Mittwoch, 30. Juni 2010

[REZENSION] Riordan, Rick - Percy Jackson 1: Diebe im Olymp

Rick Riordan
Percy Jackson 1: Diebe im Olymp
Verlag: Carlsen
447 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3551359601
ISBN-13: 978-3551359605
empfohlenes Lesealter: 11-12 Jahre
Liebe Sterbliche, die ihr dies lest:
Ich habe beim Fluss Styx geschworen, dass alles, was in diesem Buch erzählt wird, pure Erfindung ist.
Es gibt keinen zwölf Jahre alten Jungen Perseus "Percy" Jackson. Die griechischen Gottheiten sind einfach nur alte Mythen. Und selbstverständlich zeugen sie im einundzwanzigsten Jahrhundert keine Kinder mit Sterblichen. Es gibt keinen Ort wie Half-Blood Hill, ein Sommercamp für Demigottheiten auf dem östlichen Long Island. Percy ist niemals einem Satyrn oder einer Tochter der Athene begegnet. Und ganz bestimmt haben sie sich nicht zusammen auf den Weg quer durch die USA gemacht, um den Eingang zur Götterwelt zu finden und einen schrecklichen Krieg zwischen den Göttern zu verhindern...
Mit viel Humor und Wortwitz erweckt Rick Riordan die griechische Götterwelt zu neuem Leben. Bereits der zu Beginn abgedruckte "Warnbrief" des Schriftleiters von Camp Half-Blood Hill vermittelt sehr gut den ironischen Stil, der in Percy Jacksons Abenteuer vorherrscht.
Durch Verwendung einer flapsigen und modernen Sprache zielt der Autor direkt auf das junge Zielpublikum seiner Bücher ab, hervorgehoben wird dies noch durch die gewählte Ich-Perspektive seines jugendlichen Helden Percy. Trotz des umgangssprachlichen Grundtons ist dieses Buch durch den gewählten Hintergrund auch für ältere Leser interessant. Rick Riordan lässt unzählige Götter und Titanen in Percy Jacksons erstem Abenteuer auftreten und unterstreicht den Bezug und die fundierte Recherche noch durch das umfangreiche Glossar im Anhang.
Die Figuren in diesem Roman sind zum Größtenteil hervorragend ausgearbeitet. Percy ist ein ganz normaler Jugendlicher mit Fehlern und Macken, sein Freund Grover ein immerhungriger Satyr, der die Lacher - meist ungewollt - auf seiner Seite hat, nur Annabeth - Tochter der Athene - die Begleiterin der beiden, erschien mir etwas blass und oberflächlich im Vergleich zu den anderen beiden Hauptprotagonisten. Neben diesen drei Jugendlichen - die durch die Erfüllung einer gefährlichen Aufgabe einen Krieg zwischen Zeus, Hades und Poseidon verhindern sollen - bietet das Buch eine lange Reihe interessanter und vielschichtiger Nebenfiguren: Percys Mutter, die unter der Beziehung zu ihrem Ehemann und Percys Stiefvater zu leiden hat, den Leiter des Camps: Dionysos, der Gott des Weines und viele mehr...
Während der Lektüre habe ich immer wieder gerne im Glossar geschmökert und mich an den reichhaltigen Details und ausführlichen Bezügen zur Götterwelt gefreut. Ganz nebenbei und mit viel Spaß lernt man beim Lesen etwas über die griechische Mythologie.
Percys erstes Abenteuer weist in meinen Augen nur ein Manko auf: zumindest für mich war einiges in der Entwicklung der Geschichte absehbar und damit kam bei mir keine richtige Spannung auf. Trotzdem konnte ich das Buch einmal angefangen kaum noch aus der Hand legen, weil der spritzige Schreibstil des Autors einfach ein gigantisches - oder sollte ich besser sagen: ein titanenhaftes - Lesevergnügen bietet ;)
Das erste Abenteuer "Diebe im Olymp" ist in sich abgeschlossen. Ähnlich wie Harry Potters Abenteuer in Hogwarts endet Percy Jacksons Sommer mit der Rückkehr in sein "menschliches" Zuhause, aber mit der Aussicht auf ein weiteres spannendes Abenteuer im nächsten Camp...

Aufmachung des Buches:
Die Filmausgabe zum ersten Teil der Percy Jackson Reihe bietet die Möglichkeit zu einem günstigen Preis in die Serie hinein zu schnuppern.
Ergänzt wird die Geschichte im Mittelteil durch Farbfotos aus dem Film und einem Glossar rund um die griechische Götterwelt im Anhang.
Sammler der Reihe werden trotzdem die teurere Hardcoverausgabe passend zu den restlichen Bänden der Reihe bevorzugen.

Fazit:
Frischer Wind im Bücherregal: nach Zauberern und Vampiren halten nun die Götter und Titanen Einzug, aufgepeppt und modernisiert und damit reif fürs 21. Jahrhundert! Die Neuinterpretation von Rick Riordan weckt das Interesse an der griechischen Mythologie bei Jung und Alt!

Reihen-Info:
Diebe im Olymp
Im Bann des Zyklopen
Der Fluch des Titanen
Die Schlacht um das Labyrinth
Band 5 noch ohne Veröffentlichungstermin

Sonntag, 27. Juni 2010

[REZENSION] Korte, Lea - Die Nonne mit dem Schwert


Lea Korte
Die Nonne mit dem Schwert

Verlag: Droemer Knaur
480 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3426633868
ISBN-13: 978-3426633861

Der Roman einer mutigen Frau, die das Unmögliche wagte und deren Leben ein einziges Abenteuer war.
Inhalt:
Gegen ihren Willen lebt die 15jährige Catalina im Spanien des 17. Jahrhundert weggeschlossen hinter Klostermauern. Ihr größter Traum handelt von Freiheit, die ihr als Frau und besonders als zukünftige Nonne verwehrt bleibt. Kurz vor ihrer Weihe wagt sie mit der Flucht aus dem Kloster den Schritt in ein großes Abenteuer: als Frau kann Catalina in der Welt des 17. Jahrhunderts nicht überleben und verkleidet sich deshalb als Mann - bei Entdeckung dieses Frevels droht ihr der Tod auf dem Scheiterhaufen durch die spanische Inquisition! Ihr Weg führt sie über einige Umwege bis nach Südamerika, wo sie sich unter falschem Namen an der Seite ihrer großen Liebe als Soldat der königlichen Armee verdient macht.

