Montag, 28. Juli 2014

[REZENSION] Eine Spürnase ermittelt

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Eine Spürnase ermittelt (OT: Penelope Crumb)
Autor: Shawn K. Stout
Übersetzer: Alexandra Rak
Verlag: planet girl
Reihe: Penelope Crumb
empfohlenes Lesealter: ab 9 Jahren
Ausführung: Hardcover, 176 Seiten



Autor:
Shawn K. Stout hatte schon viele Jobs: Sie war unter anderem Eisverkäuferin, Hundekuchen-Bäckerin, Kellnerin und Redakteurin bei einer Zeitschrift. Am Vermont College of Fine Arts schloss sie ihren MFA „Writing for Children“ mit Auszeichnung ab. Heute lebt sie in Frederick/Maryland mit ihrem Mann, ihrer kleinen Tochter und zwei Hunden.



EINE SPÜRNASE ERMITTELT

Kunst ist das Lieblingsfach der 9jährigen Penelope Crumb. Ausgerechnet in diesem Fach macht sie allerdings eines Tages eine Entdeckung, die ihr Leben gehörig durcheinanderwirft: Ihre Nase ist riesig! Als ihre Mutter ihr dann erzählt, dass sie die Nase von ihrem Opa Felix geerbt hat und dass dieser gar nicht tot ist, wie Penelope immer dachte, da ist ihre Neugier geweckt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Littie Maple begibt sich Penelope auf die Suche nach Großvater Felix, um mehr über ihn und die berühmte Crumb-Nase zu erfahren. Das erweist sich als gar nicht so einfach, doch Penelope gehen die Ideen nicht aus. Während ihrer Suche macht sie sich allerdings nicht nur Freunde. Und will Opa Felix überhaupt gefunden werden?

Schon das Titelbild mit seinen fröhlichen Farben und dem kess aussehenden Mädchen macht Lust auf die Geschichte. Und die erweist sich als genauso lustig und locker, wie man beim Anblick des Titelbildes vermutet.

Penelope ist ein etwas verrücktes Mädchen, voller seltsamer Ideen, kreativ und nicht von seinen Plänen abzubringen. Wenn sie sich etwas vorgenommen hat, dann zieht sie es durch, und da kann sie niemand von abhalten. Nicht ihre Freunde, nicht ihre Mutter, die keinen Kontakt mit Opa Felix möchte und schon gar nicht ihr Bruder, der, da ist sich Penelope sicher, an seinem 14. Geburtstag von Außerirdischen ausgetauscht wurde.

Die Geschichte ist lustig und voller kleiner Abenteuer und dabei unglaublich warmherzig.
Das tolle an Penelope ist, dass sie keine typische Heldin ist. Sie ist kein Vorbild. Frech, unüberlegt, aber gleichzeitig auch unglaublich warmherzig. Man muss sie einfach mögen.
Die Suche nach ihrem Opa war nur Penelopes erstes Abenteuer und ich würde mich freuen, auch von den weiteren Erlebnissen und Ideen des kleinen Mädchens mit der berühmten Nase lesen zu dürfen!

Freitag, 25. Juli 2014

[REZENSION] Elfenbann

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Elfenbann (OT: Illusions)
Autor: Aprilynne Pike
Übersetzer: Anne Brauner
Verlag: cbj
Reihe: Wings 3
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 416 Seiten



Autor:
Aprilynne Pike denkt sich Elfen-Geschichten aus, seit sie ein Kind ist. Sie studierte kreatives Schreiben und schloss sich später derselben Schriftstellergruppe an, zu der auch Stephenie Meyer gehört. »Elfenkuss«, der erste Band ihrer Elfen-Fantasy, machte sie über Nacht zur gefeierten Bestsellerautorin. Pike lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Utah.


ELFENBANN

Kurzbeschreibung:
Laurel ist mehr als überrascht, als am ersten Tag des neuen Schuljahrs kein anderer als ihr Elfenfreund Tamani auftaucht – und zwar mit dem Auftrag, Laurel zu beschützen! Es dauert nicht lange, da merkt Laurel, wie all ihre verschütteten Gefühle für Tamani wieder aufleben und ihr innerer Konflikt – liebt sie den Menschen David oder den Elf Tamani? – erneut aufbricht. Damit nicht genug: Beunruhigt ist sie auch durch ihre mysteriöse neue Mitschülerin Yuki. Trotz aller Gefühlsverwirrungen gelingt es Laurel, die Fremde zu entlarven. Ihre wichtigste Entscheidung hat sie aber immer noch nicht getroffen..

