Sonntag, 4. Dezember 2016

[REZENSION] New York Christmas: Rezepte und Geschichten


Redakteur: Anette Leister

Titel: New York Christmas: Rezepte und Geschichten
Autor: Lisa Nieschlag, Lars Wentrup
Fotograf: Julia Cawley, Lisa Nieschlag
Verlag: Hölker
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 176 Seiten



Autor:
http://www.nieschlag-und-wentrup.de/


NEW YORK CHRISTMAS: REZEPTE UND GESCHICHTEN

"New York Christmas" ist ein opulenter Bildband für NewYork Begeisterte, bei dem auch nicht an den für die Stadt typischen Rezepten gespart wird und Geschichten für die nötige Abwechslung sorgen.
Das Duo Neschlag und Wentrup hat in der Vergangenheit schon für die beiden wundervollen Bücher "Advent, Advent" und "Grüße aus meiner Küche" gesorgt, zu denen ich regelmäßig greife, weil die Symbiose aus Rezepten und Verpackungsideen wunderbar gelungen und sehr ansprechend ist.

"New York Christmas" ist der Liebe zu einer Stadt gewidmet: dem Big Apple. Dazu passt das große A4-Format, das schlichte und doch klassisch gewählte Weihnachtsdesign des Schutzumschlags, der rote Hardcoverbedruck und das rote Bändchen zum Markieren von Weihnachten. Das ganze Layout schreit förmlich nach Weinachten!

Das Buch ist ein wunderbares Tablebook - ich könnte es stundenlang durchlättern und betrachten. Sollte man tatsächlich dazu greifen, weil man nach einem bestimmten Rezept sucht, dann findet man am Ende des Buches ein doppelseitiges Registers, wo alle im Buch aufgeführten Rezepte nach A-Z zu finden sind.
Dem Buch vorangestellten Inhalt findet man sie nach folgenden Rezeptkategogieren:
Christmas Baking
Winter Brunch
Happy Holidays
Christmas Dinner
New Year's Eve

An Geschichten beinhaltet dieser wundervolle Augenschmaus:
"Auggie Wrens Weihnachtgeschichte" von Paul Auster
"Die Gabe der Weisen" von O. Henry
"Gibt es einen Weihnachtsmann?" von Virginia O'Hanlon

Samstag, 3. Dezember 2016

[REZENSION] Kreative Weihnachten: Basteln, Schenken, Dekorieren


Redakteur: Anette Leister

Titel: Kreative Weihnachten: Basteln, Schenken, Dekorieren
Autor: Sophie Pester, Catharina Bruns
Verlag: Dorling Kindersley
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 144 Seiten



Autor:
“Mach mehr selbst!” - das ist das Motto von Sophie Pester und Catharina Bruns, Gründerinnen von supercraft, Designerinnen und leidenschaftliche Selbermacherinnen. Für sie ist DIY nicht nur ein Hobby, sondern ein Lebensgefühl!


KREATIVE WEIHNACHTEN: BASTELN, SCHENKEN, DEKORIEREN

"Kreative Weihnachten" ist das neue Buch der beiden Supercraftlerinnen Sophie Pester und Catharina Bruns. Neben Dekorations-, Geschenk-, Verpackungs- und Last-Minute-Ideen, überrascht das Buch mit einem netten Goodie im Anhang: hier finden sich Geschenkeanhänger und liebevoll illustrierte Zahlen von 1-24 für einen selbstgemachten Adventskalender.

Was mir direkt beim ersten Durchblättern positiv ins Auge gestochen ist: im Buch befinden sich zahlreiche Ideen, die einfach und mit wenig Zeit- und Arbeitsaufwand umzusetzen sind, ohne, dass sie so aussehen! Oft ist das nämlich der Punkt, der mich an "schnell und einfach" Basteleien stört und weshalb ich sie links liegen lasse.

