Freitag, 24. März 2017

[REZENSION] Durch Nacht und Wind (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Durch Nacht und Wind
Autor: Stefan Lehnberg
Sprecher: Oliver Kalkofe
Übersetzer: -/-
Verlag: DAV
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 334 Minuten, 4 CDs



Autor:
Stefan Lehnberg ist ein wahres Multitalent. Schauspiel, Regie, Schriftstellerei - in all diesen (und zahllosen weiteren) Bereichen ist der Wahlberliner unglaublich erfolgreich. So war er unter anderem als Autor für Harald Schmidt und Anke Engelke tätig, seine tägliche Radiocomedy „Küss mich, Kanzler“, bei der er als alleiniger Autor, Regisseur und männlicher Hauptdarsteller fungiert, hat es bereits auf über 2000 Folgen gebracht, und sein Roman „Mein Meisterwerk“ wurde mit dem Ephraim-Kishon-Satirepreis ausgezeichnet. Einen weiteren Geniestreich aus seiner Feder stellt „Das persönliche Tagebuch von Wladimir Putin“ dar. Außerdem sieht er gut aus, ist hochintelligent und verfügt über einen edlen Charakter.
Doch ist ihm nichts davon zu Kopfe gestiegen. Im Gegenteil: Er ist immer der sympathische Kumpel von Nebenan geblieben, der sich auch keineswegs zu schade ist, mal ein paar biographische Zeilen über sich selbst zu schreiben.

Sprecher:
Oliver Kalkofe, geboren 1965, ist einer der populärsten Comedians Deutschlands (»Kalkofes Mattscheibe«). Er lieh Garfield seine Stimme im Kinofilm »Garfield 2« und übernahm in seinen Hörbuchlesungen die Rollen von Sherlock Holmes und Hercule Poirot.


DURCH NACHT UND WIND

Als der Großherzog unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt, nehmen Goethe und Schiller sich des Falls sofort an. Eine Herausforderung, die nicht nur zahlreiche Fragen aufwirft, sondern auch auf anderweitige Verbindungen schließen lässt. Doch bis es soweit ist, geben die beiden Spürnasen alles, um dem Verbrecher das Handwerk zu legen. Dass es noch lange nicht vorbei ist, zeigt sich, als ein weiteres Opfer zu beklagen ist, wodurch der Fall noch undurchsichtiger wird als zuvor. Dennoch lassen Goethe und Schiller nicht locker, sie sind bereit dem Übeltäter auf die Spur zu kommen. Oder ist gar doch etwas dran an dem Fluch, der auf dem alten Smaragdring des Großherzogs liegen soll?

Goethe und Schiller auf den Spuren von Holmes und Watson? Nicht nur als Schreibtischtäter aktiv, sondern auch mit kriminalistischen Ermittlungen vertraut? Tatsächlich scheint es im Leben der beiden Figuren den ein oder anderen Aspekt zu geben, der bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist. Stefan Lehnberg hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Schillers Aufzeichnungen in einer Form zu Papier zu bringen, dass der geneigte Krimileser beziehungsweise -hörer seine helllichte Freude daran haben wird.

Nun könnte man sagen, nicht zuletzt auf Grund der Sprecherwahl, dass man es mit Klamauk zu tun bekommt, doch dem ist mitnichten so. Sicherlich geht es mitunter skurril zu, nicht immer sind alle Handlungselemente klar nachvollziehbar und natürlich muss mit Absurditäten gerechnet werden. Und doch geht es im Großen und Ganzen ernsthaft zu, Goethe und Schiller haben immer ihr Ziel vor Augen und bemühen sich redlich, Ablenkungen jedweder Art zu übergehen. Schließlich haben sie einen Auftrag zu erledigen, den sie mit bestem Wissen und Gewissen zu einem positiven Abschluss bringen möchten.

Gebannt verfolgt der Hörer die Ermittlungen der Schriftsteller, die nicht nur mit Worten jonglieren können. Da werden Zusammenhänge erfasst, Widersprüche aufgedeckt und Intrigen entlarvt, und das in einem Tempo, bei dem man sich gehörig anschnallen muss. Nicht immer sind die Gedankengänge für den Hörer sofort logisch nachvollziehbar, glücklicherweise wird aber immer noch einmal etwas ausgeholt, um auch wirklich jedem begreiflich machen zu können was gerade geschehen ist. Trotz der zahlreichen Wiederholungen, die dadurch entstehen, wirkt das Geschehen nicht zäh oder langwierig, eher kurzweilig, unterhaltsam und spannend.

