Mittwoch, 1. April 2015

[REZENSION] Steirerland

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Steirerland
Autor: Claudia Rossbacher
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: Sandra Mohr 5
Ausführung: Taschenbuch, 276 Seiten



Autor:
Claudia Rossbacher, geboren in Wien, zog es nach ihrem Tourismusmanagementstudium in die Modemetropolen der Welt, wo sie als Model im Scheinwerferlicht stand. Danach war sie Texterin, später Kreativdirektorin in internationalen Werbeagenturen. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin in Wien. In dieser Zeit entstanden unter anderem mehrere Kriminalromane und Kurzkrimis. Ihr erster Alpen-Krimi »Steirerblut« wurde von Wolfgang Murnberger für den ORF verfilmt. Die Folgebände konnten sich, wie schon Sandra Mohrs erster Fall, monatelang in den österreichischen Beststellerlisten behaupten. Der vierte Band »Steirerkreuz« wurde zudem mit dem österreichischen "Buchliebling 2014" ausgezeichnet.
Mehr zur Autorin: www.claudia-rossbacher.com


STEIRERLAND

Obwohl Sandra Mohr erst am nächsten Tag wieder offiziell ihren Dienst antritt, lässt sie sich von Chefinspektor Sascha Bergmann dazu überreden sich mit ihm in einem Waldstück nahe Straden zu treffen. Dort wurde eine Leiche gefunden, der beide Hände fehlten. Bald schon erfährt Sandra, dass der Fund nicht der erste dieser Art ist. Erst vor Kurzem wurden einem Opfer beide Beine abgetrennt. Da auch dieser Mord noch nicht aufgeklärt ist, liegt der Schluss nahe, dass es sich um einen Serientäter handelt. Wenn dem tatsächlich so sein sollte, müssen die Ermittler sich beeilen, es könnte jeden Tag der nächste Tote auftauchen...

„Und die Fußballer?“
„Die scheinen sauber zu sein. Von ihrem Mannschaftsarzt wussten sie nur Gutes zu berichten, keiner hat seine Homosexualität auch nur mit einem Sterbenswörtchen erwähnt. Christian Maric sind sie nie begegnet und kannten ihn auch sonst nicht. Weder von Facebook noch von anderen Kommunikationskanälen. […] Ist wohl eine Sackgasse“, brachte Sandra die spärlichen Erkenntnisse des Nachmittags auf den Punkt. (S. 161)

In „Steirerland“ ermittelt Sandra Mohr bereits in ihrem fünften Fall. Doch auch Neueinsteiger brauchen keinerlei Berührungsängste haben, denn man ist schnell mit den Figuren vertraut und erhält wichtige Informationen im Laufe des Geschehens. Natürlich kann nicht jedwedes Ereignis aus den vergangenen vier Fällen noch einmal thematisiert werden, doch sind die Einblicke ausreichend, um nicht auf verlorenem Posten zu stehen.

Egal ob man nun Vorkenntnisse besitzt oder nicht, ist man, kaum dass man mit dem Lesen begonnen hat, im Geschehen gefangen. Die vorherrschende Atmosphäre springt schnell über, so dass man sogleich versucht eigene Schlüsse zu ziehen, um den Täter zu entlarven, bevor die Ermittler dies schaffen. Dies erweist sich jedoch schwieriger als gedacht, denn der Fall mutet sehr sonderbar an. Eine klare Struktur oder ein eindeutiges Motiv sind ebenso wenig zu erkennen wie mutmaßliche Verdächtige. Von denen gibt es zwar immer mal wieder welche, doch die Indizien sind mehr als dünn, so dass eigentlich schon im Vorfeld klar ist, dass es sich um die falsche Spur handelt.

Mit jeder Seite steigt die Spannung an, mit jeder weiteren Sackgasse, in der man landet, wird der Ehrgeiz angestachelt. Es kann schließlich nicht sein, dass jemand in einem Dorf, in dem jeder jeden kennt, jemand ungesehen mordet und damit auch noch durchkommt. Einzig der Schluss kommt ziemlich plötzlich, so dass man zunächst etwas verwirrt ist. Sicherlich erscheint dies bei genauerer Betrachtung authentisch, denn auch real ziehen sich Ermittlungen zunächst und dann geht es auf einmal Schlag auf Schlag. Dennoch ist man als Leser möglicherweise nicht ganz so glücklich mit dieser Vorgehensweise und hätte sich die ein oder andere Seite mehr gewünscht.

