Sonntag, 28. Februar 2010

[REZENSION] Pfeffer, Susan Beth - Die Welt, wie wir sie kannten, Band 1

Susan Beth Pfeffer
Die Welt, wie wir sie kannten
Verlag: Carlsen
409 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3551582181
ISBN-13: 978-3551582188
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre
"Wenn wir im Supermarkt sind, möchte ich, dass Jonny als erstes in die Haustierabteilung geht", sagte Mom.
"Jonny, du weißt, was Horton frisst.
Mrs. Nesbitt, vergessen sie nicht die Tampons für Miranda und mich. Ganz viele Schachteln.
Miranda, du gehst zu den Obst- und Gemüsekonserven. Du weißt, was wir mögen."
"Mom, wir essen kein Dosengemüse", sagte ich.
"Ab heute schon", erwiderte sie. "Dosengemüse. Obst. Und Suppen. Jede Menge Dosensuppen. Pack den Wagen so voll du kannst."
"Was ist hier eigentlich los?" fragte ich. "Kann mir das mal jemand erklären?"
"Das ist nur für den Fall, dass die Welt untergeht", sagte Jonny.
"Mom möchte, dass wir darauf vorbereitet sind."
Über die Autorin:
Susan Beth Pfeffer wollte schon in der ersten Klasse Schriftstellerin werden und ist sehr glücklich, dass es geklappt hat. "Die Welt, wie wir sie kannten" erscheint als erstes ihrer Bücher auf Deutsch. Susan Beth Pfeffer liebt Eislaufen, Kino und ungesundes Essen. Sie lebt mit ihren beiden Katzen Emily und Alexander in Middletown, New York.

Klappentext:
Was zählt, wenn jeder Tag der letzte sein könnte?
Was, wenn die Welt über Nacht nicht mehr so ist, wie wir sie kannten?
Gespannt verfolgt Miranda zusammen mit ihrer Familie und der ganzen Straße, wie ein Asteroid auf dem Mond einschlägt. Doch dann verläuft der Abend ganz anders als erwartet: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn geworfen und nichts ist mehr, wie es war. Über Nacht gerät die Welt aus den Fugen; Flutkatastrophen, Erdbeben und extreme Wetterumschwünge bedrohen die gesamte Zivilisation. Und Miranda und ihre Familie müssen lernen, dass bei großen Katastrophen gerade die kleinen Dinge zählen: Feuerholz, Klopapier, eine Dose Bohnen, Aspirin. Und dass sie alle zusammen sind.

Eigene Meinung:
Eigentlich ist "Die Welt, wie wir sie kannten" kein Roman, sondern Mirandas Tagebuch. Wir steigen im Frühling, am 17. Mai, in Mirandas Tagebuch ein, nur wenige Tage, bevor der Asteroid in den Mond einschlägt. Diesem Ereignis fiebern alle entgegen: Miranda bekommt gleich in drei Schulfächern die Aufgabe gestellt, einen Aufsatz über den Mond zu schreiben, und am Abend des bevorstehenden Asteroideneinschlags sitzt Mirandas komplette Nachbarschaft zum Grillen auf der Terasse oder direkt im Freien ausgestattet mit Fernrohren und Ferngläsern. Nach dem Einschlag sind alle schockiert: Der Mond hängt plötzlich so tief, dass er auf die Erde zu fallen scheint. Anfangs versucht jeder Ruhe zu bewahren, aber nachdem nur noch wenige Fernsehsender auf Empfang sind und diese ausschließlich Katastrophen vermelden, werden sich alle dem Ernst der Lage bewusst.
Mirandas Mutter behält in dieser Situation einen überraschend kühlen Kopf und geht am nächsten Tag mit ihren beiden jüngsten Kindern Miranda und Jonny und der Nachbarin Mrs. Nesbitt auf eine exzessive Einkaufstour, bei dem sie das Auto bis in den letzten Winkel mit allem vollladen, was wichtig erscheint: Konserven, Medikamente, Katzenfutter, Wasser, Kerzen, Feuerzeuge, Petroleumlampen und lange Unterwäsche... Moment mal: lange Unterwäsche? Bis zum Winter ist doch alles wieder normal und Mirandas Mutter denkt doch nicht wirklich, dass Miranda lange Unterhosen tragen wird?
Stellenweise wirkt die Geschichte etwas pathetisch, und im Gegensatz zu anderen Familien kommt Mirandas Familie tatsächlich mit einem blauen Auge davon. Aber das geschieht nicht durch ein Wunder, sondern in erster Linie durch den Einsatz der Mutter, die für ihre Kinder kämpft, sogar auf Kosten der eigenen Gesundheit. Sehr packend fand ich die Kritik an den Vertretern der Kirche, die die Gläubigkeit ihrer Gemeindemitglieder zu ihrem Vorteil ausnutzen. Oder die fehlende Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Betroffenen: in dieser Ausnahmesituation ist sich jeder selbst der nächste, nur das Überleben der eigenen Familie zählt!
Wir begleiten Miranda fast ein ganzes Jahr, durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter, das Tagebuch endet mit einem Eintrag vom 20. März. Tatsächlich werden einige Sachen etwas plötzlich vorangetrieben, wie die extremen Auswirkungen aufs Klima, und auch die Wende zum Schluss geschieht recht abrupt. Nur... kann einer von uns beweisen, dass die hier geschilderten Auswirkungen des Asteroideneinschlags übertrieben sind? Dieses Buch ist eine DYSTOPIE, dass uns an Hand einer fiktiven Familie zeigen will, was passieren KÖNNTE, deshalb nehme ich es mir nicht heraus Mängel an übertrieben wirkenden Darstellungen festzustellen, denn ich kann nicht beurteilen, ob es wirklich Übertreibungen sind! Tatsache ist: das Buch zeigt Auswirkungen, die JEDERZEIT JEDEN von uns nach einer Katastrophe treffen könnten. Die Geschichte soll klar machen, dass die Prioritäten nach einer Katastrophe verschoben werden, auch wenn Miranda ab und zu von einem Eis oder Schokolade träumt, weiß sie doch, das Wichtigste in dieser Situation ist es nicht alleine zu sein.

Aufmachung des Buches:
Fand ich das Buch anfangs noch recht schlicht, muss ich nach beendeter Lektüre sagen, dass die Covergestaltung perfekt den Inhalt wiedergibt. Die karge Winterlandschaft, das von der Außenwelt abgeschnittene Haus und der Mond, der scheinbar auf die Erde zu stürzen scheint. Alles grau in grau gehalten, weil die weltweiten Vulkanausbrüche den Himmel verdunkelt haben.

Fazit:
Nach dieser Lektüre macht man sich Gedanken darüber, wie kostbar fließendes Wasser, Strom, mehrere Mahlzeiten am Tag und warme Unterwäsche sind, alles Sachen, die uns selbstverständlich scheinen...
Ein aufrüttelndes, nachdenklich stimmendes Buch, das den Leser durch den gewählten Tagebuchstil direkt am Geschehen teilhaben lässt.

Reihen-Info:
Die Welt, wie wir sie kannten
Die Verlorenen von New York (April 2011)
Band 3 noch ohne Veröffentlichungstermin

Freitag, 26. Februar 2010

[REZENSION] Talbot, Julia - Dämonenherz

Julia Talbot
Dämonenherz
Verlag: Marion von Schröder
416 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3547711657
ISBN-13: 978-3547711653

Inhalt:
Anna ist eine ambitionierte, aber erfolglose PR-Agentin. Zusammen mit ihrer Freundin Vicky betreibt sie eine kleine Agentur im Herzen von Wiesbaden. Eines Tages glaubt sie das große Los gezogen zu haben, als sie von ihrer ehemaligen Mitschülerin Sandrine einen großen Auftrag erhält - im Gegensatz zu Anna ist Sandrine reich und berühmt, aber eine eiskalte Schlange. Sie tut Annas Arbeit als Freundschaftsdienst ab und entlässt sie - am Boden zerstört - aus ihrem Büro. Durch Sandrine hört Anna jedoch von einem anderen "Großen" aus der Welt der reichen und berühmten Geschäftsleute: Carl Weller! Er könnte die letzte Rettung für Annas kleine Agentur sein. Zufällig kommt sie mit Weller in Kontakt und verliebt sich in diesen schönen und geheimnisvollen Mann. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht übernimmt sie den Job als seine neue Agentin, Privat- und Geschäftsleben vermischen sich auf eine unheilvolle Weise... Carl Weller ist kein Mensch. Um Macht und Reichtum zu erlangen, ist er einen Pakt eingegangen. Kann er erlöst werden? Kann Anna ihn und sich retten?

Eigene Meinung:
Der Verlag wirbt auf der Rückseite des ansprechend gestalteten Schutzumschlags mit den Worten: "Die dunkle Seite der Romance: spannend, prickelnd und geheimnisvoll." - gehalten wird dieses Versprechen in meinen Augen nicht.
Schon lange habe ich mich bei einer Lektüre nicht mehr so gelangweilt. Man nehme: eine erfolglose junge Frau die sich in einen reichen Geschäftsmann verliebt, ein bisschen belangloses Liebesgeplänkel, Streit mit der langjährigen Freundin und Geschäftspartnerin - die sich im Laufe der Geschichte mit der feindlichen Seite verbündet, und um alles geschmacklich abzurunden: eine Prise Unsterblichkeit und ein paar Dämonen, damit verleihe ich dem ganzen den Stempel "Fantasy", das lockt mehr Leserinnen an als ein einfacher Liebesroman.
Das ganze Buch trieft nur so vor Klischees. Ich habe durchaus nichts gegen eine schöne Liebesschmonzette einzuwenden, aber dieses Buch war nichts Halbes und nichts Ganzes, als hätte sich die Autorin nicht entscheiden können, ob sie lieber einen Liebesroman oder ein Fantasybuch schreiben soll.
Ich vergebe deshalb noch 2 Sterne für diese Geschichte, weil die Autorin einen recht angenehmen Schreibstil hat und ich es immerhin geschafft habe das Buch zu Ende zu lesen. Der einzige Lichtblick in diesem ansonsten recht langweiligen Buch waren die Szenen mit Annas Vater. Er war mir auf Anhieb sympathisch und in den Passagen mit ihm blitzte ab und zu tatsächlich Humor und Witz auf, die die Geschichte auflockerten. Der Rest der Charaktere bliebt mir durchgehend unsympathisch, noch nicht einmal mit Anna bin ich im Laufe der Geschichte warm geworden.

