Sonntag, 25. Januar 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW4


Im Briefkasten

Anette:
Eleanor & Park, Rainbow Rowell (RE)
Wildwood 3: Der verzauberte Prinz, Colin Meloy (RE)

Christiane:
Der Himmel über dem Bösen, Phil Rickman (GK)
Der Turm der Seelen, Phil Rickman (GK)
Merci, Udo!, Paul Sahner (RE)
Pekunaria, David Pawn (GW)
Mord in Serie 16, Hörspiel (RE)
Gespenster-Krimi 01, Hörspiel (RE)
Gespenster-Krimi 02, Hörspiel (RE)



Rund um die "Katze mit Buch"

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
- 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte (Karolin Kolbe, mit Autorenbegleitung)
- Devil's River (Thomas Thiemeyer, mit Autorenbegleitung)
- Unland (Antje Wagner, mit Autorenbegleitung)
- Marias letzter Tag (Alexandra Kui, mit Autorenbegleitung)

* BGR 2015:
cbj/cbt:
- Ava Dellaira - Love Letters to the Dead (3 Ex., ET 16. Februar): ab 26.01.
- Susan Juby - Der Tag, als wir begannen die Wahrheit zu sagen (3 Ex., ET 20. April): ab 30.03.
Loewe:
- Mechthild Gläser - Die Buchspringer (3 Ex., ET 16. Februar): ab 26.01.
- Franziska Moll - Egal wohin (3 Ex., ET 09. März): ab 16.02.
- Maggie Stiefvater - Schimmert die Nacht (3 Ex., ET 09. März): ab 16.02.

[REZENSION] Verbotene Sünden

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Verbotene Sünden
Autor: Helen B. Kraft
Übersetzer: -/-
Verlag: Romance Edition
Reihe: Victorian Secrets 1
Ausführung: Taschenbuch, 328 Seiten



Autor:
1979 geboren und aufgewachsen in der Brüder-Grimm-Stadt Hanau, war Helen B. Kraft schon von Kindesbeinen an von der Macht des Wortes fasziniert. Bereits in frühen Jahren begann sie, eigene Geschichten und Figuren zu entwickeln, bis sie im Laufe der Zeit im Genre der romantischen Fantasy ein Zuhause fand. Unterstützt durch ihren Mann, der ihr stets den Rücken frei hält, lebt Helen noch immer in Hanau, wo sie stets auf der Suche nach neuen Ideen ist. Ihr Debüt feierte die Autorin 2012 mit ihrem Roman “Höllenjob für einen Dämon”, erschienen beim Machandel Verlag Haselünne.


VERBOTENE SÜNDEN

Eine brutale Mordserie erschüttert London, niemand traut sich nachts mehr allein auf die Straße. Wer ist der „Schlächter“, wie er von der Presse betitelt wird? Das herauszufinden hat höchste Priorität. Inspector Shawn Whiting ist sicher, dass Sir Ian Connery der Täter ist, doch fehlen ihm handfeste Beweise. Diese soll Traumgängerin Emma St. Claire liefern, denn Träume lügen niemals. Wird sie das Geheimnis des Lords lüften, bevor ihre Gefühle sie zu übermannen drohen?

Ian schenkte Emma ein Lächeln, das ihr für einen Augenblick den Atem raubte. In Kombination mit seiner Körperwärme und seinem herben Duft gelang es ihm, ihre Knie weich werden zu lassen.
„Sie wollen also immer noch mit mir schlafen?“
Seine Doppeldeutigkeit trieb ihr die Schamesröte auf die Wangen. Empört drehte sie sich zu Seite, damit er verstand, dass sie keine Dirne war. (S. 76)

Bereits das Cover lässt eine Mischung aus Romantik, Steampunk und fantastischen Elementen vermuten, weshalb man mit ebenjenen Erwartungen an die Lektüre herangeht und gespannt auf die Umsetzung der Thematik ist.
Ende des 19. Jahrhunderts erschüttert eine mehr als brutale Mordserie London, deren Aufklärung von höchster Notwendigkeit ist, um die Bevölkerung wieder in Sicherheit zu wissen. Scotland Yard hat ungewöhnlichere Methoden als heutzutage, die aber nicht minder interessant sind oder gar weniger zur Aufklärung beitragen können.

