Montag, 21. Dezember 2009

[REZENSION] Klaus-Peter Wolf - Licht am Ende des Tunnels

Klaus-Peter Wolf
Licht am Ende des Tunnels

Verlag: arsEdition
182 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3760728219
ISBN-13: 978-3760728216
empfohlenes Lesealter: 10-13 Jahre

Robert hatte ein besonders inniges Verhältnis zu seinem Opa, der vor kurzem verstorben ist. Nach seinem Tod steht er aber weiterhin mit Robert in Kontakt - denn der hört in seinem Inneren Ratschläge und Kommentare seines Großvaters.
Nach einem schweren Unfall, bei dem Robert über ein halbes Jahr im Koma liegt, seiht er einen langen Tunnel mit einem Licht am Ende... Doch nicht seine Mutter ist es, die jeden Tag an seinem Bett sitzt, die ihn zurück ins Leben holt, sondern sein Großvater, der auch in dieser schweren Stunde seinem Enkel zur Seite steht. Anscheinend gibt es noch eine Aufgabe für Robert, die er zu erfüllen hat.
Kurze Zeit später, mittlerweile geht Robert auf ein Internat in der Schweiz, wird Robert von einem Angestellten seines Vaters entführt, und hier beginnt nun ein packender Jugendkrimi seinen Lauf... Auch in der weiteren Geschichte steht ihm sein Großvater zur Seite und bewahrt ihn davor aufzugeben und sein Leben voreilig wegzuwerfen, denn immerhin steht Robert ja noch eine wichtige Aufgabe bevor. Wie die Entführungsgeschichte ausgeht, und was Roberts Aufgabe ist, dem will ich nicht vorgreifen, ich kann nur sagen: das Buch bleibt spannend bis zum Schluss!
Das Buch ist in einer einfachen Sprache geschrieben aus der Sicht des jugendlichen Hauptprotagonisten in der Ich-Form, von daher passt die einfache Sprache in meinen Augen perfekt.
Das Ganze liest sich sehr flüssig und spannend, ich habe keine 2 Stunden gebraucht, um das Buch zu beenden.
Den Aspekt, das Roberts Opa weiterhin nach seinem Tod mit seinem Enkel in Kontakt steht, fand ich sehr einfallsreich und gut umgesetzt, es hat einen interessanten Aspekt in diesen sonst relativ einfach getrickten Jugendkrimi gebracht. Man kann sagen, diese Auseinandersetzung mit dem Tod, und dem Leben nach dem Tod machen eigentlich erst den Reiz dieses Buches aus, sonst wäre es "nur" ein guter Jugendkrimi gewesen.
Am Ende hätte ich gerne noch weitergelesen. Ich will damit nicht unbedingt sagen, dass das Buch offen endet, aber zu gerne hätte ich einige Entwicklungsstränge weiterverfolgt, und miterlebt, wie es weitergeht mit den Personen der Geschichte.
Das Buch war sehr kurzweilig, es war gut zu lesen, ich bin zwar schon über die 30 hinaus, aber mit den Augen eines Jugendlichen hätte ich fast dazu tendiert, dem Buch die vollen 5 Sterne zu geben.

[REZENSION] Tegetthoff, Folke - Die Bewunderung der Welt: Eine Verzauberung

Folke Tegetthoff
Die Bewunderung der Welt: Eine Verzauberung

Verlag: Haymon
156 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3852185971
ISBN-13: 978-3852185972

Eine Verzauberung ist die richtige Bezeichnung für diese Sammlung an kleinen Erzählungen, denn es ist weder ein Roman noch eine Anreihung von Kurzgeschichten.
Der Autor Folke Tegetthoff verzaubert seine Leser auf eine ganz besondere Art und Weise: mit dem Zauberer Leon Dorin, der mit der Magie der Worte Alltägliches zu Wundern werden lässt, und komplizierte Maschinen und Technologien aus Blickwinkeln betrachtet, die scheinbar Unverständliches verständlich macht. Nicht jede Geschichte hat mich verzaubern können, und doch hat jede Geschichte einen ganz besonderen Reiz. Vielleicht sollte man dieses Buch nicht am Stück lesen, sondern besser jede Geschichte mit einem gewissen Abstand für sich alleine genießen, damit sie ihren Zauber richtig entfalten kann. Mich haben am nachhaltigsten die Geschichten über die Verzauberung des Schicksals und über die Verzauberung einer Maschine berührt. Ich denke, so wird jeder Leser die eine oder andere Lieblingsgeschichte für sich finden.
Der Autor schreibt auf einem sprachlich sehr hohen Niveau. Nur ein kleiner Punkt hat mich bei der Lektüre gestört: da ich selbst kein gläubiger Mensch bin, fand ich das Buch stellenweise zu religiös oder "gottlastig".

Sonntag, 20. Dezember 2009

[REZENSION] Sveland, Maria – Bitterfotze

Maria Sveland
Bitterfotze

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
272 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3462040839
ISBN-13: 978-3462040838

In Maria Svelands Debutroman "Bitterfotze" geht es um Sara, die sich eine kurze Auszeit von Mann und Kind nimmt, und alleine nach Teneriffa flüchtet vom "Muttersein" und "Ehefrausein".
Im Gegensatz zu Männern, die nicht immer zu 100% ihre Rollen erfüllen müssen, denen es schon hoch angerechnet wird, wenn sie 2 Monate in Elternzeit gehen, wird es bei Frauen nicht gern gesehen, wenn sie sich einige Tage Auszeit nehmen. Zumindest ist das so in den Augen von Sara.
Ein großes Minus gibt es von mir für die extreme Verbittertheit von Sara, die leider nicht immer nachzuvollziehen ist, weil sie nur dadurch untermauert wird, dass alles pauschalisiert und verallgemeinert wird, und wahrscheinlich auf jeder Seite des Buches mindestens einmal das Wort "Bitterfotze" oder "bitterfotzig" auftaucht. Statt, dass der Leser versucht mit Sara mitzufühlen, ruft diese Art des Schreibens eher eine Aggressivität gegen die Protagonistin hervor. Ich weiß nicht, ob die Autorin das damit bezwecken wollte. Vielleicht bei den männlichen Lesern? Aber wird das Buch überhaupt männliche Leser ansprechen?
Vorm Leseabbruch bewahrt hat mich Folgendes: die Rückblenden in Saras Kindheit, die ihre gegenwärtige Stimmung dem Leser verständlicher machen, und die etwas positivere Stimmung zum Ende des Buches hin. Das hat mich auch dazu veranlasst, dieses Buch gerade noch mit 3 Sternen zu bewerten.
Nach dem Lesen des Klappentextes hätte ich mir von dem Buch mehr versprochen und ich bin enttäuscht, dass die Autorin aus dem Thema, das dem Buch zu Grunde liegt, nicht mehr gemacht hat! Kein Buch, zu dem ich ein zweites Mal greifen würde.

[REZENSION] Steinbauer, Bettina - Zwei im Sinn

Bettina Steinbauer
Zwei im Sinn

Verlag: Solibro
269 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3932927400
ISBN-13: 978-3932927409

Leider konnte mich dieser Debütroman von Bettina Steinbauer nicht überzeugen.
Die Figuren waren mir zu flach, die Handlung stellenweise zu sprunghaft.
Der Titel des Romans ist allerdings sehr gut gewählt, da es um eine Liebe zwischen zwei Menschen geht, die sich zum größten Teil nur in der Phantasie der Hauptfigur Klara abspielt.

Samstag, 19. Dezember 2009

[REZENSION] Smith, Roger - Kap der Finsternis

Roger Smith
Kap der Finsternis

Verlag: Tropen
356 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3608502025
ISBN-13: 978-3608502022

In dem außerordentlich spannenden Roman "Kap der Finsternis" ist nichts nur schwarz und weiß. Die Guten sind nicht nur gut, und die Bösen nicht nur Böse.
Roger Smith stellt uns zu Beginn auf wenigen Seiten folgende Protagonisten vor: eine amerikanische Kleinfamilie - Vater, schwangere Mutter, ein kleiner Sohn; zwei Gangster auf Abwegen; ein korrupter Bulle mit Namen "Gatsby", sozusagen der "Hot Dog" Südafrikas ;) und einen ehemaligen entstellten Gefängnisinsassen, der nach seiner Entlassung aus dem Knast als Wachmann arbeitet. Näheres zu den einzelnen Personen verrät der Klappentext.
Den gewählten Ort der Handlung - Kapstadt - finde ich gut gewählt. Ein Ort, den ich nur aus Erzählungen kenne, und ein Ort, der sich in positiver Weise abhebt von den bekannten Schauplätzen der Kriminalliteratur. Einen Krimi oder Thriller, der in Skandinavien oder den USA spielt, hat ja fast jeder schon einmal gelesen, aber Kapstadt?
Der Leser wird in Windeseile in den Bann der miteinander verwobenen Einzelschicksale gezogen. Ich finde, man merkt diesem Buch an, dass der Autor auch im Filmgeschäft arbeitet. Mich hat der Stil an Episodenfilme und an Verfilmungen der Romanvorlagen von Elmore Leonard erinnert. Der aus verschiedenen Perspektiven erzählte Roman ist - wenn auch auf äußerst brutale Art - unterhaltsam und von der Erzählweise anspruchvoll. Sowohl mich als auch meinen Mann haben der flüssige Schreibstil, die authentische Sprache und die Handlung sehr begeistert. Die teilweise verwendete Fäkaliensprache hat uns nicht gestört, weil sie zur Handlung und den Protagonisten passt. Wir beide haben diesen Roman innerhalb kürzester Zeit verschlungen!

[REZENSION] Seitz, Stefan - Das Unkrautland 2: Das Geheimnis der Schwarzen Hütte

Stefan Seitz
Das Unkrautland 2: Das Geheimnis der Schwarzen Hütte

Verlag: Cleon
304 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3981317122
ISBN-13: 978-3981317121
empfohlenes Lesealter: 10-11 Jahre

Zufällig stieß ich im Internet auf eine Leseprobe dieses Buches und war sowohl davon als auch von dem Coverbild (das ebenfalls vom Autor stammt!) dermaßen verzaubert, dass ich mir daraufhin postwendend den ersten Band "Auf den Spuren der Nebelfee" besorgt hatte.

Zum Inhalt: Der Autor Stefan Seitz entführt seine Leser in eine ganz besonders märchenhafte Welt - ins Unkrautland! Wie schon im ersten Band begegnet der Leser auch hier wieder den folgenden Charakteren: Primus - einem hageren kleinen Bürschchen, das sich in eine Fledermaus verwandeln kann, Plim - einer zauberhaften und sehr vorlauten Hexe, dem gefräßigen Kürbis Snigg, der freundlichen Vogelscheuche Chuck, Sir Bucklewhee - von Berufswegen Präzisionswecker und einer ganz besonders verschlafenen Gestalt: der "Rätselrübe".

Zur Einführung in die Geschichte findet man direkt zu Beginn des Buches eine kleine Karte des Unkrautlandes, damit kann sich der Leser einen Überblick verschaffen bevor er in das Geschehen eintaucht und sich während des Lesens immer wieder orientieren, wo sich Primus und Plim im Laufe der Handlung befinden.