Oliver Kalkofe trägt die Aufzeichnungen aus Schillers Sicht gekonnt und authentisch vor. Selbst altertümliche Sprache hindert den Sprecher nicht daran seine eigene Note einzubringen, wodurch die Interpretation des Geschehens einen angenehm lebendigen Touch erhält. So vergisst man zuweilen sogar, dass man sich eigentlich im 18. Jahrhundert in Weimar und nicht in der Gegenwart befindet, was einem erst wieder bewusst wird, wenn man sich beispielsweise die verwendeten Verkehrsmittel vergegenwärtigt.

Goethe und Schiller haben in „Durch Nacht und Wind“ einen wahrlich ominösen Fall zu lösen, dem weit mehr Verstrickungen zu Grunde liegen als zunächst gedacht. Auch darf man sich niemals zu sicher sein das Rätsel bereits gelöst zu haben, denn mit überraschenden Wendungen wird nicht gegeizt. Fragt sich nur, ob es noch weitere Aufzeichnungen gibt, die der Nachwelt in Bälde zur Verfügung gestellt werden!?


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Donnerstag, 23. März 2017

[REZENSION] Das Adenauer-Komplott

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Adenauer-Komplott
Autor: Sebastian Thiel
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 311 Seiten



Autor:
Sebastian Thiel, Jahrgang 1983, lebt in Tönisvorst am Niederrhein. Durch seine Arbeit als IT-Manager an Nachtschichten gewöhnt, schreibt er auch heute noch am liebsten nachts. Als Basis seiner Romane dienen historische Ereignisse und Personen, die er zu fantasievollen Geschichten verwebt. Seit mehreren Jahren ist Sebastian Thiel freiberuflicher Autor und widmet sich komplett dem Schreiben.


DAS ADENAUER-KOMPLOTT

Durch unbedachte Aussprüche in der Gegenwart der falschen Personen wird Maximilian Engel, ehemaliger Kampfpilot, von der Gestapo abgeführt und findet sich im Gefängnis wieder. Als er Besuch und ein mehr oder minder undurchsichtiges Angebot von der geheimnisvollen Luisa erhält, die ihn von Anfang an fasziniert, bleibt Max nicht viel Zeit mögliche Konsequenzen zu betrachten oder abzuwägen welcher Weg der richtige ist. Er willigt ein, dem ehemaligen Bürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, zur Flucht zu verhelfen, verbleibt im Zuge dessen weiterhin in dessen Diensten und sieht dem weiteren Verlauf der Geschichte ins Auge...

In seinen Träumen war er wieder in der Luft.
Keine Kampfhandlung, kein Formationsflug, kein Ausbilder, der ihm im Rücken saß, sondern nur er, die Geräusche der Motoren und die Wolken, die er durchbrach.
Pure Freiheit. (S. 53)

Sebastian Thiel, im Krimi- und Thrillerbereich wahrlich kein Unbekannter, wagt sich erneut an eine historische Thematik, die sicherlich einiges an explosivem Stoff bietet, denn wer weiß schon wirklich, was unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit alles geschah. Bereits auf den ersten Seiten vermag es der Autor den Leser ins Geschehen zu ziehen, eine Atmosphäre und ein Bild zu erschaffen, das authentischer nicht sein könnte. Man fühlt sich in der Zeit zurück versetzt, jedoch gleichzeitig mit dem Wissen, diese glücklicherweise nicht live miterleben zu müssen.

„Das Adenauer-Komplott“ folgt keiner klaren Linie, was einerseits darin begründet ist, dass zahlreiche Charaktere ihre eigenen Ziele verfolgen, andererseits soll der Leser nicht schon zu Beginn erahnen können in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt. So wird man hin und wieder in Sackgassen geführt, kann diverse Handlungen zunächst nicht ein- oder zuordnen und fragt sich ein ums andere Mal wem man nun bedingungslos vertrauen kann. Doch zu einer klaren Antwort kann man sich nicht durchringen, so sehr man es auch möchte, denn jeder scheint eine Rolle zu spielen, fragt sich nur auf welcher Seite. Nichtsdestotrotz ist man bestrebt den gelieferten Ausführungen weiter zu folgen, vielleicht versteckt sich doch noch der ein oder andere Hinweis zwischen den Zeilen.