Eigene Meinung:
Den Titel des Buches "Die Nonne mit dem Schwert" finde ich persönlich etwas irreführend, da Catalina weder die Weihen zur Nonne empfangen hat, noch erwartet uns in diesem Roman eine Frau, sondern - zumindest zu Beginn – ein sehr junges Mädchen. Und keineswegs dreht sich der Großteil der Handlung um ihre Zeit in der königlichen Armee, wie einem der Klappentext vorgaukeln mag - der Weg dahin ist weit... und die Lebensgeschichte Catalinas noch viel ereignisreicher und farbenprächtiger.
Vieles in diesem Buch basiert auf Tatsachen. So hat nicht nur Catalina de Erauso wirklich gelebt, auch ihre Flucht aus dem Kloster und ihre Tätigkeiten als Page, Matrose, Gehilfe und Soldat sind historisch verbürgt. Noch weitere Faktoren dieses Romans beruhen auf Tatsachen, im Nachwort werden diese im Detail aufgeführt. Die Lücken in der Biographie Catalinas füllt die Autorin Lea Korte gekonnt mit schillernden und facettenreichen Weggefährten auf, die man bereits nach einigen Seiten nicht mehr missen möchte. Zwischen den historisch belegten Fakten und den hinzugedichteten Passagen entsteht kein Bruch, alles fügt sich homogen und schlüssig ineinander, so dass der Leser gar nicht sagen könnte, was in diesem farbenprächtigen Roman aus Catalinas Leben und was aus Lea Kortes Feder stammt, wenn dies nicht im Nachwort aufgeschlüsselt wäre.
Die Naivität Catalinas lässt einer älteren Leserin so manch graues Haar wachsen: manchmal möchte man sie kräftig durchschütteln, wenn sie von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, genauso wenn sie ihrer großen Liebe Mikel quer durch die Welt folgt, ungewiss, ob sie ihn überhaupt wiederfinden wird, und immer mit dem Wissen, dass er sie für einen Mann hält. Dafür lässt sie andere Männer aus ihrem Leben scheiden, die ihre Maskerade durchschaut haben und ihr Liebe entgegenbringen. "Mädchen!!!" möchte man dann manchmal aufschreien und Catalina zu ihrem vermeintlichen Glück zwingen. Dabei darf man aber nicht aus den Augen verlieren, dass hier die Geschichte eines erst 15jährigen Mädchen erzählt wird (über zehn Jahre hinweg), so dass man letztendlich immer Verständnis für Catalinas ständige Missgeschicke und ihre - zumindest auf den ersten Blick - Fehlentscheidungen aufbringt. Ihre kleinen Fehler und Marotten sind es dann auch letztendlich, die die Figur der Catalina in diesem Buch so absolut authentisch und liebenswert machen.
Das Romanende wickelt sich leider etwas im Zeitrafferformat ab. Wobei Catalina, im Vergleich zum Beginn der Geschichte, am Ende dieser 10-Jahres-Periode einfach nicht mehr so viel erlebt hat was ausführlicher zu erzählen lohnt, so dass das Ende den Leser insgesamt doch zufrieden aus der Handlung entlässt.
Neben Spanien sind auch die Zeit auf dem Meer und das Leben in Südamerika so farbenfroh und authentisch geschildert, dass einen beim Lesen richtiggehend das Fernweh packt!

Fazit:
Ein mitreissender historischer Roman über eine mutige junge Frau, die ihren Weg entgegen aller herrschenden Konventionen beschritten hat und außerdem die Geschichte einer Liebe, die auf den ersten Blick scheinbar zukunftslos ist.
Lea Korte überzeugt mit ihren beiden bisher erschienen Romanen derart, dass ich mich sehr auf ein weiteres historisches Abenteuer aus ihrer Feder freue!

Donnerstag, 24. Juni 2010

[REZENSION] Hunter, Erin - Warrior Cats 6: Stunde der Finsternis


Erin Hunter
Warrior Cats 6: Stunde der Finsternis

Verlag: Beltz
337 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3407810695
ISBN-13: 978-3407810694
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre

Klappentext:
Aus vieren werden zwei. Löwe und Tiger begegnen sich im Kampf und Blut wird den Wald regieren.
Mit diesen Worten gibt der SternenClan Feuerherz ein dunkles Rätsel auf. Was bedeutet die Prophezeiung? Feuerherz befürchtet, dass Tigerstern dahintersteckt. Steht nun der finale Kampf gegen seinen größten Feind bevor? Zu spät merkt er, dass sich das Verhängnis von ganz anderer Seite eingeschlichen hat: Teuflische Gäste haben den Wald für sich entdeckt. Und die Weissagung scheint sich auf schreckliche Weise zu erfüllen...

Eigene Meinung:
Nach der andauernden Bedrohung durch den verräterischen Kater Tigerstern und der todbringenden "Meute" aus "Gefährliche Spuren" wartet der finale Band tatsächlich noch mit einer Steigerung an Unheil und Gefahr für die KatzenClans des Waldes auf: der BlutClan, ein neuer Verbündeter Tigersterns im Kampf gegen die anderen KatzenClans!
Nach den letzten Entwicklungen im Vorgängerband ist Feuerherz nun der neue Anführer des DonnerClans und erhält den Namen Feuerstern. Die Sorge um seinen Clan und die anderen Katzen des Waldes lastet jetzt noch schwerer auf seinen Schultern und schon bald merkt er, dass der DonnerClan Verbündete braucht, um der neuen Gefahr durch den BlutClan gegenübertreten zu können.
Es ist soweit: mit "Stunde der Finsternis" habe ich den letzten Band der ersten Staffel um die Warrior Cats verschlungen. Von Band zu Band hat sich das Autorinnentrio alias "Erin Hunter" gesteigert, und auch wenn die offenen Handlungsstränge am Ende alle zu einem Abschluss kommen, freue ich mich doch sehr, dass die Reihe bereits in diesem Sommer mit einem Special Adventure weitergeht.
Zwei kleine Kritikpunkte möchte ich dennoch anbringen, auch wenn sie meinen positiven Gesamteindruck nur unwesentlich trüben: gegen Ende fand ich die Entwicklung Tigerstern und den BlutClan betreffend etwas abrupt, und das Verhalten der Clans gegenüber dem SternenClan – der Clan der Ahnen – war mir stellenweise zu pathetisch und salbungsvoll. Vielleicht stören sich andere Leser nicht daran, und ich habe es nur deshalb als zu extrem empfunden, weil ich kein gläubiger Mensch bin.
Die erste Staffel der Warrior Cats sollte man auf jeden Fall in der richtigen Reihenfolge lesen, da die Handlung stetig aufeinander aufbaut und es sehr viele Hauptcharaktere unter den Katzen gibt, die man sonst leicht durcheinanderbringen kann.
Der sechste Band selbst hat allerdings ein in sich abgeschlossenes Ende, so dass man wahrscheinlich mit einer späteren Staffel der Warrior Cats einsteigen kann, ohne Kenntnis der ersten.

Reihen-Info 1.Staffel:
In die Wildnis
Feuer und Eis
Geheimnis des Waldes
Vor dem Sturm
Gefährliche Spuren
Stunde der Finsternis

Sonderband:
Warrior Cats - Special Adventure: Feuersterns Mission
Feuerstern verlässt den Wald und lüftet das Geheimnis des WolkenClans.
In düsteren Träumen erscheinen Feuerstern unbekannte Katzen auf der Flucht, ein ganzer Clan in Not und Elend. Wer sind diese fremden Katzen? Welches schreckliche Unglück ist ihnen widerfahren? Feuerstern geht seinen Träumen auf den Grund und kommt einem uralten Unrecht auf die Spur. Zusammen mit seiner Gefährtin Sandsturm bricht er zu einer Mission auf, die sie weit aus dem vertrauten Wald führt. In fernen Felsenlandschaften entdecken sie Spuren der Katzen aus Feuersterns Träumen. Und Feuerstern steht auf einmal vor der riesengroßen Aufgabe, einen neuen Clan zu gründen.

Mittwoch, 23. Juni 2010

[REZENSION] Hunter, Erin - Warrior Cats 5: Gefährliche Spuren


Erin Hunter
Warrior Cats 5: Gefährliche Spuren

Verlag: Beltz
337 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3407810555
ISBN-13: 978-3407810557
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre

Klappentext:
"Was ist passiert?", miaute Feuerherz entsetzt. Ein dünnes Winseln antwortete ihm, aus dem sich allmählich Worte formten: "Meute, Meute", flüsterte die Katze.
Rätselhafte Beutespuren, fremde Gerüche und bedrohliche Träume - Feuerherz spürt, dass eine schreckliche Gefahr im Wald lauert, doch er kann sie nicht fassen. Was verbirgt sich nur hinter all den mysteriösen Ereignissen? Ein anderes Tier, die Zweibeiner oder gar Feuerherz´ alter Feind Tigerstern? Zusammen mit den tapfersten Kriegern des DonnerClans bricht Feuerstern zu einer riskanten Jagd ins Ungewisse auf...

