Mittwoch, 29. Juni 2016

[COOL-TOUR-KATZE] "Anders" im Theater

Redakteur: Anette Leister


Es bedarf nicht vieler Worte... - wer Worte braucht, findet mehr in meiner Rezension zum Buch ;)

Andreas Steinhöfels Buch "Anders" hat den Weg auf die Theaterbühne geschafft und wurde dort mit minimalistischer Ausstattung und Rollen in Mehrfachbesetzung kongenial in Szene gesetzt.
Sollte es das Stück noch einmal ins Programm schafffen, kann ich einen Besuch sehr empfehlen, aber entgegen der Empfehlung ab 11, würde ich die Untergrenze auf 14 Jahre setzen.


obere Reihe:
links: Eindrücke aus dem Programmflyer, Hörbuch und Eintrittskarte
rechts: Huhn Romy und Anders/Felix

untere Reihe:
links: während der Vorstellung, ein Szenenbild mit allen mitwirkenden Darstellern
rechts: nach der Vorstellung vorm Theaterhaus

[REZENSION] Bei Anpfiff Übergabe (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Bei Anpfiff Übergabe
Autor: Martin Hofstetter (nach Motiven von Stefan Wolf)
Sprecher: Erzähler: Wolfgang Kaven
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: TKKG 197
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 64 Minuten, 1 CD



Sprecher:
Wolfgang Kaven, Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski, Rhea Harder, Stefan Brönneke, Tobias Diakow, Urs Affolter, Christiane Leuchtmann, Jürgen Holdorf, Robin Brosch, Sabrina Heuer-Diakow, Tim Grobe, Robert Missler, Manfred Reddemann, Till Huster


BEI ANPFIFF ÜBERGABE

Es ist wieder soweit, der Ball rollt, die EM ist in vollem Gange. Doch das Public Viewing wird überschattet vom Einsatz des SEKs. Wie TKKG erfahren, scheint es sich um einen illegalen Wettring zu handeln, den die Polizei schon seit geraumer Zeit im Visier hat, und doch ist es ihnen bisher nicht gelungen den Kopf der Bande dingfest zu machen. Als Nico das Zimmer neben dem Adlernest bezieht, haben die Freunde plötzlich noch einen Grund sich näher mit dem Fall auseinanderzusetzen. Dabei müssen sie allerdings darauf achtgeben, nicht den Handlangern des Drahtziehers in die Hände zu fallen, Tim durfte bereits früh mit einem von ihnen Bekanntschaft machen...

Pünktlich zur EM 2016 gibt es auch wieder eine Fußballfolge von TKKG, verknüpft mit illegalen Wetten, die das Sportthema weitestgehend in den Hintergrund rücken. Ausgerechnet Klößchen wirkt in dieser Folge übermotiviert, um die Thematik des runden Leders doch immer wieder in den Fokus zu rücken, gleichzeitig wirkt er dabei jedoch so unbeholfen, dass man sich unweigerlich fragt, ob dies wirklich nötig gewesen wäre.

Ansonsten bietet „Bei Anpfiff Übergabe“ die gewohnte Portion Action und Spannung. Der Gefahrenfaktor liegt recht hoch, dessen sind auch TKKG sich vollkommen bewusst, dennoch lassen sie sich von ihrem Plan nicht abbringen. Die Ermittlungen der Polizei dauern eindeutig bereits zu lange an, maßgebliche Informationen konnten sie bisher jedoch nicht sammeln. Warum gerade dies nun ein paar Jungdetektiven gelingen soll ist fraglich, manchmal hilft aber auch der Zufall weiter, ebenso wie das Aufstellen diverser Behauptungen, die möglicherweise den gewünschten Effekt erzielen. Über manche Methode lässt sich streiten, schlussendlich kommt es aber doch immer auf das Ergebnis an.

Ebenso wie die Freunde gerät auch der Hörer ob der ermittelten Informationen gehörig ins Schwimmen, denn es gibt einfach immer noch zu viele offene Fragen und zu viele mögliche Verbindungen, um den Gesuchten zweifelsfrei zu identifizieren. Ist er denn wirklich so unsichtbar wie immer behauptet wird oder hat man ihn womöglich bereits kennengelernt?

Dienstag, 28. Juni 2016

[REZENSION] Alles, was ich sehe

Redakteur: Anette Leister

Titel: Alles, was ich sehe (OT: The one thing)
Autor: Marci Lyn Curtis
Übersetzer: Nadine Püschel
Verlag: Königskinder
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre
Ausführung: Hardcover, 432 Seiten







Autor:
Marci Lyn Curtis wuchs in Nordkalifornien auf, wo sie Biologie studierte. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einem Dackel in Maryland. „Alles, was ich sehe“ ist ihr erster Roman.