Der Einstieg ins Buch ist sehr einladend durch die persönlichen Worte der beiden Autorinnen. Nach dem Vorwort findet man noch eine Seite, die sich mit der Grundausstattung zum Basteln und Handarbeiten befasst, inklusive der Erklärung, was es mit den Sternchen über den jeweiligen Materiallisten der Kreativvorschläge auf sich hat: ein Sternchen steht für supereinfach, bei drei Sternchen benötigt man für die Umsetzung etwas mehr Zeit.

Im Kapitel Dekorieren wird viel mit Naturmaterial gearbeitet, im Kapitel Schenken kommen hauptsächlich Handarbeitsfans auf ihre Kosten: hier gibt es einige Näh-, aber auch Häkelideen und noch ein paar weitere Vorschläge zu entdecken. Gegenübergestellt kommen mir hier Ideen aus der Küche ein wenig zu kurz. Was mir in den anderen Kapiteln durchweg positiv aufgefallen ist, vermisse ich hier ein wenig: die Ideen zum Schenken sind zum Großteil etwas aufwendiger, hier hätte ich mir noch mehr Vorschläge gewünscht, die einem aus der Patsche bei spontanen Einladungen während der Adventszeit helfen, aber das Kapitel "Last Minute" macht das wieder ganz gut wett, denn hierunter befinden sich noch weitere Ideen für Geschenke. Im Gegensatz zur Rubrik Schenken besteht das Thema Verpacken dann wieder fast ausschließlich aus flott umzusetzenden Ideen.

Handarbeitsanfänger können sich auch an dieses Buch trauen, denn im Anhang werden die für die Ideen benötigten Grundtechniken ausführlich in Text und Bild erklärt. Techniken und Vorlagen für alle im Buch enthaltenen Kreativvorschläge sind enthalten, der Anhang lässt keine Wünsche offen und fällt für ein Kreativbuch im recht preisgünstigen Sektor wirklich vorbildlich aus. Dazu findet man noch Herstellerangaben und Bezugquellen für die Materialien, die man für die Bastel- und Handarbeiten benötigt.

Das Layout finde ich an manchen Stellen etwas altbacken, bei einem schnellen Durchblättern im Buchladen hätte ich das Potential des Buches wahrscheinlich verkannt und es zurück ins Regal gestellt. Hier hätte man etwas mehr rausholen können.

"Kreative Weihnachten" bietet viele einfache Ideen, die aber nicht den Eindruck von "schnell und einfach" vermitteln, sondern wirklich etwas her machen. Gerade die Dekorations- und Verpackungsideen bieten sich dafür an, gemeinsam mit Kindern umgesetzt zu werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für ein Kreativbuch in einer Hardcoverausgabe finde ich gerade angesichts des ausführlichen und sehr hilfreichen Anhangs plus der Goodies grandios!


Neben dem Buch habe ich auch eines der Supercraft Kits getestet. Hier bekommt man, neben einer mehrseitigen Anleitung zum Abheften, das benötigte Material zu den vorgestellten Ideen mitgeliefert. Auch wenn man vielleicht im Einzelkauf gegenüber der Box Geld spart, finde ich die Supercraft Kits eine tolle Geschenkidee zum Selbst- oder Weiterverschenken, weil man spontan loslegen kann mit Basteln oder Handarbeiten und die Kits liebevoll zu einem bestimmten Thema zusammengestellt sind und wirklich hochwertiges Material und Werkzeug enthalten. Die Anleitungen sind vom Text her knapp ausgeführt, dennoch sehr leicht verständlich, da sie hervorragend bebildert sind. Das Winterkit von 2014 hat mich vor allem mit der Anleitung für kleine gehäkelte Christbaumkugeln und der im Kit enthaltenen Häkelnadel in hervorragender Qualität begeistern können.

