Sonntag, 31. Juli 2011

[RUND UMS BUCH] Neu in KW30


Diese Woche war zu Rezensierendes, Gekauftes und Getauschtes in meinem Briefkasten:

Der Online Shop - Handbuch für Existenzgründer, Susanne Angeli / Wolfgang Kundler (RE, BdB)
Der Schimmer des Ledger Kale, Ingrid Law (GT)
Geschenkideen aus der Küche, Nicole Stich / Coco Lang (GK)
In Sachen Joseph, Husch Josten (RE)
Sirenenfluch, Lisa Papademetriou (RE)

Die Remittendenbuchhandlung am Frankfurter Bahnhof hat sich diese Woche als wahrer Wunschpunsch entpuppt: "Geschenkideen aus der Küche" stand ganz weit oben auf meiner Wunschliste und SCHWUPP... ist es mir dort als mängelfreies Mängelexemplar für weniger als die Hälfte des Neupreises unter die Nase gekommen :D

Samstag, 30. Juli 2011

[REZENSION] Slade, Arthur - Mission Clockwork 1: Gefahr für das britische Empire

Arthur Slade
Mission Clockwork 1: Gefahr für das britische Empire
Verlag: Thienemann
350 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3522201310
ISBN-13: 978-3522201315
empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre

Inhalt:
Der entstellte Modo wird im zarten Alter von knapp einem Jahr von Mr. Sokrates, dem mächtigen Geheimdienstchef des britschen Empire, aus den Fängen von Schaustellern befreit. Modo hütet ein fantastisches und einmaliges Geheimnis, welches ihn zum begehrten Schüler in den Diensten von Mr. Sokrates werden lässt: Modo kann sein Gesicht und seinen verkrüppelten Körperbau modifizieren und jede beliebige menschliche Gestalt annehmen. 13 lange Jahre bildet Mr. Sokrates seinen Schüler aus, bevor er ihn auf den Straßen Londons aussetzt und mit einer gefährlichen Aufgabe betraut: er soll die Clockwork Guild aufspüren und das Geheimnis einer gefährlichen und sonderbaren Maschinerie aufdecken, die der intelligente Doktor Cornelius Hyde entwickelt hat. An seiner Seite kämpft die ehemalige Taschendiebin Octavia. Können sie gemeinsam den Anschlag der Clockwork Guild auf das Weltreich Queen Victorias verhindern?

Eigene Meinung:
Arthur Slade hat mit "Gefahr für das britische Empire" einen rasanten und sehr spannenden Auftakt zu einer auf vier Teilen ausgelegten Steampunk-Reihe vorgelegt.
Bereits zu Anfang ist mir die Vorliebe des Autors für Klassiker der Literatur aufgefallen. Der verrückte Arzt, der in seinem Wahn Hybriden zwischen Mensch und Maschine zu erschaffen ein wenig wie Frankenstein anmutet, trägt den Nachnamen Hyde, und Modo, der junge entstellte Spion im Dienste Mr. Sokrates erinnert durch sein Aussehen an den Glöckner von Notre Dame - zudem er laut den Schaustellern in der Nähe dieser Kirche ausgesetzt aufgefunden wurde - und durch seine Maske aber auch ein wenig an das Phantom der Oper. Das historisch glaubhafte Ambiente und das zeitgemäße Gehabe der Protagonisten lassen beim Lesen die Außenwelt schnell vergessen und so taucht vor dem inneren Auge schon bald ein Bild des viktorianischen Londons auf, in dessen Gassen man sich dank der detaillierten Beschreibungen des Autors schnell heimig fühlt. Besonders die Leser, die schon einmal in London waren, werden neben den bekannten Wahrzeichen wie Trafalgar Square oder den Houses of Parliament auch beispielsweise die Seven Dials und weitere Straßen und Plätze der britischen Hauptstadt wiedererkennen.
Da ich bereits vor normalen ärztlichen Eingriffen einen unheimlichen Respekt habe, habe ich mich bei den Schilderungen von Doktor Hydes Eingriffen in die menschliche Natur zwecks Erschaffung von Mensch-Maschine-Hybriden teils regelrecht gegruselt und geekelt, bereits im Prolog hatte mich der Autor mit seinen bildhaften Schilderungen am Haken, so dass ich mit einer Mischung aus Faszination und Ekel auch diese "delikaten" Szenen regelrecht verschlungen habe. Das ungute grummelnde Gefühl im Magen wurde noch verstärkt, da besonders unschuldige und wehrlose Geschöpfe wie Tiere und Kinder für Hydes Experimente missbraucht werden.
Zu der Spannung und einem gewissen Maß an Grusel und Ekel (zumindest bei etwas zarter besaiteten Lesern wie mir *g*) gesellen sich neben Wortwitz noch schillernde Haupt- und Nebenfiguren, so dass mir die Geschichte auch unheimlich viel Spaß und Kurzweil bereitet hat.  Arthur Slade wartet auf der Seite der "Guten" ebenso wie auf der Seite der "Bösen" mit weiblichen und männlichen Figuren auf, so dass seine Steampunk-Reihe sicherlich begeisterte Leser ebenso wie Leserinnen ansprechen wird!
Zwischen Modo und seinem Lehrer und Ziehvater ergibt sich nach der Ausführung eines Auftrags, bei dem Modo nur knapp dem Tod entronnen ist, ein witziger Schlagabtausch:
"Für gewöhnlich schätze ich es nicht, wenn Beschreibungen meiner Agenten veröffentlicht werden."
"Es wird nicht wieder vorkommen, Sir. [...] Das nächste Mal bleibe ich einfach im Feuer und verbrenne."
Solche Wortduelle tauchen im Laufe der Geschichte des Öfteren auf, da auch die Agentin Octavia nicht auf den Mund gefallen ist und Modo und sie sich in ihren Dialogen gegenseitig die Bälle zuspielen.
Überhaupt ergänzen sich Octavia und Modo auf wunderbare Weise, nicht nur wegen ihrem gemeinsamen Sinn für trockenen und schwarzen Humor, sondern auch durch ihre gegensätzliche Vergangenheit. Während Modo 13 Jahre lang von der Außenwelt abgeschirmt auf seine Arbeit als Spion vorbereitet wurde, so ist Octavia vom Leben geschult worden und hat jahrelang als Taschendiebin in den Straßen Londons gelebt, bevor sie in die Dienste Mr. Sokrates gelangt ist.
Man erfährt nur ansatzweise Details aus ihrer Vergangenheit, manchmal lässt sie Andeutungen in Gesrpächen mit Modo fallen, und entscheidet sich dann doch dafür Vergangenes vergangen sein zu lassen. Ich bin gespannt, ob man in den Folgebänden mehr über Octavias erstes Leben als Taschendiebin erfährt oder vielleicht sogar weitere Details aus Modos kurzer Vergangenheit, bevor er von Mr. Sokrates aufgenommen wurde. Die eingearbeiteten Hintergründe der Figuren steigern die Authentizität der Geschichte und lassen die Protagonisten und den historischen Hintergrund noch glaubhaftiger erscheinen trotz der fantastischen Note.
Mit einem atemberaubenden Showdown, der zerstörerisch wie Gozilla durch die Straßen Londons fegt, und bei dem die offenen Handlungsfäden weitestgehend miteinander verknüpft werden, schließt das erste Abenteuer von Modo und Octavia ab.

Aufmachung des Buches:
Das Cover zeigt im Hintergrund mit einem Blick auf die Houses of Parliaments ein typisches Wahrzeichen des Schauplatz Londons. Im Vordergrund sieht man die vermummte Gestalt von Modo, der sein Gesicht unter der Kapuze eines schwarzen Mantels versteckt hält. Umrahmt wird der Bildausschnitt von Steampunkelementen und dem Zeichen der "Clockwork Guild".
Sowohl im hinteren Klappentext als auch auf dem hinteren Einband wird darauf hingewiesen, dass es sich um den ersten Teil einer Serie handelt. Außerdem schließt sich dem Ende der Geschichte eine mehrseitige Leseprobe zum Folgeband "Angriff aus der Tiefe" an.

Fazit:
Der rasante Auftakt einer spannenden und gewitzten Steampunk-Reihe!
Die Zitate aus literarischen Klassikern und das lebendige viktorianische Ambiente lassen die Geschichte auch überaus interessant für Leser werden, die der eigentlichen Zielgruppe entwachsen sind, und da "Gefahr für das britische Empire" für mich neben viel Spannung auch jede Menge Lesespaß geboten hat, kann ich es kaum erwarten meine Nase in die Fortsetzung "Angriff aus der Tiefe" stecken zu können.

