Donnerstag, 29. September 2016

[REZENSION] Mädchen mit Geheimnissen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Mädchen mit Geheimnissen (OT: Girl Defective)
Autor: Simmone Howell
Übersetzer: Annette von der Weppen
Verlag: Carlsen
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre
Ausführung: Hardcover, 304 Seiten







Autor:
Simmone Howell wurde 1971 geboren. Sie hat bereits Drehbücher und Beiträge für Anthologien und Zeitschriften verfasst. Notes from a Teenage Underground ist ihr Debütroman und wurde im Erscheinungsjahr 2007 mit dem Victorian Premier's Literary Awards for Young Adult Fiction ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman Everything Beautiful folgte 2009. Simmone Howell lebt in Melbourne.


MÄDCHEN MIT GEHEIMNISSEN

"Mädchen mit Geheimnissen" spielt in dem australischen Küstenstädchen St. Kilda. Sky lebt dort mit ihrem Bruder Gully und ihrem Vater, der in dem Ort einen altmodisch geführten Plattenladen inne hat. Die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen, der Vater hat Alkoholprobleme und ihr kleiner Bruder nimmt als "Special Agent Gully" die Kundschaft unter die Lupe. Bei den spielerischen Erkundungen ihres Bruders stößt Sky auf die Plakate eines Mädchens und stellt Nachforschungen darüber an, wer die Plakate aufgehängt und was es mit diesem Mädchen auf sich hat. In den australischen Sommer schleicht sich ein geheimnisvolles Rätsel ein, welches Sky mit Hilfe ihrer Freundin Nancy und dem neuen Plattenverkäufer Luke, der sich als Bruder des Plakatmädchens entpuppt, zu lösen versucht.

In erster Linie erzählt "Mädchen mit Geheimnissen" eine interessante Familiengeschichte, die verschiedene Probleme behandelt. Der Vater ist mit seinem Plattenladen in der Vergangenheit verankert, Gully kompensiert den Verlust der Mutter nur schwer, und zwischendrin steckt Sky - ein Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, mit mehr Verantwortung gegenüber ihrer Familie als es für ihr Alter allgemein üblich ist. Spannend wird es im Verlauf der Handlung durch das Geheimnis um das plakatierte Mädchen und die Verbindung, die dieses zu verschiedenen Protagonisten der Geschichte hat.
Leider ist mir der Zugang zu einigen Figuren aus "Mädchen mit Geheimnissen" verwehrt geblieben, so dass ich den Roman zwar interessant zu lesen fand, insbesondere hinsichtlich der Auflösung um das verschwundene Mädchen auf den Plakaten, aber die Familiengeschichte fand ich nicht so packend oder interessant, wie sie es verdient hätte, da ich außer mit Sky, ihrer Freundin Quinn und Luke eher wenig mit den Protagonisten anfangen konnten.

"Mädchen mit Geheimnissen" beinhaltet eine ungewöhnliche Familiengeschichte gespickt mit einigen spannenden Komponenten, allerdings waren für mich einige Figuren recht spröde und schwer zugänglich, so dass mir der Inhalt und die Entwicklung des Plots zwar zugesagt haben, aber insgesamt wird mir das Buch wohl nicht allzu lange in Erinnerung bleiben.


Weitere erhältliche Ausgaben:

EBOOK

[TTT] Top Ten Thursday #280 (Christiane)



Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher von deiner Wunschliste

Eigentlich ein verdammt leichtes Thema, und doch gleichzeitig so schwer "nur" zehn Titel von der Wunschliste aufzuzählen.. denn mal ehrlich, wir haben doch alle das vielfache auf dem Zettel stehen... ;) Ich habe mich dazu entschieden mich an recht neuen Titeln zu orientieren, die erst dieses Jahr in meinen Fokus geraten sind.