Freitag, 2. Dezember 2016

[REZENSION] Fettlogik überwinden

Redakteur: Anette Leister

Titel: Fettlogik überwinden
Autor: Dr. Nadja Hermann
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 400 Seiten



Autor:
Dr. Nadja Hermann ist Verhaltenstherapeutin mit ernährungswissenschaftlichem Background. Genauestens dokumentierte sie ihre eigene Gewichtsabnahme, recherchierte dazu unzählige Studien, zeichnete Comics zu ihren Erkenntnissen und machte daraus zunächst ein selbst verlegtes E-Book, in dem sie mit den alten Lügen über das Abnehmen aufräumt. Zum Erscheinen des E-Books ging auch ihr Blog https://fettlogik.wordpress.com/ online, mit dem sie viele hunderte Follower erreichte. Sie lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.


FETTLOGIK ÜBERWINDEN

Nachdem meine Freundin überzeugt von "Fettlogik überwinden" ist, habe ich ihr erlaubt, mir dieses doch eher als Geschenk ungeeignete Buch zum Geburtstag zu kaufen ;) Denn nötig habe ich es allemal mein Gewicht zu reduzieren und dank der ungeschönten Erzähl-mir-nix-Comics der Autorin dachte ich, wenn mir eine erklären kann, was bei mir falsch läuft, dann Nadja Herrmann.

Ich habe keine Essstörung, soweit ist es zum Glück nie gekommen, aber eine ausgeprägte gestörte Haltung zum Essen. Zudem haben sich bei mir solche Aussagen festgesetzt, wie "das macht deinen Stoffwechsel kaputt", oder "wenn du heute schon über die Stränge geschlagen hast, kannst du den Tag auch gleich abschreiben", und da die Autorin unter anderem auf solche Fettlogiken eingeht, bin ich neugierig und motiviert ans Lesen gegangen. "Fettlogik überwinden" ist kein übliches Diätbuch, es enthält keine Anleitung zum Abnehmen und keine Rezepte, aber es öffnet einem die Augen und liefert die Tatsachen, woher die überflüssigen Kilos stammen, die man mit sich herumschleppt. Durch den sehr persönlichen Stil, aufgelockert durch Comics und Fotos und wenig "Fachjargon", liest sich das Buch fast genauso schnell weg wie ein Roman und das Erlernte, beziehungsweise die gewonnenen Erkenntnisse, geht so viel besser in den Tagesablauf über.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, das übergewichtige Leben hinter sich zu lassen. Nadja Herrmann schildert nur ihren eigenen Weg zum schlanken Ich und auf welche Fettlogiken sie jahrelang hereingefallen ist. So habe ich das Buch bisher weniger dazu genutzt meinen persönlichen Weg zum Wunschgewicht zu finden, sondern vielmehr mein gestörtes Essverhalten abzulegen, Fettlogiken zu erkennen und aufzudecken, und bewusster zu Essen und damit den Genuss an der Nahrung wieder zu finden. Tatsächlich sind dabei trotzdem schon ein paar Pfunde gepurzelt, weil die Erkenntnisse automatisch ihren Weg in den eigenen Tageslauf finden. Momentan steht mir noch privater Kummer im Weg, um weiter abzunehmen, da ich ein ausgeprägter Frustesser bin, aber mit "Fettlogik überwinden" konnte ich sogar dieses Problem, wenn schon nicht überwinden, so immerhin eingrenzen.



Redakteur: Ina Ostwald

Nachdem ich im März dieses Jahres erneut drei Extrakilo an Körpergewicht aus dem Urlaub mitgebracht hatte und der Sommer in Sichtweite war, kam wieder der Wunsch auf, abzunehmen. In der Vergangenheit hatte dies ganz gut mit gewissen Pülverchen mit seltsamem Eigengeschmack geklappt, also kaufte ich wieder etwas davon, diesmal in der Special Edition mit extra sättigenden Inhaltsstoffen. Doch damals wie heute artete es in Quälerei aus: Verzicht, Hunger und noch nicht mal ein leckerer Geschmack konnte die Diät versüßen. Eine kaum feststellbare Abnahme und schlechte Laune waren das einzige Ergebnis. Also stöberte ich nach Büchern zum Thema Abnehmen und gelangte über die Rezension eines anderen Buches zu „Fettlogik überwinden“.