Das Geheimnis um die Nebelfee, das vor vielen hunderten von Jahren seinen Anfang nahm, wird hier im zweiten Band fortgesetzt. Es empfiehlt sich deshalb zuerst das Buch "Auf den Spuren der Nebelfee" gelesen zu haben, da einem ansonsten doch recht viel Wissen aus der Vorgeschichte fehlt.

Stefan Seitz erzählt mit viel Liebe zum Detail. Besonders viel Spaß beim Lesen hat man an den Dialogen zwischen den einzelnen Charakteren, diese bringen einen immer wieder zum Lachen und lockern die Geschichte auf. Hervorzuheben ist außerdem, dass der Autor seine Geschichte nicht im "Hau-Ruck-Verfahren" durchzieht, sondern die rätselhafte Mär um die Nebelfee wie ein großes Puzzle aufbaut, so dass der Leser nur Stückchen für Stückchen des Rätsels Lösung auf die Spur kommt... Hoffentlich muss ich auf Band 3 und das Ende der Geschichte nicht allzu lange warten ;)

Ich finde dieses Buch eignet sich auch hervorragend als Vorlesebuch für Kinder im Alter von 6-8 Jahren, die vielleicht noch nicht so gerne selber lesen. Alles in allem ein wunderbares Buch über ein märchenhaftes Reich, dass kleine und große Abenteurer zur Erkundung einlädt. Der Autor Stefan Seitz schließt für mich mit seinem wunderbaren altmodischen Schreibstil nahtlos an die großen Märchenerzähler der vergangenen Zeiten an!

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die wundervoll gestaltete Internetseite des Unkrautlandes: unkrautland.com. Hier finden sich weitere Infos zu den beiden Büchern, sowie viele Bilder zu den Darstellern und den Schauplätzen der Geschichte.

Freitag, 18. Dezember 2009

[REZENSION] Schmelzer, Roger - Die besten zehn Sekunden meines Lebens

Roger Schmelzer
Die besten zehn Sekunden meines Lebens

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
256 Seiten, Klappenbroschur
ISBN-10: 3462041401
ISBN-13: 978-3462041408

Was wäre, wenn wir DIE Chance unseres Lebens vertan hätten? Und was wäre, wenn wir nach zig Jahren diese Chance ein zweites Mal bekommen würden?
Mit dieser Fiktion spielt Roger Schmelzer in "Die besten zehn Sekunden meines Lebens". Chris Mackenbrock vermasselt im Alter von 16 Jahren sein ganzes Leben: hätte er das Angebot seines Mitschülers angenommen mit ihm jeden Morgen zur Schule zu joggen, wäre er dünn, erfolgreich und glücklich geworden, aber so... geht er als Dicker durch sein weiteres Leben, lebt mit einer Frau zusammen, die er zwar gerne mag, aber die nur zweite Wahl war, und trauert immer seiner verpassten Chance hinterher.
Zuerst liest sich das ganze wie ein zwar amüsanter, aber auch recht vorhersehbarer Roman, bis gut zur Hälfte dachte ich, ich wüsste genau, worauf die Geschichte hinausläuft, aber dann zieht Schmelzer alle Register und es offenbarte sich mir ein derart lustiges Lesereignis, wie ich es schon lange nicht mehr hatte! Die zweite Chance des Chris Mackenbrock fährt mit überraschenden Wendungen auf. Wie sein zweites Leben verläuft, ob er mit seiner Traumfrau glücklich wird, und welche Bilanz er nach gut 60 Jahren in zwei Leben zieht, das sollte jeder Leser selbst herausfinden, sonst nimmt es einen den ganzen Lesespaß vorweg. Denn gerade die Überraschungen, die Schmelzer für Chris´ zweite Chance bereithält, machen den größten Spaß und den ganzen Charme dieses Buches aus! Lesen und Spaß haben, von Alltag abschalten, und einfach mal selbst hinterfragen, ob unser eigenes Leben sooo schlecht ist, wie wir es gerade jetzt leben...

[REZENSION] Savage, Sam - Firmin: Ein Rattenleben

Sam Savage
Firmin: Ein Rattenleben

Verlag: Ullstein
216 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 355008742X
ISBN-13: 978-3550087424

Alleine die Aufmachung des Buches, ist etwas völlig anderes zu dem, was man sonst so aus dem Buchladen kennt: die Buchseiten wirken, als hätte sie wirklich eine Ratte angefressen.
Zum Inhalt muss ich sagen, dass ich nach den ersten Kapiteln doch etwas anderes erwartet habe. Der Roman war auf keinen Fall schlecht, aber richtig fesseln konnte er mich nicht.
Es ist ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Wer eher ein Freund der leisen Töne ist, sollte hier zugreifen, wer mehr "Inhalt" von einem Buch erwartet, sollte es lieber sein lassen.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

[REZENSION] Riebe, Brigitte - Der Kuss des Anubis

Brigitte Riebe
Der Kuss des Anubis

Verlag: cbj
416 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3570136795
ISBN-13: 978-3570136799
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Mit ihrem ersten Jugendroman ist Brigitte Riebe ein ganz großer Wurf gelungen. Das Buch "Der Kuss des Anubis" bietet wirklich alles was ein einmaliges Lesevergnügen ausmacht: einen spannenden Abenteuerroman mit vielen Verwicklungen und Intrigen und eine Liebesgeschichte, die eigentlich nicht sein darf.
Der Roman handelt von der 15jährigen Miu, der Tochter von Wasets berühmtesten Einbalsamierer, und von Pharao Tutenchamun. Das Schicksal führt die beiden zusammen als Miu einer Verschwörung auf die Schliche kommt - im Wirtshaus ihrer Tante belauscht sie zwei Männer die einen Anschlag auf den Pharao planen. Miu geht der Sache hinterher, und kann letztendlich sogar beim Pharao persönlich vorsprechen und ihn warnen. Im Laufe der Geschichte kann Miu durch ihre Umsicht dem Pharao zweimal das Leben retten und eine zarte Liebesbande bahnt sich zwischen den beiden an.
Noch weitere Handlungen beeinflussen das Geschehen und das Verhältnis zwischen Miu und dem Pharao. Was ist damals in der Sonnenstadt geschehen unter dem Pharao Echnaton, dass noch heute das Leben von Mius Familie und ihren Verwandten beeinflusst? Was hat es mit der Bande an Grabräubern auf sich, die die Grabbeigaben entwenden, die Mumien schänden und Mius Vater den Herzskarabäus Echnatons untergeschmuggelt haben?
Einige Details kann man schon früh erahnen, z.B. welche Personen zu der Grabräuberbande gehören, trotzdem tut das dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Brigitte Riebe hat hier einen gut recherchierten Roman vorgelegt, der durch ein Glossar im Anhang mit den wichtigsten Fachbegriffen noch ergänzt wird. Land und Protagonisten sind realistisch dargestellt, so dass man sich gut in das Geschehen hineinversetzen kann. Die Sprache und der Stil haben ein Niveau, dass das Buch gut von jugendlichen ab ca. 12 Jahren gelesen werden kann, aber auch noch für erwachsene Leser ein anspruchsvolles Lesevergnügen darstellt.

[REZENSION] Reuter, Katja - Welche Farbe hat die Liebe?

Katja Reuter
Welche Farbe hat die Liebe?

Verlag: Ullstein
368 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3548281052
ISBN-13: 978-3548281056

In der Beziehung von Jule und Tom ist der Alltag eingekehrt. Nach dreijähriger Dauerverlobung guckt mittlerweile keiner der beiden mehr durch eine rosarote Brille was ihr gemeinsames Leben angeht.
Grund genug für Jule mit dem Geburtstagsgeschenk ihrer Freundin Tina - eine einjährige Mitgliedschaft bei StayFriends - auf die Suche nach ihrer Jugendliebe Erik zu gehen.
Hat sie mit Erik ihren Traumprinzen gefunden? Im Gegensatz zu Tom ist er ordentlich, verdient viel Geld und geht einem geregelten Job nach... Findet Jule hier ihr ersehntes Liebesglück und die Erfüllung ihres Traumes von einer kleinen glücklichen Familie, oder hat Kater Blindfisch den Durchblick mit seiner Abneigung gegen Erik?
Katja Reuter erzählt auf eine erfrischende Art von Liebesirrungen und -wirrungen, von Beziehungen in die der Alltag Einzug gehalten hat, und von Träumereien, ob irgendwo in der Welt da draußen nicht doch noch DER Traumprinz auf einen wartet oder ob man am Ende doch den Traumprinzen bereits zu Hause auf dem Sofa sitzen hat???
Vieles an der Geschichte mag vorhersehbar sein, aber das hat mir trotzdem nicht das Lesevergnügen an diesem Roman genommen!
Den besonderen Reiz des Buches macht es aus, dass man/Frau wahrscheinlich schon ähnliche Phasen wie Jule erlebt hat, und vielleicht ähnliche Schlüsse aus den Erfahrungen gezogen hat, wie sie am Ende des Buches. Aber wie die Geschichte um Jule, Tom und Erik ausgeht, möchte ich natürlich nicht verraten, nur soviel: die Liebe ist gelb!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

[REZENSION] Plischke, Thomas – Die zerrissenen Reiche 1: Die Zwerge von Amboss

Thomas Plischke
Die zerrissenen Reiche 1: Die Zwerge von Amboss

Verlag: Piper
480 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3492266630
ISBN-13: 978-3492266635

Kurzbeschreibung:Die Zwerge in Amboss, einer bedeutenden Industriestadt ihres Bundes, sind verunsichert. Gerüchten zufolge planen die Menschen die Diener der Zwerge eine Revolution. Aus den Nachbarländern sollen Verschwörer in das Reich eindringen. Als der Ermittler Garep Schmied zum Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen wird, halten alle einen Menschen für den Täter. Sein Motiv: Hass auf die Zwerge. Garep jedoch ermittelt gegen alle Widerstände und Vorverurteilungen weiter. Denn nicht nur die Machen-schaften von Menschen bedrohen den Bund, sondern auch unter den Zwergen herrschen Hass und Machtgier.Ein packendes Zwerge-Abenteuer für alle Fans der bärbeißigen Draufgänger.

Eigene Meinung:Bei "Die Zwerge von Amboss" handelt es sich um einen Fantasyroman, der mit 3 verschiedenen Erzählsträngen startet. Es geht im Einzelnen um einen Kopfgeldjäger der menschlichen Rasse, zwei Sucher im Reich der Zwerge, die eine Mordserie aufklären sollen, und einen Zwerg in einer Klinik, der mit seinem Vorgesetzten Versuche an Halblingen unternimmt.
Bis zur Mitte des Buches treffen die Erzählstränge aufeinander und ergeben endlich ein schlüssiges Gesamtbild.
Der Autor Thomas Plischke hat mit "Die Zwerge von Amboss" sein Erstlingswerk vorgelegt. Die Geschichte liest sich flüssig, die Sprache ist gut, es ist alles stimmig, trotzdem hat mich das Buch nicht vom Hocker gehauen. Aber da ich nicht eindeutig spezifizieren kann, woran das liegt, hat mich wohl einfach der Inhalt nicht wirklich in seinen Bann ziehen können.
Also: wer eine Mischung zwischen klassischer Fantasy, Krieg unter verschiedenen Völkern und eine Art Zwergenkrimi mag, der sollte hier ruhig zugreifen!