Ein wenig stolpert man zuweilen über diverse Zeitsprünge. In der Zwischenzeit vermag zumeist nichts relevantes geschehen zu sein, wenn doch wird es erwähnt, dennoch versucht man die Lücken zu füllen, Gedankensprünge zu erklären und Antworten auf offene Fragen zu finden. Da dies jedoch generell mit der Haupthandlung nicht im Zusammenhang steht, verliert man sich und den Bezug zum Geschehen zunehmend. Es bedarf einiger Konzentration, um den Blick erneut auf wesentliche Situationen und Ereignisse zu richten, ohne sich ein weiteres Mal ablenken zu lassen.

Dem Autor gelingt im Großen und Ganzen ein spannender Kriminalroman, dem eine fundierte Recherche sichtbar zu Grunde liegt. Selbst in Passagen, die vermeintlich blass und für das Vorankommen der Handlung nicht von Bedeutung sind, wird der Leser unterschwellig zum Nachdenken animiert, so dass man durchweg neugierig ob des weiteren Verlaufs ist.


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Mittwoch, 22. März 2017

[REZENSION] Frischer Wind um Hanni und Nanni (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Frischer Wind um Hanni und Nanni
Autor: Enid Blyton
Sprecher: Erzähler: Lutz Mackensy
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: Hanni und Nanni 54
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 57 Minuten, 1 CD



Autor:
Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Sprecher:
Lutz Mackensy, Regine Lamster, Manuela Dahm, Reinhilt Schneider, Susanne Wulkow, Barbara Schipper, Kerstin Draeger, Lina Fölster, Renate Pichler, Elga Schütz, Heidi Schaffrath, Christian Stark, Svenja Pages


FRISCHER WIND UM HANNI UND NANNI

Frau Theobald benötigt schnellstmöglich eine Aushilfslehrkraft für den Lindenhof und ist erleichtert, als ihre Suche schon bald von Erfolg gekrönt ist. Erstaunt muss sie jedoch feststellen, dass es sich bei Andrea Porto um einen Mann handelt, hatte sie doch fest mit einer weiblichen Kraft gerechnet. Die Direktorin setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um den Fauxpas auszumerzen, doch die Schülerinnen setzen sich für Herrn Porto ein, denn seine Lehrmethoden sorgen von Anfang an für Begeisterung. Als sich herausstellt, dass der beliebte Lehrer ein Geheimnis hütet, welches ihm nicht nur die Anstellung kosten kann, sind die Mädchen ebenfalls sofort zu Stelle, um das Schlimmste zu verhindern...

Dass sie einmal von einem Mann unterrichtet werden würden, hätten sich die Mädchen wohl nicht vorstellen können, schließlich gibt es auf dem Lindenhof seit jeher nur weibliches Personal. Würde es ausschließlich nach Direktorin Theobald gehen, änderte sich auch in der Zukunft nichts daran. Doch besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen und wer weiß wozu der frische Wind im Internat noch gut sein wird. Denn dass nicht nur die Schülerinnen hochmotiviert sind, ist sofort spürbar. Das Kollegium ist auch nicht traurig um dem Neuzugang, zumal er es scheinbar mit Leichtigkeit schafft die Mädchen fürs Lernen zu begeistern.

Doch Andrea Porto hütet ein schwerwiegendes Geheimnis, das wird dem Hörer schnell klar. Auch wenn man noch nicht ahnt worum genau es sich handelt und welchen Ausmaßes es ist, so überträgt sich seine Nervosität schnell auf die gesamte Atmosphäre. Auch die Mädchen bemerken die Veränderungen, die sie natürlich nicht ohne Weiteres übergehen können und wollen. Glücklicherweise, muss man geradezu sagen, führt ihre Neugierde dazu, dass sie etwas entdecken, dass Herrn Porto beruflich das Genick brechen könnte. Wird es Hanni und Nanni gelingen ihm die richtige Richtung zu weisen?

Der Ausgang des Geschehens bleibt bis zum Schluss ungewiss, zu viele Faktoren müssen bedacht werden, um eine Prognose zu treffen. Vor allem Frau Theobalds Agieren lässt sich schwer vorwegnehmen, stand sie dem „Experiment“ bereits zu Beginn skeptisch gegenüber. So bleibt nur zu hoffen, dass sie Mädchen Argumente anzubringen wissen, die keine andere Möglichkeit zulassen als ein positives Ende...