Eigene Meinung:
Und wieder vollbringt es das Autorinnentrio alias "Erin Hunter" eine Steigerung an Spannung im Vergleich zum Vorgängerband zu schaffen!
Nahtlos schließt die Handlung an "Vor dem Sturm" an. Tigerkralle ist der neue Anführer des SchattenClans und heißt jetzt Tigerstern. Ob nun weniger Bedrohung von ihm ausgeht, weil er am Ziel seiner Wünsche - Anführer eines Clans zu sein - angelangt ist? Feuerherz traut ihm dennoch nicht über den Weg und projiziert sein Misstrauen auch auf die Jungen von Tigerstern, die beim DonnerClan aufwachsen.
Die Sorgen wachsen Feuerherz über den Kopf: Blausterns Verwirrtheit nimmt immer weiter zu, wie lange kann Feuerherz ihren desolaten Gesundheitszustand noch vor den anderen Clans verbergen? Der FlussClan fordert DonnerClan-Land als Gegenleistung für die Hilfe, die der FlussClan dem DonnerClan nach der Feuersbrunst gewährt hat und die verwirrte Blaustern will dem WindClan den Krieg erklären wegen Beutespuren und fremden Gerüchen auf dem DonnerClan-Terrain. Doch all das ist nichts im Vergleich zu der neuen Gefahr, die im Wald lauert. "Meute Meute, töten töten..." - was haben die Visionen zu bedeuten, die Rußpfote, der Heilerin des Clans, vom SternenClan geschickt werden?
Außer der kaum zu ertragenden Spannung, die sich von Seite zu Seite steigert, war für mich ein absolutes Highlight in diesem Band, dass Graustreif endlich wieder eine größere Rolle in der Geschichte einnimmt, denn nicht nur Feuerherz, sondern auch ich habe seinen Freund in den letzten Bänden sehr vermisst! Tigerkralle wird eine immer schlimmere Bedrohung die Katzen des DonnerClans und heckt in einem unfassbaren Grade Böses aus, dass einem beim Lesen kalte Schauer den Rücken hinunter jagen und Blaustern in ihrer Verwirrtheit hat mich manchmal derart wütend gemacht, dass ich sie am liebsten im Nacken gepackt und durchgeschüttelt hätte!
Auch wenn ich es nach dem fesselnden Abenteuer "Vor dem Sturm" nicht für möglich gehalten hätte, so hat mich das neue Abenteuer der Warrior Cats noch mehr gefesselt und mir die Katzen noch mehr ans Herz wachsen lassen!
Wenn ich das Buch nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln gelesen hätte, hätte ich sicherlich an einigen Stellen geheult… Es gibt mehrere recht brutale und/oder traurige Stellen, für ganz zart besaitete Seelen ist diese Reihe eher nichts.

Sonntag, 20. Juni 2010

[REZENSION] Hunter, Erin - Warrior Cats 4: Vor dem Sturm


Erin Hunter
Warrior Cats 4: Vor dem Sturm

Verlag: Beltz
340 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3407810563
ISBN-13: 978-3407810564
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre

Klappentext:
Feuerherz fuhr aus dem Schlaf auf. Orangefarbenes Licht leuchtete durch die Bäume und ein scharfer Geruch erfüllte die Luft. Etwas stimmte hier nicht!
Feuerherz hat es geschafft! Er ist der Zweite Anführer des DonnerClans. Doch die Katzen des Clans sind verunsichert und nicht alle akzeptieren Feuerherz´ neue Rolle. Auch Blaustern, die Clan-Anführerin, benimmt sich immer seltsamer. Als der Wald von einer schrecklichen Katastrophe heimgesucht wird, steht Feuerherz plötzlich vor der schwersten Aufgabe seines Lebens: Wird es ihm gelingen, seinen Clan in ein neues Leben zu führen?

Eigene Meinung:
Dem Autorentrio alias "Erin Hunter" ist mit dem vierten Teil der Warrior Cats Reihe wiederum ein fulminantes und mitreissendes Abenteuer gelungen!
Feuerherz ist seit der Verbannung des Verräters Tigerkralle Zweiter Anführer des DonnerClans. Seine neuen Pflichten lasten schwer auf ihm, umso mehr, als das die Anführerin des Clans - Blaustern - den Verrat ihres ehemaligen Zweiten Anführers psychisch nicht zu verkraften scheint - überall sieht sie Feinde und Verrat, sie vernachlässigt darüber sich selbst und ihre Pflichten gegenüber dem Clan.
Doch nicht nur die Sorgen um den Clan und ein schlimmes Feuer kosten Feuerherz all seine Kraft, darüberhinaus hat er familiäre Probleme zu bewältigen, da nun sein Neffe Wolkenpfote vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens steht: ist er wirklich für ein Leben im Wald geschaffen oder zieht es ihn zurück in sein altes Hauskätzchenheim?
Die Autorinnen der Warrior Cats Reihe schaffen es gekonnt Probleme und Schwierigkeiten, die man auch als Mensch kennt, auf Katzen zu projizieren.
Besonders fesselnd sind natürlich die Unsicherheit des Clans nach Verbannung des verräterischen Tigerkralle oder das bedrohliche und fast alles vernichtende Feuer, aber noch besser hineinfühlen konnte ich mich in die Episoden zwischen Feuerherz und seinem Neffen Wolkenpfote. Die ersten Schritte ins Erwachsenenleben, die Zerrissenheit zwischen den sicheren Wurzeln der Kindheit und der unsicheren Zukunft im Clan, den Dickkopf, den man auf Biegen und Brechen durchsetzen will und das man oft nur aus Fehlern lernt, sei es, weil man sich dem Willen der Erwachsenen widersetzt oder weil man hinter deren Rücken agiert - eine tolle Geschichte, lehrreich, spannend und kaum aus der Hand zu legen! Ich freue mich sehr, dass ich noch einige Abenteuer im Wald vor mir habe...