[REZENSION] Nürnberger, Christian - Mutige Menschen 2: Widerstand im Dritten Reich

Christian Nürnberger
Mutige Menschen 2: Widerstand im Dritten Reich

Verlag: Thienemann
298 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3522301668
ISBN-13: 978-3522301664

Kurzbeschreibung:
Christian Nürnberger erzählt von zwölf Frauen und Männern, die den Mut zum Widerstand hatten: Mut, Hitlers Pläne zu durchkreuzen, Mut, Hitlers Befehle zu verweigern, Mut, Menschenleben zu retten: Dietrich Bonhoeffer, Willy Brandt, Georg Elser, Mildred Harnack, Robert Havemann, Fritz Kolbe, Janusz Korczak, Helmuth James Graf von Moltke, Martin Niemöller, Sophie Scholl, Irena Sendler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Eigene Meinung:
Mit "Widerstand im Dritten Reich" liegt nach "Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte" der zweite Band mit Kurzbiographien von mutigen Menschen vor.
Dieser Band erzählt nur von mutigen Menschen, die in einer relativ kurzen Zeitspanne gewirkt haben - die 12 Jahre des Dritten Reichs, von 1933 bis zum Kriegsende 1945, aber welche Zeit davor oder danach hatte noch einmal solche Auswirkungen auf Deutschland gehabt?
Der zweite Band der mutigen Menschen hat mir persönlich noch besser gefallen als der erste. Der Bezug zu diesem Zeitraum in der Geschichte ist eben doch sehr groß und damit ist bei vielen auch ein größeres Interesse an diesem Teil der deutschen Geschichte vorhanden. Viele von uns hatten vielleicht noch einen Großvater, der als Soldat mit im zweiten Weltkrieg war, oder vielleicht erlebten unsere Eltern oder einige Leser selbst diesen Krieg zumindest aus der Sicht eines Kindes am eigenen Leib mit.
Ich fände es sehr wichtig, wenn dieses Buch auch Einzug in den Schulen finden würde. Auch für mich war manches noch neu in den 12 Kurzbiographien. Man kennt manche Taten - und weiß den Namen der ausführenden Person nicht... In anderen Fällen waren mir durchaus die Personen bekannt, aber ich wusste nicht, worin ihr Widerstand im Dritten Reich bestanden hat.
Ich glaube nicht, dass man das Buch im Alter vor 14 Jahren lesen sollte, vieles was im Dritten Reich passiert ist und in diesem Buch geschildert wird, ist für jüngere Leser womöglich zu grausam. Auch bei älteren Jugendlichen empfiehlt sich eine erwachsene Lesebegleitung oder die Diskussion in einer größeren Runde.
Besonders berührt hat mich eine Aussage des Autors: Wenn viele nach dem Krieg sagten, wir konnten nichts tun, wir haben von nichts gewusst, sollte man sich EINES bewusst machen: Hätten die Menschen damals wissen WOLLEN, hätten sie durch fragen vieles erfahren! Und bevor wir unsere Vorfahren verurteilen: Zu welcher Gruppe hätten wir damals gehört? Hätten wir unser Leben riskiert, um ein anders zu retten? Oder hätten wir den Kopf in den Sand gesteckt, um ja nichts davon mitzukriegen was um uns herum passiert?
Dieses Buch regt zum Nachdenken und zur Diskussion an. Nichts was man am Stück weg lesen sollte. Ich habe nach jeder Geschichte innegehalten und erstmal über das Gelesene nachdenken müssen!

Dienstag, 15. Dezember 2009

[REZENSION] Nürnberger, Christian - Mutige Menschen 1: Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte

Christian Nürnberger
Mutige Menschen 1: Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte

Verlag: Thienemann
256 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3522301587
ISBN-13: 978-3522301589

Kurzbeschreibung:
Diese Menschen riskieren viel, bringen sich dadurch sogar in Gefahr. Und ob sich ihr Einsatz lohnen wird, wissen sie nicht. Aber sie wollen etwas veränder. Christian Nürnberger erzählt von Frauen und Männern, die Mut zeigen: Mut, die Dinge anders zu sehen, Mut, etwas Neues zu wagen, Mut, mit der bisherigen Tradition zu brechen oder einer Übermacht die Stirn zu bieten. Einsatz für Frieden, Freiheit und Menschenrechte!

Eigene Meinung:
Das vorliegende Buch ist wirklich mal ein herausragendes Beispiel für ein Sachbuch, das man gerne einfach mal so zum Lesen zwischendurch in die Hand nehmen kann. Die Biographien sind sehr informativ, gehen ausgiebig auf die Vorgeschichte bzw. Rahmenhandlung der einzelnen dort beschriebenen Personen ein. Manche Information ist zuweilen vielleicht etwas "trocken", aber das bleibt bei Sachbuchthemen nunmal nicht aus, wenn genau recherchiert wurde, und da die Kurzbiographien nie länger als ca. 30 Seiten sind, wurde mir das Lesen nie langweilig. Sehr zu empfehlen, auch für Jugendliche, Lehrer und alle, die mal etwas über mutige Personen lesen wollen, die unsere Zeit nachhaltig beeinflusst haben!

[REZENSION] Moerk, Christian - Darling Jim

Christian Moerk
Darling Jim

Verlag: Piper
336 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3492052568
ISBN-13: 978-3492052566

Das Buch "Darling Jim" von Christian Mørk habe ich in wenigen Stunden durchgelesen.
Das Buch beginnt mit der ausführlichen Beschreibung eines idyllischen Dorflebens in Irland in der Nähe Dublins. Dieser Frieden wird jäh gestört, als der Postbote Desmond eines Tages eine schreckliche Familientragödie entdeckt. Im Hause der Moira Walsh wird diese tot aufgefunden. Außerdem zwei ihrer Nichten, die von ihrer Tante im Haus gefangen gehalten wurden und die einen qualvollen Tod gestorben zu sein scheinen. Was hat sich hier abgespielt? Wo hat diese Familientragödie ihren Anfang genommen? Noch mysteriöser wird es, als entdeckt wird, dass eine dritte im Keller gefangen gehaltene Person fliehen konnte. Ein weiteres Rätsel... War es die Schwester der beiden verstorbenen Mädchen? Oder der Liebhaber der Tante, "Darling Jim"?
Auf die Spur einiger dieser Rätsel kommt man schon relativ früh im Verlauf dieses Buches, aber das hat das Lesevergnügen bei mir keineswegs gemindert. Ich denke, dass liegt vor allem an dem außergewöhnlichen Erzählstil, dem sich Christian Mørk bedient. "Darling Jim" wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum einen am Anfang aus der Sicht eines allwissenden Erzählers, zum zweiten aus der Sicht des Postboten Niall, der in diese Geschichte verwickelt wird, und zu guter Letzt durch die Tagebücher der verstorbenen Schwestern Fiona und Roisin, die diese während ihrer Gefangenschaft im Hause ihrer Tante geschrieben haben.
Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel über die weitere Handlung des Buches verraten, und auch nicht darüber, warum es zu dieser Familientragödie kam, dass würde zuviel vorwegnehmen, und das Lesevergnügen erheblich mindern. Nur soviel noch: das Buch wird zwar als Psychothriller betitelt, ich würde es aber gerne als modernes Märchen bezeichnen. Zwar lassen sich fast alle Rätsel dieses Buches auf logische Weise erklären, aber der ganzen Geschichte wohnt eine Art Zauber inne, wie es nur in Irland möglich ist. Und, wer weiß, vielleicht steckt hinter allem doch mehr, als uns der Autor bis zur letzten Seite dieses Buches erzählt hat. Aber ich bin sicher, darüber kann der seanchai eine weitere Geschichte beim nächsten Pub-Abend erzählen.

Montag, 14. Dezember 2009

[REZENSION] Meyer, Stephenie - Bis(s) zum Ende der Nacht, Band 4

Stephenie, Meyer
Bis(s) zum Ende der Nacht, Band 4

Verlag: Carlsen
788 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3551581991
ISBN-13: 978-3551581990
empfohlenes Lesealter: 14-15 Jahre

Nachdem ich bereits einige - nicht gerade positive - Rezensionen der englischen Ausgabe von Bis(s) zum Ende der Nacht" gelesen hatte, die leider fast den ganzen Inhalt des Buches vorwegnahmen, dachte ich mir oh je, was hat sich Stephenie Meyer nur bei dieser Entwicklung der Geschichte von Bella und Edward gedacht". Ich ging also sehr skeptisch an den vierten Bis(s)-Teil heran.
Um es gleich vorweg zu nehmen: meine Befürchtungen wurden nur teilweise bestätigt. In meinen Augen kann dieser Bis(s)-Band zwar nicht mit den drei Vorgängerbänden mithalten, war aber auch nicht so schlecht, wie er von einigen be- bzw. verurteilt wurde.
Es ist soweit: Bella und Edward stehen kurz vor der geplanten Hochzeit. Und diese Hochzeit wird wider Erwarten Bellas zu einem der schönsten Augenblicke ihres Lebens, obwohl sie eigentlich keinen Gefallen daran findet, wenn ein solcher Wirbel um ihre Person veranstaltet wird. Kurz darauf geht es für Bella und Edward in die Flitterwochen, die Bella noch als Mensch erleben will, ein Zugeständnis von Edward dafür, dass Bella in die Hochzeit eingewilligt hat. Wie es dann weitergeht, ob Bella gebissen wird, mit welchen weiteren Überraschungen Stephenie Meyer aufwartet, darüber möchte ich an dieser Stelle nichts verraten. Nur soviel: es kommt zum Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Der Denali-Clan taucht bereits ganz zu Anfang des Buches auf der Hochzeit auf, bei der es auch ein unverhofftes, und erst mal kurzes, Wiedersehen mit Jacob gibt. Und auch die Volturi spielen im Laufe der Geschichte noch eine Rolle.
Der Roman ist in drei Stücke unterteilt, Teil eins und drei werden aus Bellas Sicht geschildert, Teil zwei aus der Sicht Jacobs. Ich fand diesen Wechsel der Erzählperspektiven interessant und gut gewählt, weil sie die Handlung des Buches unterstützen. Auch der Stil Stephenie Meyers ist in diesem vierten Bis(s)-Band erhalten geblieben. Die lockere flüssige Schreibweise, die einen das Buch in nur wenigen Stunden weglesen lässt.
Den einen Stern Abzug gibt es von mir hauptsächlich auf Grund der Handlung, die mir stellenweise einfach zu abgedreht war und etwas von der Leichtigkeit - vor allem im Vergleich zum ersten Band - eingebüßt hat. Außerdem war mir das Liebesgeplänkel zwischen Bella und Edward etwas zu dick aufgetragen und nimmt einen zu großen Teil des Buches ein. Ich muss nicht alle paar Seiten wieder und wieder lesen, wie wunderschön Edward ist und das Bellas Glück vollkommen ist, wenn sie nur immer ihren Edward zur Seite hat.
Trotz diesen Kritikpunkten bekommt das Buch noch 4 Sterne von mir, allerdings mit der Vorgeschichte im Hinterkopf. Als eigenständigen Roman hätte ich dieses Buch wahrscheinlich nur mit 3 Sternen beurteilt.

