Samstag, 31. Juli 2010

[REZENSION] Kuhn, Krystyna - Das Tal Season 1.1 Das Spiel


Krystyna Kuhn
Das Tal Season 1.1 Das Spiel

Verlag: Arena
264 Seiten, Klappenbroschur
ISBN-10: 340106472X
ISBN-13: 978-3401064727
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre
Es ist dunkel.
Es liegt mitten im Nirgendwo.
Und es birgt ein schreckliches Geheimnis...
"Das Tal Season 1.1 Das Spiel" bildet den Auftakt einer Thriller-Reihe für ein jugendliches Lesepublikum. Season 1 wird allein bereits 4 Teile umfassen (Das Spiel, Die Katastrophe, Der Sturm, Die Prophezeiung), die im Abstand von 3 Monaten im Arena Verlag veröffentlicht werden. Interessierte Leser können sich also von Beginn an auf ein umfangreicheres Leseprojekt einstellen...

"Das Tal" ist und bleibt ein Jugendbuch. So wirkten einige Handlungsstränge konstruiert, was dem Lesevergnügen aber keinen und der Spannung nur einen geringen Abruch tat, und die Sprache ist eindeutig auf ein jugendliches Zielpublikum zugeschnitten. Die Figuren in dieser Geschichte sind so zahlreich wie verschieden. Einige der handelnden Personen wirkten recht blass auf den knapp 300 Seiten, was anhand der Anzahl von Handlungsstränge inklusive Rückblenden in die Vergangenheit der Hauptfigur Julia und ihres Bruders Robert, aber nicht weiter verwunderlich war. Gerade bei umfangreichen Reihen verschmerze ich die langsame Entwicklung der Figuren und einige blasse Nebencharaktere, da ich davon ausgehe, dass die fehlenden Komponenten noch für ausreichenden Stoff in den Fortsetzungen sorgen werden.
Zu Beginn fand ich die ganze Geschichte etwas wirr und abtrus und machte mir schon Sorgen, ob sich das Ganze in Richtung Aliens und außerterristisches Leben entwickeln soll, aber diese Sorge wurde mir glücklicherweise bald genommen und die Handlung entwickelte sich immer mehr zu einem spannungsgeladenen Thriller.
Die Charaktere kommen zum größten Teil sehr geheimnisumwoben, wenn nicht sogar unsympathisch daher, aber dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen, da ich so keinerlei Sympathien entwickelt habe und eigentlich jedem inklusive den Hauptcharakteren misstrauisch gegenüberstand und so bis zur letzten Seite keinen blassen Schimmer hatte, wohin sich der Plot entwickelt und wer die Good oder Bad Guys sind.
Düster und mysteriös mit einem starken Cliffhanger am Ende, der das Warten auf Band 2 schier unerträglich macht. Krystyna Kuhn hat viele Fäden gesponnen und zu einem nervenzerreissenden Plot verstrickt, der in einer überaus düsteren Atmosphäre spielt. Die Fragen und Rätsel, mit denen sie den Leser am Ende von "Das Spiel" zurücklässt, sorgen mit ziemlicher Sicherheit dafür, dass dieser Fortsetzungsgeschichte in Romanform nicht vorzeitig die Luft ausgehen wird!

[REZENSION] Honisch, Ju - Salzträume 2

Ju Honisch
Salzträume 2
Verlag: Feder & Schwert
608 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3867620636
ISBN-13: 978-3867620635

Salzträume 2 schließt nahtlos an das Geschehen an, wo wir unsere Helden im ersten Band der Dilogie verlassen mussten. Um schneller ins Geschehen zurück zu finden ist der Geschichte eine zweiseitige Zusammenfassung "Was bisher geschah..." vorangestellt. Dies finde ich sehr vorbildlich vom Verlag und würde ich mir generell für Reihen wünschen, da man zwischen den einzelnen Bänden oftmals andere Sachen liest und wichtige Details einer Geschichte daher vergessen sind bis man zur Fortsetzung greifen kann, bedingt durch die langen Zeitspannen zwischen den Erscheinungsterminen.

Wiederum begleitet der Leser mehrere parallellaufende Handlungsstränge. Gekonnt spielt die Autorin hier mit dem Schicksal einer oder mehrerer Figuren, die im Toten Gebirge eingeschlossen sind. Einige Male scheint ein Zusammentreffen greifbar nahe, und wird dann doch im letzten Moment vom Schicksal unterbunden. Ich habe mit den guten und den bösen Figuren, mit den Menschen und den Fey mitgefiebert. Kaum ein Autor hat mich bisher in Hinsicht auf Charaktertiefe und Figurenvielfalt so begeistert wie Ju Honisch. Wo andere Autoren bereits daran scheitern, zwei oder drei Charakteren die nötige Dimension zu verleihen, um den Leser fesseln zu können und Identifikationsmöglichkeiten zu bieten, erschafft Ju Honisch locker mehrere Handlungsfäden mit zwei Buchseiten voller Charaktere, mit denen man sich allesamt identifizieren kann, und die einem beim Lesen ans Herz wachsen – sogar die Bösewichte hätte ich in dieser Geschichte nicht missen mögen!

Einige handlungstechnische Griffe haben mich dazu verleitet öfter in der Handlung nach vorne zu blättern – nur um meine Nerven zu schonen! Sonst bin ich nicht so neugierig... Aber die Kniffe und Wendungen, die Ju Honisch in ihre Geschichte hat einfließen lasen, haben mich jedes Mal aufs Neue überrascht!

Zum Glück muss man die lieb gewonnenen Helden und Antihelden nach Abschluss der beiden Salzträume Bände nicht gänzlich verlassen, das Abenteuer geht in die nächste Generation, wenn es im September heißt "Jenseits des Karussells".

Freitag, 30. Juli 2010

[REZENSION] Wiehle, Katrin - Professor Pfeffers tierisches Abenteuer

Katrin Wiehle
Professor Pfeffers tierisches Abenteuer
Verlag: Beltz
32 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3407794231
ISBN-13: 978-3407794239
empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahre

Klappentext:
Ein opulentes Such- und Findeabenteuer für Tierforscher ab 3 Jahren. Mit über 90 Tierarten rund um den Globus - von A wie Aal bis Z wie Ziege.

Eigene Meinung:
Bereits die Vorsatzseiten dieses großformatigen Bilderbuches weisen ein riesiges Sammelsurium verschiedener Tierarten auf.
Auf der ersten Doppelseite wird Professor Pfeffer mit einem kurzen Text und sechs Selbstportraits, die ihn im Wald, unter Wasser, im Dschungel, in der Savanne, in Schnee und Eis und auf der Weide zeigen, vorgestellt. Gleichzeitig erhält das Kind, welches dieses Bilderbuch anguckt, eine Aufgabe mit auf den Weg:
Manchmal entdeckt Professor Pfeffer Tiere an Plätzen, wo sie nicht hingehören.
Ist der Professor verwirrt oder hat sich an jeden Ort ein falsches Tier verirrt?
Findest du es? Und wo lebt es normalerweise?
Es ist gar nicht so einfach in den Tiergetümmeln dasjenige zu finden, welches nicht hingehört. So musste auch ich mehr als nur einen Blick pro Bild riskieren, um das falsche Tier ausfindig zu machen. Aber gerade die Sucherei öffnet einem die Augen für die zahlreichen Details, die in den Bildern versteckt sind.
Damit ein Kind aber nicht den Spaß an den Suchbildern verliert, falls es das verirrte Tier nicht oder nur schwer finden kann, gibt es nach den sechs Expeditionsschauplätzen auf denen Professor Pfeffer auf Forschertour ist, eine Seite mit seinen Dokumentarfotos, auf denen jeweils das verirrte Tier zusammen mit seinem Lebensraum aufgeführt ist.
Den krönenden Abschluss dieses tierischen Abenteuers bildet Professor Pfeffers Tiersammlung von A wie Aal bis Z wie Ziege, in der alle von Katrin Wiehles genial in Szene gesetzten Tiere in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind und in Ruhe betrachtet werden können, so dass jedes Tier ob groß oder klein Beachtung findet und nicht im Getümmel der Such- und Findebilder untergeht. Darunter befinden sich nicht nur Zoo-Klassiker wie Elefanten oder Giraffen, die sicherlich jedem Kind bekannt sind, sondern auch solche Exoten wie Seegurken und Tapire. Eine Fundgrube für große und kleine Entdecker die weitere Möglichkeiten für eigene Such- und Findeaufgaben bietet: anhand der umfangreichen Tiersammlung kann man sich ein Tier aussuchen, dem man den Lebensraum zuordnen und das man anschließend auf dem zugehörigen Wimmelbild finden muss.
Katrin Wiehles Illustrationen haben einen ganz besonderen Charme und haben mich auf den ersten Blick mit ihren kantigen und vereinfachten Silhouetten an Kartoffeldrucke erinnert. Die Bilder sind bunt, aber ohne grell oder überladen zu wirken und dadurch von den Tieren abzulenken. Die Suchbilder enthalten keinen Text und gehen jeweils über eine Doppelseite.
Ein wahres Schmuckstück und eine neue Alternative zu den Klassikern unter den Suchbüchern, das Kindern und ihren Eltern viele Exoten, aber auch Wald- und Wiesentiere in ihrem natürlichen Lebensraum zeigt.

