Samstag, 21. Januar 2017

[REZENSION] Vegan for Fit. Gipfelstürmer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Vegan for Fit. Gipfelstürmer
Autor: Attila Hildmann
Übersetzer: -/-
Verlag: Becker Joest Volk Verlag
Reihe: Vegan for Fit
Ausführung: Hardcover, 160 Seiten



Autor:
Attila Hildmann ist Autodidakt, angehender Physiker und auf ungewöhnlichem Wege zur veganen Küche gekommen. Als sein Vater 2000 einen Herzinfarkt erlitt, begann er, sich intensiv mit dem Thema „gesunde Ernährung“ zu beschäftigen. Er entschied sich für den kompletten Verzicht auf tierische Produkte in seiner Nahrung und eine vegane Lebensweise. Der Mangel an ideenreichen Rezepten und Kochbüchern ließ ihn kreativ werden, er brachte sich selbst das Kochen bei und dachte sich neue Gerichte aus. Durch die Umstellung zur veganen Kost in Kombination mit Sport verlor er 35 Kilo Übergewicht und seine medizinischen Werte verbesserten sich eindrucksvoll. Er war begeistert.
Seine lockere Art, seine Einstellung zu gesunder Ernährung und klimafreundlichem Kochen kombiniert mit Sport trifft den Zeitgeist. Ob 8-Pack, Ironman oder „Vegan for Fit-Challenge“ – Sportbegeisterte kommen genauso auf ihre Kosten wie Kochfans. Schon lange ist Attila auch im TV gern gesehener Gast. Ob im TV oder in Lifestyle-Magazinen, das Thema Veganismus ist derzeit in allen Medien präsent und Attila Hildmann wird zu Recht als der Star der veganen Küche bezeichnet.


VEGAN FOR FIT. GIPFELSTÜRMER

Mit seinem neuesten Coup verspricht Vegan for Fit „Guru“ Attila Hildmann eine 7-Tage-Detox-Diät, die einem vollkommen anderen Ansatz unterliegt als andere Diäten dieser Art. Da seit langem bekannt ist, dass jeder Mensch individuelle Bedürfnisse hat, wird dies nun auch im Bereich der Ernährung berücksichtigt. Ergänzt wird das Buch somit durch einen Internetrechner, der aus diversen Grundlagen (Größe, Alter, Gewicht, Beruf...) optimale Bedarfsmengen und sogar automatische Einkaufslisten erstellt. Entsprechend liegt hier nicht das weit verbreitete und bekannte Detox-Konzept zugrunde. Vielmehr wird darauf geachtet, dass der Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält und auch der Stoffwechsel nicht herunterfährt. Wie gewohnt wird zudem viel Wert auf unbelastete Produkte gelegt, um Übersäuerung auszugleichen und den Darm zu sanieren.

In ersten Schritten werden Informationen zum Detoxen im Allgemeinen, aber auch dieser vorliegenden Variante im Speziellen gegeben. Hinzu kommen Erfahrungsberichte und faktische Ergebnisse der Testphase des Programms, bevor es endlich an die eigenen Vorbereitungen und Rezepte geht.

Die Tage sind essenstechnisch straff durchgeplant, schließlich bleibt nur eine Woche Zeit. Für morgens, mittags und abends gibt es je zwei Menüvarianten zur Auswahl, so kann man nach Lust und Laune auswählen worauf man gerade mehr Appetit hat. Dabei fällt sofort auf, dass sämtliche Gerichte keiner allzu langen Zubereitungszeit bedürfen, was natürlich jedem entgegenkommt. Die Rezepte sind abwechslungsreich und lassen einem schon beim reinen Betrachten das Wasser im Mund zusammenlaufen. Mann und möchte sich eigentlich gar nicht entscheiden was nun am besten schmeckt. Dabei merkt man zudem gar nicht, dass tierische Produkte „fehlen“.

Zusätzlich gibt es noch ein paar kurze Anleitungen zum „richtigen“ Trinken und meditieren, sowie ein kleines Workout. Alles in allem also eine rundum gute Sache. Man sollte allerdings für sich selbst entscheiden, ob man diese Woche neben dem Arbeitsmodus durchführt oder lieber während einer Ruhephase beziehungsweise des Urlaubs. Egal welche Variante man wählt, Fakt ist, dass es zwar nie eine Garantie auf Erfolgt gibt, aber wer nicht wagt...

