Freitag, 28. November 2014

[REZENSION] Der Wispernde Schädel

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der Wispernde Schädel (OT: The Whispering Skull)
Autor: Jonathan Stroud
Übersetzer: Katharina Orgaß, Gerald Jung
Verlag: cbj
Reihe: Lockwood & Co. 2
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre
Ausführung: Hardcover, 512 Seiten



Autor:
Jonathan Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London.
Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus, dessen Abenteuer in "Das Amulett von Samarkand", "Das Auge des Golem", "Die Pforte des Magiers" und "Der Ring des Salomo" erzählt werden.


DER WISPERNDE SCHÄDEL

Auch im zweiten Abenteuer rund um Lockwood und seine Gefährten Lucy und George wirft Jonathan Stroud seine Leser mitten ins Geschehen.
Mit der verunglückten Sicherung einer von Geistern heimgesuchten Stätte, startet ein weiteres Geplänkel zwischen der sehr unkonventionellen Agentur um Lockwood und den ambitionierten und perfekt ausgerüsteten Agenten der Agentur Fittes. Dies artet in eine Wette aus, die die Agenten auf beiden Seiten in eine sehr gefährliche Suche um ein Artefakt verstricken: ein alter Spiegel, den ein dunkles Geheimnis umgibt, auf dessen Spur bisher jeder sein Leben lassen musste, der es lüften wollte. Auf der abenteuerlichen und gefährlichen Suche erhalten Lockwood und seine Freunde Unterstützung von ungewöhnlicher Seite: ein Schädel, eines Geistes Typ 3, verständigt sich mit Lucy, und gibt, manchmal eher ungewollt, Tipps. Allerdings hat er auch eine recht bösartige Ader, die die drei auf falsche Spuren führen möchte und Zwietracht zwischen ihnen sät.
Die Interaktionen zwischen den Protagonisten bekommen durch den Schädel ganz neue Möglichkeiten. Wo sich in Band 1 hauptsächlich die lustigen Szenen und die Neckereien zwischen Lucy und George abspielten, sind nun viele Szenen hinzugekommen, die zwischen Lucy und dem Schädel ablaufen - da sie die einzige ist, die ihn reden hört, aber auch zwischen George und dem Schädel, der mit allen Mitteln versucht den Schädel für die Allgemeinheit zum Reden zu bringen. Da landet solch ein Geisterglas schon mal im heißen Backofen...

"Tja, das wären dann ein Mordopfer, eine polizeiliche Befragung und ein Gespräch mit einem Geist", sagte George. "Ganz schön volles Programm für einen Abend, würde ich sagen."
Lockwood nickte. "Wenn man bedenkt, dass manche Leute einfach den Fernseher anmachen..." (S.256)

Wie bereits in "Die Seufzende Wendeltreppe" lässt Jonathan Stroud dem Leser keine ruhige Minute, wo es nicht spannend, abenteuerlich oder gefährlich zugeht, gibt es etwas zu lachen, manchmal auch alles auf einmal. Dank seiner lebendigen Schreibweise und den bildhaften Beschreibungen ist "Lockwood & Co." absolut verfilmungsreif und beschert dem Leser Kopfkino auf höchstem Niveau.

Das Ende ist vom Fall her geschlossen, von den Interaktionen zwischen den Freunden jedoch so offen gehalten, dass man dem nächsten Band regelrecht entgegenfiebert.
Wer sich am Ende von Lockwoods zweitem Fall noch nicht ganz aus dem London der Geister verabschieden mag, kann im angehängten Glossar viel über Geister und Geisterjäger erfahren.

Mittwoch, 26. November 2014

[REZENSION] Mittsommerweihnacht - Geburtstagstorte für ein Christkind

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Mittsommerweihnacht – Geburtstagstorte für ein Christkind (OT: - / -)
Autor: Ruth Löbner
Illustrator: Katja Jäger
Übersetzer: - / -
Verlag: Magellan
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Ausführung: Hardcover, 128 Seiten



Autor:
Ruth Löbner wurde genau drei Monate nach Heiligabend, im Jahr 1976 geboren. Sie studierte Sprachwissenschaft, heiratete ihren Professor, wurde Mutter von zwei Töchtern und Autorin von sieben Kinderbüchern und lebt im alten Haus ihrer Großeltern. Sie isst gerne Schnee, mag aber auch Mandarinen und wünscht sich manchmal mitten im August, dass Weihnachten wäre.

