Dienstag, 28. Juli 2015

[REZENSION] Mind Games

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mind Games (OT: Mind Games)
Autor: Teri Terry
Übersetzer: Petra Knese
Verlag: Coppenrath
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 464 Seiten



Autor:
Teri Terry lebte in Frankreich, Kanada, Australien und England, und sie hat dabei drei Abschlüsse, eine ganze Sammlung von Reisepässen und mehr Adressen, als sie zählen kann, erworben. Ihre häufigen Umzüge haben Teri oft in eine Beobachterrolle gezwungen. Seitdem interessiert sie sich sehr für Personen, die in eine fremde Umgebung kommen oder sich dort eingliedern müssen.


MIND GAMES

Luna ist eine Verweigerin. Sie besitzt kein Implantat und loggt sich nicht in virtuelle Welten ein, obwohl ihre Familie und Freunde all dies tun. Als sie dennoch von PareCo, die mächtige Entwickler-Firma, einen Prüfungstermin erhält, ist Luna alarmiert. Wieso wollen sie unbedingt sie? Doch bietet sich ihr gleichzeitig die Chance zu erfahren, was damals wirklich mit ihrer Mutter geschehen ist. Dafür muss sie sich allerdings einloggen und entgegen ihrer eigentlichen Einstellung handeln...

Was habe ich mir nur dabei gedacht? Habe ich wirklich geglaubt, dass ich mit den gleichen Klamotten plötzlich dazugehöre? Darunter bin ich doch noch immer Loony Luna.
Selbst ohne Implantate breitet sich der Tratsch mit Lichtgeschwindigkeit aus. Als meine Zimmergenossinnen zurückkommen, wissen sie Bescheid. Ich sehe es an ihrem Blick, höre es an ihrem Schweigen. Und die, die das Bett neben mir hat, zieht es so weit wie möglich von mir weg an die Wand. (S. 77)

Die Kurzbeschreibung und der erste Einblick in Lunas Welt erinnert zunächst ein wenig an Matrix. Doch bald schon wird klar, dass sich einige Elemente sicherlich ähneln, was bei der Thematik nicht weiter verwunderlich ist, doch entwickelt sich die Geschichte komplett eigenständig. Von welcher Zeit man ausgehen darf wird nicht deutlich, doch dass sich die Technik in der Zukunft so wie beschrieben, oder zumindest dorthin tendierend, entwickeln kann, ist schon erschreckend genug.

Schon bald fällt es schwer zwischen realen und virtuellen Ereignissen zu unterscheiden. Die Beschreibungen sind so detailliert und anschaulich, dass man immer das Gefühl hat sich in der Wirklichkeit zu befinden, selbst wenn eindeutig betont wird, dass es dies nicht ist. Vermutlich ist man einfach noch nicht bereit sein Gehirn darauf einzustellen, dass nicht alles wahr sein muss was man sieht oder liest, doch ist es mehr als schwer sich vorzustellen irgendwo virtuell zu existieren. Für Luna ist dies lange Zeit überhaupt keine Option, ihre Gründe werden allerdings erst nach und nach offen gelegt, so dass sich am Schluss ein Komplettbild ergibt, das man zu Anfang noch nicht erwartet hätte.

Teri Terry erschafft eine Welt, die gleichzeitig fasziniert und Angst macht. Einerseits möchte man sie gerne erkunden, andererseits ist man aber auch darauf bedacht kein allzu großes Risiko einzugehen. Ähnlich wie Luna muss man sich aber entscheiden, ob man bereit ist über seinen eigenen Schatten zu springen und sich auf eine Art Experiment einzulassen. Mit Spannung verfolgt man den Weg der Protagonisten, der alles andere als geradlinig ist und schon gar keinem Muster folgt. Zwar hat man immer mal wieder den ein oder anderen Gedanken, der sich als wahr herausstellt, doch oft kann man sich kaum vorstellen was als nächstes geschieht, wer hier die Strippen zieht und vor allem wie dies geschieht.

Im letzten Drittel hat man jedoch über eine kurze Zeitspanne etwas mehr Wissen als Luna, wodurch die Spannung stagniert und die Passage sich zu ziehen scheint. Am liebsten würde man sich ins Geschehen einklinken und Luna das ein oder andere Geheimnis verraten, damit die Handlung schnell fortgesetzt werden kann. Dieser Einschub hätte durchaus etwas gerafft werden und komprimierter dargestellt werden können.