Freitag, 20. Januar 2017

[REZENSION] Das Tesla-Beben

Redakteur: Christiane Demuth (05.01.2017)

Titel: Das Tesla-Beben (OT: The Tesla Threat)
Autor: Andy Deemer
Übersetzer: Ann Lecker
Verlag: Aladin
Reihe: Stormglass 2
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Broschur, 304 Seiten



Autor:
Andy Deemer produzierte hauptsächlich Fast-Food-Horrorfilme, bevor er gemeinsam mit Tim Pratt seinen ersten Roman schrieb und gleichzeitig ein Online-Game zum Buch entwickelte. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Peking und Bangalore lebt und arbeitet er heute in Los Angeles.


DAS TESLA-BEBEN

Jake darf gemeinsam mit seiner Klasse eine Auktion besuchen, bei der der lange verschollen geglaubte Überseekoffer des Erfinders Nikola Tesla versteigert werden soll. Niemand glaubt so recht, dass ein einfacher Koffer für so viel Interesse sorgen kann. Doch dann überschlagen sich die Angebote und die Ereignisse. Plötzlich geht das Licht aus, der Kofferinhalt verschwindet und Jake setzt dem Dieb intuitiv nach. Dabei sollte er sich eigentlich unauffällig verhalten, zu viele Verstöße könnten ihm das Genick brechen. Zwei Fragen allerdings geistern unaufhörlich durch Jakes Unterbewusstsein: Befand sich in dem Koffer tatsächlich Teslas berüchtigte wie gefährliche Erdbebenkanone? Und was hat Popstar und Teenieschwarm Tof Flintoff mit der Sache zu tun?

„Geben Sie ihm den Koffer“, sagte er, während er leicht den Kopf schüttelte. „Ich will ihn nicht mehr.“
„Nun ja“, erwiderte der Auktionator in arrogantem Tonfall, „wenn es keine weiteren Gebote gibt, muss ich sagen: Zum ersten … zum zweiten …“
Aber bevor der Auktionator den Satz beenden konnte, gingen die Lichter aus, der Raum versank in völliger Dunkelheit und eine Frau schrie auf. (S. 68)

Ein neuer Stormglass-Band, ein neuer Auftrag für Jake, Lizzie und Filby. Da aber vor allem Jakes Ausbildung noch nicht so weit fortgeschritten ist, werden dem Trio einige erfahrene Agenten zur Seite gestellt. Ob es ihnen jedoch gemeinsam gelingen wird den Dieb zu stellen bleib abzuwarten, dieser ist nämlich gewitzter als gedacht. Überhaupt stellen sich im Verlauf zahlreiche Fragen. 'Welches Geheimnis verbirgt beispielsweise Jakes Lehrer?', ist nur eine davon. In diesem Falle wartet das Buch mit einem echten Cliffhanger auf, der auf mindestens einen weiteren Band hoffen lässt.

Trotz dessen, dass es sich bei den Hauptprotagonisten um Jungagenten handelt, müssen sie sich bereit mit Gegnern duellieren,die bereit sind Menschenleben zu opfern, um an ihren Vorteil zu gelangen. Es ist ein wahrhaftiges Hin und Her, so dass man kaum in der Lage ist eine definitive Prognose ob des Ausgangs abzugeben. Denn es geht um so viel mehr als das nackte Überleben. Zahlreiche Aspekte müssen bedacht werden, doch der Verlauf des Geschehens ist weitestgehend unvorhersehbar. Spannung ist durchweg vorhanden, auch wenn sie zeitweise zu stagnieren scheint. Es braut sich etwas zusammen, von dem man das gesamte Ausmaß nicht einmal erahnt hätte.

Jake wird zu einem immer wichtigeren Bestandteil von Stormglass, so dass man sich unweigerlich fragt, ob seine Eltern irgendwann Verdacht schöpfen oder gar eingeweiht werden. Da es sich allerdings gerade einmal um den zweiten Auftrag handelt, wird doch sicherlich noch genug Zeit für weitere Missionen bleiben … Oder?