Meine Meinung:
Tamani und Yuki kommen als neue Schüler auf die Schule. Yuki wohnt bei Klea (bekannt aus Band 2). Alles rund um Yuki wirkt auf Laurel und Tamani sehr merkwürdig und fragwürdig. Sie wohnt alleine und zurückgezogen. Hat sie etwas zu verbergen? Das erfährt man alles im Laufe der Handlung...

Auf der einen Seite ist "Elfenbann" eine spannende Geschichte um Laurel, Tamani und den Wächtern, die auf den Spuren der Orks auf die ein oder andere Schwierigkeit stoßen.
Auf der anderen Seite aber auch eine Liebesgeschichte zwischen Laurel, Tamani und David.
Die eine Facette wirkt spannend und antreibend auf die Geschichte. Die andere ist ein Zusatz, der aber doch sehr ausgiebig im Buch geschildert wird.
Mir persönlich hat nun die Geschichte um Yuki besser gefallen. Wobei ich auch nichts gegen die Liebesgeschichte um Laurel hatte, da dies auch zum Ende der Reihe sicherlich noch eine große Rolle einnehmen wird. Denn so entscheidet sie sich entweder für die Menschenwelt und somit David oder für Avalon und Tamani.

Die Geschichte ist spannend, schön und flüssig geschrieben. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Die Reihe empfehle ich gerne weiter: wer eine Mischung aus Fantasy, Liebelei und Spannung mag, der liegt hier genau richtig :)

Donnerstag, 24. Juli 2014

[REZENSION] Höllenfeuer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Höllenfeuer
Autor: Rolf von Siebenthal
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 352 Seiten



Autor:
Rolf von Siebenthal, Jahrgang 1961, ist ausgebildeter Sprachlehrer. Er arbeitete viele Jahre bei einer Tageszeitung und im Schweizer Verkehrsministerium, heute ist er selbstständiger Journalist und Texter. Er lebt mit seiner Familie in der Nordwestschweiz.


HÖLLENFEUER

Ein Arzt, der der Brandstiftung zum Opfer fällt, ein Hinweis, dass ein vor Jahren verschwundener Junge noch am Leben ist und eine Bundesrätin, die mit ihrer Vergangenheit erpresst wird – all das hält die Schweiz zur Zeit in Atem. Die Ermittlungen an sämtlichen Fronten, ob von Kripo-Chef Neuenschwander oder Journalist Max Bollag, laufen schleppend, da scheinbar niemand bereit ist sein Wissen preis zu geben. Doch es zeichnet sich immer mehr ab, dass sie sich beeilen müssen, wenn sie eine Katastrophe verhindern wollen...

In der Schweiz ist so einiges los, was die Polizei und auch Journalisten in Atem hält. Schon die Kurzzusammenfassung zeigt auf, dass der Leser mit mehreren Handlungssträngen konfrontiert wird. Diese werden zunächst hauptsächlich durch die handelnden Personen zusammengehalten. Ob es weitere Zusammenhänge gibt und wie diese aussehen, wird erst im weiteren Verlauf deutlich, der sich so manches Mal anders darstellt als man es eigentlich vermutet hätte.

Durch die Perspektivwechsel bleibt das Tempo innerhalb des Buches erhalten. Denn sollte eine Handlung einmal stagnieren, bewirkt dieser Wechsel, dass man sich mit einer anderen Baustelle beschäftigt und keine Langeweile auftritt. Gleichzeitig wird Spannung erzeugt, da hin und wieder vor einem solchen Wechsel ein Cliffhanger zu finden ist, der dem Leser im Kopf bleibt und zum Nachdenken anregt, auch wenn man sich inhaltlich gerade an einem anderen Schauplatz befindet. Gerade das Suchen der Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Handlungssträngen kommt einem immer wieder in den Sinn. Immer mal wieder gibt es ein paar Indizien, doch um das Puzzle tatsächlich richtig zusammensetzen zu können, braucht man mehr als nur ein paar Hinweise.

Auch wenn die Hauptcharaktere bereits in „Schachzug“ ihr Debüt gegeben haben, hat man keinen Nachteil, wenn man erst mit „Höllenfeuer“, dem zweiten Band, einsteigt. Wichtige Informationen bezüglich der (zwischenmenschlichen) Beziehungen untereinander werden kurz eingestreut, um jeden Leser auf den aktuellen Stand zu bringen. Da das Geschehen ansonsten, was die Handlungsstränge angeht, in sich abgeschlossen ist, ist eine Kenntnis des Vorgängers also nicht unbedingt Voraussetzung.