[REZENSION] Meyer, Kai - Arkadien 1: Arkadien erwacht

Kai Meyer
Arkadien 1: Arkadien erwacht

Verlag: Carlsen
416 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3551582017
ISBN-13: 978-3551582010
empfohlenes Lesealter: 14-15 Jahre

"Arkadien erwacht" ist der Auftakt einer neuen Reihe des Bestsellerautors Kai Meyer. Als Schauplatz dient Sizilien, der Geburtsort der Mafia, und unter anderem handelt das Buch genau davon - von rivalisierenden Mafiaclans. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, in diesem Buch steckt weit weit mehr, als es auf den ersten Seiten scheinen mag. Was hat es mit Arkadien auf sich und der Organisation TABULA? Ein Roman um Familiengeheimnisse, alte Legenden, Gestaltenwandler und eine junge Liebe, die nicht sein darf. Was sich wie ein wilder Mix kaum zu vereinbarender Genres anhört, hat Kai Meyer zu einem homogenen spannenden Roman vereint.
Zu Anfang der Geschichte waren mir die Hauptakteure Rosa und Alessandro nicht allzu sympathisch und vom Wesen her fremd. Deswegen habe ich ungefähr einen Viertel des Romans gebraucht bis ich richtig vom Geschehen gefangen war. Danach konnte ich das Buch aber kaum noch aus der Hand legen, weil sich die Ereignisse nur noch so überstürzten und ich das Wesen von Rosa und Alessandro und ihr damit verbundenes Verhalten endlich verstand.
Wer keine Cliffhanger am Ende eines Buches mag, sollte warten bis der Folgeband erscheint, denn Kai Meyer wirft im Laufe der Handlung viele Fragen auf, aber über die Lösung der meisten wird der Leser am Ende des Buches im Unklaren gelassen und muss auf die Antworten warten, bis die Geschichte um Rosa und Alessandro weitererzählt wird. Fortsetzung folgt...
Ich freue mich schon sehr auf den weiteren Verlauf dieser ungewöhnlichen Geschichte, und ziehe bei "Arkadien erwacht" nur deshalb einen Punkt ab, weil sich die ersten 100 Seiten für mich etwas gezogen hatten.

Sonntag, 13. Dezember 2009

[REZENSION] Meltzer, Brad - Das Buch der Lügen

Brad Meltzer
Das Buch der Lügen

Verlag: Rowohlt
448 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3499252694
ISBN-13: 978-3499252693

Der erste Mord der Menschheitsgeschichte: Kain tötet Abel, die Tatwaffe fehlt. 1932 wird Mitchell Siegel - der Vater des Superman-Erfinders Jerry Siegel - erschossen, die Tat bleibt ungeklärt. 70 Jahre später stößt Cal Harper auf einen Mann, der mit derselben Waffe verletzt wurde...
Brad Meltzer hat mit "Das Buch der Lügen" einen richtiggehenden Pageturner geschrieben. Die Mischung aus Geschichte, Rätseljagd und Thriller hat mich so sehr gefesselt, dass ich das Buch, einmal angefangen, kaum noch aus der Hand legen konnte.
Auch die Protagonisten haben mich vollauf überzeugt. Ich habe mit Cal gelitten, gefiebert und gezweifelt. Dem Autoren ist es sehr gut gelungen Cals innere Zerissenheit darzustellen. Und ich wusste bis kurz vor Schluss nicht, worauf die Geschichte hinausläuft und wer wirklich der Böse ist bzw. die Bösen sind. Die Darsteller sind vielschichtig und nicht immer leicht zu durchschauen. Die Bösen waren nicht immer nur böse und die Guten nicht nur gut! Für mich war dieses Buch eine große Überraschung mit einem raffiniert gestrickten Plot!

[REZENSION] Maaser, Eva - Die Fehde der Königinnen

Eva Maaser
Die Fehde der Königinnen

Verlag: Piper
477 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 349225344X
ISBN-13: 978-3492253444

Man sollte sich von dem Titel von Eva Maasers historischem Roman nicht irreführen lassen. Vordergründig geht es in "Die Fehde der Königinnen" nämlich NICHT um den jahrelang währenden Disput zwischen Brunichild, Gattin von Sigibert, und Fredegunde, Gattin von Sigiberts Bruder Chilperich, sondern im Vordergrund dieses Romans steht Wittiges, ein junger Landadeliger, dessen Wege immer wieder die von Brunichild kreuzen.
Eva Maaser schafft es, das frühe Mittelalter lebendig werden zu lassen. Detailreich und stilsicher lässt sie ein Bild dieser Epoche in den leuchtensten Farben entstehen. Schnell fühlt man sich in das Geschehen versetzt, gerade auch deshalb, weil sie zum Einstieg in ihrem Roman eine recht alltägliche Szenerie wählt.
Interessant sich nicht nur die Hauptfiguren ihres Romans, bis in die Nebenbesetzungen sind die Figuren gut ausgewählt und detailliert geschildert.
Besonders gefangen genommen hat mich der Erzählstrang um den Musiker Alexander, dessen Leben zu Beginn der Geschichte von Wittiges gerettet wird, und um Aletha, die Zofe von Brunichild. Die geheimnisvolle Geschichte um diese beiden Figuren war der Hauptgrund dafür, dass ich diesen Roman kaum aus der Hand legen konnte, und am liebsten vorgeblättert hätte, um das Geheimnis dieser beiden schneller zu ergründen.
Interessante Figuren, lebendige Schilderungen und ein Spannungsbogen, der die ganze Geschichte hindurch gehalten wird - ein wahres Lesevergnügen! Für mich nur getrübt durch einen Punkt: die letzten Kapitel werden im Zeitraffertempo erzählt, und nicht mehr so ausführlich wie der Großteil der Geschichte vorher, als hätte die Autorin zwingend zu einem Ende finden müssen und die Erzählung deshalb gestrafft.

Samstag, 12. Dezember 2009

[REZENSION] Maar, Paul - Sams in Gefahr (Hörbuch)

Paul Maar (Autor), Rufus Beck (Sprecher)
Sams in Gefahr (Hörbuch)

Verlag: Oetinger Audio
ISBN-10: 3837300358
ISBN-13: 978-3837300352
empfohlenes Alter: 6-7 Jahre

Gewohnt souverän von Rufus Beck vorgelesen, aber als eingefleischter Fan der älteren Sams-Hörspiele kann ich trotzdem nur 4 Sterne vergeben: Rufus Beck hat zwar schon mit den HP-Hörspielen bewiesen, welch wandlungsfähige Stimme er hat - aber ich vermisse trotzdem die "alten" Sams-Hörspiel-Charaktere. Wen das nicht stört, sollte hier aber unbedingt zugreifen! Die Geschichte selbst muss sich nämlich in keinster Weise hinter ihren Vorgängern verstecken!

[REZENSION] Lillevik, Kristine - Zusammen kochen!

Kristine Lillevik
Zusammen kochen!

Verlag: Hölker
168 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3881177825
ISBN-13: 978-3881177825

Kurzbeschreibung:
Beim Kochen mit Freunden lernt man neue Gerichte kennen, man entspannt sich, ist fröhlich, plaudert, und am Ende setzen sich alle gemeinsam um einen Tisch und genießen das Ergebnis: Das ist Urlaub im Alltag. Viele Freundeskreise treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Kochen, jedesmal in einer anderen Küche. Kristine Lillevik und Morten Brun besuchten acht solcher Kochclubs in Norwegen, machten Fotos und sammelten Rezepte. Daraus entstand dieses junge, frische Kochbuch mit vielen mediterranen und asiatischen aber auch skandinavischen Rezepten für Salate, Suppen, Vor- und Hauptspeisen, Kuchen und Desserts.

Eigene Meinung:
Ok, natürlich hatte mein Mann nicht ganz zu unrecht "gemeckert", dass ich ein weiteres Kochbuch gekauft habe - wir hätten es nicht wirklich gebraucht, aber ich konnte bei dieser wunderschönen, teils ungewöhnlichen, Aufmachung einfach nicht widerstehen. Teilweise sind die Rezepte in Handschrift gedruckt bzw. Notizzettel mit handgeschriebenen Rezepten, oder ein Cocktail wird in Comicstripform präsentiert. Und da dazu noch die Rezepte ungewöhnlich lecker sind, und auch vom Schwierigkeitsgrad der Zubereitung für jeden Koch etwas dabei ist, na, da musste ich doch wohl zugreifen ;)

Freitag, 11. Dezember 2009

[REZENSION] Lennox, Judith - Das Haus in den Wolken

Judith Lennox
Das Haus in den Wolken

Verlag: Piper
560 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3492050603
ISBN-13: 978-3492050609

Das Buch "Das Haus in den Wolken" war für mich das erste Buch überhaupt, das ich von Judith Lennox gelesen habe, und es wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.
Sie erzählt die Geschichte der Finboroughs zwischen 1909 und 1942, vom Kennenlernen Richard Finboroughs und seiner zukünftigen Frau Isabel, über die beiden Weltkriege und die Entwicklung und Lebensgeschichte ihrer Kinder.
Judith Lennox bedient sich einer derart mitreißenden Sprache, das sich das Buch quasi von selbst liest, noch nie kamen mir fast 600 Seiten so kurz vor. Vor dem inneren Auge des Lesers lässt sie die Personen und Landschaften entstehen, man kann richtig in dieses Buch eintauchen, und mir tat es fast schon leid, als es so schnell zu Ende war und ich die Familie Finborough verlassen musste.