1. Kevin Brooks: Travis Delaney 02. Wem kannst du trauen?
2. Jimmy Rice / Laura Tait: Alles, was vielleicht für immer ist
3. Christina Stein: Wonderland
4. Heike Wolpert: Schlüsselreiz
5. Ursula Poznanski: Elanus
6. Mirjam Müntefering: Kalle und Kasimir 02. Die rätselhafte Wahrsagerin
7. Angela Ochel: Schief gewickelt, Opa!
8. Lara De Simone: Secrets 03. Was Kassy wusste
9. Marcel van Driel: Pala 03. Verlorene Welt
10. Jürgen Seibold: Schandfleck



Das Thema für den 06. Oktober 2016 lautet:
10 Bücher einer Reihe mit mehr als 3 Teilen

Dienstag, 27. September 2016

[REZENSION] Hummel und Honig

Redakteur: Anette Leister

Titel: Hummel und Honig
Autor: Pål H. Christiansen
Übersetzer: Christine v. Bülow
Verlag: SAGA Egmont
Reihe: -/-
Ausführung: ebook, 66 Seiten




Autor:
Der Schriftsteller Pål H. Christiansen wurde am 9. September 1958 geboren, am selben Tag wie Leo Tolstoj. Er wuchs in der Gegend von Blindern/Vinderen in Oslo, Norwegen, auf. Er besuchte das Osloer Handelsgymnasium, studierte Jura, brach sein Studium jedoch ab, um zu schreiben.
Also besuchte er einen effektiven Schreibkurs in Bo in Telemark, wo er die fachgerechte Benutzung eines Radiergummis sowie angemessene Hochnäsigkeit erlernte. Im Jahr 1989 debütierte er mit “Harry var ikke ved sine fulle fem” (Gyldendal Norsk Forlag). 2001 erhielt Christiansen den Tiden-Preis für sein Werk “Humle & Honning” (Tiden Norsk Forlag).
Weitere Romane von Pål H. Christiansen sind: “Neer” (Tiden Norsk Forlag 1995), “Kongens løv” (Tiden Norsk Forlag 2000) sowie die Kinderbücher über den frechen Fjodor. Sein 2002 veröffentlichtes Buch “Drømmer om storhet” (Tiden Norsk Forlag) erschien bereits in deutscher, englischer und italienischer Überstzung.
Christiansen arbeitet außerdem als freier Journalist, und ist Inhaber des Verlags Fabula, der klassische Kinderbücher wie “Klein Gelb und Klein Blau” von Leo Lionni oder “Der rote Ballon” von Albert Lamorisse herausgegeben hat.

HUMMEL UND HONIG

Bislang kannte ich Christiansen nur durch seine humorvolle und skurrile Kinderbuchreihe "Fjodor". Mit "Hummel und Honig" betritt er ein gänzlich anderes Terrain:
"Hummel und Honig" ist eine sehr fantasievolle, stark methaphorisch belegte Novelle über die Beziehung zwischen Mann und Frau, hier verkörpert von Hummel und Honig: vom ersten Verliebtsein über die Entwicklung im Alltag, dem Nebeneinanderherleben, dem Auseinandergehen in den verschiedenen Interessen und Hobbys und dem wieder Zueinanderfinden in den Gemeinsamkeiten und der erotischen Beziehung.
Auch wenn mir die Methaphorik stellenweise zu viel war, fand ich es andererseits doch sehr schön, dass Pål H. Christiansen gerade in solchen Beschreibungen wie der sexuellen Beziehung zwischen Hummel und Honig nie direkt wurde, sondern originelle und wunderschöne beschreibende Bilder dafür gefunden hat.
Christiansen besitzt einen sehr bildhaften Schreibstil. Neben der im Zentrum stehenden Beziehungsgeschichte spielt auch die Natur eine sehr große Rolle, fast lassen sich Wald und Wind, Meer und Luft spüren. Ganz abgesehen vom Thema lohnt sich die Entdeckung von "Hummel und Honig" auf Grund der Sprach- und Beschreibungsgewalt, die Christiansen inne hat, zumal sich ein kurzes Werk geradezu dafür anbietet, in das Werk eines Autors hineinzuschnuppern. Auch wenn "Hummel und Honig" so gänzlich anders ist, als die literarischen Werke, die ich ansonsten lese, so habe ich die Kurzgeschichte doch allein wegen Christiansen Sprache genossen.