Reihen-Info:
Die Reihe "Mission Clockwork" ist auf vier Teile ausgelegt:
Band 1: Gefahr für das britische Empire
Band 2: Angriff aus der Tiefe (The dark deeps)
Band 3: noch ohne dt. Titel (Empire of ruins)
Band 4: keine Informationen gefunden

Freitag, 29. Juli 2011

[REZENSION] Dogar, Sharon - Prinsengracht 263

Sharon Dogar
Prinsengracht 263
Verlag: Thienemann
368 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3522201248
ISBN-13: 978-3522201247
empfohlenes Lesealter: 13-16 Jahre

Inhalt:
Wer kennt es nicht: das Tagebuch der Anne Frank? Entweder man hat es gelesen, oder darüber gelesen oder zumindest schon einmal davon gehört.
In einer fiktiven Biographie wirft Sharon Dogar nun mit "Prinsengracht 263" aus einer anderen Perspektive Licht in das Hinterhaus, in dem Anne Frank und sieben weitere Personen sich zwei Jahre lang versteckt hielten. Es ist die Geschichte von Peter van Pels, dem Jungen, der Anne Frank liebte.
Vielleicht schäme ich mich, weil es schwerfällt, sich nicht zu schämen, wenn allein die Tatsache, geboren worden zu sein, etwas ist, wofür man getötet werden kann.
Eigene Meinung:
Darf man das? Darf man ein historisches Dokument als Grundlage für einen Roman nehmen und Fiktion und Wirklichkeit vermischen? Oder entzaubert das in diesem Fall gar den "Mythos" Anne Frank?
Ich bin zwar nicht skeptisch, aber voller Neugierde an Sharon Dogars Roman über den Jungen, der Anne Frank liebte herangegangen, und muss gleich zu Anfang sagen: Ja, man darf und man sollte historisch wichtige und prisante Themen für die Jugendlichen von heute aufarbeiten, damit sie sich wieder mehr damit beschäftigen. "Alte" Bücher gehen in der Masse der Neuerscheinungen fast völlig unter, es werden kaum noch Klassiker gelesen, und ein dermaßen wichtiges Zeitdokument wie das Tagebuch der Anne Frank zur teils ungeliebten Schullektüre verkommen zu lassen ist traurig. Mit Sharon Dogars Roman bekommt also nicht nur eine zweite Person des Hinterhauses in der Prinsengracht eine Stimme verliehen, sondern eine weitere Generation entdeckt die Geschichte von Anne und den anderen Bewohnern durch Peters Stimme vielleicht zum ersten Mal.
Wo wir beim "Tagebuch der Anne Frank" direkt in das Gesicht der lächelnden Anne gucken, gewährt uns das Cover von "Prinsengracht 263" einen Blick in das Hinterhaus. Genauer gesagt auf das winzige Stück Dachboden, dass als einzigster Fleck darin von ein wenig Sonnenlicht erhellt wurde, der Rest lag Tag und Nacht im Dunklen, damit keine Passanten auf der Straße auf die Familien Frank und van Pels aufmerksam wurden, die sich darin über zwei Jahre lang aufhielten.
Es wirkte sich beim Lesen sehr beklemmend auf mich aus, wenn ich dran dachte, dass das Cover den Ausschnitt des Hinterhauses zeigt, der trotz seiner Trostlosigkeit doch der einzige Platz darin war, auf dem man einen Sonnenstrahl abbekam und der einzige Platz, wo man einen Moment Ruhe vor seinen sieben Mitbewohnern suchen konnte.
Natürlich wusste ich von Anfang an, was mit den Franks und den van Pels passiert. Und auch für alle jugendlichen Leser, die zum ersten Mal auf Anne Frank treffen, bleibt das zukünftige Schicksal der acht Hinterhausbewohner nicht lange im Dunkeln: parallel zu der Hinterhausgeschichte, die sich zwischen Juli 1942 und August 1944 abspielt, und deren Kapitel mit dem jeweiligen Datum übertitelt sind (genau wie ein Tagebuch), kommen immer wieder kursiv gedruckte Zwischenspiele, die während Peters Zeit im Lager stattfinden. Peter erzählt also seine Zeit im Hinterhaus rückblickend und somit wird jedem klar, dass die Franks und die van Pels sich nicht bis zum Kriegsende verstecken konnten. Trotzdem saß mir häufig ein Kloß im Hals. Zum einen, weil man in diesem Roman mehr übe die Zeit im Lager erfährt und zum anderen, weil ich die Enge im Hinterhaus besser spüren konnte als bei der Lektüre von Anne Franks Tagebuch. Wie lächerlich wirken doch die eigenen Probleme und Sorgen, wenn man darüber liest, dass es der größte Wunsch einer eingesperrten Person ist, einmal frei auf den Straßen herumlaufen zu können, einmal frische Luft atmen zu dürfen!
Ich muss ehrlich gestehen, dass mir Anne Frank nach diesem Roman sympathischer ist als nach dem Lesen ihres Tagebuches, darin kam sie mir oft sehr altklug und ein wenig eingebildet vor, aber ich denke, es ist normal, dass man jemanden von außen ganz anders betrachtet als von innen. Das Tagebuch ist ja aus Annes Sicht und kommt mir nach "Prinsengracht 263" etwas eindimensional und ichbezogen vor, obwohl sie es wie einen Briefwechsel mit einer lieben Freundin führte und alle ihre Mitbewohner darin vorkamen. Trotzdem hatte ich das Gefühl in "Prinsengracht 263" viel mehr über Annes Familie und die anderen Hinterhausbewohner erfahren zu haben und sie kamen mir dadurch lebendiger und plastischer vor. Annes Schwester Margot - die wohl nie aus dem Schatten ihrer Schwester herauskommt - und der Zahnarzt Fritz Pfeffer wirkten auf mich zwar immer noch etwas blaß, aber Peter und selbst die Eltern beider Familien haben durch dieses Buch richtig ein Gesicht für mich bekommen.
Im Buch kommt es an mehr als einer Stelle zu einer Diskussion über den Glauben. Ich persönlich bin zwar kein gläubiger Mensch, aber die verschiedenen Standpunkte der einzelnen Personen waren trotzdem allesamt nachzuvollziehen, auch wenn ich mich persönlich am besten mit Peter identifizieren konnte, der nicht Jude, nicht Deutscher und nicht Holländer sein will, sondern einfach nur Peter van Pels!
An einigen Stellen hält sich Sharon Dogar nicht im Detail an die historisch verbürgten Begebenheiten oder hat die zeitliche Folge der Hinterhausgeschehnisse geändert, diese künstlerischen Freiheiten sind jedoch alle als Fußnote am jeweiligen Seitenende vermerkt und treten auch nicht allzu häufig auf.
Insgesamt wirkt der Roman frischer und etwas erwachsener als das Tagebuch der Anne Frank. Ein Roman lässt sich in der Regel doch flüssiger als ein Tagebuch oder ein Briefwechsel lesen. Die Sprache ist authentisch und jugendlich und spricht den Leser direkt an, so dass man sich dem Sog der - obwohl bekannten - Geschichte einfach nicht entziehen kann!
Jetzt bin ich tot, aber wenn du zuhörst, kannst du mich immer noch verstehen.

Wstawac´!
Aufwachen!

Bist du noch da?
Hörst du zu?
Aufmachung des Buches:
Das Buch ist untergliedert in eine Einleitung und die beiden Teile "Das Hinterhaus" und "Die Lager". Im Nachwort erfährt der Leser mehr über die Schicksale der acht Hinterhausbewohner und findet darüberhinaus eine Liste mit weiterführenden Informationen, die Bücher, DVDs und Internetseiten beinhaltet.

Fazit:
Gegen das Vergessen: Sharon Dogar verleiht der Geschichte der Anne Frank eine zweite - wenn auch fiktive - Stimme. Ich hoffe, ihr Roman macht noch viele Generationen auf das Tagebuch und das Schicksal der Anne Frank aufmerksam und findet vielleicht sogar seinen Weg als Sekundärliteratur in die Schulen.

Donnerstag, 28. Juli 2011

[TTT] Top Ten Thursday #24


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

10 Gründe, warum ihr Buchblogger wurdet bzw. dieses Hobby so gerne betreibt

Warum ich Buchblogger wurde:
* Den Hauptanstoß zum Bloggen lieferte im Winter 2009/2010 eine kurze Arbeitslosigkeit nach der Elternzeit und generell habe ich es schon immer vermisst, dass ich privat nicht wirklich viele Leute kenne, mit denen ich mich über Bücher austauschen konnte (so richtig eigentlich nur mit meiner Nichte und meiner Freundin, die ich auch erst seit den Anfangszeiten von Tauschticket 2004 kenne).

Warum ich das Hobby gerne betreibe:
* Ich genieße den Austausch über Bücher mit Gleichgesinnten.
* Ich genieße die Abwechslung zu meinem Brötchenjob.
* Auf meinem Blog kann ich - bis zu gewissen Graden - tun und lassen was ich will.
* Ich habe neben den virtuellen Bekanntschaften durch das Bloggen auch schon sehr nette Menschen in echt kennenlernen dürfen.
* Ich lese Bücher viel bewusster als früher.
...

Obwohl meine Tochter einen Namen trägt, der mir schon öfter in Büchern unter die Nase gekommen ist, hat sie ihn aus einem anderen Grund bekommen und ich muss sagen, dass Thema der nächsten Woche liegt mir nicht nur deshalb nicht, weil die Familienplanung bereits abgeschlossen ist, trotzdem bin ich neugierig auf die Beiträge der anderen Teilnehmern, wenn es heißt:

Das Thema für Donnerstag, den 04.08.2011 heißt:
10 Charaktere/Autoren nach denen ihr eure Kinder benennen würdet

Mittwoch, 27. Juli 2011

[NEWS] Der Grüffelo sucht nette Gastgeber!

Der Grüffelo sitzt auf gepackten Koffern und ist auf der Suche nach netten Gastgebern, die ihn auf- bzw. mit auf Reisen nehmen.


Der Grüffelo sieht ja trotz seiner riesigen Zähne ganz lieb aus und ich gehe einfach mal davon aus, dass er keine Katzen anknabbert ;) In Urlaub fahren wir dieses Jahr zwar nicht, aber vielleicht will er ein paar Tage auf Balkonien mit unseren Stubentigern verbringen?

Und so geht's: Wer mitmachen möchte, postet diese Aktion auf seinem Blog und schickt uns bis 31.07. den Link (facebook@beltz.de; die ersten 50 gewinnen automatisch ein tolles Grüffelo-Lesezeichen). Unter allen Teilnehmern losen wir dann die Person aus, die erster Grüffelo-Gastgeber sein darf und schicken ihr unser liebes, teures Abteilungsmaskottchen – komm wieder! –, um einen Schnappschuss vom Grüffelo zu machen. Egal wo: Im Garten, im Schwimmbad, auf dem Eiffelturm, vom Oktoberfest, … Das Foto sollte dann auf dem eigenen Blog und bei uns auf Facebook (www.facebook.com/beltz.gelberg) gepostet werden. Nach spätestens einer Woche geht für den Grüffelo dann die Reise weiter, zum nächsten Gastgeber, der vom vorherigen bestimmt wird usw.

Bis zum 15.10. sollte der Grüffelo wieder wohlbehalten bei uns landen, um sich von seinen Abenteuern auszuruhen. Unter allen freundlichen Gastgebern verlosen wir ein tolles Grüffelo-Non-Book-Paket und eins mit der Grüffelo-Maus in Plüsch!