[REZENSION] Cox, Tom - Alles für die Katz

Tom Cox
Alles für die Katz

Verlag: List
ISBN-10: 3471350195
ISBN-13: 978-3471350195

Eigene Meinung:
Stellenweise war "Alles für die Katz" zwar ein kurzweiliges Lesevergnügen, aber dennoch weder Fisch noch Fleisch. Es wirkt wie eine unausgereifte Mischung aus humoristischem Katzenroman à la "Schmitz Katze" und belletristischem Katzenroman à la "Die Katze mit den blauen Augen". Leider muss ich sagen, dass diese Mischung mich im Endeffekt nicht überzeugen konnte. Auch wenn durchaus gute Ansätze vorhanden waren, gab es alles schon einmal besser - lustiger, anrührender, fesselnder... Kurz gesagt: wenn jemand autobiographische Erlebnisse in Buchform festhält und es einem breiten Publikum zugänglich macht, sollte diese Person einfach mehr erlebt haben als dutzendweise Umzüge samt Hausrat und seinen Katzen! Der Schreibstil war flüssig und angenehm, der Aufbau gut, aber die Erlebnisse von Tom und seinen Katzen im Großen und Ganzen einfach nur langweilig. Genauso gut hätte ich mit meiner Freundin Katzenanekdoten austauschen können, und dabei hätte ich mich möglicherweise mehr amüsiert. So erzählt Tom hauptsächlich von seinen Umzügen und seinen Problemen beim Häuserkauf und -verkauf, statt näher auf die Eigenschaften seiner Katzen, oder auch der menschlichen Protagonisten wie seinen Eltern oder seiner Frau Dee einzugehen. Sämtliche Charaktere in diesem Buch bleiben flach, noch nicht einmal in den Ich-Erzähler und Katzennarren Tom konnte ich mich wirklich hinein versetzen. So verkommt eine eigentlich gute Grundidee zu einer oberflächlichen Biographie des Autors, die er - um dem Thema seines Buches gerecht zu werden - an den Katzen festmacht, die er Zeit seines Lebens besessen hat.
Durch die Einschübe wie dem Katzenlexikon usw. etc. wird der Leser jedes Mal im Erzählfluss der eigentlichen Geschichte gestört, und die witzigen Zwischenakte kommen lange nicht so witzig rüber wie in dem bereits erwähnten "Schmitz Katze". Manchmal hat man bei den an den Haaren herbeigezogenen Lückenfüllern wirklich nur das Gefühl, das Buch musste auf eine bestimmte Seitenzahl aufgefüllt werden. Trotzdem kann das Buch an einigen Stellen überzeugen, so z.B. als sich Tom Cox auf einer Katzenausstellung über Sinn und Zweck dieser Veranstaltung Gedanken macht und dabei feststellt, dass um ihn herum zwar eine Katze schöner als die andere ist, aber keine einzige von ihnen glücklich wirkt. Nur konnten diese seltenen gelungenen Momentaufnahmen das Buch in seiner Gesamtheit auch nicht retten.

Aufmachung des Buches:
Die Aufmachung des Buches hat mir dagegen sehr gut gefallen und ist bis ins kleinste Detail passend zum Thema gewählt - mit Spotlack hervorgehobene Katzen tummeln sich auf dem Cover, im Buch befinden sich einige kleine Skizzen von Katzen, Katzen wurden als Vignetten über den einzelnen Kapiteln gewählt und kleine Pfötchen als Trennung zwischen einzelnen Episoden. Abgerundet wird das Ganze Erscheinungsbild durch die von mir sehr geschätzte Bindungsart "Flexcover", eine Mischung zwischen Hardcover und Taschenbuch. Fast so hochwertig im Erscheinungsbild wie ein teureres Hardcover, aber durch das flexible Cover leichter zu Händeln und angenehmer in der Hand liegend. Im Gegensatz zu Taschenbüchern aber robuster, da Einband und Rücken nicht so leicht zum Verknicken neigen.

Fazit:
Das Buch ist nur eingefleischten Katzenfans zu empfehlen, und das auch nicht uneingeschränkt! So kann ich, selbst Besitzer von drei Katzen, gut und gerne auf "Pipi im Bett"-Geschichten von anderen Katzenbesitzern verzichten... Wer wirklich gute Katzengeschichten lesen will, sollte meiner Meinung nach zu den Tierarztklassikern von James Harriot greifen, oder den Büchern von Doreen Tovey, Deric Longden oder Cleveland Amory.

[REZENSION] Toman, Claudia - Jagdzeit

Claudia Toman
Jagdzeit

Verlag: Diana
ISBN-10: 3453353994
ISBN-13: 978-3453353992

Inhalt:
Die Großstadtpflanze Olivia K., den Lesern von "Hexendreimaldrei" bereits bekannt, verschlägt es dieses Mal in ein Bergdörfchen namens W., wo sie eine Blind Date Verabredung mit einem Lehrer hat.
Olivia ist verzweifelt, jagt sie doch nicht nur immer noch ihrem Traummann hinterher, nein, tief im Wald soll eine Quelle der Inspiration verborgen sein, aus der sie nur zu gerne trinken würde, denn die Deadline zu ihrem zweiten Buch ist bereits in bedrohliche Nähe gerückt und die Manuskriptseiten immer noch leer.
Doch nicht nur Olivia hat es nach W. verschlagen, auch der Privatdetektiv Adrian Alt hält sich in W. auf und versucht hinter das Geheimnis der weit über hundertjährigen Bergbewohner und den vielen sehr früh verstorbenen Kindern zu kommen...

Eigene Meinung:
War bereits Claudia Tomans Debüt Hexendreimaldrei ein Genremix, der in zwei Handlungssträngen spielte, so wird in "Jagdzeit" das Spiel mit parallelen Strängen und verschiedenen Genres auf die Spitze getrieben, was aber zumindest mir oftmals die Lust am Weiterlesen raubte.
Claudia Tomans Alter Ego Olivia K. war mir in diesem Buch längst nicht so sympathisch wie in "Hexendreimaldrei". Ehrlich gesagt, ging sie mir sogar recht häufig - samt ihrer inneren nörgelnden Stimme "Motzmarie" - auf die Nerven. Die Probleme mit ihrer frühzeitig eingesetzten Periode, dem vergessenen Tampon auf dem Hotelzimmer, der fehlenden Marschverpflegung und dem Kummer nicht zu Hause vor dem heimischen Fernseher mit einer Tafel Schokolade und einer Flasche Rotwein die Lieblingsfolgen von "Sex and the City" genießen zu können - alles wirkte so gezwungen witzig und aufgesetzt. Konnte ich schon nicht über die witzigen Einlagen lachen, so bewirkten sie außerdem, dass in den Waldszenen keine schaurige Atmosphäre aufkam.
Die drei parallelen Handlungsstränge, die nicht mal in chronologischer Reihenfolge abliefen, taten ihr übriges, dass ich mit dieser Geschichte nicht warm wurde, und mich mehr schlecht als recht durch den weiteren Ablauf der Handlung quälte.
Als sei es nicht genug, dass Olivia in wie zufällig gewählter Reihenfolge von ihren Erlebnissen im Dorf und im Wald berichtet, werden die einzelnen Handlungsabfolgen noch von Auszügen aus Olivias Manuskript und der Sichtweise des Detektivs Adrian Alt unterbrochen. Das ganze wirkt oftmals wie eine zusammenhanglose Anreihung von Fragmenten und nicht wie ein ausgereifter Roman. Als hätten die Ideen nicht alle auf den knapp über 300 Seiten Platz gefunden und wären im Nachhinein hier und da gekürzt worden.
Claudia Tomans Schreibstil ist fraglos wunderbar und einzigartig, flapsig und modern, und gerne würde ich von ihr noch mal einen Chick lit Roman oder einen Krimi oder eine märchenhaft fantastische Geschichte lesen, aber bitte nicht wieder alles in einem Buch!

Fazit:
In diesem Buch gibt es sicherlich viel zu entdecken durch Zitate und Anleihen an Bücher und Märchen, und den Mix mehrerer Genres. Doch inhaltlich finde ich die Abfolge zu wirr und abstrus, um wirklich Lesegenuss aufkommen zu lassen. Sicherlich wird "Jagdzeit" viele begeisterte Leser finden, aber in meinem Regal werden Olivias Abenteuer keinen festen Platz bekommen, ich lasse sie weiter auf die Jagd gehen...

Samstag, 19. Juni 2010

[GAST-REZENSION] Dierks, Martina - Der Schatz von Alunar

Gast-Rezension von Sabrina K.