Von Haus aus Spontankäuferin lud ich mir das Buch innerhalb weniger Minuten auf meinen Kindle und begann mit dem Lesen. Nahezu parallel, da zu Beginn des Buches erwähnt, startete ich mit dem Tracken meines Essens mit der App MyFitnessPal, zunächst zu reinen Beobachtungszwecken. Was bei der Autorin der berühmte gesunde Salat mit reichlich Olivenöl war, war bei mir das sättigende Müsli, das mir die Augen öffnete. Eines Sonntagmorgens wollte ich mir ein besonders tolles, reichhaltiges und abwechslungsreiches Müsli zubereiten. Also wog ich die einzelnen Zutaten ab und erschrak angesichts des Ergebnisses - rund 800 Kalorien kamen da zusammen! Und satt hat es mich höchstens einen halben Tag gemacht.

„Fettlogik überwinden“ startet mit einem großen Teil an Studien, die einem vor allem eins deutlich machen - Übergewicht, auch nur ein leichtes, ist ein großer Risikofaktor für Folgeerkrankungen. Das öffnet einem erst einmal auf unangenehme Weise die Augen. Im Folgenden wird dann mit Ernährungsmythen aufgeräumt, Stichworte sind hier zum Beispiel der Jojo-Effekt, der Gewichts-Setpoint, genetische Veranlagung, 3 bis x Mahlzeiten pro Tag oder auch der Zwang zu Frühstücken. Für mich persönlich war vor allem der Setpoint interessant, da ich immer dachte, ich müsse mich automatisch in einem gewissen Übergewicht einpendeln und könne gar nicht mehr schlank werden, weil ich einfach so veranlagt bin. Dass ich bis zum frühen Erwachsenenalter schlank war und erst mit dem Eintritt ins Berufsleben in Kombination mit einer festen Beziehung allmählich zunahm, blendete ich irgendwie aus. Dabei ist es mehr als logisch: ein Schreibtischjob mit weniger Bewegung als zu Schulzeiten und eine Nahrungsaufnahme, die sich nicht anpasst, führt zu einem dauerhaften Überschuss an Kalorien und somit oftmals schleichend zu einer Gewichtszunahme.

Das wichtigste Fazit, das ich aus der Lektüre von „Fettlogik überwinden“ mitgenommen habe, ist, dass ich die Kontrolle über mein Gewicht wiedererlangt habe. Wenn ich weniger esse als ich verbrauche, nehme ich ab. Und das geht ohne Leiden. Man kann sich selbst ein moderates Defizit aussuchen und parallel die Bewegung erhöhen, sodass Essen ohne Hungern möglich ist. Ein über die Stränge schlagen zerstört nicht automatisch die ganze Abnahme, man isst einfach in den Folgetagen weiter reduziert. Wassereinlagerungen sind normal und gerade bei Frauen sind Gewichtsschwankungen von 2 bis 3 Kilo innerhalb weniger Tage möglich, ohne dass man wirklich zugenommen hat. Mein schlankes Gewicht aus Schulzeiten ist ein Ziel, das ich erreichen kann und werde. Auf den letzten Metern verlangsamt sich nun die Abnahme, da der Verbrauch sich dem niedrigeren Gewicht anpasst und mehr Bewegung nötig wird. Diese fällt aber auch immer leichter.

Interessant wird es auf jeden Fall, wenn mein Zielgewicht irgendwann erreicht ist und ich mich mit dem Halten beschäftigen muss. Am besten wäre natürlich ein intuitives Essverhalten ohne Anstrengung. Da sich viele Abnehmer, die von Nadja Hermanns Buch und Blog inspiriert wurden, inzwischen an einem ähnlichen Punkt befinden, hoffe ich auf weitere Tipps der Fettlogik-Community und vielleicht sogar ein neues Buch von Frau Hermann. Wie wäre es mit „(Gleich-)Gewicht halten“ als Buchtitel?