Der zwischenmenschliche Aspekt der Figuren Lord Connery und Emma St. Claire war sicherlich vorhersehbar, doch was genau sie tatsächlich verbindet und inwiefern sich die einzelnen Ereignisse ergeben würden, konnte man zu Beginn wahrlich noch nicht ergründen. Entsprechend überraschend gestaltet sich manch eine Situation, wodurch der Leser einmal mehr ans Geschehen gefesselt wird. Überhaupt tragen sowohl der flüssige Schreibstil wie auch die Mischung der inhaltlichen Elemente dazu bei, dass man völlig in den Bann gezogen wird und unbedingt wissen muss, wie es weiter geht.

Der Schluss ist, wie auch der übrige Teil des Buches, mit Spannung durchzogen, wobei sich einzelne Passagen allerdings ein wenig ziehen. Hier hätte eine Straffung möglicherweise dazu beitragen können, den Spannungsbogen noch einmal mehr auszureizen. Nichtsdestotrotz lässt man sich von der angespannten Atmosphäre anstecken und kommt erst wieder zu Atem, wenn die Gefahr gebannt scheint...

Samstag, 24. Januar 2015

[REZENSION] Straße des Grauens (Hörspiel)

Redakteur: Yvonne Müller

Titel: Straße des Grauens
Autor: Kari Erlhoff
Sprecher: Erzähler: Thomas Fritsch
Verlag: Europa
Reihe: Die drei ??? 170
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahre
Ausführung: Hörspiel, 1 CD



Autor:
Kari Erlhoff (*26. September 1979 als Kari Ehrhardt in Hamburg) ist freie Autorin, Texterin und Onlineredakteurin. Seit 2008 schreibt sie für die Drei-Fragezeichen-Serie.

Sprecher:
Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich, Karin Lieneweg, Wolfgang Draeger, Michael Lott, Manou Lubowski, Gosta Liptow, Henry König, Konstanze Ullmer, Oliver Böttcher, Peter Lakenmacher, Christian Senger, Robin Bosch, Brigitte Böttrich, Dorothea Lott, Marco Spina, Tilman Madaus, Maria Baptista


STRASSE DES GRAUENS

Justus, Peter und Bob, die drei Detektive erhalten einen Anruf von einem Unbekannten. Dieser behauptet er habe Ex-Kommissars Samuel Reynolds entführt zu haben und nun möchte er ein Spiel spielen, in welchem die drei Jungs die Chance haben, Reynolds wieder lebend zurück zu bekommen. Doch das Spiel hat so seine Regeln und eine davon ist, das niemand weiteres über dieses Spiel informiert werden darf.
Und so machen die Justus, Peter und Bob an die Arbeit, um ihren Freund zu retten und die Spur führt die drei zu Straße des Grauens....

„Die drei ??? Straße des Grauens“ ist eine Story von Autorin Kari Erlhoff und dehnt diesmal ein wenig die Grenzen der sonst gewohnten Detektivarbeit der drei Jungen aus. Nicht jeder Zuhörer wird damit glücklich sein. Und auch mir hat nicht gefallen, das Justus seinen Sinn für Recht und Ordnung so gestaltet, wie er es für richtig hält.
So wirkt die Geschichte recht überzogen und nicht klassisch, wie man es gewohnt ist.

Die meisten Sprecher im Hörspiel sind bekannt und sie geben ihr Bestes, doch auch sie können die Story nicht retten. Die Handlung an sich ist nicht langweilig, nur das übertriebene agieren der drei Jungs ist nicht nachvollziehbar und dadurch bekommt das ganze Hörspiel einen faden Beigeschmack.

Alle Sounds und Effekte sind wieder passend in die Atmosphäre eingebaut und untermalen den Handlungsverlauf.

„Die drei ??? Straße des Grauen“ erfüllt leider nicht die Erwartungen.