ALLES, WAS ICH SEHE

Durch eine Hirnhautentzündung verliert Maggie ihr Augenlicht. Sie hasst es blind zu sein, sie will weder schwach sein, noch Mitleid von anderen bekommen, sie hat keine Lust die Brailleschrift zu lernen oder wie man als Blinde alleine den richtigen Bus nimmt. Außerdem hat sie durch den Verlust des Augenlichts noch etwas anderes verloren: ihre Liebe zum Fußball! Fußball war ihr größtes Hobby, ihr absolutes Ding. Aber es war nicht nur ihr Hobby, sondern auch die Beziehung zu ihrer Mutter war durch den Fußball definiert und besiegelt. Ihre Mutter musste auf Grund eines Unfalls ihre Fußballkarriere an den Nageln hängen, Maggie war sozusagen ihre zweite Chance auf einen Profifußballer in der Familie. Da Maggies gesamter Freundeskreis ebenfalls auf Fußball basierte, steht sie nach der Hirnhautentzündung nicht nur im Dunkeln, sondern vor allen Dingen verlassen da.
Maggie weiß aber natürlich, dass dies zum größten Teil ihre Schuld ist, denn sie hat sich nie wirklich darum bemüht alte Freundschaften aufrecht zu erhalten, aber auch an ihrer neuen Schule schafft sie es nicht soziale Kontakte zu knüpfen.
Nach einem Schulstreich wartet sie vor dem Raum ihres Lehrers Mr Sturgis darauf von ihrem Onkel abgeholt zu werden und glaubt auf einmal - ja, tatsächlich! - ihren Augen nicht. Ein etwa zehnjähriger Junge taucht im Wartebereich auf und SIE KANN IHN SEHEN! Mit Ben tritt zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder Freude in ihr Leben. Ben hat selbst eine Behinderung, von Geburt an, aber er ist die pure Lebensfreude und färbt damit auf sein gesamtes Umfeld ab, selbst Maggie kann sich dagegen nicht zur Wehr setzen und sieht sich schon bald als Bens Gast bei ihm zu Hause.
Dort stellt sich heraus, dass Bens älterer Bruder der Sänger von Maggies Lieblingsband ist. Wie soll sie Mason nur verdeutlichen, dass sie tatsächlich blind ist und wegen Ben zu ihnen zu Besuch kommt? Auch wenn sie nicht lange verleugnen kann, dass sie anfängt sich in Mason zu verlieben, aber verliert sie dadurch Ben?

Zunächst meint man in einer der üblichen Sick-Lit einer Jugendlichen gelandet zu sein, die es auf Grund ihrer Behinderung nicht mehr schafft ihr Leben zu genießen, neue Hobbys zu finden, geschweige denn ihre Freundschaften am Laufen zu halten. Bis Ben in ihr Leben tritt... Das Maggie auf einmal Ben und die Dinge in seiner unmittelbaren Umgebung sehen kann ist ein Wunder! Auch wenn der lebensfrohe Ben damit auf einmal Zweifel kommen, ob Maggie mit ihm wirklich befreundet sein will, oder es einfach genießt in seiner Nähe ihr Augenlicht wiedergewonnen zu haben.

Die Protagonisten in "Alles, was ich sehe" sind weiß Gott nicht alle einfach zu nehmen. Maggie, genau wie ihre Mutter, haben eine Art, dass man versteht, warum es für sie teilweise so schwierig ist Freundschaften zu knüpfen und dieses auch zu halten. Mason wirkt arrogant, bis es uns die Autorin erlaubt hinter seine harte Schale zu sehen. Nur Ben... Ben ist ein dermaßen toller Charakter, ein wunderbarer Freund, ein wertvoller Mensch, viel weiser, als er es für seine 10 Jahre sein dürfte, für einen Freund wie ihn käme man ins Grübeln freiwillig sein Augenlicht oder sein absolutes Ding aufzugeben!

Es sollte sich keiner abschrecken lassen, dass die Geschichte durch das plötzliche Sehen von Maggie irgendwie fantastisch anmutet. Warum Maggie Ben sehen kann, klärt sich gegen Ende des Buches sehr logisch auf. Ich fand in der Geschichte nichts übertrieben oder unglaubwürdig.
Ansonsten wird die Geschichte stark von ihren Protagonisten geprägt: neben Maggie entwickeln sich auch andere Personen in der Geschichte sehr stark, so dass man neben der Auflösung des mysteriösen partiellen Sehens auch einfach immer weiter und weiter miterleben will, wie sich die Personen im weiteren Verlauf der Geschichte entwickeln. Ob Maggie und ihre Mutter wieder zueinanderfinden, ob Maggies und Bens Freundschaft eine Zukunft hat und neben der aufblühenden Liebe zu Mason bestehen kann und ob Maggie sich irgendwann mit ihrem Schicksal abfindet und ein neues absolutes Ding finden will...

"Wann hast du zum letzten Mal Fußball gespielt?"
"Hm, so vor sechs Monaten vielleicht? Kurz bevor ich blind geworden bin?", sagte ich etwas kleinlaut.
"Dann ist es nicht dein absolutes Ding. Nicht mehr." (S.55)

Mein absolutes Ding ist dieses Buch: nur selten kommt man in den Genuss einer Geschichte, die es schafft einen an alle wichtigen Figuren zu binden, und einen mit ihnen leiden, weinen, aber auch lachen lässt! Definitiv eines der schönsten Debüts, die ich je in meinem Leben gelesen habe.