Martina Dierks
Der Schatz von Alunar
Verlag: Arena
308 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3401062964
ISBN-13: 978-3401062969
empfohlenes Lesealter: 10-11 Jahre

Kurzbeschreibung:
In jeden Sommerferien spielen Li, Percy und Felix ein Spiel, das sie vor Jahren selbst erfunden haben: "Der Schatz von Alunar". Nur Felix weiß, dass dieses Spiel weit mehr ist als harmloser Zeitvertreib – die Welt von Alunar lebt . Und dieses Zauberreich, bevölkert von vielen phantastischen Wesen, ist in Gefahr. Doch in diesem Sommer wollen Li und Percy ihrem Freund nicht mehr nach Alunar folgen. Eine Geschichte voller Zauber, voller Witz und Phantasie. Eine Geschichte, die von zauberhaften Wesen und von phantastischen Abenteuern erzählt, vom Wert der Freundschaft und was es heißt, seinen Platz in der Welt zu finden.

Über den Inhalt und eigene Meinung:
Der Schatz von Alunar spielt auf La Rosette, wo Felix jedes Jahr seine Ferien bei Tildi, einer Verwandten verbringt.
Dort tauchen irgendwann die Feriengäste auf. Zwei Familien mit je einem Kind. Percy und Li.
Sie freunden sich an und spielen zusammen das Spiel. Das machen sie nun schon 5 Jahre lang, jeden Sommer. Doch dieses Jahr haben Percy keine Lust mehr dazu. Es ist ihnen zu kindisch. Beide haben sich sehr verändert, denkt Felix. Doch Alunar ist in Gefahr und ohne seine beiden Freunde kann er Alunar nicht retten, also entschließt er sich mit Hilfe von einem Freund eine Wette gegen seine Freunde zu schließen und sie so wieder dazu zu bringen mit ihm gemeinsam das Spiel zu spielen und die andere Welt und auch seine zu retten, weil beides ist miteinander verknüpft und so nimmt das Spiel seinen Lauf...

Das Buch ist auf jeden Fall sehr kindlich geschrieben und ich habe öfter überlegt, ob ich es nicht doch zu klappe, aber die Geschichte an sich war sehr schön und anregend geschrieben, sodass ich doch wissen wollte, wie sie ausgeht und im Nachhinein kann ich nur sagen, das es sich gelohnt hat, das Buch zu Ende zu lesen.
Es ist halt mehr auf Kinder, als für "junggebliebene Erwachsene" geschrieben ;)
Trotz allem sind Percy, Li und Felix nette Charaktere, die man gerne liest und mit denen man mitfiebern kann.
Die Geschichte ist anregend geschrieben und es geht mal nicht nur um Elfen und Gestalten, die man aus jedem anderen Buch kennt.
Es sind Fabelwesen dabei und Schlitze, die natürlich nicht alle gut sind ;)
Alles in allem kann ich das Buch sowohl Jungs, als auch Mädchen empfehlen, da es eben auch zwei Jungen in der Hauptrolle gibt, was ich auch mal was anderes finde.

Sonntag, 13. Juni 2010

[REZENSION] de Lestrade, Agnès / Docampo, Valeria - Die große Wörterfabrik

Agnès de Lestrade / Valeria Docampo
Die große Wörterfabrik

Verlag: Mixtvision
40 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3939435260
ISBN-13: 978-3939435266
empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren

Kurzbeschreibung:
Es gibt ein Land, in dem die Menschen fast gar nicht reden. In diesem sonderbaren Land muss man die Wörter kaufen und sie schlucken, um sie aussprechen zu können. Der kleine Paul braucht dringend Wörter, um der hübschen Marie sein Herz zu öffnen. Aber wie soll er das machen? Denn für all das, was er ihr gerne sagen würde, bräuchte er ein Vermögen... Eine poetische Geschichte über den Wert der Liebe und der Sprache, voller intensiver Bildstimmungen.

Eigene Meinung:
Kirsche... Staub... Stuhl... Oder: Ich habe mich in dieses Buch verliebt! In wunderbar poetischen Bildern und einfachen Worten vermittelt dieses Wunderwerk eines Bilderbuches, das keine großen Gesten oder Worte vonnöten sind, um wahre Gefühle zu zeigen.

Die ersten Bilder zeigen eine recht düster wirkende Stadt, über allem erhebt sich ein großes dunkles Bauwerk: die Wörterfabrik!
Man muss die Wörter in Geschäften kaufen und schlucken, um sie aussprechen zu können. In der Fabrik werden die unterschiedlichsten Wörter hergestellt in verschiedenen Sprachen. Manche Wörter sind wertvoller als andere. Wer kein Geld hat, um sich Wörter zu kaufen, durchsucht die Mülleimer, aber dort findet man meistens nur HUNDEKACKA und HASENPIPI. Im Schlussverkauf bekommt man BAUCHREDNER oder ZIERHASEL, aber was macht man damit? Manchmal fliegen Wörter durch die Luft, die Kinder fangen sie dann mit ihren Schmetterlingsnetzen ein. Paul hat drei Wörter gefangen: KIRSCHE, STAUB, STUHL, die wird er Marie zu ihrem Geburtstag schenken, denn Paul hat Marie furchtbar lieb. Ob er damit eine Chance hat gegen den reichen Oskar, der für Marie ICH LIEBE DICH VON GANZEM HERZEN, MEINE MARIE. EINES TAGES, DAS WEISS ICH, WERDEN WIR HEIRATEN gekauft hat???

Dieses Bilderbuch ist mitnichten nur für Kinder geschrieben worden. Es ist ein Buch für Menschen jeden Alters, die poetische Geschichten lieben oder jemand ganz Besonderem eine Freude damit bereiten wollen.
Wer ein poetisches Buch zum Verschenken sucht, und nicht immer wieder zu Klassikern wie "Der kleine Prinz" oder "Rosalie und Trüffel" greifen will, findet hier eine wunderschöne Alternative, die im Nu die Herzen ihrer Leser erobern wird, da bin ich mir sicher!
Wenn man am Ende der Geschichte von Paul und Marie angelangt ist, gibt es nur eine Möglichkeit, um es mit Pauls Wörterfund aus einem Mülleimer zu sagen: NOCHMAL!

Aufmachung des Buches:
Das Buch hat eine quadratische Form. Die Illustrationen gehen immer über eine Doppelseite. Im Laufe der Geschichte gewinnen die Bilder immer mehr an Farbe, wobei die Illustratorin fast ausschließlich mit Grautönen für die Tristesse und Rottönen für die Liebe auskommt. Die Schrift ist in zwei verschiedenen Größen gedruckt, wobei wichtige Wörter und Aussagen durch den Wechsel der Schriftgrößen hervorgehoben werden. Oskars und Pauls Liebesworte an Marie sind in komplett anderen Schriftarten gedruckt. Hier kommen Oskars Worte sehr kalt und laut beim Leser an, Pauls Worte aber zart und verspielt. Diese Spielereien mit der Typographie zeigen auf unkonventionelle Weise, dass es nicht auf den Inhalt von Worten, sondern auf die Gefühle ankommt, mit denen sie vermittelt werden.