Donnerstag, 25. Februar 2010

[REZENSION] Rowe, Stephanie - Es kann nur eine geben, Band 1

Stephanie Rowe
Es kann nur eine geben, Band 1
Verlag: Lyx
336 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3802582985
ISBN-13: 978-3802582981

Inhalt:
Justine Bennett führt als Wächterin des Kelchs der ewigen Jugend ein ziemlich eintöniges Leben. Doch das ändert sich schlagartig, als der gut aussehende Derek LaValle vor ihrer Tür steht. Um einen Fluch zu brechen, muss er die Hüterin des Kelchs töten. Eigentlich eine seiner leichtesten Übungen, wäre die nicht so verdammt sexy...

Eigene Meinung:
Die Geschichte um Justine Bennett und Derek LaValle ist ein lustiger Lesespaß, um einfach mal ein paar Stunden vom grauen Alltag abzuschalten.
Das Buch wimmelt nur so von verrückten Figuren. Neben der Wächterin Justine Bennett und Derek LaValle, der einen Familienfluch brechen will, der alle LaValle-Männer im Alter von 31 Jahre, 46 Wochen, 4 Tagen, 6 Stunden, 3 Minuten und 5 Sekunden sterben lässt, wären da u.a. noch: Justines Freundin Theresa Nichols, die seit fast 200 Jahren nach einer unfreiwiligen Verwandlung im Körper eines gut 3 Meter großen Drachen festsitzt, der Kelch der ewigen Jugend namens Mona, der die Fähigkeit besitzt, sich in jeden Gegenstand verwandeln zu können, und derzeit das Aussehen einer ultramodernen Espressomaschine besitzt. Türsteher Xavier mit seinen großen Suggestionskräften und Dereks Bruder Quincy, der nicht an den Familienfluch der LaValles glaubt, und seinen Bruder am liebsten in Behandlung eines Psychiaters sehen würde...
Das Pro der Geschichte war für mich aber auch ein Kontra: Die vielen Haupt- und Nebencharaktere wechseln oftmals innerhalb eines Kapitels, und wenn ich mich von dem lockerleichten Schreibstil der Autorin hatte einlullen lassen, musste ich manchmal eine Seite zurückblättern, um nachzulesen, welche Charaktere gerade am agieren waren.

Fazit:
Ein witziges, leichtes Lesevergnügen für einige Stunden, dass mir aber nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben wird. Die Fortsetzung "Schau mir in die Augen, Kleiner!" mit Theresa Nichols als Hauptcharakter wird im Juni 2010 bei Lyx erscheinen.

Inhalt der Fortsetzung:
Ein Fluch hält Theresa Nichols im Körper eines Drachen gefangen. Klar, dass sie deshalb seit ewigen Zeiten kein aufregendes Date mehr hatte. Ihr einziges Vergnügen ist das Internet, und hier lernt sie auch den Privatdetektiv Zeke kennen. Als dieser ihr ein romantisches Treffen vorschlägt, gerät Theresa in Bedrängnis - sie muss sich schnellstmöglich aus ihrer Drachengestalt befreien. Doch ist es wirklich klug, zu diesem Zweck einen Pakt mit Satan einzugehen? Zu allem Überfluss hat jemand einen Preis auf Theresas Kopf ausgesetzt. Und als ehemaliger Drachenjäger wäre es eigentlich Zekes Aufgabe, sie zu töten...

[REZENSION] Honisch, Ju - Salzträume 1

Ju Honisch
Salzträume 1
Verlag: Feder & Schwert
574 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3867620628
ISBN-13: 978-3867620628

Kurzbeschreibung:
Wir schreiben das Jahr 1865. Im Ausseer Land, einem österreichischen Landstrich von mystischer Schönheit, entwickelt ein skrupelloser Erfinder mit Unterstützung eines mächtigen Magiers eine schreckliche Waffe. Die Maschine soll magische Energie in militärische Zerstörungskraft umwandeln. Dazu wurde die Jagd auf die mythischen Fey freigegeben, deren Lebenskraft die Waffe antreiben soll.
Charlotte von Sandling, eine junge Frau mit Mut und Prinzipien, befreit einen Feyon aus der Gefangenschaft der Jäger, wodurch sie selbst zur Gejagten wird. Als sie auf der gemeinsamen Flucht im Berg eingeschlossen werden, muß sie feststellen, daß ihr Begleiter nicht so harmlos und nett ist wie bisher gedacht.
Zur selben Zeit suchen der britische Ex-Agent Delacroix und sein Freund, der Magier McMullen, nach einem verschwundenen Jungen. Als die beiden kurze Zeit später ebenfalls wie vom Erdboden verschluckt sind, ruft dies drei äußerst tatkräftige Damen in die Gegend, die ihre Liebsten wiederfinden und retten wollen. Da es in der Vergangenheit des Trios pikante Überschneidungen hinsichtlich der Männer gab, gestaltet sich die Zusammenarbeit der Damen nicht immer reibungslos.
Das Wohl und Wehe der Menschen und der Fey hängt jedoch davon ab, daß es gelingt, gemeinsam das Unheil abzuwenden, das nicht nur die Fey, sondern auch die Ausgewogenheit der Welt an sich bedroht.
Zwischen Intrige und Selbstlosigkeit, Lüge und Ehrlichkeit, Gewalt und Liebe lassen die Mächte der Berge Mensch und Fey ihren Weg suchen, der ins Leben führen kann, aber auch in den Tod.

Eigene Meinung:
"Salzträume" ist in zwei Teilen im Verlag Feder & Schwert erschienen (Erscheinungstermin Okt. und Nov. 2009). Die Protagonisten, die in der Geschichte mitspielen, hatten teilweise bereits in "Das Obsidianherz" tragende Rollen. Manchmal hätte ich mir Vorkenntnisse aus "Das Obsidianherz" gewünscht, dass ich bislang leider nicht gelesen habe, aber man kann "Salzträume" durchaus ohne Kenntnis des Vorgängers lesen.
Ju Honisch hat ihre eigene Fantasywelt mit historischen und romantischen Elementen geschaffen. Für einen phantastischen Roman hat sie mit Österreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen ungewöhnlichen Schauplatz ausgewählt, aber gerade darin liegt der außergewöhnliche Reiz dieses Buches.
Die Protagonisten sind alle sehr gut ausgearbeitet, und das bei so vielen Hauptpersonen! Und die handelnden Personen sind mitnichten 08/15-Fantasy-Charaktere - ganz im Gegenteil. Ju Honisch schafft eine ganz neue Sicht auf die Sí oder Feyon, die alle Wesen beinhalten, die "anders" sind. Zwar kommt auch - mal wieder - ein Vampir in der Geschichte vor, aber selbst Graf Arpad entspricht nicht dem gängigen Bild eines Blutsaugers. Des Weiteren begegnen einem im Verlauf des Buches Dryaden, Wassermänner und Elementargeister, deren Wesen sich nicht in Worte fassen lassen. Dieses Buch schillert in vielen Facetten und ständig gibt es neue Geheimnisse und neue Wesen zu entdecken.
Verschiedene Handlungsstränge werden zu einem homogenen Ganzen verknüpft. Durch den Wechsel zwischen vier Erzählsträngen, die allesamt äußerst spannend sind, wird die Neugierde des Lesers ständig angeheizt. Ich für meinen Teil konnte mich nur sehr schwer von dem Buch losreißen.
Wer gerne ungewöhnliche Fantasyromane liest, die auch Elemente aus anderen Genres in sich vereinen, sollte zu diesem Roman greifen, der aber zuerst zu dem erwähnten, von mir noch nicht gelesenen "Das Obsidianherz".
Das Buch endet zwar mit einem extremen Cliffhanger, aber da der Verlag die beiden Teile von "Salzträume" innerhalb eines Monats veröffentlicht hat, kann damit wohl auch der neugierigste Leser leben ;)

Aufmachung des Buches:
Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hatte, sind mir das unhandliche Format und das sehr kleine Schriftbild negativ ins Auge gefallen. Das Buch ist sehr dick und hat dazu noch ein recht kleines Format, so dass es auf Dauer etwas unbequem zu Händeln ist.
Der Roman ist in der alten Rechtschreibung verfasst, anscheinend ein Markenzeichen des Verlags Feder & Schwert. Das ist mir zwar gleich nach wenigen Seiten aufgefallen, hat mich aber beim Lesen nicht weiter gestört.
Das etwas düster gehaltene Coverbild mit den Maschinenelementen und den Salzkristallen greift auf gelungene Weise den Inhalt des Romans auf.