Weitere erhältliche Ausgaben:

EBOOK

[REZENSION] Maja im Weihnachts-Chaos


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Maja im Weihnachts-Chaos
Autor: Claire Singer
Übersetzer: -/-
Verlag: arsEdition
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: eBook, 192 Seiten



Autor:
Christine Paxmann alias Claire Singer, 1961 in München geboren, lebt rund ums Buch – schreibt, illustriert, konzipiert, was zwischen zwei Buchdeckel passt und ihr Interesse weckt. Kinder-, Koch- und Kunstbücher ganz vorne dran. Komplett wird das Menü aber erst durch Sohn und Vierbeiner, mit denen sie zwischen München und dem Alpenrand pendelt.


MAJA IM WEIHNACHTS-CHAOS

Wie jedes Jahr wird Maja ihrer Mutter auch dieses Mal zur Seite stehen, wenn der alljährliche Künstlerweihnachtsmarkt seine Pforten öffnet und es an ihrem Stand frisch gebrannte, vorzüglich duftende, Mandeln zu erstehen gibt. Diesen Knochenjob und die Schule unter einen Hut zu bringen ist schon schwierig genug, Majas Mutter ist zudem hochschwanger und bräuchte eigentlich dringend Ruhe, weshalb die Herausforderung nun zusätzlich darin besteht, eine adäquate Lösung zu finden. Kaum, dass sämtliche Standbesitzer einen gemeinsamen Plan ausgeheckt haben, kommt es noch dicker. Der Weihnachtsmann, der bereits im Vorfeld für Ärger gesorgt hatte, wird tot aufgefunden. Ist von den Künstlern jemand zum Mörder geworden? Und dann ist da noch Cleo, eine Zicke wie sie im Buche steht, die es knallhart auf Maja abgesehen hat...

Bevor der Künstlerweihnachtsmarkt starten kann, steht natürlich der Aufbau an, daher beginnt die Geschichte auch bereits am 30. November und erhält bis einschließlich 24. Dezember jeweils ein Kapitel, in dem es mal mehr mal weniger zur Sache geht. Auf Grund der besonderen Situation einigen sich die Standbetreiber darauf, dass Maja jeden Tag bei jemand anderem aushilft und derjenige ihre Mutter bei den Mandeln vertritt, damit diese sich ein wenig zurücknehmen kann, um sich und dem Baby noch ein wenig Ruhe zu gönnen. Natürlich läuft nicht immer alles wie geplant, vor allem, wenn Maja es wieder einmal mit Cleo zu tun bekommt, die wahrlich kein gutes Haar an ihr lassen kann. Zusätzliche Aufregung entsteht nach dem Fund des toten Weihnachtsmanns, um den keiner so wirklich zu trauern scheint. Doch jeden Tag einem Kommissar auf dem Markt zu begegnen trägt auch nicht gerade dazu bei in vorweihnachtliche Stimmung zu verfallen. Zumal niemand sicher sein kann, dass sich kein Mörder unter ihnen befindet, auch wenn daran natürlich keiner glauben mag.

Auch der Leser kann sich nicht vorstellen, dass einer der Künstler diese schreckliche Tat begangen haben könnte. Unweigerlich stellt sich dann aber natürlich die Frage was geschehen sein könnte. Es mangelt an Alternativen, konkrete Erklärungen erhält man nicht, nur immer mehr das Gefühl, dass einige Menschen auf dem Markt ein Geheimnis teilen, das Licht ins Dunkel bringen könnte. Entsprechend schwer fällt es natürlich sich an die vorgegebenen Kapitel zu halten beziehungsweise diese tatsächlich nur an dem Tag zu lesen, an dem die Geschehnisse gerade ihren Lauf nehmen. Da man unbedingt wissen möchte wie es weiter geht hält man es eher damit, so lange weiter zu lesen, bis die Augen zu fallen, keine Zeit mehr oder das Buch aus ist. Für ein Adventskalenderbuch eindeutig zu spannend.

