Mittwoch, 9. November 2011

[REZENSION] Afiyet olsun!: Die wunderbaren Rezepte meiner türkischen Familie

Redakteur: Anette Leister

Titel: Afiyet olsun!: Die wunderbaren Rezepte meiner türkischen Familie
Autor: Semiha Stubert
Illustrationen: Claudia Lieb
Übersetzer: -/-
Verlag: Gerstenberg
Reihe: -/-
Ausführung: Softcover, 176 Seiten



Autor:
Semiha Stubert, geb. 1969 in Eregli-Konya, Türkei, studierte in München und ist Juristin und Mediatorin. Sie verbrachte ihre Kindheit bei den Großeltern in Anatolien und lernte dort das Kochen. Mit über 30 Jahren Kocherfahrung zeigt sie hier die Feinheiten der türkischen Küche. Zur Zeit lebt sie in Oslo.


AFIYET OLSUN! DIE WUNDERBAREN REZEPTE MEINER TÜRKISCHEN FAMILIE

Normalerweise bevorzuge ich Kochbüchern mit Fotos der fertig zubereiteten Gerichte, aber im Gerstenberg Verlag sind schon einige Länderkochbücher in einer wunderbar illustrierten Aufmachung mit landestypischen Gerichten von Einheimischen erschienen, dass ich "Afiyet olsun!" unbedingt einer näheren Betrachtung unterziehen wollte, vor allem in Anbetracht dessen, dass ich schon lange nach einem guten und authentischen türkischen Kochbuch Ausschau gehalten habe.

In "Afiyet olsun!" präsentiert Semiha Stubert beinahe 80 Rezepte, die sie während ihrer Kindheit begleitet haben. Sie ist bei den Eltern ihres Vaters am Fuße des Taurusgebirges aufgewachsen und hat das Kochen von ihrer Nene (Großmutter) höchstpersönlich gelernt.
In dem von Claudia Lieb illustrierten Kochbuch stellt Semiha Stubert jedoch nicht nur die Rezepte ihrer Kindheit vor, sondern überliefert gleichzeitig viele Geschichten zu den Gerichten und die Entstehung ihrer Namen, die ihr ihre Großeltern beim Kochen erzählten.

Die Gerichte sind inhaltlich nach Anlässen sortiert, zu denen sie hauptsächlich gekocht wurden:
* Die Kochstellen von Nene und ihre Suppengeschichten
* Der Frühling
* Die Gärten von Nene
* Markttag mit Großmutter
* Besuch aus Deutschland
* Picknick
* Besuch in Konya
* Opferfest und Besuch im Bergdorf
* Nudeln bei Nene
* Hochzeit im Dorf
* Sommer
* Herbst
* Brot und Börek
* Winter
* Der Fastenmonat Ramadan und das Zuckerfest

Da der Inhalt nach Anlässen nur bedingt zur Rezeptsuche geeignet ist, schließt sich den Rezeptteilen neben dem Glossar mit türkischen Begriffen (Verwandschaftsbeziehungen, Begriffe und Zutaten, Feste und besondere Tage) noch ein Rezeptregister nach Gruppen an:
* Salate
* Vorspeisen - Meze
* Eier
* Suppen
* Gemüse
* Fleisch und Fisch
* Bratlinge
* Bulgur und Reis
* Brot und Pasteten
* Nudeln
* Süßspeisen
* Getränke

Zunächst muss ich erwähnen, dass ich von den mir vor diesem Kochbuch bekannten türkischen Gerichten in dieser Rezeptesammlung kein einziges vermisst habe, sei es Börek inklusive aller mir bekannten Füllungen (Kartoffel, Käse, Spinat und Fleisch), Türkische Pizza oder Ayran. Daneben habe ich aber vieles für mich neues entdecken können, besonders an Bratlingen und Suppen, aber auch was die Zubereitungsart angeht, ich kannte vorher weder türkische Gerichte aus dem Wok noch aus dem Römertopf.

Jede Rezeptrubrik beginnt mit einer doppelseitigen Geschichte aus Semiha Stuberts Kindheit. Die einzelnen Rezepte sind übertitelt mit ihrem deutschen und ihrem türkischen Namen. Über der Zutatenliste ist angegeben, für wieviele Personen das Rezept angedacht ist. Die Zubereitung ist sinnvoll gegliedert und in einfach nachvollziehenden Schritten erklärt. Zusätzlich gibt die Autorin am Ende eines Rezeptes häufig Tipps bezüglich Varitationsmöglichkeiten (z.B. dass viele Fleischgerichte auch als vegetarische Variante zubereitet werden können, dass Gerichte warm und kalt gereicht werden können oder welche Komponenten durch alternative Zutaten ersetzt werden können).


Die türkische Küche hat mich in ihrer Einfachheit positiv überrascht. Hier werden häufig nur wenige Grundzutaten pro Gericht benötigt, aber dank frischer Kräuter und der verwendeten Gewürze wird selbst ein Spiegelei zu einer geschmacklichen Offenbarung!
Ein wunderbares Kochbuch, welches mit seiner stimmigen Aufmachung, dem hervorragenden Konzept Rezepte um persönliche Anekdoten zu ergänzen und der Vielfalt der darin enthaltenen Rezepte und Tipps rundum überzeugt.
Da der Anteil an Fleischgerichten in Summe gering ist und diese sogar recht häufig von der Autorin in den Tipps zusätzlich als vegetarische Variante angegeben werden, empfehle ich dieses Kochbuch auch gerne an Vegetarier weiter.

Weitere Rezepte der Autorin kann man auf ihrem Blog semilicious entdecken.

Kommentare:

  1. *seufz* Du kannst mir doch in einer Zeit ohne Küche nicht immer solche Lust auf neue Kochbücher machen! Und dann noch mit dem Extrahinweis auf die vegetarischen Variationsmöglichkeiten! ;)

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  2. Aber ich habe extra ein Pfannengericht für dich ausprobiert ;D Du musst das so sehen: wenn deine Zeit ohne Küche vorbei ist, musst du nicht lange nach guten Kochbüchern suchen, sondern guckst einfach meine Empfehlungen durch ;)

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  3. Es sieht auch verflixt lecker aus - sogar mit dem Ei obendrauf. :D

    Und das habe ich mir eben auch gesagt - nur blöd, dass ich immer alles jetzt und sofort haben und ausprobieren will. Ich bin da vermutlich genauso reif wie deine Tochter ... oder nicht ganz so reif. *hüstel*

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  4. Nicht nur meine Tochter, ich auch *schielt vorsichtig ins Regal mit den zum größten Teil noch jungfräulichen Kreativbüchern* Muss in der Familie liegen *ggg*
    Sodele, ich breche gleich auf. Drück die Daumen, dass ich den Autor nachher nicht mit meinem Schnupfen anstecke :D

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  5. Die Daumen sind gedrückt, soweit es geht, wenn ich mit ChibiRobo das Haus der Sandersons aufräume! *Feierabendentspannung am GameCube* :D

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