Montag, 26. September 2016

[REZENSION] Noah will nach Hause

Redakteur: Anette Leister

Titel: Noah will nach Hause (OT: The forgetting Time)
Autor: Sharon Guskin
Übersetzer: Carina Tessari
Verlag: Allegria
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 432 Seiten



Autor:
Sharon Guskin studierte an der Yale University und der Columbia University School of the Arts. Sie ist Autorin und Produzentin für preisgekrönte Dokumentarfilme. Mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen lebt sie in Brooklyn.
Die Idee zu ihrem Roman hatte sie während eines Praktikums in einem Flüchtlingslager in Thailand und später kurz nach der Geburt ihres ersten Sohnes. Noah will nach Hause ist ihr erster Roman.


NOAH WILL NACH HAUSE

Noah ist der vierjährige Sohn der alleinerziehenden Janie, das Ergebnis einer Urlaubsliebelei in Trinidad. Der Leser wird im ersten Kapitel des Buches Zeuge dieser Episode, bevor es im zweiten Kapitel vier Jahre später im Leben von Noah und Janie weitergeht. Janies Sohn leidet unter Albträumen, in diesen jammert er immer wieder, dass er zu seiner Mama will. Aber genau dort ist er doch, oder etwa nicht? Die verzweifelte Janie sucht nach vielen ergebnislosen Besuchen bei Psychologen den Psychologieprofessor Anderson auf, der das Thema Wiedergeburt erforscht und Noahs Fall gerne übernehmen möchte, nicht zuletzt jedoch aus dem eigennützigen Grund, dass er den Fall für die Publikation seines Fachbuches benötigt, zu dessen Fertigstellung ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, da er an einer Form der Demenz erkrankt ist.

"Noah will nach Hause" erzählt einerseits die Geschichte von Janie und ihrem Sohn Noah, der in einem vorherigen Leben Tommy war, nach dessen Familie sie gemeinsam mit dem Psychologieprofessor Anderson suchen, anderseits die Geschichte von Professor Anderson, der sich in der Gegenwart mit seiner Erkrankung auseinandersetzen muss, in Rückblenden erfährt der Leser Details über verschiedene Fälle, die er in der Vergangenheit erforscht hat.
Das Buch ist vor allen Dingen für Leser interessant, die sich für das Thema Wiedergeburt interessieren, Leser, die vorherrschend den spannenden Aspekt dieser Geschichte interessant finden, sehen sich durch die Rückblenden aus Professor Andersons Fällen eher in ihrem Lesefluss gestört.
Ich fand die Auseinandersetzung mit Wiedergeburten sehr interessant, aber in Summe war es mir mit den Rückblenden manchmal zu viel. Die gegenwärtige Geschichte von Janie und Noah liest sich insgesamt viel spannender und hätte nicht zwingend den Bezug zu den anderen Fällen gebraucht.
Der Plot ist spannend, nicht zuletzt wegen dem Irrweg, den Janie und der Professor zu Beginn einschlagen, aber auch wenn feststeht, um wen es sich bei der "alten" Familie von Noah handelt, bleibt die Handlung spannend, denn die Erzählstränge entwickeln sich parallel zueinander und lange Zeit steht nicht fest, wie Tommy damals den Tod fand, um später als Noah wiedergeboren zu werden.

"Noah will nach Hause" weckt bei Lesern mit großem Interesse an Wiedergeburten sicher einen noch größeren Sog als bei anderen Lesern, aber auch Lesern mit weniger Interesse an diesem Thema kann ich dieses Buch auf Grund der spannenden Erzählweise ans Herz legen.


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

HÖRBUCH

Sonntag, 25. September 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW38


Anette:
Brot backen in Perfektion, Lutz Geißler (RE)
Der ganz und gar seltsame Glueckskeks, das Taxi und die Nazi-Oma, Christoph Stark (RE)
Einfach indisch!: Der entspannte Weg zum perfekten Curry, Amandip Uppal (RE)
Für dich soll's tausend Tode regnen, Anna Pfeffer (RE)
Klassenschlamas​sel oder Wie wir die grüne Wurst einfingen , Timm Milan (RE)
Knoblauch - Über 65 fantasievolle Rezepte mit der beliebten Knolle, Jenny Linford (RE)
Krieg und Freundschaft, Dolf Verroen, Charlotte Dematons (RE)
Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer, Mario Fesler (RE)


Christiane:
Seelenfalle, Eva Lirot (GW)
Der Angstmann, Frank Goldammer (RE)