[REZENSION] Kruse, Max / Muszynski, Eva - Wir entdecken Italien

Max Kruse / Eva Muszynski
Wir entdecken Italien
Mit Italien-CD, mit einem Sprachführer und italienischen Kinderliedern
Verlag: Annette Betz
32 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3219114482
ISBN-13: 978-3219114485
empfohlenes Lesealter: 5-6 Jahre

Mit "Wir entdecken Italien" legt der Annette Betz Verlag einen sehr ansprechenden und hilfreichen Kinder-Reise- und Sprachführer vor, der es Kindern ermöglicht zusammen mit ihren Eltern auf spielerische Art und Weise ein fremdes Land und seine Sprache zu entdecken. Ich hoffe, Italien wird nicht das einzige Land bleiben, welches uns der Annette Betz Verlag auf diese zauberhafte und ansprechende Weise erkunden lässt!

Zum Buch:
Die einzelnen Seiten sind sehr hübsch und kindgerecht illustriert. Neben den einzelnen Passagen der Geschichte von Sven und seinen Eltern ist dokumentiert unter welchem Track die Episoden auf der beiliegenden CD zu finden sind.
Als Einstieg in den Reiseführer ist eine Landkarte Italiens mit den wichtigsten Städte und den dazugehörigen Inseln dargestellt.
Aber nicht nur die italienischen Städte und Inseln finden in diesem Buch Erwähnung, auch dem italienischen Essen, den schönen Künsten und der Geschichte Italiens sind mehrere Abschnitte gewidmet.
Den Abschluss bildet ein Sprachtrainer, der zugleich eine Zusammenfassung der auf der CD gehörten Vokabeln ist. Die Begriffe sind in fünf Rubriken unterteilt, es gibt Lektionen in: Erste Wörter, Essen und Trinken, Zählen, Verkehrsmittel und Richtungsangaben, Gastfreundlichkeit - so gerüstet kann der Italien-Urlaub kommen! Ergänzt wird der Vokabeltrainer durch eine Anmerkung zur Aussprache und einer Übersicht des CD-Inhalts.

Zur CD:
Die Sprecherin hat eine klare Aussprache und ist sehr gut verständlich. Nach jeder Lektion gibt sie den Kindern die Möglichkeit die erlernten Wörter nachzusprechen.
Aufgelockert wird der Audio-Sprachführer durch sehr schöne auf der Gitarre interpretierte italienische Kinderlieder und Auszüge der im Buch erzählten Geschichte von Sven, der gemeinsam mit seinen Eltern nach Italien fährt, um dort seinen Freund Gianni zu besuchen.

Fazit:
Rundum empfehlenswert! Selbst ich als Erwachsener hatte an diesem Reise- und Sprachführer meinen Spaß und habe neben den Vokabeln noch Neues über Land und Leute gelernt.
Die CD kann man auch sehr gut ohne begleitende Lektüre des Buches auf der Fahrt ins Urlaubsziel hören. Daumen hoch!

Donnerstag, 29. Juli 2010

[REZENSION] Hawkins, Rachel - Hex Hall 1: Wilder Zauber

Rachel Hawkins
Hex Hall 1: Wilder Zauber
Verlag: Lyx
295 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 380258239X
ISBN-13: 978-3802582394

Klappentext:
Nach einem missglückten Liebeszauber wird Sophie Mercer an ein Internat für magische Wesen geschickt. Als sie dort den gut aussehenden Archer trifft, verliebt sie sich auf den ersten Blick in ihn. Doch in Hex Hall gehen seltsame Dinge vor. Sophies Zimmergesnossin wird verdächtigt, andere Schüler angegriffen zu haben. Eine finstere Macht treibt ihr Unwesen an der Schule, und Sophie könnte das nächste Opfer sein...

Eigene Meinung:
Mit "Hex Hall: Wilder Zauber" ist Rachel Hawkins der rasante Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe gelungen.
Nach einem missglückten Liebeszauber wird Sophie Mercer an ein Internat für magische Wesen, sogenannte Prodigien, geschickt: Hecate Hall oder Hex Hall, wie es von den Schülern genannt wird.
"Hex Hall" spielt in der realen Welt, ähnlich wie Harry Potter, und gerade solche Fantasy-Reihen liebe ich besonders, weil ich in diese halbfantastischen Welten mit realem Bezug am Besten eintauchen kann, was einem in diesem Fall durch die Ich-Perspektive von Sophie noch erleichtert wird. Durch die gewählte Erzählperspektive und die Vielfalt an magischen Wesen, die in diesem Debütroman auftreten, mag die eine oder andere Person kürzer kommen als es wünschenswert wäre, aber da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, hat es mich nicht weiter gestört, da die Nebencharaktere in den Folgebänden sicherlich noch weiter ausgebaut werden.
Rachel Hawkins hat einen ironischen und witzigen Schreibstil und geizt nicht mit Seitenhieben auf andere Reihen des Fantasygenres, so findet u.a. Harry Potter Erwähnung, an den man beim Lesen sowieso schnell denkt, da es in diesem Plot ja ebenfalls um ein Zaubererinternat beziehungsweise Zaubererschule geht.
Besonders gut gefallen hat mir die Idee der Autorin, dass magische Wesen von Engeln abstammen. Diejenigen Engel, die sich nach dem großen Krieg nicht entscheiden konnten, ob sie sich Gott oder Lucifer anschließen sollten, wurden aus dem Himmel verbannt. Aus dieser Gruppe haben sich drei unterschiedliche Arten von magischen Wesen entwickelt: Elfen, Gestaltwandler und Hexen. Das es aber nicht nur diese drei von Engel abstammenden magischen Wesen gibt, zeigt sich sehr bald im weiteren Verlauf der Geschichte. Bei Sophies Zimmergenossin handelt es sich um einen lesbischen Vampir und Sophies Hexenabstammung birgt noch das eine oder andere dunkle Geheimnis, dass nach und nach aufgedeckt wird...
Die Leichtigkeit der Geschichte zwischen Liebelei für den Schulschwarm, den Intrigen anderer Schülerinnen, und Sophies anfänglicher Unzulänglichkeit echten Zauber zu erwirken, wird immer mehr überlagert von einem düsteren Schatten. Hecate Hall dient nicht nur als Besserungsanstalt für auffällig gewordene magische Wesen, sondern auch zum Schutz vor dem L´Occhio di Dio - dem Auge Gottes - das es sich zum Ziel gesetzt hat alle Prodigien vom Antlitz der Erde zu tilgen...
Die Geschichte endet mit einem Cliffhanger, der das Warten auf die Fortsetzung beinahe unerträglich macht.

Fazit:
Ein Buch zum Lachen, zum Mitfiebern, zum Gruseln: ein zauberhafter Mix aus Mädchenroman, abenteuerlicher Jugendfantasy und Hexenverfolgung... Wann ist endlich März 2011, damit ich Sophies zweites Abenteuer "Dunkle Magie" verschlingen kann???
Ein echter Pageturner, den man einmal angefangen nur ungern aus der Hand legen möchte.

Mittwoch, 28. Juli 2010

[KINDERMUND] Kind und Creme...

NIE unbeaufsichtigt in einem Zimmer lassen!!!
Ich hab dann mal schnell das Bett frisch bezogen...