Freitag, 11. Juni 2010

[REZENSION] Thiemeyer, Thomas - Chroniken der Weltensucher 2: Der Palast des Poseidon

Thomas Thiemeyer
Chroniken der Weltensucher 2: Der Palast des Poseidon

Verlag: Loewe
480 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3785565763
ISBN-13: 978-3785565766
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Kurzbeschreibung:
Ein griechisches Frachtschiff kämpft sich durch die schwere See vor der Inselgruppe Santorin. Steuerbord leitet der Leuchtturm von Therasia den Kapitän sicher durch die tückische Meeresströmung zwischen den beiden Hauptinseln Thera und Therasia. Doch plötzlich blinkt das Leuchtfeuer nicht mehr rechts, sondern links vom Bug des Schiffes, dann wieder rechts, dann sind auf einmal zwei Lichter zu sehen. Als würden die feurigen Augen von Skylla, dem Ungeheuer, über das Meer blicken. Und dann erhebt sich ein riesiger Fangarm mit eisernen Klauen und umklammert das Schiff. Kurz darauf ist der Frachter verschwunden. Spurlos. Wie schon etliche Schiffe zuvor, die diese Stelle kreuzten. Nur wenige Wochen nach seiner aufsehenerregenden Rückkehr aus der Stadt der Regenfresser nimmt Carl Friedrich von Humboldt den Auftrag an, nach den verschwundenen Schiffen zu suchen. Zu diesem Zweck chartert er das modernste Forschungsschiff seiner Zeit, die Calypso, und damit eine der aufregendsten Erfindungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts: die erste Bathysphäre der Welt, eine Tauchkugel, die es möglich macht, sich mehrere Stunden unter Wasser aufzuhalten. Aber dann müssen Humboldt und seine Gefährten viel länger unter der Wasseroberfläche bleiben als geplant. Mehr als 300 Meter unter dem Meer machen sie eine unglaubliche Entdeckung...

Inhalt:
Vergesst Indiana Jones, die Forschergruppe um Carl Friedrich von Humboldt ist zurück! Dieses mal auf den Spuren von Jules Verne wandelnd, führt es von Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza und Wilma in die Untiefen des Meeres.
Nur kurz ist die Atempause, die den Forschern in Berlin vergönnt ist, bevor das nächste Abenteuer an deren Tür klopft:
Vor der Inselgruppe Santorin werden Schiffe von einem vermeintlichen Seeungeheuer angegriffen und auf den Grund des Meeres gezogen. Von Humboldt bekommt von dem betroffenen Reedereibesitzer Stavros Nikomedes den Auftrag der Sache auf den Grund zu gehen, aber es gibt jemanden, der um jeden Preis der Welt verhindern will, dass von Humboldt die mysteriösen Vorfälle untersucht. Deshalb schickt die vorerst unbekannte Person der Forschergruppe einen Assassinen hinterher, der von Humboldt mit allen Mitteln aufhalten soll. Es kommt zu einem Wettrennen durch mehrere Länder bis auf den Meeresgrund auf Leben und Tod!

Eigene Meinung:
Thomas Thiemeyer entführt seine Leser nach "Die Stadt der Regenfresser" zum zweiten Mal in ein farbenprächtiges Abenteuer, das mich wiederum an alte Klassiker im Bereich der Literatur aber auch des Films erinnert hat. "Der Palast des Poseidon" entpuppt sich als wahres Wunderhorn an fantastischen Einfällen, mit Einschlägen aus dem Bereich der Science Fiction, untermauert von historisch fundierten Ereignissen. Die Reihe um die Weltensucher ist eine generationenübergreifende Serie, die ihresgleichen sucht! Für junge und ältere, weibliche oder männliche Leser, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch wenn im Vordergrund die abenteuerliche Suche nach dem vermeidlichen Seeungeheuer in den griechischen Gewässern rund um Santorin steht, so ist ferner für einen Hauch Romantik gesorgt, durch die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen Oskar und von Humboldts Nichte Charlotte anbahnt und der weiblichen Konkurrenz durch die Erfindertochter Océanne, die Charlotte ihren Oskar streitig machen will, und als typische französische Femme fatale nichts anbrennen lässt ;) Kiwi Wilma kommt in diesem Buch ganz besondere Rolle zu. Durch eine pfiffige Erfindung Charlottes entwickelt sie sich immer mehr zu einem gleichwertigen Mitglied des Forschertrupps und schleicht sich in das Herz jeden Lesers, falls sie sich dort nicht schon seit Band eins einen Platz erobert hat ;)
Ältere Leser werden mit Sicherheit genauso wie ich in Kindheitserinnerungen schwelgen an die großen Kinoklassiker wie "20.000 Meilen unter dem Meer" oder - von dem direkten Bezug zu den Borg aus Star Trek abgesehen - "Das schwarze Loch". Der Bezug zu Jules Vernes Klassiker ist von Anfang an offensichtlich, der Bezug zu Star Trek bzw. "Das schwarze Loch" wird dem Leser erst zu einem späteren Zeitpunkt der Geschichte klar, aber über dieses Geheimnis verrate ich an dieser Stelle nichts. Übrigens baut Thomas Thiemeyer geschickt eine kleine Hommage an den Autoren Jules Verne ein, indem er den begeisterten Leser seiner Abenteuerromane Oskar bei dem Erfinder Hippolyte Rimbault auf ihn treffen lässt. Verne lässt sich von Rimbault eine Yacht bauen. Oskar unterhält sich mit dem sympathischen Mann begeistert über seinen Lieblingsroman "20.000 Meilen unter dem Meer", ohne zu wissen, dass er dem Autoren dieses Buches gegenübersteht: "Haben Sie das Buch gelesen?" "Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer?" Der buschige Bart wippte vergnügt. "Kann man so sagen, oui." [...] "Netter Kerl", sagte Oskar. "Und ein Freund von guter Abenteuerliteratur. Stellt euch vor, er kennt sogar den Roman "Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer"." S.171f
Außer den bekannten Forschern, die man bereits im ersten Abenteuer ins Herz geschlossen hat, tummeln sich in der Geschichte wieder eine Menge neue charismatische Charaktere. Allen voran der ausgebuffte und skrupellose Assassine "Der Norweger", der von Humboldt und seine Freunde über mehrere Länder hinweg verfolgt und ihnen einen gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod liefert! Natürlich entkommen unsere Helden auch aus den ausweglosesten Situationen, aber ich denke, damit verrate ich kein großes Geheimnis, da bereits feststeht, dass die Chroniken der Weltensucher auf mindestens 5 Bände ausgelegt sind.
Das Ende der Geschichte hält außer dem Ausgang des mysteriösen Tiefseeabenteuers noch einige andere Überraschungen bereit und entlässt den Leser voller Vorfreude auf das nächste Abenteuer und ein Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Helden!
Das Buch ist wie bereits der erste Band in der dritten Person geschrieben. Ortswechsel und Zeitsprünge werden immer direkt am Kapitelanfang gekennzeichnet, weswegen man der Handlung immer aufs Beste folgen kann.

Aufmachung des Buches:
Der zweite Band passt mit seiner Ausstattung perfekt zum Vorgängerband der Chroniken. Eine wahre Augenweide fürs heimische Bücherregal! Außerdem befindet sich im Anhang wiederum eine "Encyclopedia Humboldtica", mit Erklärungen der historischen Ereignisse und wissenschaftlichen Fakten, die in "Der Palast des Poseidon" eine Rolle spielen. Natürlich kann man die realen Bezüge, die in Thiemeyers Romanen von Bedeutung sind, auch im Internet nachlesen, aber es ist fantastisch beim Lesen unterwegs das Nachschlagewerk gleich "griffbereit" am Ende der Geschichte zu haben.

Fazit:
Abenteuerkino für den Lesesessel - Indiana Jones und seine Kollegen müssen sich warm anziehen, wenn Thomas Thiemeyer seine Forschergruppe auf Mission schickt!