Mittwoch, 24. Februar 2010

[REZENSION] Bellinda / Dorota Wünsch - Fenna

Bellinda, Dorota Wünsch
Fenna
Verlag: Mixtvision
104 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 393943521X
ISBN-13: 978-3939435211
empfohlenes Alter: ab 6 Jahren

Inhalt:
Fenna und ihre Eltern sind umgezogen. In ihrem neuen Zuhause erlebt Fenna einen Sommer voller Überraschungen und verrückter Geschichten. An ihrer Seite sind die sonderbare Haushälterin Frau Schnittchen und die neunmalkluge sprechende Katze Fräulein Ellie.

Eigene Meinung:
Das Besondere an diesem Buch sind nicht die lustigen Quatschgeschichten, die sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen geeignet sind, sondern die Aufforderung, dass Buch selbst mitzugestalten:
Ein Buch zum Mitillustrieren, wie geht das eigentlich?
In dem Buch befinden sich viele Bilder, die man mit Buntstiften und Wasserfarben ergänzen kann oder freie Stellen, an denen man der Geschichte eigene Zeichnungen hinzufügen kann.
Desweiteren werden die Quatschgeschichten aufgelockert durch verschiedene Spezialpapiere zwischen den eigentlichen Buchseiten: in einer Spiegelfolie kann man eine Seite der Geschichte lesen, die im Buch spiegelverkehrt abgedruckt ist. Durch das blaue Transparentpapier bekommt die Meeresszenerie erst das richtige Ambiente und man meint inmitten der Fische unter Wasser zu sein. Oder man folgt Fenna und Frau Schnittchen in den Keller und malt Monster und Gespenster mit einem silbern schimmernden Bleistift auf das schwarze Tonpapier... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Zu Beginn des Buches findet man eine eindeutige Aufforderung zur Mitgestaltung:
Hab keine Angst: Du darfst in das Buch kritzeln, malen, Sachen einkleben und das Papier gestalten, wie du magst. Mach also mit und erzähl die Geschichte mit deinen eigenen Bildern!
Besonders gelungen finde ich, dass sich das Kind, das die Geschichten illustriert hat, am Ende des Buches auf einer Doppelseite mit Informationen zu den Autorinnen Bellinda und Dorota Wünsch als dritte/r Autor/in verewigen kann.
Eine total süßes Mitmachbuch und eine bleibende Erinnerung für Eltern und Kind!

[REZENSION] Poznanski, Ursula - Erebos

Ursula Poznanski
Erebos
Verlag: Loewe
485 Seiten, Klappenbroschur
ISBN-10: 3785569572
ISBN-13: 978-3785569573
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Erebos ist ein Spiel.
Es beobachtet dich,
es spricht mit dir,
es belohnt dich,
es prüft dich,
es droht dir.

Erebos hat ein Ziel:
Es will töten.

Du kennst die Regeln:
Du hast nur eine Chance Erebos zu spielen.
Du musst dabei immer allein sein.
Du darfst mit niemandem über Erebos reden.

Wenn du dagegen verstößt oder deine Aufgaben nicht erfüllst, bist du draußen!

Erebos geht als Raubkopie in Nicks Schule von Hand zu Hand. Eines Tages bekommt auch Nick eine Kopie des Spiels und ist innerhalb kürzester Zeit süchtig danach. Was aber noch merkwürdiger als die Regeln ist: Erebos erteilt Aufträge, die nicht in der virtuellen Welt, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen.
Was zuerst sehr fantastisch anmutet, entwickelt sich immer mehr zu einem atemberaubenden Thriller...

So schnell wie bei Erebos habe ich mich schon lange nicht mehr durch fast 500 Seiten gelesen. Am Anfang dachte ich noch: Computerthriller, aha... weder spiele ich gerne PC-Spiele, noch falle ich unter das empfohlene Lesealter des Verlags. Aber Erebos lässt einen genau wie das Spiel nicht mehr los! Man liest, wie Nick beim Spielen grundlegende Dinge wie Essen und zur Toilette gehen vergisst, und verhält sich als Leser - und ihm beim Spielen über die Schulterschauer - kaum anders.
Außer einem fantastisch aufgebauten Spannungsbogen und geschickt gestellten Rätseln, die mich bis zum Schluss im Unklaren darüber gelassen haben, worin das eigentliche Ziel von Erebos besteht, hat mich vor allen Dingen die Realitätsnähe beeindruckt. Hatte nicht fast jeder schon einmal eine Phase, in der er computer-/fernseh-/lese- oder internetsüchtig war, und darüber soziale Kontakte vernachlässigt hat? Dieses Buch zeigt auf äußerst spannende Weise die Gefahren sozialer Verarmung auf, und hat Parallelen zu den Geschichten von Amokläufern an Schulen, die augenscheinlich durch Computerspiele beeinflusst waren - diese Assoziation hatte ich hauptsächlich wegen einem Charakter am Ende des Buches, wer das war, wird hier natürlich nicht verraten - lest selbst!

Fazit:
Ein zu Beginn sehr fantastisch anmutender atemberaubender Thriller, den ich durchweg allen Altersklassen empfehlen kann!

Montag, 22. Februar 2010

[REZENSION] Belitz, Bettina - Splitterherz, Band 1

Bettina Belitz
Splitterherz, Band 1
Verlag: script5
630 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3839001056
ISBN-13: 978-3839001059
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Etwas hat sich verändert.
Ich kann es wittern.
Die Luft ist weicher geworden,
der Wald grüner,
der Nachthimmel schwärzer.
Der Mond weint,
eine neue Seele ist da.
Sie ist zart und wild zugleich.
Sie hat Widerhaken.
Sie schmeckt köstlich.
Inhalt:
Weil ihr Vater eine neue Stelle antritt, verschlägt es die 17jährige Ellie Sturm aus Köln in ein kleines abgelegenes Dorf im Westerwald. Ihre Eltern sind von der neuen Umgebung begeistert und blühen regelrecht auf, während Ellie von Anfang an Probleme hat sich in Kaulendorf einzuleben. Die neuen Mitschüler sehen in ihr nur die arrogante Großstadtpflanze, die alten Freundinnen aus Köln melden sich kaum noch, und wenn, dann haben sie sich nichts Wichtiges mehr zu sagen. Ellies Ausflüge in die Natur enden in Katastrophen und so fängt sie an sich in Tagträume zu flüchten. Überhaupt legt sie neuerdings eine unerklärliche Müdigkeit an den Tag und fällt immer öfter stundenlang in Schlaf. Ellies Großstadtfassade - die sie sich vor Jahren nur deshalb angeeignet hat, um in Köln keine Außenseiterin zu sein - fängt immer mehr an zu bröckeln. Grund dafür ist der mysteriöse Colin, der in ihr Innerstes zu blicken scheint und dort die wahre Ellie sieht.
Lesen sich die ersten 200 Seiten noch wie eine recht alltägliche Teenagergeschichte, nimmt die Handlung auf einmal eine unerwartete Wendung, als Ellie Colin ihrem Vater vorstellt. Die beiden können sich von Anfang an nicht riechen. Es kommt zum Eklat als Ellies Vater voller Zorn Colin aus dem Haus wirft und ihm und seiner Tochter den weiteren Umgang miteinander untersagt.

Eigene Meinung:
Nein, nicht schon wieder ein Vampir! Um es mit Colins Worten zu sagen: "Ach, ihr mit euren ewigen Vampiren, als gäbe es nichts anderes." Bettina Belitz lässt in ihrem Buch keine Blutsauger aufleben, sondern eine ganz andere fantastische Spezies. Es gibt wichtigeres als Blut, was man einem Menschen nehmen kann!
Das Buch ist unterteilt in die vier Jahreszeiten Frühling, Frühsommer, Sommer und Altweibersommer, in denen wir an der Entwicklung Ellies und ihrer Beziehung zu Colin teilhaben. Das ganze Buch ist aus der Ich-Perspektive von Ellie geschrieben, was den Sog der Geschichte auf den Leser noch erhöht. Durch diese Erzählperspektive lernt der Leser den Charakter Ellie außerdem von "Innen" kennen und durchschaut von Anfang an die Großstadtfassade, die sich Ellie ja nur auferlegt hat, um ihren eigentlichen Charakter zu verstecken. Der Leser sieht von Anfang an die empathische und schüchterne Ellie, die "wahre" Ellie. Überhaupt kann man sich dem Schreibstil von Bettina Belitz nur schwer entziehen. Ihre Beschreibungen der Menschen und der Umgebung sind so detailliert und plastisch, dass man meint die Blumen im Garten und den Pferdestall nicht nur zu sehen, sondern förmlich riechen zu können.
Obwohl das Buch über 600 Seiten stark ist, hatte ich es in nur 2 Tagen gelesen. Man fühlt sich in der Geschichte um Ellie und Colin einfach wohl und die Spannung trägt ihren Teil dazu bei, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legen möchte. Manchmal hätte ich gerne ein paar Seiten voraus geblättert, um meine Neugierde zufriedenzustellen. Die zarte Liebesgeschichte kommt ohne Sexszenen aus, und es war eine Wohltat nicht auf jeder Seite lesen zu müssen, dass Colin oder Ellie überirdisch schön sind, wie man das aus einer anderen Fantasybuchreihe kennt ;)
Obwohl das Buch offen endet, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Trotzdem freue ich mich natürlich, dass Ellies und Colins Geschichte auf drei Bände ausgelegt ist und ich die beiden wiedertreffen werde.

Aufmachung des Buches:
Das Buch besticht mit einem wunderschön gestalteten Umschlag. Die zarten Blüten und der Titel sind teilweise farblich und mit Spotlack hervorgehoben. Alles wirkt sehr naturverbunden durch den Recyclingpapierumschlag, und die Blüten, Waldbeeren und Nachtfalter, die einen Bezug zur Geschichte darstellen.