Aber tolle Socken, mit Plan der Londoner U-Bahn ;)

Dienstag, 27. Juli 2010

[REZENSION] Shulman, Polly - 6 Küsse und ein Ballkleid

Polly Shulman
6 Küsse und ein Ballkleid
Verlag: cbj
256 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3570400212
ISBN-13: 978-3570400210
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Klappentext:
Darf ich bitten, Mr Darcy?
Julie hat es nicht leicht mit ihrer Freundin: Ständig hat Ash irgendeine neue Leidenschaft. Nur "Stolz und Vorurteil" lieben beide. Aber wo findet man einen Mr Darcy? - Beim Tanzen, wie alle Austen-Fans wissen. Also besorgt Ash alte Abendkleider und zerrt Julie auf den Ball einer Privatschule. Mit Erfolg: Der attraktive Grandison ist IHR Mr Darcy. Da sind sich beide leider allzu einig! Muss sich Julie jetzt zwischen Freundschaft und Liebe entscheiden? Oder wird Ashs Hang zur Peinlichkeit Mr Darcy gleich wieder in die Flucht schlagen?
Romantisch, elegant und spritzig - ein Roman wie ein rauschender Sommerball.

Eigene Meinung:
Ein Mittwinternachtsverwirrspiel für Fans von Jane Austen und William Shakespeare, die auch vor Neuinterpretationen und sehr freien Adaptionen im Stil von "10 Dinge, die ich an dir hasse" und "Clueless" nicht zurückschrecken!
Julie hat es nicht einfach mit ihrer besten Freundin: Ashleigh ist eine Enthusiastin. Dank deren Verrücktheiten hatte Julie während der gesamten Grundschulzeit ein schamrotes Gesicht. Ashleigh besteht immer darauf ihre Interessen mit Julie zu teilen, egal ob es sich um militärische Strategie, Ballett, Pralinenherstellung oder Reptilien handelt. Ihren neuesten Fimmel verdankt sie sogar Julie selbst, die sie mit ihrer Begeisterung zu Jane Austens Roman "Stolz und Vorurteil" angesteckt hat. Ash redet plötzlich in der Sprache Austens, trägt lange Röcke, da es sich für eine Dame nicht geziemt ihre unteren Gliedmaße fremden Blicken preiszugeben und setzt alle Hebel in Bewegung, um den Ball der West-Point-Academy zu chrashen, in der Hoffnung, dass sie und Julie dort ihren Mr Darcy finden...
Durch die Ich-Perspektive von Julie wird der Leser direkt in das Geschehen involviert und bekommt hautnah die Verrücktheiten von Ash und deren Auswirkungen auf Julies Leben zu spüren.
Auf dem Ball der West-Point-Kadetten erwärmen sich beide Mädchen für den gleichen "Mr. Darcy": Charles Grandison Parr, aber da Julie ihre Freundschaft wichtiger ist als ihre Liebe zu Parr verschweigt sie Ashleigh gegenüber ihre wahren Gefühle, und die richtet ein heilloses Durcheinander an, in dem sie Julie eine Verliebtheit zu Parrs bestem Kumpel Ned andichtet. Ein weiterer Liebeskandidat, der zwar bei ihrem Vater und dessen zweiter Frau hoch im Kurs steht, ihr selbst aber tierisch auf die Nerven geht und der Bruder einer guten Freundin, der dafür sorgt, dass Julie mit ihren süßen Sechszahn nicht mehr ungeküsst ist, sorgen für etliche Liebesirrungen und -wirrungen, so dass am Ende der Geschichte Miss Bennett ihren Mr Darcy fast nicht gefunden hätte. Aber wer weiß... vielleicht hält diese Geschichte ja nicht nur für EINE Miss Bennett ihren Traumprinzen bereit ;)
Polly Shulman drückt ihre Verehrung zu Austen und Shakespeare nicht nur in Julies und Ashleighs Begeisterung zu "Stolz und Vorurteil" und einer Schultheateraufführung im Stil von Shakespeares Verwirrspielen mit dem Titel "Mittwinter Erwachen" aus, ihre Figuren - allen voran natürlich die verrückte Ashleigh - benutzen zeitweise die Sprache Austens und Julie erhält im Laufe der Geschichte Post von einem geheimnisvollen Verehrer, der ihr ein Sonett gewidmet hat und auch sonst finden Austen und Shakespeare mit ihren Werken immer wieder Erwähnung in diesem Roman.
Neben den beiden Freundinnen Julie und Ashleigh ist es der Autorin gelungen eine Reihe interessanter und skurriler Nebencharaktere zu erschaffen, bei denen mir die "Unwiderstehliche Buchhalterin" alias Julies Stiefmutter Amy und der zwar liebestolle, aber ungeliebte Seth Young die meisten Schmunzler beim Lesen entlockt haben.
Zwar ist mir an mindestens einer Stelle ein verwirrendes Namensdurcheinander bei der Übersetzung aufgefallen, trotzdem möchte ich die Übersetzung von Catrin Frischer positiv erwähnen, da sie Sonette, Musicaltexte und vor allem das Akrostichon ins deutsche übertragen hat, ohne Einbußen von Shulmans Stil und deren Sprachwitz.
Polly Shulman hat Jane Austen und William Shakespeare auf zauberhafte Weise entstaubt und damit vielleicht in der einen oder anderen jungen Leserin Interesse an deren Werken geweckt.
Polly Shulmans "Die geheime Sammlung" hat mir bereits märchenhafte Lesestunden beschert, aber "6 Küsse und ein Ballkleid" stellt ihren zweiten Roman sogar in den Schatten!

Aufmachung des Buches:
Leider kommt dieses unheimlich spritzige und witzige Buch nur in einer Taschenbuchausgabe daher, die zwar vom Hauptmotiv dem Original ähnelt, aber im Hintergrund nicht das "Pride and prejudice" Originalcover zeigt - möglicherweise hat das etwas mit den Rechten zu tun, anderenfalls finde ich diese Coveränderung nämlich sehr schade und für mich absolut unverständlich, da dadurch der Bezug zu Jane Austens Roman größtenteils verloren geht und das quietschige Rosa der deutschen Ausgabe leider im Jugendbuchcoverallerlei oder sollte ich lieber sagen: Einheitsbrei, mehr oder weniger untergeht. Und das hat dieses entzückende Buch wirklich nicht verdient!
Auch wenn der Originaltitel "Enthusiasm" auf den ersten Blick deutlich mehr Bezug zum Inhalt hat, so gibt der deutsche Titel "6 Küsse und ein Ballkleid" nach Beenden des Romans mindestens genauso viel Sinn.
Die Kapitel sind mit kurzen Zusammenfassungen des Inhalts betitelt und insgesamt in der Regel nie länger als 10 oder 12 Seiten. Kapitelnummerierung und das jeweils erste Wort sind genauso wie der Titel auf der Vorsatzseite in einer geschwungenen Schrift gehalten, die ansprechend altmodisch wirkt.

Fazit:
Eine romantische Komödie einer Jane Austen des 21. Jahrhunderts und ein Gute-Laune-Roman, der mir beim Lesen mehr als ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.

Montag, 26. Juli 2010

[KINDERMUND] Husch husch, Eisenbahn...

Oder: Bücher kann man nicht nur lesen!

Als ich gestern routinemäßig Kinder- und Elternschlafzimmer inspizieren ging, um eventuellen Unfug meiner Tochter rechtzeitig unterbinden zu können, musste ich im Flur einer laaangen Bücherschlange ausweichen.

"Victoria, warum liegen denn die ganzen Bücher im Flur?"
"Husch husch, Eisenbahn."
??? "Wo ist denn die Eisenbahn?"
"Vorne."

Erst da fiel mir auf, dass das erste Buch in der Schlange ein Pappbilderbuch war, bei dem auf dem Einband eine Lokomotive abgebildet war, und die nachfolgende Bücherschlange stellte die Waggons dar - aaah!!! Leider konnte oder wollte ich diesen Bücherzug nicht bildlich festhalten, da es in unserem Flur wie bei Hempels unterm Sofa aussieht oder wem das nichts sagt: wie in Tine Wittlers Horrorhaus ;)

Sollte der Bücherzug irgendwann durchs Wohn- oder Schlafzimmer fahren, liefere ich das Foto nach ;)

Sonntag, 25. Juli 2010

[RUND UMS BUCH] Neu in KW29


Zur Rezension:
Der Zauberfluch des Elfenkönigs, Vanessa Walder
Pastworld, Ian Beck
Vielen Dank an den Verlag Loewe!

