Dienstag, 26. Juli 2016

[REZENSION] Wir beide wussten, es war was passiert

Redakteur: Anette Leister

Titel: Wir beide wussten, es war was passiert (OT: The Simple Gift)
Autor: Steven Herrick
Übersetzer: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 208 Seiten



Autor:
Steven Herrick wurde in Brisbane als jüngstes von sieben Kindern geboren. Er arbeitet schon seit vielen Jahren als Autor, auch wenn er noch lieber Profi-Fußballer geworden wäre. Steven Herrick lebt mit seiner Partnerin in den Blue Mountains bei Sydney in Australien und hat zwei erwachsene Söhne.


WIR BEIDE WUSSTEN, ES WAR WAS PASSIERT

Der Hauptgrund für mich zu diesem Buch zu greifen, war der ungewöhnliche Aufbau und Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn.
Vor einigen Jahren habe ich ein Buch gelesen, welches komplett in Versform geschrieben war, das Gutzschhahn kongenial ins Deutsche übertragen hat und er seitdem einer meiner liebsten Übersetzer vom Englischen ins Deutsche ist. Da "Wir beide wussten, es war was passiert" vom Aufbau ebenfalls alles andere als 08/15 ist, wenn auch nicht gereimt, war mir klar, dass ich es allein wegen seiner Übersetzungskünste lesen möchte und ich wurde nicht enttäuscht. Der Text ist nicht gereimt, er ist auch nicht wie Poetry Slam, auch nicht lyrisch oder Prosa, er wirkt viel mehr runtergeschrieben wie die Gedanken der Protagonisten, spontaner, wenig strukturiert. Wer sich nicht sicher ist, ob diese Art von Text für einen über 200 Seiten lang gut lesbar ist, sollte zunächst einen Blick in das Buch oder eine Leseprobe werfen.
Für mich passte diese Art zu schreiben perfekt auf den Inhalt des Buches, denn so vermittelt der Autor die Gefühlswelt seiner Protagonisten greifbar und echt. Jeder der drei agierenden Protagonisten erzählt aus der Ich-Perspektive.

Der 16jährige Billy haut zuhause vor seinem alkoholabhängigen und gewalttätigen Vater ab.
Er strandet in der Stadt Bendarat.
Dort lernt er auf einem leerstehenden Bahnhofsgelände den obdachlosen Alkoholiker Old Bill kennen und das Mädchen Caitlin, welches im McDonalds arbeitet, wo sich Billy von den Resten anderer Gäste ernährt.
Caitlin ist ein Mädchen aus reichem Haus, aber nicht oberflächlich, sie erkennt den Menschen hinter Billy, sie blickt hinter die Fassade des obdachlosen Penners.
Old Bill ist wie Billys Vater Alkoholiker, hinter seiner Entwicklung stehen jedoch schwere Schicksalsschläge. Billy, Old Bill und Caitlin haben alle mehr oder minder schwere Probleme, sie helfen sich gegenseitig und haben so die Chance auf eine bessere Zukunft.

Dermaßen abgehackt würde der Inhalt der Geschichte in Anlehnung an den Stil des Autoren lauten. Wie gesagt, auf mich wirkt es, es lässt er einfach die Gedanken aus den Köpfen seiner Protagonisten strömen, aber so habe ich mich jeder der drei Figuren extrem nahe gefühlt. Mit Old Bill hatte ich zunächst Probleme wegen seiner Alkoholsucht, zumal man ja ganz zu Beginn der Geschichte mit den schlimmen Auswirkungen einer Suchterkrankung auf Familienangehörige konfrontiert wird. Nach und nach versteht man aber seinen Charakter immer besser und als das Geheimnis gelüftet wird, warum er in den Alkoholismus und die Obdachlosigkeit abgerutscht ist, steht man als Leser auf seiner Seite. Billy und Caitlin sind obwohl von den Lebensumständen so grundverschieden situiert, beide von Anfang an klare Sympathieträger. Zwischen den drei Charakteren verknüpfen sich immer stärkere freundliche und sogar familiäre Bande, letzten Endes verdankt Billy es Old Bill, das er in Bendarat ein neues Leben anfangen kann und nicht zurück zu seinem Vater muss.

Die Gestaltung des Covers - ebenso wie der Kapitelanfänge - ist so schlicht wie genial und passt wie die Faust aufs Auge zu dieser Geschichte.