Fazit:
Ein Roman nicht nur für Jugendliche. Diese ungewöhnlich schöne Geschichte wird Leser aller Altersklassen bezaubern. Das Buch gehört bereits jetzt zu meinen Lesehighlights 2010 und ich kann es kaum erwarten, wie es mit Ellie und Colin weitergeht!

Reihen-Info:
Splitterherz
Scherbenmond (Januar 2011)
Band 3 noch ohne Veröffentlichungstermin

Sonntag, 21. Februar 2010

[FILM-REZENSION] Coraline

Redakteur: Anette Leister

Titel: Coraline
Regie: Henry Selick
Darsteller: Dakota Fanning, Bill Mechanic, Christopher Murrie, Luisa Wietzorek, Pete Kozachik u.a.
Studio: Universal
Reihe: -/-
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: ca. 107 Minuten



CORALINE

Freitag, 19. Februar 2010

[REZENSION] Plaschka, Oliver - Die Magier von Montparnasse

Oliver Plaschka
Die Magier von Montparnasse
Verlag: Klett-Cotta
427 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3608938745
ISBN-13: 978-3608938746

Inhalt:
"Zauberer nähren sich von der Verwirrung des Publikums wie Vampire von der Unschuld ihrer Opfer."
Paris 1926, ein Varieté am Montparnasse. Eigentlich wollten der Magier Ravi und seine Assistentin Blanche nur einen harmlosen Bühnentrick aufführen. Doch dann wird Ravi gezwungen, die älteste Regel der Zaubererzunft zu brechen: Er setzt echte Magie ein.
Die geheime Société, die über alle Magie wacht, ist alarmiert und sendet ihre Vertreter aus, um Ravi und Blanche zu bestrafen.
Die Zeit steht still in Paris, nur die Magie überdauert Tag für Tag. Die normalen Menschen, die in diesen Kampf zwischen Traum und Wirklichkeit gezogen werden, wissen gar nicht was ihnen geschieht...

Aufbau:
Die Geschichte wird im Wechsel zwischen folgenden Personen erzählt:
- Ravi, der Magier
- Blanche, seine Assistentin
- Justine, eine Kellnerin im Jardin
- Alphonse, ihr Chef
- Esmée, seine Frau
- Gaspard, ein erfolgloser Schriftsteller
- Barneby, ein Entsandter der Société
...und erstreckt sich über sieben Tage - immer wieder Sonntag, in denen zwar für alle die Zeit stillsteht, aber mit dem Unterschied, dass die Magier über diesen Zustand Bescheid wissen und für sie das Leben und die Ereignisse fortlaufen, und die nicht der Magie mächtigen Personen immer wieder den ersten dieser sieben Sonntage erleben, an dem die Zeit begann still zu stehen, und die Ereignisse vom Vortage vergessen haben.

Fazit:
Oliver Plaschka hat einen wunderbaren Schreibstil und die Aufmachung des Buches ist außergewöhnlich schön. Das Cover passt hervorragend zum Paris des Jahres 1926, und in der vorderen und hinteren Buchklappe sind je eine sw-Karte des Carrefour Vavin und von Montparnasse abgebildet. Außerdem scheint es bei der Edition Hobbit-Presse des Klett-Cotta Verlags zum Standard zu gehören, dass dem Buch ein zum Cover passendes Lesezeichen beiliegt.
Doch leider konnte mich das Buch inhaltlich nicht überzeugen:
Die Perspektivwechsel zwischen 7!!! verschiedenen Personen haben mich eher verwirrt als gefesselt und leider baut sich auch sonst kein Spannungsbogen in dieser Geschichte auf, der einen die Seiten nur so überfliegen lassen würde. Ich fand zwar die Idee, die diesem Roman zugrunde liegt, ausgesprochen interessant, würde das Buch aber kein zweites Mal lesen wollen. Denn spätestens am dritten oder vierten Sonntag wird die Handlung monoton und man erwartet schon gar nicht mehr, dass irgendetwas Aufregendes passiert.
Allerdings würde ich dem Autoren Plaschka durchaus eine zweite Chance geben, denn ich habe schon lange kein sprachlich so gut geschriebenes und ausgefeiltes Buch mehr gelesen!

Donnerstag, 18. Februar 2010

[REZENSION] Na, Baek Hee / Soo, Kim Hyang - Wolkenbrot

Baek Hee Na / Kim Hyang Soo
Wolkenbrot
Verlag: Mixtvision
42 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3939435198
ISBN-13: 978-3939435198
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren

Inhalt:
Bereits am frühen Morgen, als der kleine Kater die Augen aufmacht, regnet es draußen in Strömen. Er und seine kleine Schwester ziehen ihre sonnengelben Regenjacken an und gehen hinaus in den Regen.
Sie fangen eine kleine Wolke, die sich in den Ästen eines Baumes verfangen hat und bringen sie nach Hause zu ihrer Mutter, die daraus leckere Wolkenbrötchen backt.

Eigene Meinung:
Dieses Buch besticht vorrangig nicht durch die Geschichte, sondern durch die wundervoll poetischen und ungewöhnlichen Bilder. Die kleinen Details sind es, die einem als Erwachsener sofort ins Auge fallen: die leckeren Wolkenbrötchen, die so aussehen, als könnte man sie direkt von der Buchseite greifen und essen. Die Rezeptbeschreibung, wo in mehreren mit kurzen Kommentaren versehenen Bildern gezeigt wird, wie Mama Katze die Wolkenbrötchen backt.
Ich habe mir das Buch zusammen mit meiner 2 1/2 jährigen Tochter angesehen, die zwar die Geschichte noch nicht komplett verstanden hat, aber trotzdem viel Spaß beim Anschauen der Bilder hatte. Denn es werden viele einfache Dinge dargestellt, die ein Kind in diesem Alter schon kennt. So hat sie die Katzen im Bett mit "Maumau heia" kommentiert und als die kleinen Katzen ihre Regenmäntel anziehen "Maumau byebye". Als die ganze Katzenfamilie am Frühstückstisch sitzt, hieß es "Maumau jamjam" und wenn die kleinen Katzen sich auf dem Weg zu ihrem Vater ins Büro befinden, hat meine Tochter die Autos, den Bus und die Brötchen entdeckt, und alles begeistert kommentiert.

Aufmachung des Buches:
Im Vordergrund stehen eindeutig die großformatigen, oftmals über eine Doppelseite gehenden Bilder. Die Texte sind kurz gewählt und in einem sehr großen Schriftbild gedruckt, was ich beim Vorlesen als sehr angenehm empfunden habe, da ich beim Vorlesen oftmals das Buch weiter weg von mir halte, weil sich meine Tochter während des Vorlesens in meinen Arm kuschelt. Auch für Erstleser ist dieses große Schriftbild bestens geeignet.

Fazit:
Ein Bilderbuch für kleine und große Menschen.
Erwachsene Bilderbuchliebhaber werden sich von den wundervollen Bildern nicht losreißen können. Größere Kindergartenkinder und Erstleser werden ihren Spaß an der Geschichte haben und die ganz Kleinen freuen sich an den Details, die sie auf den Bildern entdecken können.
Eine ganz klare Kaufempfehlung. Der Titel "Buch des Monats" der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur E.V. ist im August 2009 zu Recht an dieses Buch gegangen!

Dienstag, 16. Februar 2010

[QUICKIE-REZENSION] Hutchinson, Barry - Invisible Fiends 1: Mr. Mumbles kehrt zurück

Barry Hutchinson
Invisible Fiends 1: Mr. Mumbles kehrt zurück
Verlag: Gulliver bei Beltz
208 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3407741979
ISBN-13: 978-3407741974
empfohlenes Lesealter: 10-15 Jahre

Kurzbeschreibung:
Kennst du sie noch, deine unsichtbaren Freunde aus Kindertagen? Oder hast du sie verstoßen? Sieh dich vor. Denn sie werden dich finden. Und dann lauf um dein Leben! Ein Winterabend, Kyle ist allein zu Hause. Es klopft an der Haustür. Überraschung! Draußen steht Mr Mumbles , Kyles Fantasiefreund von früher. Mr Mumbles sieht allerdings erschreckend real aus. Und Mr Mumbles will auch nicht mehr spielen er trägt jetzt eine Axt! Kyle flieht in Todesangst und macht eine schreckliche Entdeckung: Es gibt eine Parallelwelt der vergessenen Freunde. Dort sind sie alle versammelt, die einst netten unsichtbaren Spielkameraden. Sie wollen zurück in die Welt der Menschen, sie wollen Vergeltung. Doch dazu brauchen sie Kyle. Mr Mumbles Besuch ist erst der Anfang ... Der Auftakt zu einer atemberaubenden Horrorreihe!

Für Erwachsene zu eindimensional in der Handlung, aber für die Zielgruppe von 10-15 Jahren sicherlich ein gruseliges Lesevergnügen!
Achtung: Der Einstiegsband in die Serie "Invisible Fiends" endet mit einem echt horrormäßigen Cliffhänger!

Montag, 15. Februar 2010

[REZENSION] Fairchild, Melissa - Die Geheimnisse des Brückenorakels 1: Himmelsauge

Melissa Fairchild
Die Geheimnisse des Brückenorakels 1: Himmelsauge
Verlag: Pan
382 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3426283123
ISBN-13: 978-3426283127
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre
Damit sich Feenreich und Welt der Sterblichen vereinen,
muss der Königin Erstgeborener den Thron besteigen.
Über die Autorin:
Als Kind liebte sie nichts mehr, als sich von ihren Eltern an langen Abenden, wenn der Regen kalt gegen die Fensterscheiben prasselte, die Geschichten von William Shakespeare erzählen zu lassen und sich in eigene Phantasiewelten zu träumen.

