Sonntag, 11. Juli 2010

[REZENSION] Smith, Roger - Blutiges Erwachen

Roger Smith
Blutiges Erwachen
Verlag: Tropen
355 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3608502068
ISBN-13: 978-3608502060

Inhalt:
Roxy ist vor Jahren als mehr oder weniger erfolgreiches Model in Kapstadt gestrandet. Der Wunsch nach Sicherheit und finanzieller Unabhängigkeit hat sie in die Arme und anschließende Ehe mit Joe getrieben. Diese Ehe war nie Liebe und mittlerweile ist sie zum Vorhof der Hölle geworden. Was liegt also näher als nach einem Überfall den eigenen Mann mit der Pistole der Gangster zu erschießen? Ein wahnwitziger Auftakt zu einer blutigen Jagd durch die Ghettos von Kapstadt!

Eigene Meinung:
"Blutiges Erwachen" ist zwar nach dem gleichen Strickmuster wie Roger Smiths Debütroman "Kap der Finsternis" konzipiert, nichts desto trotz ist ihm auch hier wieder ein gnadenlos guter Thriller gelungen!
Das Knabberzeug sollte man bei der Lektüre dieses Romans im Schrank lassen, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass einem das Essen bei den ausführlichen Schilderungen von regelrechten Ausweidungen menschlicher Körper wieder hoch kommt.
Roger Smith legt mehrere rote Fäden aus, die im Laufe der Handlung miteinander verstrickt werden. Ex-Model Roxy, Billy "Barbie" Afrika, Ex-Cop und Söldner, Kleinkriminelle, korrupte Cops und ein skrupelloser Mörder, den man kaum noch als Mensch bezeichnen kann, reichen sich in diesem Plot die Klinke in die Hand. Hier gibt es keine von Grund auf guten Charaktere, irgendwie hat jeder Dreck am Stecken, das einzige unschuldige Wesen ist ein kleiner Junge, dessen Mutter sich mit einem neuen Liebhaber abgesetzt hat und der deswegen seinen Vater auf Polizeistreife begleiten muss.
Der Leser ahnt zwar, dass die meisten von Roger Smiths Charakteren nur im Abgrund enden können, und der Weg dorthin ist erschreckend und partiell absehbar, aber man kann sich der Faszination trotz allem nicht entziehen...

Fazit:
Mit einer Mischung aus Ekel und Faszination habe ich Roger Smith auf einem Höllentrip durch die südafrikanischen Cape Flats begleitet.
Keine kuschelige Couchlektüre und ganz bestimmt keine Empfehlung für das nächste Urlaubsziel, aber ein mitreißender Thriller der die Grundlage zu einem Drehbuch geben könnte, nach dem sich Regisseure wie Quentin Tarantino die Finger lecken!

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