Film- und Buchtipps rund um "Die Stadt der Regenfresser":- Die vergessene Welt (2000, BBC), und das gleichnamige Buch von Arthur Conan-Doyle (dt. 1926)

Film- und Buchtipps rund um "Der Palast des Poseidon":- Das schwarze Loch (1979, Disney)
- Star Trek - The Next Generation
- 20.000 Meilen unter dem Meer (1954, Disney), und das gleichnamige Buch von Jules Verne (dt. 1874)

Reihen-Info:
Die Stadt der Regenfresser
Der Palast des Poseidon

Donnerstag, 10. Juni 2010

[REZENSION] Stiefvater, Maggie - Ballade: Der Tanz der Feen, Band 2

Maggie Stiefvater
Ballade: Der Tanz der Feen

Verlag: Pan
361 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3426283115
ISBN-13: 978-3426283110
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Kurzbeschreibung:
Auf den ersten Blick könnte man James für einen typischen Teenager halten: Er ist cool und hat stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. Aber hinter dieser Fassade verbirgt sich ein sensibler Junge und begnadeter Musiker, der auf der Suche nach der großen Liebe ist. Als James der ebenso schönen wie geheimnisvollen Nuala begegnet, schlägt sein Herz schneller hat er seine Traumfrau gefunden? Doch Nuala ist kein Mensch, sondern eine Fee, die nur zu James gekommen ist, um ihm ein Angebot zu unterbreiten: Sie kann aus ihm einen berühmten Künstler machen. Natürlich hat der Musenkuss seinen Preis: ein paar Jahre von James Leben. Schweren Herzens lehnt er ab, obwohl er sich magisch zu Nuala hingezogen fühlt. Und auch die Fee merkt, dass sie zum ersten Mal verbotene Gefühle für einen Sterblichen hegt.

Eigene Meinung:
Nach "Lamento - Im Bann der Feenkönigin" entführt Maggie Stiefvater ihre Leser mit "Ballade - Der Tanz der Feen" ein zweites Mal in das magische Reich der Feen.
Im Gegensatz zu "Lamento", wo Deirdre die Hauptrolle inne hatte, spielt nun ihr guter Freund James - zusammen mit der Leanan Sidhe Nuala - den Schlüsselcharakter. Da James in meinen Augen ein vielschichtigerer und interessanterer Charakter als Deirdre ist, hat mir "Ballade" sogar etwas besser als "Lamento" gefallen. Während der Charakter von Deirdre in "Ballade" über weite Strecken blass und oberflächlich bleibt, hat Maggie Stiefvater mit den Nebencharakteren von James´ Mitschüler Paul und seinem Englischlehrer Patrick Sullivan zwei weitere faszinierende Figuren erschaffen, die der Handlung interessante Facetten verleihen.
Erzählt wird die Geschichte von zwei Ich-Erzählern: James und Nuala. Zwischen den einzelnen Kapiteln befinden sich häufig SMS, die Deirdre an James geschrieben, aber nicht abgesendet hat und eingeleitet werden die Kapitel oftmals mit Gedichten von Steven Slaughter.
Auch wenn man nicht zwingend "Lamento - Im Bann der Feenkönigin" gelesen haben muss, da dieser Vorgängerband weitestgehend in sich abgeschlossen war, so würde ich dessen Lektüre dennoch empfehlen bevor man "Ballade - Der Tanz der Feen" liest. Die Entwicklung der Charaktere wird dadurch erst wirklich verständlich und die Beziehungen der Protagonisten untereinander sind dadurch von Anfang an besser nachvollziehbar.
Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Feen- und Elfeninterpretationen der Jugendfantasy, vermittelt Stiefvaters Dilogie ein traditionelles und altmodisches Bild. Der Grundton ihrer Geschichten ist ruhig und verhalten, die Charaktere besonnener, die Feenwesen düsterer.

Fazit:
Maggie Stiefvater ist eine großartige Erzählerin, sie schafft lebensnahe Charaktere mit Ecken und Kanten und eine unbeschreiblich faszinierende Atmosphäre, die den Leser glauben lässt, dass Feen tatsächlich unter uns weilen.

Weitere Informationen:
Auf der Website der Autorin befindet sich sowohl selbstkomponierte Musik zu "Ballade" als auch eine Playlist mit Liedern, die Maggie Stiefvater während des Schreibens gehört hat.
Wie ihre Helden Deirdre und James ist auch die Autorin sehr musikalisch und spielt Harfe und Flöte.

Reihen-Info:
Lamento - Im Bann der Feenkönigin
Ballade - Der Tanz der Feen

Sonntag, 6. Juni 2010

[REZENSION] Lossau, Jens / Schumacher, Jens - Der Elbenschlächter

Jens Lossau, Jens Schumacher
Der Elbenschlächter

Verlag: Lyx
320 Seiten, Klappenbroschur
ISBN-10: 3802582578
ISBN-13: 978-3802582578
"Wir Trolle haben da ein Sprichwort, und es geht so: Schwarze Schafe sind... ähm, na ja, schwarz. Vergiss es." S.165
Quintessenziell hat mir der erste Fall des Ermittlerduos Meiser Hippolit und Jorge, des Trolls vom IAIT - das Institut für angewandte investigative Thaumaturgie - gut gefallen.
"Der Elbenschlächter" ist ein kurzweiliger Mix aus Fantasy- und Thrillerelementen. Der Thrilleranteil hat mich zeitweise an die Geschichte von Jack, the Ripper erinnert, wobei ich den Vergleich "Fantasy für Thrillerliebhaber und Fans von Quentin Tarantino!" aus der Luft gegriffen finde. Wer zum Krügerschwein schreibt denn diese Klappentexte? Ich habe mich als Quentin Tarantino Fan an keiner Stelle dieses Buches angesprochen gefühlt.
Die Geschichte zeichnet sich besonders durch den raffinierten Wortwitz und die einfallsreichen fantastischen Spielereien des Autorenduos aus. Was zum einen ein großer Pluspunkt dieser Geschichte ist, beinhaltet für mich aber auch ein Minus: durch die zahlreichen ungewöhnlichen Eigennamen habe ich eine Weile gebraucht, um richtig in die Geschichte einzutauchen und habe mir mehr als nur einmal ein umfangreiches Glossar gewünscht.
Für mich lebt und stirbt die Geschichte eindeutig mit dem komisch naiven Charakter des Trolls Jorge. Unbedarft wie ein kleines Kind - und manchmal genau so eine Nervensäge - "Wenn ich in fahrenden Wagen lese, muss ich kübeln." ;) unterhält er den Leser mit seinen ewigen Troll-Sprichwörtern und seinem Hunger nach Krügerschweinen. Zusammen mit seinem Vorgesetzten Meister Hippolit trägt er die gesamte Handlung von "Der Elbenschlächter", da es ansonsten relativ wenige komplex ausgearbeitete Charaktere in diesem Buch gibt. Das führte zu dem weiteren Mangel, den ich für mich festgestellt habe: auf Grund der geringen Anzahl an potentiellen Elbenschlächtern, war für mich relativ früh abzusehen, wer sich hinter dem Serienkiller verbirgt.
Insgesamt trotzdem ein Serienstart mit hohem Potential, der in erster Linie durch gekonnten Genremix, Sprachwitz und die beiden sympathischen Ermittler zu überzeugen weiß! Ich vergebe diesem Buch drei Krügerschweine, äääh... Sterne und werde auf jeden Fall die für den Herbst angekündigte Fortsetzung "Der Orksammler" lesen.