Im Großen und Ganzen kann sich „Steirerland“ aber natürlich unbedingt sehen lassen, denn einige spannende Lesestunden sind garantiert.


Reiheninfo:
Band 1: Steirerblut
Band 2: Steirerherz
Band 3: Steirerkind
Band 4: Steirerkreuz

[REZENSION] Changers: Drew + Gewinnspiel

Redakteur: Anette Leister

Titel: Changers: Drew (OT: Changers: Drew)
Autor: Hannah Jayne
Übersetzer: Manuela Knetsch
Verlag: Kosmos
Reihe: Changers 1
empfohlenes Lesealter: ab 14 - 17 Jahre
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten



Autor:
T Cooper und Allison Glock-Cooper sind Autoren und Journalisten. Sie haben insgesamt sieben Bücher publiziert, zwei Kinder erzogen und sechs Hunde gerettet. Die Changers-Reihe ist ihre erste Zusammenarbeit im Printbereich. Sie leben in New York (USA).


CHANGERS: DREW

"Drew" ist der erste Band einer Tetralogie über Menschen, die in ihrer Jugendzeit insgesamt viermal die Identität wechseln, bevor sie sich für eine entscheiden müssen. Dabei können sie jedoch nicht diese wählen, als die sie die ersten vierzehn Jahre ihres Lebens aufgewachsen sind.
So ergeht es auch dem vierzehnjährigen Ethan, der am Morgen seines ersten Tags in der Highschool plötzlich als das Mädchen Drew erwacht. Vor diesem Wandel stand ein Umzug in den Schulferien weg aus New York aufs Land, andere Anzeichen gab es dafür ansonsten keine. So ist Ethan völlig überrumpelt, als seine Eltern ihm an diesem Morgen mit der Spezies der Changers konfrontieren, die unerkannt gegenüber dem Rest der Menschen, den sogenannten Konstanten, leben, und zu denen Ethan genau wie sein Vater gehört. Changers gehen immer aus einer Beziehung aus einem Changer und einer Konstanten hervor, in Ethans Fall ist sein Vater der Changer und seine Mutter die Konstante. Neben dieser Regel wird Ethan mit zahlreichen weiteren Regeln und Geboten konfrontiert, die in der sogenannten Changers Bibel festgehalten sind und er bekommt einen Advokat namens Tracy an die Seite gestellt, die ihn während seiner vier Jahre der Identitätswechsel begleiten wird.

Die beiden Autoren schildern authentisch und real das Gefühlleben eines Teenagers, ihnen kommt zugute, dass sie die Reihe als Paar ausgearbeitet haben, so kommen sowohl die männlichen als auch weiblichen Charaktere als sehr echt beim Lesen an.
Der Schreibstil ist sehr jugendlich und kurzweilig, die teilweise sehr knappen Kapitel führen des weiteren dazu, dass man schnell durch das Buch getrieben wird. Die Handlung ist aus der Ich-Perspektive von Ethan/Drew in der Gegenwart geschildert, die Kapitel unterteilt in die Tage ihres ersten Changes.


Für mich blieb allerdings bis zum Ende hin nicht wirklich nachvollziehbar, warum sich die Changers gegenüber den Konstanten nicht zu erkennen geben dürfen, obwohl es ihre Art sschon so lange gibt und sie dafür stehen, dass die Menschheit Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen entwickeln soll. Warum also verstecken, wie soll so die Wandlung der Gesellschaft vonstatten gehen? So weit sind auch einige Randgruppen der Changers, so das sich unter ihnen die "Radikalen Changers" gegründet haben, die nicht länger versteckt leben wollen. Einige Dinge fühlten sich für mich auch zu stark nach Sekte und Zwangsverbund an: die großen Versammlungen, das Anbringen des Changerszeichen als Tattoo oder das tägliche Tagebuchaufzeichnen.

Trotzdem haben für mich die positiven Aspekte überwogen, dass ich die Reihe in jedem Fall weiterverfolgen will. Besonders eindringlich schildern die Autoren den inneren Zwiespalt der jugendlichen Changers innerhalb ihrer Beziehungen zu anderen. So ist es für sie quasi unmööglich ihre alten Freundschaften aus Prä-Changers-Zeiten aufrecht zu erhalten und auch neue Freunde müssen sie wohl oder übel nach einem Jahr ohne Begründung ziehen lassen, insofern es sich dabei nicht ebenfalls um einen Changer handelt. Diese Probleme wären hinfällig, wenn die Changers sich als verborgene Randgruppe leben würden, aber vielleicht erfährt man die Gründe für dieses Verhalten in den folgenden drei Bänden.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Reihe ist es, dass man nicht lange auf die Fortsetzungen warten muss. Die weiteren Bände erscheinen im Abstand von jeweils einem halben Jahr, so dass man bereits im Herbst weiterlesen kann, wie es mit Ethan/Drew weitergeht.