Mit „Mind Games“ ist der Autorin ein Werk gelungen, das dem Leser eine mögliche Zukunft noch einmal bewusster macht. Zwar ist es unwahrscheinlich innerhalb der nächsten Jahre eine solche Entwicklung zu erleben, doch im Grunde weiß kaum jemand wie weit die Technik wirklich ist und welche Phasen sich bereits im Test befinden.

Montag, 27. Juli 2015

[REZENSION] Lattenknaller

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Lattenknaller
Autor: Regina Ramstetter
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 400 Seiten



Autor:
Regina Ramstetter wurde 1972 in Niederbayern geboren. Nach einem Au‑pair-Aufenthalt in England, BWL-Studium, Auslandssemester in Nordirland, Diplom und dem ersten Job als Redakteurin der Mitarbeiterzeitschrift eines großen Konzerns verschlug es sie zurück in die niederbayerische Heimat, wo sie ihren ersten Roman schrieb. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern als freie Autorin auf dem elterlichen Hof, nicht weit von Passau entfernt.


LATTENKNALLER

Ein junger Fußballer wird tot aufgefunden. Ist er tatsächlich erfroren? Im Juni? So recht kann das niemand, und schon gar nicht Hauptkommissar Kroner, glauben. Die Mutter des Toten hat sogleich eine Ahnung und hält mit dieser auch nicht hinterm Berg. Doch die Ermittler lassen sich nicht beirren und schon gar nicht bedrängen, sie wissen, es muss in jede erdenkliche Richtung gedacht werden – und da gibt es so einige Verdächtige sowie Motive. Allerdings wäre Kroner um einiges entspannter und vermutlich auch objektiver, wenn nicht Ziehtochter Valli sich wieder einmal einmischen würde...

Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen.
Ein kluger Spruch, aber Hildegard Ranner war nicht in den Wald gegangen. Der Wolf stand vor ihrer Tür und erschreckte sie fast zu Tode.
Kroner kam sich vor wie der böse Isegrim, dessen Zähne bereits tief im Schafspelz steckten. Zu tief. Das Blut spritzte nur so – rein metaphorisch. Ranners Gattin zitterte, Tränen liefen über ihre Wangen, und dann sagte sie etwas, das Kroner fast von den Socken haute. (S. 165)

„Lattenknaller“ ist der Nachfolger von „Leichrevier“, in dem Hauptkommissar Kroner 2014 zum ersten Mal ermittelte. Doch auch ohne Vorkenntnisse lässt sich der aktuell vorliegende Band ohne Weiteres verstehen, man wird sogar eher noch darin bestärkt den ersten Band noch nachträglich zu verschlingen. Und das nicht, weil man Zusammenhänge nicht versteht oder glaubt zu wenige Informationen zu erhalten, sondern weil durch die kurzen Rückblenden Neugierde geschürt wird.

Mitnichten ist „Lattenknaller“ nur etwas für Fußballbegeisterte. Man muss sich mit der Materie nicht einmal auskennen, geschweige denn Fan sein. Sollte es etwas Wichtiges über den Sport oder Vereinsmodalitäten zu wissen geben, wird dies ins Geschehen eingeflochten, so dass es auch für den Laien verständlich ist. Ebenso mag der eingepflegte Dialekt für den ein oder anderen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen. Doch zum einen gibt es im Anhang den „Preußenguide“ für alle, die es ganz genau wissen wollen. Zum anderen ergibt sich alsbald einiges aus dem Zusammenhang, zwar nicht unbedingt wortwörtlich, aber zumindest inhaltlich.

„Wirst du jetzt dafür bezahlt, deinen Allerwertesten von der Lichtschranke bestrahlen zu lassen, Willi? Und unsereins muss sich die Lunge aus dem Leib keuchen, nur damit ich dem K1-Chef höchstpersönlich eine wichtige Info übermitteln kann? Weil der auch lieber zusieht, wie sich sein bester Mann den Popo grillt, als ans Telefon zu gehen.“ (S. 215)

Regina Ramstetter zieht den Leser schon recht früh in ihren Bann. Mit ihrem angenehm zu lesenden, wenn auch zu Beginn auf Grund des Dialekts leicht holprigen, Schreibstil erschafft sie eine Atmosphäre, der man sich bald schon kaum noch entziehen kann. Man fühlt sich als säße man in der ersten Reihe, sei ganz nah am Geschehen und bräuchte nur die Hand ausstrecken, um die Szenerie und die Protagonisten berühren zu können. Hinzu kommt die Spannung, die von Seite zu Seite weiter aufgebaut wird und den ein oder anderen Raum für Spekulationen bietet.

Sicherlich macht sich jeder seine Gedanken bezüglich des Tatgeschehens, doch gibt es einfach zu viele Verdächtige und mögliche Motive. Beinahe jeder könnte es im Verlauf der Geschichte mindestens einmal gewesen sein. Selbst, wenn man jemanden bereits aus dem Kreis entfernt hatte, ist es möglich, dass er sich wieder dorthin zurück katapultiert. So bleibt nichts übrig als zu verfolgen wie Kroner und sein Team die Sache angehen. Gleichzeitig heißt es zu hoffen, dass der Fall tatsächlich aufgeklärt wird, denn dies ist bis zum bitteren Ende alles andere als sicher.

„Lattenknaller“ besticht mit Lokalkolorit und Höchstspannung, durch die die anfänglichen Verständnisschwierigkeiten schnell in Vergessenheit geraten.


Reiheninfo:
Band 1: Leichrevier

Sonntag, 26. Juli 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW30


Im Briefkasten

Anette:
Auf und davon, David Arnold (RE)
Der Zauberer von Oz, Frank L. Baum, Robert Ingpen (GW)
Margos Spuren, Hörbuch, John Green (RE)

Christiane:
Chablis, Ulrike Dömkes (RE)
Das bisschen Hüfte, meine Güte, Hörbuch, Renate Bergmann (RE)
Tod in der Tuchagentur, Sibyl Quinke (RE)
Schlagzeile, Rolf von Siebenthal (GW)
Heartbeat Berlin 01. WG mit Aussicht, Antonia Rothe-Liermann (RE)
Lost Souls Ltd. 04. Red Rage, Alice Gabathuler (RE)
Gallagher Girls 05. Spione lieben gefährlich, Ally Carter (RE)
Kissing, Katrin Bongard (GW)
Das große Schweigen, Katja Montejano (GW)
Lügenschwester, Claudia Puhlfürst (GW)
#Der Blogger, Patrick Brosi (RE)

Rund um die "Katze mit Buch"

Rund um den Blog:
Gewinnspiel Andi Meisfeld
in Kürze: Gewinnspiel Margos Spuren

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
School's Out - Jetzt fängt das Leben an! (Karolin Kolbe, Thienemann, 5 Ex.) - HIER geht's zur Anmeldung 

[REZENSION + GEWINNSPIEL] Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio (OT: - / -)
Autor: Tom Steinbrecher
Illustrator: Paula Voss
Übersetzer: - / -
Verlag: von Bezold Verlag
Reihe: Andi Meisfeld – Der Jungameisenagent
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 119 Seiten



Autor:
Der in Hamburg geborene Tom Steinbrecher ist ein deutscher Musiker, Hörspielproduzent und Autor.
Steinbrecher spielte jahrelang in verschiedenen Bands und war Mentor mehrerer musikalischer Projekte mit einer Bandbreite die von Jazz Rock zu Electro bis hin zu Heavy Metal führt. 2001 komponierte er für die damals größte Homepage der Jugendserie Die drei Fragezeichen Musik und machte sich damit einen Namen in der Hörspielszene.
So fing er an Hintergrundmusik für Amateurhörspiele, Funk und Fernsehen zu schreiben. 2004 stieß er zum Verlag Dreamland Productions und arbeitet seit dem als freier Audio- und Sounddesigner für verschiedene Labels und Verlage. Beteiligt war er als Musiker, Sprecher und Sounddesigner u.a. bei den Hörspielproduktionen BATMAN, OFFENBARUNG 23, SHERLOCK HOLMES NEUE FÄLLE, TONY BALLARD, MACABROS, CAPTAIN FUTURE, PROF. VAN DUSEN, GEISTER SCHOCKER.
Er ist Gitarrist der Electroband Sin with Sebastian und komponierte mit Kay Poppe zusammen sämtliche Kindermusiken für den OETINGER AUDIO VERLAG.
2006 rief er seine eigene Hörspielserie Andi Meisfeld ins Leben, agiert dort als Produzent und Sprecher. 2015 brachte er sein erstes Buch auf dem Markt „Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio“.



ANDI MEISFELD UND DAS TERMITENKOPFTRIO

Andreas Meisfeld, genannt Andi, ist eine ganz normale Jungameise. In der Schule ist er nicht wirklich gut, denn lieber denkt er im Unterricht an Musik – er kann Meisoline und Klavier gleichzeitig spielen - oder lässt seine Blicke zu der neuen Schülerin Aleksa schweifen. Die findet er wirklich dufte, aber er ist viel zu schüchtern, um mit ihr zu reden. Das ändert sich, als Aleksa die Maiskorn-Ledertasche geklaut wird. Zusammen mit seinem besten Freund Armin spricht er sie an und Andi ist fest entschlossen, ihr zu helfen. Er macht sich auf die Suche nach dem Dieb. Als er dabei fälschlicherweise selbst für den Täter gehalten und zur Königin geschickt wird, beginnt ein großes Abenteuer für ihn. Denn Königin Arianne von der Meisenbrücke die 146. glaubt an Andis Unschuld und bittet ihn, in der Schule die Augen offen zu halten. Er ist nun offizieller Jungameisenagent und tut alles, um den Fall zu lösen. Dabei bringt er allerdings nicht nur sich sondern auch seinen Freund Armin in Gefahr…
Meisenstedt.
So heißt eine kleine Ameisenkolonie
irgendwo auf unserem Planeten.
Dort lebt auch eine Jungameise,
die unglaubliche Abenteuer erlebt:
ANDI MEISFELD

Mit diesen Worten beginnt jedes der von mir geliebten Hörspiele rund um den Jungameisenagenten Andi Meisfeld. Acht reguläre und einige Weihnachtsfolgen gibt es von dieser Hörspielreihe, die von der Stimmung her ein wenig an die Hörspielreihen der 80er und 90er erinnert, bereits. Und nun beginnen mit diesen Worten nicht mehr nur Hörspiele, sondern sie stehen auch am Anfang eines Buches.

Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio war 2007 das erste Hörspiel rund um den Jungameisenagenten. Nun kann man die Geschichte, wie es dazu kam, dass er im Auftrag der Königin unterwegs ist, auch nachlesen. Erzählt wird die Geschichte dabei von Andi selbst. Zusammen mit ihm erlebt man das spannende Abenteuer.

Die Handlung war für mich als alten Andi Meisfeld - Fan natürlich nicht neu, trotzdem habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt. Das Buch ist genauso toll wie das Hörspiel. Der Ton ist locker-leicht und lustig-frech und die dufte Stimmung, die das Hörspiel vermittelt, kommt auch im geschriebenen Text herüber. Natürlich fehlt die gesamte Geräuschkulisse, die ein Hörspiel bietet, aber stattdessen hat man viele liebevolle und lustige Beschreibungen und erfährt so alle Details, die man braucht.

Der Andi Meisfeld - Fan wird sich gleich zu Hause fühlen in dem Buch, aber auch wer bisher nichts von Andi gehört hat, kann unbesorgt zugreifen. Die Geschichte führt alles, was man über die Ameisen und ihr Leben wissen muss, nach und nach ein. Neben all den Informationen, die in die normale Handlung eingebaut wurden, gibt es zwischendurch auch ein paar kursive Texte, in denen Andi Begriffe und Begebenheiten noch einmal genauer erklärt. Und so kann sich jeder Leser gut zurechtfinden in der Welt der Ameisen, die unserer gar nicht so unähnlich ist.

Auch als Buch bietet Andi Meisfeld also perfekte Unterhaltung für Groß und Klein. Es ist Tom Steinbrecher gelungen, die ganz besondere Stimmung der Hörspiele in das Buch zu transportieren. Andi hat mich mit seiner witzigen und sympathischen Art erneut verzaubert, und ich hoffe, auch alle weiteren Abenteuer in Buchform noch einmal erleben zu dürfen. Ich kann Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio wirklich allen empfehlen, die intelligente, warmherzige und witzige Geschichten mögen. Ein Muss für alle Kassettenkinder und für alle abenteuerlustigen kleinen und großen Leser. Gebt Andi eine Chance und ich bin mir sicher, er wird auch euer Herz erobern!


Gewinnspiel:
Tom Steinbrecher hat uns eines der Bücher für euch zur Verfügung gestellt. Wie ihr gewinnen könnt? Beantwortet einfach bis zum 01.08.2015 23:59 Uhr in einem Kommentar folgende Frage:

Wenn euch eine Geschichte gefällt, lest und hört ihr sie dann manchmal, falls es sie neben der Buchform auch als Hörbuch oder Hörspiel gibt, oder reicht es euch, sie einmal zu erleben?

Wer mag, darf gerne eine Benachrichtigungsmöglichkeit hinterlassen, ansonsten seid Ihr selbst verantwortlich, von einem etwaigen Gewinn zu erfahren.
Der Gewinner wird in einem gesonderten Post nach der Ziehung bekannt gegeben und hat 1 Woche Zeit, sich bei uns zu melden.

Samstag, 25. Juli 2015

[REZENSION] Stinker und Matschbacke und die abschauderlichen Pizzaschurken

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Stinker und Matschbacke und die abschauderlichen Pizzaschurken (OT: Stinkbomb and Ketchup-Face and the Evilness of Pizza)
Autor: John Dougherty
Illustrator: David Tazzyman
Übersetzer: Cornelia Panzacchi
Verlag: Magellan
Reihe: Stinker und Matschbacke 3
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten



Autor:
John Dougherty war eins dieser Kinder, die ihre Nase immer in einem Buch haben. Später wurde er einer dieser Erwachsenen, die ihre Nase immer in einem Buch haben, weshalb er nach vielen Jahren als Grundschullehrer beschloss, Autor zu werden. Inzwischen lebt der gebürtige Ire im Südwesten Englands, zusammen mit seiner Frau, zwei Kindern, Hühnern und ein paar Bienen.

Illustrator:
David Tazzyman wuchs in Leicester auf, studierte Illustration an der Manchester Mertropolitian University und reiste drei Jahre durch Asien, bevor er nach London zog, wo er heute mit Freundin und Kind lebt.


STINKER UND MATSCHBACKE UND DIE ABSCHAUDERLICHEN PIZZASCHURKEN

Fast schon scheint es als würde nichts Aufregendes passieren, da schlittern Stinker und Matschbacke schon in ihr nächstes Abenteuer. Die Dachse sind aus dem Gefängnis geflohen und die Bibliothek droht umzustürzen und die ganze Insel mit sich zu reißen. Der Sache muss jemand auf den Grund gehen, und zwar schnell, bevor es zur Katastrophe kommt. Doch was hat die Pizza damit zu tun?

„[…] Und wenn wir ein Abenteuer haben, kann ich mit miteinander verknoteten Beinen nicht vor den Bösen weglaufen.“
Das sah Matschbacke ein. „Okay.“ Sie stand auf. „Glaubst du, dass wir ein Abenteuer haben werden?“
„Das glaube ich sehr wohl“, antwortete Stinker bedächtig. „So fühlt sich diese Geschichte nämlich an.“ (S. 18)

Stinker und Matschbacke sind voller Vorfreude auf ihr drittes Abenteuer, und das teilen sie gleichsam euphorisch wie lautstark jedem, der es hören beziehungsweise lesen will, mit. Der Stil mag zu Beginn etwas ungewohnt, vielleicht sogar außergewöhnlich daher kommen, schließlich geschieht es nicht oft, dass Figuren beispielsweise wissen in welchem Kapitel sie sich gerade befinden. Auch gibt die Kapitelüberschrift immer eine kurze Zusammenfassung auf was man sich als nächstes gefasst machen darf. Doch gerade diese originelle Darstellung wirkt anziehend, so dass man sich schwerlich vom Geschehen lösen kann.

Zudem wird der Inhalt nicht nur durch Zeichnungen bildlich dargestellt, auch mit der Schrift und einzelnen Worten wird gekonnt gespielt. Das kann sich in der Schriftgröße, -art oder auch einfach nur am Schriftbild auswirken. Wer dieses Buch vorliest erhält somit eine mögliche Anleitung in welchen Passagen Kreativität und Fantasie gefragt sind. Einzig die Wortwahl mag für die angegebene Zielgruppe nicht immer passend sein, dabei handelt es sich jedoch glücklicherweise nur um ein paar wenige Stellen.

„[…] Wir müssen die Bücherei retten!“
„Die Bücherei retten?“, fragte Rolfi Maulwurf verwundert. „Was meinst du mit 'die Bücherei retten'?“
„Die Bücherei von Pflapflingen kippt um“, erklärte Stinker mit wichtiger Miene, „und unsere geheime Mission besteht darin, den Grund dafür herauszufinden.“ (S. 108)

Ob Stinker und Matschbacke sich wirklich als Geheimagenten eigenen, das sei einfach mal dahin gestellt, doch junge Leser und Leserinnen können durchaus ihr Können beweisen. Es gibt sicherlich die ein oder andere Sequenz in denen sie den Hauptprotagonisten am liebsten zurufen würden was sie übersehen. Denn dass sie nicht die schnellsten im Kombinieren sind, ist ein offenes Geheimnis. So wird spielerisch die Aufmerksamkeit gefördert sowie Auffassungs- und Kombinationsgabe.

Kann die Bibliothek gerettet werden oder stürzt die gesamte Insel ins Verderben? Und werden Stinker und Matschbacke noch weitere Fälle lösen können? Das wird sich erst am Ende zeigen, bis dahin bleibt alles offen.


Reiheninfo:
Band 1: Stinker und Matschbacke und die Doofheit der Dachse
Band 2: Stinker und Matschbacke und das Stachelschwein aus Vollblödberg