Inhalt:
In einem Londoner Krankenhaus kommt ein Junge ohne Gedächtnis zu sich. Irgendetwas an ihm ist rätselhaft: er hat einen Sprung vor die Londoner U-Bahn mit schweren Verletzungen überlebt, die innerhalb weniger Tage heilen. Doch bevor er wieder völlig genesen kann, ist ihm ein unheimlicher Gegner auf der Spur, der ihn bereits an dem Tag gejagt hat, als er vor die U-Bahn sprang: Kellen, ein Goblin aus dem Feenreich!
Auf der Flucht vor ihm bekommt er Hilfe von einem Wächter aus dem Feenreich, der Elfe Brucie, den im Verborgen lebenden magischen Bewohnern von London, und einem ganz normalen menschlichen Mädchen namens Hannah.

Eigene Meinung:
Ich liebe London, und seit ich mit Begeisterung Neil Gaimans Roman "Niemalsland" verschlungen habe, träume ich von einer Welt Londons, die parallel zur Menschenwelt existiert. Nur sind es in Melissa Fairchilds keine Ober- und Unterwelt, die nebeneinander existieren, sondern die Welt der Sterblichen und das Feenreich, die über sogenannte Brücken miteinander verbunden sind. Diese Brücken existieren nur noch vereinzelt und sind nicht alle das ganze Jahr über begehbar. So gibt es im Observatorium von Greenwich eine Brücke, die über eine Maschinerie gestartet werden muss, die Brücke in Shakespeares Globe Theatre kann nur am längsten Tag des Jahres - dem Mittsommertag - genutzt werden, und um die Brücke in Stonehenge nutzen zu können, braucht man eine Kombination, die zwischen den Steinen hindurchführt.
Melissa Fairchild liebt Shakespeare und sein London, und das liest man aus jeder Seite dieses wunderbaren Buches heraus.
Die detaillierten Beschreibungen der zahlreichen fantastischen Figuren und der Stadt haben mich begeistert, auch deshalb, weil ich schon unzählige Male in London war und die Plätze alle wiedererkannt habe.
Neben altbekannten Figuren der Feenwelt wie Elfen, Goblins und Kobolden, hat Melissa Fairchild auch weniger bekannte und neue Charaktere in ihre Geschichte integriert, wie Grimalkins, eine Mischung aus Mensch und Katze, oder Wölfe mit Steinaugen, die der Feenkönigin in einer ganz besonderen Weise zu Dienste stehen.
Das Buch endet zwar nicht komplett offen, dennoch bleiben viele grundlegende Rätsel ungeklärt, so dass ich der Fortsetzung, die im Herbst 2010 erscheinen soll, regelrecht entgegenfiebere. Zum einen möchte ich die Familiengeheimnisse um den Jungen Avi geklärt wissen, zum anderen freue ich mich hauptsächlich auf ein "Wiederlesen" der witzigen Elfe Brucie, die ich richtig liebgewonnen habe.

Fazit:
Ein wirklich zauberhaftes Buch, das sich in eine gänzlich andere und fantastischere Richtung entwickelt hat, als ich es nach den ersten 50 Seiten vermutet hätte. Durch die zwar nicht schlichte, aber etwas "technische" Aufmachung des bedruckten Hardcovers, das das Ziffernblatt des Big Bens zeigt, habe ich mich täuschen lassen, und keine märchenhafte Geschichte aus dem Feenreich erwartet, die als Hommage an Shakespeare mit zahlreichen Zitaten von ihm, dem unsterblichen Barden, gespickt ist. Auf Grund der Covergestaltung hätte ich wohl eher nicht zu diesem Buch gegriffen und hätte mir dadurch eine wundervolle Geschichte entgehen lassen!

Wer das Feenreich von Melissa Fairchild kennenlernen will, kann dazu die Brücke von Stonehenge benutzen, nachdem Avi und Hannah die Kombination gefunden haben ;)
Zweistein, Vierstein, Sechsstein, Sprung.
Dreistein, Fünfstein, strammer Jung!
Achtstein, Neunstein, eins ist Schmu.
Königsstein sagt, das Kind bist du!
Reihen-Info:
Himmelsauge
Weltenwanderer (Dezember 2010)

Sonntag, 14. Februar 2010

[REZENSION] Stiefvater, Maggie - Lamento: Im Bann der Feenkönigin, Band 1

Maggie Stiefvater
Lamento - Im Bann der Feenkönigin
Verlag: Pan
348 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3426283107
ISBN-13: 978-3426283103
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Kurzbeschreibung:
Immer wieder träumt die 16-jährige Deirdre von einem geheimnisvollen Jungen namens Luke. Doch das sind nur Träume, oder? Das Mädchen kann es kaum glauben, als ihr Luke bei einer Schulaufführung plötzlich leibhaftig gegenübersteht. Noch seltsamer wird es, als ihre Großmutter sie eindringlich vor dem Jungen warnt und sie bittet, sich von ihm fernzuhalten. Das ist längst unmöglich für Deirdre: Sie hat sich unsterblich verliebt. Doch Luke ist nicht der, für den sie ihn hält. Als er plötzlich spurlos verschwindet und Deirdre sich auf die Suche nach ihm macht, gerät sie mitten hinein in einen magischen Krieg, der seit Jahrhunderten währt. Und sie erfährt, dass der Junge, den sie liebt, von der rachsüchtigen Feenkönigin mit einem ganz bestimmten Auftrag zu ihr geschickt wurde: Um sie zu töten...

Eigene Meinung:
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Hauptpersonen dieses Romans sind detailliert beschrieben, und durch die Ich-Erzählperspektive aus der Sicht Deirdres kann man sich noch besser in das Geschehen hineinversetzen.
Die Hauptfiguren und Träger der ganzen Story sind außer Deirdre noch der geheimnisvolle Luke und Deirdres bester Freund James. Weitere Menschen, die in der Handlung auftauchen sind Deirdres Eltern, ihre Tante und ihre Großmutter. In einigen Episoden taucht außerdem ihre Arbeitskollegin Sara aus der Eisdiele auf, die mit ihrer naiven Art und ihren dümmlichen Kommentaren für eine Prise Humor in der Geschichte sorgt. Ansonsten spielen vorrangig Wesen aus der Feenwelt eine Rolle. Die Nebencharaktere aus der Welt der Menschen wirken dagegen die meiste Zeit recht blass, detailliert ausgearbeitet sind nur die Hauptprotagonisten.
Stellenweise fand ich das Buch recht brutal für ein Jugendbuch, aber diese brutalen Stellen passten immer in den Handlungsfluss und wirkten nie an den Haaren herbeigezogen.
Obwohl im Juni 2010 ein weiteres Buch aus Maggie Stiefvaters Feenwelt erscheint, ist dieser Band in sich abgeschlossen. Im Roman "Ballade - Der Tanz der Feen" wird Deirdres Freund James die Hauptrolle spielen, was ich sehr gut finde, da mir James von Anfang an sympathisch war, und die Geschichte von Deirdre und Luke in meinen Augen zu Ende erzählt ist.

Aufmachung des Buches:
Ein wunderschöner Schutzumschlag mit grünen Elementen - der irischen Nationalfarbe ;) Blütenranken in Spotlack setzen schöne Akzente und umrahmen ein großformatiges Mädchengesicht.

Fazit:
Ein schöner Jugendroman, der nur zum Ende hin ein bisschen gehetzt wirkte. So konnte ich mir auf den letzten 50 Seiten kaum vorstellen, dass Maggie Stiefvater noch zu einem so "runden" Ende kommen kann. Hervorheben möchte ich außerdem, dass hier eine Reihe vorliegt, deren ersten Band man sehr gut einzeln lesen kann.

Reihen-Info:
Lamento: Im Bann der Feenköngin
Ballade: Der Tanz der Feen

Freitag, 12. Februar 2010

[REZENSION] Nimmo, Jenny - Charlie Bone und der scharlachrote Ritter, Band 8

Jenny Nimmo
Charlie Bone und der scharlachrote Ritter, Band 8
Verlag: Ravensburger
352 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3473347841
ISBN-13: 978-3473347841
empfohlenes Lesealter: 10-11 Jahre

Inhalt:
Im letzten Band der Charlie Bone Reihe schweben Charlie und seine Freunde in großer Gefahr. Der finstere Schattenlord Harken will die Stadt unterwerfen und zurück in seine Vergangenheit bringen. Er hat mächtige Verbündete an seiner Seite: die machtgierigen Bloors, Hexen und Magier, einen Schwertkämpfer aus der Vergangenheit, und diejenigen unter den Kindern des Roten Königs, die mit ihren Gaben die dunkle Seite unterstützen. Charlie und seine Freunde sind fest entschlossen den Schattenlord und seine Anhänger zu bekämpfen. Dabei bekommen sie Unterstützung von einem geheimnisvollen Ritter mit einem scharlachroten Umhang.

