Sonntag, 19. April 2015

[REZENSION] Schattenboxer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Schattenboxer
Autor: Horst Eckert
Übersetzer: -/-
Verlag: Wunderlich
Reihe: Vincent Veih 2
Ausführung: Hardcover, 400 Seiten



Autor:
Horst Eckert, 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren, lebt seit 26 Jahren in Düsseldorf. Er studierte Politische Wissenschaft und arbeitete fünfzehn Jahre als Fernsehjournalist. 1995 erschien sein Debüt „Annas Erbe“. Seine Romane gelten als „im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als einen Kommentar zur Zeit“ (Deutschlandfunk). Sie sind in mehrere Sprachen übersetzt sowie preisgekrönt (u.a. Friedrich-Glauser-Preis für „Die Zwillingsfalle“, Krimi-Blitz für „Schwarzer Schwan“).
Mehr zum Autor: www.horsteckert.de


SCHATTENBOXER

Auf dem Grab der 17-jährigen Pia, Nichte eines Polizisten, die sich das Leben genommen hatte, wurde nur einen Tag später eine weitere junge Frau gefunden. Mit deutlichen Anzeichen tagelanger Folter wurde sie einfach abgelegt, regelrecht entsorgt. Hauptkommissar Vincent Veih fragt sich, ob es zwischen den beiden Mädchen eine Verbindung gibt und beginnt mit den Ermittlungen. Dabei stößt er auf Hinweise, die einiges ins Wanken bringen können, und trifft gleichzeitig auf Gegner, die unbedingt verhindern wollen, dass er zu tief gräbt...

Nicht nur Hauptkommissar Vincent Veih ahnt noch nicht mit welchem Gegner er sich dieses Mal anlegt, auch der Leser kann das wahre Ausmaß des Geschehens nicht vorhersehen. In „Schattenboxer“ ermittelt er in seinem zweiten Fall und stößt dabei aus Geheimnisse aus der Vergangenheit, mit denen niemand gerechnet hätte. Wer „Schwarzlicht“ zuvor nicht gelesen hat, wird sich jedoch auch nicht allzu verloren fühlen, denn wichtige Informationen zu den handelnden Personen werden noch einmal zusammengefasst, so dass man auch als Neuling einen recht guten ersten Eindruck erhält.

Dass Veihs aktueller Fall mit einem Fall aus der Vergangenheit zusammenhängt, wird für den Leser schnell offensichtlich, schließlich erhält man immer wieder kurze Ausschnitte, die sich mit vergangenen Ereignissen beschäftigen. Doch auch, wenn man hier relativ detaillierte Einblicke erhält, ist es dem Leser nicht möglich jegliche Zusammenhänge herzustellen, denn es gibt noch einiges, was man nicht erfährt und sich auch nicht unbedingt zusammenreimen kann. Entsprechend gespannt ist man darauf wie sich schließlich alles zusammenfügen wird, um nachvollziehen zu können, welche Gedankengänge man möglicherweise hätte weiter verfolgen sollen.

Die Spannung wird von Anfang an aufgebaut und steigt von Seite zu Seite stetig an. Da kein Abriss zu erwarten ist, fliegt man nur so durch die Seiten und merkt kaum wie die Zeit vergeht. Man würde sich fast wünschen, dass man nie ans Ende käme, doch plötzlich ist es da, mit all seinen schier unglaublichen Enthüllungen, die auch den Hauptkommissar nicht kalt lassen.

„Schattenboxer“ steht seinem Vorgänger in Nichts nach, fesselt den Leser von Anfang bis Ende und lässt in ihn leicht bedrückter Stimmung zurück, denn eigentlich möchte man sofort den nächsten Band lesen, der hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.


Reiheninfo:
Band 1: Schwarzlicht

Freitag, 17. April 2015

[REZENSION] Die Kämpfer des Feuersiegels

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Kämpfer des Feuersiegels (OT: The Blood Guard)
Autor: Carter Roy
Übersetzer: Leo Strohm
Verlag: Ravensburger
Reihe: Ronan Strongheart 1
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten



Autor:
Carter Roy kam als jüngstes von fünf Kindern in Südkalifornien zur Welt. Während seines Filmstudiums besuchte er Schreibseminare bei T.C. Boyle und verfasste Kurzgeschichten für Erwachsene, von denen einige prämiert wurden. Nach seinem Studium arbeitete er als Lektor für mehrere Verlage, bevor er sich selbstständig machte, um sich seiner großen Leidenschaft stärker widmen zu können: dem Schreiben. "Ronan Strongheart - Die Kämpfer des Feuersiegels" ist sein erster Roman für Kinder. Zurzeit lebt er mit seiner Frau in Brooklyn, New York.