(Quelle: Pressemitteilung des Beltz & Gelberg Verlags)

Montag, 25. Juli 2011

[REZENSION] Yes we cook: Die besten US-Rezepte

Redakteur: Anette Leister

Titel: Yes we cook: Die besten US-Rezepte (OT: xxx)
Autor: Julie Schwob
Fotograf: Louis-Laurent-Grandadam
Übersetzer: xxx
Verlag: 7hill
Reihe: -/-
Ausführung: Klappenbroschur, 144 Seiten



Autor:
Julie Schwob, Foodstylistin und Autorin zahlreicher Kochbücher, lebt mit Stephen zusammen, der aus Bedford, Pennsylvania stammt. Bei ihren zahlreichen Aufenthalten in den Vereinigten Staaten entdeckte sie - unter anderem dank ihrer Schwiegermutter, die eine hervorragende Köchin ist - die köstlichsten Rezepte der original amerikanischen Küche.

Fotograf:
Louis-Laurent Grandadam ist Pressefotograf sowie Spezialist für Lebensmittelfotografie und Autor mehrer Bücher.


YES WE COOK: DIE BESTEN US-REZEPTE

Obwohl wir bereits mehrere US-amerikanische Kochbücher besitzen, ist mir "Yes we cook" auf Grund der schönen Aufmachung und des kleinen Preises zuerst ins Auge und direkt im Anschluss in den Einkaufskorb gesprungen.

Die Rezepte sind in folgende Rubriken unterteilt:
* American Breakfast
* Hausgemachte amerikanische Saucen
* Leckereien für Naschkatzen
* New York, das Essen der Metropole und Cocktails
* Rezepte von der Ostküste
* Das Soul Food der Südstaaten
* Die Cajunküche Louisianas
* Tex-Mex
* Die Sonnen-Staaten: Florida und Kalifornien
* Die Küche des weiten Landes: Montana und Nevada
* Festtagsküche: Halloween, Thanksgiving und Weihnachten
Wem diese Rezeptunterteilung nach Staaten und besonderen Anlässen nicht zusagt, findet im Anhang ein zusätzliches Rezeptregister von A-Z.

Jede Rubrik wird mit einem einleitenden Text eröffnet, der interessante und kurzweilige Informationen zu den Festlichkeiten oder den Staaten vermittelt.
So erfährt man z.B. dass das American Breakfast seine Wurzeln im English Breakfast des 18. Jahrhunderts hat, sich jedoch stark vom heutigen englischen Frühstück unterscheidet, oder, dass der Begriff "Soul Food" in den 1960er Jahren geprägt wurde, als die traditionell von den afroamerikanischen Familien zubereiteten Speisen Popularität erlangten.
Auch die meisten Rezepte werden mit einer kleinen Anekdote, ihrem Ursprung oder speziellen Servier- und Dekorationstipps vorgestellt.

Jedes Rezept setzt sich zusammen aus der bekochten Personenzahl, der Zubereitungszeit und evtl. Kochzeit, den benötigten Zutaten und einer übersichtlich gegliederten Zubereitungsanleitung. Neben der Seitenzahl ist am Rand jeder Seite nochmals die Rubrik abgedruckt, der das jeweilige Rezept zugeordnet ist. Die Fotos sind sehr ansprechend und zeigen jeweils das fertig zubereitete Essen. Die Bilder sind sehr abwechslungsreich gestaltet und liebevoll arrangiert. So sieht man von oben in ein gefülltes Cookie-Glas, bekommt die Blaubeermuffins auf einem Spielzeugauto serviert oder den Pumpkin Pie von einem waschechten Gespenst.

Die Rezepte sind dank der ausführlichen Erklärungen einfach nachzukochen und von sehr einfach herzustellenden Speisen (Rührei, Smoothie) über Rezepte für die Vorratshaltung (eingelegte Gurken, hausgemachter Ketchup) bis hin zu aufwendigen Festtagsmenüs (Thanksgiving-Truthahn) bietet das Kochbuch einen weit gefächerten Einblick in die US-amerikanische Küche. Neben fleischlastigen Gerichten sind auch viele Süßspeisen, Backrezepte, Gerichte mit Fisch und vegetarische Speisen enthalten, so dass die Anschaffung auch für Vegetarier interessant sind - zumindest für diejenigen, die unter die Kategorie "Naschkatze" fallen ;) Den Naschkatzen sei allerdings folgender Hinweis mit auf den Weg gegeben: einige nachgekochte Süßspeisen sind wirklich !sehr! süß ausgefallen. Wer es nicht süß genug haben kann, kann die Rezepte strikt nach Vorgabe nachkochen, allen anderen würde ich empfehlen die Rezepte vor dem Nachkochen genau zu prüfen, evtl. die angegebene Zuckermenge zu reduzieren und sich ggfs. Anmerkungen ins Rezept zu schreiben.


Der Anhang des Buches setzt sich aus dem bereits Eingangs erwähnten alphabetischen Rezeptregister zusammen, guten Adressen für amerikanische Produkte (Restaurants, Spezialitäten, Möbel und Deko-Artikel), bibliographische Quellen der Autorin, amerikanische Internetseiten, auf denen man die Küche der Vereinigten Staaten kennenlernen kann und Umrechnungstabellen für Flüssigkeiten, feste Zutaten, g/kg in lbs und oz und Ofentemperaturen von Celsius in Fahrenheit.

Aufmachung des Buches:
Nicht nur "Yes we cook" überzeugt durch ein fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis, genrell bietet 7hill viel Buch zum kleinen Preis! Qualitativ bemängeln muss ich allerdings (bei meiner Ausgabe), dass der dünne Folienbezug des Einbands auf den nach innen geschlagenen Klappen mehrere Falten schlägt.
Die fabelhaften Fotos stammen von Louis-Laurent Grandadam. Auf der vorderen Umschlagsklappe ist sowohl eine kurze Vita von ihm als auch von der Autorin abgedruckt.

Fazit:
"Yes we cook" gibt zu einem absoluten Schnäppchenpreis einen bunten Einblick in die Vielfalt der amerikanischen Küche und zeigt, dass diese neben Hamburgern und Doughnuts weit mehr zu bieten hat.
Daneben bildet der informative und ausführliche Anhang das Sahnehäubchen auf dem Cupcake, denn bisher hatte ich in keinem Kochbuch eine solch ausführliche Übersicht über Umrechungstabellen und Surftipps zu amerikanischer Küche und amerikanischem Lifestyle gefunden.


Juli-Rezension für die Challenge

[REZENSION] Bernatene, Poly - Der Tag, an dem die Nacht nicht kam

Poly Bernatene
Der Tag, an dem die Nacht nicht kam
Verlag: Coppenrath
32 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3649603292
ISBN-13: 978-3649603290
empfohlenes Lesealter: 3-6 Jahre

Was wohl passiert sein mag, wenn die Sonne untergeht, der Himmel aber dunkel und ohne Mond und Sterne bleibt?

Poly Bernatene erzählt völlig ohne Worte und doch voller Poesie von dem Tag, an dem die Nacht nicht kam. Seine Illustrationen verströmen den Charme eines Stop-Motion-Films und sind auf einigen Seiten in einem comicartigen Stil angeordnet im Wechsel mit ganz- und doppelseitigen Illustrationen.


Selbst die Nachtszenen in dunkleren Farbtönen verströmen eine heimelige Wärme. So liegen die Häuser durch die Beleuchtung im Inneren nicht völlig im Dunkeln, auf einer langen, düsteren Wendeltreppe liegt eine einsame weiß-orange gestreifte Socke und durchbricht mit ihrem munteren Farbspiel das Dunkel, und der gelb-orangene Mantel des Astronomen, der sich auf die Suche nach dem verschwundenen Mond und den Sternen begibt, scheint regelrecht aus dem Buch heraus zu leuchten.

Durch das Spiel mit Licht und Schatten verleiht Poly Bernatene seinen Illustrationen so viel Tiefe, dass man beinahe meint hineinklettern zu können. Dieses Gefühl wird durch die strukturierten Flächen verstärkt. Bernatene hat keinen glatten einfarbigen Himmel gezeichnet, sondern ein Firmament, welches mit zarten Mustern durchwirkt ist. Auch die Häuser aus der Nähe betrachtet weisen wie die Straßen der Stadt eine unregelmäßig strukturierte Oberfläche auf, so dass alles echt und zum Greifen wirkt. So hätte ich mir am liebsten bereits auf der Vorsatzseite den roten mit sternendurchwirkten Samtvorhang aus dem Buch gezogen, mich darin eingekuschelt und das Buch mit einem heißen Kakao unter einem sternenklaren Himmel genossen.

Meine dreijährige Tochter versteht die Geschichte noch nicht völlig allein durch das Betrachten der Bilder. Meistens fragt sie mich was auf den einzelnen Seiten der Geschichte passiert und ich erzähle etwas dazu. Sie mag das Buch besonders deshalb, weil die meisten Figuren darin Kinder und Jugendliche sind und der Mond und die Sterne so wunderschön leuchten.

Eventuell wird einigen Eltern in diesem Buch ein Begleittext fehlen, aber ich finde es wunderschön, dass die poetische Geschichte alleine durch die Illustrationen wirkt. Denn mal ehrlich: das Zielpublikum der 3-6 jährigen vermisst den fehlenden Text nicht und ich selbst als Bilderbuch-"vorlesende" Mutter genieße die Abwechslung mich nicht durch den ewig gleichen Text hangeln zu müssen, sondern jedes Mal eine andere Geschichte zusammenspinnen zu können.

Poly Bernatene hat mit seinen Illustrationen mein Herz erwärmt und steigt auf Anhieb in die Riege meiner Lieblingsillustratoren auf. Ich hoffe mich in Zukunft noch auf viele weitere Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum von ihm freuen zu dürfen!