Eigene Meinung:
Mit dem achten Band um Charlie Bone endet nun leider diese Buchreihe. Definitiv ist es eine Reihe, die auf die Zielgruppe von 10-11 Jahren zugeschnitten ist, die Sprache ist einfacher und die Handlung weniger komplex, als man es von manch anderen Reihen der Jugendfantasy gewöhnt ist.
Trotz allem können auch ältere Jugendliche oder Erwachsene ihren Spaß an dieser Buchreihe finden, da Jenny Nimmo vielfältige Ideen in ihren Romanen verarbeitet, und die Figuren zahlreich und vielschichtig sind. Die Idee, Nachfahren eines vor 900 Jahren lebenden Magiers mit unterschiedlichen Fähigkeiten auszustatten und in Gut und Böse aufzusplitten hat mich durch alle 8 Bände hinweg gut unterhalten. Einige Personen tauchten erst im späteren Verlauf der Reihe auf, nicht immer spielte Charlie Bone die (alleinige) Hauptrolle und bei manchen Charakteren war es nicht direkt offensichtlich, wer besondere Fähigkeiten besaß, oder ob er zur guten oder bösen Seite der Kinder des Roten Königs gehörte.

Fazit:
Für die Zielgruppe ab 10 Jahren uneingeschränkt empfehlenswert. Die Charlie Bone Reihe zeichnet sich vor allem durch ihren Ideenreichtum und die zahlreichen interessanten Charaktere aus.

Reihen-Info:
Charlie Bone und...
... das Geheimnis der sprechenden Bilder
... die magische Zeitkugel
... das Geheimnis der blauen Schlange
... das Schloss der tausend Spiegel
... der rote König
... das magische Schwert
... der Schattenlord
... der scharlachrote Ritter

Ursprünglich war die Reihe nur auf 5 Bände ausgelegt. Von daher sind Band 1-5 in sich abgeschlossen. Band 6-8 bauen zwar weiter auf die ursprüngliche Handlung auf, aber Band 5 endet ohne Cliffhanger oder das Gefühl, dass einem etwas fehlt.

Donnerstag, 11. Februar 2010

[REZENSION] Oppel, Kenneth - Sternenjäger, Band 3

Kenneth Oppel
Sternenjäger
Verlag: Beltz
508 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3407810687
ISBN-13: 978-3407810687
empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre

Inhalt:
"Sternenjäger" ist das das dritte Abenteuer um Matt Cruse und Kate de Vries nach "Wolkenpanther" und "Wolkenpiraten".
Nachdem sie in ihren ersten beiden Abenteuern am Himmel unterwegs waren, führt es sie in "Sternenjäger" nun geradewegs ins All. Kate wird für diese Mission als Spezialistin für Flora und Fauna eingeladen, Matt dagegen muss sich zuerst in einem Trainingslager behaupten, bevor es auch für ihn heißt: Sternenschiffer auf der ersten Mission ins All! Die Starclimber hebt ab und im All macht die Crew eine unglaubliche Entdeckung: auch hier - ohne Sauerstoff und im totalen Vakuum - gibt es Leben! Doch nicht alles läuft reibungslos auf dieser Sternenmission. Matts Nerven liegen blank, denn seine große Liebe Kate trägt den Verlobungsring eines anderen am Finger, und bizzare Wesen aus dem All drohen die Rückkehr zur Erde scheitern zu lassen.

Eigene Meinung:
Kenneth Oppels Bücher sind wie ein großes Überraschungsei in Buchform. Eigentlich ist für Leser fast jeden Genres etwas dabei: Fantasy, Science Fiction, historische Elemente und eine Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten Matt und Kate. Es ist ein Buch für jung und alt, und mit einer männlichen sowie auch weiblichen Hauptperson sicherlich interessant für lesebegeisterte Jungs UND Mädchen. Wenn es eine Schublade für Oppels Bücher geben sollte, dann kann sie nur Oppel heißen, denn seine Bücher sind mit keinen anderen mir bekannten Autoren vergleichbar und lassen sich auch nicht nur einem Genre zuordnen.
Seine Welten sind eine Mischung aus erfundenen und tatsächlich existierenden Orten. So spielt ein Teil der Handlung im erfundenen Löwentorstadt, während sich der Beginn der Geschichte in Paris abspielt. Neben vielen fantastischen Elementen, wie den noch nie dagewesenen Bewusstseinsformen im All, knüpft Oppel auch gerne historische Elemente in seine Geschichten ein, so spielen z.B. in "Sternenjäger" die Sufragetten eine Rolle, eine Frauenbewegung, die am Anfang des 20. Jahrhunderts für das Wahlrecht der Frauen gekämpft hat.
Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Matt, eine Erzählform, die ich persönlich favorisiere, da ich dadurch noch tiefer in das Geschehen eintauchen kann.
Besonders beeindruckend finde ich es immer wieder, dass Kenneth Oppel es schafft, auch seine Nebenfiguren mit viel Leben zu füllen und keine der agierenden Personen blass wirken zu lassen. Meine Favoriten auf dem Weg ins All waren neben Matt und Kate - deren reger verbaler Schlagabtausch ein wichtiges Element in dieser Abenteuerreihe ist - Sir Hugh Snuffler, ein Zoologe, der alle Neuentdeckungen im Tierreich erstmal als Teufelei und Lüge abstempelt, und Miss Evelyn Karr mit ihrem Affen Haiku, der Sir Hugh das Leben auf dem Sternenschiff schwer macht ;)
Was sicherlich viele Leser freuen wird, die kein Freund von Cliffhangern bei Buchreihen sind oder vielleicht gar keine Buchreihen mögen: Kenneth Oppel hat zwar mit seiner Fledermaussaga und den Abenteuern von Matt und Kate zwei Reihen geschrieben, aber die einzelnen Bände sind weitestgehend in sich abgeschlossen und verweisen höchstens kurz auf die vergangenen Abenteuer. Man braucht aber keine Vorkenntnisse aus "Wolkenpanther" und "Wolkenpiraten", um an "Sternenjäger" Spaß zu haben.
Wer jetzt immer noch nicht davon überzeugt ist, dass man Kenneth Oppel lesen MUSS: wer schon immer wissen wollte, wie die Sphinx wirklich ihre Nase verloren hat, erfährt das in diesem Buch. Wie, das werde ich nicht verraten, dass muss schon jeder selbst herausfinden ;)

Aufmachung des Buches:
"Wolkenpanther", "Wolkenpiraten" und "Sternenjäger" geben von der Covergestaltung überhaupt kein zusammengehöriges Bild ab. Eigentlich eine Sünde für Bibliophile wie mich, die ihre gesammelten Reihen mit einem homogenen Erscheinungsbild im Regal stehen haben wollen. Aber wisst ihr was: Kenneth Oppel würde ich mir sogar als Loseblattsammlung ins Regal legen ;)

Fazit:
Kenneth Oppel ist für mich ein Ausnahmeschriftsteller. Bisher haben mich alle seine Bücher dermaßen gefesselt, dass ich sie eigenlich nur am Stück lesen konnte, weil ich keine Ruhe hatte, bis die letzte Seite erreicht war und der Buchdeckel darüber zuklappte. Deshalb: falls mich einer beim Lesen eines Kenneth Oppels Buch sehen sollte - pssst, bitte nicht stören! Und wer Oppel noch nicht kennt: Kaufen kaufen kaufen!!!

Reihen-Info:
Wolkenpanther
Wolkenpiraten
Sternenjäger

Dienstag, 9. Februar 2010

[REZENSION] Gaiman, Neil - Das Graveyard-Buch

Da mich der Verriss zu "Interworld" immer noch schmerzt und zur Ehrenrettung von Neil Gaiman ist hier meine Rezension zu "Das Graveyard-Buch" und ein Filmtipp zu einem seiner anderen Bücher.

Neil Gaiman
Das Graveyard-Buch
Verlag: Arena
312 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3401063561
ISBN-13: 978-3401063560
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Aufmachung des Buches:
Mit "Das Graveyard-Buch" liegt ein Kinderbuch in einer ungewöhnlichen Ausstattung vor. Vor mir habe ich eine Blechdose in Grabsteinoptik liegen, deren Inneres das neue Werk von Neil Gaiman verbirgt. Die Einbandgestaltung entspricht der englischen Ausgabe für Kinder mit dem Cover des Zeichners Chris Riddell. Leider fehlen bei der deutschen Ausgabe im Gegensatz zu der englischen Ausgabe dessen Illustrationen.

Inhalt:
Im Graveyard-Buch geht es um einen Jungen namens Nobody "Bod" Owens, der im Alter von nicht einmal 2 Jahren zur Waise wird, als ein Killer namens Jack nachts in das Haus von Bod eindringt, und dessen gesamte Familie auslöscht. Durch eine glückliche Fügung entgeht Bod dem Mörder und gelangt auf den nahegelegenen Friedhof, wo er auf Wunsch seiner verstorbenen Mutter - die dort kurz nach dem Mord als Geist erscheint - von den Friedhofsbewohnern als Ehrenbürger aufgenommen und von dem verstorbenen Ehepaar Owens adoptiert wird. Nur so können sie sein Leben vor dem Bösewicht Jack schützen, der auch im Laufe der Jahre seinen Auftrag den Jungen zu finden und zu ermorden weiter verfolgt.

Eigene Meinung:
Beim Lesen wurden bei mir viele Erinnerungen wach. Mich hat das Buch nicht nur - wie bereits durch den Titel assoziiert wird - an das Dschungelbuch erinnert, sondern auch an Erzählungen von Charles Dickens. Und obwohl beim Lesen viele Erinnerungen an andere Bücher erweckt wurden, hat Neil Gaiman es geschafft mit "Das Graveyard-Buch" eine ganz eigenständige Geschichte zu schaffen. Es ist nicht nur eine phantastische Erzählung, in der es Neil Gaiman gelingt klassische Figuren der Fantasy wie Werwölfe und Vampire ganz neu zu interpretieren, sondern auch eine Geschichte über das Erwachsenenwerden und die Gefahren, die es birgt. Die Figuren, denen Neil Gaiman Leben einhaucht, werden detailliert beschrieben, auch Nebenfiguren werden genau ausgearbeitet. Man taucht beim Lesen tief in das Buch ein, fiebert mit, und verlässt Bod Owens Welt erst wieder, wenn das Lesevergnügen leider viel zu schnell zu Ende ist, und man die lieb gewonnen Protagonisten wie Bod oder seinen Vormund Silas wieder verlassen muss.