Wer sich auf den ungewöhnlichen Schreibstil einlassen kann, wird in "Wir beide wussten, es war was passiert" eine sehr gefühlvolle Geschichte finden, die einen direkt von Beginn packt und bis auf die letzte Seite nicht mehr loslässt! Eine zarte Erzählung, die vom Verlieben, von Freundschaften und familiären Beziehungen handelt.


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Montag, 25. Juli 2016

[REZENSION] In einer Sommernacht wie dieser

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: In einer Sommernacht wie dieser
Autor: Tanja Heitmann
Übersetzer: -/-
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 368 Seiten



Autor:
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie arbeitet in einer Literaturagentur und lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman "Morgenrot" war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten.


IN EINER SOMMERNACHT WIE DIESER

Obwohl das Sommerhaus ihres Vaters in Teilen noch einer Baustelle gleicht, hat die 17-jährige Leo vor, ihre Ferien dort zu verbringen, auch wenn sie schon im Vorfeld ahnt, dass ihr Vater nicht annähernd soviel Zeit für sie haben wird wie angekündigt. Bei ihrer Ankunft trifft sie auf Alexei, der dem Gärtner zur Hand geht und Leo sogleich fasziniert, trotz seiner dunklen Aura, die leicht beängstigend wirken kann. Während Leo noch dabei ist die Umgebung und die Menschen, allen voran Alexei, zu erkunden und ergründen, geschieht ein Mord, der das Gleichgewicht gehörig ins Schwanken bringt. Wem ist jetzt noch zu trauen und wer kann eine solch brutale Tat begangen haben?

Dass Alexei ein Geheimnis birgt, wird nicht nur Leo schnell klar. Auch der Leser ist sich angesichts seiner häufigen Stimmungswechsel nicht sicher was von ihm zu halten ist. Gleichzeitig spürt man, auch auf Grund eingeschobener Rückblicke im Buch, dass ein traumatisches Erlebnis sein Dasein überschattet, welches er am liebsten ganz weit von sich schieben würde. Nichtsdestotrotz lässt er niemanden nahe genug an sich ran, um jegliches Misstrauen zu verscheuchen. Ähnlich geht es dem Leser aber auch bei den anderen Protagonisten. Außer Leo scheinen alle etwas für sich behalten zu wollen, wodurch die Glaubwürdigkeit nicht unbedingt erhöht wird. Andererseits steht so aber auch jeder im Fokus die schreckliche Tat begangen zu haben. Motive und Verdächtige gibt es zuhauf, auch wenn sich die Ermittler schon auf einen ganz bestimmten Täter eingeschossen haben.

Neben der erwarteten Spannung, die sich im Großen und Ganzen auf einem ordentlichen Niveau bewegt, knistert es gewaltig, was durchaus vorhersehbar und im Vorfeld angekündigt war. Ein wenig klischeehaft gestaltet sich die Annäherung zwischen den beiden Hauptprotagonisten, so dass das Auf und Ab der Gefühle leider keine großartigen Überraschungen mehr bereit halten kann. So bleibt nur die Hoffnung, dass es anderweitig noch die ein oder andere Wendung gibt, mit der nicht von Anfang an gerechnet werden konnte.

Und hier tut sich tatsächlich etwas. Zwar wird man immer wieder durch kleinste Hinweise auf eine bestimmte Richtung aufmerksam gemacht und ahnt ebenfalls, dass hier der Knackpunkt liegt, doch so richtig greifen lässt der Aspekt sich lange Zeit nicht. Es ist mehr ein Gefühl, dem man immer weiter nachgibt, ohne zu wissen was einen am Schluss erwarten wird. So schafft es die Autorin den Leser nahezu bis zum Ende im Ungewissen zu lassen und doch bei der Stange zu halten. Denn nun möchte man das Geheimnis auch lüften, die weitere Entwicklung nicht verpassen, denn es kann noch einiges geschehen...