Illustrator:
Katja Jäger wurde 1974 geboren und wuchs in der Nähe von Dresden auf. Sie zeichnet und malt, seit sie das erste Mal einen Stift in die Hand nehmen durfte. Erste Aufträge bekam sie von Klassenkameraden zur Verbesserung mancher Kunstnoten. Seit 2002 arbeitet sie als Illustratorin für Kinder- und Geschenkbücher. Katja Jäger lebt mit Ihrer Familie bei Remscheid.


MITTSOMMERWEIHNACHT – GEBURTSTGSTORTE FÜR EIN CHRISTKIND

Pina ist fast 6 und ein richtiges Christkind. Geboren am 24. Dezember hat sie allerdings noch nie eine richtige Geburtstagsparty gefeiert. Und das soll sich dieses Jahr ändern. Sie überredet ihre Mutter, am 24. Dezember nachmittags feiern zu dürfen. Und tatsächlich sagen ihre Freundinnen aus dem Kindergarten alle zu. Aber dann, nur ein Tag später, kommt der Pastor in den Kindergarten und verkündet, dass es an Heiligabend ein Krippenspiel geben wird und alle Kindergartenkinder ein Schaaf oder einen Hirten spielen sollen. Und zu Pinas Entsetzen melden sich alle ihre Freunde begeistert dafür an. Sogar ihre großen Brüder machen mit beim Krippenspiel, als Schulkinder dürfen sie zwei der Heiligen Drei Könige spielen. Auf einmal ist nur noch ein einziger von Pinas Freunden übrig – der Nachbarsjunge Kai ist evangelisch und dadurch nicht beim Krippenspiel der katholischen Gemeinde dabei. Aber mit zwei Personen ist das ja kein richtiger Kindergeburtstag.
Zusammen mit Kai und ihrem Uropa überlegt Pina, wie sie ihre Freunde doch noch überzeugen kann zu kommen. Und sie hat eine geniale Idee: Sie muss für Sommerstimmung sorgen. Dann hat niemand mehr Lust auf ein Krippenspiel und alle wollen lieber Geburtstag feiern. Doch wird das klappen? Und wie verbreitet man Sommerstimmung im Winter?

Ruth Löbner ist ein wunderschönes Buch gelungen, mit dem man Kindern ab 4 die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen kann. Dabei kann man sich entscheiden, ob man das Buch am Stück vorliest oder als Adventskalender nutzt. Das Buch besteht nämlich aus 24 kurzen Kapiteln. So kann man Pina auch Tag für Tag durch den Advent begleiten.
Auf fast jeder Seite befinden sich schöne Illustrationen von Katja Jäger, so dass man neben dem Vorlesen auch etwas zu gucken hat.
Die Geschichte selbst ist sehr warmherzig und hat mich wirklich gut unterhalten. Ich habe richtig mit Pina mitgefiebert. Das Buch ist natürlich besonders geeignet für alle kleinen Christkinder, die Pinas Problem sehr gut verstehen werden. Aber auch die Herzen aller anderen kleinen und großen Leser kann Pina bestimmt erobern. Sie ist einfach total liebenswert und voller kreativer Ideen.

Lasst euch ein auf diese tolle Geschichte und lest nach, ob die kleine Pina ihren Kindergeburtstag doch noch bekommt. Und wer Kinder zwischen 4 und 7 hat, dem empfehle ich wirklich, die Geschichte als Adventskalender zu nutzen. Was gibt es schöneres, als jeden Tag als kleines Ritual ein Stück weiter in diese winterliche (und dabei doch gleichzeitig auch sommerliche) Geschichte einzutauchen?!?

Dienstag, 25. November 2014

[REZENSION] Wunderbare Adventszeit

Redakteur: Anette Leister

Titel: Wunderbare Adventszeit
Autor: -/-
Fotograf: TLC Fotostudio u.a.
Verlag: Komet
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 128 Seiten




WUNDERBARE ADVENTSZEIT

Der Untertitel dieses Buches verspricht "Die schönsten Deko- und Bastelideen zum Selbermachen". Von der Aufmachung und den Fotos ist dieses Buch auch wirklich schön und die Mischung an vorweihnachtlichen Dekoideen ist an sich gelungen, nur mangelt es an Anleitungen und Erklärungen. So ganz genau erschließt sich für mich nicht, welche Zielgruppe dieses Buch ansprechen soll: für Könner sind die Vorschläge zu einfach oder schon hinreichend aus anderen Büchern oder aus dem Internet bekannt, für Anfänger sind sie nur mangelhaft beziehungsweise gar nicht erklärt. Für die vorgestellten Handarbeiten findet man beispielsweise gar keine Anleitungen im Buch, weder eine Erklärung wie man Pompons macht, noch eine Schnittvorlage für Dekoherzen, nur die Vorlagen für die Verpackungen der Küchengeschenke machen diesen Mangel minimal wett. Andere Vorlagen sucht man jedoch vergebens.