[REZENSION] Lelord, François - Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens, Band 4

François Lelord
Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens, Band 4

Verlag: Piper
222 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3492051677
ISBN-13: 978-3492051675

Es war einmal nach den ersten drei Hector-Bänden "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" und seinen Erfahrungen mit der Liebe und der Zeit, ein vierter Hector-Band mit dem Titel "Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens". Nachdem ich den ersten Hector-Band mit Begeisterung gelesen hatte, war ich von den beiden Folgebänden Liebe und Zeit enttäuscht, sie kamen mir vor wie ein schwacher Aufguss des erfolgreichen ersten Bandes. Mit Petit Hector, dem kleinen Sohn des großen Hector, kommt endlich frischer Wind auf. Für mich hat dieser vierte Band wieder an den Charme und das Lesevergnügen des ersten Bandes anknüpfen können!
Der besondere Reiz dieses neuen Hector-Abenteuers ist es, das scheinbar alltägliche Dinge aus der Sicht eines Kindes hinterfragt werden und mit einem Male interessant und wichtig sind. Wir Erwachsene können die Alltagsprobleme eines kleinen Jungen so aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten und daraus eine Menge für unser eigenes Leben lernen.
Francois Lelord schafft es mit diesem Buch Lebensweisheiten in einer ganz einfachen Sprache zu vermitteln, die bereits Kinder verstehen. Ich bin der Meinung, dieses Hector-Abenteuer können Eltern mit ihren Kindern zusammen lesen - im Gegensatz zu den ersten drei Bänden, die für Kinder eher uninteressant und schwerer verständlich sein werden. Die Naivität des kleinen Hector ist absolut liebenswert und rief mir beim Lesen einige Male ein Lächeln hervor.
"Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens" ist ein kleines philosophisches Buch, das dem Leser Mut machen will das Leben positiv zu sehen und immer das Beste daraus zu machen. Für mich mit Abstand das schönste und beste Buch der ganzen Hector-Reihe!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

[REZENSION] Lamb, Wally - Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Wally Lamb
Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Verlag: Pendo
752 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3866122063
ISBN-13: 978-3866122062

Vor diesem Roman "Die Stunde in der ich zu glauben begann" hatte ich zwar schon von Wally Lamb gehört, aber bisher nichts von ihm gelesen. Ein Fehler, den ich bald beheben werde. Schon lange hat mich ein Roman nicht mehr so gefesselt, dass ich ihn kaum aus der Hand legen mochte!
Erzählt wird die Geschichte von Caelum und seiner Frau Maureen, die im Laufe der Geschichte von Schicksalschlägen schwer getroffen werden. Caelum ist Lehrer an der Columbine Highschool, in der 1999 ein Amoklauf von zwei Schülern stattfand. Caelum ist am 20. April 1999 nicht vor Ort, weil seine Tante in Conneticut einen Schlaganfall erlitten hat, und er ihr einziger lebender Verwandter ist. Kurz darauf verstirbt seine Tante, und er bleibt einige Tage länger auf ihrer Farm als geplant, nur seine Frau Maureen ist noch in Colorado, sie ist Krankenschwester auf der Columbine Highschool und erlebt den Amoklauf direkt mit. Caelum erfährt von dem Vorfall aus dem Fernsehen und eilt nach Hause, so schnell er kann, weil er um das Leben seiner Frau fürchtet. Maureen überlebt zwar das Attentat, aber nach dem Drama von Columbine ist in Caelums und Maureens Leben nichts mehr so wie es vorher war. Maureen behält schwere psychische Schäden, denen sie sich nicht stellen kann und verfällt in eine Medikamentensucht. Immer wieder kommen neue Rückschläge für Caelum und Maureen, und manchmal kann man kaum glauben, dass die beiden noch am Leben festhalten können.
Wally Lamb schafft es meisterhaft den Opfern von Columbine - und nicht nur den Toten! - mit seinem Roman ein außergewöhnliches Denkmal zu setzen. Ich fand es auch sehr gut und mutig von ihm, die Originalnamen von Opfern und Tätern des Amokslaufs beizubehalten.
Desweiteren liefert Wally Lamb ein Stück amerikanische Geschichte der letzten 10 Jahre beim Leser ab: der Wirbelsturm Katrina, 9/11, der Iran-Krieg... alles wird zu einem Netz verwoben und greift mehr oder weniger in Caelums Leben ein.
Das Buch war einfach wunderbar, und lässt einem nicht mehr los. Oft hätte ich mit Caelum weinen können! Die zweite Hälfte des Buches wird zwar etwas ruhiger, weil mehr auf die Geschichte von Caelums Ahnen eingegangen wird, trotzdem blieb ich gefesselt und war auch davon begeistert. Caelums Leben ist von Trauer, Leid und Chaos überschattet - und trotzdem schafft es Wally Lamb uns am Schluss Hoffnung mit auf den Weg zu geben.

[REZENSION] Kramer, Silke - Ferien, Stress und Liebesglück

Silke Kramer
Ferien, Stress und Liebesglück

Verlag: Rowohlt
224 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3499215233
ISBN-13: 978-3499215230
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Wer kann sich nicht mehr daran erinnern - erstes Verliebtsein, Schmetterlinge im Bauch, die ersten Dates, der erste Kuss... In 8 Geschichten geht es um "Ferien, Stress und Liebesglück", davon wurden 6 Geschichten von jungen Nachwuchsautorinnen verfasst.
Die Geschichten waren sehr kurzweilig zu lesen, durch die Darstellung unterschiedlicher Perspektiven - teils aus Jungensicht, meistens aus Mädchensicht geschrieben - könnte die eine oder andere Geschichte vielleicht sogar Jungs ansprechen, die Hauptzielgruppe für dieses Buch dürften aber Leserinnen ab ca. 10-12 Jahren sein.
Die Geschichten haben gerade die richtige Länge um in der Pause auf dem Handtuch im Schwimmbad, oder auf einer kurzen Fahrt im Bus gelesen zu werden.
Alle Protagonisten scheinen das gleiche Alter zu haben, wie auch die Zielgruppe an Lesern die angesprochen werden soll, von daher werden sich die Leserinnen dieses Buches sicherlich sehr gut in die einzelnen geschilderten Situationen hineinversetzen können.
Interessant waren auch die kurzen Steckbriefe der einzelnen Autoren/innen im Anhang des Buches zu lesen.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

[REZENSION] Johler, Jens - Kritik der mörderischen Vernunft

Jens Johler
Kritik der mörderischen Vernunft

Verlag: Ullstein
544 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3548269540
ISBN-13: 978-3548269542

Wow! Ich hatte jetzt schon wirklich lange nichts mehr aus dem Thriller- und Krimi-Genre gelesen, weil sich sooo oft Sachen wiederholten, ähnliche Fälle, ähnlich gestrickte Hauptprotagonisten... Nach der spannenden Leseprobe war ich aber sehr neugierig auf dieses Buch, und das Buch war absolut umwerfend!!!
Die Plätze und Protagonisten sind gut gewählt, alles wird detailliert geschildert und ist umfangreich recherchiert.
Die Sprache des Autors ist leicht zu lesen. Trotz des sehr wissenschaftlichen Themas der Hirnforschung. Er schafft es aber fantastisch, dass auch ein Laie die Informationen zum Thema sehr gut versteht.
Nach dem Titel und dem Cover hätte ich niemals einen derart vielschichtigen und guten Roman erwartet, umso mehr freue ich mich, dass Buch trotzdem gelesen zu haben.
Das Thema Hirnforschung und Schaffung eines idealen Menschen fand ich sehr interessant und brandaktuell - besonders durch die immer wieder geschaffenen Bezüge des Autors zu aktuellen Themen wie der 11.September oder Glaubenskriegen.
Außerdem fand ich die Protogonisten sehr gut geschildert, man konnte sich direkt in die einzelnen Personen hineinversetzen und empfand viel Sympathie oder auch Antipathie für sie.
Dieses Buch habe ich in nur wenigen Tagen durchgelesen, weil der Autor einen Spannungsbogen aufgebaut hat, der es mir kaum ermöglichte, das Buch mal aus der Hand zu legen.

[REZENSION] Isau, Ralf - Messias

Ralf Isau
Messias

Verlag: Piper
426 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3492701426
ISBN-13: 978-3492701426

Ein kleines Dorf in Irland mit skurrilen Gestalten, vorne weg der 103jährige Seamus Whelan, das ist der Schauplatz von Ralf Isaus Roman "Messias". In diesem kleinen beschaulichen Dörfchen steigt eines Tages der Sohn Gottes von seinem Kreuz herab, und fällt Seamus dabei fast vor die Füße, der gerade dabei ist das Inventar der dörflichen Kirche instand zu setzen. Der Messias wird ins Krankenhaus gebracht, wo seine Stigmata versorgt werden, und er nach einiger Zeit anfängt Bibelzitate auf Hebräisch herunterzubeten. Aber gibt es wirklich Wunder? Was ist dran an dem Messias von Graig? Der Vatikan beauftragt Bruder Hester McAteer damit, dem Wunder nachzugehen. Doch McAteer trifft in Graig nicht nur auf den angeblichen Messias, sondern auch auf seine Vergangenheit - seinen Vater und seine große Liebe, die er einst für die Kirche verlassen hat. Messias liest sich wie ein Thriller mit fantastischem Einschlag. Isau selbst bezeichnet seine Werke als Phantagone, Romane, deren Genrezugehörigkeit für jeden Einzelnen anders zu bewerten ist. Diese Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf, Isaus Werk lässt sich wirklich schlecht in eine Schublade packen. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, auch wenn die Spannung nicht von Anfang bis zum Ende gehalten hat. Das ganze liest sich wie eine Mischung aus kirchlicher Geschichte und religiösem Krimi. Die Geschichte ist gut recherchiert und die skurrilen Personen wachsen einem teilweise richtig ans Herz im Laufe des Romans. Ralf Isau hat mit "Messias" einen Roman geschrieben, der viele Fans finden dürfte, sowohl unter Lesern von Thrillern, Familiensagen und Fantasy. Und die Frage, ob es Wunder wirklich gibt, muss jeder für sich selbst beantworten ;)

Dienstag, 8. Dezember 2009

[REZENSION] Hislop, Victoria - Das Herz der Tänzerin

Victoria Hislop
Das Herz der Tänzerin

Verlag: Diana
512 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3453290690
ISBN-13: 978-3453290693

Victoria Hislop erzählt in ihrem Roman "Das Herz des Tänzerin" die Geschichte der Familie Ramirez zur Zeit des Franco-Regimes in Spanien. Die Autorin hat damit ein großes Tabu der Geschichte Spaniens aufgegriffen und anhand einer Familiengeschichte die Tragweite des Geschehens und die menschlichen Tragödien greifbar gemacht!
Der Ausgangspunkt für die Geschichte liegt im Jahre 2001, als Sonia - eine Engländerin mit spanischen Wurzeln - mit ihrer Freundin Urlaub in Granada macht, dem Geburtsort ihrer Mutter.
In Granada vertieft sie ihre Liebe zum Tanz, lernt den netten älteren Kellner Miguel kennen, und stößt per Zufall auf ihre Vergangenheit in Spanien... Zurück in die Vergangenheit, in die Zeit des Bürgerkrieges, führt sie der Kellner Miguel mit Geschichten über die Familie Ramirez, insbesondere über deren Tochter Mercedes, die eine begeisterte Flamencotänzerin war & in den Wirren des Krieges ihren Liebsten aus den Augen verloren hat...
Für mich steht in diesem Roman eindeutig die Geschichte Spaniens im Vordergrund, die Jahre 1936 bis 1939, in denen ein grauenvoller Bürgerkrieg herrschte. Die ausschmückende Geschichte der Familie Ramirez ist gut konstruiert und fügt sich perfekt in den geschichtlichen Rahmen ein. Man kann zwar nach einer Weile erahnen, was es mit der Verbindung zwischen Miguel und der Familie Ramirez auf sich hat, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Das dunkle Kapitel aus Spaniens noch relativ junger Vergangenheit hat mich schockiert - nicht nur wegen den Gräueln, die während dieser 3 Jahre am spanischen Volk verübt wurden, sondern vor allem deshalb, weil dieses Stück Vergangenheit so lange totgeschwiegen wurde.
Dieses Buch ist nicht nur ein Roman für Leser(innen) von Familien- und Liebesromanen, sondern vor allen Dingen ein Stück Literatur über die Geschichte Spaniens, das die Zeit des Bürgerkriegs interessant & fesselnd aufgearbeitet hat und hoffentlich nicht so schnell wieder in Vergessenheit geraten lässt!