DIE KÄMPFER DES FEUERSIEGELS

Ronans Freizeit ist minutiös durchgeplant mit diversen Sportarten, Selbstverteidigungskursen und ähnlichem. Doch den Grund dafür hätte er nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vermutet. Seine Mutter, die einer Geheimorganisation angehört, hat ihn von klein auf ausgebildet, damit auch er einmal bereit ist, die Welt zu retten. Zwischen Tür und Angel erfährt er von der bevorstehenden gefährlichen Mission, denn seltsame Gestalten sind hinter ihm und seiner Mutter her. Bald schon wird sich herausstellen, ob das jahrelange Training etwas gebracht hat...

Im letzten Augenblick wichen die Geländewagen auf die Bürgersteige aus und donnerten links und rechts an uns vorbei.
Ich warf einen Blick nach hinten und stellte fest, dass sie wendeten.
„Warum sind die hinter dir her?“, fragte ich.
„Hinter uns, Schätzchen.“ Sie drückte mir den Arm. „Die sind hinter uns her, weil sie uns gefangen nehmen und wahrscheinlich auch töten wollen. Aber das werde ich nicht zulassen.“ (S. 16)

In der einen Sekunde ahnt Ronan Strongheart nicht einmal was auf ihn zukommen wird, in der nächsten wünscht er sich, es wäre alles nur ein Traum. Sein gesamtes bisheriges Leben erscheint unwirklich, denn nach und nach erfährt er Dinge, die er nicht einmal zu denken gewagt hätte. Doch es ist wie es ist und er muss sich wohl oder übel damit arrangieren, sonst wird etwas Schreckliches geschehen, das zumindest weiß er mit Sicherheit. Der Leser begleitet ihn auf dieser Reise voller Erkenntnisse, Seite an Seite geht man dem Ungewissen entgegen. Da Ronan das Geschehen aus seiner Sicht erzählt, ist man ganz nah mit dabei, auch wenn man hin und wieder scheinbar mehr erahnen kann als er. Dies liegt allerdings daran, dass Ronan sich nicht sofort auf seine neue Rolle einzulassen scheint, entsprechend versucht rationale Erklärungen zu finden, die es nicht immer gibt.

„Die Kämpfer des Feuersiegels“ ist der erste Band einer neuen Reihe für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Diese Altersempfehlung erscheint manches Mal nicht unbedingt passend, bedenkt man die doch recht häufig auftretenden Kampfszenen, die hin und wieder auch brutal und blutig vonstatten gehen. Hier muss entsprechend abgewogen und individuell entschieden werden, ob man seinem Kind diese Leseerfahrung bereits zutraut oder nicht.

Es ist ein einziges Hin und Her, die Flucht Ronans erscheint mehr und mehr aussichtslos, vor allem, da sicher ist, dass seine Mutter ihm nicht alles gesagt hat. Daher ist man nicht überrascht noch das ein oder andere Geheimnis zu entdecken, auch wenn man nicht immer vorhersehen konnte, um was es sich handelt. Einige Fragen werden im Verlauf des Geschehens beantwortet, andere spart man sich wohl für den Folgeband oder die Folgebände auf. Dennoch ist man am Schluss recht zufrieden mit dem Ergebnis, denn es gibt einiges, über das man noch nachdenken und worüber man schon im Vorfeld spekulieren kann. Denn dass man mehr als neugierig darauf ist wie es nun weiter gehen wird, steht außer Frage...

Donnerstag, 16. April 2015

[REZENSION] Bloss kein Stress! Ideenbuch für den erfolgreichen Kindergeburtstag

Redakteur: Anette Leister

Titel: Bloß kein Stress! Ideenbuch für den erfolgreichen Kindergeburtstag
Autor: Susanne Endres
Verlag: Books on Demand
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten



Autor:
Susanne Endres: Die Autorin ist selber Mutter von drei Kindern, leitete jahrelang Spielgruppen und war nach dem Marketingstudium in Kreativberufen tätig. Diese Erfahrungen sind in dieses Buch eingeflossen.