Weitere Infos zum ersten Band und dem weiteren Verlauf der Reihe gibt es auf der Verlagsseite.



Wer neugierig auf die Changers-Reihe geworden ist, findet auf der Verlagseite eine Leserprobe, die er auf der Detailseite zum Buch mit "Blick ins Buch" aufrufen kann.
Noch besser ist es jedoch, dass ihr hier ein Exemplar des Buches gewinnen könnt ;)

Dafür müsst ihr nur bis inklusive 06.04.2015 unter diesem Beitrag verraten, ob ihr gerne einmal die Identität für ein Jahr wechseln würdet, und falls ja, in dem Geschlecht, in dem ihr aufgewachsen seit, oder - wenn schon denn schon - in dem anderen?
Bitte hinterlasst mir außerdem eine Kontaktmöglichkeit über Email, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen kann.

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Dienstag, 31. März 2015

[INTERVIEW] Interview mit Lena Hach

Redakteur: Anette Leister

Nach "Wanted - Ja. Nein. Vielleicht" und "Kawasaki hält alle in Atem" hat Lena Hach vor Kurzem mit "Zoom - Alles entwickelt sich" ihr drittes Buch bei Betz und Gelberg veröffentlicht.

Laut Natalie hat "Kawasaki hält alle in Atem" ...alles was ein gutes Kinderbuch braucht.

"Wanted" kam bei mir und den Teilnehmern der damaligen Leserunde im Katze mit Buch Forum sehr gut an:
Julia: Das Buch war eine richtige Wundertüte für mich und hat mich sehr berührt. Daher eine unbedingte Leseempfehlung von mir!
Stella: Ich wusste nicht wirklich, was mich in "Wanted. Ja. Nein. Vielleicht.“ erwarten würde, die Geschichte konnte mich jedoch schnell in ihren Bann ziehen und zudem überzeugen. Die Autorin Lena Hach hat ernste Themen einfließen lassen, dabei aber auch eine gewisse Leichtigkeit sowie jugendliche Verliebtheit vermittelt. Die bildlich dargestellten (lustigen) Abrisszettel haben mich zum Schmunzeln gebracht.
Mein Fazit: Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle!

Mein persönliches Fazit (zur kompletten Rezension):
Das Ende - oder der Anfang - von Finns und Laras Geschichte ist einfach wunderbar, so wunderbar schön, dass sich die Frage:
- Solltet ihr dieses Buch lesen? Ja. Nein.Vielleicht. -
Nur mit einem lauten JAAA beantworten lässt! Ihr müsst unbedingt!

So stand für mich schon vor Erscheinen fest, dass ich auch "Zoom" lesen möchte.
Lena hat sich bereit erklärt mir nach der Lektüre des Buches einige Fragen zu ihrer Arbeit und ihrem aktuellen Buch zu beantworten.



Till fotografiert. Paula schreibt. Eine ideale Kombination. Eigentlich. Doch die Liebe ist manchmal ganz schön kompliziert ...

Till hat die Kamera seines Vaters, eine alte Leica M4, überall dabei. Aber die Fotos will Till erst entwickeln, wenn sich sein verschwundener Vater bei ihm meldet. Als Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung, Till bittet, auf der Klassenfahrt Bilder zu machen, gerät er in ein Dilemma: Er findet Paula toll. Ach was – er ist total in sie verknallt! Aber was ist mit seinem Vorsatz? Kann Till Paula die Wahrheit über seinen Vater sagen?
Liebe Lena,

vielen Dank, dass ich dir einige Fragen zu deiner Arbeit und deinem neuen Buch stellen darf.

Danke dir für das Interesse!

Welche Bücher hast du als Kind und Jugendliche gerne gelesen und liest du heute noch zum Privatvergnügen Bücher, die speziell für diese Zielgruppe geschrieben wurden?

Ich habe kürzlich noch einmal in dem Regal gestöbert, in dem ich meine „alten“ Kinder- und Jugendbücher aufbewahre und dabei festgestellt, dass eine Autorin besonders stark vertreten ist: Christine Nöstlinger! Die habe ich wirklich unglaublich gern gelesen – und die lese ich immer noch gern.
Auch sonst lese ich mit großem Vergnügen Kinder- und Jugendbücher, zur Zeit vor allem englischsprachige.