Dienstag, 21. März 2017

[REZENSION] Sturmwarnung (Hörbuch)

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Sturmwarnung
Autor: Elizabeth George
Sprecher: Laura Maire
Übersetzer: Ann Lecker
Verlag: Lübbe Audio
Reihe: Whisper Island 1
Ausführung: Hörbuch, CD



Autor:
Eine Amerikanerin in London – zumindest zeitweise lebt Elizabeth George in der britischen Hauptstadt. Dort recherchiert die preisgekrönte Krimiautorin detailversessen an den Orten des Geschehens. Ihre größtenteils verfilmten Geschichten sind eher Gesellschaftsromane als „nur“ spannende Storys – von denen George allerdings eine Menge versteht. Denn Handwerk und Kunst des Schreibens hat sie lange Jahre als Lehrerin für Englische Sprache und Literatur sowie später in Unikursen für Kreatives Schreiben unterrichtet. Bekannt wurde sie vor allem mit ihrem Ermittlerduo Inspector Lynley und Sergeant Havers. Geboren wurde Elizabeth George 1949 in Warren im US-Bundesstaat Ohio. Nach vielen Jahren in Kalifornien lebt sie heute im Nordwesten der Vereinigten Staaten bei Seattle.


STURMWARNUNG

Kurzbeschreibung:
Der Beginn einer geheimnisvollen Reise
Becca King kann die Gedanken anderer Menschen hören. Sie umgeben sie wie ein ständiges Flüstern, dem sie nicht entrinnen kann. Ihr Stiefvater Jeff nutzte Beccas Fähigkeiten skrupellos aus - und ermordete dann seinen Geschäftspartner. Jetzt ist er hinter Becca her. Auf einer geheimnisvollen, abgeschiedenen Insel soll sie sich bei einer Freundin ihrer Mutter verstecken. Bei ihrer Ankunft erfährt Becca, dass die Freundin gestorben ist. Verzweifelt versucht sie, ihre Mutter anzurufen. Ohne Erfolg - das Handy ist tot...

Meine Meinung:
Ohne große Umwege taucht man direkt durch die schöne und angenehme Stimme von Laura Maire in die Geschichte ein.

Becca hört Stimmen in ihrem Kopf. Stimmen, von anderen Menschen, was sie denken, was sie fühlen.
Deshalb hat sie eine AOD Box, mit den Kopfhörern im Ohr hört sie die Gedanken der Menschen nicht mehr. Aber die trägt sie natürlich nicht immer und so erfährt sie, dass ihr Stiefvater seinen Geschäftspartner umgebracht hat. Er weiß um ihr Wissen und so beginnt die Flucht von Becca und ihrer Mutter.
Becca landet in einem kleinen Städtchen. Dort angekommen, mit neuer Identität und vielen Lügen im Gepäck, soll sie sich zu einer alten Freundin ihrer Mutter aufmachen. Ihre Mutter fährt weiter. Kaum angekommen bei der alten Freundin ihrer Mutter findet Becca dort Chaos vor: Krankenwagen, Polizei... Die Bekannte starb kurz vor Beccas Ankunft an einem Herzinfarkt. Becca weiß nun nicht, wo sie hin soll, dann trifft sie Seth, der schickt sie zu einer Frau, die ihr helfen könnte: Debby kann jedem helfen. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

Spannend, sympathische Charaktere, toller Stil - all das ist in dieser Geschichte vereint. Mein erster Roman in Hörbuchform von Elisabeth George war direkt ein voller Erfolg.
Nicht alle Charaktere lassen sich bis zum Ende des Buches durchschauen. Manche haben immer noch "blinde" und nicht aufgeklärte Seiten, die hoffentlich im nächsten Teil offenbart werden.
Charaktere, die im Hörbuch eine fiese Rolle spielen, da spürt man selbst als Hörer, dass sie einem in echten Leben nicht sympathisch wären.
"Sturmwarnung" ist eine Geschichte, die schnell in Fahrt kommt und ihr Tempo bis zum Ende durch hält.
Ob Jeff Becca findet, dass müsst ihr nun selbst lesen oder hören. Ich kann nur verraten, dass das Ende so aufhört, dass ich froh bin direkt den zweiten Teil von "Whisper Island" zur Hand zu haben und auch der dritte schon geordert ist.
Ich kann das Hörbuch jedem empfehlen, der die Mischung aus etwas Krimi, Herz und Spannung mag.