BLOSS KEIN STRESS! IDEENBUCH FÜR DEN ERFOLGREICHEN KINDERGEBURTSTAG

"Bloß kein Stress!" ist ein umfangreiches Nachschlagewerk und eine Ideensammlung zum Gestalten und Austragen von Kindergeburtstagen für Kinder im Alter von etwa 1-10 Jahren.

Der Sammlung vorangestellt ist ein Inhaltsverzeichnis, dass einen ersten Blick über die zahlreichen Ideen und Konzepte bietet, aber auch im Buch sind an der Seite immer wieder Schlagwörter und Icons enthalten, so dass man trotz der Fülle an Ideen schnell das findet, was man braucht.

Im Groben gliedern sich die Ideen in folgende Rubriken:
- Ein grosser Tag für jedes Kind
- Altersgerechte Feste
- Ein Fest mit den besten Freunden
- Ideen für tolle Mottogeburtstage
- Auswärts feiern bzw. Mit professioneller Animation

Die Mottogeburtstage sind bis ins letzte Detail konzipiert, neben Ideen für Spiele, Einladungen, Dekoration findet man hier auch Vorschläge für Rezepte, Bastelsachen, Verkleidungen und Gastgeschenke.
Mir gefällt es sehr gut, dass ich in einem Werk vielerlei an Ideen gesammelt finde und die Autorin dennoch weitergedacht hat, und nach jeder Präsentation eine Seite für eigene Notizen eingeplant hat. Hier kann ich beispielsweise niederschreiben, wenn ich zu den Themen Seiten im Internet gefunden habe oder eigene Rezepte und Spielvorschläge festhalten.

"Bloß kein Stress!" bietet zum Einen vielseitige Vorschläge, egal ob für Feiern Drinnen oder im Freien, zuhause oder unterwegs, mit ganz kleinen oder größeren Kindern, so dass sich für jeden Anspruch etwas passendes findet und das Buch über viele Jahre ein hilfreicher Begleiter ist. Zudem ist es nicht nur Eltern zu empfehlen, sondern auch für KiTa-Gruppen und Grundschulklassen ein wahrer Ideenschatz.

Infos und Updates zum Buch sind auch online zu finden unter www.kindergeburtstage.org



Redakteur: Yvonne Müller

Es ist nicht so einfach, eine Kinderparty zu veranstalten, die einem rundherum gefällt. Mal ist die Auswahl der Spiele sehr fragwürdig, mal die Umsetzung und oft findet man bei der Planung nicht gleich das Passende.

Mit „Bloß kein Stress! Ideenbuch für den erfolgreichen Kindergeburtstag“ von Susanne Endres ist ein perfekte Umsetzung einer zahlreichen Ideensammlung.

Das Buch ist mit festen Themen aufgebaut:

- Ein grosser Tag für jedes Kind
- Altersgerechte Feste
- Ein Fest mit den besten Freunden
- Ideen für tolle Mottogeburtstage
- Auswärts feiern bzw. Mit professioneller Animation

In diesen Themen werden sehr vielfältige Ideen vorgeschlagen und welcher Sachen es Bedarf, um es umzusetzen. Passend dazu zum organisieren kleine Häckchenfenster und Platz für eigene Notizen.
Ausprobiert habe ich das Indianerfest und es war der Hit bei den Kids. Dekoration,Verkleidung, sowie auch Essen und Trinken ließen sich hervorragend arrangieren. Und passende das Spiel „Büffel fangen“ konnte schnell umgesetzt werden, da man nur eine Strumpfhose und eine Tennisballes braucht.
Auch die Aufteilung nach Alter und Art des Spiels sind wunderbar beschrieben und je nach Wetterlage kann man man die Spiele drinnen, wie auch draußen durchführen.

„Bloß kein Stress! Ideenbuch für den erfolgreichen Kindergeburtstag“ ist ein Buch für Eltern, Großeltern, Erzieher und Lehrer um einen besonderen Tag so zu gestalten, das es nicht nicht in Stress ausartet.

Wenn also ein Kinderfest bevorsteht...schön locker bleiben! Mit diesem Buch, wird jedes Fest ein unvergessliches Erlebnis!