[REZENSION] Halb drei bei den Elefanten


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Halb drei bei den Elefanten
Autor: Kyra Groh
Übersetzer: -/-
Verlag: blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 480 Seiten



Autor:
Kyra Groh, geboren 1990, lebt in Seligenstadt und hat in Gießen Geschichte und Fachjournalistik studiert. Zur Zeit arbeitet sie als Werbetexterin.


HALB DREI BEI DEN ELEFANTEN

Unterschiedlicher als Max und Jo könnten Zwillingsschwestern nicht sein. Jo braucht nur mit dem Finger zu schnipsen und bekommt alles und jeden. Max dagegen ist schon lange in ihren besten Freund verliebt, der das gar nicht zu bemerken scheint. Kein Wunder, könnte man sie auf Grund ihres Verhaltens auch eher für einen Jungen halten. Als sie eines Tages im Opel-Zoo Moritz kennenlernt, scheint sich alles zu verändern. Er sieht hinter die Fassade, die Max seit Jahren aufgebaut hat. Doch welches Geheimnis steckt hinter dem charmanten jungen Mann, der wahnsinnig tolle Photos schießt und doch nur als Fahrradkurier arbeitet...

Ob er doch ein Stalker ist? Nein, Max, ruhig! Sieh nicht in allem das Schlechteste. Hätte er es nicht getan, dann hätte er das Handy nicht gefunden und dich nicht erreichen können. Wäre das nicht eingetreten, hättest du der absolut unerträglichen Bibliothekarin erklären müssen, wohin die Chronik über Otto III. Verschwunden ist. (S. 40)

Max könnte eigentlich recht zufrieden sein mit ihren Leben. Zumindest wäre man selber dies wohl, wenn man mit seiner Schwester ein riesiges Loft, von Papa finanziert, bewohnen würde, die Uni besuchen und mit Freunden Party machen könnte, wann immer man Lust hat. Sicherlich sind ihre Gegenargumente einleuchtend: Eine Mutter, die mit ihrem jungen Liebhaber durchbrennt und ein bester Freund, der einen als Kumpel betrachtet, aber nicht die weibliche Seite erkennt. Dennoch hat man so manches Mal das Gefühl, dass Max, die diese Geschichte aus ihrer ganz persönlichen Perspektive erzählt, ein wenig übertreibt und eine zu negative Einstellung an den Tag legt. Da geht man voll und ganz mit ihrer Zwillingsschwester Jo konform, indem man denkt, dass eine positivere Grundeinstellung auch zu positiveren Ereignissen führt und man einfach mal das Glück selbst in die Hand nehmen muss. Aber das wird Max schon ganz von selbst erfahren...

Mit viel Humor wird dem Leser hier eine Geschichte dargeboten, die mit Sicherheit einige vorhersehbare Aspekte aufzuweisen hat, auf die man aber wiederum auch unbedingt gewartet hat. Wäre diese plötzlich nicht eingetreten, wäre man vermutlich irritiert. Entsprechend erhält man genau das, was man auch erwartet: einen humorvollen, charmanten Roman, mit romantischen Elementen, aber auch ernsten Zeilen, die durchaus zum Nachdenken anregen.

Trotz aller Vorhersehbarkeit gibt es aber dennoch einen Aspekt, der sich durch das gesamte Geschehen zieht, bei dem man sich überhaupt nicht sicher ist, wie er sich nun entwickeln wird. Die Antwort darauf gibt es, wie es sich gehört, auch erst ganz am Schluss.
Nach „Pinguine lieben nur einmal“ kann Kyra Groh mit „Halb drei bei den Elefanten“ ihren zweiten Roman vorweisen, der den Leser glücklich macht und ihm einige unterhaltsame Stunden bietet. Ob klischeehaft oder nicht, darüber lässt sich streiten, nicht aber über das Lachen, das dem Leser Muskelkater im Gesicht beschert.