Was macht ein gutes Buch für dich aus?

Ein gutes Buch erkenne ich daran, dass ich es auch unterwegs lese. Und zwar nicht in der Bahn oder so. Das zwar auch, aber ich meine vor allem zu Hause, in meiner Wohnung: Wenn ich mich lesend vom Sofa in die Küche bewege, um dort mit einer Hand nach etwas zu essen zu angeln, die Augen immer noch auf das Kapitel vor mir gerichtet.

Nach Berlin in „Wanted – Ja. Nein. Vielleicht“ hast du in „Zoom“ nun Frankfurt und Trier als Schauplätze gewählt. Hast du zu diesen beiden Städten eine besondere Verbindung oder hatte die Wahl der Schauplätze andere Gründe?

Ich wollte über Orte schreiben, die ich kenne: In Frankfurt habe ich eine Weile studiert und in Trier habe ich einige schöne Wochenenden verbracht. Das heißt, da war ich nur Besucherin bzw. Touristin, so konnte ich die Perspektive meiner klassenreisenden Figuren gut einnehmen.

Deine beiden Jugendbücher bei Beltz haben eine sehr stimmige und schöne Covergestaltung. Wie gefallen sie dir persönlich und hattest du ein Mitspracherecht bei der Ausführung?

Das Cover von „Wanted“ hat mir so gut gefallen, dass ich mir die gleiche Grafikerin für das zweite Jugendbuch gewünscht habe. Aber ich glaube, der Verlag hatte das sowieso vor ... Mir ist schon recht wichtig, dass es stimmig ist, also dass das Cover zum Inhalt passt. Früher als Leserin habe ich mich immer geärgert, wenn die Haarfarbe einer Figur „falsch“ war. Jetzt bin ich da großzügiger – zumindest als Leserin. Ein echtes Mitspracherecht habe ich aber nicht.

In „Zoom“ spielt das Fotografieren eine große Rolle, ist dies auch eins deiner Hobbies?

Ich fotografiere gern und viel und völlig unprofessionell. (o: Zugegeben: Vor allem mit dem Handy.

Denkst du im Zeitalter analoger Fotografie wurden die Motive bewusster gewählt als heute, wo die Datenkapazität einer Speicherkarte im Vergleich zu einer Filmrolle schier unendlich ist und hat sich deine Einstellung zur Fotografie von analog zu digital verändert?

Von mir kann ich sagen, dass ich deutlich mehr fotografiere, seit das digital geht: Das Motiv mag das gleiche sein, aber ich drücke viel öfter auf den Auslöser. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein – in meinen Augen – gelungenes Bild dabei ist.

„Zoom“ konnte mich nicht ganz so in seinen Bann ziehen, wie die Geschichte von Finn und Lara aus „Wanted“, für mich lag das vor allem an der Erzählperspektive. Wie kam es zu der unterschiedlichen Wahl von zwei Ich-Erzählern in „Wanted“ und nun der Perspektive aus Sicht einer dritten Person?

Ich habe mich dafür entschieden, weil bei „Zoom“ eine Schülerzeitung eine zentrale Rolle spielt. So wie in jeder Zeitung die Storys von AutorInnen erzählt werden (die vielleicht gründlich recherchieren, aber dennoch jedem Artikel einen subjektiven Touch geben), sollte auch die Liebesgeschichte von Till und Paula von einem nicht direkt betroffenem Dritten erzählt werden. Damit passt die Erzählform zu einem zentralen Element des Inhalts. Aber klar, der namenlose Erzähler bringt eine Distanz mit sich, die vielleicht auch die Leserinnen ein bisschen auf Abstand hält.

Bevorzugst du in Büchern eine bestimmte Erzählperspektive, oder ist dies für dich beim Schreiben - oder auch Lesen - zweitrangig für dich?

Beim Lesen bin ich recht offen; die Erzählperspektive ist kein Auswahlkriterium oder so. Und beim Schreiben ... hmm ... da habe ich Lust zu experimentieren. Bei „Wanted“ habe ich gar nicht lange überlegt: Da war mir gleich klar, dass beide Protagonisten eine eigene Stimme brauchen und zu Wort kommen sollen.

War es einfacher für dich ein Jugendbuch mit nur knapp 160 Seiten zu schreiben oder ist es dir lieber, wenn mehr Raum zum Erzählen einer Geschichte da ist?

