz, setzt Schlusspunkte. Nimmt sie auch Abschied von ihrem Freund? In Sachen Joseph ist ein in seiner Klugheit ungewöhnliches Debüt, das von Liebe und Freundschaft, von Wahrheit und Wahn erzählt in der Wahrnehmung einer Frau. Die präzise Prosa dieser Beschreibung eines Lebensumbruchs ist liebenswert unsentimental, aber voller Dramatik, kühler Ironie und sarkastischem Witz.

Eigene Meinung:
Es gibt Bücher, die funktionieren in erster Linie durch ein überraschendes Ende, und wenn das Ende nicht zu überraschen weiß, funktionieren sie eben nicht (so gut). So erging es mir leider mit "In Sachen Joseph", das sicherlich zu begeistern weiß, wenn der Leser erst am Ende merkt, wohin der Hase läuft. Husch Josten spielt mit der Wahrnehmung ihrer Leser und lässt erst am Ende die Katze aus dem Sack, wenn der Tag zur Neige geht, den der Leser an der Seite der Hauptprotagonistin Helen verbracht hat. Passend zum Ablauf sind die Titel einfach nur mit Zeitangaben überschrieben: Sieben Uhr fünfundvierzig, Gegen Mittag usw.
"In Sachen Joseph" ist weder von der Sprache noch von der Handlung ein besonders gefälliges Buch. Die Handlung definiert sich hauptsächlich über zwischenmenschliche Beziehungen zwischen der Hauptfigur Helen und ihrem sozialen Umfeld. Die Sprache wirkt manchmal sperrig durch die sehr detaillierten Beschreibungen. Die Figuren der Geschichte waren mir zwar nicht grundlegend unsympathisch, aber sie haben mich allesamt unberührt gelassen.
Ich kreide es weniger dem Buch an, dass es mich nicht überzeugen konnte, als vielmehr einem Pressetext, den ich im Vorfeld gelesen hatte, und der zu offensichtlich die Auflösung der Beziehung von Helen und ihrem Freund Joseph aus Kindheitstagen preisgegeben hat. So habe ich mich mit der erwarteten Auflösung vor Augen mehr schlecht als recht durch einen Tag in Helens Leben gehangelt und war am Ende wirklich enttäuscht, dass die Auflösung in genau dem Tatbestand mündete, mit dem ich die ganze Zeit gerechnet hatte. Irgendwie hatte ich während des Lesens trotz allem noch die Hoffnung mit meiner Vorahnung auf dem Holzweg zu sein und von dem Ende überrumpelt zu werden.

Fazit:
Wer dieses Buch noch lesen will, sollte keinesfalls weitere Informationen dazu einholen als den Klappentext! Mit einer unerwarteten Überraschung am Ende weiß das Buch mit Sicherheit zu punkten, so war es für mich leider nur ein durchschnittliches Leseerlebnis, welches mir nicht lange in Erinnerung bleiben wird.
Eine soziale Studie aus dem Leben einer Bibliothekarin, die mit einem überraschenden Ende punktet - WENN es denn überrascht.