[REZENSION] Hein, Jakob - Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht

Jakob Hein
Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht

Verlag: Piper
192 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 349205207X
ISBN-13: 978-3492052078

Buch im Buch im Buch...
... und zwei Enden bedeuten einen Anfang. "Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht" ist die Geschichte von Boris Moser, einem "Ideensammler". Eines Tages betritt Rebecca seine "Agentur für verworfene Ideen". Und weil Boris sie nicht mehr gehen lassen will, erzählt er ihr einen seiner verworfenen Romananfänge. Darin erzählt er von Sophia, die für jemanden eine Geschichte aufschreiben soll. Sie handelt von Heiner, der versucht den Sinn des Lebens zu ergründen. Die Geschichten von Sophia und Heiner finden ein Ende, die Geschichte von Boris und Rebecca nimmt zum Ende des Buches erst ihren Anfang. Der Roman von Jakob Hein ist sehr philosophisch. Mit Sicherheit kein Buch, dass ich ein zweites Mal lesen werde, aber zum einmaligen Lesen war es sehr schön, eine wunderbare Sprache, ein überraschender Inhalt, bemerkenswerte Textstellen. In der Geschichte von Sophia taucht folgendes Zitat auf, das mich zum Grübeln gebracht hat: "Leider trifft man die normalen Leute als Reisender fast nirgendwo. Die normalen Leute leben normale Leben und haben keine Zeit für dahergelaufene Fremde." Diese alltäglichen Gewissheiten, über die wir gar nicht weiter nachdenken, waren für mich der größte Reiz an diesem Buch.

Montag, 7. Dezember 2009

[REZENSION] Haahtela, Joel - Sehnsucht nach Elena

Joel Haahtela
Sehnsucht nach Elena

Verlag: Piper
147 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 349205238X
ISBN-13: 978-3492052382

Das Buch "Sehnsucht nach Elena" von Joel Haahtela handelt von einem Mann, der im Park täglich darauf wartet Elena zu sehen.
Das nur 160 Seiten starke Buch ist in sehr kurze Kapitel unterteilt, die wie Momentaufnahmen im Leben des Mannes erscheinen, während seines Wartens auf Elena.
"Sehnsucht nach Elena" besticht durch eine wunderschöne poetische Sprache.
Was es mit der Sehnsucht des Mannes nach Elena auf sich hat, wird in den letzten Kapiteln des Buches geklärt. Mit dieser Auflösung werden wahrscheinlich die wenigsten Leser rechnen.
"Sehnsucht nach Elena" ist ein Buch für Leser, die die leisen Töne bevorzugen und sich gerne von schönen Worten verzaubern lassen.. Wer ein Buch mit viel Handlung sucht, ist hier schlecht beraten.

[REZENSION] Glavinic, Thomas - Das Leben der Wünsche

Thomas Glavinic
Das Leben der Wünsche
Verlag: Hanser
320 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3446233903
ISBN-13: 978-3446233904

So fängt dieser Roman an - Jonas wird von einem unbekannten Mann angesprochen, der ihm 3 Wünsche erfüllen will. Beginnt der Roman noch wirklich vielversprechend mit einem langsam aufbauenden Spannungsbogen der im Tod von Jonas Frau gipfelt, ging es danach leider - für mich - rapide mit diesem Buch bergab.
Meine drei Wünsche wären gewesen: weniger bizarre Traumszenen, ein verständlicherer Ablauf der Geschichte, Anführungszeichen in der wörtlichen Rede. Punkt 1 und 2 führten dazu, das ich mich in der zweiten Hälfte des Buches kaum noch auf die Handlung konzentrieren konnte, unterstützt von Punkt 3. Denn jedesmal, wenn ich den Faden zu verlieren drohte, musste ich mehrfach nachlesen, wer denn jetzt was zu wem gesagt hat, man konnte es kaum erkennen auf den ersten Blick!
Schade, schade, schade... Nach dem guten Beginn dieses Romanes habe ich mir soviel mehr erhofft! Wegen dem guten flüssigen Erzählstil des Autoren, und der eigentlich tollen Idee, gibt es von mir trotzdem noch 2 1/2 Sterne - aufgerundet auf 3. Vielleicht ist es ein Buch, das man nach einiger Zeit ein zweites Mal lesen sollte, damit einem der tiefere Sinn dahinter aufgeht. Mich lässt es auf jeden Fall nach dem Lesen etwas ratlos und unzufrieden zurück.

Sonntag, 6. Dezember 2009

[REZENSION] Fröhlich, Susanne - Charlottes Welt

Susanne Fröhlich
Charlottes Welt

Verlag: Fischer
288 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3596853648
ISBN-13: 978-3596853649
empfohlenes Lesealter: 12-16 Jahre

"Charlottes Welt" ist Susanne Fröhlichs erster Jugendroman und gleichzeitig das erste Buch welches ich von ihr gelesen habe.
In diesem Roman geht es um die 13jährige Charlotte Felsner - mittelhübsch, mittelbegabt - die zu DER Party des Jahres bei ihrer Klassenkameradin Geraldine eingeladen wird.
Eigentlich mag sie Geraldine nicht besonders - sie ist megahübsch, stinkreich, beliebt... lauter Sachen, die Charlotte selbst gerne wäre. Die Einladung verdankt sie zudem nur einem Zufall & mit ihrer besten Freundin Maja verkracht sie sich außerdem deswegen, weil diese nicht zu Geraldines Party eingeladen ist und außerdem meint, dass Charlotte keinen Charakter beweist, wenn sie zu dieser Party geht. Aber Charlotte MUSS da hin, will sie doch auch so beliebt sein wie z.B. Geraldine und sich an den süßen Ben ranmachen, der zu dieser Party ebenalls eingeladen ist. Susanne Fröhlich ist ein lustiger Teeny-Roman gelungen mit einigen schrägen Einfällen, die mich so manches Mal zum Lachen gebracht haben. Gestört hat mich beim Lesen allerdings eine Sache: diese "asbach-uralten" Sprüche, die in meiner Teenyzeit schon keiner mehr benutzt hat! Mir ist alles wayne, ich hab keine Ahnung wo der Bus bleibt, den das interessiert, aber ich hätte auf diese gezwungen lustig wirkenden Sprüche beim Lesen gerne verzichtet!
Insgesamt bekommt "Charlottes Welt" trotzdem 4 von 5 möglichen Sternen - jüngere Mädels haben bestimmt noch mehr Spaß beim Lesen als ich. Und daür, dass ich vom Alter eigentlich nicht mehr zur Zielgruppe für dieses Buch gehöre, habe ich mich beim Lesen bestens amüsiert!

[REZENSION] Franz, Cornelia - Das Land des Vergessens

Cornelia Franz
Das Land des Vergessens

Verlag: Rowohlt
288 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3499214776
ISBN-13: 978-3499214776
empfohlenes Lesealter: 10-11 Jahre

Vor einem Jahr starb Jesse beim Spielen im Wald. Er stürzte beim Spielen von einem Baumhaus und war auf der Stelle tot. Jesse war Siris Bruder und Hunters bester Freund.
Ein Kind im Alter von gerade mal 10 Jahren zu verlieren, ist für Eltern eine schreckliche Tragödie, und auch andere Erwachsene, wie zum Beispiel die Lehrer des Kindes, können mit diesem Verlust nur schwer umgehen. Siri und Hunter wollen und können Jesse aber nicht vergessen, auch wenn fast alle Erwachsene so tun, als hätte es Jesse nie gegeben.
Eines Tages beschließt Siri in den nahegelegenen Wald zu gehen, zu Jesses und Hunters Baumhaus, wo das Unglück geschah. Siri möchte im Baumhaus Jesses Laserschwert verstecken. Es ist das einzige Erinnerungsstück, dass ihr von Jesse geblieben ist, alles andere haben ihre Eltern bereits verschenkt oder weggeworfen, und nun will Siris Mutter ihr auch noch das Schwert wegnehmen. Siri spricht nämlich noch mit Jesse - ihre Mutter nennt das Selbstgespräche führen - und deckt auch immer noch den Tisch für ihn mit. Siris Mutter ist der Meinung, dass Siri erst dann den Tod ihres Bruders verarbeiten kann, wenn alles weg ist was an Jesse erinnert, und sie ihn einfach vergisst.
Am Baumhaus geschieht mit Siri Seltsames - eben war sie noch dort im Wald, und auf einmal befindet sie sich in einem fremden Land am Meer, dem "Land des Vergessens". Dort trifft sie Hunter. Beide haben Jesses Stimme gehört, wie er nach ihnen gerufen hat. Und nun machen sie sich im Land des Vergessens daran, ihn zu finden und zu retten. Denn erst wer dort stirbt, weil keiner mehr an ihn denkt, ist endgültig tot. Der "Herrscher des Nichts", der im Land des Vergessens herrscht, symbolisiert die Erwachsenen, die die Erinnerungen an den geliebten Menschen vergessen. Und Siri und Hunter müssen ganz alleine gegen ihn ankämpfen...
Cornelia Franz erzählt auf fantastische Weise, in einer einfachen und klaren Sprache, die gut für junge Leser ab 9 oder 10 Jahren verständlich ist, dass alles erlaubt ist, um den Tod eines nahestehenden Menschen zu verarbeiten. Manche müssen ihren Kummer raus schreien, manche müssen für sich alleine sein, manche brauchen Trost von anderen... Sämtliche Erinnerungen an einen geliebten Menschen zu entfernen oder zu verdrängen hilft dagegen nicht die Trauer zu bewältigen. Die Autorin beschreibt das auf eine sehr einfühlsame Art, und hat ein Buch geschaffen, das vielleicht dazu beitragen kann, dass Kinder mit Verlust und Tod besser umgehen können.
Um es mit Siris Worten zu sagen: "Es ist toll einen Bruder zu haben, auch wenn es nur in der Erinnerung ist!"