Fazit:
In meinen Augen ist dieses Buch nach "Niemalsland" das beste, was Neil Gaiman bisher geschrieben hat. Und wahrscheinlich wird es sogar eine noch größere Leserschaft ansprechen, weil es erwachsene und jugendliche Leser gleichermaßen begeistern kann, und zudem noch durch seine außergewöhnliche Optik hervorsticht.


Film-Tipp:
Neben "Niemalsland" und "Das Graveyard-Buch" ist "Der Sternwanderer" ein weiteres meiner Lieblingsbücher. Dieses Buch wurde 2007 verfilmt und ich muss sagen: mit dieser Verfilmung ist etwas gelungen, was ich nur sehr sehr selten einer Verfilmung zugestehe, aber dieser Film übertrifft in meinen Augen tatsächlich die Buchvorlage!

Der Sternwanderer
Regie: Matthew Vaughn, Buchvorlage: Neil Gaiman
Darsteller: Claire Danes, Charlie Cox, Robert De Niro, Michelle Pfeiffer

Montag, 8. Februar 2010

[REZENSION] Bargmann, Carina - Sayuri

Carina Bargmann
Sayuri
Verlag: Arena
515 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3401064460
ISBN-13: 978-3401064468
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Über die Autorin:
Carina Bargmann, Jahrgang 1991, hat schon als Zehnjährige mit dem Schreiben angefangen. Mit fünfzehn Jahren hatte sie bereits zwei große Fantasyromane verfasst und wurde wenig später von einer der renommiertesten deutschen Literaturagenturen als Nachwuchstalent entdeckt. Neben dem Schreiben hat sie noch zahlreiche andere Hobbies, unter anderem ist sie fasziniert von der asiatischen Kultur und lernte Japanisch. Carina Bargmann lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Braunschweig.

Inhalt:
Der Fluss Shanu droht zu versiegen und die Menschen in der Kaiserstadt sehen dem Tod durch akuten Wassermangel entgegen. Laut einer Prophezeiung bedrohen die Jugendlichen, die vor 16 Jahren geboren wurden, die Gesundheit des Kaisers, der über die Quelle des Shanu gebietet. Stirbt der Kaiser, so versiegt die Quelle. Deshalb veranlasst der herrschende Kaiserbruder, dass alle 16jährigen aus der Stadt verstoßen werden.
Diese Prophezeiung zwingt auch Sayuri und Marje dazu in die Wüste zu fliehen. Ihr Schicksal nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als sie Hilfe von Kiyoshi erhalten, dem Neffen des Kaisers. Denn er deckt auf, dass die Prophezeiung nur eine Erfindung seines Onkels war, in Wirklichkeit sind nicht alle 16jährigen für das Siechtum des Kaisers verantwortlich, sondern nur eine Einzige... Sayuri!

Eigene Meinung:
Das Buch ist untergliedert in drei Teile, wobei der erste Teil eher wie ein historischer Roman im alten Asien anmutet. Er beinhaltet so gut wie keine fantastischen Elemente, beschreibt hauptsächlich das Leben in der Kaiserstadt und stellt die wichtigsten Charaktere des Buches vor.
Mit dem zweiten Teil ändert sich der Inhalt des Buches merklich in Richtung fantastische Literatur. Die Autorin hat viele eigenständige Figuren und Wesen geschaffen, die mir in dieser Form bisher nicht beim Lesen begegnet sind.

Aufmachung des Buches:
Der Schutzumschlag des Buches in Lilatönen und mit Glitzerelementen ist ein richtiger Eyecatcher. Abgerundet wird das Gesamtbild durch die lilafarbenen Vorsatzseiten und das farblich dazu passende Lesebändchen.

Fazit:
Ein außergewöhnliches Debüt einer jungen Autorin. Beeindruckt haben mich vor allem die vielen, in meinen Augen, vorher noch nie dagewesenen Ideen was Figuren und Handlung betrifft.
Ich fand den Einstieg mit dem ersten eher historischen Teil des Buches etwas langatmig, ansonsten hätte ich diesem Buch die volle Sternezahl gegeben!
Erwachsene Leser sollten sich nicht von der Zuordnung in die Kategorie Jugendbuch abschrecken lassen. Carina Bargmann hat mit "Sayuri" ein Buch geschaffen, dass für Leser jeden Alters geeignet ist.

Samstag, 6. Februar 2010

[REZENSION] Gaiman, Neil - Interworld

Neil Gaiman
Interworld
Verlag: Arena
259 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3401501305
ISBN-13: 978-3401501307
empfohlenes Lesealter: 11-12 Jahre

Inhalt:
Joey Harker hat keinerlei Orientierungssinn, dass er sich verläuft, ist bei ihm an der Tagesordnung. Als er jedoch eines Tages für ein Schulprojekt mitten in seiner Heimatstadt Greenville ausgesetzt wird und plötzlich durch einen dicken Nebel in einer anderen Dimension landet ist nichts mehr wie es war: seine Mutter erkennt ihn nicht mehr, sein kleiner Bruder ist nicht mehr da, der Teppich hat ein anderes Muster... Das Schlimmste aber erfährt er von seinem Lehrer Mr. Dimas, der in der anderen Dimension das Orientierungsprojekt gestartet hat: Joey ist vor einem Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen...

Eigene Meinung:
Was sich beim Klappentext noch spannend anhört, scheitert leider kläglich bei der Umsetzung :( Ursprünglich als Drehbuch für einen Film konzipiert, merkt man das "Interworld" beim Lesen leider nur allzu deutlich an. Viele Stellen im Buch haben solch konfuse Beschreibungen von Gerüchen und Szenerien, die beim Lesen einfach nicht richtig vermittelt werden können, dadurch kommt die Story total konfus beim Leser an und vermag nicht zu fesseln!
Ich bin zwar ein großer Neil Gaiman Fan, und habe mit Begeisterung "Das Graveyard Buch", "Niemalsland" oder "Sternenwanderer" gelesen, aber "Interworld" hätte man meiner Meinung nach - nachdem die filmische Umsetzung gescheitert war - in der Schublade lassen sollen, in der es verschwunden war.
Ich lege gerne jedem Fan fantastischer Literatur die Bücher von Neil Gaiman ans Herz, aber bitte: lasst die Finger von "Interworld", in meinen Augen dient es nur dazu das schriftstellerische Genie von Neil Gaiman herabzusetzen!

Fazit:
Zu konfus für jüngere Leser und eine Enttäuschung für Fans!

[REZENSION] Benning, Sophie - Was, wenn Mr. Right links abbiegt?, Band 2

Sophie Benning
Was, wenn Mr. Right links abbiegt?, Band 2
Verlag: script5
184 Seiten, Klappenbroschur mit Lesezeichen in der Klappe
ISBN-10: 3839001021
ISBN-13: 978-3839001028
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahre

Inhalt:
In "Was, wenn Mr. Right links abbiegt?" treffen wir die 4er-WG von Emma, Anso, Kathy und Phillip genau dort wieder, wo wir sie am Ende von "Kann man Hormone dressieren?" verlassen haben.
Emma hat ihren Mr. Right gefunden: Fabian sieht super aus, ist gut im Bett und hat eine große Karriere in der hauseigenen Bank vor sich, WENN da nicht gerade seine Ex in der Stadt wäre... Yolli, ein Topmodell mit langen Beinen, gegen das Emma sich fühlt, als würde sie nur aus Speckröllchen bestehen! Da hilft nur eins: mit Hilfe ihrer Freundinnen Anso und Kathy startet Emma einen Feldzug, Yolli mit allen Mitteln von einem Wiedersehen mit Fabian abzuhalten. Wobei sie da nicht immer mit der Hilfe der beiden rechnen kann, denn auch bei Anso und Kathy spielen die Hormone verrückt und es müssen zwei weitere Missionen in Sachen Liebe gestartet werden: denn Kathys Sicherungen fliegen raus, als sie zum ersten Mal den Mann vom neuen Hausmeisterservice sieht, und Anso verliebt sich auf den ersten Blick in Phillips Kumpel Lennart - nur: wie herausfinden, ob der hetero oder homo ist?

Eigene Meinung:
Genau wie im ersten Teil kommen die WG-Mädels total sympathisch rüber und das Buch macht einfach Spaß und verbreitet gute Laune beim Lesen! Sehr gut gefallen hat mir, dass neben Emma auch Anso und Kathy in Liebesdingen nicht zu kurz kommen, und die parallelen Erzählstränge homogen zu einem Gesamtbild verwoben sind. Sophie Bennings Geschichte fällt wieder durch haufenweise witzige Ideen auf und es gibt eigentlich nur ein Manko: mit nicht mal 200 Seiten ist sie für ein Buch für junge Erwachsene viel zu kurz, und nachdem man die letzte Seite gelesen hat, ist man sich sicher, dass die Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist. Emmas und Fabians Beziehung steht vor einer schweren Prüfung und Anso hat gerade erst die Liebe gefunden... Ich bin sehr gespannt, wie es mit der WG weitergehen wird, und freue mich auf eine weitere Fortsetzung!