„Höllenfeuer“ zieht den Leser schnell in seinen Bann und lässt ihn nicht mehr los. Zum Teil eigenwillige Charaktere und ein mehr als spannender Plot sorgen für einige Stunden Lesevergnügen der besonderen Art.


Reiheninfo:
Band 1: Schachzug

Mittwoch, 23. Juli 2014

[SPIEL-REZENSION] Abluxxen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Abluxxen
Autor: Kramer & Kiesling
Illustrator: Oliver Freudenreich
Verlag: Ravensburger
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Spieleranzahl: 2-5 Spieler





ABLUXXEN

Auf den ersten Blick erinnerte meinen Mann und mich die Anleitung von "Abluxxen" an Skip-Bo oder Canasta, weil es auch hier darum geht Karten mit gleichen Werten abzulegen und die Handkarten als erster los zu werden, um das Spiel für sich zu entscheiden. Die speziellen Regeln des Abluxxens lassen den ersten Eindruck jedoch schnell verfliegen, da das Spiel durch diese spezielle Wendung einen ganz anderen Verlauf nimmt als die beiden vorab genannten Klassiker.

Zu Beginn bekommt jeder Spieler dreizehn Karten ausgeteilt aus dem 109 Karten umfassenden Kartenstock (je 8x die Zahlen von 1 bis 13, 5 Joker). Die Luxx-Karte dient nur dazu anzuzeigen, welcher Spieler an der Reihe ist, ihre Verwendung ist optional.
Die aufgedruckten Werte auf den Karten sind nur im Spielverlauf entscheidend, bei der abschließenden Wertung zählen alle Karten gleich: jede abgelegte Karte ist ein Plus-, jede auf der Hand verbliebene Karte ein Minuspunkt.

Ziel des Spieles ist es möglichst schnell seine Karten abzulegen, dazu darf jeder Spieler pro Runde eine oder mehrere Karten gleichen Wertes vor sich ablegen. Wäre das der einzige Spielzug, wäre das Spiel schnell gelaufen. Allerdings besteht ein Spielzug eines jeden Mitspielers pro Runde aus zwei Aktionen: das Ablegen der Karten ist die erste, die zweite - mit der Möglichkeit sie auf verschiedene Arten auszuführen - ist die Verpflichtung den anderen Karten "abzuluxxen", insofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind, um den Mitspielern damit kostbare Pluspunkte zu rauben.
Das Abluxxen bringt Bewegung ins Spiel, da es zum Einen mehrfach pro Zug geschehen kann (es muss von jedem Mitspieler abgeluxxt werden, wenn dies möglich ist), zum Zweiten führt das Abluxxen dazu, dass Karten nachgezogen werden müssen aus dem offenen Kartenvorrat oder dem Nachziehstapel, und zum Dritten mehrere Möglichkeiten bestehen, was mit den abgeluxxten Karten passieren soll.
Damit das Ganze in den ersten Runden nicht allzu kompliziert wird, beinhaltet die Spielanleitung neben einer ausführlichen und bebilderten Beschreibung der Spielabfolge einen Abluxx-Check. Die Tipps und Tricks sorgen für größeren Spielspaß und mehr Aussicht auf Gewinnerfolg, außerdem gibt es eine kurze Übersicht "Was gerne vergessen wird", damit man die Regeln schneller intus hat und weniger Fehler gemacht werden bis man den Spielfluss gefunden hat.

Das Spiel ist zwar theoretisch ab 2 Spielern spielbar, aber bei dieser Spieleranzahl fehlt "Abluxxen" eindeutig der Reiz, da zu wenige Aktionen ablaufen und sich so keine Dynamik entwickeln kann. Das Spiel bietet eine gelungene Mischung aus Taktik und Glück, die aber leider erst bei mehr als 2 Spielern zum Tragen kommt, da es dann komplexer und aktiver wird. Als Kartenspiel zu zweit war es uns zu langweilig, da sind andere Spiele mehr zu empfehlen. So bleibt es für Spieleabende zu zweit im Schrank, wenn spielebegeisterter Besuch kommt oder unsere Tochter etwas älter ist, um mitspielen zu können, wird es sicher häufiger zum Einsatz kommen.