Reiheninfo:
Band 1: Angriff der Killerbienen



Redakteur: Anette Leister

Nach dem "Angriff der Killerbienen" hält das "Tesla-Beben" für Jake den zweiten Einsatz als Stormglass-Agent bereit. Zu Beginn lernt der Leser Jake in seinem normalen Umfeld etwas besser kennen. Wir begleiten ihn in seinem Schulalltag, wo es für ihn immer schwieriger wird sein Doppelleben als normaler Teenager und Agent geheim zu halten. Seine Agententätigkeit führt dazu, dass er in der Schule einige Strafen aufgehalst bekommt, wer glaubt denn schon, dass ein normaler Schüler einen Lehrer beim Lügen entlarven oder Schlösser knacken kann? Wie soll man so etwas im Alltag erlernen ohne kriminelle Hintergedanken zu haben? Das dicke Ende kommt für Jake dann bei einer Versteigerung, bei der ein alter Koffer des Erfinders Tesla unter den Hammer kommt: der Koffer wird entwendet, Jake verfolgt den Dieb und wird dabei selbst von Sicherheitskräften gestellt und der Tat beschuldigt! Dafür soll Jake nun in eine Erziehungsanstalt. Zum Glück kann Stormglass dies unter Einsatz seiner beiden Freunde Filby und Lizzie abwenden und die drei begeben sich nun auf Mission den wahren Täter zu stellen und den Inhalt des Koffers wieder zu finden, bei dem es sich unter anderem um eine gefährliche Erdbebenkanone handelt. Ob es den drei gelingen wird den Täter aufzuspüren und die Welt zu retten?

"Angriff der Killerbienen" hatte mich in einigen Punkten enttäuscht, auch das "Tesla-Beben" konnte nicht voll bei mir punkten, dafür verschenkt der Autor zum wiederholten Mal Potential bei dem an sich grandios erdachten Fall. Immerhin schafft er es jedoch seine Protagonisten dem Leser näherzubringen, unter anderem deshalb, weil man Jake diesesmal länger in seinem alltäglichen Umfeld begleitet und dort auch seine Eltern besser kennenlernt.

Am Ende gibt es wie schon beim Auftaktband einige Wendungen, die offenbaren, dass nicht jede Figur in der Geschichte das darstellt, was sie zu sein vorgibt. Allein um dieses Geheimnis zu lüften, werde ich wohl auch zum dritten Abenteuer von Jake und seinen Freunden greifen, auch wenn die ersten beiden Fälle mich nicht in allen Punkten überzeugen konnten.

Donnerstag, 19. Januar 2017

[REZENSION] Widerfahrnis (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Widerfahrnis
Autor: Bodo Kirchhoff
Sprecher: Frank Arnold
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 365 Minuten, 5 CDs



Autor:
Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt und arbeitet in Deutschland und am Gardasee in Italien. Das Spektrum des vielseitigen Autors umfaßt Romane, Erzählungen und Drehbücher. Zu seinen großen literarischen Erfolgen zählen Infanta, Parlando und Wo das Meer beginnt. Für Die kleine Garbo stand Kirchhoff erstmals zusammen mit seiner Tochter Sophia hinterm Mikrofon.

Sprecher:
Frank Arnold, Schauspieler und Rundfunksprecher, wurde in Berlin geboren. Er spricht seit vielen Jahren für die Kultursendungen ASPEKTE, ARTOUR und TTT und ist in hunderten Dokumentarfilmen als Offstimme zu hören. In seiner Tätigkeit als Sprecher beim internationalen Kulturfestival Berlin hatte er zahlreiche Lesungen mit Nobelpreisträgern und internationalen Spitzenautoren. Zu seinen bekanntesten und besten Hörbuchproduktionen zählen u. a. Ilija Trojanows Der Weltensammler, Der Doktor und das liebe Vieh von james Herriot, Ein Ehepar erzählt einen Witz von Kurt Tucholsky und Pater James' Stirb ewig.


WIDERFAHRNIS

Wie stark eine zufällige Begegnung zweier Menschen das Leben ebenjener verändern und beeinflussen kann, erfahren Reither und Leonie als sie unvermittelt gen Süden aufbrechen. Nie zuvor hatten sie miteinander zu tun und doch gibt es diese Anziehungskraft zwischen ihnen, ähnliche Träume und Wünsche eingeschlossen. Während ihrer Fahrt treffen sie auf ein junges Märchen, das, wie es scheint, weder ihre Sprache spricht noch ein Dach über dem Kopf besitzt. Die Reisenden bringen es nicht übers Herz sie sich selbst zu überlassen und so fahren sie zu dritt weiter. Was, wenn das alles vielleicht doch kein Zufall ist?

Diese Menschen, die sich aufmachen, einfach aus gewohnten Mustern auszubrechen versuchen, und die der Hörer im Verlauf des Geschehens immer besser kennenlernt, könnten auch ganz andere sein. In einigen Ansichten und Eigenschaften wird man vermutlich sogar sich selbst erkennen, warum als nicht gleich ebenfalls auf Reisen gehen, nach Italien oder wo immer das Herz sich hin sehnt.