Aufmachung des Buches:
Genau wie bereits der Vorgängerband "Kann man Hormone dressieren?" besticht dieses Buch durch eine wunderschöne Aufmachung. Der Umschlag ist wieder ein hochwertiges Klappenbroschur in quietschbunten Farben mit integriertem Lesezeichen in der hinteren Klappe. Wer auf schöngestaltete Bücher steht, wird im Programm von script5 auf jeden Fall etwas für sich finden!

Freitag, 5. Februar 2010

[REZENSION] Lake, Nick - Im Königreich der Kälte

Nick Lake
Im Königreich der Kälte
Verlag: Pan
382 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3426283034
ISBN-13: 978-3426283035
empfohlenes Lesealter: 14-15 Jahre

Nike Lake hat mit "Im Königreich der Kälte" ein ungewöhnliches Buch geschrieben. Die Geschichte basiert auf Mythen der Inuit-Mythologie und spielt in der Akrtis - einem Land so kalt und unbekannt, und in Nick Lakes Buch bevölkert mit sagenhaften und noch nie dagewesenen Gestalten.
Besonders gelungen finde ich die grafische Gestaltung des Buches. Das Cover ist in weiß und blau gehalten, wie das Eis der Arktis. Die Figuren einiger im Buch vorkommenden Personen und Gestalten - Light, der Mann mit dem Haifischkopf, die Raben - sind stilisiert dargestellt in einem weit geöffneten Haifischmaul. Über den einzelnen Kapiteln stehen ebenfalls stilisierte Bilder und in den Text sind desöfteren Warnschilder, Ausschnitte aus Tagebüchern, Zeitungsartikel und andere Sachen in einem anderen Schriftsatz als die fortlaufende Erzählung eingearbeitet.
Zum Inhalt: Zu Beginn der Geschichte wohnt das Mädchen Light des Beisetzung ihres verschollenen Vaters bei, ein Begräbnis "in absendia", in Abwesenheit der Leiche. Doch dann muss sie erfahren, dass ihr Vater weder tot noch verschollen ist, sondern im Königreich der Kälte gefangen gehalten wird von "Frost", der Urkälte. Light macht sich auf den Weg ihn zu retten und bleibt dabei nicht alleine. Auf dem Weg zu Frost und der Rettung ihres Vaters findet sie wahre Freunde, und dabei handelt es sich nicht nur um Menschen...
Nick Lake beschreibt eine fantastische abenteuerliche Welt bei Lights Reise durch die Arktis. Eine Reise in diesem Land lässt sich schwerlich mit einer Kaffeefahrt vergleichen, und so ist es kaum verwunderlich, dass einem während des Lesens dieses Buches viel Grausamkeit und Brutalität begegnen. Das stört aber weder, noch wirkt es übertrieben, es "passt" einfach zu dieser Geschichte und zu diesem Land. Allerdings finde ich es mehr als gerechtfertigt, dass der Verlag das empfohlene Alter auf 14-15 Jahre hochgesetzt hat, denn viele Passagen dieses abenteuerlichen Märchens sind wirklich nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet!
Nick Lakes Roman strotzt nur so vor fantastischen Einfällen. Die Wesen, die er geschaffen hat, sind in meinen Augen einmalig. Schwerlich wird sich im Bereich der fantastischen Literatur ein Buch finden, was man mit "Im Königreich der Kälte" vergleichen kann. Ein viel versprechendes Debüt, ich bin gespannt auf weitere Bücher dieses Autoren!

Mittwoch, 3. Februar 2010

[REZENSION] Williams, Tad / Beale, Deborah - Die Drachen der Tinkerfarm, Band 1

Tad Williams, Deborah Beale
Die Drachen der Tinkerfarm, Band 1

Verlag: Klett-Cotta
379 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3608938214
ISBN-13: 978-3608938210
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre

Allgemeine Infos:
Mit "Die Drachen der Tinkerfarm" liegt der erste Band einer neuen Fantasyreihe des Bestsellerautors Tad Williams vor. Im Gegensatz zu seinen anderen Werken "Otherland" oder "Osten Ard" spricht die Tinkerfarmreihe, die er zusammen mit seiner Frau Deborah Beale schreibt, ein deutlich jüngeres Publikum an. Geplant sind 5 Bücher, und die erste Fortsetzung soll in diesem Herbst bei Klett-Cotta erscheinen.
Das Cover zeigt eine wunderschöne in Blautönen gehaltene Nachtszene, auf der ein junges Mädchen auf einem Drachen fliegt. Die Schuppen des Drachen heben sich leicht von der glatten Oberfläche des Umschlags ab, was ich ausgesprochen schön und gelungen finde.

Inhalt:
Die Geschwister Tyler und Lucinda sollen die Sommerferien auf der Farm ihres Onkel Gideon verbringen. Wie langweilig! Weder haben sie jemals zuvor von diesem Onkel gehört, noch gehört für die beiden ein Farmaufenthalt zu ihrer Vorstellung von gelungenen Sommerferien. Sechs Wochen keine Computerspiele, keine Freunde, kein Shopping...
Doch dann kommt es ganz anders als erwartet. Auf der Farm wimmelt es nur so von sagenhaften Gestalten, und dabei sind Drachen und Einhörnern noch die kleinsten Geheimnisse, die auf dieser Farm verborgen sind. Auf der Tinkerfarm lauern Gefahren, die Tyler und Lucinda ihr Leben kosten könnten. Und diese Gefahren kommen nicht nur von außerhalb, nein, auch der Haushälterin Mrs. Needle ist nicht zu trauen.

Eigene Meinung:
Liest sich das Buch zu Anfang noch etwas langatmig - ich hatte das Gefühl Tad Williams braucht die ersten 150-200 Seiten nur dazu alle Protagonisten und Fabelwesen vorzustellen - gewinnt die Geschichte dann richtig an Fahrt. Tyler und Lucinda werden in Geheimnisse und Machenschaften verstrickt, die natürlich nicht alle bis zum Ende der Sommerferien gelöst werden können, so dass der Leser nun mit einer unbändigen Neugierde auf die Fortsetzung zurückbleibt ;)
Durch die schillernden Figuren und den wissenschaftlichen Aspekt, der in die Erzählung eingebunden ist, ist dieses Buch nicht nur für jüngere Leser interessant, sondern für alle Leser von gut erzählten Geschichten und Märchen. Mir persönlich hat besonders gut die eingebundene Hommage auf "Der Zauberer von Oz" gefallen. So vergleichen die Kinder Tyler und Lucinda Personen der Farm mit der Vogelscheuche oder der Hexe des Westens - wen, das muss man schon selbst beim Lesen herausfinden ;) die Munchkins finden Erwähnung, und mit Zaza gibt es sogar einen geflügelten Affen auf der Farm! Allerdings hat Zaza ein sympathisches Wesen im Gegensatz zu ihren Vorbildern, den geflügelten Affen der bösen Hexe des Westens. Gerade diese Zitate eines berühmten Klassikers der Fantasyliteratur haben dieses Buch für mich als erwachsenen Leser und Fan des Zauberers von Oz besonders lesenswert gemacht.

Fazit:
Wenn der Folgeband der Drachen der Tinkerfarm von Anfang an so mitreißend erzählt ist wie dieses Buch ab der zweiten Hälfte, dann verleihe ich einen ganzen Sternenhimmel ;)

Montag, 1. Februar 2010

[REZENSION] Both, Sabine / Zillgens, Gerlis - SuperGirls 1: Mission Love

Sabine Both, Gerlis Zillgens
SuperGirls 1: Mission Love

Verlag: Planet Girl
208 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Planet Girl
ISBN-10: 3522501748
ISBN-13: 978-3522501743
empfohlenes Lesealter: 13-15 Jahre

"Mission Love" ist der erste Band der neuen Mädchen-Serie "SuperGirls" des Autorinnenduos Both und Zillgens.
Der Umschlag ist in einem peppigen schwarz-pink gehalten und zieht so die Aufmerksamkeit des jungen Zielpublikums auf sich.
Die "SuperGirls" sind Anna und Nina - zwei Mädels die kaum unterschiedlicher sein könnten: Anna, die Streberin und Nina, die gruftige Außenseiterin. Eigentlich können sich die beiden auch gar nicht riechen, aber nachdem sie bei einem Klassenausflug in die Sternenwarte von einem kosmischen Blitz getroffen werden und nun dazu auserwählt sind, die Welt zu retten, bleibt ihnen nichts anderes übrig als gemeinsame Sache zu machen, sonst droht der Menschheit eine große Katastrophe!
Das Buch ist in relativ kurze Kapitel untergliedert und die Erzählperspektive wechselt ständig zwischen Anna und Nina. Meiner 10jährigen Nichte war diese Erzählweise zu anstrengend, von daher finde ich das empfohlene Alter ab 13 Jahren ganz angemessen, obwohl es mir vor dem Lesen auf Grund des Inhalts fast zu hoch gegriffen erschien.
Durch die ständigen Wechsel der Ich-Perspektive braucht man zwar ein paar Seiten, um mit der Geschichte warm zu werden, aber dann ist die Story richtig kurzweilig mit viel Pepp und die 208 Seiten lesen sich fast von selbst ;)
Erwachsenen, die sich beim Lesen gerne mal kringelig lachen, und in eine verrückte Geschichte mit Zeitreisen und kosmischen Missionen abtauchen wollen, empfehle ich dieses Buch aus dem Regal der Tochter zu holen ;)
Der rote Faden, der durch die ganze Geschichte führt - ein trauriges Kapitel aus Ninas Familiengeschichte - und das relativ offene Ende bezüglich Annas "Schmetterlingen in Bauch" in Gegenwart eines Klassenkameraden, schüren jede Menge Neugierde auf die nächste Mission der SuperGirls: "Mission Manga" soll im März erscheinen.