Der Inhalt umfasst Dekorationsvorschläge in den folgenden Rubriken:
Stimmungsvolle Adventsdeko
Leuchtende Weihnachtszeit
Glanzvolle Tischdekoration
Festlicher Baumschmuck
Schöner Schenken

Schade, dass das Buch so viel Potential verschenkt durch die fehlenden Anleitungen und Vorlagen, so ist es zwar wunderschön zum Durchschmökern und Anregungen holen, aber fast unbrauchbar zum Nacharbeiten, wenn man nicht gerade so kreativ veranlagt ist, dass man womöglich generell auf diese Ideengebung verzichten könnte.

Montag, 24. November 2014

[COOL-TOUR-KATZE] Jens Schumacher & Corinna Harder: BLACK STORIES – Dark Tales Edition - Premiere!

Redakteur: Anette Leister


Bereits im dritten Jahr in Folge waren Corinna Harder und Jens Schumacher zu Gast in der Villa Herrmann zu einer Raterunde mit den Black Stories aus dem moses Verlag.

Nach den beiden Christmas Editions gab es in diesem Jahr eine Raterunde mit den "Funny Death"-Stories (Kurzbeschreibung: Warum es nicht ratsam ist, seinen Schornstein mittels einer Handgranate zu säubern, einen zwölf Zentimeter langen Zierfisch bei lebendigem Leib zu verschlucken oder eine Schönheits-OP im eigenen Wohnzimmer durchzuführen, verrät die Funny Death Edition von black stories. Das Haarsträubendste daran: Diese Stories haben sich tatsächlich so zugetragen! Ob aus Dummheit verschuldeter Unfall, unachtsam durchgeführter Stunt oder kläglich misslungene Mutprobe: Geschichten die das Leben schrieb - Gänsehaut und ungläubiges Staunen garantiert.) und der erst im Frühjahr 2015 erscheinenden Edition "Dark Tales", in der es galt kuriose Todesfälle rund um Film, Fernsehen, Literatur, Märchen und Sagen zu erraten.

Wem die Black Stories bislang kein Begriff sind, findet HIER meine Rezension zu der black stories Christmas Edition 1, bei der ich auch auf die Spielregeln eingehe.

Wer an der Raterunde teilnehmen wollte, wurde eingangs mit einem Black Stories Tattoo ausgestattet, um eventuelle Todesfälle auf Grund vergifteter Plätzchen oder dergleichen besser zuordnen zu können.


Wie so oft erwiesen sich die jüngeren Gäste meist gewitzter beim Erfragen der Lösungen zu den Fragen der Black Stories Karten, so dass diese wesentlich mehr Geschichten auflösen konnten als die anwesenden Erwachsenen.


Das Erraten der Black Stories machte nicht nur viel Spaß, besonders erfolgreiche Rater wurden zudem mit Gewinnen entlohnt.


Als Vielleser und Freund von Märchen und Sagen fand ich die Rätsel der Dark Tales Edition besonders interessant und gelungen. Obwohl ich bereits einige Black Stories Editionen mein Eigen nenne, werde ich mir diese Edition im nächsten Jahr auf jeden Fall zulegen und hoffe sehr, dass es davon noch die eine oder andere Fortsetzung geben wird.


Auch die lokale Presse war auf dieser Veranstaltung unterwegs. Die tollen Veranstaltungen in der Villa Herrmann sind aber auch jeden Artikel und jede Werbung wert. Nach der gelungenen Raterunde in diesem Jahr steht sogar bereits der Termin mit Corinna Harder und Jens Schumacher im nächsten Jahr fest: am 15. November 2015 werden die beiden zum vierten Mal in der Villa Herrmann zu Gast sein und wer weiß... vielleicht wieder mit der Premiere einer brandneuen Black Stories Edition?