[REZENSION] Wilke, Jutta - Holundermond

Jutta Wilke
Holundermond

Verlag: Coppenrath
320 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3815753058
ISBN-13: 978-3815753057
empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre

Inhalt:
Der Hintergrund für die Geschichte, welche die beiden Kinder Nele und Flavio in "Holundermond" erleben, ist historisch untermauert: die Kartause Mauerbach ist ein ehemaliges Kloster in der Nähe von Wien, welches im Jahre 1783 als Siechenhaus für Alte und unheilbar Kranke verwendet wurde, und genau dorthin entführt uns Jutta Wilke im Prolog, wo wir Zeuge werden, wie die kleine Johanna um das Leben ihres jüngeren Bruders kämpft. In einer schlaflosen Vollmondnacht wird sie Zeuge, wie ein fremder Mann in einer Kutte durch das Siechenlager eilt. Er hat einen goldenen Kelch bei sich, mit dem er kurz darauf durch ein Altargemälde verschwindet und auch Johanna beschreitet diesen Weg...
Im Deutschland der Gegenwart haben sich Neles Eltern frisch getrennt. Um die neue Situation besser verarbeiten zu können, darf Nele die Sommerferien bei ihrem Vater Jan verbringen, der schon von zu Hause ausgezogen ist. Doch kaum sind die Ferienpläne geschmiedet, fallen sie auch schon wieder ins Wasser. Der Kirchenhistoriker Jan wird dringend in Wien gebraucht, um dort eine rätselhafte Serie von Kirchendiebstählen aufzuklären. Jan will Nele dort nicht dabei haben, aber Nele schmuggelt sich an Bord von Jans Bus und kommt so gegen dessen Willen doch noch mit nach Wien und zu ihrer gemeinsamen Zeit mit ihm.
In Wien und in Mauerbach überschlagen sich schon bald die Ereignisse. Neben Jan ermittelt auch sein österreichischer Kollege Stephan Holzer wegen der Kirchendiebstähle. Doch schon bald wird klar, dass Stephan Holzer nicht nur ganz andere Ziele verfolgt als Jan, sondern darüberhinaus nicht der ist, den er zu sein vorgibt. Nele lernt in Mauerbach den Jungen Flavio kennen, dessen Vater während der Sommerferien eine Eisdiele innerhalb der Klostermauern betreibt, und obwohl die Erwachsenen allesamt dagegen sind, dass die Kinder in die mysteriösen Vorfälle hineingezogen werden, stecken die beiden sogar bald tiefer im Geschehen als Neles Vater und müssen gefährliche Abenteuer bestehen, die sie bis ins 18. Jahrhundert führen.

Eigene Meinung:
So turbulent und ereignisreich, wie die Geschichte in den ersten Kapiteln ihren Anfang nimmt, so geht sie über die gesamte Länge des Buches weiter. Obwohl das Buch mit 320 Seiten für jugendliche und erwachsene Leser vergleichsweise kurz ist, so steckt doch unheimlich viel an Spannung, historischen Hintergründen und Lesefreude darin, was es zu einem richtigen Leckerbissen für Bücherwürmer werden lässt!
Man darf sich von dem lockeren und sprachlich für zehnjährige Leser angepassten Schreibstil nicht täuschen lassen, bei Neles und Flavios Abenteuer muss man auf jeder einzelen Seite hochkonzentriert bei der Sache sein, da die Autorin Jutta Wilke viele Details und Andeutungen in die Seiten gepackt hat, die stellenweise wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung führen und hier und da wieder aufblitzen. So kamen für mich manche Entwicklungen doch überraschend ebenso wie das Wiederlesen einiger Nebenfiguren.
Obwohl man von Anfang an bei den meisten agierenden Personen weiß, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, so tut das der Spannung jedoch zu keinem Zeitpunkt der Geschichte einen Abbruch. Vielmehr führen neue Charaktere immer wieder die Gedanken des Lesers von den vorgegebenen Pfaden weg oder eine neue Nebenfigur gibt weitere Rätsel auf, so dass auch die offensichtlich Bösen noch eine Überraschung aus dem Ärmel zaubern können.
Die Handlungsschauplätze werden beinahe sichtbar, so gut hat Jutta Wilke die Umgebung Mauerbachs und Wien beschrieben. Man merkt beim Lesen, dass die Autorin nicht nur einmal für die Recherche des Buches vor Ort war und darüberhinaus einen Ansprechpartner in der Kartause hat, der mit seiner fundierten Sachkenntnis das schriftstellerische Gerüst stabil untermauert hat.
Doch nicht nur die Orte des Geschehens werden greifbar, auch ihre Figuren hat die Autorin mit soviel Liebe beschrieben und Facettenreichtum ausgestattet, dass man sich selbst als Erwachsener in Nele und Flavio hineinversetzen kann und durch die Augen der Kinder auf eine große Schatzsuche geht. Nele ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen, man kann ihre Enttäuschung förmlich spüren, dass ihr Vater trotz der gerade überstandenen Trennung von der Familie, seine Tochter direkt wieder wegen seiner Arbeit im Stich lässt und auch der lustige Flavio hat es nicht immer einfach. Er selbst kann sich zwar kaum an seine verstorbene Mutter erinnern, doch er teilt den Schmerz seines Vaters über ihren Verlust und seine finanziellen Sorgen.
Wenngleich mit dem Aspekt der Zeitreise ein magischer und fantastischer Aspekt innerhalb der Geschichte auftaucht, so wirkt auch dieser neben den existierenden Schauplätzen und den authentischen Charakteren glaubhaft. So würde ich das Buch sogar Kindern empfehlen, die normalerweise mit fantastischen Geschichten normalerweise nichts am Hut haben, da die Geschichte vielmehr ein Abenteuerroman ist, der in zwei Zeitebenen spielt und nebenbei viel historisches Wissen über die Kartause und die Kirche allgemein vermittelt.
Daneben finde ich die Symbolträchtigkeit sehr interessant. Neben den vier Kirchenschätzen in Verbindung mit den vier Erzengeln gefällt mit besonders die Einbeziehung des Holunders in die abenteuerliche Geschichte. Der Holunder kommt nicht nur als Holundersaft oder Holundertee in Neles und Flavios Abenteuer vor, sondern auch als Verkörperung von Gut und Böse und wie man es bereits auf dem Cover des Buches erahnen kann, entfaltet der Holunder in Vollmondnächten seinen größten Zauber, von dem ich mich zu gerne habe betören lassen. Am Schluss bleibt nur etwas Wehmut zurück, weil man Nele und Flavio so bald wieder verlassen musste und doch zu gerne noch weitere Abenteuer mit den beiden erleben hätte!

Aufmachung des Buches:
Im Schein des Vollmonds sieht man die beiden Kinder Nele und Flavio Hand in Hand über das Gelände der Kartause Mauerbach rennen. Im Hintergrund sieht man die Klosterkirche. Meinem Rezensionsexemplar lag ein Grundriss des Klostergebäudes bei, dass wäre auch eine schöne und hilfreiche Erweiterung der Geschichte für einen Anhang im Buch gewesen.

Fazit:
Ein spannender Roman, der Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird! Ein Abenteuer zwischen den Zeiten, dass das 18. Jahrhundert mit der Gegenwart verbindet und zwischen den Zeilen viel Wissen über die Kirche und verbürgte historische Begebenheiten vermittelt, die mit dem Handlungsschauplatz der Kartause in Mauerbach verknüpft sind.

Sonntag, 24. Juli 2011

[MEINE WELT] Impressionen KW29

Nach zwei Wochen neue Fotos von den mittlerweile 5 Wochen alten Kätzchen, die zwar immer noch viel und gerne schlafen, aber auch spielen und wild herumtoben.
Zu gerne hätte ich mein Katerchen schon mitgenommen, aber zum einen kontrolliert meine Freundin die Taschen von Besuchern, die das Haus verlassen, und zum anderen fressen die Kleinen nich nichts, sondern tanken nur an der Milchbar ;)






Meine letzte Stoffkreation besteht aus einer zu einer Tasche umgearbeiteten Shorts. Das Innenfutter einzunähen habe ich im Kurs leider nicht mehr geschafft, d.h. damit die Tasche nicht wochenlang ein Work in Progress bleibt, muss ich Zuhause endlich mal Platz für meine geerbte Nähmaschine schaffen. Der Short-Stoff war total fies zu nähen und es hat sogar eine Nadel dafür ihr Leben lassen müssen :O



Hatte ich was geschrieben von wegen keine Tassenwärmer mehr? Naja... ich bin gerade dabei mir ein eigenes Design auszudenken. Da ich mir diese Woche den Hintern abgefroren habe, ist es eisig und winterlich ausgefallen und die Suche nach passenden Knöpfen gestaltete sich äußerst schwierig. Irgendwie verkauft im Sommer keiner Schneeflocken-Knöpfe, komisch... ;) Die Metallvariante habe ich bei ebay ersteigert, aber eine Kunststoffvariante in weiß ist noch auf dem Weg zu mir, die mir zu den blau-weißen Grannys glaube ich noch besser gefällt. Noch macht mich das Design nicht wirklich glücklich. An der Tasse sieht es doch recht langweilig aus, aber ich warte geduldig auf meine Knöpfe und hoffe sie verleihen dem farblich doch eher dezenten Design das gewisse Etwas.




Heute Abend lasse ich aber sowohl kreative Arbeiten als auch Bücher links liegen und gucke mir im Fernsehen die BBC-Neuverfilmung von Sherlock Holmes an.