Redakteur: Sabrina Best

Als das Buch hier ankam, war mein erster Gedanken:
„Oh nein, nicht noch so ein dicker Wälzer mit vielen nicht umsetzbaren Vorschlägen und Ideen!“

Die Neugierde hat mich dann aber schnell dazu gebracht, dass ich das Buch durchgeblättert habe...
Was soll ich sagen? Ich war direkt angetan.
Es sind so viele tolle Ideen zusammen getragen worden. Liebevoll erklärt, ausgearbeitet und mit kleinen Zeichnungen untermalt.
Hier merkt man, dass das Buch mit Liebe zum Detail entworfen wurde.
Für ihre drei Kinder zum Geburtstag lässt sich Susanne Endres einiges einfallen.
Nicht nur typische Themenwelten wie Ritter, Elfen oder Feuerwehr zum Fest sind in dem Buch zu finden, sondern auch solche wie Weltreise, Badespaß oder Bienchen und Blumen sind in dem Buch genauestens durchgeplant und gut beschrieben hinterlegt.

Für die meisten Sachen braucht meine keine besonderen Dinge.
Vieles ist ohne großen Zeit- und Stressaufwand umsetzbar.
Super, da freue ich mich schon auf die ersten Mottopartys ;)

Nicht nur als Mama habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen, auch als Erzieherin konnte ich einiges an Input für das nächste Thema mitnehmen.

Mittwoch, 15. April 2015

[REZENSION] Roter Lavendel

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Roter Lavendel
Autor: Ralf Nestmeyer
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 224 Seiten



Autor:
Ralf Nestmeyer ist Historiker, Reisejournalist und Autor mehrerer Reiseführer, zum Beispiel über die Provence und Südfrankreich (Michael Müller Verlag); zudem hat er für den Insel Verlag ein Buch über »Französische Dichter und ihre Häuser« sowie einen literarischen Reiseführer über die Provence und die Côte d‘Azur (Klett-Cotta Verlag) geschrieben.


ROTER LAVENDEL

Eigentlich führt ihn ein Auftrag in die Provence. Doch das Fotografieren von Lavendelfeldern nimmt mehr und mehr an Bedeutung ab. Grund dafür ist ein Mitreisender, der dem Fotografen historische Dokumente überreicht, von denen er glaubt, dass sie in seinem eigenen Zimmer wohl nicht mehr sicher seien. Tags darauf ist der Mann verschwunden und der Fotograf beginnt sich mit den hinterlassenen Aufzeichnungen auseinander zu setzen. Dabei gerät er auf die Spuren einer mysteriösen Geschichte, die viel mehr preis zu geben hat als es zunächst den Anschein macht.

Vorneweg sei gesagt, dass es sich bei „Roter Lavendel“ nicht um einen klassischen Krimi handelt und man entsprechend nicht mit einer bestimmten Erwartungshaltung an die Lektüre heran gehen sollte, da man dadurch möglicherweise enttäuscht wird. Viel mehr liegt hier ein Spannungsroman vor, der dem Leser Land und Leute nahe bringt, dabei aber auch ein wohl gehütetes Geheimnis aufdeckt. Die Nachforschungen des Fotografen und seine Neugier darauf zu erfahren was damals geschehen ist, sind die Elemente, die den Leser mitreißen und in die Provence entführen.

Auf Grund der sehr detaillierten und liebevollen Darstellung der Umgebung hat man sogleich ein mehr als authentisches Bild vor Augen, egal ob man bereits einmal in dieser Gegend war oder nicht. Es fühlt sich ein wenig an wie Urlaub, Abschalten vom Alltag, doch im Hintergrund lauert etwas, das entdeckt werden möchte, wodurch es nicht zur gänzlichen Entspannung kommen kann. Gebannt verfolgt man den Weg der Nachforschungen und wird dabei natürlich dazu animiert selbst zu überlegen inwiefern sich hier welche Zusammenhänge ergeben könnten. Dies erweist sich allerdings als gar nicht so einfach, denn es tauchen immer wieder Indizien und Hinweise auf, die plötzlich in eine andere Richtung weisen.

