Montag, 29. August 2011

[REZENSION] Priestley, Chris / Roberts, David (Illustrationen) - Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff

Chris Priestley / David Roberts (Illustrationen)
Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff
Verlag: Bloomsbury
240 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3827054222
ISBN-13: 978-3827054227
empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre

Chris Priestley veröffentlichte vor den "Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff" bereits einen Band Kurzgeschichten unter dem Titel "Onkel Montagues Schauergeschichten". Die beiden Bücher können jedoch unabhängig voneinander gelesen werden, da nur die Rahmenhandlung eine Verbindung zwischen beiden herstellt.
Die Rahmenhandlung erzählt von den beiden Geschwistern Ethan und Cathy, die in einem alten Gasthof an den Meeresklippen wohnen. Die beiden sind während eines schlimmen Sturms alleine zu Hause, ihre Mutter lebt nicht mehr und ihr Vater hat sich auf den Weg ins Dorf gemacht, um den Doktor zu holen, denn Ethan und Cathy sind während des mehrere Tage andauernden Sturms schwer krank geworden. Nach einer Weile geht es den beiden besser, doch der Vater ist immer noch nicht zurück. Während die beiden sich am Kaminfeuer Gruselgeschichten vorlesen, um sich die Zeit bis zur Rückkehr ihres Vaters zu vertreiben, ertönt ein lautes Klopfen an der Haustür. Doch es ist nicht ihr Vater, sondern der Seemann Thackeray, der die Kinder davon überzeugen kann ihm bei diesem Unwetter ein Obdach zu geben und sie dafür mit schauerlichen Geschichten vom Schwarzen Schiff entlohnt...

Der Kurzgeschichtenband mit Schauermärchen, die mit ihrer Handlung allesamt auf und um das Meer plaziert sind, lohnt allein wegen den schaurig-gruseligen Illustrationen von David Roberts die Anschaffung. Besonders haben es mir die individuell zu den einzelnen Geschichten gestalteten Kapitelanfänge angetan, bei denen nicht nur die Illustration auf den jeweiligen Inhalt abgestimmt ist, sondern auch die Kapitelüberschrift jedesmal geschickt in das Bild eingebunden wurde.
Das Buch umfasst neben der Rahmenhandlung, die sich wie ein roter Faden zwischen den einzelnen Geschichten hindurchschlängelt, neun Kurzgeschichten, die mit einem unterschwelligen Grauen daherkommen und oft erst in den letzten Sätzen ihren wirklichen Schrecken offenbaren. Gerade die Unvorhersehbarkeit der einzelnen Erzählungen macht das Buch auch für erwachsene Leser interessant und was die Eignung für Jugendliche angeht, sollte man das empfohlene Lesealter von 12 Jahren keinesfalls unterschreiten, da die Geschichten teilweise wirklich sehr gruselig und makaber daher kommen. Nach den überraschenden Wendungen in den einzelnen Erzählungen, wartet am Ende auch die Rahmenhandlung mit einem unerwarteten erzählerischen Kniff auf, der selbst den hartgesottensten unter den Lesern die Haare zu Berge stehen lassen wird, die sich bis dahin wacker und furchtlos durch alle Geschichten geschlagen haben.
Die Geschichten haben mir zwar alle sehr gut gefallen, aber insgesamt hätten sie variationsreicher sein können, wenn sie durch den vorgegebenen Schauplatz Meer nicht in ihrem Aktionsradius beschnitten worden wären. Auf jeden Fall werde ich die Lektüre des Vorgängerbandes nachholen und wünsche mir noch weitere Erzählbände des Duos Priestley und Roberts, denn so schaurig schön habe ich mich seit Edgar Allen Poe nicht mehr gegruselt, besonders weil Chris Priestley seine Sprache so wunderbar altmodisch dem schaurigen Charakter seiner Geschichten angepasst und Beatrice Howeg das Ganze so gelungen ins Deutsche übersetzt hat.

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