Melancholisch, wortgewandt und extrem nah an der Wirklichkeit hat Bodo Kirchhoff ein Werk erschaffen, das den Hörer gefangen nimmt und nachdenklich stimmt. Fragen werden laut, das eigene Leben, Denken, Handeln betreffend, aber auch weitgreifender, tiefgründiger und existentieller. Interessanterweise sind es dabei vielmehr die kleinen Anstöße, die die Erzählung alleine durch ihren Klang ausübt als der Inhalt selbst. Dieser ist natürlich keineswegs unwichtig oder gar gänzlich austauschbar, und doch erwischt man sich immer wieder dabei den eigenen Gedanken nachzuhängen als den Verlauf der Reise konzentriert zu verfolgen.

Frank Arnold gibt dem Ganzen eine Stimme und spürt der gegebenen Atmosphäre auf seine ganz eigene Art nach. Gleichzeitig überträgt er die Stimmung auf den Hörer, der sich einbettet in zwarte Töne ebenso wie harte Aussagen, die nicht wieder zurückgenommen werden können. Eine absolute Topleistung des Sprechers, dessen Interpretation des Geschehens keinen Grund zum Klagen gibt.

Im Nachhinein hat man das Gefühl, dass es gar nicht so sehr auf das 'Was' in der Geschichte ankommt, sondern eher auf das 'Wie'. Und ganz besonders darauf was man selbst beim Hören spürt.


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

     BUCH  

Mittwoch, 18. Januar 2017

[REZENSION] Elefant

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Elefant
Autor: Martin Suter
Übersetzer: -/-
Verlag: Diogenes
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten



Autor:
Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied. Seine Romane – zuletzt erschien ›Montecristo‹ – und ›Business Class‹-Geschichten sowie seine ›Allmen‹- Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.


ELEFANT

Als der Obdachlose Schoch einen kleinen, rosa leuchtenden, Elefanten in der Höhle, die er als Schlafplatz nutzt, entdeckt, glaubt er zunächst an eine Halluzination. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Tier echt ist. Schoch bringt es nicht übers Herz den kleinen Kerl sich selbst zu überlassen und beginnt sich um ihn beziehungsweise sie zu kümmern. Dass er dabei Hilfe benötigt wird beinahe ebenso schnell klar wie dass es Menschen gibt, die nach diesem Elefanten suchen. Denn es handelt sich um ein Forschungsprojekt, das den Wissenschaftlern entwendet wurde. Schoch ahnt, dass von den Suchenden eine Gefahr ausgeht und beginnt ein Versteckspiel, dass nicht nur ihn an seine Grenzen bringt...

Als Leser ist man zu Beginn ebenso unsicher wie Schoch, ob es sich bei dem kleinen Elefanten tatsächlich um ein lebendiges Wesen handelt, zu unwirklich scheint die Vorstellung eines solchen Projekts. Doch nach und nach wird man über Hintergründe und Umstände aufgeklärt, die mehr geben als rein faktische Informationen. Dabei geht Martin Suter nicht immer chronologisch vor, er springt zwischen Vergangenheit und Zukunft um einerseits die Spannung aufrecht zu erhalten und andererseits den Leser mit Erkenntnissen zu füttern, die erst zusammen ein großes Gesamtbild ergeben und das Ausmaß des Geschehens deutlich machen. Glücklicherweise erhält man jedes Mal Datumsangaben, sonst wäre man ob der Einordnung der Ereignisse manches Mal heillos verloren. Verwirrend ist die Geschichte vor allem zu Beginn dennoch, man findet sich aber recht schnell ein.

Gleichzeitig ergibt sich für den Autor somit auch die Möglichkeit langwierige Passagen zu vermeiden. So wird beispielsweise ein Zeitraum von mehreren Monaten angegeben, die, einer Nacherzählung gleich, mit kurzen, knackigen Informationen bestückt sind, was sich innerhalb dieser Zeitspanne ereignet hat. Dadurch hat der Leser nicht das Gefühl etwas zu verpassen, zugleich tritt keine Langeweile auf.

Im Verlauf der Geschichte wird man immer neugieriger darauf was es mit dem Elefanten nun auf sich hat. Zugleich hofft man, dass er nicht (erneut) den falschen Personen in die Hände fällt. Gebannt verfolgt der Leser das Geschehen in der Hoffnung auf ein gutes Ende. Doch ist es alles andere als vorhersehbar was passieren wird, zu viele Komponenten müssen bedacht, zu viele Variablen eingerechnet werden. Ein wundervoller, spannender Roman, der Magie verströmt und den Zauber der Natur sichtbar macht.