Bis zum Schluss ergeben sich neue Spuren, doch zeichnet sich schließlich doch die erfolgversprechendste ab. Ein wenig schade ist es, dass nicht alle Fragen, die der Leser sich während der Lektüre stellt, beantwortet werden. Auch wenn diese gar nicht primär mit dem zu lüftenden Geheimnis zusammenhängen, hätte man schon gerne noch das ein oder andere erfahren. Nichtsdestotrotz sollte man sich auf „Roter Lavendel“ einlassen, ohne zuvor gewisse Erwartungen zu haben, dann wird man nicht nur mit einem Schlag in die Provence katapultiert, sondern kommt auch einem merkwürdigen Geheimnis auf die Spur.

Dienstag, 14. April 2015

[REZENSION] Der geheime Club

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der geheime Club
Autor: Angie Westhoff
Übersetzer: -/-
Verlag: Pink
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Angie Westhoff wurde 1965 geboren. Nach dem Schulabschluss studierte sie Germanistik und Geschichte in München, wo sie auch heute lebt, und begann anschließend, in der Lehrerfortbildung zu arbeiten. Darüber hinaus schreibt Angie Westhoff seit einigen Jahren erfolgreich Kinder- und Jugendbücher. Bei PINK ist von ihr bereits der Titel "Heldengeburtstage" erschienen.
2001 wurde Angie Westhoff in den jährlich erscheinenden Katalog „The White Ravens“, die Empfehlungsliste der Internationalen Jugendbibliothek, aufgenommen.


DER GEHEIME CLUB

Lisa, die seit einiger Zeit bei ihrem Onkel in München wohnt, ist froh, an ihrer neuen Schule recht schnell Anschluss und gute Freundinnen gefunden zu haben. Als plötzlich Plakate auftauchen, die auf einen geheimen Club hinweisen, der nur für Schüler ihrer Schule zugänglich ist, sind die Mädchen sich einig, dem auf den Grund zu gehen. Denn niemand weiß womit der Club sich beschäftigt, wer ihn gegründet hat und vor allem wie man dort aufgenommen wird. Unweigerlich stellt sich auch die Frage, ob es sich nicht nur um einen Scherz handelt. Doch dann gibt es die ersten Enthüllungen, wer zu den Mitgliedern gehört...

In einer Oper gibt es zu Beginn die Ouvertüre. Es ist die Einleitung, die Hinführung zur Handlung. Zu Liebe, Verrat und Tod. In der Sache mit dem geheimen Club gab es diese Ouvertüre auch.
Am Montag fand sie ihr Ende, die Handlung setzte ein.
Der Vorhang ging auf, und der Held betrat die Bühne. (S. 50)

Geheimnisse locken jeden an, Neugierde wird geweckt, man möchte erfahren, was andere zu verbergen versuchen, das ist die Natur des Menschen. So auch, wenn es, wie in diesem Fall, um einen geheimen Club geht, von dem niemand etwas genaueres weiß oder gar Interna besitzt. Entsprechend kommt es unweigerlich dazu, dass jeder darüber spricht, Spekulationen anstellt und versucht in die Festung einzudringen. Auch dem Leser ergeht es so, auch wenn man zuvor der Meinung war, dem Drang widerstehen zu können. Je mehr Gerüchte gestreut oder konkrete Hinweise dargeboten werden, desto gefährlicher wird der Sog, den dieser ominöse Club ausübt. Das müssen auch die Protagonisten feststellen, denn Freundschaften werden auf die Probe gestellt durch etwas, das überhaupt nicht zu greifen ist.

Die Spannung steigt quasi ins Unermessliche, da nicht einmal der Leser genügend Details erfährt, um den Club auffliegen lassen zu können. Andeutungen und Indizien reichen nicht aus, um tatsächlich hinter die Fassade zu blicken, so bleibt einem nichts anderes übrig als der Handlung weiterhin zu folgen und darauf zu hoffen, dass jemand einen Fehler macht und etwas ausplaudert, das geheim hätte bleiben sollen. Nach und nach, als deutlich wird welche Konsequenzen sich ergeben werden, ändert sich die gesamte Atmosphäre. Die Stimmungen könnten gegensätzlicher nicht sein, nachvollziehbar ist es jedoch allemal.

„Der geheime Club“ gibt auch am Schluss nicht alle seine Geheimnisse preis, doch interpretiert der Leser für sich einiges als gegeben, auch wenn es nicht konkret verifiziert wurde. Die Aussage, die diese Geschichte übermittelt, ist eindeutig und auf alle Fälle wichtig und für jeden verständlich, jeder sollte sich damit in einer ruhigen Minute einmal auseinander setzen.