Vorher weiß ich nie so genau, wie lang ein bestimmtes Buch wird. Ich schreibe erst einmal drauflos. Grundsätzlich mag ich schon auch knappe Formen; ich habe ursprünglich ja vor allem Kurzgeschichten geschrieben. Und Haikus (die ja minikurz sind) sind wahrscheinlich meine liebsten Gedichte.

Gibt es Klassenfahrterlebnisse aus deiner eigenen Schulzeit, die für die Storys in „Zoom“ Pate gestanden haben?

Nun ja, natürlich gab es heimliche Partys in den Zimmern. Aber es ist nie so wild geworden, dass jemand heimgeschickt wurde. (Allerdings habe ich mich mal abholen lassen.)

Wie wichtig sind dir Rückmeldungen von Lesern zu deinen Büchern?

Ich freue mich sehr über Rückmeldungen! Es ist spannend zu erfahren, was die Leser von den Figuren und ihren Erlebnissen so halten. (Und auch von der Perspektive, aus der diese Erlebnisse geschildert sind ...)

Hast du bereits Folgeprojekte in Planung und darfst du darüber schon Näheres verraten?

Ich plane gerade zwei sehr unterschiedliche Bücher für Jugendliche: Ein eher ernstes und ein eher witziges. Zumindest hoffe ich, dass es witzig sein wird ... auch da sind dann wieder Lesereindrücke gefragt!

Vielen Dank für das Interview :)

Schöne Fragen, danke!

[REZENSION] Vier Fälle für Sherlock Holmes (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Vier Fälle für Sherlock Holmes
Autor: Sir Arthur Conan Doyle
Sprecher: Walter Renneisen, Peter Fitz u.a.
Verlag: Audiobuch
Reihe: Sherlock Holmes
Ausführung: Hörspiel, ca. 208 Minuten, 4 CDs



Autor:
Sir Arthur Conan Doyle (1859 – 1930) war Arzt. Er begann nebenbei zu schreiben und erfand 1879 den berühmtesten Detektiv der Welt: Sherlock Holmes. Von 1912 bis 1929 veröffentlichte er außerdem insgesamt fünf Teile seiner Abenteuerreihe um Professor Challenger.

Sprecher:
Walter Renneisen, Peter Fitz, Gerd Andresen, Christian Brey, Peter Fricke, Achim Hall, Klaus Hemmele, Michael Holz, Hans-Peter Korff, Sebastian Kowski, Christiane Leuchtmann, Marius Marx, Philipp Otto, Irina Wanka, Charles Wirths


VIER FÄLLE FÜR SHERLOCK HOLMES

Wer kennt ihn nicht, den mitunter eigenwilligen und eigenbrötlerischen, aber ungemein scharfsinnigen Detektiv Sherlock Holmes. An seiner Seite natürlich sein treuer Freund Doktor Watson. Dieser ist es auch, der vor jedem Fall einen kurzen Einblick in das Schaffen des Detektivs gibt, seine Beweggründe Fälle anzunehmen oder eben abzulehnen. Die vorliegende Sammlung enthält vier Fälle für Sherlock Holmes, und zwar „Der adlige Junggeselle“, „Die einsame Radfahrerin“, „Die Internatsschule“ und „Der Schwarze Peter“. Die Ereignisse könnten unterschiedlicher nicht sein, doch genau dadurch wird die Vielseitigkeit dargestellt, die Holmes zu eigen ist.

Wie eh und je fungiert Watson als Erzähler, schließlich ist er es, der den Menschen von den Taten seines Freundes berichtet. Auf Grund dessen, dass er zwangsläufig selbst auch in ebenjene involviert ist, wirkt die Erzählung authentischer und lebendiger, als wenn es sich um einen außenstehenden Erzähler handeln würde.

Vier ganz unterschiedliche Fälle, vier verschiedene Sachverhalte, doch jeder zeigt auf seine Art, wie scharfsinnig Holmes an die Lösung heran geht. Er besitzt bereits erste Erkenntnisse, während man als Hörer noch dabei ist sich in die Situation einzufinden und die Charaktere zu sortieren. Sicherlich kann man einiges nicht wissen, wenn es sich beispielsweise um Äußerlichkeiten handelt, die bisher nicht erwähnt wurden, doch manches Mal, wenn man das Vorhergegangene noch einmal überdenkt, erhält man doch die Gewissheit, dass man ebenfalls frühzeitiger zu Ergebnissen hätte gelangen können.