Freitag, 4. Juni 2010

[REZENSION] Stewart, Paul / Riddell, Chris - Aberwitzige Abenteuer 1: Fergus Crane auf der Feuerinsel

Paul Stewart, Chris Riddell
Aberwitzige Abenteuer 1: Fergus Crane auf der Feuerinsel

Verlag: Sauerländer
222 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3794160576
ISBN-13: 978-3794160570
empfohlenes Lesealter: 8-9 Jahre

Fergus Crane und seine allein erziehende Mutter leben in einer kleinen Hafenstadt. Seine Mutter arbeitet in der Bäckerei Beiderbecker, wo es gläserne Vitrinen voller Cremehörnchen, Schokoladenmakronen und den "Echten Erzherzog-Ferdinand-Florentinern" gibt. Mrs Crane backt den ganzen Tag und zu Hause erledigt sie noch Heimarbeit für die Firma "Schicksalsreisen & Co.", sie braucht diese zusätzliche Arbeit, um über die Runden zu kommen. Zum Glück hat Fergus auf dem Schulschiff Betty-Jane ein Stipendium bekommen, so dass sich seine Mutter wenigstens keine Sorgen wegen Schulgeld machen muss.

Diese bunte Truppe ist aber nichts im Vergleich zu den Lehrern. Die Lehrer sind verschroben und kauzig. Wer steckt hinter dem Kapitän mit der Krallenhand, Mrs Blood, die eine Schwäche für Schießpulver und Kanonen hat, oder dem Schulkoch mit dem gedrechselten Holzbein?
Die Kinder werden in seltsamen Fächern unterrichtet "Höhlenerkundung für Anfänger" und "Stollenkriechen".
Als Fergus Crane eines Nachts Besuch von einem fliegenden Kästchen erhält, in dem sich folgender Brief befindet: "Fergus Crane, du bist in großer Gefahr! Ich schicke dir Hilfe. T.C. Dein seit langem verschollener Onkel Theo" und ein fliegendes Pferd aus Metall ihn zu seinem Onkel bringt, erfährt Fergus, wer seine kauzigen Lehrer in Wirklichkeit sind: eine Bande Piraten!

Nach den Klippenland-Chroniken haben der Autor Paul Stewart und der wunderbare Illustrator Chris Riddell mit den Aberwitzigen Abenteuern eine Reihe veröffentlicht, die bereits für junge Leser ab 8 Jahren geeignet ist.
Außer "Fergus Crane auf der Feuerinsel" sind auch die Abenteuer von "Lucy Sky auf hoher See" und "Hugo Pepper auf dem fliegenden Schlitten" erhältlich.
Die Bücher haben allesamt nur einen Umfang zwischen 222-272 Seiten und sind durchgehend illustriert. Die einzelnen Abenteuer sind in sich abgeschlossen und können auch unabhängig voneinander in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.
Die Symbiose von Paul Stewarts bildhafter und kindlich einfacher und doch so fesselnder Sprache und Chris Riddells einzigartigen Illustrationen sind das Geheimrezept zu der Faszination, die die Aberwitzigen Abenteuer auf die jungen oder auch älteren Leser ausübt.
Riddells Illustrationen untermalen fast jeden Satz in diesem Buch, Stewart ohne Riddell oder umgekehrt wäre einfach nicht denkbar. Man merkt den Werken dieser beiden Männer ihre langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit auf jeder Seite an.

Fergus Crane ist ein kleiner Junge, den man sofort in sein Herz schließt, aber auch die anderen witzigen und skurrilen Figuren aus "Fergus Crane auf der Feuerinsel" begeistern beim Lesen. So werden selbst Randfiguren wie die Nachbarn der Cranes in Bild und Wort detailliert beschrieben, obwohl sie eigentlich nichts zur Handlung beitragen. Aber sie verleihen dem Leben der Cranes mehr Authentizität und Facetten.

Auf der Innenseite des Schutzumschlag ist die Karte des Skorpion-Archipels abgebildet und die Protagonisten der Geschichte. Auf dem darunter verborgenen Hardcover wiederholt sich das Motiv des Schutzumschlags. Abgerundet wird das stimmige Gesamtbild durch ein kurzes Portrait des Autoren und des Illustrators am Ende des Buches, natürlich ergänzt durch Portraits der beiden, gezeichnet - wie sollte es anders sein - von Chris Riddell.

Dienstag, 1. Juni 2010

[REZENSION] Helmig, Alexandra - Kosmo und Klax - ABC-Geschichten zum Erleben (Hörbuch)

Alexandra Helmig (Autor, Sprecher), Marion Meister (Illustrator), Annette Frier (Sprecher)
Kosmo und Klax - ABC-Geschichten zum Erleben (Hörbuch)
Verlag: Mixtvision
2 CDs, Gesamtspielzeit: ca. 110 Minuten
ISBN-10: 3939435287
ISBN-13: 978-3939435280
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre

Kurzbeschreibung:
Mit Kosmo & Klax das ABC entdecken! In 26 lustigen und unterhaltsamen Geschichten entführen Schauspielerin Annette Frier und Autorin Alexandra Helmig in die Welt der Buchstaben. Zusätzlich enthält das Hörbuch 7 fröhliche Lieder und eine lustige Karaokeversion, die zum Mitsingen und Buchstabenlernen einlädt!

Eigene Meinung:
Nach dem 2009 erschienenen Kindererlebnisbuch "Kosmo und Klax - ABC-Geschichten zum Erleben" liegen die kurzen Geschichten zum Buchstabenlernen nun auch in Hörbuchform vor. Gelesen werden die Episoden von der Autorin Alexandra Helmig und der bekannten Film- und Fernsehschauspielerin Annette Frier.
Die beiden CDs im Pappschuber beinhalten insgesamt 26 Geschichten von "A wie Ameise" bis "Z wie Zirkus", 7 Lieder, bei denen man zum Mitsingen eingeladen wird durch das beiliegende Booklet, welches sämtliche Songtexte beinhaltet und in leuchtenden Farben kindgerecht illustriert ist. Abgerundet wird das Gesamtprogramm durch die Karaokeversion des "Yippie-Lieds", bei dem sich die kleinen ABC-Schüler ohne begleitenden Gesang austoben können.
Zuerst war ich ein wenig skeptisch, ob ABC-Geschichten als Hörbuch genauso gut funktionieren wie als Buch, aber ich wurde positiv überrascht.
Auf der abgedruckten Tracklist sind sämtliche Episoden von A-Z auf einen Blick einsehbar. Die einzelnen Storys haben allesamt eine Länge von nur wenigen Minuten, was die Konzentrationsfähigkeit von kleinen Kindern nicht überbeansprucht. Sie eignen sich sowohl zum mehrfachen Hören zur einfachen Unterhaltung, da es den beiden Sprecherinnen hervorragend gelungen ist, den Figuren Leben einzuhauchen und Individualität zu verleihen, als auch zum Buchstaben lernen. Allerdings ziehe ich zum Lernen des Alphabets die Lieder den Geschichten vor, wie das "ABC-Lied", "Die ABC-Ballade" oder das "Yippieh-Lied", da einige Geschichten recht abstrakte Begriffe zum Inhalt haben, die man Kindern ohne dazugehörige Illustrationen nur schwer verständlich machen kann, wie in "N wie Niemandsland".
Die "ABC-Geschichten zum Erleben" als Hörbuch sind empfehlenswert und unterhaltsam, zum erfolgreichen Erlernen des Alphabets würde ich aber das gleichnamige Buch als Ergänzung empfehlen, da dort die Begriffe noch durch die entsprechenden Illustrationen untermalt werden und das Buchstabenwissen zusätzlich durch die beiliegenden Erlebniskarten vermittelt werden kann.