Samstag, 5. Dezember 2009

[REZENSION] Drvenkar, Zoran - Sorry

Zoran Drvenkar
Sorry
Verlag: Ullstein
400 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3550087721
ISBN-13: 978-3550087721

Mit "Sorry" legt der Autor Zoran Drvenkar einen erstaunlich innovativen und sehr düsteren Thriller vor.
Die vier Freunde Kris, sein Bruder Wolf, Tamara und Frauke gründen die Agentur "Sorry", eine Agentur für Entschuldigungen. Die Idee findet erstaunlich viel Anklang: es gibt sehr viele Menschen, die sich nicht selbst bei ihren Mitmenschen entschuldigen können und deshalb lieber die Sorry-Agentur damit beauftragen.
Eines Tages geschieht jedoch etwas Grauenvolles: bei der Erledigung eines Auftrags entdecken sie in einer Wohnung eine an die Wand genagelte Leiche. Ihr Auftraggeber will, dass sie sich bei der Leiche in seinem Namen entschuldigen und sie anschließend entsorgen. Doch das ist noch lange nicht der Höhepunkt des Grauens, es ist erst der Anfang einer tragischen Geschichte, deren Ursprung in der Vergangenheit liegt...
Zoran Drvenkar war mir bisher nur als Kinderbuchautor bekannt. Hier habe ich ihn von einer ganz anderen Seite kennengelernt, die mir auch gefallen hat, obwohl sie dunkel und sehr sehr böse ist.
Zoran Dvrenkar greift bei seinem Roman zu ungewöhnlichen Stilmitteln. Er wechselt kapitelweise die Erzählperspektiven, die man direkt an den Kapitelüberschriften erkennen kann: "Du", "Tamara" oder "Der Mann, der nicht da war" beispielsweise. So weiß man immer gleich, aus welchem Blickwinkel das aktuelle Kapitel erzählt wird. Auch im zeitlichen Ablauf springt er immer wieder vor und zurück mit den Themen "Davor", "Dazwischen" und "Danach".
Beim Lesen hat es mich manchmal gestört, dass die wörtliche Rede nicht eindeutig gekennzeichnet ist, wohingegen mir kaum aufgefallen ist, dass der Roman nach der alten Rechtschreibregel verfasst ist, dafür war die Handlung einfach zu fesselnd.
Wer auf düstere Thriller steht, sollte hier zugreifen. Leser mit schwachen Nerven und empfindlichen Mägen: Finger weg von diesem Buch!

[REZENSION] Delecroix, Vincent - Der Schuh auf dem Dach

Vincent Delecroix
Der Schuh auf dem Dach

Verlag: Ullstein
217 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3550087713
ISBN-13: 978-3550087714

Zuerst einmal möchte ich die ansprechende Umschlaggestaltung des Buches "Der Schuh auf dem Dach" hervorheben, die wunderbar den philosophischen und teilweise melancholischen Inhalt des Buches widerspiegelt. Der Umschlag zeigt eine in warmen Farben gestaltete Dämmerungsszene, die uns über die Dächer von Paris blicken lässt, mit der Silhouette des Eiffelturms im Hintergrund.
Delecroix legt keine Sammlung von Kurzgeschichten im üblichen Sinne vor. Nein, mit "Der Schuh auf dem Dach" hat er etwas ganz Ungewöhnliches erschaffen: Ein Buch, das 10 Kapitel umfasst, die sich sämtlich um einen Schuh auf dem Dach drehen, betrachtet aus verschiedenen Blickwinkeln von den unterschiedlichsten Personen.
Alle diese Geschichten greifen ineinander, wie die Zahnräder eines Uhrwerks. So geschieht es z.B. das der Hund aus "Ein sturer Hund" bei der alten Dame Zuflucht findet, die die Hauptprotagonistin in "Erste Hilfe" ist. Oder die Personen aus "Das tragische Element" sind eigentlich Figuren einer Erzählung, die ein Autor in der Episode "Ein sturer Hund" verfasst. Die Geschichten regen die Phantasie an, was könnte Wirklichkeit sein, was ist erfunden?
Delecroix verknüpft die Geschichten untereinander sehr geschickt, und einige Zusammenhänge werden einem erst klar, wenn man die darauffolgenden Kapitel liest. Der ganze Zauber dieses Buches entfaltet sich sicherlich erst beim zweiten oder dritten aufmerksamen Lesen. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann, um die eine oder andere Geschichte ein weiteres Mal zu Lesen.
Ich denke der Autor möchte die Leser anregen, sich im Leben mehr mit ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen auseinanderzusetzen, dieser Gedanke kommt einem besonders beim Lesen des Epilogs auf. Dieses Buch zeigt auf wunderbare Weise, wie unterschiedlich allein schon so eine banale Sache wie ein auf dem Dach liegender einzelner Schuh das Leben eines Menschen beeinflussen kann.
1. Kindermund tut Wahrheit kund?
2. Rachlust
3. Lied der Sehnsucht
4. Warum ich verschwunden bin
5. Das tragische Element
6. Das
Märchensyndrom
7. Ein sturer Hund
8. Erste Hilfe
9. Das ästhetische
Element
10. Epilog: Der Engelssprung (Die Wahrheit über diese Geschichte)

Freitag, 4. Dezember 2009

[REZENSION] Cornwell, Autumn - Carpe Diem

Autumn Cornwell
Carpe Diem
Verlag: Carlsen
378 Seiten, Klappenbroschur
ISBN-10: 3551581673
ISBN-13: 978-3551581679
empfohlenes Lesealter: 14-15 Jahre

Kurzbeschreibung:
Die 16-jährige Vassar hat alles genau geplant: bester Schulabschluss, Promotion, Hochzeit mit einem Chirurgen (wahlweise Richter), Pulitzerpreis. Schließlich haben ihre Eltern sie nicht umsonst nach einer Eliteuniversität benannt. Warum also um alles in der Welt bestehen sie plötzlich darauf, dass sie ihre verrückte Großmutter in Südostasien besucht, so kurz vor den Prüfungen? Widerstand zwecklos. Ausgerüstet mit zehn Koffern reist Vassar in den Dschungel. Doch schon bald muss sie einsehen, dass selbst ein aufblasbarer Toilettenaufsatz nicht weiterhilft, wenn man ein Familiengeheimnis enthüllen will - oder sich unsterblich verliebt.

Eigene Meinung:
Ein toller Roman, an dem auch ältere Leser noch ihren Spaß haben werden. Außer der gut beschriebenen Entwicklung von Vassar, die in ihrem Leben lernen muss, dass man nicht alles im Voraus planen kann, und das eine richtige Toilette von unschätzbarem Wert sein kann... ;) sind vor allem die ausführlichen Beschreibungen der von Vassar und ihrer Großmutter bereisten Länder sehr detailliert und informativ und unterhaltsam geschrieben. Vassar findet auf ihrer Reise nicht nur zu sich selbst, in dem sie ein großes Geheimnis aufdeckt, dass ihre Familie ihr 16 Jahre vorenthalten hat, sondern sie findet auf eine lustige Art und Weise auch ihre erste große Liebe.

[REZENSION] Colfer, Eoin - Artemis Fowl 6: Das Zeitparadox

Eoin Colfer
Artemis Fowl 6: Das Zeitparadox

Verlag: List
320 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3471300120
ISBN-13: 978-3471300121
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

Im neusten Abenteuer von Artemis Fowl geht es um Leben und Tod! Artemis Mutter ist von einer mysteriösen Krankheit befallen, deren Heilmittel nur in der Vergangenheit zu finden ist: die Gehirnflüssigkeit einer ausgestorbenen Lemurenart. Artemis kann seine Mutter nur retten, in dem er mit Holly in die Vergangenheit zurückreist, um den letzten Lemur aus den Fängen seines größten Feindes zu befreien - sich selbst!
Wie schon die Vorgängerbände um Artemis Fowl zeichnet sich auch Das Zeitparadox" durch Eion Colfers Einfallsreichtum aus. Das Buch lässt sich zwar schnell und flüssig lesen, aber man sollte immer voll bei der Sache sein, um bei den Zeitparadoxen nicht den Faden zu verlieren!
Die Idee, Artemis und Holly in ihrem sechsten Abenteuer in eine Zeit zurückreisen zu lassen, die vor dem ersten Band der Reihe spielt, finde ich grandios und in sich schlüssig umgesetzt. Das Wiedersehen mit dem jugendlichen Verbrecher Artemis im Alter von zehn Jahren entlockt beim Lesen so manches Schmunzeln. Der ältere Artemis kann es ja selbst kaum fassen, dass er vor acht Jahren ein solch skrupelloses Ekel war. Es kommt in der Vergangenheit außerdem zu Treffen mit Mulch Diggums, der zum Großteil für den typischen Humor dieser Reihe sorgt, mit Artemis Erzfeindin Opal Koboi, die wieder so allerhand im Schilde führt, und auch der längst verstorbene Julius Root taucht noch einmal in dieser Geschichte auf. Außerdem habe ich mich wunderbar über den Umgang zwischen Artemis und Holly amüsiert, aber darüber will ich an dieser Stelle nicht zuviel verraten.
Ich bin begeistert über den Ideenreichtum Eion Colfers, der eher mit jedem Band zu- anstatt abnimmt, und die Entwicklung dieser Reihe vom ersten Band an bis jetzt - was man durch die Zeitreise auch noch einmal vor Augen geführt bekommt. Die Bände werden von Mal zu Mal spannender, und auch sprachlich ausgefeilter und anspruchsvoller.
Nur ein klitzekleines Manko habe ich anzumerken: ich hoffe, dass Butler im nächsten Band wieder eine größere Rolle zu spielen hat. Ansonsten war Das Zeitparadox" ein wunderbares Lesevergnügen, bitte mehr davon!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

[REZENSION] Chattam, Maxime - Alterra 1: Die Gemeinschaft der Drei

Maxime Chattam
Alterra 1: Die Gemeinschaft der Drei

Verlag: Pan
389 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 342628300X
ISBN-13: 978-342628300X
empfohlenes Lesealter: 14-15 Jahre

Mit "Alterra - Die Gemeinschaft der Drei" liegt das Debüt des Thrillerautor Maxime Chattam im Bereich Jugendbuch vor. "Die Gemeinschaft der Drei" ist der Auftakt einer Trilogie.
Ein seltsamer Sturm über New York vernichtet augenscheinlich alle Erwachsenen. Der 14jährige Matt scheint am Morgen nach diesem Weltuntergangssturm ganz alleine zurückgeblieben zu sein. Nach einem langen einsamen Marsch durch New York findet er seinen Freund Tobias unter den Überlebenden und zusammen brechen sie in eine neue Welt auf, um das Geheimnis ihrer veränderten Umgebung zu ergründen...
Maxime Chattams Jugendbuchdebüt erzählt von einer mutierten Welt, die sich nach Jahrtausenden der Unterdrückung durch den Menschen gegen diese auflehnt, und nur die Kinder und Jugendlichen überleben lässt, weil in diesen noch Hoffnung zu stecken scheint auf eine bessere Zukunft.
Kann der Mensch irgendwann wieder in einer gesunden Symbiose mit der Welt leben? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Torvaderon auf sich, der Matt immer öfter in seinen Träumen erscheint?
Der Autor lässt den Leser am Ende des Buches mit jeder Menge ungeklärter Fragen zurück, aber auch mit unbändigem Heißhunger auf den zweiten Band! Selten ist mir ein so außergewöhnliches und spannendes Buch zwischen die Finger geraten! Eine Empfehlung für alle, die ein fantastisches Buch lesen möchten, das ohne die klassischen Figuren der Fantasy wie Drachen oder Magier auskommt.
Besonders hervorheben möchte ich zudem, dass hier nicht nur ein Buch vorliegt, was Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen begeistern kann, sondern bei den jugendlichen Lesern sowohl weibliche als auch männliche Fantasyfans anspricht. "Die Gemeinschaft der Drei" besteht nämlich aus zwei Jungs und einem Mädchen, und von meinem 12jährigen Neffen weiß ich, das Romane mit nur weiblichen Helden für ihn momentan ein absolutes No-Go sind ;)

[REZENSION] Brashares, Ann - Unser letzter Sommer

Ann Brashares
Unser letzter Sommer

Verlag: C. Bertelsmann
320 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3570010058
ISBN-13: 978-3570010051
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre

"Unser letzter Sommer" ist der erste Roman von Ann Brashares, der Autorin der "Eine für vier"-Reihe, für ältere jugendliche und erwachsene Leser.