Dienstag, 22. Juli 2014

[REZENSION] Wer braucht schon Schmetterlinge im Bauch?


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wer braucht schon Schmetterlinge im Bauch? (OT: It Only Takes A Minute To Fall In Love)
Autor: Lucy-Anne Holmes
Übersetzer: Claudia Geng
Verlag: blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 448 Seiten



Autor:
Lucy-Anne Holmes ist Schauspielerin und Autorin. Sie hat lange in London gelebt und wohnt derzeit in New York. Halb verliebt ist voll daneben erzählt dort weiter, wo ihr 2010 veröffentlichter erster Roman Oh Happy Dates aufhörte: beim Happy End.
Derzeit schreibt die Autorin an ihrem dritten Roman, der ebenfalls bei Blanvalet erscheinen wird.


WER BRAUCHT SCHON SCHMETTERLINGE IM BAUCH?

Fanny hatte nie ein besonders gutes Verhältnis zu ihren Eltern, weshalb sie schon sehr früh von zu Hause ausgezogen ist. Umso erstaunter ist sie, als ihre Mutter plötzlich vor der Tür steht und ihr eröffnet, dass sie sich von ihrem Vater getrennt hat und nun erst einmal bei ihr unterkommen möchte. Fannys Mutter scheint wie ausgewechselt und will nur noch feiern. Dabei bräuchte Fanny jemanden, der mit ihr ihre Hochzeit plant, da Philippa, Fannys beste Freundin, von Matt, dem Zukünftigen, nicht viel hält und dementsprechend wenig begeistert von der bevorstehenden Hochzeit ist. Als wäre das Chaos nicht schon groß genug, schleicht sich plötzlich auch noch ein Mann in Fannys Leben, der in ihrem Bauch die berühmten Schmetterlinge auslöst – ganz im Gegensatz zu Matt...

„Ich habe einen Song für dich geschrieben“, sagt er, als ich ihm ein Bier gebe.
„Für mich!“, rufe ich, aber er lächelt nur und beginnt, auf seiner Gitarre zu klimpern.
„Wenn ich ihn dir vorspiele, hältst du mich wahrscheinlich für einen Schwachkopf. Und du könntest damit recht haben. Obwohl ich dich mit einem Küchensieb auf dem Kopf im Kampf gegen ein Monster gesehen habe. [...]“ (S. 145)

Fanny hat in ihren jungen Jahren schon einiges mitmachen müssen. Manches wird dem Leser möglicherweise aus eigenen Erfahrungen bekannt vorkommen, anderes kann man sich vielleicht überhaupt nicht vorstellen. Da Fanny ihre Geschichte selber erzählt, ist es, als säße man ihr gegenüber. Macht man die Augen zu, kann man manche Ereignisse sogar bildlich vor sich sehen. Das hängt mit der einerseits lebhaften, andererseits sehr detailgetreuen Darstellung zusammen, woraus sich ein authentisches Bild ergibt.

Dass es sich hier nicht ausschließlich um einen lustigen Frauen- bzw. Unterhaltungsroman handelt, wird schnell deutlich. Humor ist zwar ein wichtiger Bestandteil dieser Erzählung, doch täuscht er nicht hinweg über einige sehr ernsthafte Themen, die hier ebenfalls behandelt werden. So kann man sich in einem Moment vor Lachen kaum aufrecht halten, ist es möglich, dass man auf der nächsten Seite schon wieder kurz davor ist in Tränen auszubrechen. Diese Gegensätze wechseln sich immer wieder ab, es ist das reinste Gefühlschaos.

Im Verlauf des Geschehens passiert es zwangsläufig, dass man bereist ahnt was als nächstes geschehen wird. Entsprechend ist man wenig verwundert, wenn es dann auch genau so kommt. Andere Ereignisse wiederum sind vollkommen unvorhersehbar und überfallen den Leser quasi von hinten. Zeitweise fragt man sich, ob das ein oder andere Erlebnis tatsächlich hätte ausgeschmückt werden müssen, da es phasenweise zu Stagnation kommt.
Doch im Großen und Ganzen wird man zum einen gut unterhalten, zum anderen aber auch zum Nachdenken angeregt. „Wer braucht schon Schmetterlinge im Bauch?“ verdient definitiv eine Chance, man sollte weder durch das Cover noch durch den Klappentext Vorurteile aufkommen lassen.