Montag, 27. Juni 2016

[REZENSION] Blut und böser Mann

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Blut und böser Mann
Autor: Elias Haller
Übersetzer: -/-
Verlag: -/-
Reihe: Erik Donner 3
Ausführung: Taschenbuch, 314 Seiten



Autor:
Elias Haller, Jahrgang 1977, lebt mit seiner Familie in einer sächsischen Großstadt. Der Zündstoff für seine Thriller sind seine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Rechtsbrechern und Opfern von Straftaten. Dank der langjährigen Leidenschaft für das Schreiben kann Elias Haller (kaltblütige) Mörder und (tragische) Helden aufeinander loslassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.


BLUT UND BÖSER MANN

Ein Jagdwaffenhersteller und seine Familie verschwinden spurlos. Als Kriminalkommissar Erik Donner von einem Kollegen um einen eher unkonventionellen Gefallen gebeten wird, ahnt er gleich, dass eine größere Sache dahintersteckt als zunächst angenommen. Trotz dessen, dass Donner versucht alles richtig zu machen und nicht zu sehr in den Fokus zu geraten, befindet er sich plötzlich mitten im Visier der Täter – und seiner eigenen Kollegen. Wem kann er noch vertrauen?

Erik Donner kommt nicht nur Ruhe. Zieht er immer die mysteriösen Fälle an oder sind es vielmehr die Fälle, die ihn suchen? Ein seltsamer Vermisstenfall hält die Polizei dieses Mal in Atem, denn trotz der Tätigkeit des verschwundenen Familienvaters fehlt eindeutig das Motiv sowie Hinweise darauf wohin die Familie verschleppt worden ist. Obwohl Donner nichts mit den Ermittlungen zu tun hat, rutscht er doch immer weiter in den Fall hinein, ob er will oder nicht.

Auch für den Leser mutet das Geschehen seltsam an, kann man sich lange Zeit schließlich keinen Reim darauf machen was tatsächlich vorgefallen ist und aus welchem Grund. Eingestreute Ereignisse aus der Vergangenheit fördern zwar einige Hinweise ans Licht, dennoch fehlen natürlich grundlegende Informationen, um die Lösung bereits vorwegnehmen zu können. Zugegebenermaßen wäre dies auch ziemlich langweilig, weshalb man sich weiterhin darin versucht mögliche Verbindungen herzustellen, und herauszufinden wer vielleicht nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Einige Kandidaten bieten sich regelrecht für diese Rolle an.

Elias Haller fackelt auch im dritten Band mit Erik Donner nicht lange und geht schnell in die Vollen. Spannung und Tempo sind von Beginn an hoch – und bleiben es auch. Dem Sog kann man sich einfach nicht entziehen, man muss unbedingt immer noch eine Seite mehr lesen, es könnte eine wichtige Entwicklung auf den Leser warten. Und wenn nicht, halb so wild, wird halt noch eine Seite gelesen, vielleicht versteckt sich die Wendung ja dort. So geht es immer weiter, bis man schlussendlich am entscheidenden Punkt angelangt ist. Durch geschickt platzierte Hinweise und das gesunde Misstrauen des geneigten Thriller-Lesers lassen sich bereits im Vorhinein einige Verknüpfungen herstellen, von denen man sicher ist, nur noch auf die Verifizierung warten zu müssen. Nichtsdestotrotz ist auch „Blut und böser Mann“ erneut keine leichte Kost, man muss tatsächlich einmal mehr gehörig schlucken, und doch möchte man weiterhin mit Erik Donner auf Verbrecherjagd gehen.


Reiheninfo:
Band 1: Tod und tiefer Fall
Band 2: Rache und roter Schnee

Sonntag, 26. Juni 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW25


Anette:
Das hier ist kein Tagebuch, Erna Sassen (RE)
Fußballquiz, Hörbuch, Gerhard Delling / Peter Lohmeyer (GW)
Rosie und Moussa 1, Michael De Cock (RE)
Rosie und Moussa 2: Der Brief von Papa, Michael De Cock (RE)
Rosie und Moussa 3: Beste Freunde für immer, Michael De Cock (RE)
Süße Weihnachtsgrüße, Pia Deges (RE)
These Broken Stars 1: Lilac und Tarver, Amie Kaufman / Meagan Spooner (RE)
Weihnachtlicher Dekospaß, Pia Pedevilla (RE)

Christiane:
Maigret & Co. - Meisterhafte Fälle, Hörspiel, Georges Simenon (RE)
Niemand sieht mich kommen, Lisa Scottoline (GW)
Die Nacht in dir, Christa Bernuth (RE)
Pala 02. Das Geheimnis der Insel, Marcel van Driel (GW)
Kalle und Kasimir. Der geheimnisvolle Nachbar, Mirjam Müntefering (GW)
Leons Erbe, Michael Theißen (RE)