In diesem Roman geht es um die beiden Schwestern Alice und Riley, die ihre Sommer außerhalb von New York auf der Ferieninsel Fire Island verbringen, ihre Beziehung zueinander, und zu ihrem Jugendfreund Paul.
Der letzte Sommer auf der Insel verkompliziert sich für die drei Freunde aus Kindertagen, als Alice und Paul nach vielen Jahren erkennen, dass sie sich lieben, und versuchen diese Liebe geheim zu halten, weil keiner der beiden will, dass Riley sich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen fühlt.
Bis eines Tages eine Tragödie dazu führt, dass Alice sich Paul gegenüber verschließt, weil sie Schuldgefühle gegenüber Riley hat und ein Geheimnis Rileys gegenüber Paul bewahren will, und dies wiederum scheint die Beziehung zwischen Alice und Paul zu zerstören...
Im Laufe des Buches scheint Riley die Einzige zu sein, die sich treu bleibt, und der Leser muss fassungslos mit ansehen, wie Rileys Umgebung ihre eigenen Ziele und Zukunftspläne aus den Augen verliert.

Was es mit dem Geheimnis Rileys auf sich hat, ob die Beziehung von Alice und Paul doch noch eine Zukunft hat, welche Erlebnisse aus Kindertagen die Entwicklung der drei beeinflusst hat, und ob alle wieder auf ihren Lebensweg zurückfinden... Die Antworten auf diese Fragen werde ich an dieser Stelle nicht geben. Nur soviel: es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, und die Antworten selbst zu finden!

Ich habe die "Eine für vier"-Reihe von Ann Brashares mit Begeisterung gelesen und war zuerst ein bisschen traurig, als mich "Unser letzter Sommer" auf den ersten Seiten so gar nicht fesseln wollte. Mir fehlte die Lockerheit der Jugendroman-Reihe von Ann Brashares.
Im Gegensatz zu den "Septembers" aus der "Eine für vier"-Reihe blieben mir die beiden Schwestern Alice und Riley zuerst fremd. Erst als sich die Beziehung zwischen Alice und Paul entwickelt, bekam ich richtigen Zugang zu den Protagonisten, und dann konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr derart berührt! Ein ganz anderes Leseerlebnis als "Eine für vier", aber genauso wundervoll von Ann Brashares geschrieben, wenn nicht sogar besser! Eine teilweise traurige, und doch immer wunderschöne Geschichte um Liebe und Freundschaft.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

[REZENSION] Brandon, Liz & J.K. - Blutprinz

Liz & J.K. Brandon
Blutprinz
Verlag: Sieben
292 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3940235865
ISBN-13: 978-3940235862

Die Autoren:
Das Autorenpaar Liz und J.K. Brandon lebt in Salzburg. Gemeinsam haben sie Beiträge in zahlreichen Kurzgeschichten sammlungen veröffentlicht, wobei sie hauptsächlich Geschichten für die Genres Fantasy, Mystery und Krimi schreiben.

Klappentext:
André Barov wähnt sein Leben und seinen Vampir-Clan unter Kontrolle. Doch dann gerät seine sorgsam strukturierte Welt ins Wanken. Feinde haben sich gegen ihn verschworen und als die aufstrebende Innenarchitekti n Natalie in sein Leben tritt, holt ihn ein Teil seiner Vergangenheit ein, den er nie verwunden hat. Natalie Adam ist von dem mysteriösen Mann fasziniert. Noch ahnt sie nichts von seinem dunklen Geheimnis. Sie spürt, dass sich auch André Barov zu ihr hingezogen fühlt, doch zu viele scheinbar aussichtslose Zwänge und Umstände sprechen gegen eine Verbindung. Unsichtbare Gegner und ein folgenschwerer Fehler bedrohen nicht nur Andrés Leben, sondern bringen auch das von Natalie in höchste Gefahr.

Eigene Meinung:
Das Buch besteht hauptsächlich aus Kampfhandlungen und Liebesszenen zwischen André Barov und Natalie Adam. Der Schreibstil des Autorenpaares konnte mich nicht fesseln, und so hatte ich massive Probleme der Handlung zu folgen, was insbesondere durch die häufigen Ortswechsel noch erschwert wurde.
Bis ich endlich komplett in die Handlung eingestiegen war, hatte ich das Buch auch - zum Glück - schon fast fertig gelesen.
Besonders der Hauptcharakter des Buches - André Barov - blieb mir das komplette Buch hindurch äußerst unsympathisch. Seine rassistische Haltung gegenüber Halbblütern und Bastarden fand ich regelrecht abstoßend. Und die recht freie Gesetzesauslegung von ihm - andere halten sich bitte an das Gesetz des Hohen Rates keine menschliche Frau zu lieben, aber wenn ich meine - menschliche - Traumfrau treffe, sehe ich ganz großzügig darüber hinweg, immerhin bin ich Ratsmitglied. Naja, dieses Liebesgeplänkel ist ja hinreichend aus anderen Vampirromanen bekannt. Zu Gute halten kann man Barov immerhin noch, dass er zu Beginn des Romans versucht Natalie zu vergessen und sich den Gesetzen der Vampirclans zu beugen.

Fazit:
Nichts wirklich Neues, nichts was man gelesen haben muss. Ich gebe dem Buch 2 1/2 von 5 möglichen Sternen, weil es für einmal lesen ganz ok war, aber weitere Bände um die Geschichte von André und Natalie, die es bestimmt geben wird, würde ich nicht mehr lesen.

[REZENSION] Bayard, Pierre - Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat

Pierre Bayard
Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat

Verlag: Goldmann
224 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3442155576
ISBN-13: 978-3442155576

Pierre Bayards Buch "Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat" ist in drei Teile untergliedert:
- Arten des Nichtlesens
- Gesprächssituationen
- Empfohlene Haltungen

Außerdem unterscheidet der Autor vier Arten von Büchern:
- unbekannte Bücher
- quergelesene Bücher
- Bücher, die man vom Hörensagen kennt
- Bücher, deren Inhalt man wieder vergessen hat

Von der Grundidee fand ich das Buch eigentlich gut, und in den kurzen Erläuterungen des Autors, welche Arten von Büchern es gibt, habe ich mich und mein Leseverhalten sogar stellenweise wieder finden können. Doch leider war "Wie man über Bücher spricht..." in meinen Augen zu 90% einfach nur eine Aneinanderreihung von Zitaten aus anderen Büchern und dieser Stil hat mir leider gar nicht zugesagt. Daher vergebe ich an dieses Buch nur 2 von 5 Sternen, weil ich es ab "Gesprächssituationen" nur noch quergelesen habe, denn ich war einfach nur noch gelangweilt.

Vielleicht muss man für dieses Buch über einen ganz speziellen Sinn für Humor verfügen, der mir wohl leider fehlt. Schade! Der französische Literaturpapst Bernard Pivot wird hinten auf dem Buchrücken zitiert "Sein (Pierre Bayards) Buch ersetzt alle anderen, alte, neue, zukünftige." Für MICH ist es kein Ersatz für andere Bücher!

Dienstag, 1. Dezember 2009

[REZENSION] Baumann, Thomas - Daheimbleiben kann jeder: Das etwas andere Reisebuch

Thomas Baumann
Daheimbleiben kann jeder: Das etwas andere Reisebuch

Verlag: Piper
224 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3492253393
ISBN-13: 978-3492253390

Kurzbeschreibung:
Wer schon immer wissen wollte, wie man durch Deutschland mit dem Pferd kommt oder wie exzessiv unsere Senioren unterwegs sind, der ist hier goldrichtig. Die köstlich komischen Geschichten des Comedyautors Thomas Baumann erzählen außerdem von der längsten Reise mit der Straßenbahn oder vom Landweg nach Australien. In seinen kuriosen Reisereportagen fragt er auch, wie man Reiseweltmeister wird und in welchen Flughäfen man am komfortabelsten gratis schläft. Die perfekte Reiselektüre - Reisen einmal anders!

Eigene Meinung:
Laut Klappentext sollen die 48 kurzen Geschichten des Comedyautors Thomas Baumann rund ums Reisen köstlich komisch und witzig schräg sein. Ach ja? Ich konnte bei dieser Lektüre nicht einmal schmunzeln geschweige denn Lachen. Desweiteren ist mir bei einigen Geschichten weder der Sinn aufgegangen noch was das Ganze mit Reisen zu tun haben soll. Selbst unter einem "etwas anderem" Reisebuch stelle ich mir weder Geschichten über eine Kofferfabrik noch eine Hetzschrift über Starbucks vor. Ehrlich gesagt war ich von dem Buch irgendwann so genervt, dass ich nach ca. 1/3 nur noch quergelesenen habe. Ich habe mir anhand der Überschriften die vermeintlich lustigsten Kurzgeschichten rausgepickt und bald das Handtuch geschmissen...

Lieber piper-Verlag, man muss nicht alles abdrucken was Rang und Namen hat! Schade ums Papier, gebt das nächste Mal lieber einem unbekannten Nachwuchsautoren eine Chance!

[REZENSION] Bambaren, Sergio - Die Bucht am Ende der Welt

Sergio Bambaren
Die Bucht am Ende der Welt

Verlag: Piper
124 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3492262864
ISBN-13: 978-3492262866

Kurzbeschreibung:
"Wenn du dich zu sehr in ein Ziel verrennst, verlierst du leicht den Blick für das Schöne, das dich umgibt."
Sergio Bambaren, der mit seinen Büchern ein Millionenpublikum berührt, erzählt, wie ihn eine einzige Reise veränderte. Er war zum Wellenreiten nach Tobago gekommen, um die Energie des Meeres zu spüren und sich auszupowern. Den Zauber der Insel, ihre üppige Vegetation, die Vogelvielfalt: Das alles nahm er dabei kaum wahr. Doch dann herrschte tagelang Windstille, und sein Brett lag unberührt im Sand. Beinahe wollte er schon wieder enttäuscht abreisen bis er eine Welt voll ungeahnter Schönheit und Kraft für sich entdeckt.

Eigene Meinung:
Sergio Bambaren hat keinen Reisebericht im üblichen Sinne geschrieben, sondern viel mehr ein philosphisches Buch, ein Mann auf dem Weg sich selbst zu finden. Trotz allem bietet das Büchlein noch mehr: schöne Beschreibungen der Landschaft und der Einwohner Tobagos, Informationen rund ums Tauchen, ein paar Details aus Bambarens Leben... Das kleine Buch bietet für eine Stunde Gelegenheit in eine andere besinnlichere Welt "abzutauchen", eine kleine Erholungspause von den Strapazen des Alltags.