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Sonntag, 24. Juli 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW29


Anette:
Bitte nicht öffnen: Bissig!, Charlotte Habersack (RE)
Im Garten der Pusteblumen, Hörspiel, Noelia Blanco (RE)
Wenn du wieder bei mir bist, Jessica Thompson (GW)
Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen, Petra Hülsmann (GW)

Christiane:
Zum Glück braucht mich niemand, Liv Marit Weberg (GW)
Wer erbt, muss auch gießen, Hörbuch, Renate Bergmann (RE)
Ernest Shackleton. Gefangen im Packeis, Hörspiel (RE)
Die Audiobuch-Humorbox. Das kann ja heiter werden..., Hörbuch, Diverse (RE)

Samstag, 23. Juli 2016

[REZENSION] These broken Stars: Lilac und Tarver

Redakteur: Anette Leister

Titel: These broken Stars: Lilac und Tarver (OT: These broken Stars)
Autor: Amie Kaufman, Meagan Spooner
Übersetzer: Stefanie Frida Lemke
Verlag: Carlsen
Reihe: Starbound 1
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre
Ausführung: Hardcover, 496 Seiten







Autor:
Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche. Sie liebt Schokolade und Schlafen, hat eine riesige Musiksammlung und einen ganzen Raum voller Bücher.

Meagan Spooner wuchs in Washington, D.C., auf. Sie las und schrieb schon als Kind in jeder freien Minute, träumte damals aber noch von einer Karriere als Archäologin, Meeresbiologin oder Astronautin. Heute lebt sie ihre Abenteuerlust beim Schreiben und beim Reisen aus. In ihrer Freizeit spielt sie Gitarre, Videospiele und mit ihrer Katze.


THESE BROKEN STARS: LILAC UND TARVER

Bei einer Veranstaltung auf dem Raumschiff Icarus begegnen sich Lilac, das reichste Mädchen des Universums und Tarver, ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen, zum ersten Mal. Beide fühlen sich vom anderen angezogen, Lilac versucht ein näheres Kennenlernen jedoch zu verhindern, da sie aus der Vergangenheit weiß, dass ihr Vater - Besitzer von LaRoux Industries dies nicht nur nicht gutheißen würde... Kurz nach dieser Begegnung wird die Icarus aus dem Hyperraum gezogen - ein Schiffbruch im Weltraum, der an die Tragödie der Titanic erinnert. Lilac und Tarver erreichen eine der Rettungskapseln und stranden mit dieser auf einem scheinbar unbewohnten Planeten, der einerseits unserer Welt ähnelt, andererseits eine unbekannte Lebensform zu beherbergen scheint. Es folgt ein langer Kampf auf der Suche nach Rettung, auf der Lilacs Fassade des reichen Mädchens nach und nach brökelt und sich die beiden näher kommen, allen Konventionen zum Trotz...

Ich bin mit keiner Erwartungshaltung an das Buch herangegangen, war aber anderseits neugierig, da es bereits sehr viele positive Stimmen zum englischsprachigen Original gab. Der Schreibstil des Autorinnenduos ist sehr fesselnd, die beiden unterschiedlichen Charaktere, die mit jedem Kapitel im Wechsel zu Wort kommen, sind ein weiterer Faktor dafür, dass man schnell und leicht durch die Geschichte gleitet. Hinzu kommt, dass jedes Kapitel mit dem Auszug aus einem Verhör beginnt, welchem Tarver ausgesetzt wird, nachdem Lilac und er von dem Planeten gerettet wurden.
Das Verhör, die Perspektivwechsel und die beiden Charaktere haben mir sehr gut in der Umsetzung gefallen, so dass ich mir bis in die Hälfte des Buches ein wahres Lesehighlight versprochen habe. Leider konnte der weitere Verlauf aber nicht mehr das halten, was der Beginn der Geschichte versprochen hat. Statt einfach einen spannenden Science-Fiction Roman zu liefern, der in einer unbekannten Umgebung spielt, kommen zu viele fantastische oder dystopische Elemente dazu, die Fans der SiFi-Genres eher abschrecken, vom Mix aber auch nicht jeden Leser von Fantasy oder Dystopie ansprechen werden. Mir war es teilweise etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen, aber immerhin der Grund dafür, dass die Geschichte im letzten Drittel nicht zu einer einfachen Liebesgeschichte mutierte. Wenn den Autorinnen für das Ende mehr eingefallen wäre, hätte ich mich mit den fantastischen Elementen sicher noch anfreunden können, aber der Schluss hat weit weniger gehalten, als die Auszüge aus dem Verhör mir den kompletten Verlauf des Romans versprochen haben. So hat mich das Buch über die meisten Teile hinweg zwar wirklich sehr gut unterhalten, die letztendliche Richtung, in der sich die Geschichte entwickelt und das für mich einfallslose Ende wecken bei mir aber keine Lust darauf, die beiden weiteren Romane aus dem Starbound Universum zu lesen. Zum Glück ist "Lilac und Tarver" mehr oder weniger in sich abgeschlossen, so dass man das Buch gut als Stand Alone lesen kann.

