Mittwoch, 14. April 2010

[REZENSION] Toman, Claudia - Hexendreimaldrei

Claudia Toman
Hexendreimaldrei
Verlag: Diana
ISBN-10: 3453354001
ISBN-13: 978-3453354005
I say, there is no darkness but ignorance,
in which thou art more puzzled than the Egyptians in their fog!

Twelfth Night (Was ihr wollt), Akt 4, Szene 2
Inhalt:
Wünschen ist nichts für Anfänger! Das erfährt Olivia am eigenen Leib, als sie auf der Toilette von einer leibhaftigen Tütü-Fee überrascht wird. Olivia ist wütend und traurig, steht ihr Traumprinz doch gerade mit einer anderen Frau vor dem Hochzeitsaltar. Aber muss sie sich deshalb gleich wünschen, dass ihr Traummann in einen Frosch verwandelt wird? Wenn sie schon keinen selbstlosen Wunsch wie den Weltfrieden hat, dann hätte sie sich doch wenigstens ein schickes Appartment in London schenken lassen können. Zu spät... Die Tütü-Fee erscheint zwar ein weiteres Mal, aber der bereits gewährte Wunsch kann nicht rückgängig gemacht werden. Um den Frosch zu retten, unternimmt Olivia eine wahnwitzige Reise zu der Hexenvereinigung, die ihren Haupsitz in London hat. Dort erhält sie Unterstützung von einem Geist, einer Katze, dem unsterblichen Barden William Shakespeare höchstpersönlich, und macht die Erfahrung, dass in fast jeder Frau etwas von einer Hexe steckt.

Eigene Meinung:
"Hexendreimaldrei" ist ein kurzweiliges Lesevergnügen mit Magie- und Märchenelementen und gleichzeitig eine Hommage an London und William Shakespeare. Die Heldin des Romans heißt nicht grundlos Olivia, in Anspielung auf Shakespeares "Was ihr wollt", in dem eine Gräfin eben diesen Namen trägt. Durch die bildhaften und gut recherchierten Beschreibungen von London fühlt man sich geradewegs in die Stadt versetzt und merkt, dass Claudia Toman selbst ein großer Fan dieser Stadt ist. Ich hatte beim Lesen großen Spaß daran, bekannte Plätze in London wiederzuerkennen und die Anspielungen auf die Werke Shakespeares zu finden.
Das Buch ist unterteilt in ein kurzes Vorspiel, in die beiden Hauptteile "Der Frosch" und "Die Hexen", und schließt mit einem Nachspiel ab.
In "Der Frosch" wird im Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden in die jüngere Vergangenheit die Geschichte von Olivia und ihrem Traumprinzen erzählt, in denen der Leser erfährt, was zu ihrem außergewöhnlichen Wunsch bei der Tütü-Fee geführt hat. Der zweite Teil "Die Hexen" spielt fast ausschließlich in der Gegenwart und ist dank höherem Magieanteil und Anspielungen auf die Märchenwelt, insbesondere "Der Froschkönig", wesentlich fantastischer ausgefallen als die erste Hälfte des Buches. Trotzdem fand ich, das der zweite Teil im Vergleich zum ersten im Erzählfluss etwas geschwächelt hat und deshalb gebe ich dieser ansonsten wirklich empfehlenswerten Geschichte "nur" 4 Sterne.
Die Sprache und die Beschreibungen der Autorin sind absolut authentisch und machen ihren Debütroman zu einem fesselnden Lesevergnügen, dass man innerhalb weniger Stunden verschlingt.

Aufmachung des Buches:
Auf den ersten Blick kommt das Cover von "Hexendreimaldrei" eher als einfacher Frauenroman herüber, die Anspielungen auf die Märchenwelt findet man nur in dem kleinen grünen Frosch in der rechten unteren Ecke das Covers wieder. Eine etwas fantastischere Covergestaltung oder Anspielungen auf London und/oder Shakespeare wären wünschenswert gewesen und dem Inhalt des Romans mehr gerecht geworden.

Fazit:
Auf dem Buchrücken wird mit dem Satz "Magie, Witz und eine Liebe aus dem Märchenbuch - eine geniale Mischung!" geworben, und dieser Aussage kann ich uneingeschränkt zustimmen.

Von der Autorin Claudia Toman ist am 06. April 2010 ein weiteres Buch mit der Heldin Olivia erschienen. "Jagdzeit" kann aber ohne Vorkenntnise aus "Hexendreimaldrei" gelesen werden.

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