Die vier Hörspiele, und somit die komplette Sammlung, bieten kurzweilige Unterhaltung und halten Spannung, aber auch Humor bereit. Man begibt sich gemeinsam mit Holmes und Watson auf Spurensuche und ist einmal mehr überrascht über die Erkenntnisse, die sich im Verlauf der Geschichten ergeben. Allesamt sind sie unvorhersehbar und häufig erst nach der letzten Erklärung Holmes' eindeutig nachvollziehbar. Für Fans ein unbedingtes Muss, aber auch für jeden anderen Krimi-Liebhaber absolut empfehlenswert. Freuen würde man sich über weitere solcher Zusammenstellungen, Fälle gibt es ja noch ein paar.

Montag, 30. März 2015

[REZENSION] Mordsommer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mordsommer
Autor: Rudi Jagusch
Übersetzer: -/-
Verlag: Heyne
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 464 Seiten



Autor:
Rudi Jagusch, 1967 geboren, lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf bei Köln. Als Bücherwurm entdeckte er bereits als Jugendlicher seine Leidenschaft zum Schreiben. Nach sechs Regionalkrimis schrieb er mit »Amen« seinen ersten Thriller.


MORDSOMMER

Nachdem Staatsanwältin Nina Lehmann wieder einmal einen Fall zu einem großartigen Abschluss gebracht hat, eröffnet sich ihr plötzlich die Chance Oberstaatsanwältin zu werden. Doch dann erhält sie einen mysteriösen Brief, der ihre Welt ins Wanken bringt. Kurzentschlossen folgt sie der „Einladung“ und ist überrascht ihrer alten Schulclique gegenüber zu stehen. Allesamt haben ominöse Mitteilungen erhalten, denn sie haben ein gemeinsames Geheimnis, das um keinen Preis ans Licht gelangen soll...

Von Stollwerk blinzelte erneut. Jetzt stand niemand mehr vor ihm. Das Drahtseil hatte sich wieder gesenkt. „Wenn es dich tröstet: Die anderen werden dir folgen. Viel Spaß weiterhin dort unten.“
Ein Klacken ertönte, dann schoss von Stollwerk im freien Fall in die Tiefe. Er kniff die Augen zusammen. Gleich würde der unvermeidliche Schmerz seinen Körper durchfluten. (S. 85)

Mit „Mordsommer“ legt Rudi Jagusch nach „Amen“ seinen zweiten Thriller vor, der es buchstäblich in sich hat. Jugendsünden sind dem ein oder anderen sicherlich aus eigener Erfahrung bekannt, und auch, dass man sie tunlichst vergessen sollte. Doch vermutlich handelt es sich dabei schlussendlich um weitaus harmlosere Dinge als das, was die Protagonisten in diesem Fall zu verbergen haben. Zu Beginn kann man das Ausmaß der damaligen Geschehnisse nicht einmal erahnen, erst als sich ein detaillierteres Bild ergibt, zeigt sich das wahre Grauen.

Ohne Gnade wird man sofort ins Geschehen hineingestoßen und findet sich gleich in einer mehr als unangenehmen, wenn nicht gar grausamen, Situation wieder. Doch aller Befindlichkeit zum Trotz ist man gewillt herauszufinden mit wem man es hier zu tun hat, denn eines hat der Autor mit der Aktion sofort geschafft: den Leser in den Bann zu ziehen. Kurzzeitig gibt es im weiteren Verlauf zunächst eine Ruhepause, die man unbedingt nutzen sollte, denn so bald wird sich keine mehr ergeben.

Je weiter das Geschehen fortschreitet, desto weiter steigt die Spannung an. Dabei gibt es immer mal wieder Rückblicke in die Zeit, die scheinbar der Auslöser für das aktuelle Geschehen ist. Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart stacheln die Vermutungen immer weiter an und heizen die Spannung auf, denn natürlich macht man sich auch als Leser Gedanken was die Ereignisse zu bedeuten haben und wer möglicherweise als Drahtzieher fungiert. Relativ früh hat man eine Ahnung wie sich alles zusammenfügen könnte, doch muss man schlussendlich den Zeitpunkt abwarten, der einiges offenlegt, bevor man entweder bestätigt wird oder seine Überlegungen doch noch einmal komplett neu durchdenken muss.

Rudi Jagusch zeigt, dass er nicht nur das Schreiben von (Regional)Krimis beherrscht, sondern auch Thriller vorlegen kann, der dem Leser von Zeit zu Zeit kalte Schauer über den Rücken jagt und einige spannende Lesestunden beschert.