Reihen-Info:
These broken Stars: Lilac und Tarver
This shattered World (These broken Stars: Jubilee und Flynn, 25. November 2016)
Their fractured Light (noch ohne dt. Titel und Erscheinungstermin)


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HÖRBUCH

Donnerstag, 21. Juli 2016

[NEWS] Sophiechen und der Riese - die Buchvorlage zur Verfilmung "Big Friendly Giant" am 21. Juli - mit Gewinnspiel!

Redakteur: Anette Leister

Am 21. Juli startet in den deutschen Kinos die Literaturverfilmung zu "Sophiechen und der Riese" unter dem Titel "BFG - BIG FRIENDLY GIANT"


Parallel erscheint das Buch dazu in einer Filmausgabe

STORY

Ein Filmerlebnis wie pure Magie. Das bezaubernde Märchen BFG – BIG FRIENDLY GIANT erzählt die Geschichte einer ganz speziellen Freundschaft: Ein junges Londoner Waisenmädchen (RUBY BARNHILL) lernt eines Tages einen geheimnisvollen Riesen (MARK RYLANCE) kennen. Aus der anfänglichen Skepsis erwächst schon bald eine enge Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn, erleben Seite an Seite aufregende Abenteuer, tauchen ein in fabelhafte Welten und finden am Ende ihrer fantastischen Reise schließlich zu sich selbst.

"Es ist eine Geschichte über Freundschaft, eine Geschichte über Loyalität und darüber, seine Freunde zu schützen. Und es ist eine Geschichte, die zeigt, dass auch ein kleines Mädchen einem Riesen helfen kann, seine größten Probleme zu lösen.“ -  Steven Spielberg
Genres:
Fantasy, Familienfilm
Filmlänge:
ca. 117 Minuten
Kinostart:
21. Juli
Produktionsjahr:
2016
FSK:
Ab 0 Jahren
FSK Zertifikat:
Darsteller:
Ruby Barnhill, Mark Rylance, Rebecca Hall, Jemaine Clement, Bill Hader, Penelope Wilton
Produzenten:
Steven Spielberg, Frank Marshall, Sam Mercer
Executive Producer:
Kathleen Kennedy, John Madden, Kristie Macosko Krieger, Michael Siegel
Regie:
Steven Spielberg
Drehbuch:
Melissa Mathison
Produktionsland:
USA



Bilder aus dem Film


© 2016 Storyteller Distribution Co., LLC


© 2016 Storyteller Distribution Co., LLC

 © 2016 Storyteller Distribution Co., LLC

Roald Dahls Buchvorlagen haben schon einige bezaubernde Verfilmungen ins Kino gebracht: "Mathilda", "Charlie und die Schokoladenfabrik" oder "Hexen, hexen".
Mit "Sophiechen und der Riese" erobert eine weitere fantasievolle Geschichte aus seiner Feder die  große Kinoleinwand. 

Bei wem nun die Lust an der Geschichte geweckt wurde, kann hier zwei Preise gewinnen.
Platz 1: Buch zum Film PLUS 2 Freikarten, die in jedem Kino in Deutschland eingelöst werden können, in dem der Film läuft
Platz 2: Buch zum Film

Was ihr dafür tun müsst? Nur eine leichte Frage beantworten unter diesem Gewinnspielpost:
Was ist eure liebste Geschichte von Roald Dahl, egal ob als Film oder als Buch?

Das Gewinnspiel läuft eine Woche, inkl. dem 28.07., am nächsten Tag werden die beiden Gewinner in diesem Blogpost ergänzt und benachrichtigt, insofern eine Benachrichtigungsmöglichkeit hinterlassen wurde.
Die Gewinner brauchen eine Postadresse in Deutschland und bei einem Alter unter 18 Jahren eine Einverständniserklärung der Eltern für die Teilnahme.

Link zur Homepage des Films (www.Bfg-film.de)
Link zur  Facebook-Seite (www.facebook.com/bfgfilm)
Den Trailer finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=aXNJmKNha2k