[RUND UMS BUCH] Neu in KW29


Diese Woche war zu Rezensierendes und Gekauftes in meinem Briefkasten:

Der Audiobuch-Adventskalender: Halleluja (GK)
Der Audiobuch-Adventskalender: Die Weihnachtsmaus (GK)
Der Tag, an dem die Nacht nicht kam, Poly Bernatene (RE)
Drei für immer, Marie-Aude Murail (GK)
Wir, die Osterhasen! (Hörbuch), Hubert Schirneck, gelesen von Thomas Bading (GK)

Diese Woche war ich sogar noch viel braver, als es auf dem Foto den Anschein hat. "Drei für immer" habe ich schon vor 2 oder 3 Wochen bei ebay ersteigert, einen Überraschungsgewinn habe ich direkt aussortiert und bei Tauschticket eingestellt (Lyrik für Kinder lesen wir zu Hause nicht oft und mir haben die Illustrationen nicht wirklich zugesagt), das Bilderbuch von Coppenrath ist überraschend hier eingetroffen (ich liebe es und hoffe, von dieser Illustratorin werden noch ganz viele Bücher veröffentlicht!) und die drei CD's waren absolute Schnäppchen aus der Bahnhofsbuchhandlung in Mainz, die gerade ihr Ladengeschäft renoviert und deshalb einige Sachen zu Schleuderpreisen raushaut, u.a. die CD's außer Saison, die Zitat-Lesezeichen von Ars Edition und - wirklich eher geschenkt als gekauft - die Crime-Time-Lesezeichen von moses mit Gummiband für 10 Cent das Stück statt 2 Euro. Für den Preis habe ich gleich einen ganzen Stapel eingesteckt, immerhin kann man die ja auch prima zusammen mit Büchern verschenken ;) Außerdem habe ich meiner Tochter reduzierte Shaun das Schaf Aufkleber gekauft, Kinder in dem Alter verkleben Aufkleber schneller als man gucken kann... fragt nicht, wie unsere Küchenschränke aussehen! Mittlerweile haben wir die Türen mit Papierbögen verkleidet, damit die Aufkleber einfacher wieder abgehen.

Wenn hier keiner "Bleib mir bloß damit weg!" schreibt, gibt es später vielleicht auch noch ein paar Katzenfotos und W.I.P.'s (Work in Progress) ;)

Samstag, 23. Juli 2011

[REZENSION] Winter, Kim - Sternenschimmer, Band 1

Kim Winter
Sternenschimmer, Band 1

Verlag: planet girl
576 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3522502787
ISBN-13: 978-3522502788
empfohlenes Lesealter: 13-16 Jahre

Inhalt:
In der Zukunft lebt ein Großteil der Menschheit auf Grund des Klimawandels und vergangener Umweltkatastrophen unter einer großen Glaskuppel. Die Menschen sind zusammengerückt und leben in Frieden auf dem beengten Raum. Nach Jahren, die von Katastrophen und Kriegen geprägt waren, hat man auf der Erde fünf vor zwölf die Notbremse gezogen und überlebt!
Ganz anders sieht es jedoch auf dem Planeten Loduun aus, wo ein schrecklicher Krieg herrscht und viele Bewohner zur Flucht gezwungen sind.
Mia engagiert sich ehrenamtlich in einem der irdischen Flüchtlingshäuser und lernt dort neben vielen liebenswerten loduunischen Kindern auch Iason kennen, in den sie sich verliebt. Die Liebe der beiden steht jedoch unter keinem guten Stern, denn allen Loduunern ist es vorherbestimmt zu sterben, sobald sie den Lebenssinn erfüllt haben, der ihnen mitgegeben wird.

Eigene Meinung:
Obwohl "Sternenschimmer" in der Zukunft spielt, kann man sich auf Grund des jugendlichen und zeitgemäßen Schreibstils der Autorin hervorragend in die Geschichte und die Hauptfigur Mia hineinversetzen. Die Ich-Erzählerin Mia wächst einem beim Lesen sehr schnell ans Herz, denn mit ihren ganz normalen Problemen, mit denen sich ein Teenager ihres Alters herumschlagen muss, kommt es einem so vor, als wäre Mia ein nettes Mädchen aus der eigenen Nachbarschaft und nicht ein Charakter aus der fernen Zukunft. Außerdem hat sich Kim Winter keine völlig überzogenen oder unrealistisch wirkenden Visionen ausgedacht, sondern schildert die Welt in der Zukunft so, wie man sie sich auf Grund der heutigen Entwicklungen sehr gut vorstellen kann: der Lebensraum ist knapp, der Großteil der Menschheit lebt unter einer Kuppel, die vor schädlicher UV-Strahlung schützt und die Außengebiete können nur stundenweise besucht werden, da diese sich nur langsam regenerieren und man sich dort deshalb immer noch gesundheitsschädlichen Umwelteinflüssen aussetzt. Darüber hinaus sprechen alle Menschen nur noch eine Sprache, da es auf Grund des Zusammenschlusses der restlichen Erdbewohner und einer schnellen gegenseitigen Hilfe sinnvoll war, um sich besser verständigen zu können. Die alten Sprachen werden nur noch in der Schule unterrichtet, damit sie nicht völlig in Vergessenheit geraten.
Wenngleich in "Sternenschimmer" viele Thematiken von Integration, unterschiedlichen Kulturen über Umweltkatastrophen bis hin zu vegetarischer Ernährung angesprochen werden, schafft es die Autorin nichts oberflächlich erscheinen zu lassen oder unpassend im Zusammenhang. Die einzelnen Themen sind schlüssig in die Handlung integriert und verleihen der Geschichte Tiefe und Facettenreichtum.
Neben Mia werden auch alle anderen Figuren der Geschichte sehr echt und lebendig dargestellt. Besonders die loduunischen Kinder wachsen einem beim Lesen schnell ans Herz und mit ihren berührenden Darstellungen von Freundschaften und Liebe schafft es die Autorin dann und wann dem Leser ein Tränchen in die Augen zu treiben. Dabei gibt es aber nicht nur was fürs Herz, auch Streit und Vertrauensverlust werden zwischen Mia und ihren besten Freundin oder Mia und ihrer alleinerziehenden Mutter behandelt. Neben den gefühlvollen zwischenmenschlichen Episoden sorgen andere Handlungsstränge für atemberaubende Spannung, so dass man zu jedem Zeitpunkt der Geschichte auf die eine oder andere Weise gefesselt ist.
Ein ganz spezielles Highlight hat Kim Winter für mich mit der besonderen Eigenschaft kreiert, die sie den Loduunern auf den Leib geschrieben hat: obwohl sie sich äußerlich kaum von uns unterscheiden, so werden sie im Gegensatz zu uns mit einem Sinn geboren, nach dessen Erfüllung sie sterben. Dieser Aspekt regte mich während der Geschichte häufig zum Nachdenken an, nicht nur, weil es so aussieht, dass Iasons Sinn eine erfüllte Liebe zwischen ihm und Mia wohl nie erlauben wird und ich trotzdem die ganze Zeit die Hoffnung hegte, dass es anders kommen wird. Einerseits ist es eine wunderschöne Idee, dass das Leben von jedem Einzelnen einen ganz besonderen Sinn hat, aber andererseits stimmt es traurig, dass man nach seiner Sinnerfüllung aus dem Leben scheiden muss. Zwar gibt es Sinne, die ein Leben lang erfüllt werden können, wie andere Leute glücklich zu machen, aber einen Sinn wie Kinder auf die Welt zu bringen, fand ich eher traurig, weil der Sinn nicht aus einem selbst kommt und mir eher wie ein Zweck als wie ein Lebenssinn vorkam, anders wäre es gewesen, wenn es geheißen hätte, der Sinn wäre den Kindern immer eine gute Mutter zu sein.
Die Geschichte war für mich zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar und bot gerade in der zweiten Hälfte einige überraschende Wendungen und Entwicklungen, die einen ungeduldig auf die Fortsetzung warten lassen. Ehrlich gesagt, kann ich mir nach der Fülle von Eindrücken in "Sternenschimmer" noch nicht vorstellen, worum es im Folgeband vorrangig gehen wird.

Aufmachung des Buches:
Die wunderschöne Umschlaggestaltung - die von Maria-Franziska Löhr stammt - greift die beschriebene Schutzkuppel und das besondere Erscheinungsbild der Stadt auf, in der Mia lebt: angepasst an den kuppelförmigen Schutz, stehen in der Stadtmitte die höchsten Häuser, zu den Randgebieten hin werden die Häuser und Bauten immer niedriger. Der Umschlag ist matt, nur der Titel, der aus lauter kleinen Sternchen besteht, hebt sich leicht schimmernd vom Rest des Papiers ab, passend dazu schimmern auch der Leineneinband und die Vorsatzseiten des Buches ganz leicht. Zu Beginn jeden Kapitels sind im Buchinneren noch kleine zartgraue Illustrationen abgebildet.
Das Buch ist in die drei Teile  "Irgendwann im Frühling", "Der folgende Sommer" und "Goldener Herbst" untergliedert, die Kapitel sind fortlaufend nummeriert.
Wünschenswert wäre eine erkennbare Kennzeichnung als erster Band einer Trilogie gewesen, da der Leser so eigentlich nur auf Grund eines nicht komplett abgeschlossenen Endes erahnen kann, dass es zu "Sternenschimmer" eine Fortsetzung geben wird.

Fazit:
Ein wunderschöner Debütroman in einer zeitgemäßen und fesselnden Sprache, welche die Seiten beim Lesen nur so an einem vorüberfliegen lässt. Dazu kommen frische unverbrauchte Ideen und inhaltlich ist von der ersten großen Liebe, über atemberaubende Spannung bis hin zum Aufgreifen von aktuellen Umweltproblemen alles dabei, was das Buch zu einem wahren Pageturner macht.

Reihen-Info:
Sternenschimmer, Band 1
Band 2 erscheint voraussichtlich im Sommer 2012
Band 3 noch ohne Erscheinungstermin

Freitag, 22. Juli 2011

[REZENSION] Mittag, Susanne - Melina und die vergessene Magie

Susanne Mittag
Melina und die vergessene Magie

Verlag:Ueberreuter
238 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3800056127
ISBN-13: 978-3800056125
empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre

Inhalt:
Nach einem Umzug muss Melina sich einer neuen Klasse vorstellen. Da ihr liebstes Hobby neben dem Lesen das Ausdenken und Schreiben von Geschichten ist, wird Melina von der Klassenzicke schnell als Streberin und Lehrerliebling abgestempelt.
In der Pause gibt Zicke Lisa ihr die Chance sich mit einer Mutprobe zu beweisen, um in die Klassengemeinschaft aufgenommen zu werden. In Wirklichkeit ist das jedoch nur ein Vorwand, um Melina in den Keller der Schule einzusperren, in dem vor Jahren ein Mädchen spurlos verschwunden ist.
Melina ist außer sich vor Angst und durch ihre große Vorstellungskraft erscheint ihr der dunkle Raum, in dem sie eingesperrt ist, noch schrecklicher und unheimlicher. Unsicher tastet sie sich durch die Dunkelheit als plötzlich ein rechteckiges Licht mitten im Raum erscheint.
Durch dieses Licht gelangt Melina in das Land Lamunee, wo Krieg zwischen Eis- und Feuerzauberern herrscht. Eine dunkle Magiern will die Macht an sich reißen und Melina muss zuerst Lamunee befreien, bevor sie selbst in die Menschenwelt zurückkehren kann.

Eigene Meinung:
Obwohl die Autorin Susanne Mittag vor fantastischen Ideen nur so übersprudelt, konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Die Figuren - egal ob Bösewichte, Melina selbst, ihre Mitstreiter oder diverse Randfiguren - bleiben über die gesamte Geschichte flach und stereotyp. Da keiner der Charaktere wirklich vertieft wurde, konnte ich weder Antipathien noch Sympathien zu ihnen aufbauen. Ich habe zu keinem Zeitpunkt der Handlung mit Melina und ihren Freunden mitgelitten oder mitgefiebert, da viele Lösungen aus Zwangslagen einfach zu glatt und problemlos abliefen. Genau wie Melina innerhalb weniger Augenblicke eine Fluchtmöglichkeit aus ihrem Kellergefängnis zu Beginn der Geschichte vor die Nase gesetzt bekommt, so geht es im weiteren Verlauf ihres Abenteuers immer weiter. Bevor überhaupt ein Hauch von Spannung entstehen kann, sind brenzlige Situation schon ausgestanden. Susanne Mittag versucht zwar die Geschichte und das Rätsel um die vergessene Magie aus verschiedenen Blickpunkten auszuleuchten, in dem sie neben der Erzählperspektive aus Melinas Sicht einige Kapitel aus Sicht des Mädchens Lianna erzählt, die als Dienstbotin und Lehrmädchen auf Seiten der Bösen angestellt ist, aber mich hat dieses Stilmittel vielmehr aus dem Erzählfluss geworfen und leider das Gegenteil des erwünschten Effekts erzielt: statt das Geheimnis der Magie weiter zu schüren oder die Schachzüge der Bösen verdeckt zu halten, wurden einige Andeutungen zu viel in den Raum geworfen, so dass man sich schon vor dem Ende so manches über den Ausgang der Geschichte zusammenreimen konnte.
Nur einmal hat die Magie des Buches mein Herz erreichen können, als Melinas Begleiter in Lamunee ihr die Legende des Riesen Godor erzählt und von der Magie und der Kraft, die tief in jedem von uns steckt, in Lamunee jedoch vor langer Zeit verloren gegangen ist. 

Fazit:
Der Erzählstil und die Länge der einzelnen Kapitel sind perfekt auf das empfohlene Lesealter zugeschnitten. Junge Leser und Leserinnen, die gerne fantasievolle Geschichten mögen, werden an "Melina und die vergessene Magie" sicher ihren Spaß haben. Allerdings ist Melinas Abenteuer zwar schnell gelesen, aber auf Grund der fehlenden Charaktertiefe der handelnden Figuren auch schnell vergessen, was mir persönlich sehr leid tut, da in den wunderschönen Ideen der Autorin Potential für eine wirklich mitreissende und zauberhafte Geschichte gesteckt hätte. Mit einem größeren Umfang zugunsten der Ausarbeitung einzelner Charaktere hätte sich die Geschichte in mein Herz stehlen können, so bleibe ich seltsam unberührt zurück.

Aufmachung des Buches:
Die Titel der recht kurzen Kapitel sind in der gleichen verschnörkelten Schrift ausgeführt wie Cover und Autorenname auf dem Cover des Buches. Die comicartige Szenerie ist in Lilatönen gehalten und spricht damit wohl in erster Linie Mädchen an, denen ich das Buch u.a. wegen der weiblichen Hauptfigur auch in erster Linie empfehlen würde.

Donnerstag, 21. Juli 2011

[REZENSION] Fontane, Theodor - Ein Sommer in London (Lesung in Auszügen)

Theodor Fontane
Ein Sommer in London, gelesen von Charles Brauer
Verlag: Audiobuch
Länge: Lesung in Auszügen, 77 Minuten
ISBN-10: 3899642368
ISBN-13: 978-3899642360

1-3 Straßen, Häuser, Brücken und Paläste
4-5 Die öffentlichen Denkmäler
6-10 Ein Picknick in Hampton Court
11-12 Der verengländerte Deutsche
13-15 Parallelen

Theodor Fontane beschreibt das London des Jahres 1852 plastisch und greifbar, dass es sich beinahe so anfühlt, als würde man an seiner Seite durch die Straßen streifen, wenn man der ruhigen und vollen Stimme Charles Brauers lauscht, der Fontanes Reisebericht in Auszügen liest.
Obwohl ich ein großer Liebhaber dieser Stadt bin, der Fontane kaum mit Wohlwollen, dafür mit viel Spott und Kritik begegnet, habe ich seinen trockenen Humor genossen, denn in den Eigentümlichkeiten und Besonderheiten, die er beschreibt, steckt nicht nur Wahrheit, sondern vieles hat sich bis heute erhalten, so dass es ein Genuss ist auf seinen literarischen Reisepfaden zu wandeln, weil man so vieles wiedererkennt, was man selbst schon gesehen oder erlebt hat. Außerdem wirkt Fontanes Kritik nicht böse oder verletzend, er verleiht seinen Enttäuschungen einfach auf sehr persönliche Weise und durchaus humorvoll Ausdruck, und zwischendurch kommt es sogar vor, dass in seinen Schilderungen ein Hauch von Bewunderung für London durchblitzt.
Trotzdem habe ich Kritikpunkte an der Adaption als Lesung: ich kenne zwar leider die literarische Vorlage aus der Feder Fontanes nicht, aber ich denke, dass man statt der Personenbeschreibungen (betrifft die Kapitel 6-10 und 11-12 in Auszügen) eventuell passendere Passagen für eine gekürzte Lesung hätte wählen können, denn im Vergleich zu den Beschreibungen der Stadt, die mich beim Zuhören beinahe vor Ort des von Fontane Erlebten führten, schweiften meine Gedanken bei den Anekdoten über seine Zeitgenossen meistens ab. Ich habe eher Zugang zu der Stadt im Jahr 1852 gefunden als zu deren Einwohnern, vielleicht weil sich das London des Jahres 1852 im Vergleich zu dem London von heute weniger verändert hat als die Menschen, die es bewohnen.

Aufmachung des Hörbuchs:
Auf der Rückseite der Hülle befinden sich eine Kurzbeschreibung des Inhalts und eine kurze Vita des Sprechers Charles Brauer, innen ist die Vita des Autors Theodor Fontane abgedruckt. Eine Übersicht über die Kapitel fehlt leider, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre diese statt der Werbung für ein weiteres Hörbuch aus dem Audiobuch Verlag auf der Innenseite unterzubringen.

[TTT] Top Ten Thursday #23


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

Die 10 coolsten Bösewichte aus Büchern
(Thema gestellt von: Bücher aus dem Paradies)

Ich gebe zu, dass ich mich an dem Wörtchen "cool" ein wenig störe. Mir fallen durchaus einige Bösewichte aus Büchern ein, die ich abgrundtief böse, durchtrieben, hinterlistig, intelligent oder gerissen fand... aber cool? Hier meine Liste, das Coolsein einfach außer Acht lassend:

1. Artemis Fowl aus "Artemis Fowl" (Eoin Colfer), ein Bösewicht, dem eine ganze Buchreihe gewidmet wurde: Respekt, und das als Teenager! Zugegebenermaßen ist Artemis mittlerweile nicht mehr wirklich böse, aber er hat seine (Buch-)Karriere als ziemlich intelligenter und unsympathischer Bösewicht gestartet.
2. Graf Olaf aus "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" (Lemony Snicket), ein ekliger, schmieriger Typ, aber gerade in der Verkörperung durch Jim Carrey richtig gut! Schade, dass die Verfilmung dieser Reihe nicht fortgesetzt wird.
3. Die weiße Königin aus "Narnia" (C. S. Lewis), weil sie mir bereits in der Zeichentrickverfilmung als Kind Angst gemacht hat.
4. Mildred Ratched aus "Einer flog über das Kuckucksnest" (Ken Kesey), ich weiß, dass sie bereits letzte Woche in meiner Liste aufgetaucht ist, aber eigentlich ist sie vielmehr böse als nervig. Ich hasse diesen Charakter! Trotzdem ist dem Autor ein Meisterstück gelungen. Wer kann schon von sich behaupten eine literarische Figur erschaffen zu haben, die egal wie oft man ein Buch liest, solche extremen Gefühle bei den Lesern hervorruft. Bösewichte sind schließlich (in der Regel) nicht zum Liebhaben ausgedacht worden!
5. Der Meister aus "Krabat" (Otfried Preußler), aus dem gleichen Grund wie bei Narnia: der Meister hat mir bereits als Kind eiskalte Schauer den Rücken heruntergejagd, wenn ich mir den Zeichentrickfilm angesehen habe, und das Buch hat bis heute für mich nichts von seinem Zauber und seinem Grusel verloren.
6. Snape aus "Harry Potter" (Joanne K. Rowling), allein, weil über die gesamte Serie hinweg seine Motive im Dunklen lagen. Er bleibt lange eine sehr undurchsichtige Figur, die immer wieder Grund für Spekulationen und Diskussionen gab. Man hat ihn gehasst, man hat Mitgefühl für ihn empfunden, manchmal war er für einen Lacher gut und manchmal hat man ihn für seine Intelligenz und seine Spielchen auch bewundern müssen! Für mich einer der gelungstensten Charaktere der ganzen Reihe!
7. Lady de Winter aus "Die drei Musketiere" (Alexandre Dumas), die Frau hat die Geliebte D'Artagnans umgebracht, dass reicht ja wohl als Grund!
8. Goth, die Vampirfledermaus aus der Flügel-Trilogie (Kenneth Oppel).
9. Tigerstern aus "Warrior Cats" (Erin Hunter).
10. Ebenezer Scrooge aus "Eine Weihnachtsgeschichte" (Charles Dickens), hach... so richtig was fürs Herz, wenn in der Weihnachtszeit so ein alter Stinkstiefel geläutert wird und auf einmal herzensgut ist ;) Aber dafür ist er eben so richtig fies, böse und unmenschlich *grrr* Überhaupt bieten die typischen Weihnachtsklassiker Potential für eine komplette Top Ten Liste an Bösewichten, wobei mir spontan der Gedanke kommt, dass wir in der Adventszeit die Top Ten mit weihnachtlichen Themen wie "Eure 10 schönsten Weihnachtsbücher" usw. füllen sollten ;) 
Ich friere mir gerade unter dem Sonnenschirm den Bobbes ab, also nicht wundern, wie ich im Juli auf solche Ideen kommen.

Das Thema für Donnerstag, den 28.07.2011 heißt:
10 Gründe, warum ihr Buchblogger wurdet bzw. dieses Hobby so gerne betreibt

[GAST-REZENSION] Harland, Richard - Worldshaker, Band 1

Gast-Rezension von Winterkatze
Vielen Dank für deinen Beitrag!

Richard Harland
Worldshaker, Band 1
Verlag: Jacoby & Stuart
400 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3941787071
ISBN-13: 978-3941787070
empfohlenes Lesealter: 13-15 Jahre 

Mit "Worldshaker" bietet Richard Harland dem Leser den Auftaktband zu einer Jugend-Steampunk-Reihe – die inzwischen auch schon mit dem Roman "Liberator" fortgesetzt wurde. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht vor allem der junge Colbert (Col) Porpentine, der zu einer der führenden Familien auf dem Juggernaut "Worldshaker" gehört. Col ist ein netter und aufmerksamer Junge, der sehr an seiner Großmutter hängt, mit Vergnügen lernt und brav das tut, was seine Familie von ihm erwartet. Alles in allem führt der Junge ein gutes Leben, auch wenn er kein sehr enges Verhältnis zu seinen Eltern oder seiner Schwester hat.

Doch sein Bild von einer heilen Welt wird schnell erschüttert, als eines Tages eine von den "Dreckigen" aus den untersten Ebenen der "Worldshaker" ausbricht und Zuflucht in Cols Zimmer sucht. Sein ganzes Leben lang wurde ihm gesagt, dass die "Dreckigen" nicht besser als Tiere seien, dumm, primitiv und gewalttätig. Doch Riff, das Mädchen, das sich vor den Wachen unter seinem Bett versteckt hat, ist nicht nur in der Lage zu sprechen, sondern scheint auch noch außerordentlich klug zu sein. Obwohl Colbert anfangs nichts mit Riff zu tun haben will, lernen sich die beiden näher kennen, während sie sich gegenseitig beibringen, was dem anderen von Nutzen sein kann.

So beginnt Colbert damit, all die Dinge zu hinterfragen, die ihm seit seiner Kindheit so selbstverständlich waren. Auch der Unterricht in seiner neuen Schule, die ihn auf eine Zukunft in einem der höchsten Ränge auf dem Juggernaut vorbereiten soll, stellt den neuerdings so neugierigen Jungen vor immer neue Fragen und widerspricht in vielen Punkten dem, was er von seinem früheren Hauslehrer gelernt hat. Je länger Col über all diese Dinge nachdenkt, je aufmerksamer er seine Familie und seine Freunde beobachtet, desto mehr wird ihm klar, dass an Bord der "Worldshaker" so einiges im Argen liegt.

Richard Harland hat mit dem Juggernaut ein faszinierendes und wirklich ungewöhnliches Setting für seine Geschichte geschaffen. Während auf den oberen Decks ein relativ normales "Stadtleben" stattfindet, mit Ebenen für Handwerker, mit Schulen und Bibliotheken und ein paar wenigen Menschen, die zur Oberschicht gehören und der Königin und ihrem Gemahl zur Seite stehen, hausen auf den unteren Decks die "Dreckigen", die für die Versorgung der Dampfkessel mit Kohle zuständig sind. Obwohl sich ohne die "Dreckigen" das ungeheure Weltschiff des britischen Königreichs keinen Meter weit bewegen würde, werden diese von ihren Aufpassern regelmäßig gequält und mit dem minderwertigsten Essen versorgt, dass zur Verfügung steht. So ist es kein Wunder, dass Riff, die von klein auf um ihr Überleben kämpfen musste, deutlich gewitzter, stärker und flinker ist als Colbert.

Gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenserfahrungen ergänzen sich Col und Riff so gut und können gemeinsam mehr erreichen, als es ihnen einzeln möglich wäre. Doch dafür müssen sie sich erst einmal anfreunden und dem anderen so weit vertrauen, dass sie überhaupt gemeinsam handeln können. Dabei beschreibt Richard Harland diese Annäherung der beiden Charaktere sehr schön. Auf beiden Seiten herrscht ein Grundmisstrauen, das immer wieder aufflackert, aber auch der Wunsch nach Wissen und nach der Wahrheit hinter all den Geschichten und Lügen. Während Riff häufig spontaner ist, als ihr gut tut, und scheinbar bedenkenlos Risiken eingeht, erscheint Col dem Leser manchmal etwas träge. Er muss jeden Schritt gut überdenken, denn mit jedem neuen kritischen Gedanken wird er mehr zum Verräter an seiner Familie und seiner Schicht. Beide Figuren werden vom Autor sehr sympathisch und glaubwürdig geschildert, und das hat mir ebenso gut gefallen wie die außergewöhnliche Umgebung und die Handlung an sich.

Ich fand es sehr spannend zu beobachten, wie Col und Riff mehr über die jeweils andere Welt lernen und wie sehr das ihr weiteres Handeln beeinflusst. Noch fesselnder fand ich es, mehr über Cols Umgebung herauszufinden, mir meine Gedanken zu seiner Familie zu machen und zu überlegen, wer für den Jungen vielleicht als Verbündeter oder als neue Wissensquelle herhalten könnte. Dabei gab es allerdings auch den einen oder anderen vorhersehbaren Punkt für mich, z. B. den Grund für die schlechte Gesundheit von Wicky Popo, einem der Diener der Familie Porpentine, oder die Ursache für das Verhalten von Gillabeth, Colberts Schwester, aber das konnte den guten Gesamteindruck bezüglich Handlung und Figurenentwicklung nicht trüben.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings für mich bei "Worldshaker". Auch wenn – oder vielleicht gerade weil – ich es mit einem Jugendbuch zu tun habe, erwarte ich eine gut durchdachte Welt. Und so faszinierend der Juggernaut ist, so fesselnd und ungewöhnlich Richard Harlands Beschreibungen dieser ganz eigenen kleinen Welt sind, so sehr mir die Vorstellung einer "Worldshaker" und die Grundidee gefällt – es funktioniert leider nicht! Bei jedem neuen Detail zuckte ich innerlich zusammen, weil mein Verstand mir sagte, dass das so nicht geht! Allein die Energieversorgung… Selbst wenn ich davon ausgehe, dass die Juggernaut über Wasser einen geringeren Energieverbrauch hat, ist ein Anheizen mit Kohle bei einem so riesigen "Fahrzeug" so einfach nicht machbar.

Wenn schon eine relativ moderne Dampflokomotive für 200 km 8-10 Tonnen Kohle benötigt, welche Mengen würde dann ein fast vier Kilometer langes und gut 1 Kilometer breites "Schiff", welches über 53 Decks verfügt, für mehrere Reisetage benötigen? Wie ihr seht, habe ich mir da so viele Gedanken gemacht, dass ich sogar angefangen habe, über Dampflokomotiven zu recherchieren. Von der Versorgung von mehr als 10.000 (oder mit den Dreckigen zusammengenommen über 12.000) Personen mit Wasser, Nahrungsmitteln und anderen Bedarfsgütern will ich gar nicht reden. Auch wenn es immer wieder heißt, dass die Vorräte an bestimmten Anlaufpunkten wieder aufgefüllt werden, so scheint das wirklich die einzige Versorgungsmöglichkeit zu sein. Es werden keine Viehhaltung, kein Gemüseanbau oder ähnliche Produktionen an Bord des Juggernaut erwähnt.

Ganz ehrlich, mir gingen beim Lesen noch viel mehr Gedanken zu diesem Thema durch den Kopf, und als ich anfing, über Lade- und Löschzeiten von Binnenschiffen zu recherchieren, habe ich über mich selbst den Kopf geschüttelt und mir gedacht, dass es nun aber gut sein sollte. Vielleicht wäre ich beim Lesen nicht so kritisch gewesen, wenn Richard Harland auf einige Details verzichtet hätte. Denn wenn niemals die Frage aufgekommen wäre, ob auf der "Worldshaker" etwas produziert wird oder wie sich dieses Gefährt vorwärtsbewegt, dann hätte ich gar nicht erst angefangen, mir darüber Gedanken zu machen und diese Welt einfach nur hingenommen. So aber ist das schon ein Punkt, der mein Lesevergnügen etwas getrübt hat, obwohl ich ansonsten viel Spaß mit Colbert und Riff und all den gesellschaftskritischen Ansätzen in "Worldshaker" hatte.

Reihen-Info:
1. Worldshaker
2. Liberator

Dienstag, 19. Juli 2011

[REZENSION] Dreyer, Clemens - Touristisch für Anfänger: Die wichtigste Sprache der Hauptsaison


Clemens Dreyer
Touristisch für Anfänger: Die wichtigste Sprache der Hauptsaison

Verlag: Langenscheidt
192 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 9783468738258
ISBN-13: 978-9783468738258

Inhalt:
Lektion 1: Die Reisebuchung
Lektion 2: Das gehört ins Reisegepäck
Lektion 3: Die Anreise
Lektion 4: Die Hotel(an)lage
Lektion 5: Das Zimmer
Lektion 6: Strand, Meer und Pool
Lektion 7: Das Essen
Lektion 8: Freizeit im Urlaub
Lektion 9: Alles über all-inclusive
Lektion 10: Die Klage

Beim Erstellen von Zeugnissen wird mit Geheimcodes und einer speziellen Sprache gearbeitet. Nun deckt Clemens Dreyer auf, dass auch in Urlaubskatalogen nicht jedes Wort für bare Münze genommen werden sollte: in einem humorisitischen Sprachkurs in "Touristisch" übersetzt er für den Leser und angehenden Reisenden, was dieser unter "Folkloreabenden" und einem "unaufdringlichen Service" zu erwarten hat, bei welchen Mängeln sich eine Klage lohnt und was man als "landestypisch" hinzunehmen hat. Von führenden Reiseveranstaltern NICHT empfohlen!

Eigene Meinung:
"Touristisch für Anfänger" ist eine Mischung aus Auszügen aus Gerichtsurteilen, nachgestellten humorvollen Dialogen, Übersetzungen Touristisch-Deutsch, hilfreichen und weniger hilfreichen Tipps und vielen Checklisten, Tests, Fotos und Diagrammen, die das Büchlein inhaltlich und graphisch auflockern.
Die gewollt humorvollen Stellen in diesem Buch waren nicht immer nach meinem Geschmack und ich hätte im Nachhinein auch gut darauf verzichten können, ebenso wie auf diverse Tests wie "Welcher Reiseführertyp sind Sie?" oder die Lernzielkontrolle am Ende des Buches. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, und sich trotz des äußerst hilfreichen Inhalts locker hat weglesen lassen, waren insbesondere die Auszüge aus Gerichtsurteilen. Diese sind stellenweise so skurril, dass sie den gewollten Humor des Autors um Längen toppen! Außerdem ist es interessant zu erfahren, was Urlauber und Reisende schon alles vor Gericht eingeklagt haben, mit welchen Mängeln das Gericht ihnen eine Reisekostenminderung eingeräumt hat und mit welchen Einwänden sie gescheitert sind.
Neben dieser Rubrik macht die Sparte "Wörter und Wendungen", in der Touristisch ins Deutsche übersetzt wird, das Büchlein zu einer doch recht lohnenswerten Anschaffung: hier bekommt man die rosarote Urlaubskatalogs-Brille abgesetzt, kann zukünftig zwischen den Zeilen der Hochglanzprojekte lesen und erspart sich dadurch in Zukunft vielleicht die eine oder andere unangenehme Überraschung.
Zwischendurch gibt es immer wieder - zwar humorvolle, aber dennoch - hilfreiche Tipps und Erklärungen zum Fotografieren, dem richtigen Packen von Koffern dem Souvenirkauf oder der Klassifizierung von Hotels, die neben bekannten Details auch einige neue für mich boten.

Fazit:
Humor ist immer eine Sache des persönliches Geschmacks. Einigen Lesern wird der Touristisch-Sprachführer vielleicht gerade wegen den überspitzt witzigen Einlagen gefallen, für mich wäre an mancher Stelle allerdings weniger mehr gewesen und lohnenswert und interessant fand ich in erster Linie die hilfreichen Tipps, den Sprachführer und die Gerichtsurteile. Persönlich wäre ich mit einem halb so dicken (und halb so teuren) Werk ohne die witzigen Stellen besser bedient gewesen.

Sonntag, 17. Juli 2011

[RUND UMS BUCH] Neu in KW28


Diese Woche war zu Rezensierendes, Gekauftes und Gewonnenes in meinem Briefkasten:

Atherton - Das Haus der Macht: 1, Patrick Carman (RE, AV)
Die Chroniken vom Anbeginn 1: Emerald (Hörbuch), John Stephens, gelesen von David Nathan (GW)
Eines Morgens auf dem Land, Gèrard Georges (GW)
Esel, Adelheid Dahimene / Heide Stöllinger (Illustrationen) (RE)
Firelight 1: Brennender Kuss, Sophie Jordan (RE)
Gertrud und Gertrud, Katja Alves / Irene Mehl (Illustrationen) (GW)
Mission Clockwork 1: Gefahr für das britische Empire, Arthur Slade (RE)
Prinsengracht 263: Die bewegende Geschichte des Jungen, der Anne Frank liebte, Sharon Dogar (RE)
Sieben Minuten nach Mitternacht, Patrick Ness / Siobhan Dowd (RE, AV)
Tolle Taschen selbst genäht, Miriam Dornemann (GK)
Zwei ungleiche Rivalen: Puccini und Franchetti, Helmut Krausser (GW)

Merke: auch das Ignorieren von Verlagsvorschauen schützt vor Neuzugängen nicht! Schuldige der Woche: verlockende Verlagsaktionen, Gewinnspielglück, Amazon Vine und ein gewonnener Gutschein in Kombination mit wachsender Nähsucht.
Vielleicht komme ich die Woche wieder mehr zum Lesen, die Hitze (und der damit verbundene Schlafvirus) ist weg, juhu! Stattdessen habe ich mir jetzt wohl eine Sommergrippe eingefangen, aber krank zu sein hat ja nicht nur Nachteile, solange man nicht komplett bewegungsunfähig im Bett liegen muss ;)

Samstag, 16. Juli 2011

[MEINE WELT] Impressionen KW28

Dank einer Aktion von neuebuecher.de kann ich endlich diese Tasse mein Eigen nennen - ich hatte schon so lange ein Auge darauf geworfen, aber im Internet nur Möglichkeiten entdeckt ein 4er-Set zu erwerben: mit einem guten Buch, mit Zucker und einem guten Buch, mit Milch und einem guten Buch, ABER: ich trinke meinen Kaffee NUR mit Milch, Zucker und einem guten Buch ;)


Meinen dritten Nähkurstermin habe ich erfolgreich mit zwei Kissenhüllen (inkl. ziemlich sauber eingenähten Reißverschlüssen) abgeschlossen! Ich habe noch keine Ahnung, was ich nächsten Freitag nähen möchte, da die ursprünglich geplanten Fleecemonster so einfach sind, dass ich sie mir wohl als Nähprojekt für Zuhause aufhebe.


Und nachdem die zwei Kissenhüllen aus dem günstigen Ikea-Stoff ganz fein geworden sind, werde ich mir demnächst diese beiden hübschen Stöffchen gönnen *schmacht*.



Als Herbstkind setzt mir das momente Wetter wirklich schlimm zu. Diese Woche hat mich eine derart bleierne Müdigkeit überfallen, dass ausnahmslos jede Bahnfahrt so ablief: Buch auf = Augen zu, kein Wunder, dass ich die Woche kaum zum Lesen gekommen bin... Steinigt mich, aber ich habe die Schnauze voll von der Hitze!
Heute morgen kam ich zwar auch nur schwer aus dem Bett, aber was tut man nicht alles, wenn es nicht zur Arbeit geht, sondern Freizeitvergnügen ansteht.
Die Fahrt nach Mainz zu nachtschlafender Zeit (der Wecker hat mich immerhin um halb sieben aus dem Bett geschmissen) hat sich gelohnt. Heute habe ich zwar keine Bücher auf dem Flohmarkt entdeckt, dafür hat mir meine Freundin einen wundervollen Steampunk-Taschen- oder Schlüsselanhänger geschenkt, und neben Büchern halte ich auf dem Flohmarkt auch gerne nach, wie es mein Mann nennt, "überflüssigem Sch...dreck und Staubfängern" Ausschau, da mussten die greußlichen Matroschkas (O-Ton Victoria: Higlistadthelden *ggg*) und 70er-Jahre Sonnenbrillen (nebst anderen "Sünden", aber ich will hier niemanden vom Blog vergraulen, muhahahaaa) natürlich mit.



Leider musste ich mich heute trotz diesem außergewöhnlich vielfältigen und verrückten Angebot sputen, statt in Ruhe in Bergen von Antikramsch (so nenne ich den Krempel nämlich) kramen zu können, denn ab 11 Uhr war ich mit Mann und Kind auf einem Konzert von Fredrik Vahle und Beate Lambert im Garten der Villa Herrmann in Mainz-Gustavsburg. Das Wetter war fantastisch, die Musik toll und die Kinder hatten total viel Spaß beim Mittanzen und -singen.



Ich bin nach der stressigen Woche und dem heutigen schönen, aber anstrengenden Tag fix und fertig, und muss entscheiden, was lauter ruft: Bett oder Rezensionen, aber ich glaube Bett gewinnt...

Donnerstag, 14. Juli 2011

[TTT] Top Ten Thursday #22


Zeit für den Top Ten Thursday von Alice im Bücherland.
Das Thema diese Woche:

Die 10 nervigsten Buchcharaktere

Zu diesem Thema wollen wir beim besten Willen keine 10 Charaktere einfallen, obwohl es ganz sicher mehr als die erwähnten gibt, über die ich mich beim Lesen aufgeregt habe! Aber trotz dessen ich seit letzter Woche über das Thema nachgedacht habe, wollte sich meine Liste nicht komplett füllen.
Das Thema der nächsten Woche, wenn es um die 10 coolsten Bösewichte geht, liegt mir hoffentlich wieder mehr, zumindest fallen mir zu dem Thema ganz spontan einige Namen ein, ohne das ich darüber nachgrübeln muss.

1. Olivia aus "Jagdzeit" (Claudia Toman), in "Hexendreimaldrei" war sie ja noch ganz lustig, aber in der Fortsetzung, uäääh!!!
2+3. Dolores Umbridge und Rita Kimmkorn aus "Harry Potter" (J.K. Rowling)
4. Seit der Verfilmung: Frodo Beutlin aus "Herr der Ringe" (J.R.R. Tolkien), weil ich ständig Elijah Woods übertrieben gequälten Gesichtsausdruck vor Augen habe.
5. Mildred Ratched aus "Einer flog über das Kuckucksnest" (Ken Kesey), genau genommen nervt sie mich nicht, sondern ich hasse sie aus tiefstem Herzen!
6+7+8. Edward, Bella und ganz besonders ihre Tochter!!! aus "Bis(s) zum Ende der Nacht" (Stephenie Meyer)

Das Thema für Donnerstag, den 21.07.2011 heißt:
Die 10 coolsten Bösewichte aus Büchern