Eine schöne, runde Geschichte, die in weiten Teilen nicht unbedingt vor Überraschungen strotzt, auf der anderen Seite aber auf jeden Fall den Moment auskostet, bis der Leser des Rätsels Lösung erfahren darf. Zum Ende hin geht alles ein wenig schnell und etwas zu glatt, aber schließlich ist Heiligabend, und da dürfen auch schonmal Wunder geschehen. Eine gelungene Mischung, die die Wartezeit verkürzt und zum Mitraten anregt.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

[REZENSION] Dark


Redakteur: Ina Ostwald

Titel: Dark
Autor: Thomas Endl
Verlag: edition tingeltangel
Reihe: -/-
Ausführung: ebook, 48 Seiten



Autor:
Von Thomas Endl sind zahlreiche Kinder- und Geschenkbücher in bekannten Verlagen erschienen. Sein Fantasyroman „Prinzessin der Nacht“, der Mozarts “Zauberflöte” weiterspinnt, gelangte in die engere Auswahl für den „Phantastikpreis der Stadt Wetzlar“ und wurde ebenso wie der erste Band seiner Grusel- und History-Reihe „Karfunkelstadt“ von der „Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur“ zum „Buch des Monats“ gekürt.
Dabei hat Thomas Endl eigentlich Journalist gelernt und als Regisseur Dokumentationen für das Fernsehen gedreht, meist zu historischen Stoffen. Auch wenn dies nach harten Fakten klingt – mal ganz ehrlich: Was könnte phantasiebeflügelnder sein als die weite Welt der Vergangenheit?
Für das Geschichtenerfinden hat er traumhafte Bedingungen: Von seinem Schreibtisch aus blickt er in ein grünes Paradies. Und sein Kater Max schnurrt ihm so manche kuriose Idee ins Ohr.


DARK

An Weihnachten kommen sie immer zusammen, Großmutter, Fredo mit seinen Eltern, Tante Cornelia mit Cousin Mark und normalerweise auch Onkel Paul. Doch in diesem Jahr ist alles anders – Onkel Paul ist nicht mehr da und Mark zieht freiwillig ins nasskalte Kellergewölbe zu den Ratten, anstatt sich mit Fredo um das schöne Turmzimmer zu streiten.

„Marks Haare, normalerweise braun wie die meinen, leuchteten in bleichem Blond mit seinem blassen Gesicht um die Wette. Wäre es nach seinen Augenringen gegangen, hätte ich gemutmaßt, dass er schon seit letztem Weihnachten hier unten im Keller saß.”

Die gruselig-weihnachtliche Kurzgeschichte passte genau in eine Fahrt zur Arbeit und hat mich wunderbar unterhalten, bevor der Alltag begann. Thomas Endl schreibt sehr bildhaft und lebendig, vor allem die jugendlichen Protagonisten kommen authentisch rüber, auch wenn die Gothic-Attitüde aufgrund der Kürze etwas überzeichnet ist. Das Ende der Geschichte ist rundum gelungen und positiv, man konnte sich gruseln, mitleiden und an einigen Stellen auch herzhaft lachen.

Der Verleger und Autor Thomas Endl hat das Prinzip E-Book zu etwas ganz eigenem gemacht – bei seinem Verlag Edition Tingeltangel gibt es keine langweiligen elektronischen Bücher mit reinem Text, wo vielleicht gerade mal der Titel etwas für das Auge ist. Vor- und Nachsatz von Dark sind bibliophil gestaltet und acht Bilder passend zur Handlung illustrieren den Text.


Weitere erhältliche Ausgaben:

BUCH