Montag, 20. März 2017

[REZENSION] Meer Liebe auf Sylt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Meer Liebe auf Sylt
Autor: Claudia Thesenfitz
Übersetzer: -/-
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 272 Seiten



Autor:
Claudia Thesenfitz, 1967 geboren, hat lange festangestellt als Chefreporterin bei Tempo und petra gearbeitet, bevor sie sich 2001 als freie Autorin und Journalistin selbstständig machte. Sie schreibt für alle großen Frauen-Zeitschriften und Magazine (emotion, Brigitte, petra, maxi, Für Sie, Cosmopolitan, Gala uvm.) und hat unter anderem die Autobiografien von und mit Nena (2005, Luebbe), Dieter Wedel (2008, Luebbe) und Uwe Ochsenknecht (2013, Luebbe) geschrieben.


MEER LIEBE AUF SYLT

Eigentlich wollten die grundverschiedenen Omas Henrietta und Ulla auf Sylt den Geburtstag von Enkelin Emma feiern. Doch plötzlich verschwindet Alexandra, Emmas Mutter und Henriettas Tochter, bei Nacht und Nebel, um nach New York zu fliegen, in der Hoffnung, ihre Ehe noch retten zu können. Henrietta und Ulla waren sich noch nie grün, haben mehr als nur unterschiedliche Ansichten und müssen nun den Alltag mit einem Kleinkind meistern, am besten ohne Verluste...

Henrietta und Ulla könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Powerfrau, für die die Karriere immer an erster Stelle stand, das musste die Familie einfach akzeptieren, auf der anderen Seite die alleinerziehende Mutter, vegan und naturverbunden in jeglicher Lebenslage. Dass es beim Aufeinanderprallen der beiden explosiv zugehen wird, lässt sich bereits meilenweit im Voraus erkennen. Doch nun müssen sie Enkelin Emma zuliebe miteinander anstatt gegeneinander arbeiten. Man ist unsicher bezüglich einer Prognose, auch wenn die Hoffnung natürlich niemals versiegt. Doch wird es den beiden sehr eigenständigen Charakteren wirklich gelingen sich auf das Vorhaben einzulassen?

Neben den starken Figuren, die Autorin Claudia Thesenfitz authentisch zeichnet, kommt natürlich auch das Syltfeeling nicht zu kurz. Kaum dass man sich mit Henrietta auf dem Shuttle wähnt, braucht man nur die Augen zu schließen, schon wehen einem die ersten Böen um die Nase, es riecht nach Meer, nach Entspannung, nach ein wenig Luxus und nach einer Flucht aus dem Alltag. Das Zusammenspiel von regionalen Elementen und der Handlung als solcher gelingt absolut. Man fühlt sich nicht nur mit der Insel verbunden, sondern auch mit den Personen, egal ob es sich dabei um Henrietta, Ulla, Alexandra oder Jana handelt. Natürlich hat jede ihre Eigenarten, aber gerade diese machen sie liebenswert, man muss schließlich nicht sämtliche Aktivitäten gutheißen, selbst wenn man jemanden mag.

Im Laufe des Geschehens erwartet man die ein oder andere Wandlung, zum Einen was die Charaktere angeht, zum Anderen aber auch handlungsmäßig. Wird es Alexandra gelingen ihre Ehe zu retten? Wie kommen Henrietta und Ulla gemeinsam zurecht? Das sind nur zwei der Fragen, die der Leser sich im Verlauf stellt, denn es kommen Ansichten und Sehnsüchte ans Licht, die man zu Beginn nicht erwartet hätte, die dem Geschehen ihrerseits aber einen gewissen Kick verpassen. Dadurch scheint es möglich die Geschichte in eine vollends andere Richtung steuern zu können als es anfangs den Anschein machte. Inwiefern ein Kurswechsel auf Grund diverser Überraschungsmomente tatsächlich vonstatten geht, kann allerdings zu keinem Zeitpunkt vorhergesagt werden.

„Meer Liebe auf Sylt“ entführt den Leser in einen Kurzurlaub der etwas anderen Art. Alles andere als seichte Unterhaltung, wenn man gewillt ist sich darauf einzulassen.


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