Auszug aus der echo-online.de
mit der Überschrift "Kuriose Tode, Mumien und Wermäuse":

[REZENSION] Ein böses Ende (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ein böses Ende
Autor: Caroline Graham
Sprecher: Frank Arnold
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: Inspector Barnaby 3
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 447 Minuten, 6 CDs



Autorin:
Caroline Graham stammt aus Neneaton in England und schreibt seit Anfang der 80er Jahre. Sie ist vor allem für ihre Kriminalromane mit Detective Chief Inspector Barnaby bekannt, die auch sehr erfolgreich verfilmt wurden. "Die Rätsel von Badger's Drift" ist der erste Roman der Inspector-Barnaby-Reihe.

Sprecher:
Frank Arnold, Schauspieler und Rundfunksprecher, wurde in Berlin geboren. Er spricht seit vielen Jahren für die Kultursendungen ASPEKTE, ARTOUR und TTT und ist in hunderten Dokumentarfilmen als Offstimme zu hören. In seiner Tätigkeit als Sprecher beim internationalen Kulturfestival Berlin hatte er zahlreiche Lesungen mit Nobelpreisträgern und internationalen Spitzenautoren. Zu seinen bekanntesten und besten Hörbuchproduktionen zählen u. a. Ilija Trojanows "Der Weltensammler", "Der Doktor und das liebe Vieh" von James Herriot, "Ein Ehepaar erzählt einen Witz" von Kurt Tucholsky und Pater James' "Stirb ewig".


EIN BÖSES ENDE

Eine wahrlich seltsame Truppe hat sich im Herrenhaus in Compton Dando zusammengefunden, misstrauisch beäugt von den Nachbarn. Als Sekte würde sich die Gruppe selbst nie betiteln, doch scheinen ihre merkwürdigen Ansichten und ihr Lebenswandel genau darauf hinzudeuten. Eines Tages wird ein Gruppenmitglied tot aufgefunden und obwohl alles nach einem tragischen Unglück aussieht, glaubt spätestens nach dem zweiten Toten niemand mehr an einen Zufall. Inspector Barnaby hat alle Hände voll zu tun, um die sich ihm bietenden Informationen zu selektieren und den wahren Hergang zu rekonstruieren...

In seinem dritten Fall „Ein böses Ende“ trifft Barnaby einmal mehr auf seltsame Gesellen. Dem Hörer ist relativ schnell klar, dass diese Gemeinschaft nicht so harmlos ist wie sie sich nach außen gibt. Hört man sich allein die Geschichten der Mitglieder an, wie sie an die Gruppe geraten sind, macht man sich schnell ein eigenes Bild. Sicherlich ist dieses Vorurteilsbehaftet, doch das wird einem wohl niemand verdenken, haben die Ermittler doch sogleich dieselben Assoziationen.

So undurchsichtig wie die Protagonisten, die scheinbar alle mehr als ein Geheimnis zu hüten wissen, ist auch der vorliegende Fall. Nahezu jeder könnte der Täter sein, manch ein Motiv wäre offensichtlich, andere liegen im Verborgenen. Die Kunst ist es nun aus den sich bietenden Hinweisen diejenigen herauszufinden, die einen näher an die Lösung bringen oder gar bis an ihr Ende. Doch daran wagt man fast gar nicht zu denken, man ist schon heilfroh, wenn man einen potentiellen Verdächtigen entlasten kann.

Die Spannung schleicht sich während der Ermittlungen eher unterschwellig ein, ist aber dennoch durchgängig vorhanden. Manches Mal hat man das Gefühl dem Durchbruch nahe zu sein, doch dann kommt es wieder zu einer unerwarteten Wendung, die alles bisherige zunichte macht. Allerdings lässt man sich nicht in allen Belangen hinters Licht führen, manche Gegebenheiten sind vorhersehbar und werden schon bald verifiziert.

Wie bereits die Vorgängerbände liest auch dieses Mal wieder Frank Arnold. Gewohnt souverän katapultiert er die vorherrschende Atmosphäre in die Wahrnehmung des Hörers. Egal, wie temporeich die Handlung gerade ist, er bildet die Basis, auf die man sich stets verlassen kann.

„Ein böses Ende“ birgt ein paar wenige Längen, die allerdings nur minimal ins Gewicht fallen. Im Großen und Ganzen wieder eine hervorragende Sprecherleistung sowie solides Krimifutter.


Reiheninfo:
Band 1: Die Rätsel von Badger's Drift
Band 2: Requiem für einen Mörder