Freitag, 23. Januar 2015

[REZENSION] Die Sache mit dem Glück

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Sache mit dem Glück (OT: The good luck of right now)
Autor: Matthew Quick
Übersetzer: Ulrike Wasel / Klaus Timmermann
Verlag: Kindler
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten



Autor:
Matthew Quick wurde 1973 in Oaklyn, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik, arbeitete als Englischlehrer, schmiss seinen Job und reiste anschließend lange durch Südamerika und Afrika. Die Verfilmung seines Debüts „Silver Linings“ gewann einen Golden Globe und den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin. Auch die Filmrechte an seinem neuen Roman „Die Sache mit dem Glück“ wurden bereits verkauft. Matthew Quick lebt mit seiner Frau in Holden, Massachusetts.


DIE SACHE MIT DEM GLÜCK

Mit Ende dreißig kennt Bartholomew es nicht anders, als dass seine Mutter immer bei ihm gewesen ist, er nicht arbeiten musste und auch ansonsten seinen Tag gestalten konnte wie er wollte. Als sie stirbt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt, doch glücklicherweise muss er nicht alleine klar kommen. Father McNamee ist für ihn da, zieht sogar bei ihm ein, und auch eine Trauerbegleiterin wird ihm zur Seite gestellt. Dennoch muss Bartholomew sich endlich mit seinem Leben auseinander setzen, es kann nicht immer so weiter gehen wie bisher. Bei seinem Neuanfang soll ihm Richard Gere helfen, denn Bartholomew ist sicher, der Brief des Schauspielers, den er in der Schublade seiner Mutter gefunden hat ist ein Zeichen...

Max bestellte noch zwei Bier, weil er sein zweites ausgetrunken hatte.
Ich hatte gerade mal die Hälfte von meinem ersten geschafft, deshalb standen kurz darauf zweieinhalb große Gläser Guiness auf meiner Seite des Tisches. (S. 206)

Vielleicht hat der ein oder andere Leser in jüngeren Jahren auch schonmal einem Star einen Brief geschrieben oder zumindest drüber nachgedacht. Aber wenn man ehrlich ist, eine Antwort hat wohl niemand je erwartet. So ist auch hier bereits von Anfang an klar, dass es wohl bei einer einseitigen Sache bleiben wird. Der Einstieg fällt ein wenig schwerer, wenn man bisher noch keinen Roman in einer solchen Briefform gelesen hat, vor allem, wenn es keine Antworten gibt. Doch man gewöhnt sich relativ schnell daran, was vermutlich auch daran liegen mag, dass die Briefe sich relativ lang gestalten und eher einer mündlichen Erzählung ähneln, wodurch man sich beinahe persönlich angesprochen fühlen könnte, würde Bartholomew nicht immer mal wieder Richard Gere mit seinem Namen anreden.

Bartholomew ist ein spezieller Mensch, auch das wird von Anfang an deutlich. Scheint er zunächst ein wenig zurückgeblieben oder auch naiv zu sein, so spürt man aber doch, dass man es hier mit einem sehr intelligenten Menschen zu tun hat. Im Laufe des Geschehens vollzieht sich eine Wandlung, innerlich wie äußerlich. Zwar nicht um hundertachtzig Grad, wie es häufig so schön dargestellt wird, aber doch sichtbar.

Als Leser begleitet man die Hauptperson während der Trauerphase, aber auch Vergangenes wird thematisiert, so dass man auch diese Ereignisse einzuordnen weiß und manches Verhalten besser nachvollziehen kann. Allerdings muss man sich voll und ganz auf die Darstellung Bartholomews verlassen, denn er allein hat es in der Hand, ob er die Wahrheit sagt, ob er etwas verschweigt oder ausschmückt. Sicherlich gibt es hin und wieder Passagen, an denen man das Gefühl hat, dass hier etwas nicht stimmt, aber einen tatsächlichen Beweis gibt es nicht. Entsprechend bleibt jedem selbst überlassen was er glaubt und was nicht und was dies schlussendlich für den Gesamteindruck bedeutet.

Manches geschieht vorhersehbar, anderes wieder gänzlich unerwartet, hier liegt eine gute Mischung zugrunde. Das Ende ist absolut stimmig, wenn auch nicht unbedingt überraschend. Alles in allem lernt man durch „Die Sache mit dem Glück“ nicht nur Bartholomew kennen, sondern beschäftigt sich auch mit Dingen, an die man möglicherweise schon länger keinen Gedanken verschwendet hat.