Getauscht:
Sprich, Laurie Halse Anderson - Tauschticket

Gewonnen:
Codewort Risiko: Allein unter Wölfen, Astrid Frank
Der Elefant des Magiers, Kate DiCamillo
Kaputte Suppe, Jenny Valentine
Nox - Das Erbe der Nacht, Michael Borlik - Vielen Dank an Lies-und-lausch!
Wer ist Violet Park?, Jenny Valentine

Freitag, 23. Juli 2010

[NEWS] Noch 4 Wochen bis zum Fantasy-Festival in den Weilbacher Kiesgruben...



Wenn ihr auf das Logo klickt, werdet ihr weitergeleitet zur Verlagsseite von Loewe, wo ihr weitere Informationen einholen und Links zum Veranstalter und einen Download für den Infoflyer finden könnt.

Am 20. August 2010 ist es zum 6. Mal soweit:
In den Weilbacher Kiesgruben entführen bekannte und junge Autoren die Besucher und Zuhörer in aktuelle Anderswelten.

Mit dabei sind folgende Autoren:
Bettina Belitz
Nina Blazon
Suresh und Jyoti Guptara
Wolfgang Hohlbein
Jens Schumacher und Jens Lossau
Peter Schwindt
Thomas Thiemeyer
Vanessa Walder

Der Loewe Verlag hat mir dankenswerterweise den ersten Band von Vanessa Walders Elfenkönig-Trilogie als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt: "Der Zauberfluch des Elfenkönigs", da sie die einzige der teilnehmenden Autoren ist, von der ich bisher noch nichts gelesen habe.
Ich möchte bis zur Fantasy-Lesenacht außerdem den ersten Teil von Jens Schumachers Ambigua-Trilogie lesen, da er diese Reihe am frühen Abend vorstellen will, bevor es zu fortgeschrittener Stunde interessant für die älteren Fantasyfans wird, wenn er zusammen mit seinem Schriftstellerkollegen und Freund Jens Lossau aus "Der Elbenschlächter" liest.
Ebenso möchte ich noch eine Reihe von Peter Schwindt beginnen, wobei ich mich beim Anblick meines Giganto-SUBs nicht entscheiden kann zwischen "Gwydion", "Justin Time", "Libri Mortis" und "Morland"... Kann mir vielleicht jemand eine der Reihen besonders ans Herz legen, um mir die Entscheidung zu erleichtern? Wer sich jetzt fragt, was ich überhaupt schon von Peter Schwindt gelesen habe: "Drei Bären in der Nacht" :D
Ich hoffe, neben allen ausstehenden Rezensionsexemplaren schaffe ich es mein Lesevorhaben für die Fantasy-Lesenacht rechtzeitig zu bewältigen ;)

Dienstag, 20. Juli 2010

[NEWS] "Warrior Cats" auf die Ohren

Wer in die Reihe der "Warrior Cats" einsteigen will, aber bislang von der Anzahl der Romane bzw. dem Preis abgeschreckt war, für den gibt es jetzt eine Möglichkeit günstig mit einem Komplettpaket der ersten Staffel in Hörbuchform einzusteigen:

Am 30. Juli erscheint eine edle Hörbuch-Gesamtausgabe der ersten Staffel der WARRIOR CATS! 34 Stunden Hörgenuss vom Feinsten auf 28 CDs zum Preis von 49.95€ - da gerate selbst ich ins Grübeln, ob ich mir zusätzlich zu den Büchern noch die Hörbücher zulegen soll...

Enthält alle Folgen der ersten Staffel:
Folge 1: In die Wildnis
Folge 2: Feuer und Eis
Folge 3. Geheimnis des Waldes
Folge 4: Vor dem Sturm
Folge 5: Gefährliche Spuren
Folge 6: Stunde der Finsternis

[NEWS] "Splitterherz": Titel des Nachfolgers steht fest!

"Splitterherz" ist der Anfang einer Trilogie. Der zweite Band erscheint im Januar 2011. Vor wenigen Minuten hat die Autorin Bettina Belitz endlich verkündet, wie der heiß ersehnte Nachfolger von "Splitterherz" heißen wird:
Weiteres erfahrt ihr in einem Artikel auf dem Splitterherz-Blog.
Der Titel gefällt mir richtig gut und passt außerdem perfekt zum ersten Band.

Sonntag, 18. Juli 2010

[REZENSION] Harrison, Michelle - Elfenseele 2: Zwischen den Nebeln

Michelle Harrison
Elfenseele 2: Zwischen den Nebeln
Verlag: Loewe
541 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3785567308
ISBN-13: 978-3785567302
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Inhalt:
Der Nachfolgeband von "Hinter dem Augenblick" beginnt mit einem Prolog, der das Ende des Vorgängers aus dem Blickwinkel von Red wiedergibt:
Red bleibt an Tanyas Stelle im Elfenreich, um dort weiter nach ihrem von Feen entführten Bruder James zu suchen.
Im Laufe der Handlung stößt Fabians Vater Warwick im Elfenreich zu Red. Zusammen begeben sie sich an den Königshof der Elfen, wo an Samhain gerade der Wechsel zwischen den beiden rivalisierenden Königshöfen Seelie und Unseelie vollzogen wird. Um Informationen über den Verbleib ihres Bruders zu erhalten, lässt sich Red auf einen gefährlichen Handel mit den Königshöfen ein. Der Handel führt sie zurück in die Menschenwelt auf eine bedrohliche Suche, während Warwick als Pfand in der Elfenwelt zurückbleiben muss.

Eigene Meinung:
Statt Tanya spielt nun Red die Hauptrolle im zweiten Teil der Elfenseele-Trilogie. Die Autorin schafft es dabei sehr geschickt das aktuelle Abenteuer von Red mit Rückblenden in ihre Vergangenheit zu verbinden. In diesen Einblicken von Reds Vergangenheit erfährt der Leser Näheres über den Tod ihrer Eltern und die Entführung ihres Bruders James durch die Feen.
Obwohl Red diesesmal die Hauptakteurin ist, werden die liebgewonnenen Charaktere aus dem ersten Band nicht vernachlässigt. Spätestens ab dem Zeitpunkt, wenn Red in der Menschenwelt versucht die Furcht erregende Aufgabe des Königs der Elfen zu lösen, werden auch Tanya und Fabian wieder voll in die Handlung einbezogen, da sie Red bei der Erfüllung ihres Auftrags helfen. Außer den bereits bekannten Charakteren aus "Hinter dem Augenblick" Florence, Warwick und einigen Elfenwesen, lernen wir neue interessante Nebenfiguren kennen: allen voran die etwas wirr wirkende neue Haushälterin auf Elvesden Manor, Nell, die noch eine wichtige Rolle im Geschehen spielt und die bereits in Reds Vergangenheit entscheidend zu der Entwicklung der Dinge beigetragen hat. Diese Enthüllung ist eine große Überraschung für den Leser. Mit einer solchen Beeinflussung des Geschehens durch Nell hätte ich zu Beginn der Geschichte nicht gerechnet. Außerdem erfährt man sehr viel mehr über Fabians Vater Warwick, als dies im ersten Band der Fall war, ebenso Details aus seiner Vergangenheit und warum Elfen in seinem Leben eine große Rolle spielen. Die größte Überraschung hält dennoch der Charakter von Red bereit. Diese Überraschung lässt letztendlich, trotz des in sich abgeschlossen Endes, den größten Raum für Spekultationen bzgl. des Inhalts des letzten Bandes der Trilogie.
Reds Aufgabe in der Menschenwelt wurde mir im Vergleich zum Rest der Geschichte zwar etwas zu schnell abgehandelt, trotzdem hat mich dieser Band noch mehr gefangen genommen als die Geschichte, die in "Hinter dem Augenblick" erzählt wird.
Mir gefällt das traditionelle Bild das Michelle Harrison von den Elfen und Feen zeichnet außerordentlich gut. Obwohl die Geschichte dem jugendlichen Publikum entsprechend einen sehr geradlinigen Handlungsaufbau besitzt, sorgen die schmückenden Details und die fantasievollen Figuren dennoch für große Lesefreude bei älteren Lesern.

Aufmachung des Buches:
Das Konterfei, auf dem passend zum ersten Band gestalteten Umschlagbild, könnte mit seinen roten Haaren die Hauptfigur Rowan "Red" Fox darstellen.
Die Initialen, die durch Zierrat hervorgehobenen Buchstaben am Beginn jedes Kapitels, stammen von der Autorin persönlich.
Auch wenn mir die deutschen Cover sehr gut gefallen, finde ich die englischen mit der ausgeschmückten 13 noch schöner. Auf jeden Fall passen sie besser zum Inhalt der Trilogie, denn sie heißen: "Thirteen Treasures", "Thirteen Curses" und "Thirteen Secrets".
Leider wurden die Titel in der deutschen Übersetzung nicht beibehalten, ich finde sie wesentlich aussagekräftiger in Bezug auf die "13 Schätze" als die deutschen Titel, die meiner Meinung nach, wenn überhaupt, nur einen unwesentlichen Bezug zum Inhalt der Bücher haben.

Fazit:
Das verträumte Elfenmärchen, das mit "Hinter dem Augenblick" seinen Anfang genommen hat, geht noch spannender und atmosphärisch dichter weiter!

[RUND UMS BUCH] Neu in KW28


Zur Rezension:
Die Sau und der Mörder, Michael Bresser
Weiß der Himmel von dir, Alicia Bessette
Vielen Dank an die Verlage Ullstein und Krüger!
Vielen Dank an den Autor Michael Bresser, an Lies-und-lausch und Vorablesen!


Gekauft:
Der Mondscheindrache und Dachbodengeschichten, Cornelia Funke, gelesen von Rainer Strecker - Flohmarkt
Fräulein Pop und Mrs. Up und das Abenteuer Liebe, Antje von Stemm - Oxfam
Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft, Sabine Ludwig - Flohmarkt
Immy and the city - Depresso to go - Die traurigste Geschichte der Welt, Mimi Welldirty - Flohmarkt

Gewonnen:
Freche Mädchen 2, Bianka Minte-König

[MEINE WELT] Mein erster Award

Lisa Rose von Reden ist Silber Lesen ist Gold und Aiyana von Bücherseele haben mir meinen ersten Award verliehen. Lieben Dank nochmal dafür, ich habe mich wirklich sehr gefreut!



Verbunden damit ist eine Frage und ich darf 10 weitere Blogs dafür nominieren.

Was magst du am liebsten an deinem Blog?

Ich mag an meinem Blog, dass man so viele andere Lesesüchtige kennenlernt, Meinungen austauscht, neuen Lesestoff entdeckt... Das Bloggen ist einfach eine unheimlich schöne Ergänzung zu meinem liebsten Hobby lesen!

Meine Nominierungen:

Nachdem dieser Award gestern weite Kreise durch die Bloggerwelt gezogen hat, habe ich bei fast allen, die ich nomieren würde diesen Award bereits entdeckt, aber einen Blog, der mir besonders am Herzen liegt, möchte ich auf jeden Fall nominieren, den meiner lieben Freundin Ina, die ich nicht nur virtuell kenne, sondern auch in echt und die tolle Rezensionen schreibt und mit eigenen Zeichnungen passend zum Buch ergänzt:


Freitag, 16. Juli 2010

[GEWINNSPIEL] Fotowettbewerb "Katzen" - Die Gewinner

Die Gewinner des Fotowettbewerb "Katzen" stehen fest:
Platz 1 belegen Foto Nr. 4 von Susan H. und Foto Nr. 9 von Stephan W. - wobei Stephan eher ein Krimileser ist und sich deshalb von sich aus für einen der Trostpreise entschieden hat, von daher: Herzlichen Glückwunsch Susan und viel Spaß mit dem Buch!
Platz 3 belegt Foto Nr. 11 von Lynneh. Sie erhält ebenfalls einen Trostpreis.
Der Preis, den ich unter allen Votern verlost habe geht an Ina O.

Die Preise schicke ich los, sobald ich alle Adressdaten habe.

Viele Grüße von der Katze mit Buch ;)

Donnerstag, 15. Juli 2010

[NEWS] Steampunk aus dem Jacoby & Stuart Verlag

Ehrlich gesagt hatte ich bis zu diesem Jahr noch nie etwas von dem Genre "Steampunk" gehört, obwohl ich schon Bücher aus dieser literarischen Gattung gelesen habe, uuups...
Eine Leserunde zu Beginn dieses Jahres mit Ju Honisch und dem ersten Band ihrer Salzträume Dilogie hat mich endgültig für dieses Genre begeistert und nun habe ich bei dem kleinen Berliner Verlag Jacoby & Stuart eine Neuerscheinung entdeckt, die vielleicht für den einen oder anderen meiner Blogleser ebenfalls interessant ist ;)

Worldshaker von Richard Harland erscheint am 23. August 2010

Mittwoch, 14. Juli 2010

[REZENSION] Harrison, Michelle - Elfenseele 1: Hinter dem Augenblick

Michelle Harrison
Elfenseele 1: Hinter dem Augenblick
Verlag: Loewe
366 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3785566077
ISBN-13: 978-3785566077
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Inhalt:
Die dreizehnjährige Tanya kann Elfen sehen, sie hat das Zweite Gesicht. Diese Gabe bringt ihr nur Ärger ein. Sie gerät mit ihrer Mutter aneinander, die nicht weiß, dass Elfen hinter den ständigen Missgeschicken ihrer Tochter stecken und die sie daraufhin zu ihrer Großmutter auf das Anwesen Elvesden Manor schickt.
Der Sommer in Elvesden Manor liegt vor Tanya wie ein unüberwindlicher Berg: das Anwesen ist umgeben von hunderten von Elfenwesen, die ihren Schabernack mit ihr treiben und zu ihrer Großmutter hat sie keinen herzlichen Kontakt. Sowohl ihre Großmutter als auch deren Hausverwalter Warwick sind streng darauf bedacht Tanya von Wald fern zu halten und bei dem Versuch den beiden aus dem Weg zu gehen, stößt sie auf ein altes Geheimnis: vor fünfzig Jahren ist ein Mädchen verschwunden und die Elfen scheinen in diesem Fall eine Rolle zu spielen...

Eigene Meinung:
Michelle Harrison hat mit "Hinter dem Augenblick" einen großartigen Auftakt zu einer neuen Elfenreihe vorgelegt. Nicht alles in dieser Geschichte ist neu, aber wunderschön erzählt! Die Elfen treten in den unterschiedlichsten Formen auf. Unter anderem gibt es einen Abflussbewohner, eine Gestaltwandlerin, die sich in einen Raben verwandeln kann, eine Herdfee und Kobolde. Die Charaktere zeichnen sich durch großen Einfallsreichtum und eine liebevolle Darstellung aus. Die Elfenwesen sind nicht immer niedlich und nett, sondern zum Teil richtig hässliche und boshafte Geschöpfe. Man kann sich beim Lesen sehr gut in die beiden Kinder Tanya und Fabian hineinversetzen und die geheimnisumwobenen weiteren Bewohner von Elvesden Manor sorgen für einen anhaltenden Spannungsbogen. Man merkt zwar, dass Tanyas Großmutter und Warwick ein Geheimnis vor den beiden Kindern hüten, aber um was es sich handelt kann man bis kurz vor Ende der Geschichte nicht erahnen. Tanya ist ein sehr nettes Mädchen, das man gerne auf ihrem Abenteuer begleitet. Obwohl ihr die Elfen nicht immer wohl gesonnen sind, kümmert sie sich doch um sie und hilft ihnen nicht nur einmal aus einer Notlage heraus. Aber auch Fabian mit seiner Wissbegierigkeit ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sehr authentisch ist die entstehende und wachsende Freundschaft zwischen den beiden geschildert.
Michelle Harrisons Schreibstil ist nicht gehetzt oder auf Effekthascherei aus, sondern eher ruhig und altmodisch und passt so perfekt zu der englischen Landschaft, in der das Geschehen angesiedelt ist, ebenso wie die stimmungsvollen Namen wie Henkerswald oder Tickey End. Trotzdem kommt Spannung auf, da die Autorin immer wieder neue Hinweise einstreut oder Rätsel aufgibt. So spinnt sie unter anderem einen Faden über die Entstehung der Jahreszeiten, die ihren Ursprung in der Elfenwelt haben und einem Geheimnis der "13 Schätze", dass in diesem Band allerdings noch nicht aufgelöst wird.
Obwohl einige kleinere und größere Geheimnisse einen Bogen zum zweiten Teil der Elfenreihe "Zwischen den Nebeln" schlagen, ist "Hinter dem Augenblick" doch weitestgehend in sich abgeschlossen.
Sehr ungewöhnlich fand ich den der Geschichte vorangestellten Prolog, da er nichts aus der Vorgeschichte erzählt, sondern einen Abschnitt wiedergibt, den man später in der Geschichte am Ende des elften Kapitels wieder findet.

Aufmachung des Buches:
Die träumerische Umschlaggestaltung passt hervorragend zu der Elfengeschichte und erweckt den geheimnisumwitterten Wald, der Elvesden Manor umgibt, zum Leben. Das Mädchen auf dem Cover könnte sowohl Tanya als auch das vor fünfzig Jahren verschwundene Mädchen darstellen.
Die Initialen, die durch Zierrat hervorgehobenen Buchstaben am Beginn jedes Kapitels, stammen von der Autorin persönlich.

Fazit:
Ein verträumtes Elfenmärchen, dass sowohl seine lustigen als auch seine düsteren Momente hat und Spaß und Spannung für kleine und große Leser bietet!

[KINDERMUND] So war das doch gar nicht gemeint...

Kinder nehmen ALLES wörtlich. So sollte ich mich immer versichern, dass meine Tochter keine klebrigen Finger hat, denn wenn ich ihr mal wieder ein "Greif dir mal an den Kopf" entgegensetze, um ihr mitzuteilen, dass sie sich etwas aus dem Kopf schlagen soll, greift sie sich tatsächlich an den Kopf. Klar, wenn Mama das so sagt...

Genauso wie ich die Tage auf dem Schlafzimmerboden rumrobbe und Kleinteile eines Gesellschaftspiels zusammen suche und dabei mein Blick unters Bett fällt. Beim Anblick der Staubflusen und Katzenhaarbällchen entfuhr mir ein "Herrje, da liegt ja schon wieder die halbe Buffy unterm Bett", woraufhin meine Tochter postwendend ebenfalls auf dem Boden lag und unter dem Bett die Katze suchte... :D

Sonntag, 11. Juli 2010

[NEWS] Neue Fantasyreihe: von Fynf

Ende des Jahres soll der erste Teil einer neuen Fantasy-Reihe erscheinen "von Fynf".
Auf dem Blog zur Reihe findet man nähere Informationen zum Inhalt, Neuigkeiten, Hintergrundinfos und Buchauszüge in Form von Lese- und Hörproben:



Autoren der Reihe sind
Sigrid Knödler und Michael Henschke


Mir persönlich gefällt insbesondere die Idee der beiden Autoren, auf klassische Fantasy-Wesen, wie auch auf Zauberer, Drachen, Vampire, Werwölfe und Ähnliches zu verzichten. Sie haben sich bemüht, ein eigenes, anderes Repertoire zu schaffen, wohl wissend, dass es Manches davon in ähnlicher Form vielleicht irgendwo schon einmal gegeben haben mag. Ob ihnen das zumindest ansatzweise gelungen ist, sollen wir Leser beurteilen; deshalb haben sie den Blog zur Buchreihe gestartet und sind gespannt auf unsere Rückmeldungen.

[REZENSION] Smith, Roger - Blutiges Erwachen

Roger Smith
Blutiges Erwachen
Verlag: Tropen
355 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3608502068
ISBN-13: 978-3608502060

Inhalt:
Roxy ist vor Jahren als mehr oder weniger erfolgreiches Model in Kapstadt gestrandet. Der Wunsch nach Sicherheit und finanzieller Unabhängigkeit hat sie in die Arme und anschließende Ehe mit Joe getrieben. Diese Ehe war nie Liebe und mittlerweile ist sie zum Vorhof der Hölle geworden. Was liegt also näher als nach einem Überfall den eigenen Mann mit der Pistole der Gangster zu erschießen? Ein wahnwitziger Auftakt zu einer blutigen Jagd durch die Ghettos von Kapstadt!

Eigene Meinung:
"Blutiges Erwachen" ist zwar nach dem gleichen Strickmuster wie Roger Smiths Debütroman "Kap der Finsternis" konzipiert, nichts desto trotz ist ihm auch hier wieder ein gnadenlos guter Thriller gelungen!
Das Knabberzeug sollte man bei der Lektüre dieses Romans im Schrank lassen, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass einem das Essen bei den ausführlichen Schilderungen von regelrechten Ausweidungen menschlicher Körper wieder hoch kommt.
Roger Smith legt mehrere rote Fäden aus, die im Laufe der Handlung miteinander verstrickt werden. Ex-Model Roxy, Billy "Barbie" Afrika, Ex-Cop und Söldner, Kleinkriminelle, korrupte Cops und ein skrupelloser Mörder, den man kaum noch als Mensch bezeichnen kann, reichen sich in diesem Plot die Klinke in die Hand. Hier gibt es keine von Grund auf guten Charaktere, irgendwie hat jeder Dreck am Stecken, das einzige unschuldige Wesen ist ein kleiner Junge, dessen Mutter sich mit einem neuen Liebhaber abgesetzt hat und der deswegen seinen Vater auf Polizeistreife begleiten muss.
Der Leser ahnt zwar, dass die meisten von Roger Smiths Charakteren nur im Abgrund enden können, und der Weg dorthin ist erschreckend und partiell absehbar, aber man kann sich der Faszination trotz allem nicht entziehen...

Fazit:
Mit einer Mischung aus Ekel und Faszination habe ich Roger Smith auf einem Höllentrip durch die südafrikanischen Cape Flats begleitet.
Keine kuschelige Couchlektüre und ganz bestimmt keine Empfehlung für das nächste Urlaubsziel, aber ein mitreißender Thriller der die Grundlage zu einem Drehbuch geben könnte, nach dem sich Regisseure wie Quentin Tarantino die Finger lecken!

[RUND UMS BUCH] Neu in KW27



Zur Rezension:
6 Küsse und ein Ballkleid, Polly Shulman
Hex Hall 1: Wilder Zauber, Rachel Hawkins
Wir entdecken Italien, Max Kruse und Eva Muszynski
Vielen Dank an die Verlage cbj, Lyx und Annette Betz!

Gekauft:
Wilde Hunde, Markus Zusak - Ebay

Gewonnen:
Geisterpfade, Celine Kiernan
Glitzernacht (Hörbuch), Shobhaa Dé, gelesen von Irina von Bentheim - Vielen Dank an Rici/Herzgedanke!
Marmeladen und mehr, Kay-Henner Menge

Samstag, 10. Juli 2010

[COOL-TOUR-KATZE] Ich bin der König der Welt...

Naaa, in welcher Ausstellung, die momentan in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden Station hat, war ich wohl???



In der Nähe der Marktkirche... im Marktkeller...
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Noch bis zum 01. August 2010 gastiert in Wiesbadens Marktkeller die erfolgreiche Titanic-Ausstellung.
Ganz im Stil des Ausstellungsinhalts gibt es eine Eintrittskarte im Design einer auf alt getrimmten Bordkarte.
Die Ausstellung lässt die Geschichte des wohl bekanntesten Kreuzfahrtschiffes der Welt wieder lebendig werden. Sie bietet eine gelungene Zusammenstellung von Privatgegenständen, die eng mit der Geschichte der Titanic verwoben sind, Schiffs-Modelle und 1:1-Nachbauten.
Geführt wird man durch die Ausstellung von einem Audioführer, die Gesamtlänge beträgt ungefähr eine Stunde.
Eines meiner Lieblingsexponate war ein kleiner Eisberg, an dem man die Eiseskälte, die die Opfer der Katastrophe im kalten Wasser ertragen mussten, am eigenen Leib spüren kann. Aber auch die persönlichen Schicksale, die einem die Ausstellung näher bringt, lassen einen nicht unbeeindruckt.
Mit 13€ hat die Eintrittskarte für einen Erwachsenen einen sehr stolzen Preis, aber man kann sich einen Rabatt von 4€ sichern, in dem man im Vorfeld ein Mini-Quiz löst, welches auf der Website zur Ausstellung angeboten wird. Ausdrucken, lösen und an der Kasse abgeben, und schon kommt man zum vergünstigten Eintritt von 9€ an Bord der Titanic!
Gerade bei dieser unerträglichen Hitze ist die Ausstellung im klimatisierten Marktkeller ein guter Freizeittipp fürs Wochenende oder die Ferienzeit.

HIER geht es zur Website und HIER zum Mini-Quiz, um an den vergünstigten Eintrittspreis zu kommen.

Die Vergünstigung habe ich gleich in eine Freundin für Filipo investiert - ok, von Haus aus ist die Handpuppe ein Junge und heißt Gregor, aber sie sieht doch wirklich eher wie eine Filipa aus, oder ;)



Sobald Filipo wach ist, werde ich ihm seine neue Freundin vorstellen...

Mittwoch, 7. Juli 2010

[REZENSION] Velden, Marie - Lilienrupfer

Titel: Lilienrupfer
Autor: Marie Velden
Übersetzer: -/-
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 240 Seiten



Autor:
Marie Velden wuchs in einem kleinen Ort in der bayerischen Rhön auf. Sie volontierte bei einer Tageszeitung und ging danach nach Paris, wo sie als Kindermädchen jobbte, Briefe für eine Werbeagentur tippte, in einer kleinen Galerie arbeitete und überhaupt eine tolle Zeit verbrachte. Später arbeitete sie als Regieassistentin und Theaterdramaturgin in München und schrieb für Zeitschriften und Tagszeitungen. "Lilienrupfer" ist ihr Debütroman. Maria Velden lebt mit ihrer kleinen Familie in München.


LILIENRUPFER

Klappentext:
Lieber Robbie Williams…
So beginnen die E-Mails von Undine Busch, Mitte dreißig, an eine erfundene Mailadresse des Superstars. Darin erzählt sie ihm von den kleinen und großen Dingen ihres Lebens, von ihren Träumen und von Christian, ihrer großen Liebe. Als dieser sie über Nacht verlässt, verkriecht sich Undine tief getroffen vor der Welt. Da erhält sie plötzlich eine Antwort auf ihre Mails...
Eine bitter-süße Sommerliebe.
Eine charmante Verbeugung vor Literatur und Musik.

Kritik:
"Lilienrupfer" ist eine Hommage an die schönen Künste. Die Hauptprotagonistin Undine arbeitet am Theater, die Autorin hat als ihren fiktiven E-Mailpartner einen berühmten Sänger gewählt und darüberhinaus findet man im Roman viele Zitate und Verweise auf Werke der Literatur, manchmal offensichtlich, von Zeit zu Zeit versteckt oder nur für Insider als solche erkennbar. So denkt Undine beispielsweise "Allerdings hatte mir niemand versprochen, ich würde auf einen Leo Leike treffen", nachdem sie auf Anraten ihres Freundes Till im WWW auf Männersuche geht. Der tiefere Sinn dieses Gedanken geht einem nur auf, wenn man Daniel Glattauers E-Mailromane "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" gelesen hat, in denen die Protagonistin Emmi E-Mails von eben diesem Leo Leike erhält und sich im Laufe ihres andauernden Schriftverkehrs in ihn verliebt.
Nicht nur durch dieses Zitat werden beim Lesen von "Lilienrupfer" Erinnerungen an die beiden erfolgreichen E-Mailromane von Glattauer wach. Auch die E-Mailkorrespondenz von Undine an Robbie Williams lässt zunächst an diese beiden Bücher denken, doch dann entwickelt sich "Lilienrupfer" plötzlich in eine ganz andere Richtung weiter.
"Lilienrupfer" ist untergliedert in zwei Teile und einen Epilog. Der erste Teil besteht aus der einseitigen E-Mailkorrespondenz von Undine, der zweite Teil ist nur hie und da von einer E-Mail gespickt. Was sich anfangs noch wie ein Frauenroman nach bewährtem Schema liest, in dem eine Mittdreißigerin ihre Gedanken und Sorgen dem WWW statt einem Tagebuch anvertraut, entwickelt schon nach kürzester Zeit einen unwiderstehlichen Sog, so dass ich dieses Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Es wird zu einer Spielerei mit Fiktion und Realität, nicht nur der zweite Teil, sondern gerade der Epilog hält eine außergewöhnliche Überraschung für den Leser bereit und ich beneide jeden, der die Lektüre dieses außergewöhnlichen Romans noch vor sich hat!
Besonders in Undine und ihre Gedankengänge und Handlungsweisen konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, da durch ihre E-Mailkorrespondenz im Prinzip ihr Innerstes nach außen getragen wird. Wohingegen mir Christian etwas fremd und unnahbar blieb, zuerst durch seinen unbegreiflichen Rückzug und anschließend durch den Kunstgriff, den die Autorin im weiteren Verlauf ihrer Geschichte vollbringt.
Bevor ich dieses Buch zerrede, weil ich ihm mit meiner Rezension sowieso nicht im Mindesten gerecht werden kann, schließe ich mit einem Zitat von Maugham, welches dem zweiten Teil der Geschichte vorangestellt ist und eigentlich all das sagt, was gesagt werden muss:
Nichts in der Welt hat Bestand,
und wir sind Toren, wenn wir verlangen,
dass etwas dauern solle,
aber noch törichter sind wir,
wenn wir es nicht genießen,
solange es dauert.


William Somerset Maugham
"Auf Messers Schneide"
Aufmachung des Buches:
Ein wunderschönes verspieltes blumiges Design, welches in hervorragender Weise Grundidee und Titel des Buches aufgreift und interpretiert. Die Covergestaltung spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Geschichte, genauso wie die Herkunft des Titels.
Das Zusammenspiel von Inhalt, Titel und Cover, und damit die Übertragung des Bildes einer gerupften Lilie auf Undines Zeit mit Christian, ist der Autorin auf verblüffende und grandiose Weise gelungen.

Fazit:
Dieser Roman lädt zunächst zum Träumen ein, um den Leser anschließend umso härter auf den Boden der Tatsachen fallen zu lassen.
Das kreative Ende der Geschichte lässt Raum für Fantasie und eigene Interpretationen. Sprachlich und inhaltlich ein literarisches Kleinod!

[DER REST DER WELT] Nach dem Spiel ist vor dem Spiel...

Auch in meinem Blog hinterlässt die Fußball-WM ihre Spuren.
Im Nachbarort hat eine Zaunbau-Firma an ihrem Grundstück eine riesige Anzeigetafel für die WM 2010 kreiert und ist damit sogar in der Landesschau gelandet.
Tagtäglich seit Beginn der WM hat der Besitzer des Grundstücks die Tafel aktualisiert, hier sind zwei Fotos vom vergangenen Wochenende, als die Viertelfinalspiele bevorstanden.




Aktuell sind an der Tafel die Halbfinalspiele angezeigt, und nach dem Spiel heute Abend wissen wir endlich, ob Deutschland gegen die Niederlande ins Finale einzieht... Vielleicht gibt es dann noch ein Fotoupdate auf meinem Blog ;)
Auch wenn ich nicht wirklich ein Fußball-Fan bin, finde ich die Idee einfach klasse!

Dienstag, 6. Juli 2010

[RUND UMS BUCH] In Mamas Fußstapfen...

Ich bin niemand, der um Teufel komm raus signierte Bücher im Regal stehen haben muss, aber sich auf Veranstaltungen ein paar persönliche Worte in Bücher schreiben zu lassen, besonders wenn man mit dem jeweiligen Buch bestimmte Erinnerungen verknüpft, ist doch etwas Schönes, und so ist sogar meine Tochter bereits im Besitz von drei für sie signierten Büchern:



Auf der Fantasylesenacht in den Weilbacher Kiesgruben hat Isabel Abedi letztes Jahr das Buch "Verbotene Welt" mit einer netten persönlichen Widmung für meine Tochter und mich versehen.
Das Buch und die Widmung bedeuten mir deshalb viel, weil es eines der Bücher war, die ich während meinem vierwöchigen Krankenhausaufenthalt in der Schwangerschaft gelesen habe, und das einzige dieser Bücher, welches signiert ist. Die Signatur lautet deshalb auf mich und meine Tochter, weil es mit eines der ersten Bücher war, die wir "zusammen" gelesen haben und wir im Krankenhaus ziemlich alleine miteinander waren. Wer schon einmal mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen musste, weiß bestimmt, dass man sich trotz Gesellschaft von unzähligen Krankenschwestern und Zimmernachbarn trotzdem die meiste Zeit recht einsam fühlt.

Auf der gleichen Veranstaltung signierte Peter Schwindt für meine Tochter sein Buch "Drei Bären in der Nacht", dass ich von einer Freundin zur Geburt von Victoria geschenkt bekommen habe.
Victoria hat das Buch zwar selbst noch nicht gelesen, aber ich schon, zum Vorlesen ist es auch noch etwas zu früh, aber das wird irgendwann nachgeholt ;)

Das dritte signierte Buch in Victorias Regal ist Chris Riddells Bilderbuch "Herr Untermbett", welches ich erst vor Kurzem auf einer Lesung von ihm signiert bekommen habe. Netterweise hat er es nicht nur signiert, sondern auch eine kleine Illustration passend zum Buch hineingezeichnet.
Victoria rezensiert zusammen mit mir die Bilderbücher auf meinem Blog. Sie "liest" sie gemeinsam mit mir, nur die Rezensionen dazu muss ich bislang noch alleine verfassen ;)

Montag, 5. Juli 2010

[REZENSION] O´Neal, Barbara - Das Glücksrezept


Barbara O´Neal
Das Glücksrezept
Verlag: Page & Turner
480 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3442203597
ISBN-13: 978-3442203598

Was sich in groben Zügen nach einem althergebrachten Frauenroman anhört, verzaubert den Leser bereits nach wenigen Seiten:
Elenas Leben wird überschattet von einem schweren Schicksalsschlag. Bei einem Autounfall vor zwanzig Jahren verlor sie ihre geliebte Schwester Isobel, ihren jüngeren Bruder, eine Cousine und ihren Freund, sie selbst überlebte mit schwersten Verletzungen an Körper und Seele.
Wie kann ein Mensch diese Art von Verlust überstehen?
Elena lässt kaum noch jemanden an sich heran, da sie Angst hat nicht nur an ihren äußeren Narben zu zerbrechen. Auch zu ihrer restlichen Familie hält sie kaum noch Kontakt, da sie das Gefühl hat, dass alle durch sie immer wieder ungewollt an diesen schweren Schicksalsschlag erinnert werden. Selbst ihre langjährige Freundin Mia verbannt sie ohne mit der Wimper zu zucken aus ihrem Leben, als diese ihr persönliches Glück vor den beruflichen Erfolg von Elena stellt. Mit dem Aufstieg zur Küchenchefin eines neuen Restaurants wird Elenas größter Traum zur Wirklichkeit, dafür muss alles andere in ihrem Leben zurückstecken, selbst die Familie und ihre Gesundheit.
Elena hat es nie geschafft die Toten loszulassen, und so haben ihre verstorbenen Verwandten nicht nur am "Día de Muertos", dem Tag der Toten, einen festen Platz in ihrem Leben, auch an anderen Tagen erscheint ihr der Geist ihrer Schwester Isobel und steht ihr zur Seite.
Sowohl die lebenden als auch die toten Charaktere ziehen den Leser in ihren Bann. Barbara O´Neal schafft derart lebensnahe Charaktere, die man im Laufe der Geschichte einfach lieb gewinnen muss. Neben den Hauptakteuren Elena und dem Restaurantbesitzer Julian kommen aber auch die Nebenfiguren dieser Geschichte nicht zu kurz, wobei mir besonders die Köche Ivan und Juan, Elenas Freund und Kollege Patrick und Julians Tochter Portia ans Herz gewachsen sind. Ungeachtet dessen ist und bleibt Elena das Herzstück dieses Romans und ihr Schicksal nimmt einen beim Lesen gefangen. Trotz ihres schweren persönlichen Schicksals wirkt sie nie rührselig oder um Mitleid heischend, weil sie wegen ihrer unnahbaren Art manchmal durchaus auch Wut oder Missverständnis hervorruft. Gerade die Episoden, als Elena ihre Freundin Mia aus ihrem Leben bannt haben mich sehr berührt, weil man einerseits genau weiß, dass Elena im Unrecht ist, aber andererseits ist ihre Handlungsweise nur zu gut verständlich und nachvollziehbar. Des Weiteren ist der Stil der Autorin sehr bildhaft und detailliert, dass Personen und Handlungsschauplätze beim Lesen vor dem inneren Auge Gestalt annehmen.
Das Buch hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht. Und so wunderschön wie der Inhalt ist auch das äußere Erscheinungsbild des Buches: unter dem entzückenden Schutzumschlag, der mich an süße Cupcakes erinnert, verbirgt sich ein fast noch schöneres bedrucktes Hardcover, so dass man im Verlustfall des Schutzumschlags immer noch ein wahres Schmuckstück im Regal stehen hätte.
Der Inhalt ist untergliedert die Jahreszeiten Sommer, Herbst und Winter, in denen man den Aufbau des Restaurants "Orange Bear" und das Leben von Elena und ihrer Küchencrew begleitet. Die einzelnen Kapitel werden häufig durch Rezepte eröffnet, die einen Bezug zu Personen oder Entwicklungen innerhalb der Geschichte haben. Durch die vollständige Zutatenliste und detaillierte Erklärung der Zubereitung können sie problemlos nachgekocht werden.
Mir der Lektüre dieses Buches habe ich mein persönliches Glücksrezept gefunden, traurig stimmt nur die lieb gewonnen Charaktere auf der letzten Seite dieses entzückenden Romans verlassen zu müssen, aber ich kann dieses Buch ja wieder und wieder und wieder lesen…
Zwei weitere Autounfälle, der Duft des Essens, den sie an anderen Personen wahrnimmt und ein zwanzig Jahre alter Kinofilm zeigen Elena letzten Endes den Weg zu ihrem Glück und offenbaren auf einzigartig zauberhafte Weise, dass es tatsächlich so etwas wie Seelenverwandtschaft und das persönliche Glücksrezept gibt.

Samstag, 3. Juli 2010

[GAST-REZENSION] Widmark, Martin - Das Mumiengeheimnis: Detektivbüro LasseMaja 2

Gast-Rezension von Leyla, 10 Jahre

Martin Widmark
Das Mumiengeheimnis: Detektivbüro LasseMaja 2
Verlag: Ueberreuter
91 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3800055244
ISBN-13: 978-3800055241
empfohlenes Lesealter: 8-9 Jahre

Kurzbeschreibung:
Der Nachtwächter des Museums in Valleby steht unter Schock: die 3000 Jahre alte Mumie ist ihm in den Gängen begegnet, scheinbar lebendig! In der gleichen Nacht wurde allerdings auch das wertvollste Gemälde des Museums gestohlen. Lasse und Maja müssen einen sehr ungewöhnlichen Fall lösen…

Eigene Meinung:
Ich fand es gut wie die beiden Kinder das Geheimnis aufgedeckt haben und wie sie sich die Fakten zusammengereimt haben.
Die Illustrationen sind sehr lustig und passen gut zu der Geschichte.
Am Ende der Geschichte sind alle Geheimnisse gelöst.
Die Auflösung fand ich ganz toll. Es steckte keine böse Tat hinter dem Geheimnis, sondern es geschah alles, um etwas Gutes zu tun.
Ich fand es gut, dass die Figuren ein Junge und ein Mädchen sind, die Serie gefällt bestimmt auch Jungs gut. Für mein Alter war das Buch von der Länge ok, hätte vielleicht ein bisschen länger sein können.
Die Serie gefällt mir gut und ich möchte auch die weiteren Fälle von Lasse und Maja lesen.

[GAST-REZENSION] Widmark, Martin - Das Schulgeheimnis: Detektivbüro LasseMaja 1

Gast-Rezension von Leyla, 10 Jahre

Martin Widmark
Das Schulgeheimnis: Detektivbüro LasseMaja 1
Verlag: Ueberreuter
93 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3800055422
ISBN-13: 978-3800055425
empfohlenes Lesealter: 8-9 Jahre

Kurzbeschreibung:
Falsche Banknoten tauchen in Valleby auf ein Fall für das Detektivbüro LasseMaja. Bald kriegen die zwei cleveren Jungdetektive heraus, dass es einen Zusammenhang mit den Tausenden geheimen Kopien am Schulkopierer gibt. Sollte jemand in der Schule Falschgeld hergestellt haben?

Eigene Meinung:
Negativ:
Die Kapitelüberschriften wie „Ich wusste gar nicht, dass er Larsson heißt“ oder „Maja meldet sich“ gefallen mir nicht so gut.
Positiv:
Die Geschichte ist schön und spannend geschrieben. Besonders spannend fand ich die Auflösung des Falls.
Toll finde ich auch den Zeitungsabschnitt am Schluss, in dem noch erzählt wird was mit den Tätern geschieht.
Die Illustratorin Helena Willis hat sehr schöne Bilder gemalt.
Dieses Buch kann von Mädchen und auch von Jungen gelesen werden.