Weitere erhältliche Ausgaben:

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HÖRBUCH

Dienstag, 17. Januar 2017

[REZENSION] Der Keller

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Keller
Autor: Christoph Zachariae
Illustrator: Colin M. Winkler
Übersetzer: -/-
Verlag: Lucid Dreams
Reihe: Ödland 1
Ausführung: Taschenbuch, 240 Seiten



Autor:
Christoph Zachariae wird 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Vom Vater übernimmt er die Begeisterung für Technik und Raumfahrt, von der Mutter die für Kunst und Museen.
Im Alter von 12 Jahren schreibt er die erste Kurzgeschichte. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. Aus eigenen Drehbüchern entstehen Kurzfilme, die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab.
Seine Leidenschaft gehört der Fantastik in allen Schattierungen und Genres.
Seit 2002 lebt und arbeitet er in Berlin. Hier entstehen u.a. die Hörbücher für die mehrfach preisgekrönte Thriller-Serie DARKSIDE PARK.


DER KELLER

Es war vorherzusehen, dass die Zivilisation irgendwann zusammenbrechen wird. Dennoch gibt es Überlebende, die weiterhin an ihrer Hoffnung festhalten, sich in Enklaven zusammengefunden und zurückgezogen haben. Die Gemeinschaft, in der die 19-jährige Mega aufgewachsen ist, bewohnt einen Keller unter der Universität und versucht seit geraumer Zeit Kontakt zu anderen Enklaven aufzunehmen. Doch Söldnerbanden, die durch das Ödland ziehen, sind Gegner, an denen jeder Versuch bisher scheiterte. Mega ist nun die letzte Hoffnung der Gemeinschaft. Alle Augen sind auf sie gerichtet, als sie ihre Mission antritt und sich ins Ödland wagt...

Plötzlich und unvermittelt begann Tito zu zischen wie ein bösartiges Reptil. Und dieses Zischen war weit wirkungsvoller, als es jedes Brüllen hätte sein können:
„Hör auf, mich zu verarschen, du verfluchtes Stück Scheiße. Ich will wissen, woher du sie kennst. Ich halt dich so lange am Leben, bis ich es weiß. Hast du verstanden?“ (S. 28)

Einerseits erscheint ein kompletter Zusammenbruch der Zivilisation, wie wir sie kennen, unmöglich. Andererseits muss man mit Erschrecken feststellen, dass man nur sämtliche Komponenten in Betracht ziehen muss, schon ist ein solches Szenario keine Lichtjahre mehr entfernt. Sofort wirkt die dystopische Darstellung des Ödlands authentischer als zu Beginn, als man noch nicht so richtig wusste was man von dem Ganzen halten sollte.

Schnell ist man in der Geschichte gefangen und von Mega eingenommen, die eine weitaus größere Rolle zu spielen scheint als zunächst gedacht. Da es sich bei „Der Keller“ um den Auftakt-Band handelt, wird es allerdings noch einiges zu entdecken geben, nicht nur die Charaktere betreffend. Man kann nie sicher sein, dass eine Figur wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein, dafür haben alle bereits zu viel Schreckliches erlebt und extreme Situationen durchgestanden. Natürlich ist der ein oder andere dennoch eher zu durchschauen, mit Sympathiebekundungen hält man sich jedoch lieber noch zurück, bis man mehr erfahren hat.

Christoph Zachariae zeichnet ein Bild der zukünftigen Welt, die düsterer nicht sein könnte. Nun darf man aber nicht den Fehler begehen zu glauben, dass sämtliche Ereignisse negativ behaftet sind. Sicherlich bleibt unterschwellig eine bedrückende Stimmung, das Geschehen als solches strahlt jedoch in weiten Teilen eine gewisse Zuversicht und positive Atmosphäre aus. Spannungsgeladen und actionreich gestalten sich die Erlebnisse der Überlebenden, die partout nicht bereit sind die Hoffnung aufzugeben. Gemeinsam mit Mega begibt sich der Leser also auf eine Reise ins Unbekannte, das so einige Überraschungen bereit hält.

Ein gelungener Auftakt mit einem Cliffhanger am Ende, der gar nichts anderes zulässt als direkt weiter zu lesen.


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK