Freitag, 26. August 2016

[REZENSION] Star Wars - Das Erwachen der Macht (Hörbuch)

Redakteur: Yvonne Müller

Titel: Star Wars - Das Erwachen der Macht
Autor: Alan Dean Foster
Sprecher: Stefan Günther
Übersetzer: Michaela Link
Verlag: Random House Audio
Reihe: Star Wars
Ausführung: Ungekürzte Lesung



Autor:
Alan Dean Fosters Arbeiten sind breit gefächert und reichen von Science Fiction und Fantasy über Horror und Krimis bis zu Western. Er schrieb Star Wars-Romane und die Romane zu den ersten drei Alien-Filmen sowie Vorlagen für Hörbücher, Radio und die Story des ersten Star Trek-Films. Zahlreiche seiner Romane erschienen im Wilhelm Heyne Verlag. Alan Dean Foster lebt heute mit seiner Familie in Prescott, Arizona.

Sprecher:
Stefan Günther ist vor allem als Synchronsprecher tätig. Er leiht seine warme Stimme nicht nur dem ehemaligen Sturmtruppler Finn aus dem Kino-Film Das Erwachen der Macht, sondern u. a. auch Robb Stark aus Games Of Thrones.


STAR WARS - DAS ERWACHEN DER MACHT

Vor vielen Jahren konnte die Galaxie von der Tyrannei des Imperiums unter dem Imperator und Darth Vader befreit werden. Doch die Dunkle Seite war nie ganz weg und nun hat sich erhoben zur finsteren Ersten Ordnung.

Jedi Luke Skywalker ist verschwunden, jedoch sollen soll es einen Hinweis geben, wo er sich aufhält. Auf der Suche nach Luke Skywalker, trifft der abtrünnige Sturmtruppler Finn auf die Schrottsammlerin Rey. Gemeinsam mit dem Droiden BB8 machen sie sich auf den Weg, um den Widerstand zu suchen. Dabei geraten sie von einem Abenteuer in das Nächste und es erweist sich, das ihnen ein gefährlicher Gegner auf der Spur ist. Kylo Ren von der Ersten Ordnung hat sich auf den Weg gemacht, um seine Feinde zu stellen...

Das Hörbuch zum Kinoereignis „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ des Jahres 2015 gibt es nun endlich zum Lauschen. Fans der Star Wars Welt werden sich freuen, denn man trifft auf alte Bekannte wie Prinzessin Leia, Han Solo, Chewbacca, aber auch die neuen Figuren, wie Finn, BB8, Rey und Kylo Ren wissen zu begeistern.
Gelesen wird das Hörbuch von Stefan Günther, dieser leiht seine Stimme im Film „Das Erwachen der Macht“ der dem abtrünnigen Sturmtruppler Finn.
Seine angenehme und unvergleichliche Stimme macht das Lauschen des ungekürzten Hörbuches von der ersten Minute an zu einem wahren Genuss. Es gelingt ihm meisterhaft, den Figuren Leben ein zu hauchen. Indem er ihnen die perfekte Stimme zu jeder Situation, in passender Lautstärke, Betonung und das richtige Gefühl gibt, ist man schnell im Geschehen drin.
Fesselnd versteht es Stefan Günther zu lesen und Mithilfe seiner Stimme erzeugt er eine großartige Spannung und Düsternis, der man sich nicht entziehen kann. Im Gegenteil man wird magisch angezogen, was auch an der fantastischen Handlung liegt.
Stefan Günther erzählt die Geschichte mit absoluter Professionalität und so erlebt man als Lauscher eine Hörbuch, welches tief unter die Haut geht.
„Star Wars – Das Erwachen der Macht“ - Hörgenuss pur!

HÖRPROBE


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 BUCH  

Donnerstag, 25. August 2016

[REZENSION] George

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: George (OT: George)
Autor: Alex Gino
Übersetzer: Alexandra Ernst
Verlag: Fischer KJB
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 208 Seiten



Autor:
Alex Gino, geboren und aufgewachsen in Staten Island, New York, mag die Natur und Geschichten, die die Vielfalt des Lebens widerspiegeln. Heute lebt Alex Gino mit Partner und zwei Katzen in Kalifornien, USA. Alex Gino ist seit über zwanzig Jahren in der queeren und transgender Bewegung aktiv. Persönliche Erfahrungen und das Wissen, dass transgender Kinder Romane brauchen, die sie bestärken und ihnen Mut machen, waren der Anlass George zu schreiben.


GEORGE

Eigentlich weiß George ganz genau was sie will, nur mit der Umsetzung könnte es Schwierigkeiten geben. Als es darum geht, dass die vierte Klasse in der Schule ein Theaterstück aufführen soll, wünscht George sich nichts sehnlicher als die weibliche Hauptrolle zu spielen und probt dafür fleißig mit ihrer besten Freundin Kelly. Das Vorsprechen klappt tadellos, doch Georges Lehrerin ist geschockt, denn George ist doch eigentlich ein Junge...

Mit gerade einmal 10 Jahren weiß George schon ziemlich genau darüber Bescheid wer sie ist und wie sie sein will. Doch niemand sonst ahnt was tagtäglich in ihr vorgeht. Es muss ziemlich an die Substanz gehen, wenn man niemandem sagen kann was man wirklich denkt und fühlt. Kein Wunder also, dass Kelly bald eingeweiht wird. Und diese verhält sich einfach großartig und vor allem genau so, wie man es sich von einem Freund wünscht. Sie steht George zur Seite und stärkt ihr Selbstvertrauen, damit sie schon bald den Mut fassen kann, auch ihre Mutter und ihren Bruder mit den Neuigkeiten zu versorgen.

Es mag auf den ersten Blick seltsam anmuten, dass der Hauptcharakter ein recht junges Alter aufweist. Und doch, je tiefer man einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt Georges erhält, umso besser lässt sich einiges nachvollziehen. Nichtsdestotrotz bleibt die Frage bestehen, inwieweit das Buch tatsächlich für die eigentliche Zielgruppe geeignet ist. Sicherlich sollte in sämtlicher Hinsicht Aufklärung betrieben werden, sogenannte Tabuthemen sollten der Vergangenheit angehören. Aber wie sieht es in der Realität aus? Kann ein 10-jähriges Kind wahrhaftig die gesamte Tragweite der Geschichte nachvollziehen, ohne weiterführende Erklärungen? Die Botschaft, zu sich selbst zu stehen und (auch) anderen Respekt und Akzeptanz entgegen zu bringen, egal welche Thematik betreffend, ist natürlich einleuchtend und eindeutig. Vermutlich muss, wie so häufig, individuell entschieden werden, ob ein junger Leser mit „George“ bereits zurecht kommt oder (noch) überfordert ist.

Obwohl durchaus Problematiken betrachtet werden, so scheint es doch im Großen und Ganzen, als liefe für George alles glatt. Zu glatt? Auch wenn man es ihr und Menschen, die sich in ebensolcher oder ähnlicher Situation befinden, wünschen würde, kann man sich kaum vorstellen, dass nicht noch einige Hürden mehr gemeistert werden müssten. Die Realitätsnähe wirklich einschätzen kann aber im Grunde nur jemand, der ähnliches durchmacht oder durchgemacht hat.

Trotz kleinerer Kritikpunkte lässt „George“ sich leicht lesen und dringt in die Köpfe von Jung und Alt ein, so dass ein nachhaltiger Eindruck entsteht, der möglicherweise zum (Um)Denken anregt.


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HÖRBUCH

Mittwoch, 24. August 2016

[REZENSION] Küstenstrich (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Küstenstrich
Autor: Benjamin Cors
Sprecher: Sascha Rotermund
Übersetzer: -/-
Verlag: DAV
Reihe: Nicolas Guerlain 2
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 475 Minuten, 6 CDs



Autor:
Benjamin Cors ist politischer Fernsehjournalist und hat viele Jahre für die Tagesschau, die Tagesthemen und den Weltspiegel berichtet. Heute arbeitet er als landespolitischer Korrespondent für den SWR. Er ist als Deutsch-Franzose aufgewachsen und hat die Sommer seiner Kindheit in der Normandie verbracht.

Sprecher:
Sascha Rotermund, Jahrgang 1974, studierte Schauspiel in Hannover. Es folgten zahlreiche Theaterengagements von Bremen bis Berlin. Im Fernsehen war er u.a. in der ZDF-Serie Küstenwache und in der RTL-Comedy Vier Singles zu sehen. Seit 2003 ist er außerdem ein gefragter Synchronsprecher und lieh seine Stimme u.a. Joaquin Phoenix, Christian Bale, Bradley Cooper, Jake Gyllenhaal, Jon Hamm in Mad Men, Jesse Williams in Grey's Anatomy sowie Omar Sy in der französischen Erfolgskomödie Ziemlich beste Freunde.


KÜSTENSTRICH

Nicolas Guerlains Fähigkeiten und Können haben sich so weit herumgesprochen, dass er explizit angefordert wird, um den Grafen von Tancarville zu schützen. Dieser fürchtet um sein Leben, nachdem er regelmäßig eindeutige Drohungen erhält. Der Auftrag beginnt direkt mysteriös, denn noch auf der Fahrt zum Anwesen wird Guerlain Zeuge eines seltsamen Mordes. Überhaupt gestaltet sich die Arbeit anders als gedacht, es zeigen sich mitunter Verbindungen zur Vergangenheit, die einen schrecklichen Verdacht aufkeimen lassen...

Nichts ist wie es scheint und scheinbar jeder versucht die anderen Charaktere gegeneinander auszuspielen. Das erkennt auch Nicolas Guerlain ziemlich schnell und versucht entsprechend bereits die nächsten Schritte vorauszuahnen, um den Auftrag so gut wie möglich zu erfüllen. Häufig gelingt ihm das Unglaubliche, sei es durch reine Intuition oder Menschenkenntnis, doch auch Guerlain ist nicht vor jeglicher Situation gefeit, auch ihm unterlaufen Fehler. Nicht, dass er nicht alles dafür tun würde, schlimmeres zu verhindern, allerdings hat er, ebenso wie der Hörer, keine Ahnung davon wer sein Gegenspieler ist und welches perfide Geheimnis dieser hütet. Sicherlich gibt es den ein oder anderen Hinweis, die wahre Komplexität des Falles wird allerdings erst im Verlauf des Geschehens deutlich.

Schön zu sehen ist auch, dass Guerlains private Fehde, die er mehr oder weniger mit sich selbst ausficht, im zweiten Fall ebenfalls weitergesponnen wird. Auch hier ist einiges zu holen, schon allein durch Andeutungen nimmt das Gedankenkarussell Fahrt auf. Verbindungen werden deutlich, die im ersten Band noch nicht einmal erahnt worden wären und gleichzeitig ist man sicher, dass das noch nicht das Ende sein kann.

Wie schon den ersten Fall für Nicolas Guerlain, liest erneut Sascha Rotermund die atmosphärisch dichte Erzählung. Er schafft es gekonnt die vorherrschende Stimmung einzufangen und auf den Hörer zu übertragen. Könnte man ihn sehen, würde man förmlich an seinen Lippen kleben. Jedes Wort nimmt man ihm ab, unabhängig davon, ob man gerade in die Irre geführt wird oder nicht.

„Küstenstrich“ hat einiges an Spannung zu bieten, die Minuten vergehen wie im Flug, man muss einfach immer weiter hören, eine Unterbrechung kommt einem fast wie eine Strafe vor. Der Hörer wird richtiggehend in den Bann gezogen, von der ersten bis zu letzten Sekunde, was sowohl inhaltlich als auch sprechertechnisch begründet ist. Bleibt zu hoffen, dass Guerlain seiner Arbeit weiterhin nachgehen wird.


Reiheninfo:
Band 1: Strandgut


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Dienstag, 23. August 2016

[REZENSION] Flutlicht


Redakteur: Anette Leister

Titel: Flutlicht (OT: Overspoeld)
Autor: Gideon Samson, Julius 'T Hart
Übersetzer: Rolf Erdorf
Verlag: Gerstenberg
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 176 Seiten



Autor:
Gideon Samson, geb. 1985 in Den Haag, veröffentlichte mit 22 Jahren sein erstes Buch. Er ist der jüngste Autor, der jemals mit dem Silbernen Griffel ausgezeichnet wurde. Flutlicht erhielt 2015 als bestes Jugendbuch in der Alterskategorie 12-15 Jahre den Goldenen Bilderrahmen. Auch in Deutschland standen Samsons Bücher bereits zweimal auf der Liste Die besten 7.


FLUTLICHT

An dem Abend des WM-Endspiels 2010 zwischen Spanien und den Niederlanden wird Pieter durch eine Freundschaftsanfrage auf Facebook blitzartig in seiner Erinnerung nach Sri Lanka katapultiert zur Zeit des Dezember 2004: Dort macht Pieter ein Auslandsjahr nach seinem Schulabschluss und unterrichtet an einer Schule blinde und taubstumme Kinder. An dem Wochenenden ist er häufig mit seinem Freund John in Touristengebieten unterwegs, die beiden genießen das faule Leben am Strand im Ausgleich zu ihrem Job während des Freiwilligenjahres. Im Dezember 2004 lernen sie an einem dieser Strandabende zwei schwedische Mädchen kennen, Elin und Isabelle, zwischen Pieter und Elin knistert es vom ersten Augenblick an. Doch irgendetwas muss in den nächsten Tagen vorgefallen sein, dass Pieter zwar Elin nie vergessen hat, aber über Isabelle und alles andere aus dieser Zeit am liebsten einen Mantel des Vergessens breiten würde:
Am 26. Dezember 2004 ereignete sich durch ein Erdbeben im Indischen Ozean eine der schlimmsten Tsunamikatastrophen der Geschichte. Durch einen zunächst ärgerlichen, aber letzten Endes sehr glücklichen Zwischenfall werden Pieter und Elin am nächsten Morgen des gemeinsam verbrachten Strandabends nicht direkt am Wasser vom Tsunami überrascht und in den Tod gerissen, sondern in ihren Guest Houses, die etwas weiter im Landesinneren liegen, aber nicht weit genug, um der Katastrophe entgehen zu können, aber immerhin weit genug, um mit dem Leben davon zu kommen...
Was folgt sind die Erlebnisse von Pieter und John, die den Tsunami in Sri Lanka erleben und ihm entkommen, Momentaufnahmen von glücklichen Wiedersehen und einzelnen geretteten Personen, im Gegenzug dazu jedoch die abertausenden Menschen, die auf Grund der Katastrophe ihr Leben verloren haben und die Zerstörung im ganzen Land. Der Autor benennt nicht jedes Grauen direkt, welches Pieter oder John unter die Augen kommt, aber durch die Kommunikation zwischen den beiden, die häufig ohne jedes Wort auskommt, kann man sich das Unheil trotzdem vor Augen rufen.

Besonders erwähnenswert und herausragend ist der ungewöhnliche Aufbau des Romans, der in Abschnitte unterteilt ist, die an den Ablauf eines Fußballspiels angelehnt sind:
Vorbetrachtung
Erste Hälfte
Halbzeit
Zweite Spielhälfte
Verlängerung

Die Freundschaftsanfrage auf Facebook stammt im Übrigen von Elin... Kann Pieter den Mantel von den Ereignissen des Dezember 2004 nehmen und der Freundschaft zu Elin eine zweite Chance geben?

Die Verknüpfung zwischen Gegenwart und Vergangenheit durch den stetigen Wechsel in der Erzählung und der Verknüpfung zu dem WM-Endspiel ist sehr gelungen und man kann das Buch kaum zur Seite legen, da man schnell erkunden möchte, wie sich Pieter und Elin in Sri Lanka kennengelernt haben und warum Pieter zwar immer an sie denkt, dabei aber Isabelle am liebsten vergessen möchte.
Pieter und John verarbeiten ihre Erlebnisse vor Ort und in den Folgejahren auf völlig unterschiedliche Art. Der Autor benennt dies nicht direkt, aber durch das Verhalten der beiden wird dem Leser klar, wie sie die Katastrophe verarbeiten. Ebenso haben mir die unterschiedlichen Momentaufnahmen aus den Leben verschiedener Personen gefallen, denen Pieter und John nach der Katastrophe begegnen. Nur das Zusammentreffen zwischen den beiden mit Elin und Isabelle hätte ich mir ausführlicher gewünscht, für mich blieb das ganze zu blass, um die großen Gefühle zwischen Pieter und Elin zu verstehen oder um Isabelle zu vermissen.

Bis auf kleine Kritikpunkte ein sehr fühlbarer biographischer Zeitzeugenbericht und Roman, der den Leser das Grauen des Tsunami von 2004 hautnah spüren lässt. Die Geschichte in Anlehnung an ein Fußballspiel aufzubauen, lässt die Erzählung noch eindringlicher wirken, man hat das Gefühl die Zeit läuft ab... den Fußballspielern, um das entscheidende Tor zu schießen, den beiden Jungs in Sri Lanka ihr eigenes und das Leben von anderen zu retten. Zudem schafft der Bezug eine noch engere Bindung an ein jugendliches Lesepublikum, da Sri Lanka und der Tsunami zwar ferne und beinahe unbegreifliche Eindrücke bieten, das Ganze aber aus der Sicht eines normalen, fußballbegeisterten Jungen erlebt und erzählt wird, mit dem man sich leicht identifizieren kann.

Montag, 22. August 2016

[REZENSION] Niederbayerische Göttinnen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Niederbayerische Göttinnen
Autor: Ingrid Werner
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Karin Schneider 4
Ausführung: Taschenbuch, 256 Seiten



Autor:
Ingrid Werner wurde 1964 in München geboren. Nach Abitur und Banklehre studierte sie in München und Erlangen Jura. Im Anschluss daran arbeitete sie bei der Landeshauptstadt München als Verwaltungsjuristin. Nach der Geburt ihrer drei Kinder und dem Umzug nach Niederbayern ist sie als Heilpraktikerin und Entspannungspädagogin in eigener Praxis tätig. Daneben stellt sie als freischaffende Malerin in der Region ihre Werke aus und veranstaltet regelmäßig Workshops in Meditativem Malen. Sie lebt mit ihrer Familie im Rottal.
Mehr zur Autorin: www.werner-ingrid.de


NIEDERBAYERISCHE GÖTTINNEN

Karin Schneider wollte sich eigentlich aus jeglicher Verbrecherjagd heraushalten, mit ihren letzten Aktionen hatte sie schon genug Menschen in Gefahr gebracht. Doch dann findet ausgerechnet sie zwei Leichen, zunächst eine, die bereits seit 50 Jahren unter der Erde liegt und deren Schicksal bis heute nicht bekannt war. Einige Zeit später eine deutlich frischere, der Mann wurde erstochen. Und schon ist Karin wieder mittendrin, denn sogleich dämmert ihr, dass die beiden Fälle möglicherweise zusammenhängen, der Schnittpunkt ist jedoch alles andere als deutlich. Während ihrer Ermittlungen, die sie nun doch nicht lassen kann, stößt sie auf Geheimnisse, die nie ans Tageslicht hätten kommen sollen...

Um nach außen hin locker zu wirken, zucke ich mit den Schultern. „Mei, was kann ich dafür? Es ist auch nicht wirklich eine Leiche, also im engeren Sinn, sondern ein Skelett, und ich hab nicht die mindeste Verbindung dazu, geschweige denn den Impuls, mich da einzumischen. Es geht mich rein gar nichts an.“ (S. 31)

In ihrem vierten Fall stößt Karin Schneider nicht nur auf irdische Leichen, sondern auch auf keltische Bräuche, die Mensch und Tier gleichermaßen verwirren. Obwohl sie wahrhaftig versucht der Polizei die Arbeit zu überlassen, ist der Drang schlussendlich doch zu groß, Karin muss eigene Nachforschungen anstellen. Man müsste lügen, würde man sagen, man hätte es anders erwartet. Generell ist es nicht schlecht, Karin und ihren Eigenschaften bereits einmal oder mehrfach begegnet zu sein. Zwar werden wichtige Ereignisse aus vergangenen Bänden kurz aufgegriffen, manche Zusammenhänge erschließen sich allerdings erst, wenn eigene Vorkenntnisse vorhanden sind.

Das Keltentum wird geschickt verwoben mit einem spannenden Kriminalfall, der, je weiter die Ermittlungen voranschreiten, immer mehr Fragen aufwirft. Dutzende Motive und dazugehörige Tatverdächtige drängen geradezu darauf sich im Vordergrund zu positionieren. Somit entwickelt sich das Geschehen zu einem Geflecht aus Verwirrung und Verunsicherung. Wem ist noch zu trauen und wer spielt ein falsches oder gar doppeltes Spiel? Gleichzeitig werden auch die zwischenmenschlichen Verbindungen immer verworrener, ein Stammbaum ist hier sicherlich hilfreich. (Anm.: Auf der Homepage der Autorin ist ein solcher zu finden.) Manches Mal mögen Handlungen zu extrem, Verzweigungen zu zufällig erscheinen, doch im Nachhinein ergibt vieles einen Sinn, den man zuvor nicht gesehen hat.

Zwangsläufig versucht der Leser im Verlauf des Geschehens ebenfalls zu kombinieren und rekonstruieren. Auch gibt es diverse Indizien, die zweifelsohne bestimmte Rückschlüsse zulassen, und doch fehlt der letzte konkrete Beweis. So bleibt nur, auszuharren und auf Hinweise zu hoffen, die die eigene Theorie stützen. Dabei wird man jedoch so einige Male ins Wanken geraten. Aber so oder so, hoffentlich war dies noch lange nicht Karins letzter Fall.


Reiheninfo:
Band 1: Niederbayerische Affären
Band 2: Unguad
Band 3: Karpfhamer Katz


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