Freitag, 22. August 2014

[REZENSION] Sannah & Ham

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Sannah & Ham (OT: Lobsters)
Autor: Tom Ellen und Lucy Ivison
Übersetzer: Ilse Rothfuss
Verlag: Chicken House
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 400 Seiten



Autor:
Tom Ellen lebt in London, arbeitet als Journalist und hat bereits für ShortList, Time Out, Vice, talkSPORT, ESPN und Viz geschrieben.
Lucy Ivison ist Herausgeberin des Online-Magazins Whatever After und gibt in Londons Mädchenschulen Kurse zur Förderung von Kreativität und Selbstbewusstsein.
Mit Tom Ellen ist sie seit der 6. Klasse befreundet – und zwei Jahre lang waren die beiden sogar ein Paar. Jetzt schreiben Tom und Lucy gemeinsam Bücher. „Sannah & Ham“ ist ihr Debüt.


SANNAH & HAM

Hannah und ihre Freundinnen sind gerade mit der Schule fertig geworden. Der Sommer, der jetzt beginnt, ist gekennzeichnet von dem Warten auf die Prüfungsergebnisse – und von dem einen großen Ziel: Die Jungfräulichkeit verlieren.

Hannah ist fest entschlossen, die Sache mit dem ersten Mal auf der Party ihrer besten Freundin Stella endlich hinter sich zu bringen. Zusammen mit ihrem Freund Freddie, auch wenn sie ihn nicht liebt.

Doch dann begegnet sie auf der Party im Badezimmer Sam. Sam ist ganz anders als andere Jungs. Bei ihm ist Hannah nicht stumm und schüchtern wie sonst. Nein, mit ihm plaudert und lacht sie und fühlt sich wohl. Doch dann werden sie auf der Party getrennt und wissen noch nicht einmal den Namen des jeweils anderen. Hannah will den Klo-Boy, wie sie und ihre Freundinnen Stella, Tilly und Grace ihn nennen, unbedingt finden. Nur wie? In der folgenden Zeit läuft einiges schief und es scheint, als würden Hannah und Sam nie zueinander finden. Doch nicht nur bei ihnen läuft einiges falsch, auch die Freundschaft zwischen Stella, Tilly, Grace und Hannah ist nicht mehr so einfach und unbeschwert wie früher.

Sannah & Ham ist ein Buch rund ums erwachsen werden. Die Protagonisten sind etwa 18 Jahre alt, mit der Schule fertig und mitten in dem Sommer, in dem man vor allem Party macht, ehe im Herbst das Studium losgeht.

Hannah und Sam sind in ihren Cliquen beide so ein wenig Außenseiter. Sie sind anders, intellektueller irgendwie, ernsthafter, nicht nur auf Partys aus. Und nicht so erfolgreich beim anderen Geschlecht wie ihre draufgängerischeren selbstbewussteren Freunde. Sie stehen irgendwie immer im Schatten der Freunde. Gleichzeitig sind sie aber viel sympathischer als die doch recht oberflächlich erscheinenden anderen Jungen und Mädchen.

Der Stil des Buches ist sehr jugendlich und umgangssprachlich. Ich persönlich habe einige Zeit gebraucht, um mich einzulesen und hineinzufinden in die Welt von Hannah & Co. Und auch danach hatte ich immer wieder mal Probleme mit dem Buch. So gerne ich Hannah und Sam auch mochte und mit ihnen mitgefiebert habe, für mich hatte das Buch Längen. Zwischenzeitlich zog es sich wie Kaugummi, bestand manchmal einfach nur aus oberflächlichem Geplänkel, aus Party, Flirten und dem Wunsch nach Sex.

Dadurch, dass das Buch abwechselnd aus Hannahs und Sams Sicht geschrieben ist, wird die Geschichte zwar aufgelockert und auch interessanter, insgesamt hätte das Buch meiner Meinung nach aber kürzer sein können. Mehr Fokus auf Hannah und Sam und weniger auf die ach so tolle aber meiner Meinung nach völlig überschätzte Stella, die Anführerin der Mädchenclique, hätte der Geschichte gut getan. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu weit von den Protagonisten und der eigentlichen Zielgruppe entfernt? Ich weiß es nicht.

Es ist auf jeden Fall ein netter Sommerroman, der sich gut liest. Auch wenn ich zwischenzeitlich meine Probleme mit ihm hatte, der Funke nicht völlig übersprang und ich ihm nur 3,5 von 5 Sternen geben kann, so kann ich mir doch vorstelle, dass die eigentliche Zielgruppe, also Jugendliche von 14 -17, viel Spaß damit haben können und sich oder ihre Freunde in der einen oder anderen Figur wiedererkennen.

Ein Buch über das Erwachsenwerden und einen Sommer voller Partys, der einige Längen hat, aber mit sympathischen Hauptpersonen punktet!



Redakteur: Anette Leister

Bei Hannah und Sam ist der letzte Sommer vorm Studium angetroffen. Während sie ihren Prüfungsergebnissen entgegenfiebern, steht der Sommer ganz im Zeichen von Partys, Urlaub und Festivalbesuchen.
Hannah und ihre Freundinnen sind zudem auf der Suche nach ihrem "Hummer", dem Mann fürs Leben, die große Liebe, und genau wie Sam in seiner Jungenclique hat Hannah neben den benötigten Noten für den Wunschstudienplatz nur ein großes Ziel vor Augen: in den Sommerferien die Jungfräulichkeit zu verlieren.
Auf einer Party von Hannahs bester Freundin Stella kreuzen sich die Wege von Hannahs Mädchenclique und Sam und seinen Freunden.
Hannah sitzt auf dem Klo und ist im Zwiespalt darüber, ob sie tatsächlich mit Freddie schlafen soll oder nicht. Mittlerweile ist sie sich nicht mehr sicher, ob er wirklich ihr Hummer ist, zudem bereitet ihr ihre vorbereitete Bikinizone für "das" Ereignis unerträglichen Juckreiz. Von ihren Selbstgesprächen läuft sie direkt Sam in die Arme, mit dem sie trotz des seltsamen ersten Aufeinandertreffens kurze Zeit später in tiefsinnige Gespräche auf dem Klo vertieft ist. Ob der Klo-Boy wohl ihr eigentlicher Hummer ist? Doch bis zu dieser Erkenntnis trennen die beiden zwei getrennte Urlaube - Hannah zieht es mit ihren Freundinnen nach Griechenland, Sam ist mit seinen Eltern unterwegs. Verschiedene Missverständnisse legen den beiden zusätzlich Steine in den Weg zueinander zu finden. So muss man sich durch einige Irrungen und Wirrungen kämpfen bis der "Klo-Boy" und sein "Ribena-Mädchen" wieder aufeinandertreffen, und auch das nächste Treffen ist noch lange nicht das (Happy-)End der beiden...

Tom Ellen und Lucy Ivison haben mit Hannah und Sam zwei sympathische jugendliche und authentische Charaktere geschaffen, in die sich die anvisierte Zielgruppe sicherlich sehr gut hineinversetzen kann. Als erwachsener Leser störte ich mich leider häufig an der Sprache, wobei ich mich frage, ob dies nicht auch eine Frage des Ursprungslandes der Geschichte ist und nicht nur der angesprochenen Zielgruppe, denn so eine bitchig bitchige Teenagersprache habe ich hier noch nicht hören können.
Natürlich weiß ich noch, wie kompliziert früher sowohl Freundschaften als auch Beziehungen waren, aber als Erwachsener kann man beim Lesen manchmal nur den Kopf schütteln, wie sich beispielsweise Stella gegenüber Hannah verhält, obwohl die beiden doch seit frühen Schuljahren die besten Freundinnen sind. Für die Leserschaft ab 14 Jahren ist die Geschichte durchweg empfehlenswert, für ältere Leser gibt es doch ab und an Passagen, die sich in die Länge gezogen fühlen.
Die Charakterausarbeitung ist den beiden Autoren durchweg gut gelungen, besonderen Spaß hatte ich neben den beiden sympathischen Jugendlichen Hannah und Sam mit Hannahs jung gebliebener Großmutter und Sams Freund Robin mit seinem ständig verleugneten Faible für Harry Potter. Gerade mit diesen beiden Figuren entstehen immer wieder Szenen mit einem besonders schönen Wortwitz.
Im Original ist zudem die Sache mit dem Partner fürs Leben - dem "Hummer" - noch viel besser ausgearbeitet, denn hier ist das Symbol gleichzeitig der Buchtitel und auch auf dem Cover vertreten. Das Cover der deutschen Veröffentlichung finde ich trotz bestehendem Bezug zur Geschichte leider nicht ganz so gelungen, es verschwindet einfach unter der Masse der Neuerscheinungen. Auch der Titel gefällt mir nicht ganz so gut, wobei auch hier der Bezug zum Inhalt gegeben ist.

"Sannah und Ham" ist eine sympathische und authentische Geschichte übers Erwachsenwerden und die erste große Liebe, die in erster Linie von ihren beiden Hauptfiguren lebt und den sehr gut ausgearbeiteten Dialogen.

Donnerstag, 21. August 2014

[REZENSION] Eine Geschichte von Land und Meer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Eine Geschichte von Land und Meer (OT: A Story of Land and Sea)
Autor: Katy Simpson Smith
Übersetzer: Christel Dormagen
Verlag: Insel
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 317 Seiten



Autor:
Katy Simpson Smith lebt in New Orleans. Sie hat an der University of North Carolina amerikanische Geschichte studiert und über Mutterschaft in den frühen Jahren des amerikanischen Südens promoviert. Eine Geschichte von Land und Meer ist ihr erster Roman.


EINE GESCHICHTE VON LAND UND MEER

Die Liebe von Helen und John steht unter keinem guten Stern. Helens Vater, Besitzer einer Kiefernplantage, ist alles andere als begeistert, als seine Tochter ihm eröffnet, einen Soldaten zu lieben. So gehen die beiden fort und kommen erst zurück als Helen ein Kind erwartet.
Ende des 18. Jahrhunderts lebt John alleine mit seiner Tochter, immer noch im Zwist mit dem Schwiegervater. Seine Sehnsucht nach dem Meer ist nie ganz erloschen, doch wird sich eine Gelegenheit ergeben, diese noch einmal zu stillen? Die Liebe zu seiner Tochter ist stärker als alles andere und lässt ihn Dinge tun, die nicht jeder tun würde...

Helen hatte sich von ihrem Vater eine silberne Bürste mit Wildschweinborsten und einen Handspiegel gewünscht. Sie weiß nicht recht, was sie mit einem Negermädchen anfangen soll, außer sie herumkommandieren. Sie geht langsam auf das Mädchen zu, und als Moll nicht zurückweicht, greift Helen ihr in die Haare und löst die Satinschleifen. (S. 89)

Zu Beginn sei gesagt, dass Klappentexten nicht immer zu trauen ist. Auch hier ist dies der Fall, denn er weckt beim Leser vollkommen falsche Erwartungen was den Inhalt des Buches angeht. Mit diesem Hintergrund mag es vorkommen, dass der Titel als „schlecht“ bewertet wird, da eben die Vorstellungen ganz andere waren und man somit enttäuscht wurde. Betrachtet man ausschließlich den Inhalt, ohne zuvor eine Kurzbeschreibung gelesen zu haben, fällt die Bewertung anders aus. So wird auch hier vorgegangen.

Bild- und wortgewaltig, so lässt sich der Schreibstil der Autorin wohl am besten zusammenfassen. Auf den ersten Blick wirkt er ungewöhnlich und der Leser benötigt eine gewisse Zeit, um in das geschehen hineinzufinden. Doch ist dies gelungen, sieht man sich Empfindungen gegenüber, die man zuvor nicht unbedingt erwartet hätte. Zu den Protagonisten bleibt man zwar auf Distanz, vielleicht wird man auch bewusst von ihnen fern gehalten, dies hält einen aber nicht davon ab, sich in das Geschehen als solches einfinden zu können.

Ende des 18. Jahrhunderts ist North Carolina geprägt von Sklaverei und Krieg, düstere Atmosphäre wohin man schaut. Wer sich davon nicht unterkriegen lässt ist mehr als stark und verdient Respekt. Häufig scheint Liebe das „Heilmittel“ zu sein, doch wie tief muss diese gehen, und kann sie wirklich die Dämonen vertreiben?

„Eine Geschichte von Land und Meer“ ist das Debüt der Autorin Katy Simpson Smith. Der Leser spürt deutlich welche Recherchearbeit, aber auch welche Leidenschaft hinter ihren Worten steckt. Wirklich ein gewaltiger Roman, in vielerlei Hinsicht, das ist nicht anders zu sagen. Minimalen Abzug in der Gesamtwertung gibt es ausschließlich auf Grund der Irreführung des Klappentextes.

Mittwoch, 20. August 2014

[REZENSION] Nichts als Schweigen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Nichts als Schweigen (OT: Indefensible)
Autor: Pamela Callow
Übersetzer: Anne-Marie Wachs
Verlag: Lyx
Reihe: Kate Lange 2
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten



Autor:
Pamela Callow wurde in Ontario, Kanada, als Tochter einer deutschen Mutter und eines britischen Vaters geboren. Sie wuchs in Nova Scotia auf, wo sie englische Literatur und Jura studierte und später als Unternehmensberaterin arbeitete. Bereits mit ihrem ersten Thriller eroberte sie sich eine große Leserschaft.


NICHTS ALS SCHWEIGEN

Kate Lange ist schockiert, als sie erfährt, dass die Exfrau ihres Chefs tot aufgefunden wurde. Alles sieht nach einem Unfall aus, doch dann tauchen Indizien auf, die Randall Barrett, Kates Vorgesetzten, stark belasten, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Kate ist bereit, ihm zur Seite zu stehen, auch wenn sie bald nicht mehr sicher ist, wem sie trauen kann.
Barretts Sohn Nick scheint außerdem noch eine Rechnung mit seinem Vater offen zu haben, die er auf Teufel komm raus begleichen will...

Kaum hat Anwältin Kate Lange sich von ihrem ersten großen Fall erholt, der sie beinahe das Leben gekostet hätte, wartet schon wieder der nächste Hammer auf sie. Dieses Mal steht ihr Chef unter Verdacht, seine Exfrau ermordet zu haben. Zwischen Hoffen und Bangen, mit mehr als gemischten Gefühlen, steht Kate ihm so gut bei, wie es ihr irgend möglich ist. Doch es tauchen immer weitere Indizien auf, die nicht nur die Protagonisten zweifeln lassen. Auch der Leser wird auf eine Berg- und Talfahrt der Gefühle geschickt. Einerseits ist Barrett, den man bereits im ersten Band dieser Reihe kennenlernen durfte, durchaus sympathisch. Andererseits merkt man gerade, ebenso wie Kate, dass man eigentlich so gut wie nichts von und über ihn wusste. Ist er wirklich der, für den er sich ausgibt?

Höhen und Tiefen, wie die Gefühle der Leser und Protagonisten, hat auch die Spannung. Es ist zwar eine durchgängig angespannte Atmosphäre zu spüren, die sich auch stetig weiter auflädt, dennoch gibt es ein paar kurze Passagen, die sich langwieriger gestalten und dadurch wieder ein wenig Spannung einsparen. Auf Grund dieser Brüche stockt man kurzzeitig und muss sich erst wieder in den Lesefluss einfinden. Das geht jedoch glücklicherweise rasch vonstatten, so dass der Spannungsabfall schon bald wieder vergessen ist.

Als Leser erfährt kann man sich relativ schnell ein Bild davon machen, was in der Nacht geschehen ist, als Randalls Exfrau starb. Dadurch verliert man aber keineswegs das Interesse an der weiteren Lektüre. Schließlich ist noch lange nicht klar, ob die Ermittler ebenfalls diese Schlüsse ziehen beziehungsweise überhaupt auf den Tathergang kommen. Somit bleibt es spannend. Man würde gerne hin und wieder eingreifen und die Protagonisten durchschütteln, aber dies ist nun einmal nicht möglich, so dass sie ihre eigenen Wege gehen müssen.

„Nichts als Schweigen“ ist nach „Im Blut vereint“ der zweite Teil der Reihe rund um die Anwältin Kate Lange. Wieder einmal beweist sie, dass ungewöhnliche Fälle sie magisch anziehen, in die sie schließlich viel tiefer involviert ist als ihr eigentlich lieb ist. Im direkten Vergleich gestaltet der zweite Band sich als minimal schwächer, was aber nicht heißt, dass er nicht dennoch absolut lesenswert ist. Man erwartet schon mit Zuklappen der letzten Seite sehnsüchtig die Fortsetzung.


Reiheninfo:
Band 1: Im Blut vereint

Montag, 18. August 2014

[REZENSION] Feuer, Blut und Licht

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Feuer, Blut und Licht
Autor: Andrea Schneeberger
Übersetzer: -/-
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 440 Seiten



Autor:
Andrea Schneeberger ist gebürtige Schweizerin und entdeckte mit neun Jahren, nach einer Autorenlesung an ihrer Schule, dass Geschichten der Fantasie eines Menschen entspringen. Ihre Leidenschaft für das Schreiben war geweckt. Es entstanden zahlreiche Kurzgeschichten, um Schmuggler, geheime Höhlen und Übersinnliches wie Geister und Vampire.
2002 erschien ihr erster Roman »Der Kuss der Nacht«, in dem die sechzehnjährige Grace den mysteriösen Aurèle kennenlernt und in eine Welt voller Dunkelheit und Wahnsinn abtaucht.
Andrea Schneeberger lebt in Zürich, überfällt regelmäßig Buchhandlungen, schaut mit Leidenschaft Vampirfilme und arbeitet an ihrem nächsten Werk.


FEUER, BLUT UND LICHT

Lestat kann kaum noch zählen, wie oft er in den letzten Jahren mit seinen Eltern umziehen musste. Nun also nach St. Méen. Doch dieses Mal scheint alles anders. Er findet sofort einen guten Freund, der sofort ein Geheimnis in Lestats Familie wittert. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was seine Eltern ihm verheimlichen und stoßen dabei auf eine unvorstellbare Erklärung. Und dann ist da auch noch Malin, von der Lestat vom ersten Moment an fasziniert ist...

Ich spanne sämtliche Muskeln an, nehme ein letztes Mal Maß und springe.
Mit der Anmut eines schwangeren Flughörnchens fliege ich auf den Baum zu, die Hände ausgestreckt nach dem Ast, den ich anvisiert habe. Die Fingerspitzen berühren Holz, steifen die raue Oberfläche und rutschen ab.
Ich falle. (S. 295)

Lestats Eltern sind dem Leser sofort suspekt, obwohl man sie überhaupt nicht kennt. Dies mag zum einen an den Ausführungen des 16-jährigen liegen, aber auch an ihrem Verhalten, das sie an den Tag legen. Manche Situation mag einem zwar vertraut sein, aber vorsichtig gesagt benehmen sie sich doch mehr als merkwürdig. Das fällt auch Marcel, den Lestat in seiner neuen Klasse kennenlernt, sofort auf. Als die Freunde beschließen herauszufinden was die Eltern zu verheimlichen haben, rechnen sie sicherlich nicht mit dem was geschieht. Auch der Leser ist mehr als perplex, doch bis dahin ist es noch einige Zeit hin, denn zunächst scheint alles ganz harmlos und nur, als wäre man übersensibel. Allerdings häufen sich Zufälle und seltsame Vorkommnisse, so dass man schon bald nicht mehr sicher ist, was real ist und was nicht.

Dass das Geheimnis Übernatürlichen Ursprungs ist, ahnt man sehr früh, und dafür muss man natürlich auch kein Hellseher sein, schaut man sich einfach das Genre des vorliegenden Titels an. Doch was genau sich dahinter verbirgt, bleibt dem Leser lange Zeit verborgen. Es gibt Andeutungen und Hinweise, allerdings ist es schwierig diese richtig zu interpretieren, solange man nicht die entscheidenden Informationen erhält. Sicherlich spekuliert man, kann sich aber nicht ausmalen, womit man es schließlich zu tun bekommt, dafür reichen die Hinweise nicht aus und so soll es auch sein, schließlich möchte man, dass das Geschehen unvorhersehbar bleibt.

Bis zum Schluss kann man nicht sicher sein, wie sich alles entwickeln wird, so dass die Spannung auch nach dem eigentlichen Showdown noch immer spürbar ist. Auch wenn ein paar Klischees bedient werden und einige Ereignisse, vor allem zum Ende hin, zu glatt zu laufen scheinen, bietet „Feuer, Blut und Licht“ einen guten Mix aus Spannung und Fantasy. Themen wie Freundschaft, Liebe und Familie werden ebenfalls nicht ausgespart, so dass sich eine wertvolle Geschichte ergibt.

Sonntag, 17. August 2014

[BLOGINTERNES] Auszeit

Wegen einem Krankheitsfall in der Familie wird der Blog von meiner Seite aus auf unabsehbare Zeit auf Eis gelegt.
Verlage und Autoren bitte ich bei neuen Anfragen nach Möglichkeit meine Redaktionskolleginnen Christiane oder Julia zu kontaktieren, Emailadressen sind im Impressum aufgeführt.

Vielen Dank für das Verständnis, Anette